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t mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain W und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Vellage."

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44. Jahrg.

DieGberhesstschr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Donnerstag, 29. Juli 1909.

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unioersttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Bestellungen

für d«e Monate August und September auf die

»Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden, noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern ent­gegengenommen.

Schundliteratur.

Es ist eine allseitig anerkannte und von keinem Schulmanne der Welt bestrittene Tat­sache^ daß unser-' deutsche Volksschule mit zu den besten aller Länder und Völker gehört. Unsere Schuleinrichtungen und Lehrpläne können als mustergültig gelten und werden oft genug als Vorbilder für die Volksschuleinrichtungen an­derer Nationen benutzt. Die Summen, die all­jährlich für die Erhaltung unserer Volksschulen verausgabt werden, gehen in die Hunderte von Millionen und werden von der steuerzahlenden Bevölkerung ger r getragen und aufgebracht. Die gewaltigen Summen, um die erst in diesem Zahre wieder die Lehrergehälter in Staat und Kommunen erhöht worden sind, beweisen aufs neue, wie sehr es sich die deutsche Nation an­gelegen sein läßt, für eine gute und gründliche Erziehung seiner Jugend zu sorgen. Dabei konnten sich die V -lksvertreter aller Parteien »nd aller Parlamente in Bewilligungen für Ihre Bolksschullehrer gar nicht genug tun und tznuhten noch manchen Wunsch für die Besier- Gellung unserer Lehrer, mit Rücksicht auf die Eteuerkraft unseres Volkes, als augenblicklich Eerfüllbar für bessere Zeiten zurückstellen.

Senn trotzdem von einzelnen sozialdemokrati- Een Rednern in Parlamenten und Dolksver- nmlungen di« Behauptung ausgestellt wird, | die deutschen Volksschulen hinter den Schu­len anderer Lander und Völker zurückstehen, so fcmi man solche Reden nur al» das bezeichnen, eu sie sind, als Hetz- und Agitationsreden, und ruhig darüber zur Tagesordnung hinweggehen. ' Es ist aber mit der wissenschaftlichen Erzieh- Bttg der Kinder in der Schule allein nicht ge- i Jen. Auch das Seelenleben der Jugend bedarf - der Erziehung? Es muß der Sinn für alles Eule und Schöne geweckt und gebildet werden.

, Auch dafür wird in unseren Volksschulen bestens gesorgt, durch Religions- und Geschichtsunter­richt arch den gemeinschaftlicher Eesang- »nd Turnunterricht, die Turnspiele und patrio­tischen Schulfeste darf man nach dieser Richtung als wichtige, erzieherische Einrichtungen an­sprechen. Allerdings wird in der Erziehung des Seelenlebens der Kinder die Schule allein nicht viel ausrichten, wenn auf das so leicht empfängliche Gemüt des Kindes nicht auch außerhalb der Schule günstig und vorbildlich namentlich im Elternhause eingewirkt wird. Der Umgang, den die Kinder außerhalb der Schule pflegen, die Art ihrer Spiele mit ihren Spielgefährten und namentlich die Unterhal- trmgslektüre werden sorgfältig beobachtet und geprüft werden müssen, um das Seelenleben un­serer Kleinen vor Schaden zu behüten.

Ein grimmiger Feind der moralischen Er-

56 (Nachdruck verboten.)

Girr Sommerlraum.

' Roman von K. van veeker.

(Fortsetzung.)

Als Werner gegen 10 Uhr den Heimweg »ntrat, da war neben dem Gefühl eines be­rauschten Glücks doch etwas wie ein leichtes Lnbefriedigtsein, ein Druck banger Ahnungen in ihm, und seufzend dachte er bei sich, daß die Jahre doch nicht spurlos an ihm vorübergegan­gen seien, sondern viel mit ihnen gezogen sei, was in nie wiederkehrender, sorgloser Jugend- ze ; seiner Liebe und seinem Glück einen viel rc'neren, wünsch- und bedenkfreien Stempel auf­gedrückt hatte. Am meisten bedrückte es ihn, daß Nora ihm das Versprechen abgenommen hatte, vorläufig ihre Beziehungen noch vor der Welt geheim zu halten, und daß gerade das, was er wünschte, das einzige gewesen war, was sie über die Zukunft gesprochen hatten. An allem anderen waren beide gleich scheu vor einem Zusammenstoß heute, wortlos vorüberg^ gangen. Sie hatten gegenseitig das Gluck und den Frieden des ersten Zusammenseins nicht stören wollen; aber wie der nächtig kalte De­zemberwind ernüchternd über die heiße Stirn des einsamen Wanderers strich, da festigte sich in diesem der Gedanke, schon am folgenden Tage fest in die Beziehungen ihrer Zukunft hineinzugreisen und ihrem Verhältnis die rich­tige Gestalt zu geben. Was dabei von Kampf voraussichtlich unvermeidlich war, wurde am besten so schnell wie möglich durchgefochten, und

ziehung unserer Jugend ist die Schundliteratur! Die unzähligen Indianer-, Räuber- und Ver­brechergeschichten, die in Millionen von Exem­plaren das Land überschwemmen und von ge­wissenlosen Händlern unserer Jugend für we­nige Pfennige feilgcboten werden, find ein ent­setzliches Gift für die empfängliche Phantrsie aller unreifen Menschen und ganz besonders der Kinder. In der Schule wird selbstverständlich streng darüber gewacht, daß sich unter den Büchern der Schulkinder nicht solche Giftpflan­zen der modernen Literatur vorfinden. Das wachende ?ruge des Lehrers reicht aber nicht über die Grenzen des Schullzauses hinaus; was außerhalb der Schule geschieht, entzieht sich der Kontrolle der Schulaufsicht. Vernünftige El­tern und Erzieher werden ja freilich auch zu Hause ein wachsames Auge auf die Unterhal- tungslektüre ftrer Kinder haben das alles aber genügt roch nicht! Verbotene Früchte schmecken ja so süß, und es ist so leicht geschehen, daß ein Kind sich trotz elterlichen und Schulver­bots für sein Taschengeld ein leicht zu verber­gendes Heftchen der giftigen Schundliteratur verschafft und heimlich liest. So mancher Vater ist es erst aswah- geworden, daß sein Cohn die­ser scheußliche Gift der Schundliteratur einge­sogen hat, wenn er ihn als jugendlichen Ver­brecher vor dem Richter wiederqeinnden bat. Schule und Eltern müssen sich deshalb zusam­mentun, um nicht allein den Kindern das Lesen und Kaufen solcher Schundliteratur aufs strengste zu untersagen, sondern müllen auch solche Geschäfte,, in denen derlei Zeug verkauft wird, vollständig boykottieren und überhaupt nichts bei inen kaufen oder kaufen lallen. Das wäre ein Mittel, um die Schundliteratur zu be­kämpfen und unseren Kindern schwerer zugäng­lich zu machen. Als zweites Mittel empfiehlt es sich, in ausgedehntem Mabe für Schülsr- bibliotheken zu sorgen. Solche Bibliotheken, die der Schulaufsicht zu unterstellen und selbstver­ständlich den Schülern unentgeltlich zugänglich gemacht werden müßten, könnten leicht und ohne große Kosten ins Werk gesetzt werden, wenn alle Aftern ersucht würden, die Lesebücber ihrer Kinder wenn sie nicht mehr benützt werden diesen Schülerbibliotheken zu schen­ken. Das wäre eine Wohtätiakeit und Wohl­fahrtseinrichtung am recht-n Platze, zum Segen unserer ganzen, Heranwachsenden Jugend.

Die neue Regierung in Frankreich.

Paris, 27. Juli. Die Tribünen sind über­füll' und der Saal ist sehr gut besucht. Mi­nisterpräsident Vriand verlas eine Erklärung der Regierung, die mit Beifall ausgenommen wurde, insbesondere bei der Stelle über die Bündnisse und Freundschaften. Alsdann inter­pellierte Lafferre die Regierung im Namen der redikal-sozialistischen Gruppe und führte aus. die Regierung werde eine Politik verfolgen müllen, welche die öffentlich« Ruhe und Gesetzmäßigkeit sichern werde. Redner fragte, welche Verord­nungen die Regierung infolge der Marine­untersuchung treffen und welche Haltung sie gegenüber den entlaßenen Postbeamten einneh­men werde. Schließlich wünschte der Redner zu wissen, ob Brinad mit der Majorität der Radikalen und den Radikal-Sozialisten zu re­gieren beabfichftge. Lauraine (Radikaler) ver-

beruhigend sagte er sich, wenn er nur erst die volle Sicherheit habe, daß Nora ihrem Berufe entsagen und alle Verpflichtungen desselben lösen wolle, so würde auch der leise Schatten fortgelöscht sein, der jetzt noch unfaßbar und un­verständlich über seinem großen, langersehnten und wiedergefundenen Glücke lag.

Während Heinz so sinnend und überlegend durch die Winternacht dahinschritt, saß Nora ebenso sinnend und überlegend in ihrem Schlaf­gemach und ließ sich von Christel die langen, blonden Haare kämmen. Christel tat das mit demselben unbeweglichen, unfreundlichen Ge­sicht wie immer; nut war sie heute etwas lang­samer wie sonst, da sie der Gebieterin Zeit lassen wollte, ihr die nötigen Mitteilungen über den heutigen Besuch zu machen, über desien Person und Sebeutung ganz gegen alle sonstige Gewohnheit noch keine Silbe über Noras Lip­pen gekommen war.

Christel wußte feit jenem Nachmfttagsbesuch des Asieffors Wendenburg, daß etwas mit ihrer Herrin nicht in Nichttgkeil sei. Sie kannte Nora zu genau, um nicht jebe Seelenschwankung derselben bis in die feinsten Schattierungen mitzufühlen und verstehen zu können, ost besser zu verstehen, wie die von ihnen Ergriffene. Und Nora war auch seit ihrer Kindheit daran ge­wöhnt, Christel als ihre beste Vertraute und klügste Beraterin zu betrachten, besonders da diese nie merkbar über ihre Stellung hinaus­ging, sondern, wenn sie ihre Herrin lenkte und beeinflußte, so geschickt und heimlich darin ver­fuhr. daß diese es tut Moment nie und später

| langt bündige Erklärungen über das Beamten- I statut. Charles Benoist wünschte Erklärungen I über die Wahlreform.

Paris, 27. Juli. Im Senat verlas Minister I Barthou eine Erklärung der Regierung, die I bft nicht so warm wie in der Kammer aufge- I nommen wurde.

Paris, 27. Juli. Das neue Kabinett erklärt I in der im Parlament verlesenen Kundgebung, I es beabsichtige, eine Politik des Friedens, der Reformen und des Fortschrittes in die Wege zu leiten. Es werde den Bündnissen und Freund­schaften Frankreichs unverbrüchlich treu bleiben und es als seine Aufgabe betrachten, der Würde und den Rechten Frankreichs Achtung zu ver­schaffen und den Weltfrieden zu wahren. Die Politik des früheren Ministeriums werde es weiterführen; diese von der Kammer ständig ge­billigte Friedenspolitk habe zur Stärkung des Vertrauens beigetragen, vermöge desien Frank­reich mit wachfender Autorität im Geiste der I Versöhnung an der Regelung der internationa­len Schwierigkeiten habe mitwirken können. Diese Autorität entspringe ebenso der Konse- auenz seiner Ansichten, wie dem Prestige, daß es seiner moralischen Expansionskraft und seinen Machtmitteln zu Wasser und Lande verdanke.

In der Kundgebung des Kabinetts heißt es weiter, di« Regierung fei bereit, die für die Marine gebrachten Opfer durch eine organische Reform wirksam zu gestalten. Die Kritik an der Marine hätte übrigens niemals auf die Vaterlandsliebe und die berufliche Tüchtigkeit der französischen Seeleute sich erstreckt. In erster Linie werde die Regierung für die Bewilligung des Budgets eintreten. In sozialer Hinsicht werde die Regierung bemüht fein, die Mtersver- sorgungsgesetze für Arbeiter vor Schluß der Le­gislaturperiode zu verwirklichen und später nach und nach auch die in der Landwirtschaft, Han­del und Industrie beschäftigten Angestellten in ein vollständiges System sozialer Versicherungen einzuschließen. Die Regierung werde das Ein­kommensteuergesetz im Senate nachdrücklich ver­teidigen. Betreffend der Wahlreform werde die Regierung die Kammer ersuchen, für dis Muni- zipalwahlen einen methodischen Versuch mit dem Proportionalsystem zu machen. Die Regierung werde weiterhin auf die Annahme des Beam- tenf*atuts bringen, bas den Beamten alle ge­setzlichen Freiheiten gewährleisten soll. Die Duldung einer Unterbrechung des öffentlichen Dienstes könne jedoch nicht in Frage kommen. D'e Regierung werde die Reformen zum Schutze des Laienunterrichts weiter fottsetzen und werde die Verkehrsmittel weiter ausbaüen. Nach der A kündigung einiger neuen Gesetzentwürfe be­sagt die Kundgebung, daß die Zolltarifrevision im Geiste des alten Kabinetts fortgesetzt werden solle und schließt mit der Versicherung, daß die Regierung gewillt sei, an der Organisation der Demokratte zu arbeiten.

Der Empfang des neuen französischen Ka­binetts beim Präsidenten Falliäres hat am Abend des 24. d. M. stattgefunden. Das Ober- Hau- t der Republik richtete dabei folgende An­sprache an die Mitglieder des Kabinetts:Im Elyses kann eine persönliche Politik keine Statte haben. Es kann hier nur eine Politik geben, I die Politik des Kabinetts. Das Kabinett als I solches erfreut sich in feiner Gesamtheit meines I Vertrauens, und jedes feiner Mitglieder darf I meiner wohlmeinenden Unterstützung versichert I

meistenteils nur wohltuend empfand. Nur da­mals bei dem Sommertraum im stillen Schwei­zertal, waren die beiden sonst so fest Verbün­deten auseinander gekommen; und wenngleich Christel auch da dem Eigenwillen der kapri­ziösen Herrin stillschweigend Rechnung getragen und die Torheit jener Tändelei, wie sie es nannte, duldend mit angeseben hatte, so wußte Nora doch genau, wie weni' dieselbe' nach dem Geschmack und den Wünschen ihrer Vertrauten gewesen war, und sie zögerte deshalb auch jetzt, dieser eine Mitteilung über das Wiederfinden und die Aufnahme der alten Beziehungen zu machen. Wenn sie nur gewußt hätte, wie wenig nötig das noch war, wie Christel mit ihrem feinen Spürsinn und den, was ihre Herrin an- betraf, vollständig gewiffenlofen Forfchungen schon genau über alles orientiert war u j> im Innern vor Ungeduld brannte auf die Gelegen­heit einer Aussprache, bei der sie erfahren konnte wie weit dieser unerwartete und un­erwünschte Zwischenfall in das Empfinden und die Zukunftsberechnungen ihres vergötterten Kindes, wie sie Nora heimlich nannte, einge­griffen habe und weiter einzugreifen gedenke.

Vorläufig machte die still vor sich Hinträu- menbe nicht die leisesten Anstalten, Christels Wünschen entgegenzukommen und als die schwe­ren blonden Flechten endlich trotz aller Lang­samkeit doch soweit gediehen waren, daß jede Beschäftigung mit ihnen aufhörte, und Nora noch immer hartnäckig schwieg, da hielt es Christel für angebracht, während sie langsam das Nachtzeug zu«chtlegte, die Offensive zu er­

fein." Angesichts der Vorgänge in der Kam« mersitzung, in der der Zusammenstoß zwische« Dekali und Clemenceau erfolgte, muß sich bte Annahme aufdrängen, daß der Präsident mtt diesen Worten an dem Verhalten des vorige» Ministerpräsidenten und des ehemaligen Mi­nisters des Auswärtigen, die den Sitzungssaal der Deputiertenkammer zum Schauplatz ihrer persönlichen Streittgketten gemacht hatten, nach­träglich Kritik üben wollte.

Politische Umschau.

Der Zarenbesuch in Kiel.

Eckernförde, 27. Juli. Heute vormittag 10 Uhr begaben sich Prinzessin Heinrich von Preuße« und der Großherzog von Hessen zum Besuche der russischen Majestäten an Bord derStanbart*. Um 11 Uhr fuhren Kaiser Nikolaus, in deutscher Marineuniform, die Kaiserin, der Großsürst- Thronfolger, die Großfürstinnen, Pttnzesiin Hein­rich von Hessen an Bord der Stationsjacht Schneewittchen" nach Hemmelmark, woselbst ein Frühstück stattfand, an dem auch das russische Ge­folge teilnahm. Zu dem Frühstück auf Hemmel­mark waren mit den hier eingetroffenen aller­höchsten und höchsten Herrschaften auch der Mi­nister des kaiserlichen Hofes Baron Frebericksz, die Damen und Herren der Umgebung, die sich auf derStandart" eingeschisst hatten, sowie das Gefolge der Pttnzessin Heinrich von Preußen ge­laden. Der Kaiser und die Kaiserin von Ruß­land, der Thronfolger und die Großfürstinnen- Töchter verbrachten den Nachmittag auf Hemmel­mark und gedenken nach dem Souper auf die vor Eckernförde vor Anker liegende JachtStandart* zurückzukehren.

Zur Talons... -

ivird amtlich geschtteben: Die vom Bundesrate soeben beschlossenen Ausführungsbestimmungen zum Reichsstempelgesetze erfassen auch die Ge- winnanteilscbeinbogen und .Zinsbogen, welche jetzt noch vor dem 1. August zur Erneuerung von an diesem Tage noch laufenden Gewinnanteil­scheinbogen und Zinsbogen ausgegeben worden sind. Entsprechend der bereits gemeldeten Rechts- auffaffung des Bundesrates wird in den Aus- führungsestimmungen als Zeitpunkt, in den' eben­falls die Stempelpflicht eintritt, der Fälligkeitstag des letzten Zinsscheines des alten Bogens oder der Schluß des Geschäftsjahres angenommen, aus welches der letzte Gewinneinteilschein des alten Bogens lautet. Es ist jedoch beabsichtigt, and) die Gesetzgebung nochmals mit dem Gegenstände zu betrauen. Zur Vorbereitung eines Gesetzent­wurfes sind die Behörden angewiesen, bis zum 1. September ds. Js. eine Liste derjenigen in­ländischen Gesellschafen usw. auszustellen, die in der Zet vom 10. bis 31. Juli dieses Jahres in der vorbezeichneetn Weise neue Gewinnanteil­scheine oder Zinsbogen vorzeitig ausgegeben haben.

Große Aussperrung in Stockholm.

Stocks-Nlm. 26. Juli. Die Aussperrungen, wovon bisher 13 000 Arbeiter betroffen wurden, haben eine weitere Ausdehnung ^ nommen.

greifen und selbst aus die Sache loszugehen. ®i war das sonst garnicht ihre Art und ging ihr ganz gegen den diplomatischen Strich, aber wa« half es? Wenn der Berg nicht zu Mohammed kam, so mußte Mohammed eben zum Bergt kommen? Und in dieser richtigen Erkenntnis sagte Christel endlich, das spitzenbesetzte Nacht­hemd mechanisch glattstreichend:

Habe ich mich getäuscht, ober war der Herr, der heute so lange bei Ihnen war, wirk­lich jener junge Student, mit dem wir vor f» langen Jahren «ine Zeit lang in dem kleinen Schweizerdorf zusammen waren?"

Nora feilte emsig an bt;t langen, rosigen Nägeln.

Du besitzest ein gutes Gedächtnis, daß Du ihn sogleich wieder erkannt hast!" sagte sie mit kühler Nachlässigkeit, die bei Christel ganz ihren Zweck verfehlte und die kluge Beobach­terin durchaus nicht vom richtigen Weg ab­lenkte.

Doch nicht besser wie Sie," war die anschei­nend harmlose Antwort, die aber gleich durch de« Nachsatz:Freilich, Ihnen war er damals auch sehr lreb!" viel von ihrem nichtssagenden Anstrich verlor.Wie wirb es aber für M< Zukunft werden? Wird der Herr Bräuttgam und künftige Gemahl wohl gewillt sein, seine eigens Zukunft zu opfern und als untätige, Mann einer berühmten Frau im Schatten Vt stehen? Wohl kaum!"

(Fortsetzung folgt.)