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Gin Sommerlraum.
Roman von K. van Beeter. .'.v?
(Fortsetzung.;
Auch das noch! — Das Schicksal spielte seltsam mit ihr. Im selben Augenblick ritz es ihr das Glück vom Herzen und warf ihr den Glanz der Welt in den Schoß! War es MM Weinen od_> zum Lachen? Sie wußte es selbst nicht — al <r sich von ihrem Sitze erhebend, fragte ste tcilos:
„Ich, Hoheit? Täuscht mich mein Ohr nicht?"
Sie war geblendet, natürlich — er hatte das auch nicht anders erwartet; denn wenn fie ihn in der letzten Zeit recht schlecht und wechselnd be- bandelt hatte, vor diesem Anträge, das hatte er wohl vorher gewußt, würde fie zahm werden, überzeugend.
Uni daher lächelte er sanft, hoheitsvoll und
„Nein, Nora, Sie hörten recht! Es ist men vgnze Sein und Vermögen, die Stellung meiner Gemahlin — natürlich morganatischen — die ich Ihnen hiermit zu Füßen lege!"
Und nun lachte Nora. auf, kurz, hart, unverständlich für den erschreckt zurückfahrenden hohen He-rn. „Köstlich? Aber Sie vergessen die Bedingungen, daß ich für all' das der Bühne ent« fog , nicht wahr?"
„Aber natürlich? Ich weiß nicht, Nora, was Sie daran lächerlich finden? Ich denke, mein Antrag wiegt solche Kleinigkeiten doch wohl auf."
„Eine Kleinigkei?" Das aufs tiefste erregte und bewegte Weib war am Ende der Kraft und Selbstbeherrschung. „Eine Kleinigkeit? Sie irren, mein hochgeborener Herr? Mein Künst-
uno den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Benage
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Die „Gverhrsstschr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
Marburg
Sonntag, 8. August 1909.
Die Iniertionsgebübr beträgt für die 7 gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unioeriitätsbuchdrucker«, Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
«I
44. Iahrg.
Ein Dementi.
Eine Berliner Mittagszeitung brachte die Meldung, Prinz Heinrich habe bei einem Esten in Bilbao geäußert, der Kaiser habe Bedenken getragen, den Reichstag aufzuläsen — „ich traue mich nicht" sollte er gesagt haben — er (Prinz Heinrich) selbst würde aufgelöst haben. Für jeden, der die zurückhaltende Art des Prinzen Heinrich seit Jahren beobachtet hat, war es Kar, daß die Meldung eine Ente war, ganz abgesehen davon, daß man dem Kaiser die oben zitierte Aeußerung kaum wird zutrauen können. Jetzt verbreitet das WolffscheTelegraphenbureau folgende Erklärung:
Die „Kieler Neuesten Nachrichten" haben den Prinzen Heinrich, der zur Zeit an Bord der „Deutschland" bei der Hochseeflotte weilt, mittels Frunkspruches darüber in Kenntnis gesetzt, welche Aeußerungen er nach der Meldung eines Berliner Blattes vor der deutschen Kolonie in Bilbao getan haben sollte. Tue „Neuesten Nachrichten" erhielten vom Prinzen auf demselben Wege folgende Antwort:
„Dank für Mitteilung. Ermächtige Sie zur Erklärung, daß Nachricht von Anfang bis Ende auf Erfindung beruht. Heinrich, Prinz von Preußen."
Zur Sache selbst ist zu bemerken, daß Situationen wie die jetzige von gewister Seite naturgemäß zu den abgeschmacktesten und unglaublich- Een Sensationsmeldungen gern benutzt wer- eit Speziell wird mit angeblichen Aeußerungen des Kaisers oder hervorragender Persönlichkeiten „gearbeitet", die fast alle erfunden find oder soweit ihnen Wahres zu Grunde liegt, doch meist völlig entstellt kolportiert werden. Das eine ist so schlimm wie das andere. Derartige „Enten" können aber, namentlich wenn es fich um die auswärtige Politik handelt, in einzelnen Fällen großen Schaden anrichten, selbst wenn kein Verständiger im Inland sie für echt hält.
Im Anschluß an dies Vorkommnis beschäftigt fich die „D. Tagesztg." mit unserem Dementierwesen in den Regierungsstellen — so kann man es bei der Notwendigkeit, so oft zu dementieren, beinahe nennen — und kommt zu dem Vorschläge einer Reichskorrespondenz, die schnell arbeitend die meisten falschen Nachrichten im Keime ersticken würde. Das Blatt schreibt:
Wir denken uns die Sache so, daß, sei es alltäglich, sei es nach Bedarf, eine vervielfältigte Korrespondenz unmittelbar von der Reichskanzler den Blättern gestellt wird, die alles das enthält, was die Regierung zur Veröffentlichung für geeignet und notwendig erachtet. Insbesondere müßten diese Regierungskorrespondenz den größten Wert darauf legen, auftauchende Lügen und Schiefheiten sofort zu berichtigen und zurechtzurücken. Jetzt hinken die notwendigen Berichtigungen immer nach. Selbst • wenn sie in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" an demselben Tage erscheinen, kommen fie zu spät, um von der Presse sofort beachtet und
übernommen zu werden. So gehen saft täglich falsche Nachrichten in die Welt hinaus. Selbst die vorsichtige Preste ist gezwungen, davon Notiz zu nehmen, wenn sie auch in der Rege! gleich den Ausdruck des Zweifels anschließt. Die Skandal- preste verzeichnet die Meldungen, je sensationeller sie find, mit um so größerer Befriedigung. Die vierundzwanzig Stunden darauf oder noch später erfolgende Berichtigung ist fast wirkungslos. Wendet sich aber ein Blatt sofort an die zuständige Stelle mit der Bitte um Auskunft oder Berichtigung, so ist diese Stelle nicht immer in der Lage, oder hält sich nicht für befugt, die gewünschte Auskunft zu geben. Aber selbst, wenn sie gegeben wird, erscheint die Berichtigung nur in dem betreffenden Blatte; die anderen Blätter nehmen erst spätem davon Notiz oder gar nicht. Eine Regierungskorrespondenz, wie wir sie uns denken, würde sehr viel Unheil verhüten. Di« meisten Enten würden schmerzlos getötet werden, noch ehe sie aufflattern könnten. Den Herren, die fich Sensationsnachrichten gewerbsmäßig aus den Fingern saugen, würde das Handwerk gelegt werden.
Der Vorschlag erscheint uns in Anbetracht der Wichtigkeit des Gegenstandes aller Beachtung wert.
Griechisch-Türkisches, n.
Dr. Dr., ein Verteidiger des humanistischen Gvmnastums, schrieb unlängst: „Die Gottheit stellte einst an den Anfang aller Europäischen Kultur das griechische Volk, das mit Geistesgaben ausgerüstet gewesen ist tote nie ein anderes nach ihm, und Athen mit seinen Philosophen, Dichtern und Baumeistern bedeutet für uns das höchste Wertbetoußtsein des Menschentums aller Zetten." — Sehr wahr, — aber heute möchte eine moderne Weltanschauung die Liebe, die wir für den unvergänglichen Schauplatz des klasfischen Griechenlands empfinden, mitleidig belächckt. Wir totsten es, daß die alten Bewohner dahingegangen sind, Barbarenvölker folgten ihnen und vernichten alle Kultur, aber die Reste des Blutes und der Sprache der alten Hellenen sind doch nicht gänzlich verschwunden, einzelne Züge im Wesen der Epigonen, so z. B. ihre geistige Regsamkeit, ihr Lerneifer, ihre neuaufblühende Literatur deuten auf die Abstammung von hohen Ahnen hin; vor allem aber unterscheidet sie ihre Sprache vorteilhaft von den slavischen, albanesischen und türkischen Nachbarn. Schrieb doch schon Goethe im Jahre 1787 an seinen Herzog über die Deklamattonen, die in allen Sprachen der Welt in der Peterskirche gehalten wurden: „Das Griechische klang wie ein Stern in der Nacht erscheint." Ich meine, man soll auch heute noch einen Philhellenismus bekennen, der das heiße Streben der Neugriechen nach einer Veredlung ihres Volkstums und nach einer Besserung ihrer polittfchen Lage anerkennt und unterstützt. Den Griechen gegenüber befolgen heute die Jungtürken die alle Regel sich mit den schwächeren der christlichen Nattonalttäten ihres
lertum gilt mir dasselbe, wie Ihnen Ihre ange- bo.ene Fürstlichkeit, vielleicht mehr! Denn Sie wollten dieselbe teilen, während mir mein Beruf und Stand so hoch, so ausfüllend und großartig dasteht, daß ich an ein Teilen desselben ebenso wenig denke wie an ein Aufgeben. Ich bedauere, das, was ich aufgeben soll, wiegt schwerer wie das, was Sie mir dafür bieten, ich müße es zurückweisen!"
„Aber, Nora, gnädiges Fräulein, das ist ja unmöglich? Sie müssen krank sein. Sie (djen so bleich, so seltsam aus, es ist nicht anders denkbar. Ich biete Ihnen eine Wsltstellung und Sie halten mir dagegen den Flitterkram Ihrer Bühnenherrlichkeit!" Nervös lachte der Prinz auf. Er war beleidigt bis in die Fußspitzen. Diese Person? Wie konnte fie es wagen, ihn, den Prinzen, ihn und seinen großartigen Antrag auszuschlagen!
Aber Nora hatte jeden Maßstab verlor r». Mrs galt ihr der Prinz, was seine Macht? Vor ihr stand riesengroß das verlorene Glück, das fie ihren Ansichten, ihren Künstlerleidenschaften geopfert hatte und für das man ihr jetzt mit dem Bewußtsein der Generosität ein Spielzeug reichte das in ihrem jetzigen Zustande ihr nur wert schien, es in den Fingern zu zerbrechen „Weltstellung!" Ihre Lippen kräuselten sich verächtlich. „Ich schaffe mir lewst meine Weltstellung. Vielleicht sollte ich von der Ehre sprechen, die mir mit Ihrem Auftrage wider- fährt; vielleicht hätte ich diese unter anderen Verhältnissen auch anerkannt. Aber, Prinz, Sie tarnen zur bösen Stunde, zur Stunde, da ich eben mein Herz auf den Altar meines Kiinstler- ruhm» geopfert hatte. Was Sie mir auch danach boten, er war und ist in meinen Augen Tand. Beheben Sie, wenn ich Sie beleidigte.
Reiches gegen die ihnen gefährlichste zu verbinden — und das ist der Hellenismus, das erste Kultur- Element des Orients.
Das Türkentum herrscht in Europa nur durch seine Garnisonen, seine in Kantonnements sitzenden Volksgenossen können jederzeit ihre Romaden- zelte abbrechen und nach Kleinasien wandern, sie haben in Europa keine Kulturarbeit geleistet und nichts als endloses Weh über diese Landschaften gebracht. Die Jungtürken wünschen sehnlichst einen Krieg, der ihnen Popularität verschaffen soll, deshalb Kammern sie sich an die kretische Frage und möchten gern über das wehrlose Griechenland herfallen, dessen Regierung und Parlament es seit zehn Jahren versäumt haben, die Grenzen zu befestigen. Auf Kreta besitzen die Türken seit einem Jahrzehnt nichts weiter als ein formelles Hoheitsrecht, hoffentlich weisen die Schutzmächte diese Störensriede zurück.
Boysen.
Politische Umschau.
Forderungen für neue Kriegsschiffe.
Zu den Reusordernngen für den Reichshaushaltsetat auf 1910, die dem Reichsschatzamt bis zum 1. August zugegangen sind, gehören auch die des Reichsmarineamts für die Kriegsschiffbauten. Sie bewegen sich, soweit sie Neubauten betreffen, im Rahmen des Planes, der zuletzt in der Novelle des Flottengesetzes am 6. April 1809 aufgestellt ist. Danach sind im Etatsjahr 1910 ebenso, wie es für 1908 und 1909 der Fall war, drei Linienschiffe und 2 kleine Kreuzer neu zu bauen. Die entsprechenden Forderungen werden sich, da sie gesetzlich festgelegt sind, im Etat für 1910 vorfinden; außerdem aber auch noch die Forderungen für den Weiterbau der in Arbeit genommenen Schiffe. Dabei kommen zunächst in Betracht die Schlutzrateu für zwei Linienschiffe und einen großen Kreuzer. Dritte Raten werden gefordett werden für drei Linienschiffe, einen großen Kreuzer und zwei Reine Kreuzer, zweite Raten für drei Linienschiffe, einen großen Kreuzer und zwei kleine Kreuzer. Es darf weiter als sicher ange sehen werden, daß tote gewöhnlich auch im nächsten Etat Forderungen für Torpedo- und Unterseeboote erscheinen werden. Für eine Torpedobootsflottille ist übrigens im lausenden Etat die erste Rate bewilligt, sie muß sowie so eine Fortsetzung erfahren. Wie für die Schiffe, fo werden auch für ihre artilleristischen Armierungen, für die Torpedoarmierungen ufto. in den einmaligen Ausgaben des Marine-Etats neue und weitere Posten erscheinen. Da aber der Ausbau der deutschen Flotte durch Gesetz bis 1917 sestgelegt ist, werden sich auf diesem Gebiet Ueberraschungen nicht ergeben. •
Einkommens und ErgSnzungssteuer.
In der ersten Hältste des laufenden Monats, als des zweiten des Vietteljahres, werden die Einkommen-- und Ergänzungssteuern gehoben
schreiben Sie darauf, daß ich unzurechnungsfähig bin, aber scheiden Sie Ihren Weg von dem meinen, der einsam, hoffnungslos, verloren dahingebt; vielleicht zur Höhe, vielleicht zur Tiefe — ich weiß es heute selbst nicht." Und aufschluchzend fassungslos bis in die Tiefe ährer Seele, brach die Gemarterte zusammen, während der Prinz, mit einem bösen Blick um fie heruur- sch'eitend, beleidigt der Tür zuschtttt und wortlos hinter derselben verschwand. —
„Weißt Du, Kleines, wie Du aussiehst? Als wenn Du sämtliche Klagelieder des Jeremias heruntergeschluckt hättest und sie nun in Deiner fidelen Seele nicht recht verdauen könntest!" Lachend bog sich Max mit diesen Worten zu seiner Braut herunter, die seit ungefähr fünf Minuten wirklich mit auffallend sorgenvoller Miene sich neben ihm bemühte, die etwas schner- verwehten Pfade, auf denen fie ihren gewohnten Nachmittagsspaziergang machten, sorgsam glatt zu treten. „Spötter?" fuhr fie jetzt auf und schlug ihn ganz ungeniert mit dem kleinen Pelzmuff ins Gesicht.
„Aber, Rita, wo bleibt der Respekt vor meiner stolzen Männlichkeit?" Er sah sich entsetzt um, ob auch kein Auge ihren kecken Handstreich fcmertt habe. „Ich werde Deinetwegen alle Cesetzespäragraphen studieren und neu in Kraft treten lassen. Böse Weiber, die ihre Hand gegen den Herrn und Gebieter erheben, wurden früher im härenen Büßergewande, mit einer Tafel um den Hals, auf der ihr Verbrechen deutlich zu lesen stand, im Eselkarren durch die Stadt gefahren."
„Sehr richtig, und der betreffende kchemann ror.de dabei als Esel vor den Karren gespannt," fie' sie spöttisch ein. „Du siehst, ich bin m allen Eesetzespaeagraphe« beinahe ebenso gut beschla-
werden. Die Erhebung gestaltet sich diesmal verschieden von anderen, weil vielfach zum erftew Male die durch das Gesetz betreffend die Berett- stellung von Mitteln zu Diensteinkommensverbesserungen notwendig gewordenen Zuschläge zur Einkommen und zur Ergänzungssteuer eiu- gezogen werden. Das Gesetz, das rückwirkende Kraft bis zum 1. April 1909 hat, war erst später zustande gekommen. Infolgedessen konnten dir Zuschläge für das erste Viettel des laufenden Steuerjahres nicht im letzteren selbst eingezogen werden. Die Zuschläge werden sich demgemäß diesmal auf ein halbes Jahr beziehen. Für die Einkommensteuer der physischen Personen mit einem Einkommen von 1200 bis 3000 M macht der Zuschlag 5 Prozent, von mehr als 3000 bis 10 500 JK 10 Prozent, von mehr als 10 500 bis 20 500 M 15 Prozent, von mehr als 20 500 biS 30 500 M 20 Prozent und von mehr als 30 500 Jt 25 Prozent aus. Für Gesellschaften mit beschränkter Haftung, für Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Berggewerk- schaften sind bessere Zuschlagssätze vorgesehen. Der Zuschlag zur Ergänzungssteuer beträgt darnach durchweg 25 Prozent. Diese Steuerzuschläge sind nicht als dauernde Einrichtung gedacht. Bekanntlich ist eine organische Neuordnung der direkten Steuern in Preußen in Aussicht genommen. Eine entsprechende Gesetzesvorlage wird von der Staatsregierung beim Landtage so zeitig eingebracht werden, daß sie spätestens im Jahre 1912 wird in Kraft treten können. Bis zum Jn- frafrtreten dieses Gesetzes werden aber die obigen Zuschläge zur Einkommen- und Ergänzungssteuer in Preußen gezahlt werden müssen.
Deutsches Reich.
— Born Kaiser. Kiel, 6. Aug. Die Kaiser« jacht „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord und die Begleitschiffe sind heute Nachmittags 3 llhr 15 Minuten unter dem Salut der Krieqs-i schiffe in den hiesigen Hafen eingelaufen. Did Mannschaft der Hochseeflotte begrüßte sie mit dreifachem Hurra. — Die Fahrt der „Hohen- zollern" von Swinemünde hierher war von schönem Wetter begünstigt. Der Kaiser hörte vormittags den Vortrag des Ehefs des Mililör- kabinetts und des Vertreters des auswärtigen Amtes von Treutler. Zur Abendtafel war Prinz Heinrich von Preußen geladen. Der Komman- dant des Hauptquartiers, Eeneraladjutant von Plessen, ist hier eingtroffen. Der Kaiser gedentt morgen abend sich nach Berlin zu begeben, wo auch die Kaiserin eintrifft.
— Die diesjährige Kaiser-Parade über das 13. Armeekorps findet am 1. September bei Cannstatt und die über das 14. Armeekorps am 14. September bei Pforzheim in der'Nähe von Karls- ruhe statt. Zwischen den beiden Paraden wohnt der Kaiser den österreichischen Manövern bei.
— Z. III beim Kaiser. Graf Zeppelin wird den „Z. III." dem Kaiser am 28. August in Berlin vorführen. !
geu, wie Du, kluger Jurist? Aber nun laß mal Deine unnützen Bemerkungen beiseite! Ich bi» heute gar nicht auf ihren Ton gestimr.t, mit liegt wirklich etwas schwer aur der Seele." i
„Aha — ich sagte es ja gleich, rootfenoere Hungener Augenhimmel und ein ungewohnter Zug des Nachdenkens auf der hohen Stirn. Wo steckts, Liebchen? Hat Madame Lemoureux di« neueste Toilette nicht ganz nach unserem souveränen Geschmack arrangiert?"
„Max, ich bitte Dich, sei ernst? Es handelt sich um keine Kleinigkeit, und wenn Du nicht ein fo grenzenlos blinder Mensch nach manche» Seite hin wärst, bann hättest Du es auch schon bemerken müssen!"
„Was hältst Du von Ulli?"
„Von Ulli?" Max machte ein ganz verdutztes Gesicht. „Nun, daß sie meine Schwester und infolgedessen ein außerordentlich nettes, liebenswürdiges Mädchen ist!"
„So meinte ich es nicht. Ernsthaft, Max, was hältst Du in letzter Zeit von Ullis Aussehen und Benehmen?"
„Weißt Du, lieber Schatz, vereinfache das Verfahren, und, anstatt rätselhafte Fragen zu tun, sage mir lieber ohne Umschweife, was Du meinst und was Du beobachtet haben willst! Denn darauf läuft doch die ganze mystische Geschichte hinaus!" '
„Beobachtet haben will? Nun, man mußte eben ein Maulwurf sein, wenn man nicht sah-, w e Ulli täglich bleicher und stiller wird und wie trotz all ihres tapferen Kämpfens der Gram ihr am Herzen frißt!" - . ~
■ (FoMetzung folgt.)