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wärmsten Dank auszusprechen. Seine Majchät rechnen auch ferner auf die segensreiche Arbeit

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bourg zur Begrünung des Kaisers von Ruß­land am 81. Juli von den neuen Ministern begleitet zu sein. Vielfach wird Brand als Nachfolger Tlemenceaus genannt.

Paris, 21. Juli. Delcaffe wurde heute nach­mittag von Präsident Falli^res empfangen. DerLiberte" zufolge beabsichtigt Delcassch dem Präsidenten Fälliges zu erklären, daß nach seiner Ansicht der zur Bildung eines Kabi- nettes geeignetste Politiker Millerand wäre.

die Seele gedrungen war, sagte sich mit dem ahnenden Seherblick ihres verwundeten Herzens, daß hier keine neuen Beziehungen angeknüpft, sondern alte zu neuem Leben erweckt wurden. Daher also sein verändertes Wesen, oaher der Wandel seines Benehmens. Die Lösung aller Rätsel, mit denen sie seit zwei Wo^n Kopf und Herz quälte, lag nun erschreckend klar vor ihr, und auf einmal wußte sie auch, worüber sie bis jetzt vergebens nachgesonnen, was es gewesen, das schon damals in ihren Backfischjahren ihr Interesse gerade für diesen Freund ihres Bru­ders so besonders erregt hatte.

In einer mitteilsamen Stunde waren Max der Schwester gegenüber dieselben Andeutungen entschlüpft, wie neulich Nora gegenüber, nur ausführlicher, und Ulli hatte sich damals in ihrem romantischen, jungen Köpfchen aus all' dem eine traurige Liebesgeschichte zusammen- geiponnen, die im Endpunkt sehr der Wirklich­keit gleichkam und ihr das Opfer derselben, den schönen, dunklen Jüngling, so besonders inter- epant gemacht hatte, daß sie sein Bild und seinen Namen fest im Gedächtnis behielt. Der Grund dafür war im Laufe der Jahre entfallen, aber jetzt in dieser schweren, an traurigen Entdeck­ungen reichen Stunde stieg er in greifbarer Deutlichkeit aus dem Dunkel des Vergesiens auf. Vis in die geringsten Einzelheiten hinein, so genau, daß selbst der Name jener treulosen Ge­liebten erinnerlich wurde und sie in geschärfter Kombination die natürliche Verbindung Loris und Noras mit dem Erundnamen Leonora als Bestätigung der eben empfangenen Offenbarung annahm. Auch nicht der leiseste Zweifel an der Richtigkeit des so Zusammengereimten und der r^rten gegenwärtigen Situation half lllll über den qualvollen Schmerz dieser Stunde hinfort. All' ihr Hoffen, all' ihr Glück war mit einem Schlage zerttümmert, und ihr war zumute wie einer Sterbenden. Mit erloschenen Blicken sah sie noch, wie Werner der Sängerin den Arm I

Marburg

Freitag. 23. Juli 1909.

lNachdruck Verboten.)

Gi« Sommertraum.

Roman von Ä. een Beeker.

lFortsetzung.)

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage

bot, sah den Blick, mit dem er ihr leise eine Frage zuflüstette, bis sie mit zärtlich aufleuch- tenden Augen ebenso leise und hastig erwiderte dann, ehe das Paar ihr so nahe kam, daß sie es bemerken konnte, schlüpfte sie lautlos aus ihrem versteckten Plätzchen hinter dem Stuhl der Mutter fort in das Nebenzimmer, desien Tür auf den Korridor mündete und von dem aus sie unbemerkt in ihr stilles Zimmer gelangen konnte. Es war Werner in dem allgemeinen Zudrange, der Nora und mit ihr zusammen­hängend jetzt auch ihn, den Urheber des inter- esianten Wettstückes, umwogte, unmöglich, mit der Geliebten noch irgend ein intimes Wort zu wechseln. Ihn verlangte auch kaum danach, be­sonders da er keine Aufmerksamkeit auf eine Zusammengehörigkeit zwischen ihnen lenken wollte. War doch alles, was im Moment zu sage^i war, gesagt worden. Einesteils durch das Lied, anderuteils durch die kurze Frage und Antwort, die sie beim Rückwege nach dem Platze getauscht hatten und die von Ulli noch so schmerz­haft bemerkt worden war.

Wann darf ich zu Dir kommen?" hatte er leise gefragt, und ebenso leise hatte sie geant­wortet:Morgen um fünf Uhr zum Tee, dann bin ich nur für Dich zu Hause!"

Und um diese Worte mit der ganzen Reihe ihrer Folgerungen drehten sich all' seine Ge­danken, als der Doktor in später Nachtstunde, unfähig für Schlaf und Ruhe, in seinem Zim­mer auf- und abschritt. Das Feuer im Ofen war längst erloschen, und die scharfe Dezember- kälte, die draußen mit Schnee und Eis ihren weißsilbernen Mantel über die zitternde Erde breitete, machte sich auch hier in den geschloffe­nen Räumen recht bemerkbar; aber der Besitzer derselben empfand nichts von ihrem Einflüsse. Ihm tobte das Blut so heiß durch die Adern und seine Gedanken nahmen ihn so vollltändig sangen, daß er gegen di« Außenwelt blind und gefühllos «ar. Am Ziel! flüsterten ihm diese

Gedanken immer wieder zu. Und doch, wie weit noch von demselben entfernt, und welche Tiefen, welche Hindernisse noch vor ihm, ehe er die Hand auf sein Glück legen und es sein eigen nennen konnte? Sein Glück! Er seufzte schwer. Ja, was auch dagegen sprach, was auch zu Grunde gehen mußte auf dem Wege nach dem­selben, sein Glück war es doch. Sein Glück und sein Schicksal, das ihm zum zweitenmal« im Leben zwingend in den Weg trat, und, seine ganze Seele in Zauberbann legend, alles zer­trümmerte, was seine Vernunft, seine Erziehung und seine beffere Einsicht als Zukunft und festen Bau vor sich aufgerichtet hatten. Wenn es ein Wahnsinn war und soviel Klarheit des Den­kens war ihm noch übrig geblieben, um seinen Zustand fast als solchen zu taxieren, nun gut, so war es ein Wahnsinn, der mit elemen­tarer Gewalt von ihm Besitz ergriffen hatte und der stärker war wie alles, was sonst sein Leben bewegt und bestimmt hatte. Was galten alle Vorurteile, die gegen die Verbindung mit einer Theaterdame sich in langgehegter Stärke auf­lehnten? Sie mußten überwunden, die Kämpfe mit ihrer erprobten Wahrheit ausgefochten wer­den. Was galt die Erinnerung an den damali­gen Treubruch Noras? Nichts er war, richtig ! überlegt und aufgefaßt, doch nur weitdenkender Sorge um sein Wohl, um seine damals noch un« reife Jugend entsprungen. Es war kein Treu­bruch, nur ein tiefer liegender Beweis ihrer selbstlosen, reinen Liebe gewesen, mit deren Sicherheit er alles überwinden wollte und konnte, was die Welt zwischen sie und ihn schob. O, des Glücks, des grenzenlosen Glücks, sie wie­der in seinen Armen zu halten, sich an ihrer Schönheit zu berauschen, dieses von allen be­gehrte Weib sein, allein sein eigen zu nemo«.

(Fortsetzung folgt.) >

des Deutschen Kriegerbundes und seiner Or­gane und hoffen, daß es gelingen wird, die ehe- mallgen Angehörigen der Arme« und Marin« in immer weiterem Umfange unter dem Panier echter Kameradschaft und Treue zu Kaiser und Reich zu sammeln. Auf Allerhöchsten Befehl von Valentini, Geheimer Kabinettsrat."

Der Kronprinz und bi« innere Politik.

Von verschiedenen Seiten wird augenblick­lich die Person des Kronprinzen in die politische Debatte gezogen, indem der Thronfolger bald als Gegner der Konservativen, bald als Geg­ner des Zentrums oder als Feind des Fürsten Bülow hingestellt wird. Wie dazu aus der Umgebung des Kronprinzen verlautet, sind alle diese MeÜmngen durchaus gegenstandslos und charatterisieren sich schon durch den inneren Wi­derspruch, der in dem Umstande liegt, daß der Kronprinz als Gegner sowohl des Fürsten al» auch des Zentrums und der Konservativen hin- gestellt wird. Daß der Kronprinz sich nicht, wie behauptet wurde, gegen die Konservativen ausgesprochen hat, wurde schon vor einigen Ta­gen festgestellt. Aber auch seine Stellungnahme gegen das Zentrum, die ihm in der Presse nach­gesagt wird, ist auch durchaus nicht vorhanden, da der Kronprinz es überhaupt ablehnt, sich irgendwie für oder gegen eine bestimmte Partei auszusprechen. Wenn auch der Kronprinz an dem politischen Leben der Nation den größten Anteil nimmt und sehr oft aus diesem Grund« den Verhandlungen im Paralment beiwohnt, so hat er es doch bisher stets vermieden, sich irgendwie auf ein bestimmtes politisches Pro­gramm festzulegen oder gar als politischer Agi- tator aufzutreten. Der Kronprinz sucht sich nut über alle Vorgänge genau zu unterrichten und liest zu diesem Zwecke mehrere politische Tages­zeitungen. Darin besteht aber seine ganze pokis» tisch« Tätigkeit.

Die Termine der neuen Steuern. V.

Berlin, 21. Juli. DieNordd. Allgem. Ztg."^ schreibt: Nach Mitteilungen in der Presst herrschen in beteiligten Kreisen noch immer Unsicherheit und Zweifel darüber, wann die einzelnen neuen Steuergesetze in Kraft treten. Es werden deshalb die Termine aus den ver­schiedenen Gesetzen nachstehend zusammen« gestellt:

Das neue Branntweinsteuergesetz tritt hin­sichtlich der neuen Branntweinverbrauchsabgabe und der Betriebsauflage, der Essigsäure-Ver­brauchsabgabe, sowie der Nachlaßsteuer am 1. Oktober 1909 in Kraft. Für den in der Zeit vorn 15. bis einschließlich 30. September 1909 erzeugten Branntwein wird neben der bestehen­den Branntweinsteuer eine besondere Betriebs­auflage von 6 J*. für den Hektoliter Alkohol erhoben. Die Erhöhung der Zollsätze für Branntwein, Aether- oder weingeisthaltige Riechmittel, Schönheitsmittel, Essigsäure usw. ist bereits am 10. Juli 1909 in Kraft getreten.

Die Brausteuer, sowie die Schaumweinsteuer mit Nachsteuer und Erhöhung des Schaumwein-

Ministerien, welche Clemenceau einst wie Kar- I tenhäuser umgeworfen hat. DerFigaro" I schreibt: Der allgemeine Eindruck ist, daß Cle- I menceau sich selbst gestürzt hat. Es ist nicht I das erste Ministerium, welches er zu Fall ge- I bracht hat, aber zweifellos dasjenige, welches I ihm am teuersten war. Jnbetreff der Nachfol­gerschaft für das Ministerium Clemenceau L liegen vorläufig noch keine ernsten Anhalts- I punkte vor. Clemenceau verließ gestern die I Kammer mit einem Scherzwort, indem er zu I den ihn umringenden Journalisten sagte: I Sehen Sie, welch ein Vorteil es ist, nicht im I Ministerium zu wohnen. Ich bin mit einem I Regenschirm angekommen und ziehe mit einem I Stock davon. Ich erspare mit so die lieber- I stedelungskosten!" I

Pari«, 21. Juli. Anläßlich des Sturzes des I Ministeriums Clemenceau, wurde die Arbeits- I börse von den Führern der Syndikatsbewegung I beflaggt. Unter den Post- und Telegraphen- I beamten wurde die Demission des Unterstaats- I fekretärs Simyan mit lauten Freudenkund- I gedungen ausgenommen. I

Wttt, die sich in verständnislosem Stau­nen und stillem Entzücken neben den Skuhl der Mutter gestellt hatte und jeder Bewegung der geliebten Gestalt mit den Augen gefolgt war sah mit vernichtender Deutlichkeit das Ausglührn in den Blicken der beiden, das tiefe, selige Ver­stehen, das aus ihnen sprach, und von einer schrecklichen Ahnung durchzuckt, sank sie haltlos auf einen zwischen die Palmen gerückten Seffel, auf dem sie dem Sehbereich der Anwesenden ent­zogen war und doch jede Bewegung beobachten and jeden Ton hören konnte.

m Während dessen hatte Nora ihre Hand auf Werners Arm gelegt, und wie heute vor vier- zeli Tagen führte er sie wieder dem Klavier zu. Auch heute gingen sie stumm nebeneinander her, aber in welch anderem Verstummen wie da­mals! In atemlosem Schweigen eines unaus­sprechlichen Glückes, das beiden stürmisch und selig durch alle Adern bebte. Neben dem Flügel faßte er Posto, und während ihre Hände prälu­dierend über die Tasten glitten, senkten sich ihre Augen verheißungsvoll und zärtlich in die sei­nen, und leise, in bang süßer Frage setzte ihr« Stimme ein:Wie lieb ich Dich?"

Wie in Glut getaucht, wie im Ueberschwange des Gefühles fast ersterbend, klang das Lied aus, und entzückt, jubelnd drängte sich die Menge der Versammelten um die Künstlerin, die aller Selbstbeherrschung bedurfte, um mit der not- l wendigen Ruhe und Gleichmäßigkeit der Be- j Wanderung über ihre so gelungene Improvisa­tion standzuhalten. Den tief geheimen Grund sind Zusammenhang derselben mit einer fernen Vergangenheit konnte keiner ahnen, und nur Alli, der jedes Wott des glühenden Liebesge- ständniffes wie eine schmerzende Offenbarung in

DieOberhesftsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der

TfcfX 1Sonn- und Feiertage Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Der Sturz Clernenceaus.

Durch ein Mißtrauensvotum, das mit einer Mehrheit von 36 Stimmen beschloffen wurde, hat die französische Deputiertenkammer das Ende des Ministeriums Clemenceau herbeige- Mhrt. Der Ministerpräsident und sein. Antts- flcnoffe, der Marineminister Picard, sind nicht .durch eigene Schuld gefallen. Sie sind das Opfer der nachlässigen und z. T. pflichtwidrigen Amtsführung ihrer Vorgänger Was Pelletan «ind fein Nachfolger in ihren Stellungen an der Spitze der Marine verschuldet, müssen Cle­menceau und die übrigen KabinettsmitgliÄer jetzt durch ihren Rücktritt büßen. Seit langen Wochen beschäftigte sich die französische Oeffent- ttchkeit mit den Mißständen in der Kriegsflotte. In der Kammer schien die Erregung Bereits am Dienstag den Höhepunkt erreicht zu haben, als der Abgeordnete Vrouffe erklärte, Frankreich, deffen Volksvertretung 10 Milliarden Frs. für Flottenzwecke bewilligt habe, besitze tatsächlich keine brauchbare Kriegsmarine. Das war na­türlich eine maßlose Uebertreibung, aber sie be­wegte sich doch in derselben Richtung, die Ad­miral Bienaimö mit der Kritik der Zustände schon vor etwa 14 Tagen eingeschlagen hatte. Vergebens versuchte der Marineminister Picard, durch allerlei Versprechungen, durch Ankündig­ung einer Reformierung der obersten Marine- verwaltungsbehörde, durch Zusage minutiösester Rechnungslegung usw. die beunruhigten Abge­ordneten zu beschwichtigen. Das Vertrauen «ar bereits erschüttert, und der frühere Mini­ster des) Auswärtigen Delcaffe fand für seine tzegen die Regierung gerichtete Aktion den Bo­den genügend und zweckmäßig vorbereitet vor. Er warf der Regierung schlechthin Pflichtver­letzung vor und vertrat den Standpunkt, daß .der Kammer ausreichende Bürgschaften gegeben werden müßten, ehe die Bewilligung der für die ! Reorganisation der Marine angeforderten Mit­tel erfolMi könne. Das war eine Mißtrauens- Ikußerungtn unverhüllter Form. Der Minister- vräsident suchte den Angriff zurückzuweisem in­dem er an die Rolle erinnerte, die Delcasfs in dem deutsch-französischen S arokko-Konflikt ge- (Ptelt hat. Er verlangte von der Kammer sie olle erklären, daß Delcaffe der als Minister der auswärtigen Angelegenheiten,durch feine Politik Frankreich zu der Demütigung von Al­geciras geführt" habe, kein Recht Hütte, sich zum Kritiker des Systems der nationalen Verteidig­ung der gegenwärtigen Regierung aufzuwerfen. .Die Kammer entschied sich für Delcaff^ und ge­gen die Regierung: Die Tagesordnung Jourde, die das Vertrauensvotum für die Regierung «enthielt. wurde mit 212 gegen 176 Stimmen übgelehnt. Clemenceau gab feine Demission, I die von Falliöres angenommen wurde. I

Die französische Republik ist somit ziemlich unerwartet von einer inneren Krise befallen I worden, die doppelt unangenehm empfunden I werden dürfte, da der Besuch des russischen I

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile

oder beten Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. ii cy»l.w*

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Nntversitätsbuchdruckerei

Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Kaisers im Hafen von Cherbourg in einigen Tagen bevorsteht. In Deutschland wird man dem Ministerium Clemenceau manche sympa­thisch« Züge hat doch auch die Aera Cle­menceau verschiedene Annäherungsbestrebungen zwischen den Gegnern von 1870 gesehen nicht absprechen können, wenn auch unvergeffen blei­ben wird, daß ein Mitglied dieses Kabinetts, der Minister der öffentlichen Arbeiten Barthou, es wagen durfte, einen chauvinistischen Vorstoß gegen Deutschland zu unternehmen, ohne des­halb von dem Chef des Kabinetts rektifiziert zu werden. Ganz im Geiste der damals von Barthou betätigten chauvinistischen Gesinnung hat die Mehrheit der Kammer der regierungs­feindlichen Politik eines erbitterten und unver­söhnlichen Gegners Deutschlands, des ehemali­gen Ministers des Auswärtigen DelcaffL zmt Erfolge verhalfen, und das ist in den gestrigen Ereignissen in der Deputiertenkammer' drlS entscheidende Moment.

Paris, 21. Juli. In der gesamten Presst spiegelt sich die lleberraschung roieber. welche bet Sturz des Kabinetts Clemenceau hervorge- rufen hat.deffen Stellung gerade -infolge der I Paris, 217 Juli. Jrn Laufe feiner Unter« längsten Kammerabstimmungen, insbesondere I redung mit Falliäres erklärte Clemenceau das "" """ s*" *" Mißtrauensvotum der Kammer richte sich gegen

ihn persönlich, nicht gegen die übrigen Mit­glieder des Kabinetts, deffen Politik zu wieder­holten Malen von einer großen Mchrheit ge­billigt wurde. Clemenceau ist der Ansicht, daß die Mehrheit der Minister in ihren Aemtern verbleiben müßten, und der neue Ministerpräsi­dent müßte aus ihrer Mitte gewählt werden. Fälliges beabsichtigt, die Krise rasch zur Lösung

nach der Debatte über die allgemeine Politik, von neuem als sehr gefestigt angesehen worden war. Vielfach wird erklärt, daß Clemenceau durch seine Bemerkung über die Demütigung von Algeciras, mit welcher er die Angriffe Delcaffe znrückzuweisen versuchte, das patrio­tische Gefühl der Kammer verletzte und dadurch seinen Sturz selbst herbeigeführt habe. Mit wenigen Ausnahmen äußert sich die Preffe sehr . nuic xujuj zur «uiung

scharf über Clemenceau. DieAurore" schreibt: I.zu bringen, um bei feiner Reise nach Cher- Dieser ungestüme Kämpfer hat diesmal jedes ' c----- -------- 1 - ~ -

Maß überschritten und sich selbst in den Ab­grund gestürzt. Jauräs sagt in derHuma- i

Die Kammer wurde von einer Art dra- matischen Verblüffung erfaßt, als ob sie einem plötzlichen Wahnsinnsausbruche beiwohnte. Der Mann, der sich gestern zu so unerhörten Unbe­sonnenheiten hinreißen ließ, hat sich jede Rück­kehr zur Macht selbst abgeschnitten. Er hat zu sehr gezeigt, mit welchen Gefahren er Frank­reich bedrohte. Aber die gestrige Sitzung darf fein Mißverständnis Hervorrufen, sie bedeutet, 1 daß die Kammer in internationaler Beziehung IDoHtifcbC HltltodU.

eine kluge und friedliche Politik wolle. Die I

Kammer hat Clemenceau nicht gestürzt, um sich I Der Kaiser und die Kriegervereine, den einstens von Delcaffe begangenen Unvorsich- I Auf das von dem Abgeordnetentaqe des ttgketten anzuschließen, sie hat durch ihr Votum I Deutschen Kriegerbundes in Eisenach an den ernaren wollen, daß sie in den internationalen I Kaiser abgesandte Huldigungstelegramm ist Vertragen welche den Frieden gerettet haben, I aus Potsdam folgende telegraphische Antwort keinerlei Demütigung für Frankreich erblicken. I bei dem General der Infanterie z D v Spitz Die neue Regierung muß, wenn sie den WLn- I eingegangen:Seine Majestät der Kaiser und sch en des Landes entsprechen will, nach außen I König haben den freundlichen Gruß des 33 diese Bedeutung einer ehrlichen, klugen und I Abgeordnetentages des Deutschen Kriegerbun- stolzen Friedenspolitik haben. DieL'Aktion" I des und den erneuten Treuschwur der versam- schreibt: Clemenceau fällt, wie er regiert hat, I weiten alten und jungen Kameraden r.t Be- tn Jerf^renbeit und Unpopularität. DieRe- I friedrgung entgegengenommen und lassen Euere Public Francaise" schreibt: Diese Sitzung bildet I Exzellenz ersuchen, dem Bunde Allerhöchstihren eine glanzende Vergeltung für Ferry und so I wärmsten Dank auszusprechen. Seine Majestät viele andere republikanische und patriotische I rechnen auch ferner auf die segensreiche Arbeit