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N 136

Erstes Blatt

Marburg

Sonntag, 13. Sani 1909.

Ausland.

** Italiens Heeresmacht. Rom, 11. Juni. (Deputiertenkammer.) Bei der weiteren Be­ratung der Vorlage betreffend Erhöhung des militärischen Budgets erklärte Kriegsminister Spingarti: Die kürzlichen Er­örterungen innerhalb und außerhalb des Par­laments über die militärischen Einrichtungen haben gezeigt, daß die Armee schon seit längerer Zeit wichtige Bedürfnisse hat, für die gesorgt werden müsse und die sich auf die Bewaffnung, Erhaltung der Schlagfertigkeit und die Landes- verteidigkeit beziehen. Die Frage ist heute reif, technisch und politisch, und die Notwendigkeit zweckentsprechender Maßnahmen ist auch dem Volke zum Bewußtsein gekommen. Die Mehr­forderungen sind ordentliche und außerordent. liche. Die Erhöhung der ordentlichen Ausgabe ist mit zehn Millionen Lire für das k-ufende und mit sechszehn Millionen für das nächste Etatsjahr vorgesehen. Sie find durch die ge­steigerten Preise für Lebensmittel, Kleidung und Munition, sowie durch die Verbesserung einer Reih« von Militärbauten, vor allem aber durch die Erhöhung des Effettivbestandes von 205 000 Mann auf 225 000 Mann und durch häufigere Einberufung der Reserven zu Ueb- ungen notwendig geworden. Mr die außer­ordentlichen Ausgaben ist ein Mehr von 125

3m Februar 1813 bildete der früher« Echillsche Rciterofsizier Ludwig Adolf Wilhelm Freiherr v. Lützow in Schlesien ein Freikorps, nach ihrer Kleidung nannte man siedie schwarze Schar", unter welchen sich eine Anzahl ausgezeichneter Männer, wie Jahn,Friesen und Körner befanden. Tas Lützowsche Freikorps hatte die Bestimmung, in Hessen, üchüringen und Westfalen den kleinen Krieg zu führen. Es war herangewachsen auf 2800 Mann zu Fus »nd 480 Reiter. Letztere wurden auf Bes-7 Napoleons am 17. Juni bet Kitzen t* der RäI.

hattet« Bericht erschienen ist, geht dahin, di« Staatsregierung zu ersuchen, um dem Klein­harl eine seiner Bedeutung und Zahl ent- sprechende Vertretung seiner Interessen zu er- ^6lichen, unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse des Handelskammerbezirkes und ! der Handelskammern tun-

v. Einrichtung von Kleinhandelsaus-

schussen, die an die Handelskammern anzuglie- bern sind, hinzmoirken. Für die Bildung der Ausschüsse empfiehlt die Kommission folgende Grundsätze: Die Kleinhandelsausschüsse haben die Bestimmung, die Interessen des Kleinhan­dels und Kleingewerbes ihres Bezirks wahrzu­nehmen, insbesondere die Behörden und die Handelskammern in der Förderung des Klein- h°ubek u'nd des Kleingewerbes durch tatsäch­liche Mitteilungen, Anträge und Erstattung von Gutachten zu unterstützen. Tatsächliche Mitteil­ungen, Anträge und Gutachten des Ausschusses die für die Behörden bestimmt sind, werden diesen durch die Handelskammern übermittelt. Di« Zahl der Mitglieder des Ausschusses wird in einer Geschäftsordnung von der Handels­kammer bestimmt. Die Zusammensetzung des Ausschusses ist wie folgt: Ein Drittel'des Aus­schusses wird von der Handelskammer, und zwar möglichst aus denjenigen ihrer Mitglieder gewählt, die den Gewerbesteuerklassen 3 und 4 angehören. Die Wahl der übrigen Mitglieder erfolgt indirett durch die im Bezirk der Han­delskammer bestehenden Zweck- und Fachvereine unter möglichster Berücksichtigung der Betriebs­zweige entsprechend ihrer Zahl und nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Wo keine Vereine bestehen, werden aus den Kreisen der Kleinhandelstreibenden deren Vertreter ge- wählt. Von der Gesamtzahl der Ausschußmit- glteder soll tunlichst «in Viertel aus den Kreisen der Kleinhandelstreibenden, deren Gewerbebe­trieb nicht über den Umfang des Kleingewerbes yinausgeht, bestehen. Die näheren Bestimmun­gen über die Wahlen und den Geschäftsgang sollen bei Errichtung des Kleinhandelsaus­schusses von der Handelskammer in einer Ge­schäftsordnung getroffen werden. Auch aus diesem Antrag geht wieder bervor, daß die In­teressen des erwerbenden und schaffenden Mit­telstandes im Hause der Abgeordneten stets 1 wirksam vertreten werden. I

Kleinhandelsausschüsse bei den Handelskammern.

Unter den zahlreichen mittelstandsfreund- nchen Anträgen, die der konservative Abgeord- *ele Hammer im Abgeordnetenhause eingebracht befand sich im laufenden Sessionsabschnitt unter anderem auch «in Antrag auf Bildung von Kleinhandelsausschüssen bei Handelskam­mern. Der Antrag beschäftigte das Haus in feiner Sitzung vom 5. März d. I., der der Han­delsminister Delbrück beiwohnte. Der Antrag­steller Hammer wies in seiner Begründung darauf hin, daß wir zurzeit in Preußen die ge­waltige Zahl von 1 280150 Kleingewerbetrei­benden haben, die ohne gesetzliche Standesver- tretung sind. Auf eine Anfrage des Handels­ministers an die Handelskammern, was diese für die Interessenvertretung der Kleingewerbe­treibenden bisher getan hätten oder zu tun ge­dächten, haben sich von 90 Handelskammern nur 20 geäußert, 70 haben sich nicht darum geküm­mert. Während nun ein früherer Antrag die Errichtung besonderer, von den bestehenden Handelskammern unabhängiger Detaillisten­kammern bezweckte, will der Antrag Hammer die Kleinhandelsausschüsse an die Handelskam­mern angliedern. Der Handelsminister erklärte, di« Tendenz des Antrages anzuerkennen, das Ziel lasse sich aber nicht auf dem Wege der Ge­setzgebung, sondern nur durch einen sanften Druck auf die Handelskammern erreichen. Der Antrag Hammer wurde am 5. März der Kom­mission für Handel und Gewerbe überwiesen.

Die Kommission für Handel und Gewerbe besänftigte sich am 17. und 24. März, sowie am 29. April in Gegenwart des Geheimen Regier­ungsrats Dr. Huber vom Ministerium für Han­del und Gewerbe eingehend mit dem Antrag Hammer. Von feiten des Vertreters der Re­gierung wurde hierbei erklärt, daß jede Be­stimmung vermieden werden müsse, die den Anschein erwecken könnte, als ob eine Aenderung des Handelskammergesetzes geplant werd«, Vor­schläge und Gutachten des Kleinhandclsaus- ; schusses würden daher nur über die Handels­kammer an die Behörden gelangen können. Im Übrigen könne dem Zweck des Antrages bereits nach § 37 des Handelskammergesehes entsprochen werden. In Handelskammerkreisen sei hervor­gehoben worden, daß, wenn die Kleinhandels­ausschüsse nur aus Minderkaufleuten zusammen­gesetzt seien, die schon vorhandenen Vertretun- I gen des mittleren Kaufmannsstandes in den I Hintergrund gedrängt würden. Der Minister I wolle gern die Hand bieten, die vorhandenen | Ausschüsse so auszubauen, daß die Interessen I des Kleinkaufmannsstandes gewahrt werden. I Eine einwandfreie Lösung der Frage böte aber I große Schwierigkeiten. I

Das Resultat der Beratungen, über die so- I eben der vom Abgeordneten Blell (Essen) er- I

I kauften ihr Geschmeide und legten den Erlös I auf den Altar fürs Vaterland. So stand der I alte kriegerische Geist des deutschen Volkes in I lohen Flammen. Dieses waren di« Anfänge von Deutschlands Erhebung im Jahre 1813.

I Am 17. April erließ Friedrich Wilhelm einen Aufruf an seine durch den Tilsiter Frieden an Westfalen abgetretenen, vormal» preußischen Provinzen, und um seinen Kämpfern, welche sich vor dem Feinde auszeichneten, eine Aner­kennung «i geben, stiftete er am 5. Mai 1813 von Bresben aus den Orden vom eisernen Kreuz. Dasselbe sollte ein Denkmal srtn für diejenigen^ welche im Kampfe für die Unab­hängigkeit Deutschlands sich ein lohnendes Ver-

| dienst erworben haben. Weiter sollten für die­jenigen, welche auf dem Felde der Ehre starben, in den Kirchen ihrer Gemeinden Tafeln aus Kosten der Gemeinden errichtet werden, woraus die Namen der Gefallenen verzeichnet wurden, oben an die, welche das eiserne Kreuz erhalten 2TÄI § stündigen erbitterten Kampfe war Napoleons Macht gebrochen und er ttat den Rückzug an. Vierzigtausend Leichen der Verbündeten und ebensoviel« Franzosen bedeckten das Schlachtfeld. Deuffche Sänger ließen Siegeslieder erschallen, am lautesten Max von Schenkendorf und Frirt- rich Rückert; der edle Sänger Thecdor Körner, einer von Lützows schwarzen Jägern, hatte den Tag nicht erlebt, daß seine schönsten Hoffnungen fürs Vaterland erfüllt wurden. Am 25. August Hatte ihn bei Gadebusch im Mecklenburgischen eine feindlich« Kugel getötet, nachdem er kurz vorher das kräftige Lied, das mit den Worten anfängt:Du Schwert an meiner Linken, war soll Dein heitre» «linken«, grtichtet hatte.

.Das verflossene Jahr hatte den Westfalen viel Kümmernis bereitet. Die Zeiten waren

auf dem Schloß eingerichteten Lazarett bei- steuerten. Nun kamen aber neue Forderungen. Erstens wieder wurden Söhne zu Soldaten ge. fordert und dann Geld für zu verpflegende Sol.' baten wurde in dem Jahre 1813 von den West, faken verlangt. Der Sommer verlief für Mar» bürg ziemlich ruhig. Am 29. September ver­breitete sich die Nachricht, Jerome fei auf der Flucht und durch Marburg gekommen und nach i Gießen weitergefahren. Am anderen Morgen ; kamen auch die königlichen Garden hier an. 800 Mann stark waren fie in Eassel ausmarfchiert - und 41 marschierten nur in Marburg ein. Die königlichen Husaren, welche hier ankamen, sah«» kläglich aus, der eine hatte keinen Sattes der andere keinen Säbel. . ... L,

(Fortsetzung folgte) **

vorüber, wo Napoleon durch Lügengerüchte die Gemüter in den Traum eingelullt batte, als ob in Rußland alles ruhig wäre. Nun war es durch sichere Berichte klar gestellt, daß der größte Teil seines Heeres verloren war und es wurde allmählich zur Gewißheit, daß von den 23 000 Westfalen nur 2000 mit 281 Offizieren in di« Heimat zurückgekehrt waren. Aber nicht nur der Kummer der Eltern, die Söhne verloren hatten, sondern auch die Unglücklichen, die von ihren Söhnen keine Nachricht hatten, war groß.

x? dazu, daß die Leute in ihrem Lande entsetzlich durch den Anblick der Zurückgekom- menen ergriffen wurden. Diese schleppten sich zu Fuß nur so fort, ohne Uniform, in allen mög­lichen Kleidungsstücken, z. B. weibliche Unter- rocken rc. rc., um sich nur vor Kälte zu schützen. I I Sie waren teils verwundet, teils vorn Lazarett- fieber ergriffen. Auf dem Markt in Marburg 1 kam eine Anzahl solcher Männer an, wo sie Brot und Quartterzettel empfingen. Aber die

Millionen veranschlagt, die auf fünf Etat»- juhre, einschließlich der gegenwärtigen, verteilt werden und zur Durchführung der bereit» ftn vorigen Jahre vom Parlament bewilligten Maßnahmen und Arbeiten dienen sollen. Die gegenwärtige Vorlage enthält nur di« wesentlichen bereits in der Debatte vom Juli 1908 angekündigten Ausgaben. Der Minister" erklärte sodann weiter, er könne mit Sicherheit behaupten, daß die verlangten Kredite zur Au».1 führung des Bereits bestehenden Arbeitspo- gramms ausreichen werden, welches man al» Mindestprogramm gegenüber dem von mehre- reu Rednern dargelegten Höchstprogramm be­zeichnen könne, das aber, wenn es rasch aus- geführt werde, der Armee und der Landesver­teidigung eine derartig« Wirksamkeit geben werde, die Italien gestatte, sich in dem Kon-' aert der Großmächte zu behaupten und Gegen»; stand nicht nur der Achtung, sondern auch der Furcht zu fein. Nach der Erläuterung de» Ge­setzentwurfs legte der Minister feine Ansichten über die Organisation de» Heeres dar und kün­digte unter anderem an, daß er einen Gesetz­entwurf betreffend die zweijährige Dienstzeit aller Waffengattungen einbringen werde. Der Minister schloß mit einem warmen Gruß an die Armee mit dem Wunsche, daß sie die Opfer recht- fertige, welche das Land für die nationale Ver­teidigung bringe. Die Rede des Minister» wurde häufig von Beifall begleitet. Am Schlüsse wurde der Minister beglückwünscht.

** Marokko. Tanger, 11. Juni. El Eebba» teilte dem diplomatischen Korps auf Befehl des Sultans mit, daß in den Hafenorten die städtische Akzise eingeführt werden soll. Der Sultan erteilte ferner den Befehl, da» Tabakmonopol in die Subkommission zu geben. Weiter befahl der Sultan El Eebba», dem diplomatischen Korps mitzuteilen, daß er geneigt, den Artikel 60 der Algecirasakte betr. Erunderwerb durch Ausländer an- zuerken nen, weshalb er eine Kommission gebildet hat, die demnächst in Tanger eintreffen und, wie in dem Artikel vorgesehen, die käufi lichen Terrains in einem Umkreis von 10 Kilo- meiern feststellen wird. Sobald die Kommission die Arbeiten beendet hat, werde der Sultan zum An- und Verkauf dieses Terrains die Erlaubnis erteilen.

Vor fimibert Jahren.

Unter französischer Herrschaft.

Von L. Müller.

l Fortsetzung.)

York blieb n^cht müßig, denn am 3. Februar wurde jedes Kavallerie- und Infanterie-Batail­lon des Yorkschen Korps um ein Jägerdetach«. ment vermehrt, dieselben mußten teils beritten fein und sich selber kleiden, sie durften jederzeit den Dienst verlassen,nur nicht während eines Feldzuges und wurden angenommen vom 17. bis 24. Lebensjahr. Die Kleidung sollte dunkel­grün sein, und die Jäger zu Fuß sollten lange Stiefel tragen. Am 13. Februar 1813 erließ Port von Königsberg aus folgende Proklama­tion: Die versammelten Nationalrepräsentanten haben außer der allgemeinen Verfassung die Or­ganisation eines National-Auxiliarkorps zur Verstärkung der Armee dekretiert, der Major von Lehndorf übernimmt meiner Einladung zu Folge die OrgckMfation dieses Korps. Preußisch« Bürger, laßt uns dieses Korps anderen Provin­zen zum Beispiel bilden und Anstrengungen vereinigen, um Europa, dessen Augen auf uns gerichtet sind, zu zeigen, was Liebe für Unab­hängigkeit des Mterlandes vermag, v. Port.

wenn sie am Montag dem Reichstag zugehen. Ein« Reichswertzuwachssteuer für Immobilien ist nicht beschlossen worden. Natürlich wurde di« von der Finanzkomisfion beschlossene Ko- tierungsfteuer als unannehmbar abgelehnt. Vorlagen über indirekt« find nicht ausgebrettet. In dieser Beziehung scheint man abzuwarten, was der Reichstag auf Grund der Kommisfions- beschlüsse tun wirt.

Die Etats aller Stadtgemeinden Deutfchands, die im Anfang 1 der 1870er Jahre noch rund 300 Millionen Mark, d. h. etwas mehr als jetzt allein der Etat der Stadt Berlin (286 Millionen Mark) betrugen, find im Jahre 1909 auf rund zwei Milliarden Mark gestiegen, also auf eine Summe, die den Etat von Italien noch um ein halbe Milliarde übertrifft. Gleich­zeitig ist die Schuldenlast ganz gewaltig gestie­gen. Während die deutschen Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern 1881 rund 772 Millionen Mark Schulden hatten, betrugen fie 1907 schon mehr als 5296 Millionen Mark. Bei Berlin stieg diese Schuldenlast auf 397 Mill. Mark, d. h. um 296 Millionen Mark ht 30 Jahren. Düsseldorf hatte allein 7 Millionen Mark für seinen Schuldendienst im Jahre 1908 aufzubringen. Wiesbaden hat an Stelle der Auslosung feiner Obligationen die Ansamm­lung eines Tilgungsfonds vorgesehen, aus dorn dann die Gläubiger nach Ablauf der festgesetz­ten Frist die Barzahlung der gesamten Schuld auf einmal erhalten, womit der Stadt und den Gläubigern in gleicher Weif« gedient ist.

Marburg und Umgegend.

Mdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des errechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberheff. Zig.« gestattet.)

Marburg, 12. Juni.

)( Freiwillige Feuerwehr. Am nächsten Mon­tag, den 14. Juni, nachmittags ßi/2 Uhr, findet eine Uebung sämtlicher Züge und im Anschluß hieran eine General-Versammlung sämtlicher Löschzüge statt.

* Akademische Festspiele. Montag, den 14. Juni, kommt als 4. akademisches FestspielNacht-

Politische Umschau.

I Hebet die Konferenz der Finanzminister | berichtet der Korrespondent derFranks. Ztg.« I feinem Blatte: Berlin, 11. Juni. Die Kon­ferenz der Finanzminister ist gestern in später

I Abendstunde, nachdem zwei Sitzungen am Tage stattgefunden hatten, beendet worden. Von ihrem Ergebnis erfährt man nur, was man vorher schon wußte, nämlich, daß eine (Erb« anfallsteuer und Aenderungen von Stempel­steuern beschlossen worden sind, die sich auf den Bank- und Börsenverkehr beziehen. Näheres j über die Entwürfe wird man erst erfahren,

von Leipzig überfallen und beinahe ganz auf- gerieben und ebenfalls als Räuber behandelt.

Friedrich Wilhelm IH. begab sich int Jahre 1813 von feiner Hauptstadt Berlin, welch« dem Zug der französischen Truppen blosgestellt war, nach Breslau und schloß dorten am 27. und 28. Februar einen Bund mit Rußland. Am 15. März kamen beide Monarchen persönlich zu­sammen. Dem in königliche Ungnade gefallenen Port sprach der König in einem Armeebefehl seine Rechtfertigung aus und betätigte ihn in der Beibehaltung des Kommandos feines Ar­meekorps. Am 17. März zog York in Berlin ein und leitete die Volksbewaffnung. An diesem Tage erließ der König den Aufruf von Kalisch an die Deutschen, welcher mit folgenden Worten schloß:Mit Zuversicht dürfen wir vertrauen Gott und ein fester Will« werten unserer ge­rechten Sache den Sieg verleihen und mit ihm die Wiederkehr der glücklichen Zeit." Begeisterte Sänger, Moritz Arndt, Theodor Körner, Max von Schenkendorf, fachten durch den Odem des Liedes den kriegerischen Geist des deutschen Volkes gegen feine Unterdrücker an. Aus

Di« JnsertiouSgebÜhr beträgt für btt 7gespaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklame« 30 Pfennig. . . rv

Jratf und Berlag: Joh. Auq. Koch, UaiversttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. (k. Hitzeroth, Marburg, Martt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchbain

und dm Beilagen:Nach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) «nd.Landwirtschaftliche Beilage.

freiem Antrieb eilten Jüngling und Männer von ihren Familien, um in den Reihen de» Heere« für da» Vaterland zu kämpfen, bei jedem Regimente standen freiwillige Jäger, die edelsten Jünglinge, meist aus besseren Stän­den, die fich auf eigne Kosten bewaffneten. Außerdem wurde die Landwehr gebildet, wo Bürger und Bauern ihr gute» Recht vertraten. Wenn die Landwehr zog, da weiht« d«r Priester zum heiligen Kampf, da erklangen die Glocken von den Türmen, da bebt« jede« Herz in banger freudiger Hoffnung für» Vaterland und man« oje» bangeLebewohl" von den Lippen der t i Mutter der Hausfrau oder der Braut scholl den Fuh Wehrmännern nach Freiwillig« Beisteuern ifebl leistet« da» «off, well di« Kräfte der Regierung Iahe erschöpft waren. Frauen und Jnngftauen ver-