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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Berlage.
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Die „Gdrrhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
Marburg
Dienstag, 3. August 1909.
Die Insertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Universitcitsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hrtzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
Ehret den Pfennig.
Unter dieser Ueberschrift gibt die „Köln. Z." folgende beherzigenswerten Auslassungen wieder:
Der Pfennig hat bei uns fast gar kein Heimatrecht, er wird wie ein Aussätziger gemieden, und man geht ihm dadurch in weitem Vogen ans dem Wege, daß man anfrundet. Rach oben natürlich. Dieses Aufrundeit ist namentlich dem Norddeutschen so in Fleisch und Blut übergegangen, daß man sich als knickerig vorkommt, wenn man ein Dreierbrötchen mit einem Nickel bezahlt. Ein Trinkgeld zu geben, daß bet einer Tasse Kaffee »der einem Straßenbahnbillet nur die üblichen 10 Prozent betragen würde,, wagt überhaupt kein Mensch, weil er Gefahr läuft, daß er sich einer Ablehnung aussetzt. Er muß aufrunden, auf- runden, ausrunden. Und wenn dabei 50 Prozent herauskommen, er muß aufrunden, oder es ist um feine Anständigkeit, um den Respekt geschehen, denn der Pfennig ist unanständig geworden, so unanständig, daß er z. B. in jeder norddeutschen Bicrschenke, die etwas auf sich hält, überhaupt nicht geduldet wird. Das Bier kostet 20 oder 25 oder 30 oder 35 Psg.. Zwischenstufen gibt es nicht. Welche Unsummen der biertrinkenden Menge infolge dieser Aufrundungsmethode alljährlich abgezapft werden, läßt sich nicht berechnen, aber schätzen, und dabei werden viele, viele Millionen anzusetzen sein. Also eine freiwillig-unfreiwillige Biersteuer, die von keiner staatlichen Behörde, sondern lediglich von einem Vorurteil, von einer albernen Vornehmheit auferlegt wird und von der man sich im Süden des Ileichs noch völlig frei weiß, ohne daß sich der Dietrinker minderwertig dabei vorkommt. Der norddeutsche Zecher hat es sicher auch schon gefühlt, daß er zu imrecht gezehntet wird, aber er hat es gar nicht erst versucht, sich dagegen zu wehren, weil er am Erfolg verzweifelte. Nun aber bietet sich ihm eine unerwartete Gelegenheit, die er sich nicht sollte entgehen lassen, um mit der kostspieligen Aufrunderei zu brechen. Die neue Biersteuer führt zu einer Erhöhung der Schank- Preise, die für das Hektoliter etwa 7 bis 10 Mk., für die üblichen vier Zehntel also drei bis vier Pfennig beträgt. Wollte man wiederum aufrunden, so kämen Preise heraus, die zu der Belastung des Bieres durch das Reich in keinem Verhältnis mehr stehen würden und die dazu führen müßten, daß der Bierverbrauch »och stärker zurückginge, als es ohnehin zu erwarten ist. Viele Gastwirte haben denn auch starke Bedenken, gleich um einen Nickel aufzuschlagen; da sie aber bei dem jetzigen Preis nicht stehen bleiben können, wird kein anderer Weg übrig bleiben, als zum Psennig seine Zuflucht zu nehmen. So könnte denn die norddeutsche Pfennigscheu mtt einem Male geheilt werden, nicht zum Schaden unserer ganzen Ausfasiung vom Werte des Pfennigs überhaupt. Das verkannte rote Metall würde damit wieder ehrlich gemacht werden, auch im Reiche des Gottes Gambrinus, wie das im Gebiete Merkurs seit zwei Jahrzehnten etwa schon
CO (Nachdruck verboten.)
Ei« Sommerlraum.
Roman von Ä. van Beeker.
< Fortsetzung.»
Ein Philister? Gewiß, Heinz hielt es sich selbst vor. Er war ein Philister und Pendant, der überall sein kleines Alltagsmaß an die darüber hinausragende Persönlichkeit der Geliebten legte und nicht einsehen wollte, daß der Zauber, den sie auf ihn ausübte, gerade in dem bestand, was er, kleinlich und enggeistig, an ihr tadelte und fortwünschte. Vielleicht wären seine Augen blinder, seine Ansprüche mehr ihrer Eigenart angepaßt geblieben, wenn Ihm nicht in Ulli all das entgegengetreten wär«, was seine streng bürgerliche, solide Erziehung ihm als das Ideal der Weiblichkeit, der Hausfrau und Mutter vorgezeichnet hatte. An Ulli war nicht zu tadeln, sie vereinigte all die Eigenschaften, die eine Frau für den ihr angewiesenen Kreis brachte, Herzensgute, Verständnis, Selbstlosigkeit, Demut und häuslichen Sinn. Vielleicht, 'nein, gewiß ein Alltagsgeschöpf, aber eins, das zum Beglücken geschaffen war. Der Doktor seufzte ganz ehrlich auf, als er bei diesem Punkt angelangt war. Er sagte sich heute nicht mehr, als er sich stets gesagt hatte, und «: durfte sogar seufzen, lag doch in dem Bedauern, mit dem er an Ulli dachte, nur der Tribut, den et ihr schuldig war für all den Kummer, den sie durch ihn erlitt. Lori nahm ec damit nichts von den Gefühlen, die ihr gehörten und die himmelweit verschieden waren von dem, was ihn einst zu der anderen gezogen hatte. Trotzdem störte ihn her unwillkürlich
geschehen ist. Wir meinen bei den Warenhäusern und nach ihrem Beispiel auch bei verschiedenen ähnlichen Unternehmungen. Die bekannten '47 oder 97 Pfg. in den Schaufenster haben eine wundertätige Wirkung geübt und diesen Läden einen Zulauf gebracht, der ihnen sonst versagt geblieben wäre. Die Hausftau hat gerne mit dem Pfennig gerechnet; vielleicht lernt es der Hausherr auch noch oder wieder ....
Die Fahrt des „Z II' »ach Frankfurt a. M.
Frankfurt. 31. Juli, 3^ Uhr nachm. Das Luftschiff „3 2" ist soeben gegenüber der Tribüne glatt gelandet. Die prinzlichen Herrschaften und die Herren von der AusstellungsleiMng begaben sich nach der vorderen Gondel zur Begrüßung und Beglückwünschung des Grafen.
Frankfurt, 31. Juli. Wie Herr Direftor Colsmann von der Luftschiffbau-Gesellschaft Zeppelin mitteilt, ist die ganze Fahrt vollständig glatt und ohne jeden Zwischenfall verlaufen.
Frankfurt, 31. Juli, 3 Uhr 10 Min. nachmittags. Unter lautloser Stille und atemloser Spannung harrt die nach Zehntausenden zählende Menge auf dem Fluggelände der „Jla" dem Herannahen des in nördlicher Richtung sichtbar werdenden Luftschiffes entgegen. Zuerst hebt sich das ziemlich hochschwebende Luftschiff nur wellig von dem grauen Himmel ab. Es führt verschiedene Drehungen und Senkungen aus und senkt sich dabei immer tiefer. Schließlich schwebt es in etwa 100 Meter Höhe über dem Häusermeer der Stadt, von den in den Straßen sich drängenden Menschenmengen stürmisch und begeistert begrüßt. Immer näher kommt es dem Landungsplätze auf der „Jla" und das Surren der Propeller wird immer deutlicher hörbar. Pfeilschnell schießt das Luftschiff auf das von den Wolken durchbrechenden Sonnenstrahlen beleuchtete Fluggelände los. Hurrarufe durchbrallsen die Luft; Taschentücher und Hüte werden geschwenkt. Die Musik spielt „Deutschland, Deutschland über Alles" und die Menge stimmt begeistert ein. Vor der Tribüne hatten sich eingefunden: Prinz und Prinzesiin Friedrich Karl von Hessen und die Kronprinzessin von Griechenland mit ihren Kindern. Nachdem das Luftschiff vor der Tribüne unter nicht enden wollender Begeisterung verschiedene Evoluttonen altsgeführt hatte, entfernte es sich wieder. Die Landung wird vor 4 Uhr nicht stattsinde».
Frankfurt, 31. Juli. Graf Zeppelin ivurbe bei feiner Landung vom Oberbürgermeister Dr. Adickes namens der Stadt willkommen geheißen und ebenso vom Geheimen Kommerzienrat Gans namens der AusstellungsleiMng; beide luden ih,t zu dem Bankett ein, welches heute abend zu Ehren des Grasen Zeppelin in dem Weinrestaurant der Ausstellung stattfindet. Der junge Graf Zeppelin und Major v. Tschudi leiteten die Nerankerungsarbeiten auf dem Landungsplätze; auch die Tochter des Grafen Zep
aufgetauchte Gedanke, der einem Vergleich verzweifelt ähnlich sah, und unzufrieden mit sich, mit all den Halbheiten, die seit kurzem von ihm Besitz ergriffen hatten und deren er auch heute in den fortgesetzten Erörterungen mit Lori nicht Herr geworden war, schritt er durch die dunkle Winternacht, in sich dunkler und stürmischer durcheinander gewirbelt wie diese.
Der folgende Abend brachte dem Doktor keine Klärung und Beruhigung seiner Gefühle. Zum ersten Male in seinem Leben brach sein Kunstenthusiasmus zusammen vor einer niedrigen, nein, wie er sich selbst zürnend sagte, vor der niedrigsten aller Leidenschaften, vor der Eifersucht. Lori in den Armen eines anderen zu sehen, Lori in vollster Hingabe und Zärtlichkeit einem anderen die süßesten Liebesworte singen zu hören, war für ihn eine Höllenqual. Und dazu, wie Ulli einst sehr richtig bemerkt hatte, ihr Spiel? Dem Leben so vollkommen nachge- bildet, daß der gemarterte Zuschauer sich verzweifelt fragte: Kann dieses Weib noch echt fein, wenn dieses nicht echt ist? Wo ist bei ihr die Grenze zwischen Wahrheit und Komödie? Wie weit trägt sie die letztere in die Wirklichkeit, die erstere auf die Bühne mit hinüber? Er schalt sich ungerecht und kleinlich; er hielt sich immer wieder vor, daß er den Verhältnissen Rechnung tragen müsse, daß Nora nichts anders fein könne, wie sie war, aber er zog daraus nicht die leiseste Beruhigung, nicht den kleinsten Trost, und nur der Gedanke hielt ihn aufrecht, daß er am folgenden Tage feinen gestern aufgeschobenen Vorsatz unverbrüchlich ausführen und von Nora das Versprechen erhalten müsse, mit dem Schluß ihre» hiesigen Kontratte» überhaupt den
Pelin, Gräfin Hella von Brandenstein-Zeppelin, war anwesend zur Begrüßung des Vaters. Der Bewachungsdienst wird zur Hälfte vom Militär ausgeführt. Graf Zeppelin selbst weilte solange in der Gondel, bis das Luftschiff vollständig in Sicherheit war; er wurde beim Verlassen der Gondel und des Landungsplatzes mit bcgcifterten Ovationen begrüßt.
Frankfurt, 31. Juli. Den heutigen Zeppelintag der „Jla" beschloß ein Festessen im Weinrestaurant zu Ehren des Bezwingers der Lüfte. Eine dichtgedrängte Menge harrte ans dem Platze vor dem Restaurant des Gefeietten und bereitete ihm, als er in Begleitung des Geheimrats Gans eintraf, begeisterte Huldigungen. Kinder Überreichten dem Grafen Blumensträuße. Die Ovattonen fetzten sich im Innern des Saales fort, als der Graf, geführt von dem Präsidenten der Ausstellung, in demselben erschien. An der Ehrentafel nahmen neben dem Grafen Zeppelin der Minister des Innern v. Moltke, der kommandierende General v. Eichhorn, der Oberbürgermeister Dr. Adickes, Geheimrat Lewald, die Professoren Hergesell und Aßmann, der Handelskammerpräsident Geheimrat Andreä, sowie die Begleiter des Grafen Zeppelin, foweit nicht die Bewachung des Lnftfchiffes dieselben dienstlich an der Teilnahme hindette. Der Präsident der Ausstellung dankte zunächst dem Kaiser und dem Kriegsminister für die Erlaubnis, daß das neue Reichsluftschiff auf feiner Fahrt nach Köln auf der Frankfurter Ausstellung hat landen dürfen und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Sodann feierte Geheimrat Gans in längerer Rede den Grafen Zeppelin als den Liebling des deutschen Volkes. Daß er dies sei, das habe die Aufnahme erwiesen, die dem Grafen heute in Frank furt a. M. von hoch und niedrig bereitet worden fei. Redner schloß mit dem Wunsche, daß die neuen Pläne, die den rastlosen Geist des Grasen beschäftigten, die Schaffung von Luftverkehrs- Wegen und die Polarforschung vermittels der Motorluftschiffe, von gleichen Gelingen begünsttgt sein möchten, wie die Lösung des Problems des lenkbaren Lufffchiffes, die der Graf heute so glänzend vorgesühtt habe. Das Hoch auf den Grafen Zeppelin fand begeistette Aufnahme. Gras Zeppelin dantte fofort, indem er das ihm gespen bete Lob ablehnte und der Männer gedachte, die ihm bei seinem Wirken geholfen haben, fowie der Gönner, die ihn mit Geldmitteln dabei immer ivieder umerstützt haben. Und gerade als die Not am größten war, als ihm durch Vernichtung seines Lufffchiffes das größte Unglück widerfahren fei, da fei ihm die größte Hilfe zuteil geworden, indem das ganze deuffche Volk für ihn eingetreten sei. Der Gras schloß mit einem Hoch auf die Internationale Lnstschifsahrts - Ausstellung und bereit Veranstalter. Als britter Redner ergriff fobann Oberbürgermeister Adickes das Wott, indem er den Grafen Zeppelin als den Mann des Willens feierte, der das, was er wollte, vollbracht hat, zum Trotz gegen Besserwisser und Widersacher. Unter begeistertem Jubel teilte der
Schluß all ihrer Bühnenbeziehungen zu machen. Er wußte genau, daß ihn diesmal nichts zurückhalten würde, keine Feigheit seinerseits, kein Schmeichelwort ihrerseits. Er mußte wenigstens die Sicherheit Haden, daß all das, was ihn augenblicklich so quälte und verletzte, einmal ein Ende fände, mußte dieses Ende in erreichbarer Zeit vor sich sehen, um weiter leben zu können und seinem Liebesglück nicht den schönsten Reiz zu rauben.
Und Nora dachte sehr ähnlich. Die Tage und Nächte der Zwischenzeit waren nicht reslektions- los an ihr vorübergegangen. All die kleinen Splitterungen und Schatten, die in Berufsfragen neulich zwischen ihnen vorgekommen waren, hatten sich ihr in der Erinnerung viel ernster und schwerwiegender gezeigt wie im Augenblick. Sie mußte Gewißheit haben, und sie war bereit, den Kampf aufzunehmen und auszufechten. Daß es ein Kampf sein würde, war ihr nachgerade klar geworden, wenn sie auch noch immer den Gedanken, Heinz könne ihren Abgang von der Bühne fordern, als unmöglich und lächerlich zurückwies. Aber vielleicht würde er Anforderungen stellen, die sich weder mit ihrem Berufe noch mit ihren Gewohnheiten vertrügen, und dem wollte sie vorbeugen, ehe sie ihre Freiheit aus den Händen gab. Hatte er einmal ihre Forderungen bewilligt, so wußte sie wohl, daß er an deren Durchführung nichts mehr ändern und tadeln würde. Es galt also nur, ihn heute willig zu machen, zu fangen und zu blenden, all die lächerliche, steife Pedanterie, die seinen einstigen Shantastischen Sinn jetzt in beengende Formen hlug, zu brechen und ihn so -u beeinflussen,
Oberbürgermeister mit, daß der Magistrat beschlossen habe — und für biefe Vorlage rechne et auf bie einmütige Zustimmung —, eine neue Straße nach bem Grafen Zeppelin zu benennen zur Erinnerung an ben heutigen Tag, ben kein Frankfurter, bet ihn erlebt habe, je wieder vergessen wird. Das Hoch des Redners galt den treuen Mitarbeitern des Grafen Zeppelin. Inzwischen hatte sich vor dem Restaurant eine immer mehr anwachsende Menschenmenge angesammelt die den Grafen stürmisch begrüßte, als er in Begleitung des Ausstellungsvorstandes erschien, um einigen Gesangsvorträgen des Neebschcn Männerchores unter Mitwirkung des Opernsängers Müller zu lauschen. Die Anlagen der Ausstellung kfftrahlten in bengalischer Beleuchtung und waren von zahllosen Lampions in Gestalt von Zeppelin- Ballons taghell erleuchtet.
Frankfurt, 1. Äug. Der Ballon „Z 2" ruht fest verankert auf dem Landungsplätze und hat die Nacht unter sicherer Bewachung gut überstanden. Um das Luftschiff ist ein enger Kreis gezogen, sodaß die Besucher so nahe an den Luftriesen herankommen können, wie es die Rücksicht auf die Sicherheit desselben zuläßt. Schon am frühen Morgen beginnt die Pilgerfahrt nach bem Ausstellungsplatze, bet sich bereits zu füllen beginnt. Alles strömt nach dem Flugplätze zur Besichtigung des „Z 2*.
Frankfurt, 1. Ang. Der morgige Ausstieg zu der Fahtt »ach Köln findet nach Mitteilung des Oberingenieurs Dürr erst um 9% Uhr vormittags statt, lieber den Weg, den das Luftschiff nehmen wird, ist noch nichts bestimmt.
Wiesbaden, 1. Aug. Wie der „Wiesb. Gen. Anz." meldet, hat der Magistrat der Stadt Wiesbaden von dem Grafen Zeppelin ein Telegramm erhalten, daß das Luftschiff am Momag gegen 11 Uhr vormittags Wiesbaden überfliegen wird.
Frankfurt, 1. Aug. Auf dem Festbankett, das zu Ehren des Grasen Zeppelin gegeben wurde, stellte sich auch ein Spezialvertreter der Vereinigten Staaten von Nord Amerika vor. Es war Mr. George Gakleh Toteed fr., einer der hervorragendsten amerikanischen Aeronauten, bec zum Studium ber Ausstellung hier weilt. Er teilte dem Grafen Zeppelin mit, baß er zum Ehrenmitglied des Aeroklubs ber Vereinigten Staaten ernannt sei.
Frankfurt, 1. Aug. Der geftriacn Lcm- bung des Grafen Zeppelin wohnte auch Herzog Paul von Mecklenburg bei. Gestern besuchte und besichttgte der Großl,erzog von Baden bie Ausstellung und unter Führung be§ Direktors Rodeck bas Lustschiffpanorama. Der gestrige Besuch der Ausstellung wurde auf 50 000 Personen geschätzt.
Frankfurt, 1. Aug. Die Nachricht, daß Graf Zepelin heute vormittag nach Köln gefahren sei, beruht auf einem Irrtum. Gras Zeppelin begab sich heute früh nach Wiesbaden zum Besuche des Geheimrats Oechelhäuser und wird heute nachmittag nach Frankfutt zurückfahren. Heute abend wird ihm zu Ehren eine kleine Festlichkeit
daß er ihrer Art und Natur Rechnung trage, die sie für alle Opfer, die sie bereit war, ihm ju bringen, anstandslos verlangen konnte.
Zu diesem Kampfe hatte Lori sich gerüstet, gerüstet mit den Waffen, die ihr die aussichtsvollsten schienen und als Weib am natürlichsten lagen, mit den Waffen ihrer Schönheit, die sie heute mit fieberhaftem Eifer geprüft und deren Glanz sie in das vollste Licht gesetzt hatte. Vielleicht war ihr Anzug nicht ganz den Verhältnissen entsprechend, weder stillvoll noch bem häuslichen Ton und dem behaglichen, warmen Kolorit des Zimmers angepaßt, aber er machte sie berückend schön, und das war her Zweck, den er erfüllen sollte. Das in losen Falten nieder- fließende weiße Gewand aus weichem Seidencrepe, nur in der Taille durch gleichfarbige Bänder gehalten und einen Teils des weißen Halses, sowie der wundervoll geformten Arme freilassend, gab ihr das Ansehen einer lebendig gewordenen, herrlich gemeißelten Marmorgestalt. Aber int Spiegel ihre Erscheinung kritisierend, fand sie das nicht zweckentsprechend. Zn klassisch, zu kühl — und ihre Hand griff über die schweigend mit ihrer Toilettc beschäftigte Ehristel fort nach einer pupurfarbenen, mit dunklem Pelz verbrämten kurzen Samtjacke, die sie hastig über den weißschimmernden, winterlich keuschen Anzug warf, und aus deren farbensattem, leuchtendem Ton sich ihr zartes, schönes Gesicht, der weiße Hals und die entblößten Arme so wirkungsvoll und bezaubernd hervorhobeii daß ein leises, fiegesgewisses Lächeln um ih« vor Aufregung brennend heißen Lippen flog.
- (Fortsetzung folgt.)