mit dem Kreisblatt für dre Kreise Marburg und Kirchhain H
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Berlage/'
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Die „Gberhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
Marburg
Sonntag, 25. Juli 1909.
Die Insertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Iah. Aug. Koch, UnioersitätSbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H itzero th, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
Zweites Blatt.
Der neue Waffergesetzentwurf.
Aller Boraussicht nach wird der neue preußische Waffergesetzentwurf in der nächsten Tagung •em Landtage unterbreitet werden. Der Entwurf, der ursprünglich den verschiedenen Inter« «senten-Vereinigungen zur Begutachtung unter« •rettet war, ist in der Zwischenzeit einer recht stündlichen Umarbeitung unterzogen. Die Um« EL-Est gegenwärtig auch noch nicht zum Avichluß gekommen. Nach dem Stadium der Ar- »eiten aber ist anzunchmen, daß dies recht bald der Fall sein wird. h.!ei der Umarbeitung sind die verschiedensten Wunsche der Jntereffenten« gruppen tut Berücksichtigung gelangt. Daß die Aiaoäffeneinigungsfrage eine andere Regelung «lv im crfW Entwürfe erhalten soll, äst bekannt. Fm letzttisn war diese Frage nur nebensächlich behandelt. Sie soll jetzt wieder ausgenommen werden, indessen eine ganz andere Behandlung erfahren, als in dem Entwürfe vom Jahre 1893, der bekanntlich _ auf G^nd der öffentlichen Kritik, die er erfahren, fallengelaffen worden ist. (fine grundsätzliche Neuerung wat in den Entwurf dairt-rch gekommen, daß die Einrichtung von VZn'serb-ichern vorgesehen wurde. In der öffentlichen Kritik wurde bedauert, daß diesen Büchern brine Beweiskraftbeigegeben worden wat. Wie wir hören, soll in gewisser Beziehung diesem Wunsche Rechnung getragen werden. Des weiteren werden wohl ganz neue Abschnitte in den Entwurf ausi.enommen werden, die in ihm bisher fehlten. Das Deichrecht und das Recht des Hochwafferschutzes waren bisher darin nicht enthalten. Sie sollen wie wir hören, aufgenommen werd.n. Ihre Aufnahme wird auch wohl weiter keinen Widerspruch erfahren, da es sich hier in der Hauptsache um die alten, schon bestehenden Bestimmungen handelt. Eine weitere wichtige Aenderung würde durch die beabsichtigte Aufnahme der unterirdischen Gewässer in den Entwurf vorgenommen roe^en. Auch soll die Einteilung der Eewäffer anders vorgenommen werden, als sie im ersten Entwürfe abgegrenzt war. Ob die Absicht zur Ausführung kommen wird, für Elektrizitätszwecke die Benutzung der Wasserkräfte zu erleichtern, ist noch fraglich. Bestimmungen darüber aber werden erwogen. Ebenso solche zur Förderung des Baues und Betriebes von Talsperren. Kurz, es ist eine ganze Anzahl von Aenderungen, die bei der Umgestaltung des Entwurfes in Betracht kommen. Vor allem aber ist das Bestreben der zuständigen behördlichen Stellen darauf gerichtet, den Wortlaut des Entwurfes klarer und mehr gemeinverständlich zu machen. Daß der neue Entwurf nochmals, ehe er an den Landtag gelangt, veröffentlicht oder den Jntereffenten-Vereinig- ungen zur Begutachtung unterbreitet werden wird, ist nicht wahrscheinlich. An den kompe- tenten Regierungsstellen scheint man die Absicht
53 (Nachdruck verboten.)
Girr Sommertraum.
Roman von K. van Beeker.
< Fortsetzung.)
^_P,Nein, lasten Sie nur, ehrgeiziger Aeskulap- füüger ,bei mir ist die Sache ganz in Ordnungl Der Geheimrat hat schon heute geprüft und studiert und seine Taten so gut befunden, daß er mich als überflüssigen Ballast über Bord werfen will! Ja, junger Freund, Ihr hoher Rat meint, daß ich nun zur allgemeinen Stärkung des Leibes und der Seele meinen altgewohnten Käfig hier verlosten und dem Süden zufliegen soll! Was sagen Sie dazu?"
„Daß ich Sie herzlich beglückwünsche, Durchlaucht, so sehr ich es auch bedauere, Sie aus der Zahl meiner Patienten scheiden zu sehen," erwiderte Werner und sein Gesicht hellte sich auf bei dem Anblick der lebensfrohen, hoffnungslustigen Züge des liebenswürdigen Mannes. ,,^ch hiu auf diesen endgültigen Entscheid des Geheimrates freilich vorbereitet, aber es freut mich doch unendlich, die Kur so gelungen Und immerhin so schnell beendet zu sehen."
„Ja, Euer Rat ist eine große Kraft, ich habe ihm viel zu verdanken, mehr, wie ich je vergelten kann. Auch Sie. lieber Freund, so kurz auch meine Patientenschaft unter Ihnen war, sind meinem Herzen sehr nahe getreten, und es wird mir schwer werden, von Ihnen zu scheiden. Es ist eine große Sympathie, die mich zu Ihnen zieht und die mich nun nochmals die Frage tun läßt, ob Sie nicht als mein Arzt, Freund und Reisebegleiter mich auf dem neuen Wege in die Welt begleiten wollen?"
„Ich weiß nicht, Durchlaucht, womit ich Ihre Güte verdiene und kann diese nur auf Rechnung meiner eigenen großen Verehrung für Sie schienen. Haben Sie tausend Dank und schelten Sie mich nicht undankbar, wenn ich verlockendes,
pro 100
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberheff. Zig." gestattet.)
Marburg, 24. Juli.
* Hessischer Geschichtsverein. In der Generalversammlung vom 19. Juli erstattete der Vorsitzende Archivar Dr. Rosenfeld Bericht über die Vorträge und Ausflüge des abgelaufenen Jahres. Es brachte sieben Vortragsabende und fünf Ausflüge. Die Mitgliederzahl ist nahezu auf derselben Höhe wie am Ende des vorigen Geschäftsjahres, zahlreiche durch Tod oder Wegzug gerissene Lücken Würben durch den Eintritt neuer Mitglieder fast völlig ausgefüllt. Der Verein zählt gegenwärtig 185 Mitglieder. Betreffs der Verhandlungen mit dem Casseler Vorstand über die Zukunft der
stützung, daß die Verivirklichung dieses Gedankens ennöglicht Wird.
* Durchschnittspreise. Wir entnehmen der amtlichen Tabelle über die Marktpreise an den Garnisonsorten in dem Regierungsbezirk Kastel für den Monat Juni 1909 folgende Ziffern:
Ausland.
** Eine stürmische Stadtoiitersitzung. London, 22. Juli. In der Stadtratssitzung zu Portsmouth kam es, als über die Ueberreichung einer Adreste an den Zaren bei feinem Besuche in Cowes diskutiert wurde, zu stürmischen Auftritten. Es wurde von vornherein ein Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit gestellt, gegen den sich aber lauter Widerspruch erhob. Dann gab es heftige Zusammenstöße zwischen den einzelnen Rednern, es wurde ein Protest der Arbeiterpartei gegen die lleberreichung einer solchen Adreste verlesen, und schließlich ging der Spektakel auf den Galerien los. Von dort wurden die wüstesten Schimpfwörter in den Saal hinabgeschleudert. Der Bürgermeister erhob sich während des ärgsten Tumultes und schrie zornrot, es habe ihn einer einen schmutzigen Hund geschimpft! Der Betreffende möge sich melden. Darauf meldete sich ein Galeriebesucher, den bann der Bürgermeister hrnauswerfen 'lasten wollte, aber die anderen Stadtväter nahmen für den Mann Partei und setzten ihrem Oberhaupte auseinander, daß er zu einer solchen Maßregel kein Recht habe. Zum Schluffe zogen sich die Stadtväter zu einer zweistündigen Sitzung in eine abgeschlossenen Raum zurück, wo es aber zwischen ihnen nicht minder heftige Zusammenstöße gegeben haben soll als coram publico.
Weizen
Roggen Gerste
Hafer Erbsen zum Kochen Speisebohnen Linsen Eßkattoffeln Richtstroh Krummstroh Heu
* Ersatz deS Fahrgeldes. Vielfach wirb bie Meinung geäußert, daß einem betrunkenen Reisen- den, der unterwegs von der Eisenbahnfahrt ausgeschlossen Worben ist, weil er die Mitreisenben beköstigt hatte, das bezahlte Fahrgeld ersetzt werben müsse, Wenigstens für die nicht benützte Strecke, für die seine Fahrkatte gültig War. Diese Meinung ist jedoch eine irrtümliche. Auch nach de« Bestimmungen der neuen Eisenbahn-Verkehrs. ordnung haben die Wegen Trunkenheit von der Fahtt ausgeschloffenen Personen keinen Anspruch auf Ersatz des Fahrgeldes und der etwa bezahlten Gepäckfracht. Dagegen ist solchen Personen, di« Wegen Krankheit oder aus einem anderen als de» oben erwähnten Grunde den Mitreisenden lästi, fallen und deshalb von der Fahrt ausgeschlossen Werden, das Fahrgeld und die Gepäckfracht nach Abzug des Betrages für bie durchfahrene 6tn6t zu erstatten.
♦ Warnung vor dem Genuß von Eisk Sehr oft kann man die Beobachtung machen, daß Kindes den Eiswagen Nachläufen und ein Stückchen Ei» zu erhaschen suche. Kann der Genuß dieses natih* «chen Eises an sich schon der Gesundheit schädlich sein, so ist dies jetzt bei der sehr heißen Witterunch noch umsomehr der Fall. In der Tat find in lech« ter Zeit Wieder mehrfach Erkrankungen vorgeko»- men, Welche auf den Genuß solchen Eises zurück- zuführen sind. j :
sagte er leffe und unsäglich zärtlich, „mußt Du das noch fragen, wo Du doch in meinem armen, törichten Herzen wie in einem aufgeschlagenen Buche lieft; wo Du doch weist, daß ich nie eine andere Göttin kannte, als meine rosenfarbene Waldsee!"
„Und die blauäugige, sanfte Ulli?" fragte sie halb ängstlich, halb schelmisch. Aber im selben Augenblick bereute sie ihre unvorsichtige Frage, die auf fein eben noch so glückliches Gesicht einen tiefen Schatten lockte, unter besten Einfluß sich seine Arme von ihrer Gestalt lösten und seine Stimme einen harten, gepreßten Ton annahm, als er kurz erwiderte: „Frage nie wieder so, Du weckst die Stimme meines Gewissens und sie bringt einen häßlichen Mißton in die Harmonie unseres Wiederfindens!"
„Vergib, Geliebter!" Und sie strich leise über seine finster gefurchte Stirn. „Vergib, wen» ich im törichten Uebernntt des Glücks meine Finger in die Wunden legen wollte, um den Beweis Deiner Treue und Liebe bis aufs äußerste zu fühlen? Und nun warte, es fehlt noch der Dritte in unserem Bunde, weißt Du wohl,, Laß mich ihn rufen!“ Sie :,ob die Portiere. „Troll, alter Freund, komm! Es ist wieder Sommer und goldene Zeit geworden, komm!"
Dann sagte sie, zärtlich seine Hand drückend, „Heinz, wie war es nur möglich, solange ohne Dich zu leben? Welch ein maßlos törichtes Geschöpf ist doch der Mensch, wenn e; stärker sein will wie sein Herz und sich Hirngespinste halber selbst seinen Sonnenschein aus dem Leben löscht! Und doch, Liebster, war ich da, mals im Recht und muß mit dem Dichter sagen: „Wenn ich noch einmal vor Dir stände, Du tätest es noch einmal, mein Herz?"
(Fochetziuig folgt)' '
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zu haben, den Entwurf nunmehr, nachdem er auf Grund der gutachtlichen Aeußerungen der Interessentenkreise einer umfastenden Umar' beitung unterzogen ist, so, wie er daraus hervorgegangen ist, dem Staatsministerium zu unterbreiten. Dieses dürfte ihn dann, nachdem solange Vorbereitungen vor sich gegangen sind, dem Abgeordnetenhause vorlegen. Man rechnet sogar darauf, daß gerade dieser Entwurf zu den ersten Vorlagen gehören wird, die dem preußischen Landtage in der nächsten Tagung werden unterbreitet werden können.
liebenswürdiges Anerbieten ablehnen muß. Von allem sonstigen abgesehen, festeln mich ganz neuerdings Beziehungen zu einer anderen Person so sehr, daß eine Entscheidung über meine Zukunft nicht mehr allein in meinet Hand liegt und jedes Band, das mich noch nach anderer Seite binden wollte, unmöglich macht."
„Ah so!" machte der Fürst mit feinem Lächeln. „Dann reden wir nicht weiter von meinen Plänen! Aber es würde mich freuen, wenn ich wenigstens noch vor meinem Scheiden in bie Lage käme. Ihnen Glück wünschen zu können."
Werner errötete wie ein junges Mädchen und sagte bann, die halbe Frage des Fürsten umgehend: „Wenn ich Durchlaucht irgendwie behilflich fein kann, jemand zu suchen, der das mit leidet versagte Glück, Sie zu begleiten —“
„Nein, nein, ich danke, liebet Freund! Ich bin ein komischer Kauz, der sich nicht leicht an frembe Menschen gewöhnt und sehr wählerisch mit seinem ständigen Verkehr ist. Kann ich darin nicht nach meiner Sympathie und meinem Geschmack gehen, so warte ich lieber hier in der Klinik ab, bis ich soweit bin, keines Arztes mehr zu bedürfen. Ich habe ja die Freiheit nut erhalten, um sie nach meinem Belieben auszunutzen ; nun beliebt es mir eben, noch etwas hier zu bleiben."
„Aber, Durchlaucht, der Herr Geheimrat meint doch, daß ein Aufenthalt im Süben für Ihr Allgemeinbefinden und auch für die Fortschritte Ihrer Sehkraft günstiger sei wie das längere Verweilen im Norden —"
„Jawohl, er meint, aber ich meine anders. Lasten wir bas, lieber Doktor; es wird sich wohl fettlerzeit eine Entscheidung darüber treffen lasten, momentan drängt die Sache ja nicht."
Der Fürst sagte das seht bestimmt und mit einer gewissen Zurückweisung, tie zwar viel zu leicht und fein wat, um zu beleidigen, aber doch
hiesigen Altettümersammlung bettch- » sikalische Institut zu übertragen, Wollten andere tete bet Vorsitzende, daß nach den letzten von Cassel I die Herstellung der Tafel verschoben Wissen, bis erfolgten Vorschlägen, nach deren Erörterung I das neue Gebäude fertiggestellt sei. Man einigte Seitens des hiesigen Ausschuffes und dem Aut- I sich über bie Absicht einer Ehrung unb eines ent« Wortschreiben des Marburger Vorstandes ge« I sprechenden Aufrufs zur Sammlung an unsere gründete Aussicht auf eine volle Verständigung sei, I Mitbürger. Sehr glücklich erschien manchen der und man sicher auch über die Aufbewahrung ge- I Vorschlag des Oberbürgermeisters Troje, an einer Wisset für das Casseler Landesmuseum nicht be- I von lebhaftem Verkehr berührten Stelle, beten aehtter Gegenstände, welche — von Jenseits des I Ausschmückung auch sonst erwünscht ist, an dem Kreises Marburg stammend — auch hier Wegen ] Platze unterhalb des Labens bes Photographen großen Umfangs unb schlechter Erhaltung ans I Damm in bildnerischer Weise das Andenken der Raumpolitik gern abgegeben Werben Würden, I Freiheitskämpfer von 1809, insbesondere des Pro- eine Lösung finden Werde. In der späteren allge- I fessor Sternberg, zu ehren. Hoffentlich findet der meinen Erörterung der Sammlungsfrage, an j vom Vorstand zu erlassende Aufruf soviel Unter-
I Welcher besonders die Herten Geßner, Heer, Ttoje I teilnahmen, Wurde beklagt, daß in der Bürgerschaft I die Meinung verbreitet fei, es sollte von der hiest- I gen Sammlung des Geschichtsveteins Weitaus der I größte unb Wertvollste Teil nach Cassel verbracht I Werben. Man müsse dieser irrigen Meinung mit I aller Entschiedenheit entgegentreten. Wenn Opfer I zu bringen feien, so bleibe doch der Wesentliche I Teil der Sammlung hier, Weil der Kreis Marburg I von dem Landesmusenm ausgeschlossen bleibe; I von einer Abgabe von Gegenständen, die der Mar- I bürget Sammlung geschenkt Worden seien, sei gar I nicht die Siebe; im Landesmuseum Werbe der I Kreis Marburg,. z. B. auch die Elisabethkirche, I durch Nachbildungen und Doubletten betreten I sein. Der Marburger Geschichtsvereln dürfe I hoffen, dem künftigen Ausstellungshaus, I für das sich ein lebhaftes Jntereffe in der Bürger- I schaff zeige, ein kulturhistorisches Museum zu lie- I fern, das eine starke Anziehungskraft auf Beschauer I und Schenkwillige üben Werbe. — In seinem I Kassenbericht hob Landgerichtsrat Heer her- I vor, daß eine unerwartete große Ausgabe zur Be- I gleichung einer älteren Rechnung im Augenblick I einen kleinen Fehlbetrag verursacht habe und der I Ortsbeitrag deshalb noch einmal auf 1,50 M zu I bemessen fei. Nachdem die Rechnungsführung von Oberst Schumacher unb Oberlehrer Steinbruch für richtig befunden War, Wurde dem Kaffenführer Lanbgerichtsrat Heer Entlastung unb der Dank des Vereins ausgesprochen. Die VorstandsWahl führte zur Wiederwahl des bisherigen Vorstandes Archivar Rosenfeld, Prof. Wenck, Landgerichtsrat Heer und Kunstmaler Giebel als Vorsitzenden, Schriftführer, Kassierer und Konservator, als Mitglieder des Rebaktionsausschusfes Wurden die Professoren Schröder-Göttingen unb Wenck Wiedergewählt. — Ein eingehende Erörterung rief noch die Frage hervor, in Welcher Weise das Gedächtnis des 1809 von der Westfälischen Regierung zur Erschießung verurteilten Professor Sternbergs zu ehren sei, da seinem glücklich ermittelten Wohnhaus der Untergang droht. Während manche Mitglieder der Meinung Waren, eine Gedenktafel an dem betreffenden Haus anznbringen unb sie später an das auf demselben Grunde zu erbauende phy- » »i ■ j ।
deutlich genug, um jede weitere Erörterung des Themas abzufchneiden, der Doktor, der sowieso nur noch halb bei der Unterhaltung war, da die von Lori bestimmte Stunde nahte, benutzte die damit gegebene Gelegenheit, feinen Besuch zu benden und sich dem Fürsten zu empfehlen, i
Als die Uhr fünf schlug, stand der Doktor vor dem eleganten Hause, bas ihm der Adreßkalender als Noras Wohnung angegeben hatte, und das zierliche junge Mädchen, das ihm die Tür öffnete und ihn, wie es schien, genau über seinen Empfang und seine Person instruiert, sogleich in das behaglich durchwärmte, reizende Teezimmer führte, schien ihm im Gegensatz zu Christel, die er mit Widerwillen als bekannten Drachen an der Eingangspforte seines Paradieses erwartet hatte, ein neues, gutes Omen für die günstige Wendung der Verhältnisse.
Kaum hatte sich die Tür hinter dem dienstbaren Geist geschloffen, und Heinrich wollte I eben mit stillem Entzücken den Eindruck des I Raumes in sich aufnehmen, als sich auch schon I die den Eingang zum Nebenzimmer verhüllende | Portiere hob und Lori, unter derselben erschei- I nend, mit dem leisen, jubelnden Ausruf: „O I Du, Du mein einzig Geliebter!" in seine Arme I flog. Vergeßen waren die langen fünf Jahre, I vergessen all die Schmerzen und Qualen der I zwischen damals und jetzt liegenden Zeit. Ihm I war es, als hätte diese still gestanden und ihm I niemals die zarte, genau wie damals in rosige Gewänder gehüllte Gestalt geraubt, als wären I nie Schnee und Eis, nie Sturm und Regen über I die Welt gezogen, sondern nur der ewige Son- I nenschein des Glücks, der einst wie jetzt mit I wonnigem Glanze und belebender Wärme über ihnen lag.
Langsam hob sie den Kopf von seiner Brust: „Und Du liebst mich noch, Heinz, Lebst mich noch ebenso wie damals?"
Er drückte sie stürmisch an sich. »Heuchlerin,"
Marburg,
Kassel
Fulda
r 27,63
26,82
26,00
19,41
1900
19,19
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