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As. 139

^Ulsern^ZeitungSstellen und der Expedition (Markt 21,) 2'Mk.^

ngehen! (befiehl ZhiM ich Sie stolz von all«

(gortfefcutm folgt.)

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englischer WeiseAuld lang shne" an. Unmittel« bar darauf begaben sich di« Gäste nach dem An« Halter Bahnhof, um von dort zur Besichtigung der Wartburg nach Eisenach zu fahren.

Geheimrat Hammann. Berlin, 15. Juni. Die Strafkammer des Landgerichts Berlin I hat beschloffen, gegen den Geheimrat Hammann das Strafverfahren wegen Meineids zu eröffnen. Ge« heimrat Hammann teilt dies selbst derRordd. Allg. Ztg." mit und bemerkt, er betreibe die schleuß nige Anberauuiung der Haupwerhandlung, die ihn aus einer seine amtliche und bürgerliche Ehre be« drohende Lage befreie.

Deutschland und Brasilien. Berlin, 15. Juni. DieRordd. Allg. Zig." bringt einen Rachruf für den verstorbenen Präsidenten von Brasilien, in welchem es heißt: Unter seiner Leitung gestal-' teten sich die Beziehungen Brasiliens zu Deutsch«, land fortgesetzt freundschaftlicher; ihm ist es auch in erster Reihe zu danken, daß in Brasilien über Deutschland und die Bestrebungen der deutschen' Polittk, die früher ost genug verdächtigt ivorheit waren, verständige Anschauungen Wurzel faßieu. dem treuen Patrioten und ergebenen Diener seines Landes wird bei uns ein warmes Andenken be­wahrt bleiben. DieRordd. Allg. Zig.' meldet: Der deutsche Gesandte in Brasilien, Graf Arco, wurde beauftragt, der Witwe des dahingeschie«, denen Präsidenten und der brasilianischen Regie«' rung das Beileid des Kaisers und der deutschen Regierung auszudrücken.

Politische Umschau.

Zur Reichssinanzreform.

Berlin, 15. Juni. DieRordd. Allgem. Zig." schreibt: Die gestern zur Ausgabe gelangten El­sa tzentwürfe der Verbündeten Regierungen zur Reichssinanzreform haben Beanstandungen er­fahren, die auf falscher zahlenmäßiger Grundlage beruhen. In einer größeren Reihe von Zeitungen wird ausgesührt, die Forderungen der neuen Erb- schaftssteuervorlagc machten nur wenig mehr als die Hälfte des im November durch die Nachlaß­steuer Verlangten aus. Diese Angabe ist unrichtig. Der Nachlaßsteuerentwurf sollte netto 63 Mil­lionen, die neue Vorlage soll 55 Millionen ab- wersen, es sind also nur 8 Millionen Unterschied vorhanden. Von der entgegengesetzten Seite wird behauptet, die Stenipelabgabe auf Feuerversiche-

sehr ungerecht mit mir um, das denn garnicht, wenn ii Leichtsinn freisprach?"

Marburg

Domersiag. 17. Juni 1909.

| Sitzung zusammen und beschloß, auf die morgige I Tagesordnung die drei neuen Steuergesetze zu I bringen. Es wurde sodail» darüber beraten, ob I nach den Reden des Reichskanzlers und des I Schatzsekretärs die Verhandlungen abgebrochen I werden sollen. Es erschien aber diese Maßnahme I nicht praktisch; man beschloß, den Anfang der I Sitzung auf 2 Uhr festzusetzen und die weitere Ent- wicklung abzuwarten. In einigen Tagen wird

I der Seniorenkonvent wieder zusammentreten, um I dann über die weitere Abwicklung der Geschäfte | und über die Frage der Pause zu beraten.

I DerReichsanzeiger" veröffentlicht das Ge- I setz gegen den unlauteren Wettbewerb.

I Die englischen Geistlichen in Berlin. Ber- I lin, 15. Juni. Die Vertreter der christlichen Kir- I dhen Englands besuchten heute vormittag 10 Uhr j das Domstift und pflogen mit den Vertretern der I hiesigen Geistlichkeit Beratungen. Ihr Ergebnis I wurde in einer Resolution niedergelegt, welche den I um 1. Juni 1908 in London angenommenen ana- I logen Beschluß einstimmig gutheißt und ihn sol I gendermaßen bestätigt: Wir sind eins in dem I redlichen Bestreben, uns selbst persönlich dafür ein- I »usetzen, daß das Band des Friedens immer fester I um unsere Völker geschlungen werd«. Wir sind eins in der herzlichen Bitte au alle unsere Volks- I genossen, mitzuhelfen, daß die alte Stimme der Blutsverwandschast nicht überhört werde und daß die alten und neuen Stimmen machtvoller geistiger Einflüsse und der geschichttichen Ueberlieferungen zur Geltung kommen. Vor allem, daß die ewige Stimme der Evangeliumsliebe ihre Königsmacht I

I beweise. Wir find endlich eins in dem innigen I Gebet, daß der Gott des Friedens um seines Na­mens und um seines Reiches willen unser Vor­nehmen reichlich segnen wolle. Um 11 Uhr fand I der Empfang der englischen Geistlichen in der Aula I der Universität statt. Auf dem Podium hatten die | Chargierten der studentischen Korporationen in I Wichs mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. I Der Rektor der Universität Professor Dr. Kahl be- I grüßte die Gäste und sagte u. a.: Die deutsche Wis- I senschaft erkenne dankbar an, was sie an geistigen | Schätzen aus Großbritannien bezogen habe. So- I dann behandelte er als Kirchenrechtslehrer das | Thema: Eigentümlichkeiten der protestanttschen I Kirchenverfassung in Deutschland. Professor Dr. I Harnach sprach über den Besitz Großbritanniens I und Deutschlands an internaüonaler Literatur auf I öent Gebiete der Theologie und der Erbauung und I bezeichnete die freie theologisch-wissenschaftliche I Arbeit als eine der Grundlagen für den Frieden I und die Freundschaft der beiden Rattonen. Im I Namen der Gäste erwiderte der Dekan von West- I minster unter lebhaftem Beifall. Rach einem Ab- I schiedsessen im Hotel »Prinz Albrecht" traten die I englischen Herren um 3 Uhr nachmittags die I Weiterreise nach Eisenach an. Bei dem Ab- I schiedsmahl sprachen der Dekan Hereford Leigh, I Referend Monstg, sowie der Präsident der Frei- I kirche in London, Rowland, herzliche Dankes- I Worte, worauf dann der Organisator des Be« I suches, Direttor Spiecker, erwiderte. Zum Schluß I erhoben sich die Engländer und reichten den Deut- I schert die Hände zur Kette und stimmten nach alt- I

Zum Wiederbeginn der Reichstags- Verhandlungen.

Der Reichstag ist gestern zu seinem letzten duzen Taguugsabschnitt zusammengetreten. Es ist der letzte, aber zugleich auch der bedeuttings- vollste nicht nur der laufenden Session: Die Ent- scheidtmgen, die er bringen muß und bringen wird, werden von ttesgreifender Wirkung auf Po- Vtik und Wirtschaftsleben des deutschen Reiches fein, ja ihnen ihre Richtung für die nächsten Jahre »vrzeickmen. Umsomehr ist es daher Pflicht der Parteien sowohl wie jedes einzelnen ihrer Mit- grleder ihren endgültigen Entschließungen die ge- Wissenhafteste Prüfung aller Argumente unter dem höhere» Gesichtspunkt einer ersprießlichen Wirkung des Schlußergebnisses auf das Gesamtwohl des Reiches und Volkes und unter Voranstellung des nationalen Gedankens vorausgehen zu lasten.

Die Verbündeten Regierungen sind überein gekommen, seither zutage getretenen Wünschen in Bezug auf einzelne Steuern Rechnung zu tragen, nnd haben Ersatzvorschläge für die als abgelehnt zu betrachtenden Entwürfe ihres ursprünglichen Programms und für die ihnen unannehmbar er­scheinenden Beschlüsse der Finanzkommission schon jetzt vorgelegt. Fürst Bülow wird ihnen in der heuttgen Sitzung das Geleitwort geben und der Rcichsschatzsekretär sie vom finanztechnischen j Standpunkt erläutern. Mit noch größerer Span­nung als sonst sieht man den Ausführungen des Kanzlers entgegen, der nach bewegten Wochen und heftigen Kämpfen dem Reichstage und der Oeffentlichkeit die Stellung ber Verbündeten Re­gierungen der gegenivärtigen Situation gegen­über persönlich kundgeben wird.

Es wäre verfrüht, den neuen Steuerplänen I nnb dem erneuten Versuch einer Begleichung aller | Streitigkeiten das Horoskop zu stellen. Man wird sich im Augenblick auf den schon so oft ausgefpro- I cheuen und so oft wiederholten Wunsch beschränken I müssen, daß sich nunmehr doch ein Ausweg aus | den scheinbar unentwirrbaren Wirrnisten finden I wird, eine Lösung, bei der es nach dem Worte I eines bekannten Parlamentariers weder Sieger I nach Besiegte gibt, die sich bewähren wird zum | Segen des gesamten Vaterlandes. I

und amüsant male Dir die Geschichte nur nicht aus!"

Und von mir wird garnicht gesprochen," sagte Ulli halb lachend, halb anNagend.Ihr seid mir ein nettes Kleeblatt? Der Doktor schiebt mich als Bernunftspagode sofort au» seiner Schußlinie, Papa erwähnt meiner über« Haupt mit keiner Silbe, und mein galanter Bruder sträubt sich sogar ganz offenkundig da» gegen, mit meiner Dumncheit Hand in Hand, zu gchen. Da bin ich ja hübsch beraten mit dem dreifachen männlichen Schutz! Ich sehe schon» ich werde mir eine Hilfsgenosfin nehmen müssen, um auch eine Partei bilden zu können!" Und sie warf Max einen vielsagenden, heraussor« dernden Blick zu, den dieser mit feinem Spür­sinn sogleich richtig deutet«. Ohne den Freunds der sich gegen Ulli» Anklage verteidigen wollttc zu Worte kommen zu lassen, fuhr er lebhaft los:Bravo, Ullichen! Aber eine hübsch«, flotte! Hast Du vielleicht schon ein« in Re­serve? Du weißt, ich erwarte etwa» berat» tiges von Deinem liebenden Schwesterherzen k"

Gnädiges Fräulein," fiel nun doch bet Doktor ein, wahrend Max sich aufgeregt zur Mutter wanbte unb bies« mit seinen Frage» bestürmte,gnädige« Fräulein, da» mit dem Vernunftspagoden müssen wir doch etwas näher beleuchten! Es scheint mir, als wenn Sie be

die mein sorgendes Mutterherz Sie einspannen wollte! Nein, so leicht entkommen Sie mir Nicht! Mischen Sie nur die Uebetfülle und den Mangel hübsch zusammen, dann kommt für Sie gerade das richtige Maß Sorge und Mühe heraus! Ein bißchen Verantwortung paßt sehr gut-zu Ihnen und erhöht Ihr Selbstbewußtsein was einem Menschen nie schaden kann."

Du haft ganz recht, Mamachen, nimm ihn nur streng unter Dein Kommando! Dem ist es bisher immer zu gut in der Welt gegangen, er muß auch mal Gott den Herrn und den Triumph seiner Schöpfung, die sanfte Gewalt weiblicher Hände, kennen lernen. Wart nur mein Jungchen, die Mama soll Dir hübsch die Flügel stutzen und Dich zu ebensolch sanftem Täubchen machen wie mich!"

Davor mögen die Heiligen den armen Dok­tor m Gnaden bewahren!" schmunzelte bet Ge­heimrat.Ein Täubchen mit Rohrspatzenschna- bel! Nein, junger Freunb, freuen Sie sich, daß

mit dem Verantwortungübernehmen nicht ernst wird, daß wenigstens die Hälfte der Last auf meine Schultern fällt, da ich ein guter Fußgänger bin und Euch junges Volk immer zu begleiten gedenke."

Da freue ich mich wirklich, Herr Geheimrat, teils dieserhalb, teils außerdem"

,,Jawohl, das glaube ich, das könnte Euch beiden gefallen, immer zusammen zu stecken und gelehrte Dinge zu besprechen, während wir c °rmen Würmer in unseres Herzens rührender Dummheit hinterher schreiten konn­ten! Ree, mein lieber Heinrich, so bequem

rungsquittungen treffe ganz überwiegend das Immobiliarvermögen. Auch diese Angabe ist un­richtig. Der immobile und mobile Besitz werden zu dieser Abgabe ungefähr gleichmäßig beittagen, da man nach bem Ergebnis statistischer Erhebun­gen m den Bundesstaaten den Gebäudebesitz als ungefähr zu gleichen Teilen von der Abgabe be- iroffen ansehen kann wie den an Mobilar und Vorräten.

I Aus deul Reichstage.

I Sitzung vom 15. Juni begann damit, daß

I ^''denken ber feit der letzten Sitzung verstorbenen I Abgeordneten Schellhorn (natl.), Schmidt-Halle lfrs I .(Soz.) in der üblichen Weise ge-

ehrt wurde. Daraus trat das Haus in die Beratung §er Tagesordnung die Interpellation Pach nicke (fts.

uber d.e mecklenburgische Versassungssrage, ein, I A? vom Abg. Pachnicke eingehend begründet wurde Viel neues vermochte der Antragsteller nicht vorzu-

u Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg stellte fest, betritt aber die Richtigkeit der Behauptung des Vorredners, dag das Reich infolge seiner Kom­petenz-Kompetenz rn der nlecktenburgischen Verfas- sungsfrage zuständig sei. Die Reichsregierung sei ner ^.e,nui?0 mit der mecklenburgischen, die mit ü/ltschlollenhelt die yraßc ausgenommen und mit Ent- schlossenheit an ihr fefthalte. Der mecklenburgische Bevollmächtigte, Frhr. v. Brandenstein, sprach hie Hvssnung aus, daß die Ritterschaft ihren Widerstand ^ufgeben werde. Seine Regierung sei entschlossen, das Werk zu einem befriedigenden Abschluß zu brin-

Beider Beiprechung der Interpellation verlas zunächst Abg. v. R-rmann (kons.) eine Erklärung, nach der feine Freunde es nach wie vor ablehnen, sich an dieser, die Kompetenz des Reichstags überschrei­tenden Verhandlung zu beteiligen, deren Resultat dem Reichskanzler eine Verletzung der verfassungs­mäßigen Rechte der Einzelstaaten zumute t Bei falls. Abg. V._ Derben (Reichsp.) gab eine ähnliche Erklä- rung für seine Freunde ab. Als daraufhin Vize­präsident Paasche die nachfolgenden Redner bat, ihre Reden nicht mehr zu verlesen, da dies nur den Herren zukomme, die der deutschen Sprache nicht mächtig leien, erregte er großen Unwillen, der sich zu stür- mischen Protestrufen steigerte, als er dem Vorredner das Wort zur Geschäftsordnung verweigerte. Trotz- dem erhielt Abg. Sind (natl.» das Wort zu einer ein, gehenden Befürwortung der Interpellation, nach deren Beendigung der mecklenburgische Bevollmächtigte Frhr. I

I?ntienXtcil1, ^e'n "und dagegen verwahrte, daß e» ichlechtere Schnlverhaltnisse als das andere Teutsch- land habe, und hob die Verdienste der mecklenburgi- »chen Ritterschaft um die innere Kolonisation des Landes hervor. Vizepräsident v. Paasche hielt es so­dann doch für angebracht, seine Bemerkung im An­schluß an die Erklärung des Abg. v. Oertzen zu be- und zu versichern, daß ihm jede beleidigende Absicht ferngelegen habe. Abg. Spahn (Ztr.) verwies lediglich auf eine frühere Erklärung des Abg. Lieber, I während Abg. Frohme (Soz.) wieder weitschweifig I für die mecklenburgische Verfassungsänderung eintrat I Abg. v. Treuenfels (kons.) trat sodcum noch für die I mecklenburgische Ritterschaft ein. Es sprachen dann I noch Dr. Wiemer und v. Treuenfels. Nächste Sitzung I Mittwoch 2 Uhr. Tagesordnung: Zweite Lesung der I Reichsfinanzreform. Vorlagen (Ersatzsteuern). I

Ausland.

** ein Bonaparte. Paris, 15. Juni. I« Toulon starb der ehemalige Marineoffizier Lucien Napoleon Bonaparte Wyle, ein Sohn bet Prinzessin Lätttia Bonaparte unb bes englischen Diplomaten Wyle, im Alter von 66 Iahten. Der Verstorbene hatte zuerst ben Plan des Durch, stichs bet ßanbenge von Panama gefaßt unb feine Konzession später an Ferdinand de Lesseps abgetreten.

** Spanien rüstet. Madrid, 15. Juni.Ea- cetta veröffentlicht ein Dekret, das dem Kriegs-' Ministerium einen Kredit von 3 281410 Pesetas zumeist. Die Summe ist zur Verstärkung der Verproviantierung der Garnison von Melilla und zur Bereithaltung von drei gemischten Bri­gaden bestimmt.

Mtreta. London, 15. Juni. Wie dasReu- tersche Bureau" erfährt, sollen gegenwärtig keine der internationalen Truppenabteilungen von Kreta zurückgezogen werden.

** Türkei. Konstantinopel, 15. Juni.Jtti- had" meldet, Griechenland habe an die Groß­mächte eine Rote gerichtet, in welcher es sich über di« aktiven Maßnahmen der Türkei gegen Griechenland beschwert. Eine Kopie der Note fei der Pforte überreicht worden. DasAmts­blatt" dementiert erneut die auswärtigen Meld­ungen über neue Metzeleien in der Alexandrette, wobei 100 Personen getötet wurden. Auch der Gouverneur und ein armenisches Mitglied der llntersuchungskomrnisfion bementieren tele­graphisch biefe Meldung. Ferner widerspricht Jttihad" den Gerüchten von einer Minister- krifis, die infolge von Differenzen zwischen dem Großwestr und dem Minister bes Aeußern ent»

(Nachdruck verbot«».)

Gin Sommertraum.

Roman von Ä. van Beeter.

(Fortsetzung.)

Die Eeheimrätin war angenehm überrascht von der interessanten, durchaus vornehmen Er- ia>einung des jungen Dottors. Sie kannte den Ibert solcher Aeußerlichkeiten für gesellschaftliche Elellung, wußte, daß dieselben ausschlaggebender ui.d vorteilhafter sind wie alle Schätze der Seele und des Geistes und war daher von vornherein für den Freund des Sohnes, ber gutes Aeußere mit tadellosen Formen verband, aufs lebhafteste eingenommen. Mochte er sonst sein wie er Wollte, auf jeden Fall machte er eine gute Figur und was sie tun konnte, um die für ihr« heimat­lichen Salons zu gewinnen, bas sollte geschehen *- besonders, da sich damit ein Wunsch ihres Lieblings verband.

Die Gatten pflegten sonst in ihrem Geschmack Und ihren Ansprüchen selten Hand in Hand zu sehen, aber diesmal war der Geheimrat geneigt, vem offenkundigen Interesse feiner Gattin zu folgen. Auch ihm gefiel der jung« Mann unge­mein und überraschte ihn durch den Ernst unb °ie Ruhe seines Auftretens, bas ber Geheimrat U«ch dem Sprichwort:Gleich u* gleich gesellt vch gern" von einem Freunde seines leichtlebi- ßen und meistenteils etwas flüchtigen Sohnes Uicht recht erwartet hatte.

Mau kam bei diesem gegenteiligen Gefallen Rnelt über jene unumgängliche Fonnsteifhett

Deutsches Reich.

I Die Zusammenkunft des Kaisers mit bem Zaren. Reufahrwasser, 15. Juni. Der Kaiser ttaf heute abenb 7 Uhr hier ein unb begab sich sofort an Bord berHohenzollern".

Dispositionen des Reichstags. Berlin, 15. Juni. Der Seniorenkonvent des Reichstags ttat heute nachmittag 4% Uhr zu einer kurzen

Hinaus die bei ersten Besuchen unb Anfängen einer Bekanntschaft stets etwas frostig über bet Stimmung zu liegen pflegt. Heinrich Werner, fand es schon nach einer Stunde nicht mehr ver­wunderlich, daß man ziemlich fraglos Beschlag von ihm nahm und, ihn ganz als Familienmit­glied betrachtend, freimütig über feine Zeit unb Tageseinteilung bestimmte.

Für ben Nachmittag haben wir einen Aus­flug nach bem Forsthaufe geplant. Das ist nicht weit unb so bequem zu erreichen, daß ich mit- fahren kann," sagte bie Eeheimrätin.Solang« es geht, lasse ich meinem Egoismus bie Zügel schießen unb richte Eure Spaziergänge so ein, baß ich baran teilnehmen kann. Späterhin, Herr Doktor, vertrau« ich Ihnen, ber Sie so ernst unb solide aussehen, meine beiden leicht­sinnigen Kinder allein an. Ich glaube, daß ich sic unter Ihrer Obhut ziemlich ohne Sorge in bie Berge ziehen lassen kann."

Der Doktor verbeugte sich lächelnb:Ihr Vertrauen ist schr schmeichelhaft, gnäbige Frau, »ber Max gegenüber ist es mir etwas zu ge­fährlich unb verantwortlich! Und was bas gnäbige Fräulein anbetrifft, so macht sie einen so wenig leichtsinnigen Einbruch, baß ich wieber- um glaube, ben mir angewiesenen Posten aus Mangel an Beschäftigung nicht antreten zu können!"

Ei, mein vorsichtiger Herr, Sie wollen sich aber bas Leben gar zu bequem machen! Bei bem einen zuviel, bet bem anbern zu wenig Verant­wortung, unb dabei schlüpfen Sie glatt unb unbehindert aus der soliden Dienftbcriett, tu

. mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbura unb Kircküoi«

unb de» Beilagen:Rach Feierabend"(wöchentliche U»terh!^bL7Ä^WAL

Zettum," erscheint täglich mit Ausnahme der sonn, und Feiertage. - Der Bezugspreis beträgt viertel- Ä Sb'eP°st b.«s°g-n 2.25, äk. (ohne Bestellgeld), bei

IDie I n s e r t i o nsgebüpr beträgt für die 7 gespätten^ieüe^^^^ -der deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen W Pfennig. ~ ,

Druck und Verlag: Joh. «ug. Koch, UnwersitätsbuchSruckerei 44. Jührg, Inhaber Dr. T. pitzeroth, Marburg, Markt 31. Telephon 55.