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Eine Mitteilung an die Post

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vorkommst! Gerade, daß Du darin so fein un­tief empfindest, spricht nicht nur für die Echt­heit Deiner Liebe, sondern auch dafür, daß Du das richtige Talent für einen tüchtigen, zuver­lässigen Ehemann hast!"

Der scherzhafte Anlauf, zu -em bei sich am Schlüsse seiner Trostrede aufgesi! hatte, machte auf Max, der sonst für jedes lustige Wort so empfänglich war, wenig Eindruck. Sich mit der Hand über die heiße Stirn streichend, sagte er matt:Ich danke D.c für die Freundes­worte, aber ich glaube nicht recht an ihren Trost. Mir ist ganz jämmerlich zumute. Aber es hat immerhin wohlgetan, irgend einem Men- scheu mein Herz geöffnet zu haben. Mir ist» als hätte ich damit einen Teil der mich be* drückenden Last mit auf Deine Schultern ge­wälzt. Es erhöht gerade nicht die Annehmlich­keit meiner Lage und Stimmung, daß ich mich

legen brauchst, daß Du Dir durch ein zeitweilige» Unterliegen in derselben Ritas ganz unwert

den Glauben an mich und die Beständigkeit meines Herzens verloren. Ich bin Ritas reiner, zweifelloser Liebe unwert geworden, und daß davon kein Mensch etwas weiß, das ändert in meinem Gewissen garnichts. Ich bin und bleibe ein elender, charakterloser Mensch, der weder der einen noch der anderen angehört und sich selbst verachtet."

Aber, alter Junge, das find ja Hirnge­spinste!" sagte der Doktor ganz erschüttert von dem Tone echter Verzweiflung, der aus der Selbstanklage des sonst so lustigen, leichtlebigen Freundes hervorklang.Man muß der Natur jedes Menschen Rechnung tragen. Du 'ist des­halb doch nicht gleich ein Treu- und Eharatter- loser, weil Dein feuriger Schönheitssinn Dich"

Mache keine Redensarten, Heinrich, denen Du selbst am wenigsten glaubst! Sieh, wenn Nora in meinem Geiste jede Erinnerung an eine andere auslöschen würde, dann wollte ich glau­ben, daß sie mit dem Vorrecht der letzten Liebe auch die Rechte sei und Rita nur zu jenen Arnou- rettes zähle, deren meine Vergangenheit mehr wie eine aufzuweisen hat. Aber ich vergesse Rita keinen Augenblick. Selbst in der größten Bezauberung, wenn Nora singt und eigentlich jede Fiber in mir nach ihr bebt und lechzt, steht Ritas Bild neben mir, und ich bin mit voll bewußt, daß sie diejenige ist, die zu mir gehört. Eigentlich erst, seitdem ich Nora kenne und anbete, bin ich mir defien bewußt geworden, wie teuer mit Rita ist, worüber ich bis dahin noch halb im Unklaren war. Und trotzdem ist Nora für mich der Eipfelpuntt alles defien, was meine Sinne und Seele bezaubert, und ich habe

Deutsches Reich.

Der »eifer in Stiel. Mel, 27. Juni. Die Kaiserin ist heute morgen um 8 Uhr hier einge­troffen. Zum Empfang auf dem Bahnhof waren erschienen: der Kaiser, der Kronprinz, Prinz und Pttnzessin Eitel Friedrich, Prinz Adalbett und die übrigen hier anwesenden Fürstlichkeiten. Die Majestäten begaben sich in einer Salonpinaffe auf dieHohenzollern*. Der Kaiser hielt heute vor­mittag auf derHohenzollern* Gottesdienst al- Danach begab er sich an Bord desMeteor*, um an der heutigen Regatta des Norddeutschen Re­gattavereins auf der Kieler Föhrde teilzunehmen. Zum Mitsegeln auf demMeteor* waren geladen: Fürst Pleß, Botschafter Hill, Staatssekretär von Tirpitz, Admiral von Senden-Bibran, General­leutnant v. Schenck, Marineattachee bei der Bot­schaft in Washington, Korvettenkapitän Reetz- mann, Mr. Armvur und Generaldirettor Ballin. Zur Regatta waren mehr als 80 Boote gemel­det. Das Wetter war gut. Eine überaus große Anzahl von Dampfern und anderen Fahrzeugen, dicht besetzt und bunt bewimpelt, waren am Start versammelt, um den rasenden Jachten zu folgen.

Regimentsjubilium. Stuttgart, 26. Juni. Der König von Württemberg hat, wie der Staatsanzeiger* meldet, aus Anlaß des hundert­jährigen Jubiläums des Ulanenregiments Kaiser Wilhelm I. Rr. 20 dem Regiment ein Säkular­standartenband verliehen und ihm aus diesem An­laß für die vortreffliche Haltung die vollste An­erkennung und den wärmsten Dank ausgesprochen.

Trauerseier für Dr. LangerhanS. Berlin, 26. Juni. Hellte nachmittag wurde im Rathause für den langjährigen Stadwerordnetenvorsteher Dr. Langerhans eine Trauerfeier abgehalten, an der der Minister des Innern, v. Moltte und KriegsminMer v. 'Einem TeNnahMen. Die Ge­denkrede hielt Pfarrer D. Kinns; Gesänge des Domchors begleiteten die Feier. Nach Ansprachen des Stadwerordnetenvontehers Michelet, des Oberbürgermeisters Dr. Kirschner, des Geheimen Justizrats Dr. Cassel und des Geheimen Justizrats Dr. Träger, sowie des Stadwerordneten Rosenow wurde der Sarg von einem imposanten Trauer­zuge nach dem Friedhöfe geleitet.

Landwirtschastsrat. Braunschweig, 26. Juni. Der ständige Ausschuß des deutschen Land­wirschast rates trat unter Vorsitz seines Präsi­denten, des Grafen Schwerin-Löwitz, zu seiner Sommersttzung zusammen, an der auch Herzog Johann Albrecht, Staatsministet Dr. v. Otto und Geh. Finanzrat Zimmermann teilnahmen. Es wurde über die Hebung des ausländischen Zucker- konsums verhandelt und ein Beschluß angenom­men, die vom Reichstag beschlossene Herabsetzung der Zuckersteuer auf 10 Mk. möge keinesfalls über den 1. April 1910 hinausgeschoben werden.

®teHberhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der '"rd Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jahrllch durch die Poll bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), Bei unfern Zeitungsstellen und der Expeditton (Markt 21,) 2 Mk.

n» :en in­et ch- ter ih-

sei es persönliche Bestellung bei dem Briefträger ober bei dem Postamt, ge- : i nügt vollständig, um den regelmäßigen

Bezug derOberhesstschen Zeitung"

>.,^vuch im neuen Quartal zu sichern. ' werfe gegebenenfalls einen un- ;

Zettel mit der Mitteilung, "Ki man dieOberhessische Zeitung" wünscht, in den nächsten Briefkasten.

Ausland.

** Das russische Kaiscrpaar in Stockholm. Stockholm, 26. Juni. Heute mittag 1 Uhr fuhr die KönigsjachtDrott* mit dem König, der Kö­nigin und der königlichen Familie nach Villa

Marburg

Dienstag, 29. Inin 1909.

Vaertan. An Bord befand sich der Minister bei j Aeußern Graf Taube. Die KatserjachtStau- i bart*, eskortiert von der JachtPolarstem* mch i fünf Kriegsschiffen, wat bereits dort eingetroffen, j Au Bord befand sich auch der rufiische Minister des l Aeußern, Iswolski. Bald nach der Ankunft he, j gaben sich der König und die Königin, sowie bie : übrigen Mitglieder der königlichen Familie auf - denStandart*, wo eine herzliche Begrüßung mit j dem Kaiser und der Kaiserin von Rußland er- s folgte. Darauf setzte betStandort* die Reise. nach Stockholm fort. Um 3 Uhr 10 Min. warf bie j Katserjacht mit den Begleitschiffen und das schwe- - bische Geschwader, das den Kaisetjachten ent- , gegengefahren war, auf der Stockholmer Reede Anker. Die Mitglieder der schwedischen KönigS- famUie gingen an Land «nd begaben sich nach dem unterhalb des Schlaffes ausgestellten Em- i pfangspavillon. Gleich darauf folgten unter Sa­lut bet Kaiser und die Kaiserin, sowie der König und die Königin an Bord der Königschaluppe Vasaordetn*. Im inneren Salon des Schlaffes wurde das russische Kaiserpaat von der königlichen Witwe Sophie empfangen. Das Wetter ist Pracht- . voll, die Stadt trägt Flaggenschmuck Abends fand auf dem Schlöffe zu Ehren des mffischen Kaiser­paars ein Galadiner statt, bei dem König Gustav eine Ansprache hielt, die Kaiser Nikolaus er­widerte. Das Galadiner fand zu 350 Gedecken statt. Nach dem Galadiner begaben sich der Kaiser und die Kaiserin von Rußland auf die Katserjacht Standart* zurück.

** Oesterreich und Italien. Rom, 26. Juni. Wie bieAgenzia Stefan! meldet, teilte der öster­reichisch-ungarische Botschafter Gras von Lützow dem Minister des Aeußern mit, daß sich Oester­reich-Ungarn an der zu Rom im Jahre 1911 statt- findenden Ausstellung offiziell beteiligen wird.

** Der Streik bet Seeleute beendet. Marseille, 26. Juni. Infolge des Schiedsspmchs des Ma­rineministers ist der Streik der eingeschriebenen Seeleute beendet. Die Arbett wird morgen wieder ausgenommen.

** Die Cholera in Petersburg. Petersburg, 26. Juni. Seit gestern sind 100 Personen an der Cholera erkrankt. 23 Personen sind gestorben. Die Zahl der Erktantten bettägt 489.

** Schweden. Stockholm, 27. Juni. Der Chef der Küstenartillerie, Generalmajor Beckmann, ist heute gegen Mittemacht in dem mitten in der Stadt gelegenen Königsgarten durch einen Re­volverschuß in den Rücken getötet worden. In feiner Begleitung befanden sich mehrere höhere Offiziere. Der Täter, ein schwedischer Arbeiter, erschoß sich sofort.

** England. London, 26. Juni. In der Vor­stadt Kensington wurde heute das Victoria and Mbert-Museum durch den König und die Königin in Gegenwart anderer Mitglieder des Königs­hauses, mehrerer Minister, des Erzbischofs von Canterbury und der Mitglieder des diplomatische» Korps feierlich eröffnet.

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nicht einmal die Kraft, ihrer Begegnung auszu­weichen, sondern hasche nach jeder Gelegenheit, suche sie mir selbst, wo ich sie sehen, sprechen und von neum mich selbst verlieren kann."

Des Doktors dunkles Gesicht war noch um einen Schatten dunkler geworden. Bei Maxens Schilderung war Loris Bild in dem ganzen Zauber seines unvergeßlichen Reizes in seiner Seele aufgetaucht, unb zugleich leuchteten Ullis blaue Kinberaugen vertrauensvoll und zärtlich dazwischen. Gab es nicht am Ende viele ähn­liche Herzenskonflikte, war ihm nicht vielleicht der Fall verständlicher, wie Max es glaubte und er im ersten Augenblick selbst gedacht hatte? Wenn jetzt plötzlich Lori vor ihm stände, würde er darüber vollständig die Hoffnung vergessen, die er mit der Gestalt des sanften, blauäugigen Mädchens verwebt hatte, oder könnte gar die herzliche Zuneigung, das Verttauen, das ihn zu dieser zog, den überwältigenden Eindruck ver­nichten, den das treulose Weib jetzt wie einst auf fein Herz ausüben würde? Er schauderte zusammen. Gott schütze jeden vor den Dämonen, die im Herzensgründe schlafen!

Und dem düster vor sich hinbrütenden Max die Hand auf die Schulter legend, sagte der Doktor ernst und bewegt:Du stehst in einem schweren Kamps, alter Freund, ich glaube es, und vielleicht verstehe ich Dich besser, wie Du meinst! Aber Du mußt und wirft darüber Herr werden, unb hoffentlich erwächst Dir in Rita bald eine Dir dicht zur Seite stehende Bundes­genossin! Halte nur an dem Gedanken fest, daß Re zu Dir gehört, und kämvfe tapfer gegen die Versuchung, die Du Dir nicht f» schlimm <HIW»

ungen nicht annehmbar. Das bestätigt .die 3lorbb. Allg. Ztg." wieder in ihrem Wochen- rundblick, indem sie sagt:

Die Reichslagsmehrheit wird sich keinem Zweifel darüber hingeben dürfen, daß die ver­hüteten Regierungen niemals Steuern anneh­men können unb werden, welche insbesondere bie Industrie und den Handel in ihrem Lebens­nerv treffen. Die verbündeten Regierungen werden vielmehr jeden einzelnen der Steuer­vorschläge auf seine sachliche Berechtigung prüfen und werden, falls versucht werden sollte, ihnen durch ein Mantelgesetz ober in anderer Form Steuern aufzuzwingen, die sie für unannehmbar erklärt haben, eher das gesamte Reformwerk ab- lehnen, als daß sie Vorschlägen ihre Zustimmung gäben, die der deutschen Volkswirtschaft dauern­den Schaden bringen müssen."

Die konservative Partei scheint ja ent­gegen kommen zu wollen, wie dieKons. Korr." in der von uns bereits mitgeteilten Auslassung schrieb, die Fraktion willdanach streben, daß das Werk in einer Weift zur Vollendung ge­lange, die das Einverständnis der verbündeten 1 Regierungen zu finden vermag. Sie wird zu diesem Behufe auch vor Opfern eigener Ansich­ten im einzelnen nicht zurückschrecken dürfen."

Die freikonservativePost" ist der Ansicht, daß einzelne Anzeichen darauf hindeuten, daß das Zentrum jetzt, nadfbem es die Liberalen durch ihre Selbstausscheidung zum Herrn der Situation gemacht haben, möglichst in der Reichsfinanzreform eine empfindliche Lücke be­lassen möchte. Die Reichspartei werde in diesem Falle nicht mittun.

Um den Reichskanzler zu halten, redet andererseits dieKreuzzeitung" den Na­tionalliberalen zu, sich nicht auszuschließen. Wie in jeder unklaren Situation, tritt auch jetzt Stiebt. Naumann auf den Plan und sucht mtt seinem Block von Bassetmann bis Bebel Ge­schäfte zu machen. Es ist äußerst interessant, daß er hierfür, wie er in einer Homburger Ver­sammlung ausführte, den Hansabund für ein geeignetes Mittel hält, dieser könne von großer Bedeutung werden und verdiene die Un­terstützung aller, unter selbstverständ­licher Voraussetzung bes Wegblei- bens aller sozialpolitisch-reak­tionären Bestrebungen. Das heißt nichts anderes, als den Hansabunb, bent wir als Interessenvertretung von Handel und Ge­werbe seine Berechtigung nicht absprechen wollen, vor den verfahrenen linksliberalen Wagen spannen wollen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit Lieft Tendenzen in dem neuen Bunde Einfluß gewinnen! Daß in der Resolution der Versammlung in Homburg noch der Reichskanz­ler aufgeiordert wird, entweder zurückzutreten ober im Auftrage des Bunbesrats den Reichs­tag aufzulösen unb bei der Auflösung eine Neu­einteilung der Reichstagswahlkreift in Aussicht zu stellen, mag nebenbei erwähnt fein.

Eine ganz neue Wendung be.ten Ber­liner Blätter an durch folgende Meldung:

..Infolge Kaiserlicher Entscheidung sind ener­gische Verhandlungen mit den Parteien des alten Blockes beschlossen worden, die den Zweck haben, bie Finanzreform auch ohne Erb­schaftssteuer zustanbe zu bringen. Fürst Hatzfeld hatte am Sonntag mit Mitgliedern verschiedener Parteien Besprechungen.

«Nachdruck verboten.)

Em Sommertraum.

Romail von K. van Beeker.

i Fortsetzung.)

Max war aufgejtanben und trat dicht vor den Freund. Sein Gesicht trug in diesem Augen­blick ^wirklich einen Ausdruck von Qual, unb seine Stimme klang heiser, als er sagte:Wenn ich es Dir nur klar machen konnte! Aber Men­schen von Deinem soliden Gefüge und Deiner Festigkeit des Charakters unb Empfinbens kön­nen es garnicht verstehen, welche Schwierigkeiten sich einem Menschen mit meiner geistigen unb seelischen Beweglichkeit in ben Weg schieben können! Du wirst mich verachten unb mich charakterlos nennen, aber es ist nicht zu ändern, ich liebe beide. Wäre Rita an meiner Seite geblieben, hätte sie zu mir gehört, so nehme ich zu meiner eigenen Ehre an, daß Nora nie mehr wie meine Bewunderung erregt hätte. Nun aber, als sie in meinen Gesichtskreis trat, da ich unbeschäftigt war, mit liebeheißem Herzen, dem man doch den Gegenstand feiner Liebe entzogen hatte, nahm sie mich widerstandslos in ben Zau­berbann, den ihre Schönheit, ihr Geist, ihr wunderbarer Gesang, notgedrungen auf eine schönheitsdurstige, leidenschaftliche Natur wie die meinige ausiiben mutzte. Daß sie mir gegenüber ganz kalt bleibt, ändert an bet Tatsache, daß ich Rita untreu geworden bin, nicht ein Atom, ebenso wenig wie es mir jetzt noch etwas nützt, wenn Rita heimkehrt und mit der Gewalt ihrer Liebe mich zu sich zurückführt. Ich habe einmal

Zur Lage.

liebet bie Reise des Fürsten Bülow nach Riel wird gemeldet:

Der Reichskanzler traf am «Samstag früh 8 Uhr 21 Min., ohne in Hamburg den Schnell­zug abgewartet zu haben, mit dem Petsonenzuge :tn Kiel ein. In feiner Begleitung befanden sich der Chef des Zivilkabinetts, Herr Valentini. Der Fürst wurde auf dem Bahnhofe von Admi­ral Müller empfangen. Der Reichskanzler, bet ben Anzug des Kaiserlichen Jachtklubs trug, Mien sehr vergnügt unb gesprächig. Et begab sich sofort zu der gegenüber bem Bahnhof an bet Anlegebrücke liegenben Salonpinaffe bet Hohenzollern" unb fuhr zu betHohenzollern" hinüber. Unmittelbar nach seinem Eintreffen Wurde er vorn Kaiser empfangen, mit bem et tetne anderthalb- bis zweiftünbige Untertebung hatte.

Der Reichskanzler unb bet Chef des Zivil­kabinetts v. Valentini sinb bann um 2 Uhr 55 Min. nach Berlin zutückgeteist.

liebet bas Ergebnis bet Untertebung ver­breiteten wir durch Extrablatt bereits gestern morgen folgende, Samstag abend 11 Uhr einge- laufene Depesche des Wölfischen Bureaus:

Berlin, 27. Juni. Bei dem heutigen Vortrag über bie politische Lage hat bet Reichs­kanzler ben Kaiser um sofortige Entlassung ge­beten. Der Kaiser lehnte es jedoch ab, im ge­genwärtigen Augenblick den Wünschen des Für­sten Bülow zu entsprechen. Er wies darauf hin, daß nach der einmütigen Ueberjeugung bet verbündeten Regierungen das baldige Zustande­kommen bet Finanztefotm für die innere Wohl­fahrt wie für die Stellung des Reiches nach außen eine Lebensfrage sei. Et könne unter diesen Umständen der Erfüllung des Wunsches des Fürsten auf Entbindung von feinen Aemtern nicht eher nähet treten, als bis die Arbeiten für die Reichsfinanzrefotm ein positives und für die verbündeten Regierungen annehmbares Ergebnis gezeitigt haben würden.

Der Kaiser hat also das sofortige Abschieds­gesuch des Fürsten Bülow, wie zu erwarten stand, abgelehnt, unb man wird bie Gründe dazu überall würdigen. Aus der Veröffentlich­ung scheint aber auch hetvotzugehen, daß bet Gebaute einer Reichstagsauflösung weiter nicht ernsthaft diskutiert wurde. Uebet dem Schicksal der Finanztefotm schwebt Immer noch völliges Dunkel. Die jetzigen Vonchlage der Mehrheit sind für bie verbündeten Regier-

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain W

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage."

auch noch vor den klugen Augen meiner Mutter zusammennehmen muß, aber wenn sie auch U allem anderen meine Vertraut« gewesen ist, dies, mal möchte ich um keinen Preis bet Wett, bak sie meine Schwachherzigkeit unb meinen Wankek mut durchschaute. Von manchen Menschen lant man Verachtung nicht vertragen."

Ich meine gerade Deine Mutter mit ihr« Eroßgeilftigkelt unb Impulsivität müßte <m; ersten verstehen unb verzeihen, war in Dir gqtl" . 7^,. -fl

..FMWUML ^Fortsetzung WV

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. 11

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UawersitättbuHdruckerei «

Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Martt 31. Telephon 56.