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kannter, währet, jedes von ihnen in den Zü­gen des anderen nach den Spuren der inzwi­schen durchgefochtenen Kämpfe suchte und sie mit

Menschen nun wie- kaum eine andere Sie begrüßten sich ganz flüchtig Be-

Der Wassermangel in dem Diamantengebiete hat dazu geführt, daß zum Trinken und Kochen kondensiertes Seewasser gebraucht werden muß. Dieses Seewasser schmecke abscheulich und verur­sache Krankheiten aller Art, dies sei jedoch nicht zu ändern, da ein anderer Ersatz für Brunnen- wasser nicht vorhanden sei. Das schlechte Wasser erzeuge massenhaft Ruhr und ähnliche Krank­heiten, so daß jeder, der es Halbwegs erschwin­gen kann, trotz der hohen Preise importiertes Bier, Spirituosen und Sodawasser trinke. Eine Flasche Bier koste eine Mark fünfzig Pfennig, eine Flasche Sodawasser eine Mark, Spirituosen eine Mark für das kleine Glas. Da das Ältma die Menschen fortwährend durstig mache, so machten die Wirtschaften und Kantinen ein glänzendes Geschäft. Selbst das gekochte Wasser, welches zur Zubereitung des Kaffees und Tees gebraucht werde, sei ungenießbar und verursache in vielen Fällen heftiges Uebelbefinden. Außer dem Wassermangel sind die Diamantengräber von einer anderen, ebenso schlimmen Gefahr bedroht: von der Gefahr, sich in der Wüste zu verirren. Wenn dann nicht rechtzeitig Rettung komme, so verfalle man mit Sicherheit dem Tode des Verdurstens. Erst vor wenigen Tagen, heißt es in dem Briefe, sei eine aus acht Personen bestehende Gruppe von Diamantengräbern in der Wüste tot aufgefunden worden; sie hatten ihren Weg verloren und waren offenbar ver­durstet.

Der Brief des Engländers enthält zwar manche llebertreibungen, besonders was die Leichtigkeit des Diamantenfindens betrifft, ist aber auch für deutsche Leser interessant.

geheimem Triumphe fand. Sie sahen beide bleicher und hohläugiger aus wie sonst und

Marburg

Dienstag, 20. Juli 1909.

Deutsches Reich.

Der Kaiser bei Hagenbeck. Hamburg, 17. Juli. Der Kaiser traf heute Morgen auf dem Bahnhofe Eidelstadt ein und begab sich mit Ge­folge in Automobilen nach Hagenbecks Tierpark, wo er am Hauptportal von Herrn Hagenbeck und seinen Söhnen empfangen wurde. Der Kaiser besichtigte zunächst den alten Teil des Tierparks und wohnte sodann im neuen Teil des Parkes der Vorführung der Aethiopier bei,' zum Schlüsse besichtigte er die neue Straußen« farm. Um 1 Uhr 20 Minuten trat er die Rück­fahrt nach Kiel an. Vor dem Verlassen des Tierparks sagte der Kaiser Herrn Hagenbeck die tatkräftige Unterstützung seiner Zukunfts­pläne zu.

Die Nordlandsreise des Kaisers. Kiel, 18. Juli. Die JachtHohenzollern" mit dem Kaiser an Bord trat heute morgen um 4 Uhr die Nord­landsreise an. Der KreuzerHamburg" und daS DepcschenbootSleipner" begleiteten dieHohen- zollern."

Ordensverleihung. Berlin, 17. Juli. DerReichsanzeiger" meldet: Der Kaiser ver­lieh die Brillanten zum Kreuz und Stern der Komture des königlichen Hausordens von Hohenzollern dem Finanzminister von Rhein­baben, den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub dem Handelsminister Sydow, die Brillanten zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und Stern dem Direktor im Reichs­schatzamt Kühn. Außer den Genannten erhielten noch eine größere Anzahl von. Beamten im Finanzministerium und Reichsschatzamt Ordens­auszeichnungen. Der Kaiser hat ferner dem Geh. Medizinalrat Dr. Bernhard Fränkel-Ber-

sonstigen politischen Momente enthält, welch« mit der Reichsfinanzreform in Beziehung stehen. In den einzelnen Abschnitten werden behandelt:

1. die Vorlagen der verbündeten Regierun­gen, 2. die Rücksicht auf die Mitarbeit des Frei­sinns, 3. die polittschen Motive zur Verzögerung der Beratung, 4. die tatsächliche Mitarbeit des Freisinns, 5. die Beratungen in der Finanz« kommission, 6. das Verhalten der verbündeten Regierungen, 7. die Arbeit der konservativen Partei bei der Finanzreform, 8. die Ersatz­steuern, 9. die zweite und dritte Beratung der Reichsfinanzreform im Plenum, 10. die konser­vative Partei und die Besteuerung der Kinder, und Ehegatten, 11. der Liberalismus und dis Erbanfallsteuer, 12. der Rücktritt des Reichs­kanzlers Fürsten v. Bülow, 13. die gegen die konservative Partei erhobenen Vorwürfe.

Die Ausführungen werden durch authentt- sches Material aus den parlamentarischen Ver« Handlungen bezw. öffentlichen politischen Ver-1 sammlungen belegt. Die Abhandlung ist zur Verbreitung in sämtlichen konservativen Ver­einen Deutschlands bestimmt und kann von die­sen Vereinen wie auch von jedem Parteifreund in beliebiger Anzahl vom Hauptverein der Deutsch-Konservativen Berlin SW. 11, Bern­burgerstr. 24/25, unentgeltlich bezogen werden.

mußten sich beide dieserhalb von der Geheim­rätin scherzend ausschelten lassen, während ihr« Augen leidenschaftlich und anklagend ineinander brannten und ihre Lippen sich lächelnd dagegen

bei Sinaia. Tief gerührt durch das so gnädige Telegramm und die mir verliehene hohe Aus­zeichnung bitte ich Euerer Königlichen Majestät meinen ehrfurchtsvollen Dank zu Füßen legen zu dürfen. Geruhen Euerer Majestät zugleich mit meinen und meiner Frau wärmsten Segens­wünschen für die Zukunft die erneute Ver­sicherung unwandelbarer treuer Ergebenheit entgegenzunehmen, in der ich allezeit der huld­reichen Gesinnung gedenken werde, die Euere Majestät mir stets erwiesen haben. Fürst von Bülow.

Gerhart Hauptmann und Fürst Bülow. Gerhart Hauptmann hat an den schei­denden Reichskanzler folgendes Telegramm ge­sandt:Ich empfinde in diesem Augenblick schr tief den allgemeinen Schmerz des deutschen Vol­kes über Ihr Scheiden aus dem höchsten Amte. Gestatten Sie mir. Durchlauchtigster Fürst, mich in die Reihen derer zu stellen, die der bitteren Größe des Augenblicks sich voll bewußt werden. In wahrer Ergebenheit und tiefer Verehrung Gerhart Hauptmann." Fürst Bülow hat er­widert:Herzlichen Dank für Ihr Telegramm! Es ist mir ein Zeugnis Ihres tiefen Fühlens und Ihrer Freundschaft für mich. Mit tteuen Wünschen Ihr ergebener Fürst Bülow."

Dckr Kaiser hat dem Fürsten Bülow sein lebensgroßes Bild mit eigenhändiger Unter­schrift verliehen und sich das letzte Viümis des Fürsten erbeten.

Bom Bunderat.

Infolge der Neubesetzungen verschiedener Minister- und Staatssekretärposten werden sich auch einige Ernennungen zu Bundesratsbevoll« mächtigten nötig machen. Der jetzige Reichs­kanzler v. Bethmann-Hollweg ist preußischer Bundesratsbevollmächtigter seit dem Jahre 1895. Er wurde es nach seiner Ernennung zum Minister des Innern. Der jetzige Staats­sekretär des Innern Delbrück und der jetzige preußische Handelsminister Sydow wurde es 1905 und 1908. Der jetzige Staatssekretär des Reichsschatzamtes Wermuth war schon seit vie­len Jahren als Unterstaatssekretär im Reichs­amt des Innern Bundesratsbevollmächttgten- Stellvertreter. Seine Ernennung zum Bevoll­mächtigten dürfte jetzt erfolgen. Zum Bundes­rat in keinen Beziehungen hat bisher der neu­ernannte Kultusminister v. Trott zu Solz ge­standen. Es ist selbstverständlich, daß auch er preußischer Bundesratsbevollmächtigter wird. Die diesbezüglichen Ernennungen dürften schon demnächst erfolgen. Es werden dann wieder 17 preußische Bevollmächtigte dem Bundesrate an­gehören, nachdem Fürst Bülow und Staatsmini­ster Holle ausgeschieden sind. Sechszehn sind Minister und Staatssekretäre, einer, Exzellenz Linde, Präsident des Reichsmilitärgerichts. I Di: konservative Partei und die Reichsfinanz- I reform 1909. I

Unter diesem Titel ist vom Hauptverein der I Deutsch-Konservativen eine 63 Seite starke Ab- I Handlung herausgegeben worden, die eine ein- I gehende Darstellung der parlamentarischen Ver- I Handlungen, der Kommissionssitzungen und der I

Deutschlands Land Ophir/

Unter diesem Titel veröffentlicht der -Standard" vom 6 .d. M. eine längere 3u« aus Deutsch-Südwestafrika, welche aus Lüderitzbucht datiert ist. Es heißt in dieser Zu­schrift:Reiche Diamantenfelder find kürzlich In diesem Land entdeckt worden. Diese Dia­manten kommen in einer 600 Meilen längs der Küste und 170 Meilen landeinwärts sich er­streckenden Küste vor. Kein Leben kann hier aufkommen, kein Tier, Vogel, Insekt, kein« Ve­getation nichts als niedrige, felsige Kopjes urst> Flugsandhügel. , Dieses Land der Verwüstung und Verödung ist an Diamanten überaus reich; sie sind durch jahrhundertlange Tätigkeit won Wind und Wasser erzeugt worden. Die Dia­manten kommen in solcher Menge vor, daß man an manchen Stellen nur die Oberfläche mit einem Federmesser zu ritzen braucht, um einige Zundholzschachteln voll Diamanten täglich zu gewinnen. (?) Die Diamantenlager sind frei- ttch sehr dünn, vier Zoll im Durchschnitt; nur an einer Stelle ist ein kleines Feld aufgefunden worden, dessen Diamantenschicht vier Fuß tief l't . Die Diamanten sind von bester Qualität Er sehr klein, ungefähr ein Viertel Karat per Stuck. Der Verfasser erzählt sodann zum Ve- weise der Reichhaltigkeit der dortigen Diaman­tenfelder daß ein Engländer an einem Tage dreitausend Karat (?) gefunden habe. Er s^At selbst hinzu, daß diese Mitteilung unglaub­lich klinge behauptet aber, seine Information aus oester Quelle zu haben.

lieber die Schwierigkeiten der Gewinnung dreier neu entdeckten Diamanten läßt sich der Verfasser des Briefes folgendermaßen verneh- men:Wegen des in jenem Gebiete herrschenden absoluten Mangels an Wasser können die mei­sten stellen nur für wenige Stunden am Tage ausgesucht werden. Es ist auch möglich, eine ausreichende Quantität Wasser für Mann und /anger als fünf Tage mitzuschleppen. Jeder Tropsen Wasser muß in Lüderitzbucht beschafft werden und ist daher überaus kostbar. Die Aus- folgende: zwei gesattelte Pferde ein schottischer Karren, ein Gespann von sechs Maul­tieren welche Wasser und Lebensmittel für fünf Tage tragen; auf den Karren kann man nicht steigen, weil er sonst infolge des Gewichtes in dem Flugsande versinken würde. Eine derartige Erpedition verursacht einen Kostenaufwand von ,1800 Mark. Es ist daher keine so einfache Sache eine Expedition zur Diamantenqräberei zu unternehmen." Der Verfasser schildert sodann die ferner Meinung nach ungerechtfertigten Hin- I dernige, welche die deutsche Regierung der freien Ausbeutung der Diamantenfunde in den Weg rwh xmIS. er- wollen alles für

sich felbst behalten (?) und lassen niemanden zu den Diamantenfeldern zu. Besitztitel, fährt der Verfasser fort, seien überaus unsicher unb in-

das Land in seiner Entwicklung rm Rückstände. Jedermann sei darüber empört tanen 1 Swie bie Io9aten deutschen Unter-

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain i

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Bettage

Als Dritte im Bunde dieser Leiden war Nora zu zählen, wenngleich sie nie persönlich in dieselben hineinragte. Die gefeierte Prima­donna, sonst von dem Intendanten als glän« zende Ausnahme ihrer Berufsgenossen in allen Tonarten gelobt, war jetzt so nervös, launen­haft und unberechenbar, wie noch kein Mensch der ganzen Theatergesellschaft sie je gekannt hatte; und die Apriltemperatur ihrer Stim- gtungen wirkte doppelt niederdrückend auf den Intendanten, da zum ersten Januar der Kon« rrakt der beliebten Künstlerin erneuert werden Mußte, und das zu allen Opfern bereite Ober« yaup» der Bühne in diesem Benehmen eine mahnende Ankündigung der Verätcherungslust

DieGderheMlche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7 gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. i * Druck und Verlag: Joh. Auq. Koch, Un'wersttätsbuchdruckereiOUlJlß« Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Politische Umschau.

Zum Abschied Bülows.

Berlin, 17. Juli. Der König von Ru­mänien richtete an den Fürsten von Bülow ein Telegramm, in dem es heißt: Mit lebhaftem Bedauern sehe ich Eure Durchlaucht aus dem hohen Amte, dem Sie in so hervorragender Weise vorgestanden, scheiden. Sie dürfen mit der größten Befriedigung auf die langen Jahre zurückblicken, während welcher Sie, oft unter recht schwierigen Umständen, für die Kräftigung und Wohlfahrt des Deutschen Reiches gewirkt haben. Die innigen Beziehungen, die mich seit langen Jahren mit dem alten Vaterland« eng verbinden und deren Pflege Eurer Durchlaucht besonders am Herzen gelegen haben, sichern ^hnen auch in Zukunft meine freundschafftlichen Gesinnungen. Empfangen Sie meinen auf­richtigen Dank für das warme Interesse, das Sie unausgesetzt meinem Lande entgegenge­bracht haben, das die weise Politik, die Eure Durchlaucht mit fester Hand geleitet, zu wür­digen weiß. Als Erinnerung an unsere lang­jährigen persönlichen Beziehungen bitte ich Eure Durchlaucht, den Orden, der meinen Na­men trägt, freundlich aufnehmen zu wollen. Di« Anwort des Fürsten Bülow hat folgenden Wortlaut: Berlin, den 15. Juni 1909. An des Königs von Rumänien Majestät, Eastel Peles

(Nachdruck verboten.)^ I Noras sah, der in allen^ällen vorzubeugen

<yitl Somurertranm. I melleidjt außerhalb seiner Kräfte zu iie-

-ttt UN.-, den w-chs-Ind-n und

(Fortsetzung.) I meistenteils wenig liebenswürdigen Launen der

sein^könn^"do^b^^-b^ Ulli den Kopf, was es I W"en Künstlerin Prinz August, den die Ge- ^«5 den Freund so verändert und I sellschaft schon seit längerer Zeit als einen «X , -1XaI)e "^..feststehende Glück ihr so I großen Verehrer derselben bezeichnete. Früher Druckt habe. Ihr Herz war I war der Verkehr der beiden in den gleichmäßig- unendlich schwer. In zagender Hoffnungslosig- I sten, angenehmsten Bahnen hingeflossen, bis kett harte |ie am liebsten ihre Sorgen an einer I Nora, durch die Begegnung mit Heinz aus der teilnehmenden Brust ausgeweint. Aber wem j wohlgezeichneten Ordnung ihres Lebens- und hatte sie ihr Leid klagen sollen? Vor dem Va- I Eefühlganges herausgerissen, auch dem Prinzen ter, zu dem ihr Gefühl sie immer an meisten I gegenüber in denselben wechselnden, unbegreif- hlnzog hielt es sie in dieser echt weiblichen An- I lichen Ton verfiel, den fie, unsicher und zerfah- gelegenhett scheu zurück, und die Mutter? Ach, ren in sich selbst, der ganzen Welt gegenüber an- ste war ihr nie eine Freundin gewesen und I nahm. Der Prinz wurde, je nach Laune, abqe- hatte setzt, da die erste Uebellaunigkeit über die I wiesen wie jeder andere Sterbliche oder, wenn nicyr passende Wahl ihres Abgottes überwunden I angenommen, bald zerstreut und nebensächlich war soviel mit dem Glück des Sohnes, der Be- I bald mit faszinierender Liebenswürdigkeit und UnL5e-tmet*n Erziehung Ritas zu | einem koketten Katz- und Mausespiel beglückt, J Iam- zwischen das Nora fast unbewußt aus der Unruhe ihres

Werner und Ulli vorgehenden Veränderungen «.Herzens heraus wie eine Att Betäubung zu bemerken. So mußte Ulli ihren Weg allein betrieb. -oeranoung

9e^*t: _ . I Der Prinz war ein Mann in den Fünfzigern

und hatte in manchem Feuer di« skeptische Un- beweglMeit seines Herzens erworben und be­festigt, jetzt aber im nie zu berechnenden Ver­kehr mit der schönen, leidenschaftlich erregten Frau, deren seltsam kühle und feurige Launen er sich nur inbezug auf seine Person deuten konnte, schwand mit jedem Tage mehr die über­legte Gleichmäßigkeit seines Empfindens, und das Verlangen nach dem festen Besitz des schil­lernden, täglich neuen und täglich unverständ­licheren Geschöpfes fing an, bei ihm Wurzel zu schlagen und sich so schnell emvorzuranken, daß es alle Vorurteile und Bedenken mtt kraftvol­len Umschlingungen faßte und erstickte. Nora sah davon nichts, und wenn ab und zu de»

Prinzen Worte und Blicke zum Verräter seiner I noch so tief empfunden hatte, daß sie sein ganzes fortschreitenden Wandlung wurden, so ließ fie I Wesen und Benehmen in lähmende Bande ge- das teils kalt, teils weckte es einen vorüber- I legt hatten.

gehenden wilden Stolz in ih:. I Heute durste die Geheimrättn mit ihrem

Im ganzen lebte Nora diese Zeit ebenso I Schützling nicht unzufrieden sein. Der neulich traumhaft und qualvoll durch wie Heinrich I in die Gesellschaft Eingeführte bewegte sich Werner, und während einer wie der andere sich I diesmal mit weltmännischer Leichtigkeit und bemühte, den Gedanken an ein neues Zusam- I Eleganz in derselben, die nicht einmal wich, als mentrcffen zu vemverfen und ihm zu entfliehen, I Nora erschien und die beiderseitigen Plätze gipfelten die Wünsche beider doch nur darin, I neben dem Rollstuhl der Hausfrau die sich so wie sie sich endlich wiedrsehen und das alte, I seltsam gegenüberstehenden ~~ " teure, nie vergessene Band wieder anknüpfen I bei zusammenführten, wie konnten. Der Eesellschastsabend der Eeheimrä- I Begegnung es getan hätte, tin war der erste und einzige Puntt, der beide mit der kühlen Höflichkeit wieder zujammenführen konnte, da sowohl Nora ' -

wie Heinrich der Eeselligkett im allgemeinen ferner standen und es keine anderen Beziehun­gen gab, um sich wieder zu sehen.

Der junge Dottor war seinen Vorsätzen eisern treu geblieben. Er hatte es sich in den ganzen vierzehn Tagen nicht einmal erlaubt, der Versuchung nachzugeben und das Theater zu besuchen, trotzdem Nora in dieser Zeit viermal aufgetreten war und jeder dieser Abende ihm I verteidigten ein unsagbares Opfer der Entsagung und Selbst-Was denken Sie, meine liebe, gnädige Überwindung gekostet hatte. Als aber der Frau!" sagte Nora und stützte den blonden Empfangstag der Gehetmrätin naht« und diese Kopf in die schmale Hand, indem ihr Blick thm mit der Gewohnheit alter Liebenswürdig- gleichgültig das Gesicht ihres Gegenüber streifte, dnt den Besuch desselben als unumgänglicheMan hat doch seine Sorgen. Wenn man nur Pflicht angekündigt hatte, da war er schwach I der Gegenwart leben könnte, dann möchte da» genug, sein eigenes Gewissen zu belügen und sich Ding wohl gehen. ' Aber vom Moment an, da vorzureden, daß ein Wegbleiben von jenem I wir denken und fühlen lernen, greifen Ver- Abend eine Feigheit sei und er Nora nicht die I gangenheit und Zukunft so tausendfach in jede Enenntnis gönnen dürfe, ihn so tödlich schwach I Handlung unseres Lebens mit hinein, daß Er- und klein zu sehen. Und so ging er hin. Dies- I innerungen und Befürchtungen wie die Pilze mal ein anderer als neulich. Das Drachenblut I nach dem Regen in uns aufschießen und die all der inzwischen durchgemachten Kämpfe hatte I Blüten der Sorglosigkeit rettungslos über­feine Gefühle in einen undurchdringlichen Pan- I wuchern." zer gehüllt und ihn.unempfindlich gegen alle I (Fortsetzung fotatl

j«t«n kleinen Qualen gemacht, die er neulich | -_______ 1