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Marburg
Sonntaq, 8. August 1909.
Die „Gbrrhrsstfchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der
-• f- ~ |e. — Der Bez u g s preis beträgt viertel»
. . , io ft bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei
unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk
mit dem Kreisblatt für dre Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: .Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschastliche Benage -
Die InsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, UniversitStSbuchdruckerei x>l!yrg< Inhaber Dr. C. Hrtzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55
Zweites Blatt
Juli Juni
April fluli
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Deutsches Reich
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Mnterweizen .
Sommerweizen . . Winteerspelz fauch Bei'-iichung von gen oder Weizen) Winterroggen . . Sommerroggen . Sommergerste . Hafer.....
Namentlich gilt dies von den Seefischen, die so» gleich nach dem Fange ausgeweidet und zum Ver» sand gebracht werden. Das sicherste Erkennungszeichen dafür, wie weit der tote Fisch zu den frischen zu zählen ist, wird stets sein Auge sein. Je mehr^ es getrübt erscheint, desto minderwertiger und älter ist der Fisch. Von besonderem Werte ist es, die Fische nach ihrem Ursprung beurteilen zu können; hierbei spricht der Geldbeutel mit. So unterscheiden sich Fische ein und derselben Art nicht nur im Geschmack, im Aussehen, sondern auch am Preise.
Ein Beispiel gibt der Lachs. Aus dem Rhein- gcbiet stellt sich der Wert des Lachses weit höher, als aus der Ostsee. Aehnlich erhält es sich mit den Karpfen, von denen der böhmische am höchsten, der galizische am niedrigsten bezahlt wird. Ebenso minderwertig wie der galizische Karpfen ist der galizische Krebs. Er unterscheidet sich von dem Edelkrebs durch seine graugelbe Färbung, er hat ferner auffällig langgestreckte magere Scheren und rauhe, oft stachelige Schalen. Es dürste tat» fmn sein. Lachse nicht während der Laichzeit, und zivar in den Monaten Oktober und November, zu kaufen. Für den Aal, den Karpfen, die Seemnge, den Stint, die Steinbutte und die Rotzunge kommt die Laichzeit nicht in Betracht, weil sie wäbrend dieser Zeit überhaupt nicht gefangen werden.
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Der Fisch im täglichen Haushalt.
Der Fisch ist eine Zierde jeden Tisches, vor- «usgesetzt, daß er gut zubereitet und frisch ist. Diese Eigenschaft wiffen alle zu würdigen, die ihr Heim an den Ufern eines fischreichen Flusses oder Sees haben und ihn aus seinem Lebenselement »ehmen können. Das Geheimnis einer guten Fischmahlzeit liegt einzig und allein im Verständnis des Einkaufes und der Zubereitung. Bei richtiger Behandlung ist selbst ein minder frischer Irisch schmackhast zu machen, wogegen bei mangelhafter Kochart der beste und frischeste kaum genießbar ist. Es muß in erster Linie darauf Bedacht genommen werden, daß der Nährwert und die Kraft bc5 Fisch stoisches nicht vermindert, sondern erhalten bleibt. Was von der Fleisch- briihe gilt, trifft auch oüs den Fisch zu. Es wird mithin der Fisch, der in einer Sauce servie t werde« soll, so gekocht werden muffen, daß bet Gehalt aus dem Fisch in die Sauce und der Gehalt der Sauce auf den Tisch übergeht. Wie das Kochen überhaupt eine Kunst ist, so läßt sich dies mit Bezug auf die Zubereitung des Fisches in erhöhtem Maße sagen. Man hört bditfig über den faden Geschmack des Fi'chfleisches klagen. Dem läßt sich leicht abhelsen, wenn man bet» spielsweise nach Art der Mittelmeerländer die Fische mit Knoblauch, Tomaten, Maggiwürze oder Pilzen und mit verschiedenen Pfefferarten dämpft. Ein papriziertes Fischgulasch ist nicht zu zu verachten. In nicht wenigen Familien finden sich von altcrsher mündlich oder schriftlich überlieferte Fifchkochrezepte. Wer einmal den Vorzug hatte, am einer solchen Mtmilientafel zu Gaste zu fitzen, wird wissen, was ein guter Fisch wert ist. Zwei Einwände werden hierdurch geltend gemacht werden. Einmal, daß eine Fischmahlzeit für einen städtischen Haushalt ein kostspieliges Vergnügen ist, und daß eine Mehrarbeit im Verhältnis zu jeder anderen Mahlzeit hervorgerufen wird. Der Einwand der Kostspieligkeit ist aber keineswegs stichhaltig, wenn man die Kleinfische mehr kaufen wurde — allerdings ist bei diesen die Arbeit noch größer. Der wirkliche Grund, weshalb der Fisch noch viel zu wenig auf den täg- I lichcn Tisch gelangt und noch lange nicht ein Volks- | Nahrungsmittel geworden ist, liegt wohl darin, I bafe man von der Fiscbnahrung nicht allnwiel I hält und viele schlechte. Köchinnen insofern schlechte I Erfahrungen gemacht haben, als sie frische Fische I bon minderwertigen nicht zu unterscheiden ver- I mögen. I
„Frische Fische, gute Fische", sagt das Sprich- I toort. Nun aber.ist die Frage nicht unberechtigt, I toa§ unter frischen Fischen zu verstehen ist, denn I itidjt immer zählen die lebenden zu den frischen. | Umgekehrt gibt es aber auch frische tote Fische. I
ben erwerbstätigen Personen in der Zeit von 1882 bis 1907 von 4 335 822 auf 5 353 576 ange- machsen. Als Ergebnis der statistischen Ermittelungen ist also eine Weiterentwickelung des Kleingewerbes festzustellen; von einem Rückgänge des Kleingewerbes im allgemeinen kann im Ernst nicht mehr gesprochen werden.
— Saatenstand in Deutschland. Für den Saatenstand in Deutschland Mitte Juli sind nach der Zusammenstellung des Kaiserlichen Statistischen Amts, die für die einzelnen Staaten und Landesteile im „Reichsanzeiger" veröffentlicht wird, die Noten folgende: —Nr. 2 bedeutet gut, 3 mittel (durchschnittlich), 4 gering; die Zwischenstufen sind durch Dezimalen bezeichnet —:
BewäfsermigSwiefen » . 2,7 Andere Wiesen . .
Kartoffeln .' .
Ätee 'audj mit Beimischung von Gräsern) . .
Luzerne......
An Bord der Hochseeflotte
_ . ben 19. Juli 1909.
, . So liegen mir wieder im Hafen. Die ruhelosen Maschinen stehen endlich still und die Besatzung genießt die Abwechselung und die Zerstreuungen des Hafens nach anstrengenden Ta- Kn. Schön ist der Seemannsberuf, das unter« tetbe ich schon nach dieser kurzen Zeit aus vollem Herzen: Er lehrt Verantwortung tragen auch in dem kleinsten Dienst und so stählt er den Charakter; er nimmt den jungen Menschen heraus aus den engen Verhältnissen des kleinen Kreises, in dem er heranwuchs, zeigt ihm die Cröße der Welt und lehrt ihn, das Kleine dem Großen unterzuordnen und so weitet er Blick und Auffassung. Im gemeinsamen, verantwortungsvollen Dienst, ob vor den Feuern im Heizraum oder im Rettungsboot bei schwerer See, ob beim Kohlennehmen im Kohlenstrahm oder am Geschütz, überall zeigt er den Wert tüchtiger Kameradichafi, die Notwendigkeit des Zusammenhaltens da, wo etwas geleistet werden soll.
So arbeitet die Marine nicht nur auf das große Ziel hin, stets bereit zu sein als scharfe Waffe zum Schutz der Ehre des deutschen Namens, sondern sie schafft auch in der Jahr auf Jahr sich erneuernden Arbeit ihres Dienstes an dem Werk, das Nationalgefühl unseres Volkes p».stärken. Aus Schwaben, aus Schleswig-Holstein, vom Rhein und aus Schlesien, aus allen Eauen Deutschlands treten Scharen junger Manner unter die Reichsflagge und lernen und »egreifen, daß doch nicht ihr Dorf, ihr stilles Lai oder ihre rauchende Fabrikstadt mit ihren ^onderintereffen, wie es ihnen wohl früher ge- »chlenen hat, der Mittelpunkt der Welt ist, son- bern daß die weite Welt ein großes Wirken ist, rN»em nur die Nation eine selbstbewußte, vor«
bahnunglückc, Bundesschießen und Hochwasse-- schäden. Alles das erfahren wir. Die Stimme der Heimat überspringt mit Leichtigkeit die ungefähr 1300 Kilometer betragende Entfernung« Was dort die Taste des Apparates spricht, überfliegt im Augenblick den weiten Raum und.unten in der heißen Funkenbude, mitten im arbei- renden, schlingernden, lärmenden Schiff sitzt der Funkenoffizier mit seiner Wache und lauscht ab entziffert was die Heimat uns meldet. — Auch in das Reich des leitenden Ingenieurs bin ich freundlich eingeführt worden. Es ist eine anstrengende Wanderung immer Trepp ab. Trepp auf von einem Maschinenraum, von einem Heiz- roum zum anderen, denn Türen gibt es da nicht damit die wasserdichten Schotten nicht durch! brachen werden. Man kommt sich da unten vor roic in einer anderen Welt. Nichts ahnend von dem was oben vor sich geht, nichts sehend von den Schönheiten des wechselvollen Meeres treibt die arbeitsame Maschine vorwärts und immer vorwärts, bald hastend und eilend, bald langsam und behäbig. EinÄrückende Schwüle, getränkt von Oelgeruch umfängt einem und in dieser heißen Atmosphäre wird unbekümmert um das schlingernde, stampfende Schiff emsig geschafft und gesorgt für den glatten Lauf der mächttgen Kräfte, die dort wirken. Leicht und fast geräuschlos bewegen und drehen sich die Massen, daß man es garnicht glauben will, welche Kräfte dort in jeder Sekunde auf und ab spielen.
Im Heizraum schwere Arbeit überall? Schaufel auf Schaufel schwerer Kohle wird in den hellglühenden Schein des Feuers hineingeworfcn, ein Kessel nach dem anderen beschickt und durchs gearbeitet; Hitze und Glut an allen Seitens Aus den Kohlenbunkern wird Kohle auf Kohle berangetrfimnt; 80—100 Xww müssen da am
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nun auch die Großbetriebe von 1895 ms 1907 um 68,9 Prozent und feit 1882 sogar um 220,9 Prozent, die Mittelbetriebe in denselben Zeiträumen um 39,8 bezw. 137,3 Prozent zugenommen haben, so bleibt doch immer noch auch ein Anwachsen der Zahl der Kleinbetriebe Übrig, das von 1882 bis 1907 8,4 Prozent betragen hat: in den letzten 12 Jahren des in Frage kommenden Vierteljahrhunderts ist sogar die Zunahme mit 6,5 Prozent weit größer als in den ^)ten dreizehn Jahren mit 1,8 Prozent gewesen. Außerdem ist auch die Zahl der in Äleinbctrie»
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wärtsstrebende Rolle spielen kann, die als Volk einig nach außen dasteht und die kleinen Röte der engeren Heimat zurückstellt vor den mäch- I ilgen Interessen des ganzen Vaterlandes.
Wie klein erscheinen mir jetzt manche Fragen, über die ich zu Hause oft gestritten habe, wenn ich mtr mein deutsches Vaterland von ferne an» leben kann, im Vergleich mit den anderen großen Völkern des Erdballs. Doch ich habe noch zu erzählen, wie es uns ergangen ist, seitdem ich meine letzten Eindrücke der Pcsst anvertraute Da war natürlich zunächst das wichtigste Ereignis,^ wann der Kreuzer „Berlin", der untere Postlacke in Valentin auf Irland an Land bringen sollte, mit der ersten Heimatvost zuriick- kehren würde. Die Post, das war Gesprächsthema in der Messe. Auf einem der Schiffe mußte wohl ein Verlobter Morgenwache haben denn von dort wurde die „Berlin" schon in Sicht gemeldet, viele Stunden, ehe sie wirklich zu sehen war- — Aber endlich ist sie da; die schweren Postsäcke werden an Bord genommen und nun steht der Dienst für einige Zeit still. Das arme Bureaupersonal kann das Sortieren der Post nicht schnell genug besorgen. Alle Zettel, d,e das Betreten der Bureaus im Allgemeinen verhindern sollen, sind wirkungslos. Richt nur ^"heiratete stürmen den Raum, es mischt sich auch dieser und jener dazwischen, bei dem solches Interesse für Briefe etwas Neues ist. Sollte ose Kieler Woche daran Schuld sein, daß er jetzt VWx«) so viel Briefe von einer Handschrift empfangt, die den Kameraden schon während der letzten Tage in Kiel aufgefallen ist.
Ganz abgeschnitten von der Welt find wir ja allerdings an Bord nicht mehr. In der Funken- , , f° "ennt man den Staunt für die draht- tafe Telegraphie — treffen täglich die neuesten Nachrichten ein, Reichskanzlerwechsel, Eisen-
— Das Kleingewerbe. Eine Durchsicht der kürzlich vorn Kaiserlichen Statistischen Amt veröffentlichten „weiteren Hauptergebnisse der gewerblichen Betriebszählung vom 12. Juni 1907" EU. a. die Gewerbebetriebe vach-Erößen- klaflen der Betriebe und nach EerÄrbeabteilun- gen und Eewerbegruppen geordnet enthalten ergibt, daß in den letzten 25 Jahren eine Zunahme der Kleinbetriebe ebenso wie der Mittelund Großbetriebe eingetreten ist. Die Gesamt-
Kleinbetriebe (bis 5 Personen) ist von 2 882 768 im Jahre 1882 über 2 934 723 im S^re 1895 auf 3124198 bei der letzten Betriebszählung gestiegen. Die Mittelbetriebe sm» 6 bis 50 Personen) sind von 112 715 auf 191301 bezw. 267 430, die Großbetriebe von ?074 aus 18 953 bezw. 32 007 angewachsen. Von je 100 Betrieben waren daher:
llle!n:-etri?be lUhttelbetriebe ®rpbMriebe . . 91,3
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 de« Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberheff. Zig." gestattet.)
Marburg, 7. August.
* ^tamtenperfsnal-Rachrichten. Ernannt: der Pfarrer Metropolitan Wiegand zu Trendelburg zmn 2. Pfarrer in Ziegenhain, der Pfarrer Selig zu Mitterode, Klaffe Waldkappel, zum Pfarrer in Harle, Klasse Felsberg, der Pfarrverweser HaaS zu Orferode, Klaffe Allendors, zum Pfarrer daselbst, der Oberförster o. R. Goestrich zu Bieber zum Oberförster der Oberförsterstelle Reukirchen zum 1. Oktober d. I., die Gerichtsaffefforen Hücker zum Amtsrichter in Brotterode, Süße zum Amtsrichter in Kallies i. Pom., Freytag zum Amtsrichter in Löbau t. W.-Pr., die Probeaufseherin Emma Mielke zu Ziegenhain zur Aufteherin bei der Strafanstalt daselbst. — Bestellt: der Pfarrer extr. Furer zum Pfarrverweser der 3. Pfarrstelle in Hersfeld. — Versetzt: der Kreissekretär Wessel in Frankenberg an das Landratsamt in Hersfeld vom 1. September d. I. ab.
* Freie Schulstellen in Kurheffen sind in: Elgershausen (ev. Lehrerin), Mäckelsdorf (ev. Lehrer), Maberzell (kath. Lehrerin), Gelnhausen (ev. Sebrcr), Rodenbach (ev. Lehrer), Gichenbach (ev. Lebrer), Fechenheim (ev. wiff. Lehrerin und kath. Lehrer), Kalkobes (ev. 2. Lehrer), Untertoei* senborn (ev. Lehrer), Lendorf (ev. Lehrer), Heskem (ev. 2. Lehrer), Herlefeld (ev. Lehrer), Brot-
terode (ev. Rektor, neu), Witzenhausen (ev. 2. Lehrer), Eichenberg (ev. 8e$rer).
♦ Dommertheater Marbach. Am Sonntag, den 8. August, wird eine sehr amüsante Novität „Frauen von heüte" gegeben. Neber das luftig« Stück, das überall koloffalen Beifall sand, schrieb die Preffe anläßlich der Erstaufführung: ES ist ein harmloser, lustiger Schwank, bei dem sich alt und jung amüsieren können, und es gestern auch redlich taten. — Die gleichzeitige Ankündigung „Stürmischer Heiterkeitserfolg, darf man ohne weiteres gutheißen, denn das Lachen erscholl während der Vorstellung permanent, selbst von solchen, die hypochondrisch veranlagt sind. Mau sollte meinen, die wirklich neuen und originellen Stosse zu Schwänken und Lustspielen müßten" nachgerade vergriffen und erschöpft fein, aber ad und zu gelingt es findigen Köpfen doch, etwas Apartes „auszubaldowern", und eS für ihre Zwecke zu verwerten. (Folgt Inhalt.) Man tvird sich vorstellen können, welche drollige Situa- tioncn da zum Vorschein kommen und mit welchem Behagen die Zuschauer der Entwicklung folgen. Man amüsierte sich vortrefflich und laute Beifallssalven erschollen nach jedem Aktschlüsse.
Hessen-Nassau und Nachbargeblete.
Sachsenberg, 5. Aug. Das letzte Missionsfest erfreute sich eines außerordentlich starken De. suche». Trotz des nicht gerade sehr günstigen Wetters konnte das Fest im Freien auf dem Pfingstrasen abgehalten werden. Herr Superintendent Klingender aus Paderborn hielt die Feftpredigt und Herr Missionar Diehl erzählte nachmittags von seiner Wirksamkeit in Chinas Der Gesang wurde von dem hiesigen und dem Posaunenchor aus dem benachbarten Geismar begleitet. ,
Hochheim, 6. Aug. Ein recht rohes Erpressungsschreiben mit bet Unterschrift: „Die rote Kamarilla" ging einem hiesigen Einwoh- ner, dem Rentner Sp., zu. Derselbe ickurde auft gefordert, an einer näher bezeichneten Stelle 10—15000 <M niederzulegen ober fein einziges Töchterchen würde ermordet werden. Hoffentlich gelingt es den polizeilichen Ermittelungen, den gemeingefährlichen Bedrohet und Erpresser fest, zustellen und der gerechten Bestrafung zu über- liefern. ;
Fröndenberg a. d. Ruht, 6. Aug. Badende Kinder fanden einen vom letzten Hochwasser ans Land geschwemmten glitzernden Klumpen, der sich als ein Haufen alter Münzen erwies. Es waren 304 Münzen aus der Zeit der rörnl. fchen Cäsaren, die einen bedeutenden Werk haben.____
WennSie"ZhEnd '
aefunb munter und gevtig frisch sich entwickeln sehen wollen, so neben Sie ihm Dr. Hammels' Haematogen. Lassen Eie sich jedoch keine der vielen Nachahmungen ausreden.
Verantwortlich für bie Rebättiön-:
Dr. phil. Carl Hitzeroth in Marburg.
Tage herangeschafft werden, um die nimmer, satten Kessel mit zu versorgen. Es ist eine laute Arbeit, die da zu leisten ist und doch sieht man« den Leuten an, daß sie stolz darauf sind; denn so wie der Dienst oben im Hellen Sonnenschein, so ist er hier unten, tief unter dem Panzerdeck ein unentbehrliches Glied in der zusammenwirkenden Kriegsmaschine, die das ganze Schiss darstellt. — Wie oben an Deck der Mann sich brüstet, daß sein Geschütz am besten trifft so ist er hier stolz, daß seine Wache am besten Stampf hält, daß, wenn seine Wache die Feuer beschickt, die Schornsteine am wenigsten qualmen.
Doch wir wollen wieder hinaufgehen auf die Brücke, um uns das Leben oben anzusehen, wo nun bald die Geschwader und die einzelnen Schiffsgruppen sich trennen sollen, um dir Häfen aufzusuchen.
Endlich ist herrliches Wetter; sonniger, Heller Himmel, und in langer Dünung atmet das tiefblaue Meer. Um das Flaggschiff wimmeln ww. ein Mövenschwarm die zahllosen weißen Kutter der Schiffe zum Austausch von Befehlen und Briefen, leicht auf- und abtanzend mit den schweren Wogen. Eine Gruppe Walfische umkreist die Flotte, hohe Spritzer aufjagend und im scherzhaften Spiel sich tummeln, als ob sie sich erfreuten an dem seltenen Anblick einet deutschen Flotte in ihrem Reich.
Bald sind die Boote abgefertigt; in schnellem Schlag eilen sie zu ihren Schiffen zurück, Signale gehen hoch. Winksprüche mit guten Wünschen und scherzhaften Grüßen gehen herüber und hin. Übet, und die Flotte teilt sich, um in den Häsen der schönen spanischen Küste, in Mgo, Ferrol, Arosa-Bay, Coruna und-Bilbao ein paar Tage 1 des Urlaub« und der Hasenfteuden zu genießen. I