mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain a
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und »Iandwirtschastltche Benage."
M 124
Die „Gborhosstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.
Marburg
Sonnabend 29. Mai 1909.
Die Insertion,gebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle oder deren, Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfltätsbuchdruckerei Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg,
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 41.
Irreführende Angabe«.
Man schreibt «ns:
In eine»« in der Germania vom 7. Mai d. I. «rschienene« Artikel bezeichnet der Landtagsabgeordnete Jmbusch die in anderen Blättern aufgestellte Behauptung, daß sich die Zahl der tödlichen Unfälle im Bergbau stettg gemindert habe trotz der Einstellung vieler tausender Arbeiter aus berg- frentden Gebieten als direkt unwahr. Herr Jmbusch führt aus der von ihm benutzten und auch genannten Quelle (Zeitschrift für das Berg-, HA- ten- und Salinenwesen) die absoluten Verunglückungszisfern an, er unterschlägt aber die direkt da- neben stehenden, auf 1000 Mann berechneten Ver- hältnisziffern. Wenn man von einer Zu- oder Abnahme der Verunglückungen im Bergbau spricht, so ist es selbstverständlich vollkommen unzulässig, hierbei nur die absoluten Zahlen heranzuziehen und die Zunahme der Belegschaften außer acht zu kasien, wie es Herr Jmbusch tut.
Aus folgender Zusammenstellung sind die absoluten Verunglückungsziffern, sowie die Ziffern auf 1000 Mann der Belegschaft bezogen, zu ersehen.
Es ventnglückten tödlich im preußischen Berg
Werksbetriebe:
von 1000 Mann
Jahr
überhaupt
der Belegschaft
1891
866
2,395
1892
721
1,963
1893
821
2,245
1894
736
1,983
1895
842
2,229
1896
878
2,241
1897
883
2,124
1898
1094
2,485
1899
983
2,114
1900
1053
2,076
1901
1209
2,220
1902
1005
1,858
1903
1006
1,802
1904
990
1,705
1905
1026
1,744
1906
1124
1,836
1907
1473
2,247
Jedem auch
nur in die Anfangsgründe der
statistischen Wissenschaft Eingeweihten ist es vertraut, daß man, um wie hier die Entwickelung der Unfallziffer festzustellen, nicht die Ergebnisse einzelner Jahre mit einander in Vergleich setzen darf, da einem so kurzen Zeitraum das Zusällig- keitsmoment zu stark anhaftet. Scheidet man dieses durch Bildung von Jahresgruppen aus, so ergibt sich für die Jahre 1891—1900 eine Unfallziffer von 2,185 und für das folgende Jahrfünft eine solche von 1,861 pro Mill; das Jahr 1906 bleibt mit 1,636 pro Mill noch hinter dem letzten Durchschnitt zurück. Das Jahr 1907 übertrifft ihn dagegen infolge des großen Redener Unglücks beträchtlich. Es ist jedoch durchaus falsch, die Entwicklung der Unfallziffer nach dem Ergebnis dieses
8 (Nachdruck verboten.)
Gi» Komm erträum.
Roman von Ä. van Beeter.
< Fortsetzung.)
Zu Tische gingen sie herab, immer von Christel mit demselben unfreundlichen Gesicht, und einem, unter den bäuerlichen Verhältnissen möglichst wechselvollen, ausgezeichneten Diner empfangen. O, diese köstlichen, lachen- unscherzgewürzten Mittage zu Zweien, wo er sie und sie ihn bediente, wo sie einander gegenüber .saßen und sich in die zärtlichen, leuchtenden 7^9e!)-J^,outen- ®an$ wie zwei junge, glük- Uche Eheleute, nur — seufzend empfand er es täglich und konnte es doch nicht ändern — ohne eine etnjigc all jener kleinen, körperlichen Zärt- luhkeiten, die doch wohl zu solchem Zustande gehörten und die Lori, stets gleich bleibend in unbefangener Zwanglosigkeit und eben unnahbarer Zurückhaltung, vollkommen aus ihrem Verkehr zu entfernen wußte. Liebte sie ibn» §hre Augen, diese schillernden, rätselhaften ugen, bejahten diese Frage so oft, wie sie sie lachend verneinten. Der Ton ihrer Stimme konnte ebenso weich und zärtlich erbeben, wie kühl und spöttisch zurückweisen konnte, und die eigentümlich abweisende, hoheitsvolle Art, "i- sie ihm bei der leisesten Ueberschreitung der angewiesenen Grenze so unnahbar gegenüber zu stellen wußte, hatte ihn schnell vorsichtig gemacht Äno Selbstbeherrschung gelehrt. Daß er sie b'ebte mit der ganzen, ungebrochenen, ersten .«.ruft seines heißen, jungen Herzens, wußte er «uüst. Aber in der Macht und Seligkeit dieses
einen Jahres zu beurteilen die Abnahme der tödlichen Unfälle im preußischen Bergwerksbetriebe in Laufe der letzten 17 Jahre kann vielmehr nicht bestritten werden.
Politische Umschau.
Zur Reichsfinanzreform.
Zwischen Vertretern der Regierung unsachverständigen Finanzleuten fanden wieder im Reichsschatzamte Verhandlungen statt, über die Stillschweigen bewahrt wird. Die „Köln. Ztg." vermutet, daß man auf 30 Millionen Steuern von der Börse gerechnet habe und daß die Finanzleute Vorschläge darüber machen, wie diese Steuern am leichtesten und bequemsten aufzubringen seien.
Zuckt Besuch bee Reichstages in Friedrichshafen.
Von dem „Luftschiffbau Zeppelin wird gemeldet: *3u dem am 5. Juni geplanten Besuch der Reichstagsabgeordneten werden vom „Luftschiffbau Zeppelin" auch Vertreter der Presse eingeladen. Wegen Raummangel auf dem Dampfer kann nur eine beschränkte Anzahl weiterer Gäste zugezogen werden. Es ist geplant, an neun Vertreter der Preffe ofizielle Einladungen ergehen zu lasten, darunter drei an Redaktionen württentbergischer Blätter. Auch für die nicht offiziell eingeladenen Vertreter der Preste ist in möglichst weitgehendem Maste gesorgt. Sie erhalten Zutritt zu den auf dem Gelände der Luftschiffbau Zeppelin stattfindenden Veranstaltungen und zur Besichtigung der Neuanlagen. Zutrittskarten sind zuvor auf dem Bureau des „Luftschiffbau Zeppelin" abzuholen oder zu bestellen. Das Programm, welches durch WettereinflLste eine Aenderung erfahren kann, ist einstweilen wie folgt festgesetzt: Um 11 Uhr Abfahrt des Dampfers nach Manzell, dort Herausbringen des Luftschiffes und erster Aufstieg. Das Dampfschiff begleitet das Luftschiff gegen Lindau, Bregenz. Imbiß an Bord, Wechsel der Luftfahr- gäste auf dem Master. Landung in Friedrichshafen um 2 Uhr. Dann zum neuen Werftplatz, Wechsel der Luftfahrgäste auf dem Platz, Bier- trunk daselbst, währenddesten erneuter Wechsel der Luftfahrgäste, Rückkehr zum Dampfer, Fahrt nach Manzell, dort EinrLcken des Luftschiffes; Fahrt nach Konstanz. Gegen 6 Uhr Esten im Insel-Hotel. Die Gesellschaft ergänzt ihr« heutige Mitteilung wie. folgt: Wir haben den Vorsitzenden des Redakteurbundes gebeten, uns die sechs noch zu bestimmenden offiziellen Vertreter der Preste zu benennen. Die nichtoffiziellen Vertreter der Preste können auf einem Extradampfer der Dampfschiffahrts-Gesellschaft Platz finden. Wir sind bereit, Karten für diesen Dampfer zum Preise von 2,50 Jl auf Wunsch für Vertreter der Preste zu bestellen.
EtaatssekretLr Grey über die „englisch« Krankheit".
London, 27. Mai. (Unterhaus.) In Beantwortung einer Anfrage sagte Staatssekretär Grey, weder die Haager Prisengerichtskom- mission, noch die Londoner Deklaration würden ratifiziert werden, bevor das Haus Gelegenheit gehabt hätte, über die Gegenstände zu verhan-
Eefühls ging auch all sein Denken unter, und wenn ab und zu die dunkle Frage: Wie soll das enden, was wird daraus werden? ihm flüchtig vor die Seele trat, so legte sich gleich wieder der rosige Schleier der Gegenwart über dieses weltliche Mahnen, und er tauchte dann nur um so tiefer unter in dem Glück des Tages, der fein war.
Nachmittags durchstreiften sie die ganze Umgegend, erstiegen die Berge, ruderten auf dem See, folgten dem Laufe des kleinen, silbernen Gebirgsbaches und liefen wie Kinder über die saftigen Bergwiesen einem besonders schönen Schmetterling, einer besonders lieblichen Blüte nach. Nie kam Lori ohne einen großen Strauß Wald- und Wiesenblumen nach Hause. Sie konnte über ein zartgefiedertes Farrenblatt, eine schlanke Alpenanemone, ein leicht im Winde zitterndes Gras- in begeistertes Entzücken geraten, und jedes ihrer Worte, mit denen sie kosend zu und von den Blumen plauderte, klang wie ein süßes Märchen, das sie den Elfen selber abgelauscht zu haben schien.
„Schau, Heinz" — sie nannten sich im bunten Wechsel bald Sie, bald Du — „schau, wie die Anemone hier errötet, weil ihr der große blan- schimmernde Schmetterling eben gar so süße Liebesworte zugeflüstert hat! Die gelbe, dicke Butterblume daneben will fast vor Neid platzen. Ich wette, daß sie heute nacht einen großen Tautropfenkaffee gibt, zu dem sie alle umstehenden, schon ein bißchen abgeblühten Alpenrosen und dikköpfigen Cyclamen einladet, um über die schlanke, vornehme Anemone eine greuliche Klatschgeschichte zu erzählen. Meinst Du nicht, daß ich die arme Verleumdete aus ihrer häß-
einzufangen, der, kaum in seinen Armen ruhend, sich denselben auch schon wiede. entwand, um nach einer neuen Blume, einem neuen Grase oder Blatt die räuberischen Hände auszustrecken.
Selige Nachmittage? Wie oft er ihrer iw einem späteren Leben gedachtes All dieser Sonnenschein, dieses Waldesrauschen und Blühen, und dazwischen die weiche, klangvolle Stimme, das frische, fröhliche Lachen und Necken--
wie süß und qualvoll sich das alles in kommender Zeit immer wieder aus den Tiefen in seiner Seele erhob!
Arm in Arm wanderten sie bei sinkender Sonne nach dem kleinen, zierlichen Hause, das der Abendfrische alle seine Fenster zum Einzug« öffnete und in besten lichtem behaglichen Ear- tensalon schon der nächtliche Imbiß ihrer wartete.
Nach Tisch saßen sie dann auf dem grön- umrantten Balkon hinter den immer wieder in neuer, glühender Fülle aufbrechenden Nelken — von denen Lori ihm jeden Morgen die schönste in das Knopfloch steckte — und schauten beide über die blauen Rauchringel der Zigaretten in die stille, friedliche Waldesnacht, bis der Mond langsam und rotglänzend über die Berge stieg und Wald, See und Dörfchen unter ihnen in geheimnisvolle, filbergefponnene Schleier
über die Beziehungen der Mächte zueinander verursacht ist. Es wäre ja eine schöne Sache, wenn sich jemand von Zeit zu Zeit sein Herz untersuchen ließe, aber, wenn jemand sich fortwährend den eigenen Puls fühle, so könne das nicht als gute Gewohnheit bezeichnet werden. (Heiterkeit.) Zur Zeit gäbe es keine europäische Frag«, die zu einer Reibung zwischen Großbritannien und einer anderen Macht Anlaß geben könne und er sei bedacht, hinzuzu- fügen, daß auch nichts vorhanden sei, was zu einer europäischen Reibung Anlaß geben könne. Was die Kretafrage anlange, so hätten die vier beteiligten Mächte ihre Ende Juli v. Js. getroffene Entscheidung, die Truppen zurückzu- ziehen, nicht geändert. Er halte es nicht für unmöglich, für diese vier Mächte und der Türkei eine Lösung der Kretafrage zu finden.
lieber angebliche Aussichten für Juristen
aus Anlaß der kommenden Reichsverstcherungs- ordnung hatte ein Fachblatt Mitteilungen verbreitet. Hierzu schreibt man der „Poft" von unterrichteter Seite: Da solche Nachrichten wohl f«eignet find, auf die Entschließungen vieler unger Leute in bezug auf das erwählende Studium einen bestimmten Einfluß- auszuüben, erscheint es angemesten, darauf hinzuweisen, -aß die Mttteilung auf irrigen Voraussetzungen beruht. Der Begriff der „unteren Verwaltungsstellen", von denen die Berechnung ausgeht, kommt für die Reichsversicherungsordnung überhaupt nicht in Anwendung. Es werden daher auch nicht 1600, sondern etwa 1000 Verstcher-- ungsämter in Deutschland gebildet; die Zahl steht durchaus noch nicht fest, da sie für die einzelnen Bundesstaaten selbständig von den Re-
lichen, neidischen Umgebung herauslösen und meinem Strauße einverleiben soll? Dein Leben kürzt sich wohl dadurch, meine blasse Schönheit, aber tröste Dich, Du hast das Süßeste genast.« und gehst frei von des Lebens Schmutz und Bitternis in voller Jugendlust zum Tode ein! — Ach, Heinz, ist ihr Los nicht eigentlich beneidenswert? Nur Sonnenschein, Himmelsblau und Schmetterlingskosen. Es stirbt als Knabe, wen die Götter lieben!"
Er drückte die auf feinem Arme ruhende Hattd und sah ihr leidenschaftlich in die sehnsüchtigen, wie von Trauer verschleierten Aug-n. „Meine süße Waldblume, sprich nicht von Tod und Vergehen, wo das Leben so köstlich lacht! Kann das Jenseits uns mehr Glück geben als die Erde?"
„Das Jenseits? Troll, mein guter Geselle, sprich, was hälft Du vom Jenseits? Meinst Du, daß Deine rabenschwarze, weltliche und leichtsinnige Herrin wohl jemals als schneeweißes, leichtgeflügeltes Engelchen oben im Himmel die Posaune blasen wird? Troll, Troll, ich fürchte, uns beide können sie dort oben unter den Heiligen nicht gebrauchen, darum wollen wir uns noch hier unten tüchtig die Seine ablaufen! Heinz, hoher Herr und Gebieter, bemühen Sie sich einmal gefälligst, uns zu I hüllte. Im Garten zirpten die Heimchen leise fangen! I Jodler tönten aus dem Dorfe empor, ab und
leicht wie eine Sylphide flog die weiße I zu der verwehte Klang einer Zither und die Gestalt über den grünen Wiesenplan. Troll mit Nelken strömten ihre ganze, glühende' Blumen- frohlichem Gebell und wilden Sätzen bald neben, I seele in betäubenden Duftwellen aus, die sich bald vor ihr, während Heinz ihr großmütig I heiß und atemraubend um die Sinne der beiden einen Vorsprung gönnte und dann all seine I einsamen, verstummten Menschenfinder legte». Kräfte anstrengen mußte, um den Schmetterling 1 { (Fortsetzung folgt.;
dein: Nach dieser Rede Dilles, der u. a. auch I sicherungsämter betrifft, so sind dies die jetzt das lange Hinzögem der Kongofrage bedauerte, I schon im ganzen Reiche bestehenden 123 Schieds- erklärte der Staatssekretär, er stimme mit dem I gerichte für Arbeiterversicherung, di« in Preußen Vorredner darin überein, daß et jede übet» I mit den Regierungen verbunden sind, ttiebene Nervosität Europas in] Fragen der auswärtigen Politik i .
beklage. Wir haben, fuhr Grey fort, in den 1 JlN AvgeordNeteNhlMje letzten sechs Monaten eine Zeit der Komplika- wurde« am Donnerstag, 27. Mai, zunächst einige Honen tm nahen Osten durchlebt und sind in I Wahlprüfungen nach den KommisstonLeschlüffen er« ein verhältnismäßig ruhiges Fahrwasser ge- I ledigt. Das Eisenbahnanleihegesetz, zu dem wieder langt. Es sollte mir sehr leid tun, wenn ich an- I zahlreiche Wünsche nach neuen Bahnlinien vorgetragen nehmen müßte, daß diese Nervosität überhaupt I wurden, wurde in dritter Lesung verabschiedet, des« zugenommen hat, denn ich bin der Anschauung, I weichen der Gese^ntwurf betreffend Grenzände- datz für ein solches Anwachsen zweifellos nicht ^ngen einiger Kreist- ,n Sachsen und Ostpreußen und der mindeste Grund vorhanden ist. Grey sagt I bezirk Königsberg, S8e1 der Beratung des^Antrage» weiter, er möchte wohl wissen,, ob diese Ner- I Bartling (natibl) und Genossen betreffend Staats, vofität nicht durch die eher zu häufigen als sel- I Hilst für die durch die Ueberschwemmungen geschädigten tenen Diskussionen der europäischen Presse I Gegenden erläuterte der Abg. v. Pappenheim die mit
‘ " der Regierung besprochenen Maßnahmen, wonach die
Regierung Vs, die Provinz % und die Interessenten % der an den örtlichen Anlagen usw. entstandenen Schäden zutragen hätten. Im Notfälle würde die Regierung noch auf drei Jahre unverzinsliche und in Raten rückzahlbare Darlehen gewähren. Die Privatschäden seien fast vollständig durch die Privatwohltätigkeit gedeckt worden. Unterstaatssekretär v. Dombois bestätigte diese Erläuterungen. Abg. v. Jagow (kons.) dankte der Regierung und der allgemeinen Privatwohltätig- keit für die dem Kreist Osterburg reichlich geleistete Hilfe. An barem Gelbe wären 740 000 M gespendet worden und so reichliche Futtervorräte, daß man dal ganze Vieh bis zum Frühjahr habe durchbringen können. Der Antrag wurde in der Fassung der Budgetkommission angenommen. Nach belangloser Debatte wurde der Gesetzentwurf betreffend die Landwege im Regierungsbezirk Cassel in dritter Lesung verabschiedet. Bei der Beratung des Gesetzentwurfs, welcher die Gemeinden ermächtigt, von den Arbeitgebern für jeden gewerblichen Fortbildungsschüler bis zu 10 M, für jeden kaufmännischen bis zu 30 F zu erheben, erklärte Abg. v. Pappenheim (kons.) daß seine Partei der Vorlage nur unter der Voraussetzung zustimme, daß die Fortbildungsschulen nicht etwa vom Handelsministerium abgetrennt und dem Kultusministerium unterstellt werden. Abg. Dr. Müller-Berlin (freis. Vp.) schloß sich diesen Aeußerungen an. Die Vorlage wurde in erster und zweiter Lesung angenommen. Abg. Hammer (kons.) begründete seinen Antrag betreffend Bildung von Kleinhandelsausschüssen bei den Handelskammern _unb erklärte sich damit einverstanden, daß die Ausführung des Antrages zunächst auf dem Verwaltungswege versucht werde. Der Antrag wurde auf dieser Grundlage angenommen. Ein Antrag Dr. Belzer (Ztr.) auf Gewährung von Staatsbcihilfen für Grenzarmenverbände wurde ebenfalls durch glatte Annahme erledigt. Der Antrag Brütt (freikons.) betreffend Verpachtung des Bahnhofsbuchhandels wurde mit der Maßgabe angenommen, daß die Verpachtung rechtzeitig betont zu machen sei und öffentlich zu erfolgen habe. Abg. Hammer (kons.) begründete einen gietungen bestimmt wird. In "Preußen fallen I Antrag, welcher die Beseitigung der steuerlichen Be- füt neue Stellen zunächst alle Städte aus, die vorzugung der FiUalbetr.ebe fordert. Das Hau, - Ich.»-i/-n iLlp-M«-» NE Ä'Ä”
ten tm Magistrate haben, der als Verficher- I nung war erledigt. Die Festsetzung der nächsten Sitz- ungsamtmann fungieren wird. Von den 573 I ung wurde dem Präsidenten überlassen. Schluß 4 Uhr. Kreisen haben etwa 200 größer« heute schon Re- I .--------
gierungsassessoren, die das neue Amt Nebenamt- I Bn8 ben Kommissionen
M übernehmen. Und wo in kleineren Kreise« Die Finanzkommissio» des Reichstags beriet am eine Stelle für eine« Assessor neu geschaffen I Donnerstag den Branntweinstenergesehentwurf in werden mutz kann es sich naturgemäß nur um I zweiter Lesung. Die Verbrauchsabgabe wurde Regierungsassessoren handeln, da ihnen ja auch I auf konservativen Antrag auf 105—125 M (statt bis- andere Verwaltungsgeschäfte übertragen wer- I her 50—70 festgesetzt. Ein Antrag der Freisinni- den. Außerdem aber steht die Reichsversicher- I ßen, die Kontingentsspannung allmählich aufzuheben, ungsordnung ausdrücklich vor, daß die Stellen wurde gegen Freisinnige und Sozialdemokraten abge- v” cpiki I lehnt, nachdem die Vertreter von Bayern, Wurttem-
der Amtmänner auch mtt Nicht.Juristen besetzt I unb Baden erklärt hatten, einer Kürzung der werden können. Was schließlich die Oberver- I Kontingentsspannung nicht zustimmen zu können. Da-