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Marburg

TomierAag 24. Juni 1909.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage.-

Die Fnserti onSgebühr beträgt für di« 7gefpaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. . .

Druck und Verlag: Joh. Ang. Roch, Untversttät-buchdruckerei ^4.

Inbaber Dr. C. H itzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

'M p ? Irttwiw erschemt täglich mit Ausnahme der

Jll 14*5 «fiXnb?ettT\7 Der Bezugspreis beträgt viertel, ahrllch ourch bte Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei ^^^^siungsstellen und der Expedition Markt 21,) > Mk.

Politische Umschau,

Aus dem Reichstage.

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endgültig diesen irreführenden Nachrichten den Boden zu entziehen, können wir mitteilen, daß die nationalliberale Fraktion des Reichstages einstimmig beschloffen hat, für den Fall der Ab­lehnung der Erbanfallsteuer der heute einzig möglichen allgemeinen Besitzsteuer den Finanz­reformplan der Mehrheit in allen seinen Teilen abzulehnen.

Berlin, 22. Juni. Di«Nationalliberale Korrespondenz" schreibt: Es gehen durch die Presse immer wieder Nachrichten, die es als möglich oder gar als wahrscheinlich hinstellen, daß die Nationalliberalen am letzten Ende sich zu der neuen Mehrheit schlagen würden. Es ist nach all den letzten Kundgebungen der natio­nalliberalen Partei und der Reichstagsfraktion

vor dem Sprecherhäuptling Lauati von Sawai eingeleitete, mit geradezu genialer rednerischer Begabung betriebene Bewegung zielte nur dar­auf ab, die Herrschaft von Tumua und Pula wieder aufleben zu lassen. Der Bericht des Gou­verneurs schildert den Verlauf der ganzen Be­wegung in allen Einzelheiten und bemerkt, daß bei dem Eintreffen der durch Kabel erbetenen Kriegsschiffe die Gefahr auf ihren Höhepunkt gestiegen war und der geringfügigste Anlaß ein« Katastrophe herbeiführen konnte. Zum Schluffe des Berichts heißt es: Mit der Entfernung Lauatis aus Samoa ist ein bedeutsamer Schritt für die friedliche Weiterentwicklung des Schutz­gebietes getan und Sicherheit für Leben und Eigentum der weißen Ansiedler gewährleistet. Schwierig bleibt die Lage aber für die Einge­borenen im Hinblick auf die Lösung der Alii- Sili-Frage. Es wird daher erforderlich sein, auch weiterhin einen Kreuzer in den samoani­schen Gewässern zu stationieren.

Die Rationalliberalen und die Reichsfinanz: refotm.

verwunderlich, daß ernsthafte Politiker diesen

Vermutungen Glauben schenken können. Um

Preußischer Landtag.

Herrenhaus.

In der Sitzung am Dienstag, 22. Juni, stand zu­nächst bie Berggefehnovekle zur Beratung. Der Berichterstatter, Dr. Wächter, empfahl namen» der Kommission die Annahme der Novelle mit der ein­zigen Aenderung. daß die Verhältniswahlen der Si­cherheitsmänner und Mitglieder der Arbeiterausschüsie nicht obligatorisch, sondern fakultativ sein sollen. Die Vorlage Wurde mit großer Majorität angenommen. Es folgte die Beratung der Stempelsteuergesehnovelle. Die Finanzkommission hat an der Fassung des Abge­ordnetenhauses verschiedene Aenderungen vorgenom­men. Sie hat u. a. die Fahrradsteuer gestrichen und die Gebühren für Pacht- und Mietverträge ander? ab­gestuft. Der Jagdvachtstempel ist erheblich geändert. Alle Jagdpachtverträge bis zu 4000 X sollen mit 5 v. H., alle höheren mit 7% v. H. versteuert werden. Ferner sollen dieu kleingewerblichen Zwecken dienen­den Automaten steuerfrei bleiben. Graf v. Mirbaid meinte, daß im Hinblick auf die notwendige Erhöhung der direkten Steuern die unzufriedene Frage auftau­chen könnte, ob nicht doch in der Besoldungsreform zu viel geschehen sei. Oberbürgermeister Becker bean«

lichen Gefühl in ihr lebte, bäumte fi' gegen dies: Annahme auf, und mit fast erstickter Stimme sagte sie:Max, besinne Dich! Man spricht von einer so ernsten Angelegenheit nicht in so leichtfertigem Ton! Mag die Sache nun li:aen, wie sie will, jetzt verlange ich als Deine Mutter und Repräsentantin des weiblichen Ge­schlechts von Dir. daß Du Deine auf so wanken­den Füßen stehenden Gefühle fest im Zaum und Zügel hältst und Ritas Herz nicht eher weckst, als bis Dein Empfinden für sie wirklich eine ernsthafte und andauernde Prüfung bestanden hat!"

Mama, vergib mir!" stammelte Max be­schämt und erschüttert, neben der Mutter aus einen Stuhl sinkend und seinen Kopf wie einst al* Kind in ihren Schoß bergend.Ich bin ein zu leichtsinniger Bursche, ich fühle es selbst, aber hoffentlich leichtsinniger in meinen Worten wie in meinen Taten und Gefühlen. Rita ist mir doch wohl mehr, wie ich eben selber meinte. Aber gerade deshalb hast Du recht mit Deinem Ver­langen, und so lange wir hier find, soll kein Wort,ihr mehr mein Empstnden verraten."

Wie wenig er mit diesem guten Willen sei­nem Temperament und den Verhältnissen ge­wachsen war, sollte Max nur schnell noch im 1

<©feOberheffische Bettung" wird, tote bisher, zu politischen Ereignissen, ebne parteipolitisch« Hg{. tationSpolitik zu treiben, in nationalem Sinne selbst­ständig Stellung nehmen.

DieOberhesfische Zeitung» ist, wie bekannt, in der Lage, ihre Leser schnellsten» von den Geschehnissen int Reid) und im Ausland in Kenntnis zu setzen.

Dem lokalen und provinziellen Teil läßt die .»Overhessische Zeitung» in Berichten über kommunale Angelegenheiten in Stadt und Land sowie über lokale Ereignisse aller Art fortgesetzt aufmerffame Pflege Mteil werden. Ein ausgedehnter Nachrichtendienst ermöglicht auch hier schnelle und stchere Bekannt- mackiung. Die Strafkammer- und SchtonrgerichtS- eerlmnbtungen des hiesigen Landgerichts, dessen Bezirk bekanntlich die Kreise Marburg, Kirchhain, Frankenberg, Ziegenhain und Homberg umfaßt, wer- den ebenfalls in derOberhessischen Zeitung», soweit sie Interesse beanspruchen können, in objektiver Form mitgeteilt.

F« ihrer SSnntMbeilage«ach Feierabend" wird sie auch im ickfi^sten Ouartal spannende Er» zählungen bringen.

Die eigens für unsere Gegend bearbeiteteLand- wirtschaftlich« Beilag«" unterrichtet über alle Fragen des Gartenbaues und' der Landwirtschaft.

Mit ihrer in Stadt und Land nachweislich ständig wachsenden Auflageziffer ist dieOberhesftsche Bei- tung" da» verbreitetste Blatt Oberheffens.

Man abonniert auf bieOberhesfische Zeitung" bei allen Postämtern für 2 SR. 25 Pfg., bei der Expedition (Marburg, Markt 21) und den ZeitungS- fteflcn für 2 M. vierteliäbrlich.

Nr« zngehende Abonnenten erhalten dieOber- hessische Zeitung" bi» zum 1. Juli gratis zugeftellt.

Geschäftsstelle derOberhesfischen Zeitung"

Markt 21.

Wie ihr das Blut warm in die bräunlichen Wangen schoß und die Brust heftig auf und tt& wogte?

Zögernd lösten Ritas Finger einen der weißen, goldkelchiaen Sterne, und leise ;..ui» melnd zählten ihre Lippen an den schmale» Blättchen entlang.Kann gar nicht von Dir lassen," klang es dann leise und doch in zärt­licher Klarheit an das Ohr des gespannt Lau­schenden, und ihm den blattlosen Kelch der Blume überreichend, schauten die großen, leuch­tenden Augen mit einem so bezaubernden Ge­misch von Zärtlichkeit, Befangenheit und leise durchbrechender Schelmerei zu ihm auf, daß Max die ganze Welt und alle gegebenen Versprechen vergessen und gegen alles Vornehmen dem rei­zenden Gefchöpfchen neben sich eine leidenschaft­liche Liebeserklärung gemacht hätte, wenn nicht die Frau Kommerzienrätin eine gar so gute Beobachterin gewesen wäre. Mit gespannter Aufmerksamkeit war sie mitten im angeregtesten Gespräch der kleinen Szene zwischen den beide» jungen Leuten gefolgt und machte es möglich, sich gerade im verhängnisvollen Augenblick mit ihrer ganzen Breite zwischen das weltverlorene Pärchen zu schieben, indem sie lieblich lächelnd und doch mit einem merkwürdig ernsten, stren­gen Ton erklärte, daß es nun die höchste Zeit zum Heimgehen wäre, wenn sie beide morgen, wie bestimmt, zum ersten Zuge bereit sein woll­ten.Ich bedauere sehr, das interessante Ge­spräch unterbrechen zu müssen, aber ich hoffe. Sie setzen die freundschaftlichen Beziehungen auch in der Heimat fort, mein lieber Herr Asses- sor!" endete sie mit vollendeter Liebenswürdig- kett, dabei ihren Arm in den der Tochter schie­bend und diese somit unbefangen zwingend, ihr zum Abschied bei der Geheimrätin zu folgen.

> (Forftetzung folgt.)

Die Beratung der neuen Erbanfallsteuer in der Finllnzkommission

Dienstag begonnen. Den Vorsitz führt« Abg. zxrhr. v. Richthofen Damsdorf (kons.). Es wurde nur die Erstattung eines mündlichen Berichts durch den Abg. Graef iwirisch. Vgg.) beschloffen. Die Regierungsvorlage lvill Bei 10 000 X Erbanfall mit

1 v. H. beginnen, beträgt bei 80 000 X 1,25 v. H. und steigt dann auf 4 v. H., die bei 76 000 X erreicht ^rden. Bon den Parteien find bereits eine größere Anzahl »banderungsanträge eingcbracht. Und zwar beantragte die Wirtschaftliche Vereinigung, daß die Zahlung der Steuer erst beginnen soll bei einem Er-

I werbe von 20 000 X an (statt 10 000 X nach dem I '!#) und die Zahlung von 5 v. H. für alle An- I fülle über 1 Million X. statt 4 v. H. nach dem Ent- I ?utUür ulle Anfälle über 75 000 X. Ein Antrag I der Reichspartei will dagegen die Anfälle von 750 000 I TV 3,76 vH-, und die von 1 Million erst mit I ?V- v- tefteuert wissen.Zur Sicherung gegen fünf» I Erhöhungen" beantragte die Reichspartei ferner, I ° '4 Stimmen des Bundesrats zur Ablehnung jeder I )V°hung oder Erweiterung genügen sollen. Weitere I -'banderungsanträge der Reichspartei beziehen sich auf I ~c.. Schenkungen und die Erbanfülle der Erben eines I Deszendenten innerhalb 5 bezw. 10 Jahren. Im I wefentttchen einverstanden mit dem Regierungsent« I !°urfe schienen nur die Nationalliberalen zu fein, I t ihrerseits nur ganz unwesentliche Abänderungen I beantragten. Den Freisinnigen und Sozialdemokraten aber geht bte Regierungsvorlage nicht weit genug. Nach den Anträgen der Freisinnigen soll zunächst jeder Erbanfall von 10 000 X an steuerpflichtig fein, ohne Rücksicht, ob der Gesamtnachlaß 20 000 X beträgt oder v'cht- Dte Tilgungsrente soll ferner in 10, nicht in 20 Jahren, beglichen fein,, und das Reich foll neun Zehnen, bte Einzelstaaten nur ein Zehntel des Roh-

I Betrages «statt S4 und 14 nach dem Entwurf) erhal­ten. Schenkungen an Ehegatten und Kinder sollen ferner nur steuerfrei fein, wenn sie 5 Jahre (nicht 2 Wahres vor dem Tode des Schenkers erfolgt sind. Da- Jn &fantra0ien die Freisinnigen noch eine Erhöhung der 1906 beschlossenen Steuersätze für die Verwandten und zwar: für Eltern und Geschwister 5 v. H. l statt ^"4 b-S-); für Großeltern 7 v. H. (statt bisher 6 v. H.) für Onkel. Tante usw. 9 v. H. (statt bisher o v. S.>: für bte entfernteren Verwandten 12 v. H. l statt btsher 10 v. H.t. Noch radikaler gehen bte ®o« jialbemotraten vor. Sie beantragten sofort 114 v. H. für Ehegatten und Kinder, statt 1 v. H. nach dem Ent- wurfe und gingen bei diesen Erben schon bis zu 20 ». S. (statt 4 v. H. nach dem Entwürfe). Sie bean­tragten ferner auch eine Erhöhung der Sätze für di« entfernteren Verwandten und gingen bei bieten bloß M zu 60 b. S. -statt bisher 25 V. H.j! Nach fozial- bemokratischem Antrag fallen sämtliche Ehegatten /nicht bloß finberlofe) unb auch bie Landesfürsten zur «teuer herangezogen werden.

. ..^ch der Begründung der einzelnen Anträge 6er« fetdtgte Schatz, ekretär Svdow die Regierungsvorlage gegenüber den weitergehenden Anträgen. In Eng­land habe nicht so sehr das mobile Kapital, sondern gerade der Grundbesitz unter der Steuer gelitten!

. Nach weiterer Debatte das Zentrum nahm nicht das Wort wurde abqeftimmt. Der Antrag der I Retchspartei wurde gegen 4 Stimmen (Reichspartei I unb wtrtsibaftl'che Vereinigung) abgelehnt, darauf die I Anträge der Sozialdemokraten gegen deren Stimmen, I bte auf Besserstellung der unehelichen Kinder gegen 12 I Stimmen. Sodann wurde Abs. 1 des § 9a der Regie- I rungsvorlage der das Prinzip enthält, wie bereits I furj gemeldet, mit 14 gegen 14 Stimmen durch Kon- I ferbattbe, Zentrum und Polen) abgelehnt, mit der- selben Mehrheit alle weiteren Anträge. I

Schließlich wurde auch die neue Erbanfall- I steuervorlage in der Gefamtabstimmung im I ganzen abgelehnt. In den nächsten Tagen wird I "tjnmehr die zweite Beratung im Plenum erfolgen. I ~,e F'uanzkommtsfion vertagte sich auf Mittwoch zur I Beratung der anderen Ersatzsteuervorlagen (Feuer- I Wechsel-, Umsatz-, Effekten- nnd Scheckstempel). I

der Ork, sondern die einzige Person die leid­volle, sehnsüchtige Hauptrolle spielen würde. In dem glühenden, beseligenden Schreck dieses Er­kennens vergaß sie den Bruder, die Freundin, alles um sie Vorgehende, und wenn Rita fetzt dicht neben ihr in Maxens Arme gesunken wäre, ! so hätte sie im Augenblick ebenso teilnahms- und verständnislos dabei gesessen, wie jetzt bei Ritas leifen, sich wiederholenden leidenschaftlichen Klanen.

Max bewegte sich sehr unruhig im Zimmer hin und her. Er war, gegen seine sonstige Art, befangen und es war ihm unmöglich, den leichten Ton zu treffen, in dem er sonst so unbefangen mtt Rita verkehrt hatte. Nie war sie ihm reizender erschienen wie heute Abend. Das von der Erregung leicht gerötete Gesichtchen hob sich doppelt belebt und inter­essant von dem mattgelben weichen Crepestoff ihrer Toilette ab, und die schmalen, unruhigen Finger, die er so oft schon warm und zuckend in den seinen gefühlt hatte, zupften nervös an dem großen Maßliebchenstrauß, den sie im Gürtel trug. Er beneidete die Blumen, die an ihrem Herzen ruhen durften, und ihr nahe­tretend, sagte er mit halblauter, gepreßter Stimme:Vernichten Sie nicht alle? Schenken Sie mir lieber eine der armen, beneidenswerten Blumen ich möchte eines dieser kleinen Maß­liebchen gern« als Orakel benutzen!"

Ihre Augen hoben sich in kurzem, leiden­schaftlichem Blick zu ihm empor. Nur einen Augenblick, dann senkten sich die langen, dunk­len Wimper über die sprechenden Sterne, und träumerisch antwortete sie:Maßliebchen? Das find ja Margariten, meine Namensschwestern."

Desto besser, ich möchte gerade eine Mar­garita fragen, ob und wie fte mich liebt? Rita, liebe Rita, wollen Eie mir nicht ein« geben, dte mir di« richtige Antwort sagt?"

Laufe desselben Tages erfahren. Ebenso daß | ^Kutter sich in der Beurteilung der zu- I künftigen Schwiegermutter nicht getäuscht und I ei non dieser Seite durchaus keinen

gewalttätigen Einfang in das Ehenetz zu fürch- I ken hatte. Als sich nämlich der regnerische Nach- mittag, an dem diese Unterhaltung stattfand und der die ganze kleine Gesellschaft in einzelne Teile zersplittert batte, zum Abend neigte, langte außer dem fest zum Nachtessen in der Bi : Helene ungeladenen Doktor auch die Frau Kommerzienrätin an und überraschte die Ver- ! sammelten mit der Erklärung, daß ihre Nerven E. der fichtennadelschweren Luft F.'s über­sättigt waren. Sie müßte deshalb schleunigst einen anderen Aufenthaltsort wählen und ge­denke morgen in aller Frühe abzureisen

Während die Eltern sich in* Bedauern und Verwunderung über diesen unerwartet schnellen Aufbruch ergingen, suchten Marens Blicke nur R'ta. die, eng an Ulli geschmiegt, mit oer- ratertsch geröteten Augen zu ihm heriiberfchaute dabei immer wieder Ulli beteuernd, daß Mama unausstehlich se, und es eine heftige Szene ge- geben babe, weil Re .Rita, hundertmal lieber in der Gesellschaft ihrer liebenswürdigen Freun- di» Ulli bleiben wolle, als sich in all' dengreu- lichen Restern Herumschleppen zu lassen, die auf Mamas Programm ständen. Ulli konnte bei allem Mitgefühl nur schwer ein Lächeln unter. Ducken wenn sie an die Nester Ostend« und Baden-Baden und an die Sehnsucht dachte, mit der Rita noch vor einigen Wochen von einem i Aufent^rlt in denselben gesprochen hatte. Aber sie durchschaute den Grund dieser Veränderung recht gut, und im Mitempfinden dieser beiden grausam getrennt werden Sollenden überkam sie plötzlich di« Erkenntnis, da- sie ganz ebenso schwer von dem kleinen Waldort unb der in ihm ^-Ebten seligen Zeit scheiden würde, und daß auch «r Le bet dem Weh dies« Scheiden-

(Nachdruck verboten.)

Ein Sommertraum.

c. Roman von K. »an Beeke«.

l Fortsetzung.)

Frau Geheimrat sah dem hastig im Zimmer Herumlaufenden halb erleichtert, halb enttäuscht nach. Es war wohl gut, daß in die­sem Falle keine ernstliche Gefahr drohte, aber fast schlimmer wie diese Gefahr schien ihr der Gedanke, daß Max vielleicht wirklich nicht im­stande sei, auf die Festigkeit seiner Gefühle zu bauen. Alles, was vom weiblichen und mütter-

W vte

Rekhsrmanzrtform

»ird in den nächsten Monaten zurnt- Kheidunfl kommen. Wer über den Verlauf der Verhandlungen unterrichtet sein will, dieOberhessische Zeitung, die darüber eingehend berichten wird.

In bet 267. Sitzung vom 22. Juni wurden zu- nächst einige kleine Vorlagen burch Nebertoeisung an die Kommlssionen erledigt. Sodann wurde bie Be­ratung der Kotierungssteuer fortgesetzt. Abg. Fichr. W. Gamp hält eine Börsen-Umsatzsteuer für vor­teilhafter, weil die Landschaften, die Kommunen und auch Aktiengesellschaften ihre Börse bei Ein­führung der Kotierungssteuer von der Börse zu­rückziehen und ihren Vertrieb anderen Instituten Übertragen würden. Abg. Dove (freif. Vgg.) beklagte sich über die Dörfenfeindlichkeit der Kommifsionsbe« schlüffe. während Abg. Raab (wirtsch. Vgg.) dem­gegenüber darauf hinwies, daß das mobile Kapital es verstanden habe, sich der Belastung zu entziehen. Aufsehen erregte er mit der Verlesung einer Erklä­rung des früheren nationalliberalen Abg. Hehdtweiler über feinen Austritt aus der Partei, der deshalb er­folgt fei, weil feine früheren Freunde sich dem volks­feindlichen Berliner Börsenliberalismus unb einet weltfremden Philisterdemokratie in die Arme gewor­fen hätten. Abg. Graf Mielczynski (Pole) erklärte, daß seine Partei aus allgemeinen politischen und so« ziolen Gründen sich für bie Kotierung?- und gegen die

«amoa. I Erbschaftssteuer aussprechen würden. Abg. Webet

Berlin, 22. Juni. DieNordd. Allgem. I ^ssatljb.) verteidigte den früheren Fraktionsgenossen Ztg." veröffentlicht einen sehr umfangreichen I Büsing gegen die Behauptung des Abg. Müller-Fulda. Auszug aus dem vom Gouverneur Dr. Solf er- I fXnn S ^a.6,cn

statteten ausführlichen Bericht über die Vor- gange in Samoa. Hiernach waren die Ur- (fonf.) einerseits und dem Abg. Mommsen (freif fachen der aufrührerischen Bewegung einerseits I Vgg.) andererseits. Abg. Dr. Roeficke (fonf.) wie,

die Frage nach der Nachfolgeschaft in dem Po- I auf das Verwerfliche hin. den Landwirten auch hier

sten des Alii-Sili (höchsterHäuptling), Mataafa, I int Reichstage Steuerdrückerei vorzuwerfen und for-

bei die Eifersucht der verschiedenen Kandidaten I berte unter dem Beifall des Hauses die Linke auf. Na-

erregte und eine natürliche Beunruhigung in "c"nc"' InnamentlicherAbstimmungwir»

den samoanischen Gemütern hervorrief, anderer- £eu"L*

d-r Umstand, daß die Herrschaft der flreidjen werden d!^ Sprecherhauptttnge Tumua und Pula, der I ßer Mehrheit angenommen. Abg. Graf Westattz

Königsmacher und eigentlichen Herrscher über I tfonf.) forderte den Abg. Mommsen auf, feine Kritt-

die samoanischen Inseln, seit Jahrzehnten die I ken zu Abänderungsvorschlägen zu verdichten. Es fei Ursache nie aufhörender Kriege und Feindselig- I nocb nicht das letzte Wort gesprochen. Abg. Mommsen

leiten unter den großen Häuptlingsfamilien I [e6t!te hcS aB,unb f°rbte Rechte auf, ihre Gesetze

des Landes, vom Gouverneur wegen ihrer I «o aegen « Uhr.

Schädlichkeit für die friedliche Entwickelung des mduung^Fortte^ng' 3 ' 5 Ta9*

Landes im Jahre 1905 gestürzt und durch eine 1 europäischen Verwaltungsgepflogenheiten ange­paßte Regierungsform ersetzt worden war. Die