D „Gbcrhesstsche Srihtna" erscheint täglich "wl jQQ Senn* lind Feiertage. — DerBezugspre Jl=. 140 jährlich durch die Doft bezogen 2,25 Mk. (oh:
Marburg
Freitag, 4. Juni 1909.
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v mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg and Kirchhain M
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Berlage."
Zur Reise des Z. II.
Dir Heimkehr
Friedrichshafen, 2. Juni. Das Lust- fchtff war um 3 Uhr in Biberach, um 5 Uhr tu Ravensburg Es fuhr um 5 Uhr 50 Mn. über die Sradt Friedrichshafen und senkte sich um 6 Uhr auf der Bucht von Manzell auf den See, wo es furz darauf in der schützenden Halle geborgen war, Vraf Zeppelin, der die ganze Nacht mit seinen Monteuren in demselben Automobil verbracht hatte, erschien um y26 Uhr auf seinem Bureau in Friedrichshafen und fuhr sodann nach Manzell, wo er die Bergungsarbeiten leitete.
Stuttgart, 2. Juni. Die Begeisterung, mit der Graf Zeppelin bei seiner Ankunst in Friedrichshafen begrüßt wurde, hatte diesmal, wie der „Schw. Merk." meldet, einen ganz besonders herzlichen Ton. Vor dem deutschen Hause hatte sich eine dichte Menschenmenge angesammelt, alS die Helden des Tages im Motorboot eintrafen. Zuerst stieg der Graf aus, so frisch und elastisch wie immer, hinter ihm die wackeren Piloten, die das Luftschiff so glücklich nach Hause gesteuert halten, Dürr, Stahl, Hacker, Lau und Käst. Eine eigenartige Rolle war auf der letzten Fabrt dem Luftschiffskapitän Lau zugefallen. Da man, um wieder flott zu werden, sehr viel Ballast aller Art ausgeworfen hatte und auch das Laufgewicht, mußte Lau dieses zur Ballonführung dienende Gewicht im Mlttelgang ersehen und nun als lebendiges Laufgewicht zwischen beiden Gondeln hin-
Kaiser und die Fahrt Zeppelins.
Friedrichshafen, 2. Juni. Der Kaiser hat, wie der „Schw. Merkur" berichtet, ein überaus herzliches Telegramm a« den Grafen Zeppelin gerichtet. Der Kaiser spricht dem Grafen dabei seine große Freude aus über die Meldung, daß er in sechs Wochen nach Berlin kommen wolle. Da der Kaiser in sechs Wochen nicht er Berlin weilen werde, so bittet er den Grafen, seine Reise dorchin zu verschieben, insbesondere auch deshalb, well um diese Zeit die Berliner Schuljugend in den Ferien sei und den Grafen deshalb nicht vollzählig begrüßen könne. Den Schluß des Kaiser- telegrammes bildet eine sehr herzliche Beglückwünschung des Oberingenieurs Dürr für die großartige Leistung, die dieser mit der Mckfahrt des beschädigten Luftschiffes vollbracht habe. Das Telegramm weckte bei der Tafelrunde des Grafen Zeppelin große Begeisterung.
Friedrichshafen, 2. Juni. Die Luft- schiffbau-Gesellsebaft Zeppelin teilt folgendes mit: Nachdem vom Kaiser ein zweites Telegramm in Göppingen eingetroffen war, in dem er dem Grafen Zeppelin seine Freude ausspricht über den in Berlin angekündigten Besuch, und zugleich seinem Bedauern über den Unfall Ausdruck gibt, traf in
2 (Nachdruck verboten.)
Gin Sommerlraum.
Roman von Ä. een Beeker.
(Fortsetzung.)
Leidenschaftlich schwang Lori die weichen Arme um Heinzens Hals und preßte ihre heißen Lippen auf seinen Mund. Jede Fiber an ihr eine andere wie sonst, nichts von der spöttisch kühlen Hoheit und Unnahbarkeit früherer Tag«. Alles rote in Glut und Leidenschaft getaucht, ' sodaß ihm das Blut rote Feuer durch die Adern rollte und er die schlanke, bebende Gestalt fester und fester in seine Arme preßte. Mit einem schweren Seufzer entwand sie sich endlich denselben. „Ich muß Dich zur Erde herabrufen, mein wilder Falke, damit Du Dir nicht an der Sonnenglut meiner Liebe die Flügel versengst! Komm! Christel hat den Tisch gedeckt und eine Flasche Champagner kalt gestellt! Wir müffen den Tag feiern, der uns dem Tode entriß und uns der Liebe in die Arme warf!"
„Tat das erst der heutige Tag? Ach, Lori, ich glaube, daß ich Dich von jenem ersten Augenblick an liebte, als Du mir hier über der Mauer erschienst!"
„Vielleicht tat ich das auch, Liebling; aber damals war die Liebe nur ein Samenkorn in uns, das der Wind verwehen konnte, heute ist sie eine große, farbenprächtige Blume, die mit ihrem Duft uns beide betäubt und mit einem stolzen Kelche den Wettern trotzt. Jetzt kann nur unsere eigene Hand sie brechen und vernichten. Aber genug der Träumerei und des Getändels? Komm, geliebter Sklave, ich muß etwas trinken, das mich erwärmt, ich friere!8 Cie schauerte zusammen und das Rot auf ihren i Wangen verblaßte.
Besorgt zog Heinz Lori in da» Zimmer, 1
Friedrichshafen folgendes Telegramm des Kaisers ein: „Besten Dank für die freundliche Meldung. Zu dem großartigen Fahrtergebnis kommt die Rückfahrt mit dem notdürftig reparierten Luftschiff als hochbedeutsame Leistung hinzu, die Dürr alle Ehre macht, ein Beweis, daß man dem starren System alles zumuten kann. Da ich in sechs Wochen nicht in Berlin, sondern auf Reisen sein dürste, auch diese Zett in die Schulferien fällt, wo ein größerer Tell der Berliner abwesend sein wird, empfehle ich letzten Tage August, und zwar am 26. gez. Wilhelm." Es traf auch ein sehr herzliches Glückwunschtelegramm des Reichskanzlers ein.
Die große freudige Erregung des Kaisers über die Meldung von der Ankunst des Grafen Zeppelin am ersten Pfingstfeiertage kennzeichnet sich durch einen Vorgang, der der „Deutschen Tageszeitung" von mehreren Beteiligten bestätigt wird. Eine Gesellschaft von etwa 14 Personen vernahm auf der Chaussee im Grünewald bei Hundekehle das Hupesignal des kaiserlichen Automobils und blieb stehen, um den Monarchen Verbeifahren zu lassen. Plötzlich hielt der Wagen, in dem sich der Kaiser und die Kaiserin befand und der Kaiser winste die Ausflügler, die an den Wagen heran- ttaten. Mit erregter Stimme rief ihnen der Kaiser zu: „Für heute abend sieben Uhr hat Graf Zeppelin seine Ankunft auf dem Tempelhofer Feld angezeigt. Er kommt!" Ein Wink des Kaisers, und in demselben Augenblick sauste das Automobil in der Richtung nach Berlin Wetter.
Das gefälschte Zeppelin-Telegramm.
In Leipzig ist, wie das „B. T." sich melden läßt, das Gerücht verbreitet, daß das gefälschte Telegramm, das das Berliner Luftschifferbataillon alarmierte, von einer Persönlichkeit aus der Umgebung Zeppelins aufgesetzt worden fei, die in bester Absicht zur Sicherung der Landung beizutragen gedachte. Das könnte natürlich nicht auf einen Insassen des „Z. 2", sondern nur auf eine in Leipzig wohnhafte Persönlichkeit, also vielleicht einen Bekannten des dort sich aufhaltenden Resten des Grafen gehen.
Eine Aeußernng des Grafen Zeppelin.
Professor 3£eno Diemer, der seit voriger Woche w Friedrichshafen weilt, um für die vom Prinzregenten von Bayern für das Deutsche Museum gestifteten Bilder über die Münchenfahrt Zeppelins Studien zu machen, hat den Grafen an der Landungsstelle bei Göppingen gesprochen. Einem Berliner Blatt wird dazu gemeldet:
Friedrichshafen, 2. Juni. Graf Zeppelin äußerte sich über seine Pfingstfernfahrt dahin, es sei wohl möglich gewesen, daß er unter sehr günstigen Umständen Berlin einen Besuch abgestattet hätte, keinesfalls aber hätte er eine Landung beabsichtigt. Die Umstände hätten sich in verschiedener Hinsicht doch nicht so günstig gezeigt,
hüllte sie in großen rotseidenen Shawl, aus dem ihr blasses Gesicht wie ein weißer Schmetterling aus einer flammenden Mohnblüte hervortauchte, wickelte ihr die Füße in eine warme Decke und legte ihr das Abendbrot vor wie einem Kinde. Sie ließ alles lächelnd mit sich geschehen, nur ab und zu ihre weiche, kühle Wange zärtlich an seine Hand drückend und hastig den Schaum vom Champagner schlürfend. In kurzer Zeit kehrten dann auch wieder die Rosen auf ihren Wangen zurück. Sie lachte, plauderte und überschüttete den ihr gegenüber Sitzenden mit kosenden Liebesworten. „Komm, Liebling, Du ißt heut« doch nichts! Was soll auch die irdische Speise für zwei Leute, die eben an der Tafel der Götter saßen und von dem Brot der Unsterblichkeit naschten? Komm hinauf auf den Balkon! Bald wird der Mond auf- gehen, und wir erzählen ihm da draußen das alte, neue Märchen von unserer Liebe. Er hat schon so viele Torheiten gehört und gesehen, der dickbärtigo, verschmitzte Phkegmatikus, daß er auch zu der unfrigen freundlich ein Auge zudrücken wird.
Draußen zog sie ihn auf das kleine, schmale Korbsofa neben sich und schmiegte sich fest in seine Arme. So lag sie, den Kopf an seine Brust gelehnt und das bleiche Gesicht träumerisch dem höher und höher steigenden Mond zugewendet, lange wortlos und still, all' den süßen, törichten Worten lauschend, die er ihr leise und zärtlich in das Ohr flüsterte, wahrend er ihre Hände und Lippen küßte.
Endlich richtete sich Lori aus. „Präge diese Stunde in Dein Gedächtnis, Geliebter — so glücklich werden wir nie roieber fein; die erste Rose ist immer die schönste! Und nun, ehe wir scheiden, spiele mir noch einmal etwas, daß ich die Melodien Deiner Seele mit in meine Traume hinüber nehme!" Den Heinen Sessel
wie sie erwartet wurden. Die erste Rächt hindurch und den ganzen folgenden Sonntag habe das Lnst- schist stark mtt Gegenwind zu kämpfen gehabt. Die Folge hiervon war sehr starker Benzinverbrauch und teilweise auch verhältnismäßig langsames Vorwärtskommen, so daß es bei Leipzig schon dem Grafen fraglich erschien, ob man daS nur für günftige Umstände festgesetzte Programm werde durchführen können. Des günstigen Nordostwindes wegen wurde dgnn bei Bitterfeld die Heimfahrt beschlossen, und in der Nacht zum Montag tourbtn die Motoren wiederholt ganz abgestellt, teilweise aber mtt einem Motor gefahren, um Benzin zu sparen.
Ein Urteil Wilbnrg Wrights.
London, 2. Juni. W. B. Wilbur Wright sprach, wie der „Daily Telegraph" aus Rewyork er'ihrt, in Dayilon (Ohio) über die neueste SJfhmg Zeppelins. Er sagte, er würde sich nicht Wundern, wenn das Lustschifl noch vor Ablauf eines Jahres den Atlantischen Ozean überquert habe. Zeppelins Entdeckungen und Taten seien für alle Luftschifser von großem Nutzen gewesen. Diese würden ihm auch hoffentlich ihren Dank dafür in reichstem Maße zum Ausdruck bringen. Dem Luftschiffthp Zeppelins dürfte eine große Zukunft beschieden sein. Das Luftschiff werde bei immer größerer Vervollkommnung allgemein nützlichen Zwecken dienen.
Die englische Presse über Zeppelin.
Der jüngste Flug des „Z. 2" hat in England kolossales Aufsehen erregt. Der „Daily Graphic" meint: „Graf Zeppelin sollte sein neue« Luftschiff „Phönix" taufen, denn aus der Asche des im Vorjahre durch einen Sturm zerstörten „Z. 1" ist ein anderer und größerer Eroberer der Lüste erstanden, der über eine mehr als doppelte Distanz geflogen ist, während der Zett sicher mandveriert hat und sich ohne Störung und Unterbrechung in den Lüften halten fonnte. Es ist ein wunderbarer Triumph für den Erfinder; und diese nahezu vierzigstündige Lustreise mit einer Besatzung von zehn Mann bringt uns die Möglichkeiten der prastischen Lustschiffahrt noch näher als die Erfolge der Brüder Wright. Erst die Zeit wird entscheiden, ob die wirkliche Eroberung der Lüste sich durch die Aeroplane oder die lenkbaren Ballons vollziehen wird. In nächster Zukunft sind die letzteren, und zwar die Ballons vom Zeppelin-Typus, unstreitig der Faktor, mit welchem wir rechnen müssen. Sie stellen eine neue, und zwar sehr beachtenswerte und vielleicht sehr ernste Aera des menschlichen Forffchrittes in Aussicht." Um den großen Erfolg des neuen Fluges würdigen zu können, muß matt — so wird dem „Daily Telegraph" aus Berlin telegraphiert — irn Auge behalten, daß der letzte Rekord einer ununterbrochenen Lustschiffahrt am 6. und 7. April d. I. vom „Z. 1" aufgestellt worden ist: nur 13 Stunden und 20 Minuten. Der wichtigste Puntt der neuesten Rekordfahrt ist aber
dicht an ihn herangeschoben und die zärtlich leuchtenden Augen auf fein Gesicht geheftet, hörte sie ihm zu, wie er alte und neue Lieblingslieder zu einem Melodienkranz für sie verbindend, all den Jubel seiner Seele in Tönen ausströmte.
Mitten darin abbrechend, vom Zauber ihres Blickes überwältigt, ergriff Heinz plötzlich leidenschaftlich Loris Hände und rief mit halb- erstickter leiser Stimme: „Ich liebe Dich, ich liebe Dich, Lori! Mein« süße Geliebte, sag' es mir auch noch einmal, das Wort, das mich so unbeschreiblich selig macht, sag' es mir, daß auch Du mich liebst?"
Sie hielt seine Hände fest, und, sich von ihrem Sitze aufrichtend, antwortete sie ihm, indem ein eigenes begeistertes Leuchten über ihr Gesicht flog:^„Ja, ich will es Dir noch einmal sagen, in der Sprache, die mir die ureigenste, teuerste ist, mit den Worten meines Lieblingsdichters, die all' das ausdrücken, was mir durch die Seele wogt. Räume mir Deinen Platz ein!"
Träumerisch irrten ihre Finger über die Tasten, allmählich in eine süße, leidenschaftlich innige Melodie übergehend, und dann setzt« ihre Stimm« ein mit einer Vollendung des Tones und Ausdruckes, wie ihr Zuhörer meinte, ihn noch nie vereinigt gefunden zu haben:
„Wie lieb' ich Dich! — Ich weiß es nimmer, Denn längst ging die Besinnung fort. Ost mein’ ich: Wie den Sternenfchimmer, Mit stummer Seele ohne Wort! Ost mein' ich: Wie die Maientage Wie einen jungen, grünen Baum — Wie eine alte, schöne Sage — Wie einen tiefen, süßen Traum — Wie König Harald seinen Mannen — Wie Wotan seinen Eschenspeer, So wie der Nordwind seine Tannen — Und wie der Westwind liebt sein Meer.
darin zu suchen, daß die zuletzt konstruierten Luftschiffe vom Zeppelin-Typ mtt unfehlbarer Präzision arbeiten. Schon drei Tage, nachdem der neue Zeppelin ferttggestellt war, hat sein mutiger Erfinder eine Reise angetreten, die ihn Hundert« von Meilen vom Orte des Auffluges wegführte, in Gegenden, wo für die Hilfeleistung im Fall« eines Unglücks nicht das geringste vorgesehen war." — Die „Morning Post" rühmt gleichfalls den unermeßlichen Fortschritt, von Welchem di? jüngste Fahrt des „Z. 2" Zeugnis ablegt, und zieht daraus (gleich den meisten anderen Blättern) die Schlußfolgerung, daß England sich gewaltig und ausdauernd werde anstrengen müssen, nm den von Deutschland gewonnenen Vorsprung mich nur halbwegs einzuholen. Das Blatt verschließt sich nicht der Einsicht, daß, wenn die heutigen Luftschiffe noch weiter ausgebaut und verbessert fein werden, die unermeßlichen Vorteile, welche England bisher aus seiner instllaren Lage gezogen hat, hinfällig werden. Es sei zwar nicht genau fest- zustellen, welche Gefahren von der militärischen und strategischen Verwendung der Luftschiffe dem Jnselreich drohen, aber gerade deshalb mögen sie sich als um so furchtbarer erweisen; sicher sei, daß keine festländischen Befestigungswerke dem Land« auch nur halbwegs ausreichenden Schuh gewähren werden. Der Regierung und dem Lande liege nunmehr die ernste Pflicht ob, den Fortschritt des Lustschiffwesens mit allen möglichen Kräften zu fördern.
P-IMsch- Umschau.
Zur Reichsfinanzreform.
Berkin, 2. Juni. Heute fand hier eine Versammlung der deutschen Handelsvertretungen, die in unmittelbarer Beziehung zu deutschen Börsen stehen, statt, die von der Handelskammer zu Berlin behufs Stellungnahme zu dem Beschlüsse der Finanzkommission des Reichstages Über die Besteuerung von Wertpapieren einberufen worden war. Von der preußischen Staatsregiernng nahmen an den Verhandlungen teil: Unterstaats- fefretär Richter, Geh. Reg.-Rat Göppers aus dem Handelsministerium. Die Versammlung ivählte zum Vorsitzenden den ersten Vizepräsidenten der Handelskammer zu Berlin, Generalkonsul von Mendelssohn. Nachdem dieser die Versammlung mit einer Ansprache eröffnet hatte, ergriff der Berichterstatter Geh. Kommerzienrat Kopetzky-Berlin das Wort zu einer längeren Rede. An diese knüpfte sich eine Diskussion, an der sich zahlreiche Anwesende beteiligten. Es wurde beschlossen, gegen den Beschluß der Finanzkommission in einer ausführlichen Eingabe sämtlicher Handelskammern Stellung zu nehmen und einstimmig eine Erklärung abzugeben, in der es u. ». heißt: Die Versammlung erhebt schärfsten Widerspnich gegen den Beschluß der Finanzkommission des Reichstags,
So mein' ich — und die Lippen beben Um Worte, roo's kein Wort mehr gibt. Ich liebe Dich, wie ich im Leben Roch nie Lebendiges geliebt,"
Die Stimme Loris erstarb im Ueberschwange des Empfindens.
Zu den Füßen der Sängerin kniete Heinz, hingerissen, überwältigt von der Macht der ver- klugenen Töne und Worte. „Lori, wie konntest Du mir das solange vorenthalten? Du bist ja eine Künstlerin, eine finnbetörende, herzbe» zwingende Sirene!"
„O, Heinz — hörtest Du denn nur die Stimme, nur das bißchen Kunst, das bei mir ausgebildet fft, wie dies und jenes andere auch? Die Worte waren es, die ich nur in das für sie passende Gewand hüllte, die Worte, mit denen ich hie Antwort geben wollte auf Deine Frag«! Streife den Klang und den Schimmer von ihnen ab und höre nur ihren Inhalt: Ich liebe Dich, wie ich im Leben noch nie Lebendiges geliebt! Vergiß sie nie, mein Liebling, nie, was auch das Leben zwischen uns schieben möge, was ich auch tue, und wie die Jahre vergehen mögen — ich liebe Dich, wie ich im Leben noch nie Lebendiges geliebt!“
Lori schlang die Arm« um den Hals des noch immer Knieenden, und ihn fest an sich pressend, vergrub sie ihr Gesicht in sein dunkles, lockige, Haar. Er fühlte nicht, wie dabei zwei große, schwere Tränen in dasselbe hineintropften, er fühlt« nur ihre magnetische Nähe, hörte nur die Worte, die so leidenschaftlich und zärtlich in seinen Ohren klangen, und die Wellen de, Glückes schlugen mit bebenbet, trunkener Macht übet ihm zusammen. j
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