r
U. Jahrg,!
M 185
137
s
ulen*
von
66
fortan
gra«
feinem französischen Verbündeten englischen Ententekollegen nichts Kann daher auch nicht weiter Wenn weder die englische Presse
und zu seinem geändert. ES Wundernehmen, noch die fran-
der zu sein
te«, bei« dien* ?<rck-
. und ner ■ frei.
ler
:ee Fetteiche Obst Stoffe rpef» ebe« :igur. ickea
(276: tucus Sagt, Bal-' imeL
von iirfen ftcnä
'428
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: .Illach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Beilage
1. Es wird anerkannt, daß grundsätzlich wirtschaftlich beste Weg im Güterverkehr wählen ist, der nicht immer der kürzeste kann.
2. Man ist einig darin, daß Umwege
„Aber, um -ei der einmal angeregten Sache D» bleiben, was ist mit Ulli und Werner?" > *3«> Max, ist es denn Dir nicht selbst auf«
Umschau im Auslande.
Die Besuche des russischen Zaren beim französischen Präsidenten F a l l i d r e s in Cher» bourg und bei König Eduard in Cowes haben ihren programmäßigen Verlauf genommen und en dem Stande der Beziehungen Rußlands zu
mehr als 20 Prozent im Wechselverkehr der deutschen Bahnen als unwirtschaftlich in dem Verhältnis der deutschen Bahnen zu einander nicht entsprechend ohne Entschädigung alsbald zu beseitigen sind.
3. Wie unter Beachtung der Grundsätze zu 1 und 2 der Verkehr zusammenzufasien oder über die wirtschaftlich vorteilhaftesten Linien zu führen ist, wird unter den Verwaltungen unter
zösischen Zeitungen dieses doch unzweifelhaft wichtige politische Ereignis ziemlich kühl und nebensächlich behandeln. Bei unseren englischen Lettern sieht aber doch zwischen den Zeilen der Wunsch hervor, englisches Kapital im weiten, noch nnerschlossenen Zarenreiche anzulegen, und zu den französischen Kapitalien werden jetzt auch noch die englischen Gelder nach Osten wandern, ein Ergebnis, mit dem vor allem die Russen zufrieden sein können. In seiner geschickten Art hat König Eduard auch nicht unterlassen, vor dem jungen russischen Parlament seine Reverenz zu machen, um so nach außen und auch nach innen hin seine Sl)mpathie für das konstituttonelle System und den . konstitutionellen Zaren Ausdruck zu geben. Trotzdem erhebt die bange Frage, zu welchem Ende die Zusammenkunft des Zaren mit Kaiser Wilhelm in Kiel führen werde, und man betrachtet es als eine unerwünschte Beeinträchtigung, daß die Zarenfahrt durch einen Besuch des Deutschen Kaisers eingeleitet wurde und mit dieser Zusammenkunft abschließt. Wir dagegen wollen es als ein glückliches Zeichen ansehen und dahin deuten, daß Man in Petersburg wieder erkannt hat: der Angelpunkt russischer Polittk liegt in der Auftcchterhal- iung eines guten fteundnachbarltchen Verhält- niffes mit dem Deutschen Reiche.
Während so in den großen europäischen Weltmächten starke Kräfte tätig sind, den Frieden nach innen und nach außen aufrecht zu erhalten, sieht es in vielen mittleren Staaten bös aus. Vor allem steht das unglückliche Spanien noch immer im Zeichen der Revolutton, die, wie dort stets, in der am meisten industrialisierten spanischen Provinz Katalonien und in ihrer Hauptstadt Barcelona ihren Sitz hat. Die Erbitterung der verarmten Bevölkerung des von NaMr so reick aus gestatteten Landes gegen die Machthaber im Lande ist eine tiefe und heftige, daß die Erhebungen zwar mit Gewalt niedergekämpft werden können — aber eine dauernde Beruhigung des Landes nur durch eine Reform an Haupt und Gliedern erreicht werden wird. Vorläufig wütet das Standgericht und die Nonnenverbrenner und Bombenwerfer werden zusammen mit vielen Unschuldigen füsiliert. Die Schrecken der Pariser Kommune und ihrer Unterdrückung erleben eine neue gräßliche Auflage. Indessen geht der Kampf gegen die Mauren im mörderischen Klima des nördlichen Afrika weiter und alle Anzeichen lassen darauf schließen, daß man in Madrid mit einer langen Dauer des Feldzuges und einer Winter
kampagne rechnet. Sultan Mulah Hafid aber nimmt die Interessen seiner Landsleute entschieden wahr und weigert sich energisch, den Spaniern Kriegskostenentschädigung zuzusagen, da ste den Kampf mutwillig heraufbeschworen hätten.
Eine gleich energische Sprache führen die Türken gegen Griechenland und drohen mit Krieg, falls die Kretafrage nicht in ihrem Sinne ftiedlich und schiedlich beigelegt werde. Die neue griechische Regierung unter R h a l l i s ist eiftigst bemüht, den türkischen Wünschen gerecht zu werden, aber die Kreter selbst stte- ben mehr und mehr nach der Beseittgung auch der nur noch formellen Oberhoheit des Halbmonds über ihre schöne Insel. Die Lage ist z. Z. sehr gespannt.
Doch nicht allein in dem fast stets polittschen unruhigen Süden Europas hallt es von inneren und äußeren Kämpfen wider, auch aus dem hohen skandinavischen Norden kommen ernste Äosschaften. Als vor wenig Jahren die staatsrechtliche Trennung Norwegens von Schweden sich ohne Schwertstreich vollzog, bewunderten die Friedensfteunde diese Art der völkerrechtlichen Auseinandersetzung, während andere Leute sie als ein Zeichen seniler völkerischer Tendenz ansahen. Heute hat Schweden eine neue starke Belastung seines öffentlichen Lebens zu ertragen — der Generalstreik ist durchgeführt. Wie man erfährt, zum großen Teil mit deutscher Stteikbeihilfe. Nutzen wird er den Arbeitern weder jetzt, noch für die Zukunft. Aber die junge schwedische Industrie, die noch in den Kinderschuhen steckt, hat bereits einen starken Rückschlag erlitten, von dem sie sich lange nicht erholen wird. Und die Kosten dieses Rückschlages werden vor allem die schwedischen Arbeiter zunächst zu tragen haben.
Der Zar nochmals Gast des Kaisers.
Kiel, 7. Aug. Der Kaiser verließ um drei Uhr nachmittags die „Hohernzollern" und begab sich in einer Pinasse nach Holtenau. In der Schleuse lag der „Sleipner", an dessen Bord der Kaiser ging und im Kanal dem russischen Geschwader entgegenfuhr. Der Kaiser ist begleitet vom Komandanten des kaiserlichen Hauptquartiers Plessen, dem Chef des Marinekabinetts, Vizeadmiral Müller und dem russischen General ä la suite Tatischtschew.
Rendsburg, 7. Aug. Der Kaiser traf an Bord des Sleipner" um 51/? Uhr nachmittags auf dem Andorfer See ein, um hier die Ankunft der von Brunsbüttel kommenden russischen Kaiserfacht „Standard" zu erwarten. Um 6 Uhr traf die „Standard" hier ein, dem die Jacht „Polarstern" und zwei russische Torpedoboots- zerstörer folgten. Der deutsche Kaiser, der russische Generalsuniform trug, begab sich sogleich, nach dem Jacht gestoppt hatte, an Bord derselben. Er wurde vom russischen Kaiser und seiner Familie herzlich begrüßt, während die Mannschaften ein dreifaches Hurra ausbrachten und die Musik die deutsche Nationalhymne spielte.
Im Eroßtopp wurden gleichzeitig die russische und deutsche Kaiserstandarle nebeneinander gehißt. Die Schiffe gingen dann nach Kiel weiter.
Kiel, 7. Aug. Die Kaiserjacht „Standard" mit den Begleitschiffen ist um 9 Uhr abends in die Holtenauer Schleuse eingelaufen. Die russischen Schiffe bleiben heute nacht im Kieler Hafen.
Kiel, 7. Aug. Der Kaiser begleitete den russischen Kaiser auf dem „Standard" in die Kieler Bucht. Die Begegnung des Monarchen trug einen durchaus privaten Charakter. Der Kaiser kehrte nach 10 Uhr abends an Bord der „Hohenzollern" zurück.
Kiel, 7. Aug. Der Kaiser ist heute abend 11 Uhr nach Berlin abgereist. Die Prinzen Heinrich und Adalbert geleiteten den Kaiser zur Dahn.
Kiel, 8. Aug. Die Schiffe des russischen Kaisergeschwaders, die nachts Kohlen übernommen haben sind heute früh 6% Uhr in See gegangen. Sitte deutsche Torpedoboot-Division begleitete das Geschwader.
Kiel, 8. Aug. Das russische Kaiserpaar wurde auf der Fahrt durch den Kaiser Wilhelm- Kanal begleitet von dem Eroßherzog und der Großherzogin von Hessen, der Prinzessin Heinrich von Preußen mit ihren Söhnen und der Prinzessin Luise von Battenberg. Bei Holtenau kam auch Prinz Heinrich an Bord. Die ruf« siscke Kaiserfacht wurde auf der ganzen Kanal, facht von den Einwohnern der anliegenden Ortschaften mit freundlichen Kundgebungen begrüßt. Das russische Geschwader hat bei Holtenau geankert.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser und das OffiziergenesungShei« im Taunus. Von Mainz aus beabsichtigt bei Kaiser dem neuen Offizierheim in Falkenstein imj Taunus einen Besuch abzustatten. Der Schieb, wurde im Juni d. I. eröffnet und soll das ganze Jahr hindurch aufrecht gehalten werden. Zur Aufnahme in dem Offizierheim, das borläufig • 52 Betten zählt, gelangen Rekonvaleszenten, Ofst-i ziere und Sanitätsoffiziere, die allein für ihre Verpflegung die SelLstkosten der Anstalt zu erstatten haben.
Marburg
Dienstag, 10. August 1909.
XtW-
rr
rbC- elbst- ärf#
gen- )<m- aten ui« tfe» gcm genüget «te, i ob.
5646
M.
Die JnsertionSgebühr beträgt für di« 7gefpaltene Zelle oder deren Raum -16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwersttätsbuchdruckeret Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
lal Pst- lo* die betet tig u. rie “’j
hat Werner bei Ulli gesehen — und er ermuntert dieselbe, er kommt ihr entgegen und wirbt um sie, dann übernimmt er heilige Verpflichtungen und darf nicht int Moment, wo irgend eine andere ihm besser gefällt und seine Sinne ent«, flammt, diese Verpflichtungen beiseite schieben und von den Rechten seines Herzens sprechen, wenigstens nicht, wenn er ein Ehrenmann und Charakter ist. So, das ist meine Ansicht von solchen Dingen, und wenn ich Du wäre, dann sagte ich ihm die!" —
„Und Du hast mit ihr recht, Rita! Verzeihe wenn ich vorhin anders sprach! Aber, Du mußt es selbst einsehen, ohne Ullis Einwilligung habe ich kein Recht, Heinrich solche Vorhaltungen zu machen. Sie hat nie mit einem Wort verraten, daß sie den Doktor liebt und sich der Hoffnung hingibt, von ihm wieder geliebt zu werden. Ich weiß nicht, ob ich in ihrem Sinn handle."
„Herr des Himmels laust man denn mit feinen Gefühlen bei allen Verwandten herum und präsentiert sie ihnen auf dem Teebrett? Du weißt doch auch ohne ausgesprochene Bestätigung, wie Du mit ihr daran bist!" -
„Vielleicht — aber glaubst Du, daß es tu Ullis Sinn wäre, wenn ich Werner gut Rechen- schäft zöge und ihn mit dem Hinweis auf seine Verpflichtungen zu ihr zurückzwänge — gegeu sein Herz zurückzwänge?" - •
„Ich könnte diesen scheinheiligen Dottor gete' reißen? Wie soll man denn Ulli sonst helfen?, j Kann Deine Mama die Sache nicht in die • Hand nehmen?" z
„Ich glaube kaum, daß das Mamas Neigt,» gen entspricht, und schließlich wäre das dieselbe Geschichte, als wenn ich dar täte.-
Worten- foW 1
gefallen, wie seltsam der Dotttor sich benimmt? Fast nie läßt er sich mehr bei Euch sehen! Beim letzten Fest hat er mit Ulli kaum zehn Worte gesprochen, nur Augen und Sinne gehabt für die Person, diese Linden —“
„Aber, Rita, bist Du ganz gerecht? Ich war doch auch zugegen unb habe außer dem Wettstreit mit dem Liede nichts von Zusammengehörigkeit zwischen den beiden bemerkt. Schießt Du in Deiner Abneigung gegen Nora nicht etwas über das Ziel hinaus?"
„Nicht wahr, nun bin ich auch noch eifersüchtig? Aber Du wirst Augen machen, wenn ich Dir erzähle, was ich weiß. O, man hat seine Quellen! Weißt Du, wo Dein sauberer Freund, der um Ulli so offenkundig warb, daß man sie schon fast als seine Braut betrachten konnte, jetzt jeden seiner Abende zubringt? Bei der tugend- samen, unantastbaren Dame Nora; und Ulli kann sich dabei mit ihrem armen, zerbrochenen Herzen abfinden!"
„Das ist nicht möglich, Rita? Sie kannte» sich ja bis dahin gar nicht —"
„Was ist bei einer solchen Person nicht möglich? Die wirft ihre Netze aus und dann hat sie den Gimpel! Adieu, Grundsätze und Ehre —"
„Halt, Rita, Du beleidigst sowohl Nora wie Heinrich? Nora ist keine Person —"
„So was ist sie denn? Etwa eine Sache? Und soll ich ihr vielleicht noch Liebesnamen und Ehrentitel geben, wenn sie meiner besten Freundin und Schwägerin den Bräutigam von der Nase wegschnappt?"
„Das ist eben undenkbar! Heinrich ist ein Ehrenmann, ein Charakter, der nicht von heute bis morgen seine Gefühle wechselt!"
„Nach dieser Seite hin scheint sein Gewissen aber doch recht elastisch zu fein, denn zwei tat«
Politische Umschau.
Die preußische Eisenbahnverwaltung und die süddeutschen Staaten.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" wendet sich in einem Artikel gegen die in süddeutschen Blättern erhobenen Angriffe gegen die preußische Eisenbahnverwaltung, die dahin gingen, daß sie ihre Uebermacht dazu benutze, den kleineren Verwaltungen den Verkehr abzunehmen. Sie sagt: „Die Leidenschaftlichkeit der grundlosen Angriffe läßt sich nur aus Unkenntnis der tatsächlichen Vorgänge erklären. Denn gerade Preußen hat mit den Staatseisenbahnverwaltungen von Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden in den Jahren 1904 und 1905 Vereinbarungen auf Grund folgender Leitsätze getroffen:
fachen stehen fest, daß er sich um Ulli gar nicht mehr kümmert, und daß et Nora jeden Abend besucht. Nun, bitte, suche Dir daraus den Charakter und Ehrenmann zusammen!"
Max fand darauf keine Antwort. Ihm stand wirklich der Verstand still, und alle seine Gedanken sträubten sich gegen die Annahme, daß Ritas Forschungen echt fein könnten. —
„Du mußt mit ihm sprechen, Max! Du, als Ullis Bruder und sein Freund, kannst die Dinge nicht mehr so weiter gehen lassen!"
„Ja, was denkst Du, Rita, was ich dabei tun soll? Entweder beruht alles, was Du an« gibst, auf einem Irrtum, der sich von selbst wieder klären wird, oder es ist Wahrheit und Werners Herz hat sich von der einen ab- und der anderen zugewandt! Hat vielleicht der ein-.n nie gehört, sondern hat sich nur dem sanften Reiz, dem Wohlbehagen, das von Ulli unleugbar ausströmt, gedankenlos hingegeben und flammt nun in plötzlicher Glut für Nora auf. Kann meine Aussprache mit Werner bann etwas daran ändern? Das Herz des Menschen ist ein seltsam Ding, es läßt sich nicht zwingen!"
„Max, sprich nicht weiter! Ich kann es nicht hören. Wenn ich nicht die Ueberzeugung hätte,, daß Du im Moment aus Rücksicht für den Dottor gegen Dein eigenes Empfinden sprichst, so möchte ich Blutige Tränen meinen. Ich bin gewiß dafür, dem Herzen die ersten und höchsten Rechte einzuräumen, aber es gibt doch gewisse Gesetze der Ehre und Moral, denen auch sie sich fügen müssen. Wenn einem Manne ein Mädchenherz zufliegt, ohne daß er darum warb, gut, dann legt ihm das keine Verpflichtungen auf; dann sage auch ich, das Herz läßt sich nicht zwingen. Wenn ein Mann aber sieht, wie sich ihm eine tiefe, ernste Liebe zuneigt — und das
(Nachdruck verboten.)
Gin Sommerlranm.
Roman von K. van Bee,et.
billiger Berücksichtigung der Interesse« betz; Einzelverwaltungen vereinbart. i
Die „Norddeutsche Allg. Ztg." führt bm i als Beleg für den bundesfreundlichen Ton bet l damaligen schwierigen Verhandlungen besonder* i bezeichnende Einzelheiten, namentlich die tm ■ Sinne der obigen Leitsätze gehaltenen Au— ! führungen des preußischen Eisenbahnministers an, der dabei auf die hereits in der Budget» . kommission des Reichstages abgegebenen Er- ' Körungen sich bezog. Sie hebt hervor, es sei namens aller vertretenen Staatsoahnen feftge» J stellt und anerkannt worden, daß Beschwerde« über Wettbewerbungsrnaßregeln gegen Preußen nicht erhoben werden könnten. j
Die Zukunft bet Ostmarkenpolittk.
Es ist in den letzten Wochen oft die Jlebe gewesen von der zukünftigen Gestaltung der Oll- markenpolittk. Ueberraschen kann das nicht.1 wie die „Ostdeutsche Korrespondenz" schreibt, bei der Bedeutung, die der Fortführung einer zielbewußten Politik zum Schutze des ostmärkische« Deutschtums für die Entwicklung Preußens unb des Deutschen Reiches innewohnt. Man wird es deshalb sicherlich in den weitesten deutschen■ Kreisen beifällig begrüßen, daß ein Zusammengehen der deutschen Parteien im Osten auch für die Zukunft in dem bisherigen Umfange gesichert ist. Wir haben in dieser Hinsicht von verschiedenen Seiten beruhigende Zusicherungen erhalten und wir sind ausrichttg erfreut, daß keinerlei Besorgnisse zu hegen sind. Di« Er« kenntnis, wie die ostmärkischen Deutschen nur in gemeinsamer Arbeit die Grundlage jeder deutschen politischen Betätigung, die Geltung und Vorherrschaft ihres Volkstums, gegen den Ansturm der Polen zu erhalten vermögen, ist s» tief in den deutschen Kreisen verbreitet, daß sie nach Bismarcks Wunsch jetzt die oberste Richtschnur für das politische Denken und Handel« der ostmärkischen Deutschen bildet. Das ist et« durchaus nicht zu unterschätzender Erfolg der bisherigen Ostmarkenpolitik seit Miguel. Uns ist es ein Bedürfnis, bei dieser Gelegenheit vor der Oeffentlichkeit festzustellen, daß auch die Arbeit der Leiter unserer provinziellen Regierungsstellen einen wesentlichen Anteil an dieser Entwickelung hat. Selbst die Parteipolitiker dürfen mit uns darin Übereinstimmen, daß es für die Zukunft der Ostmark von grundlegender Bedeutung ist, wenn hier bas Deutschtum unter allen Umständen sein Eemeinbürgschaftsgefühl zu wahren weiß.
Die „Gderhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel« jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mi. (ohne Bestellgeld), bei unfern ZeitungSstellen und der Expeditton (Markt 21,) 2 Mk.
(Fortsetzung.)
„Alle Wetter, dann rangiere mich ruhig unter die Maulwürfe? Von allem habe ich noch nichts bemertt, unb ehrlich gesagt, sehe ich auch keinen Grund dazu."
„O, ihr Männer, ihr Männer? Der Himmel schuf Euch wirklich im Zorn, und Eure sogenannte Klugheit ist im prattischen Leben auch nicht einen roten Heller wert! Sieht dieser Mensch nicht, wie die eigene Schwester langsam zugrunde geht! Max, Du Ungeheuer, hast Du de. gar kein Herz?"
„Nein, ich habe dieses unnütze Möbel bei Hochdero Weisheit in Verwaltung gegeben."
»Aber im Ernst, Rita, was meinst Du? Ist mit Werner nicht alles in Ordnung? Mir ist es ja auch schon manchmal nicht mehr ganz richtig vorgekommen. Aber Du unb ich bas war jetzt immer bie Welt, über die hinaus ich kaum gedacht habe. Kannst Du mir deshalb böse sein, kleiner, lieber Schatz?"
Rita schmiegte sich zärtlich an Max, unb ihr Blick sprach nichts von Bösesein. „Siehst Du, Max, bas ist wohl der Unterschied zwischen männlichem unb weiblichem Empfinden. Ihr, wenn Ihr glücklich seid, habt damit genug; wir möchten dann mit doppeltem Eifer auch um uns herum alles glücklich sehen und machen."
„Ja, hoÜe Philosophin, Du magst wohl sechs haben, ihr seid eben immer besser rote Wir!“