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WchM Ailung

k mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg uud Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Benage."

M 132

DieGderhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Poft bezogen 3,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unsern ZeitungSstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Mittwoch 9. Juni 1909.

Die InsertionSgebühr beträgt für bte 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universität-buchdruckrret Inhaber Dc. C. H itzeroth, Marburg, Markt 31. Telephon 55.

44. Jahrge

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 44.

Die Fortführung der Usambarabahn.

'Berlin, 7. Juni. Nachdem in den letzten Monaten die Vorarbeiten für die Fortführung der Usambara-Eisenbahn soweit gefördert worden, daß die Linienführung und die Baukosten mit hin­reichender Sicherheit übersehen werden können, find dem Vernehmen nach vom Reichs-Kolonial- amte Verhandlungen mit der Betriebspächterin der Usambarabahn eingeleitet worden, welche die Ver­gebung der neuen Bauarbeiten und die spätere Verpachtung der neuen Strecke im Anschluß an die Pacht der Stammesstrecke zum Gegenstand halten. Diese Verhandlungen haben nunmehr zu einem befriedigenden Ergebnisse geführt, sodaß die Ge­setzesvorlage über den Wetterbau der Usambara­bahn bis Moscht für den kommenden Herbst mtt Bestimmtheit erwartet werden darf. Nachdem die Gleisspitze inzwischen Buiko, den Endpunkt der zur Zeit im Bau befindlichen Strecke Monbo-Pangant erreicht hat, hat sich die Deutsche Kolontal-Eisen- bahnbau-Betriebsgesellschast auf Anregung der Kolonialverwattung entschlossen, zur Vermeidung einer unerwünschten und naturgemäß mtt beson­deren Kosten verbundenen Unterbrechung der Bau­arbeiten auf der von den technischen Organen der Kolonialverwaltung im Verein mit der Untemeh- merin erkundeten Trace auf eigene Rechnung und Gefahr den Bahnbau einstweilen über Buiko hin­aus vorzutreiben. Die Vereinbarung mit der Ko­lonialverwaltung ist so gestaltet, daß dem FiskuS aus diesem Vorgehen der Unternehmerin keinerlei Verbindlichkeiten erwachsen und der Entscheidung der gesetzgebenden Körperschaften in keiner Weise vorgegriffen wird. Es ist zu hoffen, daß, wenn keine unvorhergesehenen Hindernisse eintreten, nunmehr der Schienenweg in zwei oder längstens drei Jahren bis an den Fuß des Kilimandscharo vnd damit auch bis an das Merugebiet herange- fsthrt sein wird.

Deutsches Reich.

Der englische Besuch in Berlin. Berlin, 7. Juni. Die englischen Parlamentarier besichtigten heute Vormittag Wohlfahrtseinrichtungen und in­dustrielle Unternehmungen und nahmen nachmit­tags an einem Festessen teil. Staatssekretär Dern- burg erklärte in seiner Ansprache, die leitenden Staatsmänner Deutschlands würden alles tun, um die gemeinsame Arbeit, für die sich in den Kolo­nien, sowie auf dem Kontinent für beide Völker ein wettes Feld bietet, zu fördern. Oberbürger­meister Kirschner versicherte den Gästen, daß in ganz Deutschland kein vernünftiger Mensch sich finde, der an eine Störung in den Beziehungen zwischen dem englischen und deutschen Volke glaube. Nachdem Staatsmtnister a. D. Freiherr von Berlepsch einige Abschtedsworte gesprochen

16 tNachdruck verboten,)

Gr« Somurertraum.

Roman von St van veeker.

1 Fortsetzung.)

Du hast ein ausgesprochenes Talent zum Moralpredigen, liebes Kind, nur daß sich das im Munde einer neunzehnjährigen Dame der besten Gesellschaft nicht sehr stilvoll und amüsant macht," spottete die Eeheimrätin, den elegant frisierten dunklen Kopf in das spitzenbesetzte, goldgelbe Seidenkiffen ihres Fahrstuhls lehnend und mit kaltem Blick das unter ihren Sßocten langsam erblassende, jugendliche, liebliche Er« sicht der Tochter meffend.Aber merke Dir. daß Deiner Mutter gegenüber dergleichen un­angebracht ist. Ich war leider auch in der An­erkennung der ausgezeichneten Eigenschaften Deines Vaters voraus, sonst hätte ich ihn wahr­scheinlich nicht zu meinem Gemahl gemacht. Rur schickt sich eins nicht für alle, und was an ihm, dem otterea, bedeutenden Mann bewunderungs­würdig, das wirkt bei Dir leicht unsympathisch«"'

Ulli atmete schwer. Sie war solcke Redens­arten gewohnt und wußte längst, daß sie im Herzen der Mutier nur einen untergeordneten Platz einnahm, nur das kleine Fleckchen, das ihr de: viel ältere Bruder, das Ebenbild und bet Abgott der rsichgeiftigen, lebendigen Frau, in demselben gniwkg übrig ließ. Aber sie trug im­mer und immer roiebet, seit den sieben langen Jahren, die es nun schon dauerte, dem Leiden der Mutter endlose, entschuldigende Rechnung, «nd wenn ihr junges, weiches Herz doch einmal Sa. zu schmerzlich unter bett täglichen Radel­

hatte, erwiderte Robert Norwich, Deutschland habe durch seine Freundschaft und Güt« die Herzen der englischen Gäste erobert. Clynes aus Manchester erklärte, die Arbetterpartei werde alles tun, um den Frieden mtt allen Rattonen aufrechtzuerhalten. Die Gäste traten nach dem Diner die Rückreise über Bremen nach London an.

Aenderuug der Telegraphenordnung. Ber­lin, 7. Juni. DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Aenderung der Telegraphenordnung vom 16. Juni 1904. Die neuen Bestimmungen treten am 1. Juli in Kraft.

Der neue Erzbischof von München. Der Prinzregent von Bayern hat den bisherigen Dom- dechanten Franz Dettinger in Speyer zum Erz­bischof von München Freysing ernannt. Der neue Erzbischof ist 1850 in Landstuhl in der Pfalz als Sohn eines Hufichmiedes geboren.

Kardinal Kopp. Die Befferung in dem Be­finden des Fürstbischofs Dr. Kopp hat angehalten, so daß der Pattent jetzt bereits so gut wie mißer Gefahr erscheint.

Der Fall Biewaldt. Breslau, 6. Juni. Die Gerichte haben bekanntlich entschieden, daß der Arbeiter Franz Biewaldt, dem bei einem Krawalle die linke Hand von einem Schutzmanne abgeschla­gen wurde, eine einmalige Entschädigung von 3696 JC und eine lebenslängliche Rente von vier­teljährlich 144 M erhalten soll. Der Breslauer Magistrat hat in seiner letzten Sitzung erlärt, daß er diese Festsetzung für den vorliegenden Fall nicht beanstanden werde. Er halte aber den gesetzlichen Zustand, auf Grund deffen sie erfolgt sei, für unbe­friedigend und werde in einer Petttton an den preußischen Landtag um eine Abänderung der Ge­setzgebung einkommen.

Ausland.

** Der Streik der Seeleute. Marseille, 7. Juni. Die streikenden eingeschriebenen See­leute haben sich für die Fortsetzung des Ausstandes entschieden, den Ausschuß aber beauftragt, die Vorschläge der Reeder in Mar­seille zu prüfen und zu beantworten.

** Ein Krawall kn der Reichsduma. Peters­burg, 6. Juni. Gegen Schluß. der gestrigen Abendsitzung bet Reichsduma kam es gelegent­lich der Wetterberatung des Gesetzes über den Religionswechsel zu tumultarischen Auf­tritten. Der der extremen Rechten angeböriae Bischof Eulogius hatte heftig gegen den Kadet­ten Karaulow polemisiert, weil dieser bebauv- tete, im Bistum des Bischofs Eulogius sei dib orthodoxe Kirche durch Peitschen verbreitet worden. Sogar Mütter mit Säuglingen an der Brust seien von Dragonern gepeitscht wor­den in der Absicht, den orthodoxen Glauben, zu verbreiten. Der Bischof Eulogius nannte diese Behauptungen Fälschungen der Wahrheit und rief den Kadetten zu:Schämt Euch!" Dies zog ihm einen Ordnungsruf seitens des Vizepräsi­denten Meyendorff zu. Hierauf entstand auf . rechten Seite des Hauses großer Lärm. Es ertönten Rufe:Werft den Deutschen hinaus« Deutsche Fratze? usw. Der Vizepräsident, der sich vergeblich bemühte, die Ruhe wieder herzu­

stellen, hob hierauf die Sitzung aus. In der heutigen Nachmittagssitzung erteilte der Prä­sident Chomjakow dem ganzen Hausewegen der in der Geschichte der dritten Duma uner­hörten Skandale" eine ernste Rüge.

Englands Fknanzreform. London, 7. Juni. Das Unterhaus trat heute in die zweite Lesung des Finanzgesetzes ein, die vier Tage in An­spruch nehmen dürfte. Austen Chamber­lain (kons.) beantragte die Ablehnung des Gesetzes und krittsierte besonders die Grund­stückssteuern.

* Die englischen Kolonien tinb die Flott«. Melbourne, 6. Juni. Namens der Regierung des Commonwealth machte der neue Premier­minister der Reichsregierung telegraphisch das Anerbieten, einen neuen Dreadnought zu stiften oder einen solchen der eigenen Marine zuzufügen, je nachdem die Reichsregierung es für gut befinde.

** Die Lösung der Orientbahnfrag«. Kon­stantinopel, 7. Juni. Das Ueberein ko tu­rn e n zwischen der Pforte und. der Orient­bahn beruht auf der folgenden Basis: Er­stens: di« Pforte zahlt für die ostrumelische Linie 20 Millionen Franken; zweitens: auf Grund des ersten Schiedsspruches zahlt die Pforte 1% Millionen Franken und konzediert außerdem der Orientbahn eine Erhöhung des Anteiles an den Einnahmen, soweit diese den Betrag von 10 333 Franken überschreiten, von 55 auf 70 Prozent. Bezüglich der Nachricht, daß die Orientbahn eine ottomanische Gesell­schaft geworden oder werden wird, ist zu be­merken, daß dies wohl von türkischer Seite an­gestrebt wird, bezw. vorgesehen ist, daß jedoch etwas Definitives darüber nicht vereinbart worden ist.

** Türkei. Konstantinopel, 7. Juni. Der deutsche Botschafter Freiherr Marsckall von Bieberstein gab Sonntag Abend ein Diner, an den. der Generalissimus Schefket Pascha, Krieqs- minister Salik. der Eeneralstabschef Izzet Ma­scha. der Präsident des Kriegsgerichts Haffan Risa und die Generale Ali Risa und Pertew teilnahmen.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Oberheff. Zig." gestattet.)

Marburg, 8. Juni.

)( Akademischer Gottesdienst findet am nächsten Sonntag, den 13. Juni, vormittags in der reformierten Stadt- und Universitätskirche statt. Die Predigt hält Geh. Konststorialrat Prof. D. Achelis.

)( Akademisch« Krankenkasse. Für das Sommersemester wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: stud. jur. Walter Beyer, stud. med. Fritz Becker, stud. med. Hans Andree, stud. med. Fritz Külz und stud. jur. et phil. Budde.

)( Vom Jägerbataillon. In unserer gestrigen Noti; sind einige Unrichtigketten enthalten. Es muß heißen, daß die Besichtigung des Bataillons durch den Inspekteur der Jäger und Schützen Oberst v. Larisch erfolgt.

stichen der üblen Laune und Herbheit derselben blutete, so flüchtete sie sich zum Vater, bei dem sie, wottlos, wie ihre Klage war. in stummem Verständnis und stummer Zärtlichkeit immer und Hilfe fand. Momentan hatte sie es schwerer wie sonst, denn die Thüringer Sommer- in der die Mutter und sie sich seit einigen 1 befanden, bot der abwechslungs- und amüsementsbedürftigen Eeheimrättn so wenig Gelegenheit zur Ausübung ihrer gesellschaft­lichen Tatkraft und geistigen Regsamkeit, daß ihre üble Laune einen weiteren Spielraum wie je einnahm, und Ulli nichts sehnlicher wünschte, als die Ankunst des Vaters. Dieser, ein be­rühmter Augenarzt und Vorstand einer weltbe­kannten Klinik, konnte sich immer nur schwer für eine Sommererholung los machen, obgleich gerade ihm bei seiner angestrengten Tättgkeit ein« solche notwendiger war, wie der ganzen übrigen Familie.

Ungemütlich und unfreundlich war daher die Stimmung, die in dem niedlich angelegten kleinen Gatten der Villa herrschte und ange- nchm überrascht fuhren beide Damen auf, als plötzlich an dem durchsichtigen Eisengitter, das den Gatten von der Straße trennte, ein leichter Schtttt stockte und eine Helle, fröhlich« Stimme erstaunt ausrief:Ulli, bist Du's oder ist es Dein Geist?" Zugleich schwang sich die sehr zierliche Gestalt einer jungen Dame ohne viele Umstände auf den steinernen Fuß des Gitters und bog über deffen vergoldete Eisenspitzen neu. gierig ihr dunkles Köpfchen zu der erschreckt auffahrenden Ulli heraL.

Rita! Nein, das fit zu hübsch, wy kommst Du her?" tfef diese aufspringend und durch die

Gitterstäbe erfreut der Außenstehenden eine Hand entgegenstreckend.

Direktement aus der Verbannung nach Si­birien, ober doch wenigstens von dicht dabei; aus Königsberg und Umgegend, wohin mich meine grausame Mutter erpediert hatte, weil ich nicht gerade glühende Lust bezeugte, meine eben der Pension abgerungene Freiheit einem Jüngling zu opfern, der meinen höchst acht­baren, aber in dieser Angelegenheit unzurech­nungsfähigen Eltern ausnchmend gut gefiel. Notabene hatte der Jüngling einen dunkel ge­wesenen Kahlkopf, und ich liebe die Blondköpfe mit vorhandenem Haarwuchs kurz und gut, man, das heißt meine Eltern und ich, konnte sich nicht in der Geschmacksrichtung einigen, und sc trennten wir uns. Ich flog nach Ostpreußen, sie blieb in der Heimat und nein, hör mal, so mit dem Gitter zwischen uns kann ich Dir mein Herz nicht weiter ausschütten, da bleiben ja die tieften Bekenntnisse an den Eisenspitzen hängen! Hat Euer verzaubertes Schloß denn nirgends einen Eingang, der mir ermöglicht, in Deine Arme zu fliegen?"

So bitte doch die junge Dame, näher zu treten. Du bist auch gar zu ungeschickt, Kind!" tönte hier die Stimme der aus ihrem Versteck höchlichst amüsiett zuhörenden Eeheimrätin.

Himmel!" sagte die etwas erschreckt zusam- menfahrende junge Dame und bog sich so weit wie möglich über den hindernden Zaun, um bte Sprechende zu erblicken.Himmel, eine Stimme aus der Unterwelt, und, wie mir scheint, sogar eine Mamastttnmek Meine verehrte, gnädige Frau, wenn 6te mir nicht für alle schon be- Mmgenen und noch zu begehenden Sünden en

* Ein Denkmal für einen Marburger Professor. Mr lesen imGieß. Anz.": Der frühere Marbur­ger Profeffor Beneke gehött zu denen, di« die Be­deutung der Nauheimer Quellen schon früher er- kannt hatten. Er war der erste, der ihre heilenden ! Wirkungen bei Herzkranken beobachtete; durch \ Vorträge auf ärztlichen Kongressen und durch emp­fehlende Auffätze in fachwiffenfchaftlichen medizini- fchen Zeitschriften half er den heutigen Ruf unseres WeltbadeS mit begründen. Im alten Badehaus 2 hielt er schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als einer der erste Badeärzte von Marburg aus wöchentlich Sprechstunden ab; und als später (1866) Bad-Nauheim dem Großherzog­tum Heffen zitgeteilt wurde, kam die hessische Re- gientng darum ein, daß diese Einrichtung weiter bestehen durfte. In Mnertenmtng seiner ganz außerordentlichen Verdienste für die Hebung deS Bades soll ihm hier nun ein Denkmal errichtet werden. Es hat sich eine Kommission gebildet, die zumeist ans Aerzten besteht. Um einen Dcnkmals- sonds zu schaffen, fallen im Laufe des Jahres ver­schiedene musikalische und theatralische Vcranstal- tüngen stattfinden. Viele Damen Bad-NauheimS und and) Friedbergs, und wie verlautet, auch der GesangvereinFrohsinn" haben ihre Mitwirkung sugefagt. Die erste Veranstaltung, die in Sieber- Vorträgen und in der Aufführung lebender Bilder und des dramattschen MärchensSchneewittchen" besteht, wird schon am 8. Juni im Theatersaal des Kurhauses abgehalten.

) ( Berbandsiag. Am 20. und 21. Juli d. I. wird hier der 27. ordentliche Verbandstag der Raiffe««-nschen Eenoffenschaften für den Steg.« Bezirk Cassel abgehalten.

* Akademische Festspiele. Heute, Dienstag, den 8. Juni, findet das dritte der akademischen Festspiele statt. Gegeben wird Ibsens vierakttges SchauspielRosmersbolm" mit Josesine Rott­mann als Rebekka West. Montag, den 14. Juni wird als Akademisches Festspiel 4 Maxim Gorkis Nachtasyl" aufgefühtt und nicht, wie irrtümlicher­weise auf dem heutigen Theaterzettel angegeben ist.Maria Magdalena", bürgerliches Trauer- fpiel in 5 Akten von Hebbel. Das Triesch Gastspiel findet erst am 22. Juni statt, da an dem dafür vor­gesehenen 21. Juni die Feier zu Ehren des 2000. Studenten fein soll.

Der Verband der Vereine ftrebitreform (z.:m Schutze gegen schädliches Kreditgeben), dem auch der hiesige Verein Kreditreform ange» hört, hält in bett Taoen vom 24. bis 26. Juli 1909 in Freiburg i. Breisgau seinen diesjähri­gen 28. Verbandstag ab. Dem Verbände ge­hören z. Z. zirka 370 Vereine, sowie die gleiche Anzahl Filialen und P-ttretungen an. In­teressenten erhalten nähere Auskunft durch bte Geschäftsstelle des hiesigen Vereins, Rudolph- platz 3.

* Gustav Adolf-Stiftung. Der Zenttalvorstand des evangelifchen Vereins der Gustav Adolf-Sttf- tung macht bekannt, daß die diesjährige 61. Haupt­versammlung des Gesamtvereins in den Tagen vom 28.30. September in Bielefeld statt­finden wird, und ladet Mitglieder und Freunde

vornhereinAmnestie versprechen, bann muß ich tt meiner außerhalbigen Position Gebrauch machen und Reißaus nehmen auf Nimmerwte- derfehen und -Hören!"

Die Frau Geheimrat lachte, der Wtldfang do draußen war ganz nach ihrem Geschmack, und Ulli einen Wink gebend, daß diese sie in den Ge­sichtskreis der kleinen Fremden schob, sagte sie mit all der bestrickenden Grazie und Liebens- Würdigkeit, die ihr im paffenden Moment stet, zu Gebote stand und alle Herzen zu gewinnen pflegte:Volle Amnestie, unbekannte, kleine Rebellin, trotzdem ich fürchte, daß ich damtt fite die Zukunft einen erschütternden Leichtsinn ve- gebe Aber solch wildem, verwohntem Vogel- chen wie Ihnen muß man F^as mehr gewah­ren, wie unseren zahmen Salonsängern. Und nun lasten Sie sich von meiner Tochter nur schnell hereinführen tamtt au, bet 3«unti* kanntschaft eine gute Hausfreundschaft werden ta"%u. Deine Mama scheint aber entzückend 8» sein" so schön und vornehm steht fie au», tnt» wie'verstÄdnisvoll liebenswürdrg ist st«! bist wirklich zu beneiden!" Rita auf dem Wege in den Garten, und Ulli nickte freunoltq lächelnd mit dem Kopfe. Zu einer direkten Bei- ftimmung, die ihrer ehrlichen Natur gerai« augenblicklich doch nicht so ganz leicht gewor- den wäre, langte glücklicherweise die Seit nW, denn schon standen die beiden jungen Machen vor der Eeheimrätin, und Ulli Ate vorstelle^. Hier, liebe Mama, Rita Sorbte, meine tietie Penstonsfreundin, von der rch Dir ost gefchrio» len und so viel erzähtt habe.

, (Fortsetzung folgt.)