mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschastlrche Berlage.'
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Sie „KvrrheMfche Zeit«»»" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Bost bezögen 2,23 Mk. (ohne Bestsltgeld), bei unfern ZeitungSstelleu und der Eroedition (Markt 21,) 2 Mk.
Marburg
Sonntag 11. Juli 1909.
Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gefpattene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — ®tu<f und Verlag: Joh. Ang. Koch, Unioersitätsbuchdrnckerei Inhaber Dr. C. Hitzero th, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
Drittes Blatt
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(Nachdruck derbsten.)
pheten, die auf Gott gegründet „zu eisernen Säulen und ehernen Mauern gemacht sind im ganze« Land.*
I Hausfrau, in einem dunkelmalvefarbenen Seidenkleid, einen Veilchenstrauß an der Brust und die Kiffen ihres Wagens in der zur Toilette paffenden Schattierung gehalten, hatte ihre Re- kognoszterungsfahrt durch alle Räume beendet, nn Herrenzimmer noch einmal lüften, im Musiksaal noch mehr Armleuchter verteilen lassen, und, nachdem sonst alles in Ordnung befunden war, ihren festen Platz in der Nähe des | Teetsiches eingenommen, hinter dem Ulli mit einer ihr sonst ungewohnten Hast und Unruhe ihr Material für den Abend ordnete. Heinrich Werner hatte sich gestern mit der schriftlichen Er- Uarung, sich nicht wohl zu fühlen, bei der Mama von seinem gewöhnlichen Abendbesuche dispensiert, und der Geheimrat hatte bei Tische erzählt, daß sein junger Kollege wirklich ganz bleich und angegriffen, wie nach einer schlaflosen Nacht und ernstlichem Unwohlsein ausgesehen, aber hartnäckig erklärt hebe, sich wieder ganz frisch und vollkommen gesund zu fühlen. . So beruhigend das auch klang, war Ulli doch in Aufregung und Sorge, und als der Papa jetzt in voller Gesellschaftstoilette eintrat, zermarterte sie sich vergebens den Kopf, wie sie es anfangen sollte, auf eine unverfängliche Art zu erfahren, ob Heinrich heute erscheinen werde sein Befinden ihn noch an die Häuslichkeit fessele? Ehe sie mit den Vorbereitungen zu die- ’et. Frage, die sich in schüchternen Liebkosungen und Schmeicheleien für den Vater kleideten, fertig war, löste sich die Frage von selbst, und rn befriedigendster Weise, indem der Gegenstand ihrer Sorge und Zweifel mit Max zusammen in den Salon trat und die Eltern begrüßte.
Die beiden Freude hatten trotz ihrer son- WJJ großen Verschiedenheit heute etwas sehr reiches in ihrer äußeren EricheiMWg. Sie
Zwang der Ueberredung zur Unterwerfung bringen, dann zögette er, wie wir gesehen haben, keinen Augenblick, die Hätte der Blutgerichtsbarkeit in einer Weise zur Anwendung zu bttngen, daß selbst die rauheren Menschen jener Zett darob I erbebten. Denn auch dieser sittlich hochstehende I Mann zeigte die Spuren menschlicher Gebrech- I lichkeit.
I Die wunderbare Verbindung von ungewöhn- I kicher Verstandsschärfe und elementarer Willens- | kraft war Calwins vornehmster Besitz. Klarheit I ohne Kraft ist lahm, Kraft ohne Klarheit ist blind. I Klarheit ohne Kraft schafft grüblerische Selbstquä- I lerei und unfruchtbare Kritik, Kraft ohne Klarheit I drängt zu brutaler, sinnloser Aktton. Daß Calvin I in jedem Moment wußte, was er wollte, daß er I nur das wollte, worüber er mit sich im reinen war, I brachte ihn vielleicht um den Zauber der Unmittelbarkeit, verschaffte ihm aber die unbedingte Herrschaft über die Menschen und einen beispiellosen organisatottschen Erfolg.
Die merkwürdige Verbindung von Klarheit und Energie, die wir bei Calvin festgestellt haben, steht während des 16. Jahrhundetts nicht verein- I zelt da. Ignatius von Loyola, der Gründer der i Gesellschaft Jesu, zeigt darin einegewiffe Aehnlich- keit mit Calvin. Die beiden Männer, deren Jünger in den Tagen der Gegenreformation miteinander kämpften auf Tod und Leben, haben manchen verwandten Zug: Beide waren nicht nur in ihrem Aeußeren von der peinlichsten Sauberkeit, sondern beide waren auch „streng, scharf, trocken, heftig*, wie Goethe einmal den romanischen Cha ratter kurz und ttefsend gezeichnet hat. Beide waren Männer des klarsten Blickes und der höchsten Willensenergie und zwar einer sorgfältigen diszi- plinietten Energie; beide nicht schöpfettsche Naturen, aber geborene Herrscher und organisatorische Talente großen Stils.
Calvin gehött zu jenen kriegführenden und kämpfenden Priestem, von denen Carlyle sagt, daß sie „ihr Volk führen, nicht zu stiller Arbeit, wie in friedlichen Zeiten, sondern zu treuem, tapferen Streit in wildbewegter Zeit*. Eine Herrschernatur war Calvin, in ihrer Majestät um so größer und überwältigender, als er ja nicht, wie die Sprossen der alteingesessenen Familien Genfs, mit denen er seine Kräfte maß, dazu erzogen und darauf eingeübt war, das Regiment zu führen; eine Herrschernatur, um so imponierender, als. er nicht den gesichetten Rechtsboden einer altererbten Herrschaft unter den Füßen hatte, sondern in einem beständigen Kampf der Selbstbehauptung lebte. Und weder durch ruhmreiche Kriege, noch durch den Glanz einer prächtigen Hofhaltung, noch durch die Künste einer gewissen Demagogie, sondern einzig und allein durch den ehernen Willen seiner sittlichen Persönlichkeit sichette er sich Einfluß und Macht. Seine Größe war nicht die eines „kraftstrotzenden, auf sich stehenden, mittelalterlichen Städtetyrannen* voll ausschweifenden und abenteuerlichen Mutes- sondern die eines jener Pro-
sahei. beide abgespannt und wenig gesellschaft«. lustig aus. Aber während Max dar hinter ein«, nervösen Unruhe und Lebendigkeit zu verberge» suchte hatte Werner einen seltsamen Ausdruck von Kälte, Ernst und Zurückhaltung in seinem Zügen, der weder vor der liebenswürdigen launigen Begrüßung der Hausfrau, noch vor de« teilnehmenden, zärtlichen Blick Ullis ganz wich. Die Eeheimrätin wies ihm versprochenermaßen den Platz an ihrer Seite an, und Ulli, den let genau nach seinem Geschmack mischend, bot ih« selbst die erste Taffe mit lieblichem Lächeln unb einer leisen, besorgten Frage, ob ihm auch wieder ganz wohl sei und er nicht am Ende teffer getan hatte, sich zu schonen und zu Hause z» bleiben? Er schlug die Augen mit einem dunkeln, schweren Blick zu ihr auf, und etwas wi« ein Schein von Wärme glitt über sein blaffe, ernstes Gesicht, als er die zarte, mädchenhaft« Gestalt traf, aus deren reinem, offenem Gesicht soviel Liebe und Hingebung zu ihm empor- schaute. Dann, seufzte er leise: „Danke, Fräulein Ulli, es ist alles vorüber! Es war ein altes Leiden aus der Jugendzeit, das mich gestern unerwartet und mit Heftigkeit befiel, aber ich bin gleich ernstlich dagegen vorgegangen, und nun kehrt es hoffentlich nicht wieder?"
Ja, sehr ernstlich war Heinrich dagegen vorgegangen, nachdem erst wieder etwas wie Besinnung sich aus dem faffungslosen Jubel und qualvollen Leiden der ersten Stunde emporgerungen hatten. Immer wieder hatte er sich als Schutz gegen die immer aufs neue auflodernde Liebe Loris Verrat vorgehalten, immer wieder gesagt, daß kein Band ihn mehr mit diesem Mädchen verknüpfe, das damals durch die Ktucht jedes Band zerriffen habe. ;
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I siimuiung des Lehrgehalts. Bei Luther tvie bei | Calvin uubeirrtc Sichcrbcit des Handelns; aber I bei dem Deutschen auf Grund eines untrüglichen I Instinkts, beim Franzosen als Ergebnis sorg- I faltiger Erwägungen.
Wie man sieht, braucht Calvin den Vergleich mit Luther nicht zu scheuen. Was von Dominiftls
I int Vergleich mit Franziskus gesagt worden ist, I gilt doch wohl auch hier: „Sollte ein gereister I Cüarakier geringer zu achten sein als eine glück- I liche Natur?" (Hauck.)
I Calvin besaß ein nie versagendes Gedächtnis. I Es wird berichtet, sein unermeßlich reiches Wissen I sei ihm jeden Angenblick gegenwärttg gewesen.
1 Personen, denen er vorher mir einmal begegnet I sei, habe er stets iviedererkannt, von den Vor- I gütigen, die sich vor dem Sittengericht abspietten, I l,abe er noch nach Jahren Zeitpunkt, Anlaß und I Verlauf mit untrüglicher Zuverlässigkeit anzugeben I gewußt. Von einem derartigen Gedächtnis unterstützt, über sich selbst und seine Fähigkeiten durchaus int klaren, übersah er die Aufgaben, die es zu erledigen, die Schwierigkeiten, die es zu bewältigen, die Gegner, die es zu überwinden galt, mit absolut sicherem Blick, tvie ein Feldherr auf hoher Warte das Schlachtfeld, sein eigenes und des Feindes Heer Übersicht. Mit derselben Klarheit, womit er die theologischen Probleme seiner Zeit erfaßte, und bearbeitete, durchschaute er die Menschen und die Dinge, wählte er für seine Zwecke die wirksamsten Mittel aus, griff er in die kirchlichen und bürgerlichen Verhältnisse umgestaltend ein.
Und dieser Vcrstandesmensck' war zugleich ein Mensch der mächtigsten und nachhaltigsten Willenskraft. Gewaltig wie ein Feucrstrom brach der Wille hervor aus dem Flammenkern seiner Persönlichkeit. Mit der Macht seines Willens über- j wand er sich selbst, überwand er seine Schüchternheit und Aengstlichkeit, seine Neigung zum beschaulichen Dasein des schriftstellernden Gelehtten, seine körperliche Gebundenheit. Mit der Macht seines Willens unterwarf er sich die Menschen, daß sie nichts anderes wollten als was er wollte, unterwarf er sich Fürsten und Völker, daß sie ihr Glück opfetten und ihr Blnt verspritzten für die Sache des Evangeliums. Durch die unbeugsame Macht seines Willens wurde er ein Element des Weltgeschehens. I
Die Wirksamkeit für die Sache Gottes, die I Wirksamkeit für das Evangelium war die große [ Leidenschaft seines Lebens, war seine einzige Lei- I denschast. Seine Zeitgenossen erzählen von einer I @efte, die ihm zur Gewohnheit geworden war. I Oftmals, mitten in der Unterhaltung, nahm er mit I der einen Hand seine schwarze Tuchmütze ab, wäh- I renb er mit der anderen zum Himmel wies unter I den Worten: „Alles zur Ehre Gottes." (Nach Bo,fett.) Was sich seinem Wirken zur Ehre Gottes I entgegenstemmte, das warf er nieder mit unwider- I stehlicher Heftigkeit. Vom Eifer um das Haus des I Herrn verzehrt, stürzte er sich auf seine Feinde mit I zermalmender Gewalt. Ließen sie sich nicht durch I Gründe der Vernunft, nicht durch den sanften I
ehrte Mama und Schwester herzlich, und kaffen Sie nicht wieder eine so lange Zeit verstreichen, zu mir zu kommen!"
Erschreckt entsann sich Max im letzten Augen- dlnk noch des morgenden Abends und wie wenig es seiner Mutter paffen würde, Nora bei demselben zu entbehren. „Ja, aber gnädiges Fräu- ist es denn mit unserem morgenden Munkabend? Sie kommen doch bestimmt und die Lohend« Migräne hält so lange nicht an?«
„Ah, es ist wahr, morgen ist Eesellschaftstag bet Ihnen! Ihre Mama hat mir noch vorgestern deshalb geschrieben und mich erinnert Seien Sie mir nicht böse, aber im Augenblick wnn ich nicht bestimmen, ob ich komme oder nicht, ^ch bin nur noch halb zurechnungsfähig. Wenn ich bis morgen wieder ich selbst bin, so komme ich gewiß. Gute Nacht, lieber Freund!" ... «ls Maxens Schritt verhallt und die Haus- tt>r draußen hinter ihm zugefallen war, hob langsam den zurückgesunkenen Kopf. „Troll! rtef sie mit leiser Stimme, und als dieser, dem Rufe folgend, sich langsam erhob und zu ihr trat, da schlang sie beide Arme um smnen breiten Hals, und ihr blaffes Gesicht auf- fchluchzend rn fein dickes Fell vergrabend flüsterte sie dem treuesten und verschwiegensten T^erj£teuni>e mit einem Ton, in dem sich Jubel und Klage mischten, in das Ohr: „Troll Troll er ist wieder da, wir haben ihn gefunden' Heinz' unieren Heinz, verstehst Du mich?"
Und das kluge Tier, die vom Alter schon etwas blöden Augen zu seiner erregten Herrin erhebend, stieß, wie als Antwort und Zeichen seines Verständnisses, ein kurzes, freudiges Geheul aus.
Di« Wendenburgschen Sittons waren in ihnr ganzen -Reihe eröffnet und erleuchtet.
Johann Calvin.*)
Der 10. Juli dieses Jahres, an dem die resor «fette Kirche den 400. Geburtstag ihres größten Lehrers feiert, gibt auch weiteren Kreisen Veran- ckassung, sich mit der eigenartigen Persönlichkeit des tvillensmächtigen Theologen zu beschäftigen. Rechnet doch Calwin unstreitig zu jenen geival- tigen religiösen Führern der Menschheit, deren Wirksamkeit nicht auf ibre Zeit und ihr Volk beschränkt blieb, sondern immer weiter und weiter sich ausdehncnd auf die allgemeine Gestaltung des religiösen Lebens tiefgehenden Einfluß gewann.
Die Bedeutting Calvins auch für unsere Zeit kst vor allein in feiner Persönlichkeitsbildung zu suchen. Unserer von der Forderung einer allseitigen Persönlichkeitskullur erfüllten Zeit tritt in Calvin ein Manu entgegen, der die beiden Grundbedingungen erfolgreicher Perfönlichkeitsbildung, vollkommene Hingebung an eine große Sache und beharrliches Sweben nach unbedingter Herrschaft über sich selbst in vorbildlichem Maße erfüllt hat.
Vergegenwärttgen wir uns nun die wirkungsmächtige Persönlichkeit Calvins int Reichtum ihrer Kräfte und Gewalten, so tritt uns eine ungewöhnliche Verbindung von Verstandesschärfe und Wil- kensenergie entgegen. Calvin ist ganz Klarheit und ganz Kraft. Vergleicht man ibn mit Luther, f® ist keine Frage, daß Lutber ebenso willensstark wie Calvin, ihn an schöpferischen Kräften und an genialer Ursprünglichkeit übertroffen hat. Dagegen war der Genfer Reformator dem deutschen Heros in feinem starken Triebe nach systematischer I Zusammenfassung und logischer Ausgleichung bedeutend überlegen. Bei Luther tiefe, große, neue Gedanken, ein mächtiges Pcttkws und ein hoher Schwung; bei Calvin die Gedanken Luthers in übersichtlichster Anordnung und schärfster Formulierung. Bei Luther starke Bedürfnisse des Gemüts, das Bedürfnis konservativer Anlehnung und mystische Innerlichkeit, bei Calvin das Bedürfnis nach logifcher Klarheit und verstandesmäßiger Konsequenz. Bei Luther hin und wieder ein schwanken der Meinung, auch mancher utt- I gelöste Widerspruch, bei Calvin vollkommene I Festigkeit der Ueberzeugung und runde Ueberein- I Ol- ■* entnehmen folgende Ausführungen dem I
.^mdchcn der Sammlung „Aus Natur und I Gecheswelt (Leipzig, Verlag von B. G. Teubner. | Prci-> geh. 1 X geb. 1,25 ,#), in dem G. Sodenr auf I ®n>nb einer mehrjährigen liebevollen Beschäftigung I mit Calvins Lebensarbeit und Persönlichkeit mit I Wien Strichen em lebendiges Bild von dem Ent- I toicklungsgange und den Lcbensschich'alen Calvins, von I fernen Ertolgen und Enttäuschungen, von feinen Sie- I fidi unb Ktcbcrtnnen zeichnet und die starre, von dem I
Gefühle der heiligen Verantwortlichkeit seines I Berufes,getragene Persönlichkeit des Reformators in I Sen verich,ebenen Lebensbeziehungen zu fassen und I verständlich zu machen sucht. I
Ei« Sommerlranm.
Roman von K. van Beeter.
(Fortsetzung.)
Wahrend Max nach der elektrischen Glocke sprang, richtete Nora sich mit gewaltsamer Anstrengung empor. Nur nicht verraten, nur jetzt für das Leden etwas von der Schauspielkunst die ihr auf her Bühne so vollkommen zu Diensten stand. Ach, sie bedachte nicht, daß es ein anher Ding ist, eine einstudierte Rolle wiederzugeben als mit einer plötzlich ergriffenen Alaske die durchbrechende Nacktheit der wahren Natur zu verbergen. So sehr sie sich auch zusammennahm, die Bläffe wollte nicht so schnell ?,on 'hren Wangen weichen, und das Lächeln auf ihren Lippen machte einen gezwungenen leeren Eindruck.
« 9^a£ mat glücklicherweise weder ein scharfer Beobachter, noch hatte er den leisesten Verdacht qeichopst der ihn zu einem solchen hätte machen tonnen. Er ichobNoras Zustand auf die schwachen Nerven und die Schreckhaftigkeit der Frauen glaubte auch anstandslos, daß die von Rosa gleich verbundene Hand empfindlich schmerze, und hielt es unter diesen Verhältnissen für pas- wud, sich nach einer hastig eingenommenen Tasse Tee zu verabschieden. Nora, der seine Gegenwart ist dem 'Sturm' der sie durchwogen- Den Empfindungen ' eine Art Folterqual war, Dielt ihn auch nicht zurück, sondern sagte selbst | Wt einem dankbaren Blick: „Ja, lieber Freund, sts ist besser, wenn sie gehen! Ich fühle, der schreck hat meine Migräne heraufbeschworen, fei . Jn .wenigen Minuten werde ich außer
,ein- Are Gesellschaft noch als Annehm- vchkstt zu empfinden! Grüßen Sie Ihre ver«
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberhess. Zig." gestattet.)
Marburg, 10. Juli.
* Bereinsgriindung. Man schreibt uns: Da Me Absicht besteht, auch hier in Marburg einen kaufm. Verein für weibliche Angestellte ins Leben zu rufen, wird es von Interesse sein, zu erfahren, was diese Vereine anderwärts leisten und welche Ziele sie verfolgen. Die verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte, Sitz Frankfurt a. M., bilden einen Zusammenschluß von 30 Vereinen zur Wah. w.g der Interessen der Handlungsgehilfinnen. Sie haben zusammen 15 260 Mitglieder, die sich auf 329 Städte des In- und Auslandes verteilen. In den Vorständen der Vereine wirken neben den Handlungsgehilfinnen auch nicht berufsangehörige Frauen und 9Jiänuer. die mit sozialem Verständnis ihre Zeit und ihre Erfahrung ' in den Dienst der Sache stellen. Gerade ihre Arbeit hat sich als sehr wertvoll für die Vereine erwiesen, weil sie sich eingehender mit den bedeutsamen Fragen beschäftigen können, als es den Angestellten oft möglich ist. Die Verbündeten kaufmännischen Vereine erblicken ihre vornehmste Aufgabe darin, in den weiblichen Angestellten das Bewußtsein ihres Persönlichkeitswertes zu wecken und damit ein erhöhtes Pflichtbewußtsein und Verantwortlitbieitsge- .fühl gegenüber sich selbst und der Allgemeinheit. Ferner sehen es die Vereine als ihre Pflicht an, nach Kräften zur Förderung und Erha'irng des guten Einvernehmens zwischen Prinzipalen und Angestellten beizufragen. Sämtliche den „Verbündeten" angeschlossene Vereine gewähren den Mitgliedern der Schwestervereine dieselben Vergünstigungen wie den eigenen Mitgliedern, soweit es sich um die Benutzung der Stellenvermittlung und die Beteiligung an den Vereinsveranstaltungen handelt. Eine Auskunftsstelle der „Verbündeten", die mit umfangreichem, alle kaufmännischen Fragen umfaßenden Material ausgestattet ist, besteht in Stuttgart unter Leitung von Frk. Paula Steintal. Sie ist der allgemeinen Auskunftsstelle der Redaktion des „Frauenberuf" sReinsburgsr. 25) angegliedert. Für intensive Arbeit in der Stellenvermittlung wurden 2 Bezirke gegründet. Der Bezirk Ost mit der Zentrale Königsberg und der Ve. zirk West mit der Zentrale Frankfurt a. M. Als Organ der „Verbündeten Vereine" dienen eigene Fachorgane: „Die Mitteilungen" .redi giert von E. von Roy, für alle, der „Kölner Vereinsbote" und der Stuttgarter „Frauen- beruf" für ihre Lokalvereine. Monatlich erscheinen Berichte über Berufs- und Standesfragen der Angestellten und enthalten Nachrichten von den angeschloffenen Vereinen. Die kaufm. Vereine für weibliche Angestellte erfreuen sich, dank ihrer gewiffenhaften Arbeit ganz besonders tw der Stellenvermittlung, des vollen Vertrauen» der Geschäftsinhaber, von denen zahlreiche al»
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