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DieOberbessische Zeitung" wird, wie bisher, zu den politischen Ereignissen, ohne parteipelitische Agi­tationspolitik zu treiben, in nationalem Sinne selbst­ständig Stellung nehmen.

DieOberhrssische Zeitung" ist, wie bekannt, in der Lage, ihre Leser schnellstens von den Geschehnissen im Reich und im Ausland in Kenntnis zu setzen.

Dem lokalen und provinziellen Teil läßt die »Oberhessische Zeitung" in Berichten über kommunale Angelegenheiten in Stadt und Land sowie über lokale Ereigniffe aller Art fortgesetzt aufmerksame Pflege

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Der Segen der inneren Kolonisation.

Die soeben veröffentlichten vorläufigen Er­gebnisse der landwirtschaftlichen Betriebszähl­ung am 12. Juni 1907 legen ein beredtes Zeug­nis davon ab, in welcher Weife die innere Kolo­nisation in 12 Jahren dazu beigetragen hat, den Großgrundbesitz zugunsten des kleinen und vor allem des mittleren energisch zurückzu­drängen. Fangen wir zunächst mir dem End­ergebnis dieser Statistik an, so sehen wir, daß die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 5 558 317 im Jahre 1895 auf 5 736 682 im Jahre 1907 gestiegen ist, trotzdem die landwirtschaft­liche Fläche überhaupt in dieser Zeit von 32 517 941 ha auf 31 834873 ha heruntergegan­gen ist. Hieraus ergibt sich, daß die Durch- schnittsgröße für den einzelnen Betrieb abge­nommen hat. Das Abnehmen der landwirtschaft­lichen überhaupt ist wohl zum größten Teil auf das ungeheure Anwachsen städtischen Bodens, dann aber auch auf die Erweiterung des Wege- und Bahnnetzes zurückzuführen. Innerhalb der landwirtschaflichen Gesamtfläche sind folgende Verschiebungen eingetreten. Das als Ackerland, Wiese und reiche Weide benutzte Areal »,at ab­genommen und ist von 32 062 491 ha auf 31 237 788 ha heruntergegangen. Ebenso haben sich die Weingarten- und Weinbauflächen von 126 109 ha auf 115 363 ha vermindert. Bedeu­tend vergrößert haben sich dagegen das Eärt- nereiland von 329 341 ha auf 481722 ha, was

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain .

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage

Marburg

Sonntag 20. Juni 1909.

Nara» n. ® b.

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(Nachdruck verboten.)

Gin Sommertraum.

Roma» von K. »ew Beeker.

1 Fortsetzung.)

werden. Ein ausgedehnter Nachrichtendienst ' ' auch hier schnelle und sichere Bekannt-

Die Strafkammer- und Schwurgerichts- :ngen des hiesigen Landgerichts, dessen

Die Fahrkartensteuer

hat sich als ein kaum zu überbietender finanz­politischer Fehlschlag erwiesen. Bisher konnte noch hier und da die Meinung bestehen, daß die Schuld an der Abwanderung in die unteren Wagenklaffen und an dem Rückgang der Er­trägnisse der bundesstaatlichen Eisenbahnen zu einem erheblichen Teile der Tarifreform beizu- meffen sei. Aber genaue Berechnungen der preußischen Staatsbahnverwaltung für den Zeitabschnitt, in dem die Fahrkartensteuer allein in Geltung war sie ist am 1. August 1906, die Tariferhöhung erst am 1. April 1907, also volle 8 Monate später eingeführt haben ergeben, daß die preußischen Eisenbahnen in diesen 8 Monaten infolge Abwanderung in die unteren Klassen einen Ausfall von rund 7185 000 Jl er­litten haben. In demselben Zeitabschnitt hat das gesamte Aufkommen an Fahrkartensteuern bei den preußisch-hessischen Staatsbahnen 8 913 000 e« betragen! Allerdings hat Preußen infolge der Fahrkartensteuer eine geringere Summe an Matrikularbeiträgen gezahlt. Aber fast genau derselbe Betrag, den es hier erspart hat, ist ihm bei den Eisenbahneinnahmen ver­loren gegangen! Angesichts solcher Wirkungen haben die Vertreter der Reichsregierung und der preußischen Regierung die völlige Aufhebung der Fahrkartensteuer dringend befürworten müssen. Unter anderem führte der preußische Eisenbahnminister in der Finanzkommission des Reichstages aus: Es sei durchaus nicht richtig, daß die Eisenbahnverwaltung alles getan hätte, um die Fahrkartensteuer zu diskreditieren oder gar dem Publikum zu verekeln. Sie hätte die großen Schwierigkeiten, die mit ihrer Ein­führung verbunden waren, vorausgewußt und sich die größte Mühe gegeben, diese unangenehme Steuer dem Publikum in einer möglichst sym­pathischen Weise nahezubringen. In den klei­nen Stationen habe man weit über das Bedürf­nis hinaus direkte Fahrkarten ausgegeben, habe weiter den einfachen Fahrkarten eine viertägige Gültigkeit gegeben und endlich zusammenstell­bare Fahrscheine mit sechswöchiger Gültigkeit ausgegeben, die für Reisen in feder Richtung und ohne Zwang der Rückkehr zur Ausgangs­station benutzt werden können, alles, um zu ver­meiden, daß die Steuer mehrfach entrichtet wer­den müßte. Die Steuer hinge aber wie ein Bleigewicht an den Einnahmen der Eisenbahn­verwaltungen aus dem .Personenverkehr. Die Tarifänderung habe kaum eine Abwanderung veranlaßt und eine solche auch nicht veranlassen können, da sie für die ganz überwiegende Mehr­zahl der Reisenden eine Erleichterung bedeutet. In Preußen seien allein 8 bis 10 Millionen für die Tarifreform aufgewendet. Für Norddeutsch- land habe jedenfalls die Tarifreform keine Be­lästigung mit sich gebracht, höchstens die Ab­schaffung des Freigepäcks."

Zu einer Reform der Fahrkartensteuer, an-

Zweites Blatt.

Hände tief In den Taschen seines Beinkleides verstecken, um sich nicht plötzlich um die biegsame, leichte Gestalt seiner Gefährtin zu legen. Und ärgerlich spitzte er den Mund zum Pfeifen eines kecken Liedes, damit er nicht zum Diebe an den roten Lippen wurde, die so verlockend aus dem dunklen Gesichtchen leuchteten und sich dann in schnell wiedergewonnener Unbefangenheit spöt­tisch kräuselten, um den Krieg mit irgend einer boshaften Bemerkung aufs neue zu eröffnen.

Run fehlt Ihnen zur richtigen Vagabunden- Erfcheinung aber auch gar nichts mehr, mein hochachtbarer Herr Assessor! Sie haben die Art entzückend getroffen! Knotenstock, von einer nur mit drei gewöhnlichen Männerfäusten zu umspannenden Dicke, elegant unter den Arm ge­schoben, die Räuberhände ebenso elegant in den Taschen verborgen und den Spitzbubenmund sehr stilvoll zum Pfeifen eines Spitzbubenliedes gespitzt! Sie konnten sich sogleich als Modell eines Rinaldini von einem berühmten Professor aushauen lassen!"

Danke schön, aber nach dem Professor, der das am liebsten und eigenartigsten besorgen möchte, und von dem ich es mir auch trotz der fraglichen Bedeutung des künstlerischen Wertes am liebsten gefallen ließe, brauche ich nicht weit zu suchen. Ich glaube, ein niedlicher, bösartiger kleiner Teufel würde meinen geschätzten Auftrag mit Freuden übernehmen!"

Das müssen Sie selbst am besten wissen, denn da gleich und gleich sich gern gesellt, müß­ten Sie ja im Umgänge unb in den Wünschen der Teufel außerordentlich gut bewandert sein!"

Im Umgänge wohl, das habe ich gelernt, seitdem das Glück mich mit Ihnen zusammen- führte, aber über die Wünsche dieser launigen Geister bin ich nur in solchen Aüsnahmefällen wie diesem ab und zu orientiert."

O, bitte von unserem Umgang« ganz abzu­sehen," erwiderte Rita,bet steht mit dieser Frage in gar keiner Beziehung."

Leider erst recht, denn bi» zu dem Augen- dlicke, wo ich 31** vargchtellt wurde, habe ich

Bei den ersten Ausflügen waren noch beide Mütter zugegen gewesen. Dann blieb erst di« eine und sehr bald darauf die andere unten im Tal zurück und der Geheimrat kletterte mit den vier jungen Leuten rüstig und fröhlich Berge und Täler der ganzen Umgegend ab.

Frau Wendenburg fand sich nur mit schwerem Herzen und tief innerlicher Erbitterung in die Unmöglichkeit des Mitmachens, und wenn Ulli, der Mutter tiefstes Empfinden besser erratend wie ein anderer, zu Hause bleiben wollte, so lehnte sie das liebevolle und energisch ab, daß wiederum eben nur Ulli ahnen konnte, wie schwer ihr die Egoismuslosigkeit wurde und wie wenig dieselbe ihrer Natur entsprach.

Bei der Frau Kommerzienrat waren die leidigen Nerven" stärker gewesen wie alle guten Vorsätze, und seufzend erklärte sie der oft recht teilnahmsvollen Geheimrätin immer wie­der, daß alle ihre Kraft und Fülle leider nur ganz äußerlich seien und sie genau so der Sklave ihrer Nerven sei, wie die arme, gnädige Frau das von ihren Gliedmaßen sagen könne. Manchmal ging der von dieser wenig inter­essanten Gesellschaft Geplagten di« Geduld aus, und sie gab sich ganz so launisch und unlie^ms- würdig, wie ihr zumute war und fi« es sonst Fremden gegenüber nicht tat. Aber die Frau Kommerzienrat war in ihrer Art ebenso klug und intriguant wie die vornehme Dame neben ihr und gedachte, ganz im Gegensatz zu dieser, die gesellschaftlichen Vorteile der Badebekannt- fchaft auch auf heimatlichem Boden zu verfolgen. Cie benahm sich daher tadellos glatt und un­empfindlich gegen alle Launen und Schroffheiten Nit Geheimrätin, und verstand es, jeden Stich »nd jede Rücksichtslosigkeit derselben so g« chickt »nd zeitweise feget bet aller Liebenswürdigkeit

Die JnsertionSqebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. 4.4-

Druck und Verlag: Joh. Auq. Koch, Universitätsbuchdruckere, 111

Inhaber Dr. C. Hiheroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

auf «ine Vermehrung der kleinen und mittleren Betriebe schlichen läßt, ferner das forstwirtschaft­lich benutzte Land von 7 582 276 ha auf 7 679 759 ha und die geringere Weide, Oed- und Unland. Haus- und Hofraum usw. von 3 184 525 ha aus 3 591840 ha. Die größeren Zahlen sind zum Teil darauf zurückzuführen, daß viele neue Sich« lungen angelegt worden sind. Haus- und Hof­raum, als auch darauf, daß die Statistik 1907 cuf einer anderen Methode beruht als 1895 und dürfen daher nicht ohne weiteres als gleich­wertig miteinander verglichen werden.

Gehen wir jetzt in die Einzelheiten der Sta­tistik ein und fangen mit den großen Gütern von 1000 ha oder 400 Morgen und darüber an, so sehen wir, daß ihre Zahl ui* ihr Flächenum­fang beinahe um die Hälfte abgenommen hat. Ihre Zahl ist von 572 im Jahre 1895 auf 369 im Jahre 1907 heruntergegangen, und gleich­zeitig ist die ihnen gehörige landwirtschaftliche Fläche von 802 115 ha auf 497 973 ha gefallen. Auch bei den Gütern von 500 bis 1000 ha zeigt sich diese Verminderung, wenn auch in schwäche- rem Umfange', die Zahl ist von 3608 im Jahre 1895 auf 3129 im Jahre 1907 und die Fläche von 2 405 427 ha auf 2 053 881 ha gefallen.

Dieselbe Erscheinung tritt bei den Besitz­ungen von 200500, 100200, 50100 und 20 bis 50 ha, also bis zum mittleren Bauernbefitz herab zutage. Von da ab sehen wir ein« mehr oder weniaer starke Zunahme der einzelnen Größenklassen. Die Besitzungen von 1020 ha betrugen 1895 392 990 mit einer Fläche von 5 488 219 ha und wuchsen bis 1907 an aus 412 741 mit 5 814474 ha. In gleicher Weis« nahmen die Besitzungen von 510, 45 und 34 ha zu. Erfreulicherweise haben dann aber die landwirtschaftlichen Zwergbetriebs von i/98 ha eine Abnahme erfahren, während die ganz kleinen Betriebe, die nur als Neben- und Aushilfsbetrieb für kleine Gewerbetreibend^^ Handwerker und Industriearbeiter und oudr~ Landarbeiter zu betrachten sind, wieder stark zugenommen haben.

Die Absichten, die der inneren Kolonisatron zugrunde lagen, sind daher bisher in weitgehen­dem Maße, wenn auch noch nicht vollständig, er­füllt worden: eine starke Herabminderung der -übergroßen und der Zwergbetriebe zugunsten des mittleren und kleinen lebensfähigen laiü>- wirtfchaftlichen Betriebs und eine starke Der- mehrung des Kleinbesitzes zur Seßhaftmachung und wirtschaftlichen Stärkung des Handwerk, und des Land- und Industriearbeiters.

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statt der völligen Beseitigung, würden sich die verbündeten Regierungen nur verstehen wollen, wenn die Mehrheit des Reichstages der Ansicht wäre, daß der gegenwärtige Betrag von 20 Mil­lionen aus diesen Steuern genommen werden müsse. In solchem Falle würde sich ein fester, prozentualer Stempel von sy2 Prozent emp­fehlen. Wenn dabei auch die viert« Klasse heranzuziehen wäre, so ist zu bedenken, daß nicht nur alle Reisen unter 50 Kilometer, sondern auch der ganze Arbeiterverkehr steuerfrei blei­ben würden. Von insgesamt 181 Millionen Mark Einnahmen aus der vierten Klasse wür­den danach nur 102 Millionen steuerpflichtig werden. Die Belastung für die vierte Klaffe würde sich sonach nur auf 1,96 Prozent stellen. Die teuerste vorhandene Fahrkarte der vierten Klaffe (Berlin-Eydtkuhnen) kostet 15 <«. Der Stempel würde 60 Pfg. betragen. Ließe man die vierte Klasse frei, so würde zunächst die Fahrkartensteuer SV» Millionen Mark weniger einbringen, vor allem aber würde die Abwan­derung aus der dritten in die vierte Klaffe nicht aufhören, sondern verstärtt werden. Die Ne­gierung steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß. wenn die viert« Klaffe nicht einbezogen würde, eine vernunftgemäße Reform derFahr- kartensteuer nicht durchführbar und somit der ganze Zweck der Reform vereitelt sein würde.

rcheiduna kommen. Wer über den Verlauf der Verhandlungen unterricht! sein will.

so scharf zu parieren, daß diese schließlich eine Art von Vergnügen an dem Umgang und eine Art von Respekt vor der Repräsentantin der­selben gewann.

Außerdem verstanden sich die beiden Frauen in einem Punkt zwar stillschweigend, aber voll­kommen. Sie wollten beide nur das augenblick­liche Amüsement ihrer Kinder, aber beileibe nicht ein festes, gegenseitiges Engagement der­selben. Jede nannte zwar bei diesem Punkte in Gedanken die andere eine alberne, hochmütig« Gans, die ihr Eigentum viel zu hoch anschlage, aber in der Tatsache selbst kamen sie doch un­bedingt miteinander überein. Wenn daher des Abends sich die ganze kleine Gesellschaft in der Villa Helene zusammenfand, um der gelähmten Hausfrau mit lustigem Geplauder einen Ersatz für die einsamen Tagesstunden zu bieten, dann teilten sich die beiden Mütter stillschweigend in die Beobachtung des fraglichen Paares und warfen sich gegenseitig triumphierende Blicke zu, wenn die beiden aneinander herumzupften, sich erzürnten und vertrugen und bei alledem eine so frische Harmlosigkeit an den Tag legten, daß ernsthafte Befürchtungen nicht recht erwachen konnten.

Ganz so ungefährlich, wie sie sich des Abends unter den Blicken der Versammelten hinsteltte, sah die Sache zwischen den beiden nun doch nicht aus. Sie spielten beide sehr bewußt und sehr selbstsicher mit dem Feuer, jeder bemüht, dem kecken kühltuenden Andern di« Finger zu verbrennen, und mertten es dabei nicht, wie sie selbst sich täglich mehr in das gefährliche Spiel verstrickten und dem eigenen Verbrennen nur noch in der eigenen Anschauung entgingen. Draußen im Walde, wenn sie, als die Leichffüßigften, den anderen so roeit voraus waren, daß der schwei­gend« Wald sie mtt dem gefährlichen Zauber der Einsamkeit leife und zärtlich umspann, da verstummte beiden ost der sonst so kecke Mund, und während sie rascher atmend und in unver­ständlicher Verlegenheit von ihm abbog unb seinem heißen Blick auswich, mußte er die

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'Ä.«ut bekanntlich die Kreise Marburg, Kirchhain, Frankenberg, Ziegenhain und Homberg umfaßt, wer­den ebenfalls in derOberhessischen Zeitung", soweit sie Interesse beanspruchen können, in objektiver Form mitgeteilt.

In ihrer SonntagsbeilageRach Feierabend" wird sie auch im nächsten Quartal spannende Er­zählungen bringen.

Die eigens für unsere Gegend bearbeiteteLand­wirtschaftliche Beilage" unterrichtet über alle Fragen des Gartenbaurs und der Landwirtschaft.

Mit ihrer in Stadt und Land nachweislich ständig wachsenden Auflageziffer ist dieOberhessische Zei­tung" das verbreitetste Blatt Oberhessens.

Man abonniert auf dieOberhessische Zeitung" bei allen Postämtern für 2 M. 25 Pfg., bei der Expedition (Marburg, Markt 21) und den Zeitungs­stellen für 2 M. vierteljährlich.

Re« zugehende Abonnenten erhalte« dieOber­hessische Zeitung" bis zum 1. Juli gratis zugestellt.

Geschäftsstelle derOberhessischen Zeitung" Markt 21.

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ZieGberhefstsche Iettmrg" erscheint täglich mit Ausnahme der JV6 142 "Nd Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel.

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unsern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Politische Umschau.

Vorahnung des Znlunftsstaats?

Wie wir einem Berliner Blatt entnehmen, gibt es beim sozialdemokratischen Metallarbeiter- verbände gedruckte Formulare folgenden Worb lauts:Ich Endesunterzeichneter bekenne hiermit, Teufel Hexen, Sirenen und anderes fo gefähr­liches niedliches Gesindel nur vom Hörensagen gekannt, unb meine Seele war rein und weN- gewaschen wie die eines eben vom Himmel r*-. sallenen Engels."

Jawohl, unten in den höllischen Pechkesseln dreimal untergetaucht, nachdem der heilige Petrus Sie oben mit einer riesigen Rute zum Tore hinausgejagt hatte."

So fo, hat der Petrus eine Rute? Das habe ich gar noch nicht gewußt! Mich hat.er immer nur liebevoll auf seinem großen Schlussel blasen lassen. Aber Sie sind ja in allen Dingen bes Himmels und der Erde besser unterrichtet, wie ich: für unartige Kinder mag er ja eine Rute haben, und Sie haben diese gewiß mal persönlich kennen gelernt, da Sie so verständnis­voll davon sprechen!"

Wen, die Rute oder die unartigen Kinder? Bei" den letzteren trifft Ihre Vermutung zu, da ich mich ja mit einem derselben täglich auf met« nen Ausflügen plagen muß."

Herr Geheimrat, es ist ein Segen, daß Sie uns endlich eingeholt haben; mit Ihrem Sohn« ist es heute wieder einmal nicht zum Aushalten Jetzt kette ich mich an Sie und machemindestens drei Stunden lang nicht mehr Mund unb Ohren auf!" Damit hing sich die »gekrankt« junge Dam« ungestüm an den Arm des heran- schreitenden Vaters, um gewiß schon nach zehn Minuten mit der empörten Behauptung, au» dem Regen in die Traufe gekommen zu sein, denselben loszulassen unb mit dem reumütig um Gnade flehenden Max einen niemals eingehal- tenen Frieden zu schließen.

Die drei anderen Partieteilnehmer amüsier­ten sich an den immer neuen und immer gleich lebhaften Scharmützeln des kampflustige» Paares. Bei ihnen ging es sehr anders r»- Friedlich, gemütlich, und vom gewöhnliche» Standpunkt aus bettachtet, für den GeschWO« «in« jungen Mädchens ziemlich lan-weuig.

(Fortsetzung folgt.)

lese die ..Oberbessische Leitung". die darüber eingehend berichten wird.