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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Verlage."

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DieGderhelfischr Zeit«««" erscheint täglich mit Ausnahme der Son«, und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Freitag. 20. August 1909.

Die Jnsertionsgebiihr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Untoerfltätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hrtzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg«

Koedukation".

Man schreibt uns:

Beim KapitelHöheres Mädchenschulwesen", m der diesjährigen Etatsberatung im Abge- ndnetenhause, wurde auch die Frage der ge- meinsck-aftlichen Schulerziehung von Knaben «nd Mädchen die Koedukation sehr lebhaft erörtert. Die Frage an sich ist gewiß sehr in­teressant, wird aber für Deutschland wohl irn- *i nur eine theoretische bleiben, für deren praktische, dauernde Lösung deutsches Leben und Empfinden im allgemeinen nicht den richtigen Koben geben. Bei uns wird man sich wohl im­mer nur darauf beschränken müssen, die Zu­lassung von Mädchen zu den höheren Knaben­schulen von Fall zu Fall zu prüfen. Die ganze Reform unseres höheren Mädchenschulwesens befindet sich noch im Anfangsstadium. Sie be­deutet bis jetzt lediglich die Oeffnung eines neuen Weges zur weiteren Entwicklung der Mädchenerziehung. Im allgemeinen wird man bei uns in den Mädchen immer die künftigen Hausfrauen und Mütter sehen und diesen natürlichsten Beruf der Frauen auch bei der Schulerziehung in Betracht ziehen. Schon von diesem Gesichtspunkt allein wird man von einer dauernden Koedukation absehen und wenn das Bedürfnis nach höherer, wissenschaftlicher Bildung wirklich ein allgemeines werden sollt« darauf bedacht sein müssen, besondere An­stalten, . nach Art der Gymnasien und Real­schulen für Knaben, auch für Mädchen zu er­richten.

Ministerialdirektor D. Schwartzkopff konsta­tierte im Abgeordnetenhause mit Freuden, daß die Vertreter aller Parteien eine gemeinsame Erziehung der Geschlechter nicht für angezeigt halten. Wegen der weiblichen Eigenart müssen wir eine besondere höhere Mädchenschule haben. Aber das Kopieren der Bildungsgänge für die Knaben, für die Mädchenerziehung wäre ein Fehler. Die Knabenerziehung hat ganz andere Aufgaben wie die der Mädchen. In unseren höheren Knabenschulen wird uns ein gewisser Drill, eine Methode anerzogen, die uns be­fähigt, nachher selbständig wissenschaftlich wei­ter arbeiten zu können. Die wissenschaftlich aus­gebildeten jungen Männer werden aber erst fertig für ihren Beruf mit 26 bis 27 Jahren. Die jungen Mädchen sollen aber doch allge­mein in erster Linie für den Beruf der Hausfrau und Mutter erzogen werden. Der Staat hat ein großes Interesse daran, daß die Erziehung der künftigen Generation auf dieser Erziehung der Mädchen beruht. Wir müssen damit rechnen, daß ein junges Mädchen mit 18 bis 19 Jahren für ihren Beruf fertig fein muß. Mit 20 Jahren ist ein Mädchen heiratsfähig das erfordert aber doch, daß es vorher eine gewisse Zeit nicht auf der Schulbank zugebracht hat. Der Jüngling von 18 bis 20 Jahren mit dem Abiturienteneramen in der Tasche ist für das praktische Leben noch recht unbrauchbar

Küche und Wissenschaft.

fr (Schluß.)

kleinen Dosen gereicht, wirken Eenußstoffe erfrischend und anregend, die Arbeit und das Wohlbefinden fördernd; in größeren Dosen be­wirken sie genau das Gegenteil, sie lähmen die Tatkraft, untergraben die Gesundheit und füh­ren oft zu einem kläglichen, frühzeitigen Tode. Bei allen Eenußmitteln besteht die Gefahr, daß man, die Dosts allmählich steigert, weil der Mensch sich an den Gebrauch solcher Eenußmittel sehr schnell gewöhnt; aber durch diese Gewöhn­ung erreicht man dann auch mit immer größer und größer werdenden Dosen schließlich nicht mehr die gewünschte Wirkung auf das Nerven­system.

Als drittes wesentliches Moment bei der küchenmäßigen Zubereitung der Speisen hatten wir die Beseitigung gewisser denselben anhaf­tender Schädlichkeiten bezeichnet. Am meisten kommt hier die Gefahr der llebertragung der Keime schädlicher Parasiten und besonders der Krankheit erzeugenden sog. pathogenen Bak­terien in Betracht. Das wirksamste Mittel zur Vernichtung all dieser Lebewesen und ihrer Keime ist die Siedehitze. Wir werden daher alle Nahrungsmittel, in denen wir derartige Keime vermuten, gründlich kochen müssen?)

1) Ich möchte hier darauf Hinweisen, daß in den Haushaltungen auch der wenig Bemittelten sehr viel Geld und Arbeitskraft beim Kochen verschwendet wird. Stundenlang wird das Herdfeuer oder der Gasofen im Brennen erhalten, um solche Speisen, welche meh­rere Stunden in der Siedehitze verweilen müssen, wie z. B. Hülsenfrüchre, manche Gemüse- und Fleisch­speisen u. dgl., gar zu kochen. Derselbe Zweck läßt sich ohne Kosten und Mühe erreichen, wenn man den bis zum Sieden erhitzten Kessel wohl verschlossen in eine sog. Kochkiste setzt, wie sie jetzt in mannigfacher Form zu haben sind. Man kann sich eine solche Kochkiste selbst herstellen, indem man eine solide, mit Schar- «ierdeckel versehene Kiste innen recht dicht mit Heu »der Papierspänen auspolstert und nur eine Oeffnung

das junge Mädchen aber soll mit 20 Jahren sei­nen Hauptberuf antreten können, indem sie heiratet. Daraus folgt mit innerer Notwen­digkeit, daß die Mädchenausbildung anders konstruiert roerben muß, als die der Knaben, und daß an eine Koedukation als Regel nicht zu denken ist. Deshalb wird man auch bei den Mädchenschulen zu einem System der Gabelung kommen und dabei bestrebt sein müssen, die Entscheidung der Eltern über das spätere Fort­kommen der Mädchen möglichst weit hinaus­schieben zu können.

Aber auch mit Rücksicht auf die Knaben ist erne Koedukation nicht ratsam. Sie kann dazu führen, daß die Knaben durch die Mädchen zurückgedrängt werden, oder sich doch unter Um­ständen zurückgesetzt fühlen. Es ist nichts Neues, daß junge Mädchen in einzelnen höhe­ren Lehranstalten nicht einfach mit ihrem Namen, sondern noch mit einem davorgesetzten Fräulein" angeredet werden. Ja, diese beson­dere Rücksichtnahme ist sogar öffentlich in Zei­tungen besprochen worden und wird von vielen eifern verlangt. Ministerialdirektorv.Schwartz- kopff wies mit vollem Recht auf die lächerlichen Situationen hin, die bei der durchgeführten Koedukation dadurch geschaffen werden könnten. Man denke sich z. B. die Prima eines Gym­nasiums, in der auf der einen Seite die jungen Mädchen, auf der anderen die Jünglinge sitzen. Wenn die Mädchen mitFräulein" angeredet werden, dann ist die Konsequenz, daß die männ­lichen Primaner mitHerr" anzureden find! Aus solchen kleinen, lächerlichen Aeußerlich- keiten können sich aber für die Schulerziehung sehr unangenehmeSchwierigkeiten ergeben. Oder gar, wenn ein junges Mädchen, das mit 18 Jahren in der Gesellschaft doch schon als junge Dame betrachtet wird, Bälle und andere Ver­gnügungen mitmacht, eines Tages in der Prima ihre Verlobung anzeigt!? Es ergeben sich aus diesen Betrachtungen Situationen, die es nicht ratsam erscheinen lassen, die Mädchen in unsere Knabenanstalten hineinzulassen und eine strikte Koedukation durchzuführen. Selbst die ausnahmsweise. Zulassung von Mädchen zu den höheren Knabenschulen wird von Fall zu Fall und mit der größten Sorgfalt geprüft werden müssen, damit nicht Konsequenzen eintreten, die nicht zum Segen, sondern zum Schaden der Schulerzichung unserer Jugend beiderlei Ge­schlechts führen.

Politische Umschau.

Kreta.

Konstantinopel. 18. Aug. Die heute erwartete Antwortnote der griechischen Regie­rung ist heute mittag noch nicht eingetroffen, jedoch verlautet in unterrichteten Kreisen, daß ihr Inhalt im Ministerium des Aeußeren be­kannt sei. Danach wird in der Note erklärt, die griechische Regierung habe eine nochmalige ein­gehende Untersuchung der Klagen der Pforte in-

Jch erinnere daran, daß Typhus, Diphterie, Cholera, Tuberkulose (Schwindsucht) durch Spaltbazillen bedingte Krankheiten find.

Die Lehre von jenen Lebewesen, die Bak­terienkunde, ist eine Wissenschaft für sich. Selbstverständlich sind viel dieser Mikroorganis­men hckrmlos, manche sogar nützlich; von vielen kennt man die Wirkung auf den menschlichen Körper noch nicht; die Gruppe der Pathogenen, der nachgewiesenen Krankheitserreger, ist aber durch die fortschreitende Entwicklung der Wissen­schaft schon zu einer sehr großen angewachsen. Wenn ich daran erinnere, daß die Perlsucht unter dem Rindvieh sehr verbreitet ist, daß die Keime dieser Krankheit in die Milch übergehen und, in den menschlichen Körper übertragen, eine Form der Schwindsucht erzeugen können, so wird dieses eine Beispiel genügen, um die Zweck­mäßigkeit der Erhitzung der Nahrungsmittel auf 100°, bei welcher Temperatur diese Mikro­organismen zugrunde gehen, anzuerkennen.

Das ist auch einer der Gründe, aus welchen wir in der Regel rohe, ungekochte oder, besser gesagt, nicht erhitzte Nahrungsmittel nicht ge­nießen sollten. Um gleich an dieser Stelle die Bedeutung der Spaltpilze für unser« Ernährung richtig zu würdigen, sei nochmals hervorgehoben, daß sie im Darmkanale die Gärungen gewisser Nahrungsmittel uni) die faulige Zersetzung eines Teiles der Eiweißstoffe bewirken. Unter diesen Gärungen ist eine die unter Bildung von Kohlensäure und sog. Sumpfgas vor sich gehende Zersetzung der Zellulose als ein nützlicher Vor­gang zu bezeichnen, indem sie die in den Zellu­losehüllen eingeschlossenen Nährstoff« frei macht.

übrig lässt, in der der Kessel Platz findet. Auch der Deckel wird zweckmäßig mit Spänen gepolstert und diese durch ein dichtes Tuch festgehalten. Viele Stun­den bleiben die Speisen in solcher Kiste heiss, werden allmählich gar ohne di« Gefahr des Anbrennens. In neuerer Zeit hat man das System noch dadurch ver­vollkommnet, daß man unter «nd über denKeffel je einen erhitzten Stein lagert.

bezug auf die griechischen Konsuln in Maze­donien, sowie, auf die Zurückziehung der grie­chischen Offiziere aus Kreta veranstaltet. Di« Untersuchung ergab, daß die Haltung der grie­chischen Regierung gegenüber der Pforte in bei­den Fragen durchaus loyal gewesen sei, so daß der Vowurf unfteundlichen Verhaltens Grie­chenlands gegenüber der Türkei nicht gerecht­fertigt sei. Jnbezug auf die Kretafrage ver­weist di« griechische Regierung auf di« Er­klärungen der vorigen Note. Unterrichtet« Kreise halten die bawige Abberufung des tür­kischen Gesandten in Athen für wahrscheinlich.

Kanea, 18. Aug. Eine aus Matrosen der Schutzmächte zusammengestellte Kompagnie lan­dete heute morgen 5 Uhr und holte die auf der Festung am Eingänge des Hafens wehende Flagg« herunter und beseitigte den Flaggen­mast. Nach Zurücklassung einer internationalen Schutzwache von 50 Mann auf der Bastion, wo die Fahne geweht hatte, kehrten die Truppen an Bord zurück. Kretische Gendarmerie hielt die Ordnung in der Stadt aufrecht.

Deutsches Reich.

Bom Kaiserhose. Wilhelmshöhe, 18. Aug. Aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers Franz Joseph fand heute Mittag 1 Uhr beim Kaiserpaar Frühstückstafel statt, an der u. a. Reichskanzler von Bethmann-Hollweg und die Botschafter Frei­herr von Marschall und von Szögheny-Marich teilnahmen. Im Verlaufe der Frühstückstafel er­hob sich der Kaiser und trank auf das Wohl des Kaisers Franz Joseph, feines herzllch geliebten väterlichen Freundes und treuen Bundesgenossen. Die Musik spielte die österreichische National­hymne.

Zur Kaiserparade in Mainz. Mainz, 18. Aug. Das Großherzogspaar von Hessen ist nm 3y2 Uhr aus Bayreuth hier eingetroffen. Die Stadt hat zur morgigen Kaiserparade prächtigen Flaggen- und Blumenschmuck angelegt.

Reisen des Kaisers. Heber die nächsten Kaiserreisen berichtet dieNeue politische Corre- spondenz":Gelegenllich des diesjährigen Auf­enthaltes der kaiserlichen Familie in Cassel wird dort, wie alljährlich, der Geburtstag des öster­reichischen Kaisers am 18. August gefeiert und am 26. August das neuerbaute Hoftheater mit der Aufführung der Lortzingschen OperUndine" er­öffnet werden. Am 19. August hält der Kaiser die Parade auf dem Sande bet Mainz ab, am 20. August findet in seiner Gegenwart die Einweih­ung des Offizier-Genesüngsheims in Falkenstein im Taunus statt. Am 27. August besucht der Kaiser das Damenfttst Fischbeck bei Hameln behufs Überreichung eines Aebttssinnenstabes an die Aebtissin Frau v. BuÜar. Am 28. August beab- sichttgt der Kaiser den Grafen v. Zeppelin bet fei«

Beim Menschen, der zellulosereiche Pflanzenkost nur gut zerkleinert und gekocht genießt, ist diese Auflösung der Zellulose weniger bedeutungsvoll als bei den Erasftessern, speziell den Wieder­käuern.

Aber auch außerhalb unseres Verdauungs­apparates leisten uns Spaltpilze und ihre Ver­wandten, die Sproßpilze, zu denen die Hefe­arten gehören, vielfach« Dienste bei der Vorbe­reitung der Nahrungsmittel für den mensch­lichen Genuß. Es ist bekannt, daß die weinige Gärung, auf welcher di« Erzeugung aller soge­nannten geistigen Getränke beruht, durch ver­schiedene Arten von Hefepilzen bewirkt wird. Die dem Brotteig zugesetzte Hefe macht das Brot durch die entwickelte Kohlensäure und den beim Backen wieder entweichenden Alkohol porös. Die Säuerung der Milch, durch welch« wir eine Reihe der besten erfrischenden Speisen und Ge­tränke gewinnen (dicke Milch, Buttermilch, Kefir, Kumys, Yoghurt), ist durch einen Spalt­pilz, dem Milchsäurebazillus bedingt. Solange er reichlich wuchert, können die Keime der Fäul­niserreger nicht aufkommen; infolge feiner Be­seitigung beobachten wir faulige Gärungen öfters in gekochter und nicht vollkommen sterili­sierter Milch. Daher ist bei Verwendung etwas länger aufbewahrter sterilisierter Milch zur Kinderernährung große Vorsicht am Platze. Aehnliche Gefahren durch Bakterien, welche Gift erzeugen, drohen uns bekanntlich beim Genüsse von durch Kochen sterilisiertem Fleisch (Wurst­vergiftung) und von Fischen. Außer den Mikroorganismen kommen auch größere Para­siten im Fleische vor: rohes Rindfleisch z. B Beefsteak ä la tartare, auch das Schweine­fleisch kann Finnen enthalten, aus welchem in unserem Körper der Bandwurm entsteht; welche Störungen des Allgemeinbefindens ein Band­wurm in unserem Körper Hervorrufen, dürste allgemein wohl bekannt sein.

Im Schweinefleisch befindet sich oft noch ein anderer Parasit, die Trichine. Die Trichinen

ner Landung in Berlin zu begrüßen, am 29« August ist die feierliche Wiedereröffnung der abge­brannten Berliner Garnisonkirche. Es folgen dann am 1. September die Herbstparade auf dem Tempelhofer Felde und die Einweihung des Ofst- zierverfammlungshaufes der Landwehfinfpektion Berlin und bis zum 5. September die Flotten­manöver, die Prinz Heinrich zum letzten Mal« leitet. Am 7. September findet die Parade des 14. Armeekorps bei Forchheim statt; vom 8. bis 10. September befindet sich der Kaiser bei den österreichischen Manöver« bei Groß-Meseritsch in Böhmen, am 11. September ist die Parade des 13. Armeekorps beiCannstatt. Die Kaisermanöver spielen sich in der Zeit vom 13. bis 17. September ab. Am folgenden Tage will der Kaiser bei der Neueröffnung der Schackgalerie im neuen preußi­schen Gesandtschaftsgebäude in München anwesend fein. Schließlich wohnt der Kaiser am 20. und 21. September den Manöver« der beiden sächsischen Armeekorps bet Chemnitz bei und besichtigt so­wohl die von Eisenbahntruppen bis dahin fertig­gestellte Feldeifenbahn BorfitzWilsdruff, toi« auch die 280 Meter lange Feldbrücke in der Schlucht bei Meißen. Auf der Albrechtsburg bei Meißen gibt der König von Sachsen am 21. Sep­tember ein Festmahl. Heber den kaiserlichen Be­such derJla" in Frankfurt a. M. ist noch nicht- Endgültiges beschlossen, doch erwafiet man ihn zwischen dem 21. und 26. August.

Landtagsersatzwahl. Diepholz, 18. Aug. Bei der heute stattgehabten Landtagsersatzwahk im Wahlkreise Diepholz-Syke wurden für ben Landgerichtsdirektor Meyer - Werden (national* liberal) 129 Stimmen und für den Hofbesitzer Logemann-Rathlosen (Kreis Sulingen) (Bund der Landwifie) 84 Stimmen abgegeben; nicht er­schienen waren zehn Wahlmänner. Meder ist mit- hin gewählt.

Zu den Manöver« im Elsaß. Straßburg, 17. Aug. Die französischen Offiziere elsässischer Abkunst, die zurzett ihren Urlaub bei ihren Ver­wandten im Elsaß verbringen, haben nach Mtt- teilung derFrff. Ztg." von der Krfisdirektton die Aufforderung erhalten, wegen der Manöver innerhalb 24 Stunden das Land zu verlassen.

Telegrammbriefe. Wie dieFrff. Zig." einer Berliner Korrespondenz entnimmt, plant daß Reichspostamt die Einführung sogenannterTele- gramm-Bfiefe", wie solche in Frankreich bestehen und insbesondere im geschäftlichen Postverkehr häufig benutzt werden. Die Telegramm Bfiese werden wie eine Depesche von den Aemtern aus­genommen und weiter befördefi, nur wird der Brief nicht, gleich einer Depesche, sofofi an die Adresse befördefi, sondern mit der ersten Post. Ein Telegramm-Bfief wird natürlich teurer zu stehen kommen als ein gewöhnlicher Bficft tone Kosten

gelangen mit der Nahrung in den Darm; dort wachsen sie zu geschlechtsreifen Tieren aus und vermehren sich; die ausgefchlüpften jungen Tier« durchbohren die Wandung des Darmes, meist den Dünndarm, und durchwandern den ganzen Körper, bis sie irgendwo im Muskelfleisch zur Ruhe kommen und sich einkapseln; allmählich wirb eine kalkhaltige Materie abgesondert, welche das Tier vollständig umschließt; es ent­steht die verkalkte Trichine, die nunmehr un­schädlich geworden ist. Solange aber dieser Zu­stand noch nicht eingetreten ist, erzeugt die Tri­chine im menschlichen Körper ernste Krankheits­erscheinungen; durch den Genuß von trichinösem Fleisch werde« Störungen hervorgerufen, di« sich in Appetitlosigkeit, Erbrechen, gedunsenem Anschwellen des Gesichtes, heftigen Glieder­schmerzen, Atembeschwerden und hohem Fieber äußern. Ist die Zahl der aufgenommenen Pa­rasiten eine große, so kann dieselbe sogar den Lod des Menschen herbeiführen.

Durch starkes Erhitzen des Fleisches, welcher wir als Nahrung aufnehmen werden auch die Parasiten, Finnen und Trichinen getötet und unschädlich gemacht.

Aber auch bei den festen Speisen, welche vorher durch viele Hände gegangen sind, ist au» den angeführten Gründen peinlichste Reinlich­keit bei der Zubereitung das erste Erfordernis. Da wir nie wissen können, wer alles z. B. die» Stück Rindfleisch oder diesen Kohlkopf schon in der Hand gehabt hat, so pflegen wir jede» Nahrungsmittel erst gründlich zu waschen. Obst schälen wir; von Kohl, Salat und ähnlichem ®e» müse werfen wir die äußersten, schmutzigste» Blätter fort, die übrigen befreien wir durch sorgfältigstes Spülen unter einem laufenden Wasserstrahl von Sand und oberflächlich anhaf-' tenben Verunreinigungen; von der Kartoffel wird unter Umständen mit der Bürste unter' Wasser der Sand usw. entfernt, ebe sie weitet' zubereitet wird. Aehnliche «oeckmäßige Bort«, j Teilungen erfahren auch die Fleischstü«. i

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