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MchM Jätung mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

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DieOberhesftsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bez u a s preis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Freitag, 6. August 1909.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

Bodenschätze in unseren Kolonien.

In den Vordergrund des Interesses ist seit dem Auffinden der augenscheinlich aussichtsrei­chen Diamantfelder und weiterer neuerer Ent­deckungen nutzbarer Mineralien in den Kolo­nien der koloniale Bergbau getreten. Und das mit Recht, denn der Reichtum an nutzbaren Mineralien bietet erfreuliche Aussichten für die wirtschaftliche Hebung unserer Schutzgebiete.

Die zwischen Lüderitzbucht und dem Oranje- flutz gelegenen Diamantfelder werden, wie wir einem Aufsatze derDeutschen Kolonialzeitung" entnehmen, auf einen Wert von 300 Millionen Mark geschätzt, und die bis zum Ende des vori­gen Jahres erreichte Ausbeute an Diamanten repräsentierte einen Wert von 1110 00 M. Diese Ausbeute ist in stolzer Zunahme begriffen, sodaß die Annahme begründet erscheint, in einiger Zeit eine Ausbeute von 2030 Millionen Mark in- Jahre zu erzielen. Das Auffinden des er­sehnten Vlaugrundes liegt nicht außer dem Bereich der Möglichkeit bei dem Wüstencharak­ter Südwestafrikas ist es wohl Sache des Zu­falles.

Der Wert der Diamanten übersteigt den der anderen Bodenerzeugnisse um vieles, trotzdem aber ist die wirtschaftliche Bedeutung anderer nutzbarer Mineralien keinesfalls zu unter­schätzen. Kupfer-, Eisenerz- und Erdöllager sind bereits gefunden. Wenn es gelingt, diese völlig zu erschließen, würde eine vollständige Ver­schiebung des wirtschaftlichen Abhüngigkeitsver- hältnisies Deutschlands vom Auslande eintreten und auch im Inneren unsere Industrie, wenn sie mit verbilligten Rohstoffen arbeiten kann, mancherlei Wandlungen erfahren. Außer Dia­manten sind von schleifbaren Edelsteinen, wenn auch in geringerer Qualität bisher Topase, Almandine und Berylle gefunden.

Was das Vorkommmen von Gold anlangt, so ist neuerdings in Südwestafrika etwa 50 Klm. südlich Seeheim in unmittelbarer Nähe der Knlkfonteinbabn eine Ader entdeckt worden, der sich über 150 Schürffelder ausdehnt und die Wahrscheinlichkeit reicherer Ausbeute annehmen läßt. Auch in den Sanden mehrerer Flüsie ist G-^d nachgewiesen. In Deutsch-Ostafrika ist bis jetzt für annähernd 100 000 M Gold ge­wonnen, Kamerun ist noch wenig erforscht. Rei­che'' an Gold ist Togo. Auch in Reu-Guinea ist G ld nachgewiesen und mehrere Expeditionen der Neu-Guinea-Compagnie haben Eoldfunde gemacht. In Ostafrika sollen reiche Silbererz­kager vorhanden sein, Platin ist auf Reu-Guinea gewonnen, wahrscheinlich kommt es auch in den Eisenerzen von Togo vor.

Der Kupferbergbau ist in Südwestafrika be­deutend fortgeschritten. Die Otawimine förderte im letzten Betriebsjahre 44 300 Tonnen gegen 25 700 im Vorjahr mit einem Kupfergehalt von 16 Prozent. Auch im Süden des Schutzgebietes ist Kupfer gefunden. In Ostafrika ist es ver­schiedentlich festgestellt, wenn auch noch nicht in aboauwürdiger Menge. Im Ramaland finden sich abbauwürdige Kohlenflöze östlich des großen Fischflusses. Auch im Caprivizipfel sollen Koh­len vorkommen. In Ostafrika finden sich nord-

63 (Nachdruck verboten.)

Gin Sommertraum.

Roman von K. van Beeter.

(Fortsetzung.)

Lori, besinne Dich! Du wütest gegen Deine Einsicht! Du sprichst Worte, deren Sinn Du selbst nicht glaubst! Ich handle nicht im Egois- ir.it',. sondern im unbeirrten Blick auf die nun einmal feststehenden Forderungen des Lebens, die den Mann zur Stütze der Frau machen, die sie ihm einverleiben und in ihrer äußeren Exi­stenz sie in ihm untergehen lasten! Lori, mein süßes Weib, meine einzig Geliebte, lerne doch die Dinge ansehen, wie sie liegen! Lori, ich liebe Dich so unsäglich, ich will Dir Zeit lasten zürn Ueberlegen, zum Bedenken! Ich will warten und mich gedulden, nur laß mir die Hoffnung, daß Deine Ansichten sich ändern!"

Nora stand abgewandt von Heinz^ den Blick auf die verlöschenden Flammen des Kamins ge­richtet, und ihre Hand, die er beschwörend er­griff, war kalt wie Eis. Liebevoll umschlang er ihre Taille und wollte sie an sich ziehen, aber sie entwand sich seinem Arm, und auf den Teetisch zuschreitend, löschte sie mechanisch die Flamme unter dem silbernen Kestel, aus besten geboge­nem Rohr das Master lustig herauskochend über das silberne Tablett sprudelte. Ihre Bewegun­gen hatten etwas Starres, Müdes, und als sie fetzt im vollen Lichtkreis vor ihm stehend, das Gesicht zu ihm erhob, erschrak er vor dem tiefen Schatten, der darauf lag, und dem todestrauri- aen Blick, der zu ihm herüberschweifte.

Das wäre eine Lüge, wenn ich Dich heute mit der Hoffnung einer Eesinnungsänderung fortschicken wollte. Kein Ueberlegen, kein Be­denken kann an dem, was ich sagte, etwas än-

westlich des Nyasta steinkohlenführende Schich­ten. In Neu-Guinea lasten sich Kohle und reiche Schätze an nutzbaren Mineralien erwarten, ebenso ist in Kamerun das Vorkommen von Kohle wahrscheinlich. Das Vorhandensein von Petroleum ist in bituminösem Schiefer von Südwestafrika wahrscheinlich, Marmor findet sich in vorzüglicher Qualität an der Eisenbahnstrecke Swakopmund-Karibib.

Ostafrika hat ausgedehnte Eravit- und Eneisgebiete, in denen an verschiedenen Stellen Glimmer in großen Mengen und vorzüglicher Eigenschaft nachgewiesen worden ist. Auch 'in Kamerun- und Togo hat man gute Glimmer­vorkommen aufgefunden. Soolquellen in Ka­merun lassen auf Steinsalzlager schließen. Die deutsch-ostafrikanischen Vulkangebiete weisen Schwefelvorkommen auf, auch ungeheure Men­gen von Natron und Chlorsalzen wurden fest­gestellt, wohingegen Salpeter bisher nur in geringen Quantitäten beobachtet ist.

Diese kurze Zusammenstellung, schließt der erwähnte Aufsatz, beweist deutlich, daß unsere Schutzgebiete eine Vielseitigkeit und einen Reichtum von Bodenschätzen besitzen, deren syste­matische Ausbeutung und deren Erschließung unbedingt notwendig sind, den wirtschaftlichen Wert unserer Kolonien bedeutend zu erhöhen und der heimischen Industrie zum größten Vor­teil gereichen werden.

Politische Umschau.

Deutschland und die Türkei.

Karlsruhe, 4 Aug. DerSüdd. Reichskorre­spondenz" wird aus Berlin vom 3. August ge­schrieben:

Der Londoner Korrespondent derNonwje Wremja" will glauben machen, der Gedanke eines Besuches der kürzlich in Paris und London empfangenen Mitglieder des türkischen Parla­ments in Berlin sei an der unsrer "blichen Stimmung einflußreicher Kreise Konstantino­pels gescheitert. Es seien in London Nachrich­ten über einen Umschwung am Bosporus einge- troffen. Die Anhänger Deutschlands int Ka­binett Hilmi würden entfernt usw.

Die türkischen Parlamentarier sind aller­dings aus London von ihren politischen Freun­den in der Heimat früher als erwartet zurücköe- rufen worden. Der Grund hierfür lag in inneren Angelegenheiten der Türkei. Die deutsch-türkischen Beziehungen hatten mit der beschleunigten Rückreise nichts ;u tun. Ein Be­such der ottomanischen Abgeordneten in Vertin war für dieses Mal nicht angemeldet, und cs konnte von vornherein nicht gerade als wahr­scheinlich gelten, daß dieser Besuch zu einer Zeit erfolgen würde, wo der deutsche Reichstag nicht versammelt ist. Aber aufgegeben ist der Gedanke keineswegs, und politisch besteht gegen einen Empfang türkischer Parlamentarier in Berlin kein Hindernis weder auf deutscher, noch auf türkischer Seite. Der Korrespondent der Rowoje Wremja" erklärt auch, daß von Deutsch­land die Griechen zu Herausforderungen gegen die Türkei aufgestachelt würden. Diese Behaup-

deren. Ich bin wie und was ich bin. Vaga- bundenblut fließt in meinen Adern und wird nicht zahm, selbst nicht unter Deinen Beschwör­ungen. Es war ein unglückliches Verhängnis, das uns einander wieder in den Weg schob. Sich widerstrebende Naturen kann selbst die Liebe nicht vereinen! Kannst Du von Deiner For­derung nicht lasten

Sie rang verzweifelt die Hände ineinander, während sie erstarrt an seinem Platze stand. Denn es hülfe nichts," fuhr sie halblaut, w>e für sich fort,wenn ich jetzt auch nachgäbe, ich würde versprechen, was ich nicht halten kann. Und" ihr Blick richtete sich groß, hart und finster auf ihnich würde mit der Zeit Dich hasten lernen. Jeder von uns trägt ein Phantom in der Brust, dem er alles opfert bei mir ist es die Künstlerleidenschaft!"

Und das soll Dein letztes Wo-t sein? Mit diesem kaltherzigen Spruch willst Du all das warme, goldene Glück unseres Lebens vernich­ten? Lori, dann hast Du mich nie geliebt!"

Sie lachte höhnisch auf.Ja, das ist immer der logische Grundsatz, wenn man nicht zum Sklaven werden will! Ich gebe ihn Dir zurück. Vielleicht hast Du recht, vielleicht war alles nur Spiel, in meinem Beruf lernt man ja mit dem Heiligsten spielen! Dann ist eben jetzt zu Ende und Du siehst mich endlich in meiner wahren Gestalt! Warte nur, über ein kurzes wirst Du Dir alles so zurechtlegen! Das ist der Laus der Welt, erst verachtet, dann vergesten auf jeden Fall aber vernichtet!"

Ein verzweifelter Kampf tobte in Heinzens Seele. Nora war das Glück, das Glück in feiner verlockendsten, schönsten Gestalt, aber der Preis für dasselbe waren seine Grundsätze, sein Cha­rakter, die Aufgabe all dessen, was er solange

tung wird in Konstantinopel wie in Athen eines unbedingten Heiterkeitserfolges sicher fein.

Matthias Erzberger.

Matthias Erzberger hat schon oft durch feine etwas selbstbewußte Art, wie er die Politik be­handelt, Anstoß erregt, nicht zum mindesten bei den ruhig Denkenden unter seinen Partti- genossen selbst. Im PariserMatin" hat er schon öfter seine Ansichten über die Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit Deutschlands zum besten gegeben. Jetzt läßt er sich ebenda offenbar fühlt er sich dabei als be­rufener Vertreter Deutschlands über die Zu­sammenkunft des Zaren mit Präsident Falliöies in Cherbourg folgendermaßen aus:

Ich habe keinen Grund, als Deutscher die Kundgebung in Cherbourg pessimistisch zu be­urteilen, da das Einvernehmen, wie ich es be­fürwortet habe, einen großen Schritt vorwärts gekommen ist, und zwar in der von mir ange­gebenen Richtung. In der marokkanischen Frage herrscht völliges Einvernehmen, ebenso hat es sich in der Balkanfrage bewährt, und die gestern vomMatin" veröffentlichten Erklärun­gen Iswolskis werden auch in Deutschland Be­friedigung Hervorrufen."

In der von ihm angegebenen Richtung! Kommentar überflüssig.

Deutsches Reich.

Der Kaiser und der Männergesang. Berlin, 4. Aug. DerReichsanzeiger" veröffentlicht einen allerhöchsten Erlaß, worin der Kaiser für den Eifer, mit dem die auf dem dritten Wettstreit der deutschen Männergesangvereine um den Kaiser­preis mitkämpfenden Vereine sich ihrer Aufgabe widmeten, und für den hohen Durchschnitt bet Leistungen seine uneingeschränkte Anerkennung ausspricht. Immerhin hätten sich Gesichtspunkte ergeben, deren Berücksichtigung wichttg erscheine. Soweit die gesangliche Ausbildung in den preußi­schen Schulen in Betracht komme, behalte sich der Kaiser eine besondere Regelung vor, vor allem aber werde auf eine volkstümliche Ausgestaltung des Wettstreits größerer Nachdruck gelegt werden müssen. Namentlich der erste Preischor dürfe nicht zu schwer gewählt werden. Bei den selbst­gewählten Chören erscheine eine abwechslungs­reichere Auswahl erwünscht. Um diesem Ziele zu genügen und einzelnen innerhalb des Wett­streits hervorgetretenen Beschwerden vorzubeugen, sei eine teilweise Abänderung und Ergänzung der geltenden Bestimmungen erforderlich. Es folgen hierauf Abänderungsbestimmungen zu den Be- sttmmungen vom 2. Juli 1898.

Bom Bundesrat. Berlin, 5. Aug. Der Bundesrat hat beschlossen, die Uebergangsab- gabe von Bieren, die in die norddeutsche Brau- steuergemeinschast aus Bayern, Württemberg, Baden und Elsaß-Lothringen eingeführt werden, mit Wirkung vom 1. August auf 5 Mark für den Hektoliter festzusetzen.

als groß unb gut und richtig auserseh : hatte. Es ging nicht! Auch für ihn gab es etwas, das Löher stand als die Liebe fein Recht als Mann er konnte cs nicht opfern. Mußte et­was brechen, wohl, so sei es der Traum seines Herzens. Ohne ihn mußte es sich weiter leben lassen, aber ohne die Selbstachtung, die er mit der Aufgabe feiner Grundsätze unb männlichen Kraft verlor, konnte er nicht weiterleben. Ihre Worte trafen ihn noch, aber sie änderten nichts mehr an feiner Entscheidung. Er war fest in derselben, und als sie kalt unb hart wiederholte: Geh, die Komödie ist zu Ende, wir haben uns nichts mehr zu sagen," da neigte er stolz sein Haupt unb wandte sich langsam der Tür zu. Es wat ihm dabei, als lasse er alles hinter sich, was je fein Leben erhellt habe, als läge vor ihm endloses Dunkel und Glenb, unb seine Schritte zögerten, in banger Hoffnung, daß ihre Stimme ihn zurückrufen würde. Aber von ihren blut­losen, fest zusammengepreßten Lippen rang sich lei--. Ton. Sie sah die Tür sich öffnen, sah, wie er den Kopf noch einmal zurückwandte und seine Blicke die ihren suchten, aber keine Bewegung zuckte durch ihre hochaufgerichtete Gestalt. Er ging es war eben das Ende! Die Tür fiel hinter ihm ins Schloß und fest die Hände auf die Tischplatte gestützt, lauschte sie seinen Schritten, dem Offnen der Haustür, dem kurzen Abschieds­wort des hinzugeeilten Mädchens dann schlug auch die Haustür hinter ihm zu und alles war vorbei.

Ganz langsam hob Nora die Hand von der stützenden Platte, ihre Knie schwantten und die Zähne schlugen aufeinander. Sie fror, und mechanisch entzündete sie wieder die Flamme Witter dem Teekessel. Ein Glas Grog würde ihr ge^ gut tun. Es war überhaupt kalt in ihr

Aufgehobene Generalkommission. Berlin, 4. Aug. DerReichsanzeiger" veröffentlicht da- Gesetz betreffend die Aufhebung der Generalkom­mission für die Provinzen Westpreußen und Po­sen in Bromberg.

Uebergangsabgabe. Der Bundesrat hat die Uebergangsabgabe von dem in die nord­deutsche Brausteuergemeinschaft aus Bayern, Württemberg, Baden und Elsaß-Lothringen ein- geführten Biere mit Wirkung vom 1. August 1909 ab auf 5 M für 1 Hektoliter festgesetzt

Der landwirtschaftliche Unterricht im Heere. Die vor einigen Tagen an die Truppenteile aus- gegebenenLeitsätze für die versuchsweise Ein­führung des landwittschaftlichen Unterrichts im Heere" betonen, daß auch Offiziere, die mit land­wirtschaftlichen Verhältnissen vettraut sind, zum Etteilen dieses Unterrichts herangezogen, bezw. zu diesem Unterttcht vorgebildet werden sollen. Hierzu sollen sie, wie auch die Unteroffiziere, dem Unterricht beiwohnen, der von landwirtschaft­lichen Lehrem in erster Linie erteilt wird. Nicht nur die aus landwittschaftlichen Verhältnissen, sondern auch die aus Städten stammenden Mann­schaften sollen am Unterricht teilnehmcn, damit auch sie Verständnis für diesen wichttgen Erwerbs­zweig erhalten.

Eucharistischer Kongretz. Köln, 4. Aug. Heute Mittag fand von 11 Uhr an beim Kardinal- Legaten Vincenz Vannutelli ein Empfang statt. Durch die Kammerherren Grafen von Galen und Baron Geher von Schweppenburg wurden über 1000 Teilnehmer an dem Kongreß, Kirchenfürsten aus aller Herren Länder, Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe, Aebte, Malteser-Ritter und Offiziere, die städtischen Behörden, Frauendeputattonen und Vettreter religiöser Vereine im Empfangssaal des erzbischöflichen Palais vorgestellt. In einem an­deren Saal empfing Kardinal Fischer die auslän­dischen Kirchenfürsten. Nachmittags 4% Uhr wurde im Dome der Kongreß feierlich eröffnet Die Eröffnungsrede hielt Bischof Hehlen von Namur als Präsident des ständigen Komitees, der den Zweck der Eucharistischen Kongresse darlegte. Kardinal-Legat Vannutelli überbrachte die Grüße des Papstes und wünschte dem Kongreß einen guten Verlaus. Kardinal Fischer-Köln begrüßte die Kongreßteilnehmer als Oberhitt der Köln« Erzdiözese und Oberbürgermeister Wallraf im Namen der Stadt Köln. Professor Dr. Esser von der Universität Bonn hielt dann den ersten Vor­trag über das Thema: Eucharistte und Glauben. Landtagsabgeordneter Oberlandgerichtsrat Marz sprach überDas Bekenntnis des Glaubens an die Eucharistie." Den französischen Vottrag hielt Graf Pellier de Poncheville, der ehemalige Deputiette von Valenciennes, über das Thema: Die Euchattstte als Pttnzip der Vcrbrüdemng und Aufopferung.

Prüfungsordnung für Kreisärzte. Mit dem 1. August 1908 ist eine neue Prüfungsord­nung für Kreisärzte in Kraft getreten. Die

unb um sie, es verlangte sie nach Wärme, und dem Kamin zuschreitend, griff sie nach dem Blasebalg, um die verglimmenden Holzscheite von neuem anzufachen. Damit streifte ihr Fuß den sttll vor sich hindämmernden Troll, der sich cmporreckte und den dicken Kopf zärtlich an den Knien der Herrin rieb. Der Blasebalg entsank ihren zitternden Händen, matt sank sie auf den von Werner zurückgeschobenen Sessel, und das müde Haupt an das gelbe Fell des Hundes leh­nend. stöhnte sic leise und qualvoll auf:

Troll, nun ist es aus, alles aus! Er ist von wir gegangen unb kommt niemals wieder? Troll, Troll, es ist Winter geworden, Schnee über allen grünen Trieben ich wünschte, ich wäre tot!"

Da klang draußen die Glocke, unb in toller, törichter Hoffnung sprang Nora auf. Er kam roieber, er hatte es doch nicht vermocht, sie auf­zugeben, zu verlassen! Brich nicht, du wild- schlagendes Herz, vor Jubel unb Glück! Die Hände fest auf die Brust gepreßt, stand sie mit leuchtenden, schimmernden Augen da, bereit, ihm entgegenzufliegen, alles zu vergeben, alles zu vergessen, außer ihrer Liebe, ihrer heiße'!, auflodernden Liebe.

Da steckte Christel das hartknochige Gesicht zur Tür herein.

Seine Hoheit Prinz August?" meldete sie mit halblautem, respektvollem Ton, und ehe noch die verwirtte, vom Rückschläge ihrer Hoff­nungen fast betäubte Herrin ein Wort er­widern konnte, war sie auch schon ehrerbietig zur Seite geglitten unb durch die weitgeöffnet« Tür trat langsam, mit eleganter Sicherheit, die schmale Gestalt des Prinzen. ... -

(Fortsetzung folgt) *