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Sonn- und

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beim Kaiserpaar Lunch statt.

Die kaiser-

wit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain?

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Benage

jährlich durch ....... . , .....

unfern Zeitungsstellen und der Expedition Markt 21,) 2 Mk.

Deutsches Reich.

Der Kaiser auf Wilhelmshöhe. Cassel, 13. Aug. Der Kaiser besuchte heute vormittag die Stadt Caffel und besichttgte unter anderem das neue Rathaus. Um 2 Uhr 42 Minuten trafen im Bahnhof Taffel der Fürst und Fürstin von Schwarzburg-Rudolstadt mit Gefolge ein. Die fürstlichen Herrschaften wurden am Bahn­hof vom Prinzen Oskar von Preußen begrüßt, und begaben sich im kaiserlichen Automobil nach Schloß Wilhelmshöhe. Um 3 Uhr fand

denden Vereinen die Ordensschwestern «nd vis Krankenhausverwattung unter Führung von Sanitätsrat Ohnacker, die Spitzen der Behörden unter Leitung von Geheimrat Kreisrat Fey- Friedberg und sämtliche hessischen Ordensritter, etwa 60 an der Zahl, mit dem Commenda» tor Grafen von Görtz-Schlitz an der Spitze sich zur Begrüßung eingefunden hatten. Man be­merkte unter ihnen den Fürsten von ysenburg- Büdingen, den Fürsten von Stolberg-Roßla, den Freiherrn von Riedesel zu Eisenach, den Frei- Herrn von Schenck zu Schweinsberg, den Regie­rungspräsidenten Grasen Bernstorfs von Caffel, den ehemaligen Theaterintendanten Freiherrn v. Gilsa, den General Freiherrn von Wallen- fels-Burg, den Landrat von Gröning-Gelnhau- sen u. a. Nachdem eine Kranke den Prinzen mit einem Gedicht begrüßt hatte und eine Amme in hessischer Tracht einen Blumenstrauß über­reicht hatte, begaben sich sämtliche Ritter im Zuge in die alte Comthureikirche, woselbst der Superintendent für Oberheffen, Petersen, die Andacht abhielt. Hierauf wurde hinter ver- schloffenen Türen das Ordenskapitel abgehalten, dem sich später eine Besichtigung des Kranken­hauses onschloß.

Abbruch von Kavallerie-Uebungen. Die llebungen der auf dem Truppenübungsplätze Zeithain und den umliegenden Ortschaften zu­sammengezogenen Kavalleriedivisionen sind auf Befehl des Königs von Sachsen abgebrochen worden, weil die Feldfrüchte auf dem zur Uebung heranzuziehenden privaten Gelände zum großen Teil noch nicht abgeerntet werden konnten und deshalb zu hohe Kosten entstehen würden. Mehrere Kavallerieregimenter rücken deshalb in den nächsten Tagen nach ihren Garni- sonen ab.

Eine Mahnung an die Milttarverein«. Das Präsidium des Kgl. Sachs. Militärvereins­bundes spricht sich in einem Rundschreiben gegen den Prunk bei Festlichkeiten aus und ersucht die Militärvereine dringend, ihre Feste nicht so kostspielig zu gestalten.Die Hauptsache liegt nicht," so heißt es in dem Appell,darin, wie viel der Verein GeV» ausgibt, wie viel es ge­kostet hat, sondern vielmehr darin, daß ein Fest würdig und so gefeiert wird, daß auch der arm« und ärmste Kamerad daran teilnehmen kann." Weiter wird auch das Streben nach einem ge- wiffen Nimbus der Vereine nach außen durch di« Ernennung hochstehender und vieler Ehrenmit­glieder getadelt und darauf hingewiesen, daß der Kvffhäuserbund Deutscher Landeskrieger- verbände beschloffen hat. innerhalb'der Landes­verbände regierende Fürsten und Prinzen nicht mebr zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Der Kaiser von Oesterreich lehnt in neuerer Zeit jede Ehrenmitgliedschaft in Vereinen ab. Auch sonst sollen die Militärvereine sparsamer mit der Verleihung ihrer höchsten Auszeichnung, der Ehrenmitaliedschaft. sein.

Kaiser Wilhelm-Kanal. Kiel, 13. Aug. Der Kaiser Wilhelm-Kanal, der seit dem Unfall des belgischen DampfersPallomares" in der Nacht vom 9. zum 10. August für die gesamte Schiffahrt gesperrt war. wurde heute mittag für Fahrzeuge bis 4y2 Meter Tiefgang wieder freigegeben.

Marburg

Sonntag 15. August 1909.

Die Insertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätSbuchdruckerei 1X1

Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Wir möchten auch nicht an einen Artikel der Tägl. Rundschau", der man gewiß keine ton» servativen Tendenzen nachsagen wird, vorüber- gehen, in dem das Blatt die Wirkung der neuen Steuergesetze und ihre Belastung des Massen- konsums untersucht:

Daß die Beibehaltung der Zucker- und Fahrkartensteuer keine Belastung bedeute, sei zweifellos: ebenso zweifellos sei es, daß di« 130 Millionen Mark, die durch de Talon-, Scheck-, Effekten-, Grundstücksumsatz- und Schaunrwein- steuern, sowie durch die Verdoppelung der Matrikularbeiträge aufgebracht werden sollen, den Massenverbrauch nicht treffen. Desgleichen laste die Elühkörpersteuer, die nur etwa den vierten Teil des bestehenden Petroleumzolls ausmache, nicht auf dem ärmeren Teile der Be­völkerung. Das Pfeifchen des armen Mannes werde für die Woche nur um 3 Pfg. verteuert; die 5 Pfennig-Zigarre trage ein« Mehrbe­lastung von höchstens % Pfennig; bei der bis­herigen 6 Pfennig-Zigarre mache diese Mehr­belastung nur y2 Pfennig, bei der 10 Pfennig- Zigarre noch nicht 1 Pfennig, bei der 15 Pfen­nig-Zigarre noch nicht iy2 Pfennig, bei der 20 Pfennig-Zigarre annähernd 2 Pfennige aus. Aehnlich liege die Sache bei dem Biere; die not­wendige Preissteigerung betrage noch nicht 2 Pfennige für das Liter; die Brauereien und die Gastwirte seien aber geneigt, den Preis um je 5 Pfennige, also um 10 Pfennige zu erhöhen. Die Eesamtbelastung des Kaffees, die bei uns jetzt 60 Mark für den Doppelzentner betrage, be­laufe sich in Frankreich auf 111, in Oesterreich auf 80 Mark. Der Preis des Doppelzentners Kaffee fei in Deutschland um 100 Mark niedri­ger als vor 18 Jahren, um 55 Mark niedriger als vor 12 Jahren; sollte die Zollerhöhung sich wirklich ganz im Preise ausdrücken, so werde dadurch der Preis einer Taffe des besten Kaffees nur um */s Pfennig erhöht, während man eine Erhöhung um 5 Pfennige, als um das 25fache, anstreb« und durchzuführen suche. Die Zünd- hölzchenfteuer werde, selbst wenn Handel und Industrie noch einen Aufschlag von 33% Proz. für nötig erachten sollten, nur eine wöchentliche Mehrleistung von vielleicht 1 Pfennig zur Folge haben u. s. f."

Der Abgeordnete Baffermann hat neu­lich von derSteuermacherei" der Mehrheit gesprochen Olnd gemeint, man solle ruhig abwar­ten, wie diese im Volke wirke. Bei seiner Kenntnis der Dinge ist nicht anzunehmen, daß er hierbei die neuen indiretten Steuern der Mehrheit zur Last legen wollte, das wäre doch die bewußte Unwah"beit. Uns gefallen auch manche von den an Stelle der Erbschaftssteuer angenommenen Erfsasteuern nicht, so der lästige Chek- und Quittungsstempel, aber daß di« Talonsteuer z. B. eine sozial ungerechte sei, wird man nicht behaupten können. Gar so schlecht erscheint doch auch manches nicht.

liche Familie machte heute nachmittag mit ihren fürstlichen Gästen einen Ausflug in Automobi­len nach Wilhelmstal und kehrte nach Besich- ttgung des Schlaffes Wilhelmstal nach Wil­helmshöhe zurück ^oo bei der Kaiserin der Tee genommen wurde. Um 7 Uhr verließen die fürstlich schwarzburg-rudolstädttschen Herrschaf­ten dasSchloß und begaben sich in vierspännigen vom Sattel aus gefahrenen Equipagen mit Spitzreitern, begleitet vom Prinzen Oskar, nach dem Bahnhofe Caffel. Die Abfahrt erfolgte um 7 Uhr 34 Minuten.

Der neue Kultusminister wb die Koedu­kation. Bei dem Kultusministerium war, wie eine Berliner Korrespondenz mitteilt, vor kur-' zem die ausnahmsweise Genehmigung der Zu- laffung eines Mädchen zu einer höheren Knaben' schule beantragt roorixn. Der neue Kultusmi­nister hat aber in llebereinstimmung mit der bisherigen Haltung des Ministeriums den An­trag asigelehnt.

Jubiläum der HeMchen Johanniter. Nie­derweisel b. Butzbach 13. Aug. Das Jubiläum der HeMchen Johanniterritter fand heute in dem mit Fahnen und Tannengrün prächtig geschmück­ten NiÄxrweisel statt. Der Herrenmeister des Ordens Prinz Eitel Friedrich von Preußen er­schien um 1 llhr mit dem Fürsten von Solms- Lich im Vierspänner vor dem Ordens-Kranken- hause, an dessen Portal hinter den Spalier btl-

Politische Umschau.

Spanien und Marokko.

Madrid, 13. Aug. Sämtliche Kriegsschiffe des spanischen Geschwaders erhielten den Befehl, nach Melilla abzugehen.

Ceuta, 13. Aug. Das KanonenbootGene­ral Concha" beschoß eine mit 20 Rifkabylen be­setzte Barke. Die Rifkabylen sprangen in das Wasser und retteten sich durch Schwimmen. Die Barke, die eine Ladung Pulver enthielt, fiel in die Hände der Spanier.

Paris, 13. Aug. Au» Penon wird vom 12. August gemeldet: Im Laufe des Tages eröffnete der Feind mehrmals das Feuer auf die Stadt. Bei Einbruch der Nacht rückte er bis an den nahen Strand vor. wo er ein lebhaftes Feuer eröffnete. Artillerie zwang den Feind, sich auf die Höhen zurückzuziehen, wo er ein Feuer an- zündete, um di« Stadt zu beleuchten und ein wirksames Eewehrfeuer zu ermöglichen. Um halb 12 Uhr wurden die Angriffe der Einge­borenen eingestellt. Spanischerseits find keine Verluste zu verzeichnen. Die Mauren verloren mehrere Tote und Sßenöunbcte.

Kreta.

Konstantinopel, 13. Aug. Entgegen den gestrigen Dispofittonen wird die neue türkische Note bereits heute mittag in Athen überreicht werden. Den Hauptgegenstand der Note bildet das Verlangen, daß di« angeblich aus den Listen des griechischen Heeres gestrichenen Offi­ziere aus Kreta zurückgezogen werden. Die Note verlangt ferner die büiünge Versicherung, daß die griechischen Konsul« innerhald der Grenzen des ottomanischen Reiches sich künftig nicht mehr an der großgriechischen Propaganda beteiligen werden. Die Antwort der griechischen Regie­rung wird in kürzester Frist erwartet.

Die türkische Flotte ist in Karpathos, vierzig Meilen von Kreta, eingetroffen.

In der gestrigen Unterredung mit dem Mi­nister des Aeußeren erhob der griechische Ge­sandte Vorstellungen wegen des Boykott« grie­

Ausland.

* Schweden. Stockholm. 13. Aug.Stock' Holms Dagblad" hebt in einem Leitartikel her­vor, daß die Abstimmung unter den Eisenbahn­angestellten über einen eventuellen Anschluß an den Generalstreik, die Samstag beendet sein soll, ausschließlich innerhalb des schwedischen Eisenbahnangestelltenverbandes stattfindet, der kaum die Hälfte der schwedischen Eisen^ahnan- gestellten umfaßt. Ihre Gesamtzahl beträgt 50 000 Mann, der Streik würde sich nur auf zirka 20 000 Mann erstrecken. Vis zum heutigen 9. Streiktage ist die Ruhe nirgends ge' stört. Eisenbahnen, Post, Telegraph, Gas, das Elektrizitätswerk, die Wasserleitung und di« Straßenreinigung fungieren ausgezeichnet. Ge­gen 800 städtische Arbeiter Stockholms arbeiten, 1700 befinden sich noch im Ausstande. Da die Leichenwagenkutscher ausständig sind, werden sie durch Mitglieder der Bürgerwehr ersetzt. In den großen Betrieben der Provinz, so in mehre­ren der größten Eisenwerke, Gruben und Säge­mühlen, ist die Arbeit wieder ausgenommen; andere Werke find von der Bewegung überhaupt nicht berührt worden. Der Typographenstreik ist nicht wirksam. In Stockholm wie auch in der Provinz erscheinen die Zeitungen. Die Landwirtschaft ist von dem Streik völlig unbe­rührt geblieben. Der Streik wird von keiner bürgerlichen Zeitung, von den konservattven bi» zu den radikalen, gebilligt; alle protestieren gegen die Versuche, der sozialdemokratischen Presse während der Streikdauer ein Monopol zu geben. Die Ordnung bei den Arbeitern ist mustergültig.

** England. London, 13. Aug. Wie da» Reuterfche Bureau erfährt, hat der Prinz we'

Genug der Verhetzung.

Es hat sich in der Presse der Linken die Ee- fflogenheit herausgebildet, für alle neuen 'Steuern die jetzige Reichstagsmehrheit verant­wortlich zu machen. Sie verschweigt, daß es not« ^wendig war, 500 Millionen neuer Steuern zu --ifchaffen und daß auch die Linke 400 Millionen an indirekten Steuern zu bewilligen bereit «var. Kein Wort mehr davon, daß auch die libe­ralen Parteien in der Kommission den Steuern lauf Branntwein, Bier und Tabak zugestimmmt, ja, daß sie dafür durchweg höhere Steuersätze »orgeschlagen haben, als wie sie jetzt Gesetz ge­worden sind, daß die Steuern auf Kaffee und Tee in Grunde einer liberalen An­regung ihr Entstehen verdanken. Die Kon- fervativen und das Zentrum sind nun einmal schuld daran, daß Zigarren, Bier und Brannt­wein teurer geworden sind. Kein Wort hört oder liest man davon, daß durch die Beschlüsse des Reichstages eine von liberaler Seite bean­tragte Mehrbelastung dieser Genußmittel .in Höhe von 75 Millionen verhindert worden ist, daß, wäre es nach den Liberalen gegangen, der kleine Mann jetzt seine Zigarren, sein Bier und seinen Branntwein viel teurer bezahlen.müßte, als es gegenwärtig tatsächlich der Fall ist, wo das große Glas Bier und auch die unteren, und mittleren Zigarrensorten nur einen Pfennig in Wirklichkeit teurer geworden sind. In Wirk­lichkeit! Daß die Aktien der Brauereien und Zündholzfabriken, ja selbst die angeblich so stark geschädigte Börse seit dem Zustandekommen der Reichsfinanzreform durchweg eine feste und steigende Tendenz haben, auch das verschweigt die liberale Presse ihren Lesern vollständig.

Es ist einfach eine Entstellung, wenn man jetzt vielfach so tut, als ob die Erbschaftssteuer von 50 Millionen (!!) alle indirekten Steuern überflüssig gemacht hätte. Solchen Unsinn kann man nur völlig Urteilslosen beibringen wollen. Die Annahme der Erbschaftssteuer wäre viel­leicht auch insofern gut gewesen als man dann nicht so einstimmig die Annahme der Kon­sumsteuern überhaupt einer Partei in die Schuhe schieben würde. Die Erbschastsst«uer ist doch in der Form der Nachlaßsteuer auch von den Nationalliberalen abgelehnt worden, und wenn wir auch ihre schließliche Annahme in der milden Form befürwortet haben, sie hätte doch niemals große Opfer an indirekten Steuern überflüssig gemacht. Eine Neuordnung und Ge­sundung der Finanzen des Reiches war für uns wegen der Weiterentwicklung im Innern und wegen unseres Ansehens nach Außen die not­wendigste Sache von der Welt, es war ein eines großen Staates unwürdiger Zustand, fortwkih- rend Ausgaben zu machen, ohne für Deckung zu sorgen, unter den ungünstigen Finanzverhält­nissen mußten bei einem wirtschaftlich und wissenschaftlich sich rüstig fortentwickelnden Volke die kulturellen Aufgaben, die notwendigen Aus­gaben für des Reiches Wohlfahtt, für Heer und Flotte leiden. Auf alles das einmal wieder hinzuweisen, erscheint bei der jetzigen beliebten Parteihetze nicht überflüssig. Wer den Vorteil von diesem Parieifanatismus hat, braucht man nicht erst zu fragen. Die Wahl in Neustadt, wo ein altes nationalliberales Man- "~lat den Sozialdemokraten in die Hande fiel, sagt genug. Gewiß, man braucht nicht mit allem einverstanden zu sein, was der Reichstag in der Finanzreform geleistet hat, man sollt« aber dennoch einmal ftagen: Was nützt die nachträgliche Polemik?

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung", die gleichfalls zur Ruhe mahnt, schreibt sehr richtig:

Man könne diese Erörterungen, die eine natürliche Nachwirkung der überstandenen Kam­pagne sind, nützlich finden, wenn sie darauf hin­ausgingen, sachliche Gegensätze aufzuklären. Da­von ist aber leider nicht viel zu merken. An die Stelle solcher Aufklärungsarbeit tritt eine rückwärts gerichtete Parteipolemik, die an der Vergangenheit nichts ändert und für die zu künftige Entwicklung nicht nur unfruchtbar, son­dern auch gefährlich ist. Es liegt in der Natur der Dinge, daß bei der häufigen Rückkehr zu denselben Streiffragen schließlich sich die Erör- tungen verschärfen und verbittern, daß alle Parteien nur um so schroffer auf ihrem Stand­punkte verharren und in der Abwehr gegneri­scher Ansichten sich von Uebertreibungen nicht im­mer freihalten. Das Ergebnis kann eine Ver­wirrung des falschen Urteils über die Steuer­gesetze und eine wachsende Verärgerung unter den bürgerlichen Parteien sein. Den Vorteil davon wird nach sattsamen Erfahrungen ledig­lich die Sozialdemokratie haben. 9Bit_ be­gnügen uns mit diesem Hinweis und möchten unsererseits nicht dazu beitragen, daß derKampf in der bürgerlichen Presse noch weiter an Aus­dehnung gewinnt." .

chischer Schiffe. Er protesffert« gegen eine Be­leidigung des Königs der Hellenen durch die türkische Bevölkerung in Adalia, die das in griechischen Läden ausgestellte Bild des Königs beschimpfte und zerriß. Der Minister des Aeußeren sagte eine Untersuchung in der Ange­legenheit zu.

Salonik, 13. Aug. Die Verhandlungen, die in Ipek und Djakova abgehalten wurden, n<ch- men erregt Stellung zur Kreta-Frage. Die be­schlossene Resolutton fordert die Regierung auf, geaen Athen vorzugehen, in welchem Falle Ipek und Djakova bereit seien, 40 000 Mann bereit zu stellen. Auf Befehl des Großwesirs wurde die Militärbefreiungssteuer für Nichttnuhamedaner aufaeboben. >

Salonik, 13. Aug. Hier sind alle Maßnah­men getroffen, um einen Boykott gegen grie­chische Waren von morgen ab in Kraft treten zu lassen, obgleich ein Befehl des Ministeriums vorlieqt. daß die Behörden den Boykott verhin­dern sollen.

* Der Borwärts und der Eeneralstreik in Schweden.

DerVorwärts" wird nicht müde, die Soli­darität der internationalen Arbeiterschaft mit dem schwedischen Generalstreik zu predigen. Er betont, daß der Sieg der schwedischen Arbeiter den Sieg der internationalen Arbeiterschaft, ihre Niederlage deren Niederlage bedeute, und fordert zugleich auf, die schwedischen Arbeiter möglichst reichlich durch Eeldzuwendungen in ihrem Kampfe zu unterstützen. Er ist auch in der Lage, wiederholt den Effolg der Auffor­derung zu registrieren. Aus dem Vorgehen des sozialdemokratischen Parteiorganes wird man schließen dürfen, daß den schwedischen Arbeitern die Mittel zur Durchführung des wirtschaftlichen Kampfes knapp werden, unb daß dessen Durch­führung wesentlich von der Füllung ihrer Kriegskaffe durch die auswärtigen sozialdemo­kratisch beeinflußten Arbeiter abhängt. Manche Anzeichen deuten sogar darauf hin, daß schon jetzt die Fortführung des allgemeinen Ausstan­des nur mit Hilfe der Geldsendungen von aus­wärts sich ermöglichen läßt. Es ist klar, daß, was für die auf den Klaffenkampf einqe- schworene Arbeiterschaft in Bezug auf die Jn- tereffengemeinschaft mit den schwedischen Strei­kenden gilt, auch Platz greift für die Gesamtheit der Arbeitgeber. Voraussichtlich haben die schwedischen Arbeitgeber den Kampf nicht aus­genommen, ohne sich vorher mit den erforder­lichen Kampfesmitteln ausgerüstet zu haben. Sie werden daher auch bei Verlängerung des Ausstandes den Kampf bis zum erfolgreichen Ende durchführen können und einer materiellen Beihilfe seitens der auswärtigen Arbeitgeber­organisationen nicht bedürfen. Andernfalls un' terliegt es keinem Zweifel, daß. wenn Not an Mann käme, die schwedischen Arbeitgeber auch auf die tätige Unterstützung der übrigen Arbeit­geberorganisationen zu rechnen haben würden.

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