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MWttuWH« Ma« Echüken VaftSyi tfl . Lehrstunden von Minuten Dau« gemacht. I Mach den bisherigen Srgebniflen scheint sich di« I Einrichtung durchaus zu bewähren, da der gerinW I Kettverlust durch größer» Drisch« bei Lehrern und j Schülern vollkommen auSgegllchen wird. Auch I wissenschaftliche Untersu^nrg« haben ebne stet- I -ende Abspannung in der letzten Viertelstrmde i» I folge Abnahme der geistigen Frische überzeugend | Nachgewiesen. Die Einrichtung ist besonders Mr j Schulen von Bedeutung, bei denen kein Nachmit- 1 tagsunterricht stattfindet, weil die VerWrzung er- 1 möglicht, in fünf Lormittagsstunden sechs Lehr- | stunden abzrchalten. Es kommne daher in erster I Linie die Schulen der Großstädte mit ihren «heb- I lichen räumlichen Entfernungen tu Frage. Daß I es zu einer allgemeine» Einsührung d« Kurz- I Kunden für alle höh«en Schule» komme« wird, I ist nicht anzunehmen. In den Kreisen d« Päda- I gogen halt man eine mäßige Steigerung tet häur- I licken Arbeiten als Folge der Kurzstunden für rm- | vermeidlich. I

Politisch« Umschau.

Die Lage in MareSo.

Der ^Köln. Ltg." wird aus Taug« gemeldet: Nm 29. Juni, abends, ist in Fez die Nachricht ein- getroffen, daß der Roghi die Bergstümme von Kranes und Tsul, die bisher stets auf sein« Seite gestanden haben, ab« letzthin von ihm abgefallen waren, angegrifien Hecke, aber mit große« Verlust zurüSgeschlagen worden sei. Mulay El Kebir habe neuerdings, anscheinend ernstlich, seine Unter­werfung angeboten; seine Ankunft in Fez soll un­mittelbar bevorstehen, nachdem eine Einigung Äb« die Bedingungen der Unterwerfung «zielt worden ist. D« Sultan gab am 28. Juni dem Großwesir El Glaui und dem Katd Rtugi ein großes Fest im Sultanspalaft. Aida Bel Omar konnte krankheits­halb« nicht daran teilnehmen. Die Lage in Fez Ist völlig ruhig. Die Karawm,enstraßen nach Me­lines, Rabat und Tanger find durchaus sich«. Die Deutschen in Fez machen täglich stundenlange Ritte in die Umgebung von Fez, ohne die geringsten Be- lMgungen zu erfahren. Sämtliche Riffstämme haben nach Fez melde» lassen, daß ste bereit seien, einen spanische« Angriff »ft 100 000 Gewehre» Pwäckzuweisen, doch würden sie selbst nicht an- greifen, sondern die Befehle d«S SuttanS ab­warten. Man «zählt sich, daß der spanische Ge­neral in Melilla mit den Stämmen im Mff einen dreimonatigen Waffenstillstand vereinbart habe, «m zur Verhandlung mit Muley Hafid Zeit zu gewinnen.

Aus dem ReichstWe.

Die heutige Sitzung eröffnete Präsident Graf Stolberg mit der Mitteilung, daß der Abg. Quarck- Koberg (natl.) heute verstorben ist. Sein Andenken ehrt das Haus in üblicher Weise.

Auf das Tagesordnung steht das Tabak« steuergesetz. Die Jincmzkomnriffion hat das von der Regierung vorgeschlagene Bcmderolensyftem ver­worfen und schlägt lediglich eine Aenderung des be­stehenden Gesetzes vor. Der Zigarettenzoll soll auf 1200 Mk. für den Doppelzentner erhöht und außer« dem ein Zuschlag von 40 v. H. des Werter auf Tabak­blätter erhoben werden, von dem jedoch die dem Zigarettensteuergefetz von 1906 unterliegenden Tabok- produkte befreit sein sollen. Auch für Zigarre» wird ein Zuschlag von 40 v. H. des Fakturenwertes bot« geschlagen und die inländische Tabaksteuer soll von 46 auf 57 Mk. erhöht werden.

Von den vorliegenden Anträgen will ein gemein­samer Untrem br konservativen, deS Zentrums und der Polen den Zollsatz für Zigarren von 400 auf 270 Mk., für Zigaretten von 1200 auf 1000 Mk. für den Doppelzentner ermäßigen. Mn sozialdemokrati­scher Antrag verlangst Entschädigung der arbeitslos werdenden Tabakarbeiter und Arbeiterinnen.

Die linksliberale Fraktionsgemeinschaft (Abg. Mommsen und Gen.) hat einen Gesetzentwurf formu­liert, der auf der Grundlage der Gewichtssteuer den ?oll für Tabakblätter auf 150 Mk , für Zigarren auf 00 Mk., für Zigaretten auf 1000 Mk und die Jn- landsteuer auf 80 Mk. festsetzen will. Einige Zen­trumsabgeordnete (Giesberts und Gen.) wünschen Unterstützung arbeitslos werdender Arbeiter.

Rach dem Referat des Abg. Rtetb lkons.) be­kämpfte als erster Redner Abg. Molkenbuhr ((sog.) jede Tabakstcuererhöhung, eBi einem zu erwartenden KonsumrüSgang von nur 10 v. H. würden 20 000 Arbeit« beschäftigungslos. Diese mußten entschädigt werden.

Der Abg. Stref ernenn (natl.) ging zwar auf Ein­zelheiten der Vorlage reichlich ein, erklärte aber auch hier, daß die Natioualliberalen auch die Tabaksteuer rundweg ablehnen müßten, wenn nicht eine wirkliche Lesitzsteuer, wie sie in der Erb an fall steuer gefordert worden sei, eingeführt kei. In sehr sachkundiger Weise begründete der Abg. Schultz (Reichsp.) den Standpunkt der Kommission, die mit dem Wert- zuschlagzoll durchaus das Richtige getrosten habe.

Abg. Horm «»«-Bremen (frf. vp.) führte ans, auch der Wertzoll müsse für die Tabakindustrie verderblich wirken; man solle einfach die betreffend« Zollpost- tionen erhöhen. Den Verbesserungsanträgen werde seine Partei zustimmen, die Vorlage als solche ist Mittelstands- und arbeiterfeindlich und daher für irrtS »nannehmbar.

Abg. Erzberger (Zentr.) erklärte: Sein« Freunde würden für den Wertzuschlagzoll nach dem Vorschläge der Kommission stimmen, die Einführung bezw. Er­höhung eines Gewichtszolles ater ablehnen.

Staatssekretär Shdow bedauerte nicht nur, daß dir Banderole keine Aussicht hat, sondern auch, daß der Erlös aus der Tabaksteuer so gering sein wird. Hof­fentlich würde der Zuschlag noch erhöht. Die Doraus- setzung, daß ein erheblicher Konsmnrückgang eintreten Wird, sei nicht richfig. Auch die Arteiterschast wird j keinen Schaden leiden. Gegen üter den Behauptungen, «S seien infolge des Zigarettensteuergesetzes von 1906 tat ganzen 100 Zigarettenfabriken ringe an gen, hat . eine Umfrage ergeben, daß von diesen Firmen 49 schon vor Inkrafttreten des Gesetzes nicht mehr bestanden 'sHeiterkeit), 21 heute noch unter anderer Firma be­stehen, 8 in andere Orte veÄegt find und di« übrigen «mS Grünten, die in ter Person teS Leiters lagen, Ede gegangen find. Ich bitte die Kommission».

anzunehmen unter Herabsetzung des Ziga- _oES auf wenigstens 1000 Mk. 1

Abg. Schmidt-Altenburg (Reichsp.) bekämpft« den Wertzoll, der Sozialdemokrat Mokkenbuhr trat für I t! Entschädigung der infolge ter Steuer etwa be- 1 stigungSloS werdenden Arbeiter durch das Reich j

Abg. Lielerman« (kons.) empfahl, tat Falle der I chnung des Antrages Gisberts eine Resolution t stnMnehmen, ta welcher die Ansammlung eine» Fonds jex ltatrrstutzung bedürftig werdend« Arbeiter ter i *wXutIU>Upri< gtlDIDttt wvök e

«s- ftttff) (toef.): Von «Ae» bet SotziaLeM batte wird toieter einmal übertrieben, tzm ganze» tack 200 000 Arbeiter ta tat Tabakindustrie teschchft flat, einschließlich Fronen enb Kinder. Da kann «S sich nicht um die BrotloSoerdung Hunderttausend« don ÄBxniliett b cmdels.

Gegen 6 sh Uhr schlug ter Präsident Graf Stoltaeg tat, et möge eine Panse bi» S Uhr gemacht «ad tarnt die Beratung bi» zur Abstimmung fortgesetzt weckst. ®o» Hau» beschloß ater die Beratung gleich forte Metzen.

Der Retetzltag hat den Antrag GieSbert auf Unter» stützung ackettsloS werdend« Tabakarbetter erft 431 gegen 12 Stimmen angenommen. Ebenso wurde tat erniedrigte Zollsatz für Zigaretten und 8 1 (ErhöhruW des Gewichtszolles) in ter KammiffionSfassung in eta- facher Abstimmung angenommen. In namenttich« Abstimmung wird § la (Wertzollzuschlag für Tabak­blätter) mit 191 gegen 165 Stimmen Bei 10 ©thron» enthaltungen angenommen und ebenso ter Rest de» Gesetze» ohne Debatte. Da» ganze Gesetz tritt am 1. Oktober 1909 in Kraft.

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Deutsches Reich.

Von bet Xaiserta. Kiel, 2. Juli. Am 1% Ahr ging dieHohenzollern" mit tet Kai­serin an Boä> nach Travemünde in See. Der Kreuz«Hamburg" begleitet« bte Kaiserjacht.

Stet neu« Kultusminister. Wie die Schles. Bolksztg." von angeblich bestunterichte- t« Seite erfährt, ist die Ernennung des Ooer- präfidenten Hegel (ein Enkel de» berühmten Philosophen Hegel) in MaAebuvg zum Kultus- Minister bereits unterzeichnet worden. Eine amtliche Bestätigung der Meldung liegt nicht vor.

Tod etae» Reichstag sabgrorbnetrn. Ks- burg-lbotha, 2. Juli. Der nationalliberal« Reichstagsabgeordnet« Geh. Justizrat Dr. Quarck, Vertreter des Wahlkreises Sachsen-Ko- burg-Eotha 1, ist nachts an Herzlähmung ge­storben.

Ausland.

** Bon der Cholera. Petersburg, 2. Juli. Seit gestern find 92 Neuerkrankungen und 40 Todesfälle an der Cholera vorgekommen. Die Gesamtzahl der Erkrankten beträgt 615.

** Bom Balkan. Konstantinopel, 2. Juli. DerOsmanische Lloyd" meldet aus Saloniki: Zweitausend zur Erntearbeit nach Thessalien roatibetnbe Mohammedaner aus Serfidge wur­den bei Elassona von griechischen Soldaten überfallen, di« moh««re von ihnen töteten oder verwundeten. Infolgedessen herrscht in Ser» fidg« große Auftegung.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Criginalartitel ist gemäß 6 18 ter Urheberrechts nur mit ter deutlichen Quellenangabe .Oberheff. 8tg.* gestattet.)

Marburg, 8. Juli.

Universität. Wie wir bereits bericht«, tritt d« ord. Professor ter mittl«en und neueren Gffchichte an der Universität Marburg, Geh. Reg.-Rat Dr. E. Barrentrapp mit Ablauf die­ses Ssmmersemesters vom Lehramts zurück. An seiner Stelle wurde, wie aus Freiburg i. Br. gemeldet wird, der ord. Professor au vet dor­tigen Universität Dr. phil. Friedrich Meinecke nach Marburg berufen. 1862 zu Salzwedel ge­boren, am Köllnischen Gymnasium in Berlin vorgebildet, studiert« Meinecke in Berlin und Bonn, besonders als Schüler von Kos« und Wilmans. 1886 promovierte er in Berlin. Von 18871901 war Meinecke am Geheimen Staats­archiv in Berlin unt« Heinrich v. Eybel tätig. 1896 erhielt er die venia legendi an d« Ber­liner Universität und wurde rm Herbst 1901 als ordentlicher Professor nach Strassburg berufen. Ostern 1906 siedelte er nach Freiburg i. Br. als Nachfolger von Prof. Dove über. Meinicke ist feit 1893 Herausgeber der von Heinrich v. Sybel begründetenHistorischen Zeitschrift", ist Mit­herausgeber desHandbuchs der mittelalter­lichen und neueren Geschichte", schriebDas Etralendorfschs Gutachten inb ter Jülicher Erd­folgestreit" (1886),Die Deutschen Gesellschaften und ter Hoffannsche Bund" (1891),Leben des Generalfeldmarschalls H. v. Boyen" (1895/99), Das Zeitalter der Erhebung 180715" (1906), Weltbürgertum und Nationalstaat" (1908). Prof. Meinecke ist ausserordentliches Mitglied bei Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

)( Universität. Die Gesuche um Zulassung zur Prüfung für das höhere Schulamt für das lau­sende Semester müssen bis zum 10. Juli geschehen.

H Für Geschäftsleute. Es fei daraus auftnerk- saur gemacht, daß in den Monaten Juni, Juli und August Sonnabends die Läden bis 10 Uhr Geöffnet sein können.

)( Lom Festplatze. Fleißige Hände regen sich von morgens früh bis tief in die Nacht auf dem Festplatze, vor ter eigentlichen Festhalle ist eine große Schaubudenstadt entstanden. Gestern Abend hatten sich b« den verschiedenen Proben der Tur­ner u.tb Sänger schon «ne große Menschenmenge eingeftmten und fast hatte es den Anschein, als ob das Fest schon im Gange fei.

)( Bom Gaulurnfest. Der in ter gestrigen Rott; betreffend die Festbrofchüre gemelkte Preis von 20 Psg. bezieht sich nur auf den Vorverkauf. Aus dem FestplaHe und an der Kass« kost« das sehr reichbakttg auSgeftattete und auch illustrierte Buch 25 Pfennig.

* Somme«Heater in Marbach. Gestern Abend wurde G. Ohnets Schauspiel .Der Hüttenbesitzer" gegeben; das Stück gefiel sehr gut. Die Darftel- lung war in jeter Weise Mchtig. Bor allem feien Fr«m Steg« als Claire und Herr Lantzfch als Ph. Derplaz hervorgehoben. Meterholt s« auf die fchönen Leistungen uns«es Sommertheat«S hin- gewiefen, das den Besuchern stets «ine« genuß­reich - Kunstabend bietet

* AuS dem Zuge gestürzt. Am L Jull d. I. tot«. 1 Uhr 20 Mi«, ist der zwölfiShrige Sohn des Werkfiihr«S Blasius Weftermann zwischen Neustadt «nd Ullendorf aut dem Zuge 772 ge­stürzt. Die Familie, bestehend aus den Eltern und 7 Kindern, war auf ter Steife von Memel nach Frankenthal. Wahrscheinlich Hai ter Verunglückt«,

Msihrerch M« «öttw Miefen, den Abtei auMühen wollen und tat irrtümlich bte Wagentür geöffnet

X Der OtrrheMche Touristen-vereta hält ötotgen MH mn 11 Ute hn Restaurant Vorbote Not Jtchresverfanmckmg ab.

X Die lustge KünsilerfoiKe ta den vtMsälen find« nicht am nächste» Sonntag, sondern am nächsten DomwrSrag statt

P-enßisch» Äfafferiottetta. Am I. und 10. Juli erfolgt tat Zichung tat L Klage 6* rette nach dem neuesten Plan. Der HanptgMoinn betrügt 100 000 M.

* Ja^kalenter. Im Juli find in Preussen folgende Wildarten jagdbar: Rehböcke, wilde Enten, Schnepfen wilde Schwäne, wilde Gänse, Kraniche, Brachvög«, Wachtelvögel unb alle an­deren faßbaren Sumpf- und Wasservögel.

)( Unglücksfall. In einem hiesigen Geschästs- betrteb geriet beute früh ein Arbeiter mtt ter Hm» in das Getriebe der Maschine und zog sich Ver­letzungen zu.

* «eisefteuten und »leiten. Rnn ist ste ei* der gekommen, die Zeit ter Retsefreicken und -leiden! Jawohl, auch ter Letten! Denn Schmerzen bereitet es sch»», festzustellen, wohin es gehen soll? Das Familienoberhaupt plädiert für eine Tirol« oder Schweizer Landschaft; Mutter und höhere Töchter schwärmen fürs See­bad, und Karlchen möchte in eine Eege.rd, wo es bte schönsten Schmetterlinge gibt, die meisten Eiteren übers Gestein schwänzeln und wo es ans einen mehr oder weniger durchgeschabten Hosenboten nicht so genau ankommt. Ab« dieser Schmerz: wohin? ist nicht der einzige Schmerz vielleicht nicht einmal ter kleinste! Zuletzt bleibt das grösste Leiden ter Reisezeit immer die Frage, wie der Vorrat an schönen Gold­füchsen mit dem Vorrat an schönen Reiseplänen in Einklang zu bringen sei? Ist aber endlich der Würfel gefallen, so tauchen leicht neue Schmerzen auf.Was werden wir für ein Unterkommen haben?"Wird sich Klärchen verloben?"Wird da oder dort wirklich «tevas los" fein?Werde ich meinen Embonpoini, mein rheumatisches Leiden los werten? so tönen die Stimmen durchein­ander. Kann doch einem Familienvater selbst schlechtes Bier oder der ständig fehlendeDritte zum Skat die Ferienresidenz ebenso verleiten, wie Mangel an einschlägigen jungen Herren oder wie unangenehmer Partner der Mama nebst Tochter. Schon das Meter und dieses nicht zum wenigsten kann so ungemein viel zu den Ferienfreuden wie Ferienleiden bei­tragen! Dem lieben Petrus wird jetzt mehr als sonst auf die Finger gesehen. Run, hoffen wir zuversichtlich für unsere Leser das beste, auch für jene, die sich nur bescheidenen Ausflügen zur Ferienzeit hingeben. Denn jeter will aus den paar schönen Wochen möglichst viel herausschla­gen; ist doch die Ferienzeit die allgemeine Zeit der Erholung! Im besonderen wünschen wir aber allen heiratsfähigen Töchtern, daß es ihnen vergönnt fein möge, sich ans den Ferien etwas anteres zu holen, als etwa einen Heu­schnupfen. i

$ Biedenkopf, 2. Juli. Der Vorstand des Krieger- Verbandes im Reg.-Bez. Wiesbaden erläßt an die ihm unterstellten Vereine einen Aufruf hetr. Sammlung solcher Gegenstände (Waffen, Uniformen, AuS- rüftungsstücke, Armeematerial, Bilder, Pläne usw.), die sich auf hervorragende Ereignisse ta der Geschichte der nassauischen Truppen beziehen. Sie sollen dem Landesmuseum zu Wiesbaden als Unterabteilung al» »Nassauisches Mllitärmuseum" überwiesen werden. Die Sachen werden auf Antrag, nachdem sie durch Sachverständigen auf ihr« Verwendbarkeit hin geprüft worden find, bezahlt; jedoch ist unentgeltliche Heber« laffung erwünsckst.

A Laasphe, 2. Juli. Auf Betreiben des hiesige» Turnvereins, für den die Erbauung einer Turnhalle zur Lebensfrage geworden ist, wurde in der letzte« Stadtverordneten-Sitzung die schleunige Erbauung einer solchen zum Preise von 19 00-0< auf dem städ­tischen Grundstücke hinter der Königlichen Präparan- den-Anstalt endgiltig beschlossen. Die Halle wird 20 Meter lang und 12 Meter breit und so eingerichtet, daß sie außer den Zwecken der Kgl. Präparanden« Anstalt der Volksschule und des Turnvereins auch tut Abhaltung von Festlichkeiten und Versammlungen dienen kann.

(-) Ziegenhain, 2. Juli. Im Gegensatz« zu vielen anderen Orten bet Umgegend herrscht in unserer Stadt in diesem Jahre eine rege Bautätigkeit. Der Neubau eine» Schulhauses für die landwirtschaftlich« Winterschule und eines Gasthofe? am Südbahnho-e gehen bereits ihrer Vollendung entgegen; ein neu an« Gelegt« Bürgersteig zwischen Rathaus und Vorstadt findet den Beifall der Passanten.

Ziegenhain, 2. Juli. Am die hiesige erle- diigt« zweite Pfarrstelle, mit welcher zugleich die Seelsorge an d« Strafanstalt »«bunten ist, haben sich dem Vernehmen nach fiter 60 Herren beworben

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Eschbach bei Ufingen 2. Juli. Das vier­jährige Töchterchen des Landwirtes Reber hatte mit Bohnen gespielt und hierbei eine in den Mund genommen. Durch unglücklichen Zufall geriet die Bohne in die Luftröhre, sodass nach 1% Stunden d« Tod eintrat.

Riederbeisheim, 2. Juli. Pom hiesigen Rittergute find heute früh 15 polnische männ­liche und weibliche Arbeit« kontraktbrüchig ge­worden und verschwunden. Die Arbeiter sollen sich nach Cassel gewandt haben.

Eisenach, 2. Juli. Der Gemeinderai beschloß eine Eingabe an den Reichstag, die Reichsum­satz- und Wertzuwachssteuer abzulehnen.

Gelsenkirchen, 2. Juli. Ein hier besuchsweise weilender Italiener namens Walissi wurde er­schossen und beraubt. Der Täter blieb bisher unbekannt.

Dortmund, 2. Juli. Die Sparkasse hat einen Eparautomaten ausstellcn lassen, um die Heran­wachsende Jugend zum Sparen zu erziehen. Rach Einwurf eines Zeh »Pfennigstückes in den Auto­maten entfällt diesem eine als Quittung dienende Sparmarke. Die Marken werden auf eine Sammelkarte zu je 10 Stück = 1 Ji ver­einigt. Die Abgabe einer vollgeklebten Spar­karte wird als verzinsliche Einlage angesehen.

Dortmund, 2. Juli. Ein Extrablatt bet »Dortm. Ztg. meldet aus Hörde: In der Nähe ter Seekante und des Schlachthausweges platzte heute abend rin grosses Gasrohr des Hörder

S«chr ter Toten «nd verwuW- beten wird auf 50 vis 60 geschützt, darunter vet»! hültnismäßig »tale Tote. Die Dortmund«^ Feuerwehr ist sofort «tft all« verfügbares Mannschafte« dorthin ousgerückt.

Ihertahn, 1 Juli. Der Mörder Schulte, de, Gute 8fdt die 18jährige Verkäuferin Lina Schweitzer auf «t«em einsamen Wege überfiel «nd ermordete, wird M n 7. Juli vor bet Hagener Strafkammer zu verantworten haben. Schulte » kaum 15 Jechre alt.

Unpolitische Tagesnachrichten.

Berlie, 2. Juli. Die Bubgetkommisfion des Reichstages lehnte bei ter Beratung des Woh« «ungsgeldzufchusses die Petitionen auf Herauf­setzung von Klasse C in B, ebenso die Petition «us Homburg v. d. H. ab.

Breslau, 2. Juli. Gestern und vorgestern sind in Schlesien schwere Gewitter niebeigt» jangen. Bei Warmbrunn ist bet Zacken aus­getreten, bei Netnerz die Weistrrtz. Bei der Talspnre Mauer überflut« das Wasser di« Dammkrone, die Talsperre Markliffa ist bereits mtt acht Miqonen Kubikmeter Wasser gefüllt.

Trier, 2. Juli. Starkes Hochwasser ter Sauer hat die H«u«nte im luxemburger Sauertal durch Ueberschwernrnen und Versanden des Gra­ses vernichtet.

Duisbur-, 2. Juli. Als bei Metzgermeister Kremer heute di« Senkgrube seines Hauses reinige« wollt«, wurde et von giftigen Gasen betäubt; et stürzte in die Grube, ebenso sein« Frau und ein Verwandter, die ihn retten woll­ten. Alle drei erstickten. Zwei Maurer, die sich an den Rettungsarbeiteu beteiligten, mutzten ins Krankenhaus gebracht werden, wo einer hoffnungslos batniebetltegt.

Innsbruck, 2. Juli. Das Regenwetter der letzten Tage hat schlimme Folgen gezeitigt. Aus den Bergen ist alles Almvieh eingeschneit, aus dem Unteilanb werden grosse Aeberschwem. mungen gemeldet. Die Grossache hat viele Brücken und Wege weggerissen. Kirchdorf ist überschwemmt und vom Verkehr abgeschnftten. Bei Kitzbühel haben der Pfarraubach und Eäns- bach Verheerungen angerichtet. Ueberall wur­den die Bewohner durch Sturmgeläute zur Was» serwehre gerufen.

Hochschulnachrichten.

X Au» Königsberg i. Pr. erhalten wir di« Nachricht, dass dem ausserordentlichen Professor der pharmazeuttschen Chemie Dr. C r v i« Rupp (Marburg) die Nachfolge des ver­storbenen Professors Partheil in der Königs­berger Universität vom Kultusminister ange»^ boten sein soll. Dr. Rupp ist bereits seit Be-' ginn dieses Sommersemesters mit der Vertret­ung ter Professur für pfi rmazeutische Chemie in Königsberg beauftragt. Er war früher in Freiburg i Br. als Privatdozent, übernahm 1904 als Titularprofessor die neuerrichtete jteile eines Abteilungsprofessors am Marburger phar- mozeuttsch-chemischen Institut und wurde 1907 ' zum Extraordinarius beförtett.

X Bon der Heidelberger Akademie bet Wissen­schaft«». Zu ordentlichen Mitgliedern der Heidel­berger Akademie der Wissenschaften wurden vom Großherzog von Baden ernannt: in der philosophisch- historischen Klasse die Heidelberger Univerfität»- profefforen Dr. Wilhelm Windelband lPhilosophie), Dr. Fritz Schöll (Klaff. Philologie), Dr. Friedrich v. Duhn (Klaff. Archäologie), Dr. Wilhelm Braune (Deuffche Philologie), Dr. Eberhard Gothein (Volkr- wittschaftslehre), Dr. Karl Bezold (Orientalische Philologie), Dr. Ernst Troeltsch (System. Theologie)) Dr. Richard Schroeder (Deutsches Reckt, Handelsrecht, Deuffch, Bürger!. Recht) und Dr. Otto Grade- wih (Röm. Recht und Bürger!. Recht); in der mathema­tisch-naturwissenschaftlichen Klaffe die Profefforen der Universität Heidelberg Dr. Leo Königsberger (Mathe­matik), Dr. Otto Dütschli iZoologie), Dr. Georg Kleb? (Botanik), Dr. Theodor Curtius (Chemie), Dr. Philipp Lenard (Physik), Dr. Max Wolf (Astro­physik und Geophysik), Dr. Ernst Anton'fing (Mineralogie) und Tr. Albreck: Koffel (Physiologie). Zu außerordentlichen Mitgliedern wurden gewähsi: in der philosophisch-historischen Klasse Dr. Ernst Jr:Ma­nuel Bekk« (Röm. und Deuffck. Bürger!. Recht), Dr. Franz Boll (Klaff. Philol.), Dr. Alfred v. Dorna»« zewsfi (Alte Geschichte), Dr. Karl Hampe (Ge­schichte) , Dr. Adolf Hausrath lHistor. Theoloniest, Dr. Mar Jellinck (Oeffentliches Recht), Dr. Adaibett Merx (Altes T'stament), Dr. Fritz Neumann (Ro­manische Philol.), Dr. HanS Schubert (Hiftor. Theo­logie), Tr. Henry Thode (Kunstgesch.), Dr. Max Weber (Nationalökonomie) und Dr. Jakob Wille (Ge­schichte) , sämtlich in Heidelberg, ferner Dr. Georg von Below (Geschichte), Dr. Sltt-d Dove (Geschickte), Dr. Otto Genel (Röm und Deutsch. Bürger!. Recht). Dr. Friedrich Meinecke (Geschichte), Dr. Heinrich Rickert (Philosophie) und Eduard Schwartz (Klaff. Philol.), sämtlich an der Universität Freiburg i. Br., schließlich der Direktor des Gencrallandesarchivs, Geh. Archivrat Dr. Karl Obs« in Karlsruhe und der Di­rektor des OberschulratS, Geh. Rat Dr. Ernst v. Satt* würk daselbst' in der mathematisck-naturwiffenschaft- licken Klaffe die Heidelberger Profefforen Dr. Juliu» Arnold (Allg. Pathologie und pathol. Anatomie), Dr. Moritz Cantor (Mathem.), Dr. Vincenz Czenitz (Chirurgie), Dr. Wilhelm Erb (Spezielle Patho­logie und Therapie), Dr. Mar Fürbringer (Anat.), Dr. Aug. Horstmann (Chemiel, Dr. Ludolf Krchl (Innere Medizin), Dr. Theodor Leber (Augenheil­kunde), Dr. Georg Quincke (Physik), Dr. Heinrich Rosenbusch (Mineral, und @eol.', ferner die Pro­fefforen der Universität Freiburg Dr. Franz Himstedt (Physik), Dr. Johannes v. Kries (Physiol.), Dr. Ja­kob Lüroth (Mathern.) und Dr. August Weismann (Zoologie), schließlich die Profefforen an der Tech­nischen Hochschule zu Karlsruhe Dr. Kar! Engl« tCbemie) und Dr. Otto Lehmann (Physik). Zu stän­digen Sekretären der Akademie wurden ernannt: in der philosophisch-historischen Klaffe Prof. Tr. Windel­band und in der mathematisck-naturwiffensckafts'ckeu Klaffe Prof. Dr. Königsberger.

Vermischtes.

Das «rosse Los al» Störe, ein« Theatervor­stellung. Aus einem eigenartigen Grund» wurde differ Tage die Aufführung am Stadt», theater in Marienbad plötzlich unterbrochen. Der Bühnenarbeiter K. erhielt während der Auf« ffihrung des StückesDie geschiedene Frau" von seinem Kolletteur die Nachricht, dass ihm tiW Hauptgewinn ter österreichischen Etaatslotterit in ter Höhe von 40 000 Kronen zugefallen fet- Der glücklich« Gewinner war beim Empfang tat Freudenb otfibaft b-rorf $-* jy'