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Di- „Gbrrhesstsche Britung“ erscheint täglich mit Ausnahme der
MA 144(1 Sonn» und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel» '=• IW jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei
44. Jahrg.
unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Beilage.
IULJJMU.I
Marburg
Sonntag, 11. Juli 1909.
Die Insertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, IlniversitätSbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H rtzer otb, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Zweites Blatt.
NmsKau im Auslande.
! Die großen englischen Flottenmanöver haben •fn vorzeitiges Ende dadurch gefunden, daß es der angenommenen feindlichen Flotte unter Admiral I e r r a m durch eine List geglückt ist, bk das Vaterland verteidigenden Schiffe zu umgehen und sich mit einem zweiten bösen Feinde zu vereinigen, so daß also im Ernstfälle die Niederlage der englischen Flotte besiegelt gewesen wäre. Dieses Ergebnis wird natürlich dazu betragen, dem Flottenrummel neue Nahrung zu geben. Um so freudiger ist es daher zu begrüßen, daß der Erste Lord der Admiralität im Unterhause erklärte, daß von der Vollmacht zum Bau von weiteren vier Dreadnougths kein Gebrauch gemacht worden sei. Man wird wohl eingeschen haben, daß der übermäßige Ausbau der Flotte lediglich dazu dient, die anderen Länder ebenfalls zur energischeren Anstrengung zu reizen. Außerdem mehren stch auch die Stimmen aus den Vereinigten Staaten, die den Engländern das Verwerfliche und Kindische ihrer Deutschenfurcht zu Gemüte führen und ihnen statt dessen Nachahmung der deutschen Tüchtigkeit und Methodik anempfehlen und sie r einem aussichtslosen Kamps gegen Deutschland warnen.
In erfreulichem Gegensatz zu den deutschfeindlichen englischen Stimmen klingen aus Frankreich anläßlich der Zolltarifdebatte für.uns freundlichere Töne. Der Handelsminister Eruppi führte sehr mit Recht aus, daß man sich nicht zuliebe einer Theorie entweder deut unentwegten Freihandel oder dem strengsten Hochschvtzzoll hingeben dürse. Das müffle sich ganz nach den Verhälnifflen der einzelnen Länder zueinander richten. Vor allem müsse Frankreich seine besten Geschäftsfreunde, wie Deutschland. England, Belgien und die Schweiz, schonen. Deutschland insbesondere habe im Fabre 1907 für 638 Millionen nach Frankreich verkauft und für 649 Millionen aus Frankreich bezogen. Beide Länder hätten also ein großes Interesse an der Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Gerechtigkeit. Sehr vernünftige Worte, die hoffentlich dazu beitragen, die europäischen Kontinentalstaaten näher aneinander zu bringen, so daß sie den großen einheitlichen Wirtschaftsgebieten Englands, Rußlands, der Vereinigten Staaten usw. mehr geschlossen gegenüberstehen.
Richt so vernünftig ging es während der letzten Tage in der italienischen Kammer zu Dort warf ein besonders rabiater Republikaner den Ministern und Senatoren Bestechlichkeit im Amte vor, so daß es zu wüsten Läcm- szenen, Handgreiflichkeiten und zur Aufhebung der Sitzung kam.
In Persien spitzen sich die Verhältnisse immer mehr zu und den zum Schutze des Schahs bestimntten russischen Truppen ist eine empfindliche Schlappe versetzt worden. Zur Aufrechterhaltung ihres Ansehens in Persien hat sich die russische Regierung im Einverständnis mit England dazu entschlossen, weitere Truppen zu senden. Die Aufteilung des persischen Havpens beginnt, wenn nicht die Türken Einhalt gebieten.
Marine - Schauspiele.
Man schreibt uns:
Gar manchem werden von Düsseldorf her die Marine-Schauspiele noch in lebhafter und bester Erinnerung sein und wohl Niemand wirb es versäumen, die prächtigen und interessanten Vorführungen dieser Miniatur-Kriegsflotte wieder an- zuseheu. Gelegenheit hierzu bietet sich auf der Internal. Lustschjffahtt-Ausstellung in Frankfurt a M., wo die Flotten Schauspiele in noch großartigerer Weise als s. Z. in Düsseldorf heran« stuftet werden.
Die Porftihrungen geben ein getreues Bild von dem Leben unserer Kriegsmarine wieder. Es dürste für alle, die in Frankfurt die Schauspiele sich ansehen werden, von Interesse sein, etwas Näheres zu erfahren.
Die Flotte besteht aus Modellen unserer Kriegsschiffe, also Panzerschiffen, Kreuzern, Torpedobooten, einem Unterseeboot und verschie- »enen anderen TchiffSthpen. Die durchschnittlich 4—5 Meter langen Boote sind aus Panzerstahl gebaut, mit Elektromotoren versehen und mit Geschützen armiert. Zunächst führen die großen Schlachtschiffe verschiedene Manöver aus, Kreuzer §lk>ießen nach einer schwimmenden Scheibe, Tor- Wcbc boote zeigen die kolossale Wirkung ihrer Ge-
Aus dem Reichstage.
Im Reichstage wurde am Freitag, 9. Juli, die dritte Lesung der Finanzreform mit der Biersteuer - begonnen. Abg. Zubeil lSoz.) sprach unter großer Unruhe des Hauses gegn das Gesetz. Ein Antrag der Mehrheitsparteien, nach welchem für neue Brauereien, die nach dem 1. August 1909 eröffnet werden und deren Bau nicht bereits vor dem 1. Januar 1909 be» gönnen war, sowie für Brauereien, deren Betrieb nach dem 1. August 1909 wieder aufgenmmen wird, nachdem er über zwei Jahre geruht hatte, die Steuern bis zum 31. März 1915 um 50 v. H., für die folgenden drei Jahre um 25 v. H. erhöht werden sollen, wurde in namentlicher Abstimmung mit 218 gegen 131 Stimmen angenommen. Desgleichen ein anderer Mehrhettsantrag, wonach vom Jahre 1915 an — nicht 1919 — von den Kommunen nicht mehr als 65 Pf. pro Hektoliter Biersteuer erhoben werden dürfen. Alle übrigen Aenderungsanträge wurden abgelehnt, die ganze Biersteuer in namentlicher Absttmmung mit 204 gegen 160 Stimmen angenommen. Das Gesetz tritt am 1. August 1909 in Kraft. Zum Gesetzentwurf bett. Aenderung der Tabaksteuer lag ein Antrag Giesberts lZtr.) ~ vor, welcher die Gesamthöhe der Unterstützungen für durch die Tabaksteuer geschädigte Arbeiter auf 4 Millionen fesffetzen will. Ministerialdirektor Kühn erklärte, daß die Regierung dem Anträge Giesberts in der jetzigen Fassung zustimmen könne. Die Abg. Molkenbuhr (Soz.), Dr. Krank- Mannheim (Soz.), Potthoff (freif. Vgg.) und Dr. Stresemann (natlib.) sprachen gegen den Gesetzentwurf und gegen den Antrag Giesberts. Bei der Abstimmung wurde ein Antrag Dr. Jäger (Ztr.), der Milderungsbestimmungen für Tabakabfälle zugunsten des süddeutschen Tabaks bringt, angenommen, desgleichen der Antrag Giesberts. Das ganze Gesetz gelangte in namentlicher Abstimmung mit 197 gegen 165 Stimmen zur Annahme. Das Gesetz tritt bezüglich des Zigarettensteuergesehes von 1906, am 1. September, im übrigen am 15. August d. I. in Kraft. Bei der Beratung des Branntweinsteuergesetzes fand keine wesentliche-sachliche Diskussion statt. Hämische Angriffe persönlicher Natur, welche der Abg. Dr. Südekum (Soz.) gegen ehemalige hoheBeamte richtete, wurden vom Minister Frhrn. v. Rheinbaben unter lebhaftem Beifall des Hauses energisch zurückgewiesen. Bei der Abstimmung wurden verschiedene geringfügige Abänderungsanträge des Abg. Nehbel (kons.) angenommen. sämtliche nationalliberalen Anträge Basser- mann-Weber abgelehnt. Das Branntweinsteuergesetz wurde angenommen. Nächste Sitzung: Sonnabend vormittag 10 Uhr.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Zig." gestattet.)
Marburg, 10. Juli.
* Der 400jähriqe Geburtstag des Reformators Johannes Calvin fällt auf den 10. Juli d. Js. Aus diesem Anlaß fordert der evangelische Oberkirchenrat in Berlin die ihm unterstellten Konsistorien zu einer würdigen Feier des bedeutungsvollen Gedenktages auf. In dem betr. Anschreiben heißt es: „Dem gewaltigen Zeugen und Verteidiger der Evangeliums, dem vielgepriesenen Ausleger der Heiligen Schrift, dem machtvollen Organisator der Kirche, verdankt auch die ganze deutsch-evangelische Christenheit so viel, daß der Gedenktag für sie ein allgemeiner Festtag zu werden vetttient. Wie die gesamte evangelische Christenheit am 400- jährigen Geburtstage unseres großen Reformators Luther sich des von diesem Eottesmanne über die evangelische Kirche gekommenen Segens vor dem Angesichte Gottes dankbar erinnerte, so geben wir uns der Hoffnung hin, daß es allen evangelischen Gemeinden unserer Landeskirche ein Bedürfnis sein wird, das Andenken des jüngsten unter den vier Heroen der Reforma-
fchosse, die Waffersäulen von etwa 70 Meter Höhe emporwerfcn, desgleichen das Unterseeboot. Nachdem alle diese Einzel-Uebungen vorgesührt sind, erscheint S. M. Yacht „Hohenzollenri mit Begleitboot zur Abnahme der Parade über die gesamte Flotte.
Diesem ersten friedlichen Teil schließt sich nn zweiten Teil ein Seegefecht an. Ein Hafen wird blockiert. Ein Segelschiff macht den Versuch noch zu entkommen, muß aber zurückkehren, nachdem es von Kreuzern in Brand geschossen ist und verfolgt wird. Allmähli.) trifft die Belagerungsflotte ein und eröffnet das Feuer auf die feindlichen Schiffe und die Forts des Hafens. Immer heftiger wird die Beschießung. Ausklärunasballons steigen vom Land aus auf, über den Schiffen erscheinen Plötz- lich große Luftkreuzer, die ebenfalls auf die Schiffe feuern, aber auch selbst wieder wirksam beschossen werden. Wasserminen gehen hoch, die Forts geraten in Brand, feindliche Schiffe werden gesprengt, und der Hasen ist erobert. Run werden alle Boote plötzlich innen und außen beleuchtet und selbst prächttg illuminiert erscheint wiederum die schmucke Kafferjacht .Hohenzollern" und nimmt eine — namentlich abends — besonders glänzende Parade ab.
Wem, nicht iwr Sinn ffa unser« Kriegsflotte
tion in dankbarer Feier zu erneuern." Auch das Königliche Konsistorium in Cafflel erwartet, „daß in den reformierten Gemeinden und zwar auch in denen des unierten Kirchengebiets im Gottesdienst am 11. Juli in geeigneter Weise Calvins gedacht und seine Verdienste um die Erneuerung der Kirche den Gemeinden tn das Gedächtnis gerufen werde". Die hiesige reformierte Gemeinde hat deshalb beschlossen, eine besondere Feier zu veranstalten, welche am künftigen Sonntag abend um 8 Uhr in der Kirche gehalten werden soll. Die Feier, iei der Herr Geheimer Konsistorialrat Professor Dr. Achelis die FestrÄe halten wird, beginnt mit dem Orgeloortrag des Halleluja von Händel, an den sich Chorgesänge des reformierten Kirchenchores und Eemeindegesang wechselweise anschließen werden. Möge eine recht zahlreiche Beteiligung aller evangelischen Christen in unserer Stadt davon Zeugnis ablegen, daß die Bedeutung und der Wert des großen Reformators auch bei uns gewürdigt wird. Im Anschluß an die Feier wird eine Jubiläumskollekte erhoben, deren Ertrag für einen Calvinfonds zur Förderung der Calvinftudien in Deutschland bestimmt ist.
* Die Ferien des Bezirksausschusses deginnen am 21. Juli und endigen mit dem 1. September d. I. Während der Ferien dürfen Termine zur mündlichen Verhandlung der Regel nach nur in schleunigen Sachen abgehalten werden. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.
* Sommertheater Marbach. Gestern Abend ging im Sommettheater der Blumenthal-Kadel- burgsche Schi-cmk „Hans Huckebein- in Szene. Der Schwank, der aus Situattonskomik und zum Teil recht hübschen Witzen zusammengesetzt ist, gab reichlich Anlaß zum Lachen. Gespielt wurde wieder vortrefflich. Herr Sieger als verständnisvoller Schwiegervater, den das Unhefl erst ganz zuletzt erreicht war in Mimik und Darstellung ohne Tadel, ebenso Herr Lantzsch, der den Russen mit den 8 Dörfern ,10 Kirchen und 12 Popen mit feinem Humor darzustellen wußte. Der Kraftmensch und Kunsffchütze Tobias Krack wurde von Herrn Bohne mit unwiderstehlicher Komik aus die Bühne gebracht, so daß sein jedesmaliges Auftreten wahre Lachstürme zur Folge hatte. Den Unglücksraben Martin Hallerstädt spielte Herr Hopkirk mit viel natürlicher Liebenswürdigkeit, daß wir ihm unser Mitgefühl nicht versagen konnten, weil so der Augenschein gegen ihn ist. Fräulein Klaar als entrüstete Gattin, sowie Fräulein Berger als superkluge Seminaristin waren völlig auf der Höhe der (Situation. Ausstattung und Jnfzenierung waren wie inyner gut.
* Die Hans Sachs-Spiele, di« auf Sonntag, den 11. Juli, 6y2 Uhr verschoben wurden, finden nur bei gutem Wetter statt, und zwar auf der Freilichtbühne in Marbach, nicht in den Stadtsälen. Sollte der Sonntag trübe oder regnerisch sein, fallen die Hans Sachs-Spiele aus, und werden dieselben dann am Montag, den 12. Juli, 6y2 Uhr, aufgeführt, selbstverständlich auch nur bei gutem Wetter.
* Sommertheater Marbach. Bei gutem Wetter sollen morgen Sonntag nachmittag 6y2 Uhr die wegen der überaus ungünstigen Witterung so oft verschobenen Hans Sachs-Spiele in Szene gehen. Bei schlechtem Wetter findet
jedem Deutschen bereits in Fleisch und Blut übergegangen wäre, es könnte wahrlich auf keine bessere Art bei uns Landratten der Sinn für unsere Marine geweckt werden. Die Flottenschauspiele wurden auch schon wiederhott von S. M. dem Kaiser, dem Prinzen Heinrich und vielen anderen Fürstlichkeiten besucht. Die Vorführungen erfolgten erst in wenigen deuffchen Städten, da sie nur in großen Verkehrszentren möglich sind; mußte doch z. B. in Frankfurt erst ein See von etwa 7000 Quadratmetern künstlich in Beton hergestellt werden. Die Tribünen, überhaupt alle Plätze sind gedeckt, fodaß Schutz vor Sonne und Regen geboten ist. Im Anschluß an die Tribünen ist in Form eines Schiffes ein Wein-Restaurant erbaut, das der Welt die hervorragende Qualität unseres Pfälzer Naturweines aus den Kellereien von E. Witter in Neustadt a. H. zeigen soll. Das Schiff bietet vom Deck aus einen wunderbaren Bkick über die ganze Ausstellung. Die Eröffnung der Marine-Schauspiele findet Freitag, 9. IM, vor geladenen Gästen im Anschluß an den Eröffnungskommers, statt. Vom 10. Juli ab sind täglich 2 Nachmittags- und 1 Abend-Vorstellung. Die Tribünen bieten für mehrer« 1000 Personen Platz.
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abends 8 Uhr die Aufführung einer sehr hübschen Novität statt, betitelt „Der Kaiser kommt!" Ein Schwank aus einer kleinen Garnison nennt der Autor das Stück, das bei seiner Erstaufführung einen durchschlagenden Heiter, keitserfolg zu verzeichnen hatte und infolgedessen bereits von einer großen Anzahl gut« Bühnen angekauft wurde.
* Bor der Ernte. Das muß schon ein ganz verhärtetes, poesievolles Gemüt sein, das des Zauber nicht spürt, der uns umfängt, wenn wir jetzt die wogenden Felder mit dem baÄ schnittreifen Getreide von einem Hügel oder Berg aus überblicken. Ein schöneres und gleichzeitig erhabeneres Bild ist kaum denkbar, als üppig stehende Kornfelder, über die leise : < geheimnisvollem Weben der Abendwind bi? streicht. Jetzt sind wir nicht mehr weit von öc: Ernte und der Landmann schaut mit Dank gegen Gott den Schöpfer auf seine Felder, di« ihm entgegenlachen in stattlicher Fülle. Er sieht seine rastlose Arbeit gelohnt und hat nur noch die Bitte, daß der goldene Segen auch unbe« schädigt in seine Scheunen und Kammern eingefahren werde. Das wogende Kornfeld ist uni das beste Sinnbild der fruchtspendenden Erde, aber auch des rastlosen und unbeugsamen fleißigen Landmannes. Heimatzauber geht vom wogenden Kornfelde aus, in ihm liegen di« stärksten Wurzeln unseres deutschen Heimatge» fiü)Is. Was auf den Feldern der Ernte ent« gegenreift, ist das kostbarste Besitztum, und die ganz« Nation schaut mit Stolz auf den Stand des Landmannes, des echten deutschen Bauern. Dieser Titel ist ein Ehrentitel und soll auch all solcher wieder mehr gewürdigt und gebraucht werden. Darf es uns wundern, daß die poetische Stimmung, die ein wogendes der Ernt« entgegenreifendes Kornfeld auslöst, den treuherzigen gemütstiefen Matthias Claudius je den schlichten gläubigen Versen begeisterte:
O, wer das nicht gesehen hat. Der hat des nicht Verstand: Man trifft Gott gleichsam auf der Tat Mit Segen in der Hand.
Und fieht's vor Augen, wie er frisch, Die volle Hand ausstreckt,
Und wie er seinen großen Tisch ",
Für alle Wesen deckt. j
Und rote wundervoll singt Martin Greif vom ' wogenden Kornfeld: <
Stille ruht die weite Welt, Schlummer füllt des Mondes Horn, Das der Herr in Händen häll. Nur am Berge rauscht der Born, Zu der Ernte Hut bestellt, Wallen Engel durch das Korn?
Mitteilungen aus dem Leserkreise.
Unter dieser Rubrik veröffentlicht die Redaktion Stimmen aus ihrem Leserkreis. Für die hierin ausgesprochenen Ansichten und Tendenzen übernimmt die Redaktion (außer der preßgesetzlichen) keine Set» antwortung, diese bleibt vielmehr dem Einsender überlasten.
In weiten Kreisen der vaterländisch gesinnten Bevölkerung Deutschlands herrscht tiefe Verstimmung über den Gang und die Folgen der Verhandlungen über die so dringend notwendige Reichsfinanzreform. Deshalb erlaube ich mir den Vorschlag, an den Reichstag eine Eingabe folgenden Inhalts zu richten:
„Die Unterzeichneten fühlen sich aus Vaterlandsliebe gedrungen, dem Reichstage davon Kenntnis zu geben, rote sehr sie es bedauern, daß es dem Reichstage nicht gelungen ist, b« vaterländische Werk der Reichsfinanzreform ft» einer Weise zu gestalten, die dem um das Reich hochverdienten Fürsten Bülow ein Verbleiben in seinem Amte ermöglicht hätte."
Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Erklärung in der Expedition dieser Zeitung schnell zahlreiche Unterschriften fände.
Marburg, den 8. Juli 1909.
Ein Deutscher.
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Nehmen Sie i
täglich ein Likörgläschen Dr. Hommei's Haema-1 tagen unmittelbar vor bet Hauptmahlzeit I Ihr Appetit wirb reger, Ihr Nervensyüem erstarkt, bie Mattigkeit verschwindet unb körperliches Wohlbefinden stellt sich raschest ein. Verlangen Sie je« doch ausbrücklich bas echte „Dr. HommelV Haematogen unb weisen Eie Nachahmungen zurück.
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Apollinaris
Niederlage bei Jacob Döring', OolonlalwarM»
Handlung, Marburg a. I*.
Verantwortlich für die Redaktion:
Dr. phik. «nrl -itzirith in Mardn«. t