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und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und ^Landwirtschaftliche Benage."

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DieGbrrhesstsche Jettmrg" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Ägpebitwn (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Mittwoch. 26. Mai 1909.

Die JnserttonSgebühr beträgt für die 7gespalten« Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UnioersttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jayrg»,

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 40.

Bestellungen

fit >e* gtenwt 3*ei

auf die

»Oberhessische Zeit« « g- nebst ihren Beilagen roerber. noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestelle»in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriesträgern ent- gegengenommen.

Förderung des Kleinbnhnwesens durch die Provinzen itub Kreise sowie durch denStaat.

Der Gesamtbetrag der für Kleinbahnen von den Provinzen bewilligten oder gezahlten Bei- Hilfen beziffert sich auf 65,8 Millionen (im Vor­jahre rund 62 Millionen Mark). Es kommen 31,1 Millionen auf Darlehen (vorzugsweise an Kreise und Gemeinden und 33,6 auf Beteilig­ungen, während der Rest von 1095 000 Mark in sonstiger Weise verwendet ist. Die dazu erfor­derlichen Geldmittel sind größtenteils im An­leihewege beschafft. Ein Betrag von 6,5 Mil- Itonen ist aus verfügbaren Vermögensbeständen oder aus den laufenden Einnahmen gebedt. In zahlreichen anderen Fällen ist ferner das Zu­standekommen von Kleinbahnen durch Ueber- nahme von Zinsbürgschaften oder jährlichen Zu­schüssen zur Verzinsung erleichtert öder ermög­licht worden. Der daraus, sowie aus der Ver­zinsung und Tilgung und der Verwendung eige­ner Geldmittel im Etatsjahr 1907 erwachsene Aufwand stellt sich auf 29 Millionen Mark, "ach Abzug der gegenüberstehenden Jahresein­nahme von 1253 662 Mark ergibt sich ein Mehr­aufwand von 2,53 v. H. (2,50) des gesamten Kapitalaufwandes. Letzterer hat sich demnach im Etatsjahre 1907 bei Annahme von 4 v. H. Selbstkosten mit 1,47 v. H. verzinst.

Der Kapitalaufwand der Kreise für neben­bahnähnliche Kleinbahnen beziffert sich (einschl. des Betrages der Staats- und Provinzraüiar» lehne) auf 175,7 Millionen (im Vorjahr« 154 Millionen Mark). Davon sind lediglich zur Bestreitung von Erunderwerbskosten 18,5 Mil­lionen und zur Deckung des sonstigen Anlage­kapitals der eigenen Kleinbahnen 106,2 Mill. Mark verwandt. Darlebne für die Bahnen an­derer Unternehmer sind in Höhe von 2,8 Mill. Mark bewilligt. Auf Beteiligung von Eesell- schafts- usw. Unternehmen entfallen 45,8 Mill. 3n sonstiger Weise, insbesondere zur Gewährung verlorener Zuschüsse, find 2,2 Millionen von den Kreisen aufgewendet worden. Zahlreiche Kreise haben außerdem Zinsbürgschaften übernommen

sich zur Leistung von Jahreszuschüssen ver­bindlich gemacht. Die Kapitalhöhe, für die

b (Nachdruck verboten.)

Gin Sommerlraum.

Roman von ft mk Beeter.

(Fortsetzung.)

O, mein armer Freund, Sie stehen auch allein in der Welt?"

Ganz allein. Ich bin ein armes Waisen­kind, dessen Vater und Mutter gestorben find," zitierte er mit einem schwermütigen Lächeln.

Sehen Sie, wie gut wir zueinander passen! Mir geht es ebenso wie Ihnen, auch einsam und allein in weiter Welt. Und dabei klingt es mir auch in den Ohren, wie meine Mutter mich einst als Kind rief:Lori! Nennen Sie mich Lori, auf daß ich wieder ein Kind werde und vergesse, wie mich die Welt da draußen nennt!" Es lag ern Schatten auf ihrem sonst so Hellen, schonen Eejicht, aber der junge Mann sah ihn nicht, sondern rief nur entzückt:Lori, welch lieblicher Name! Er klingt wie der Ruf der wilden Taube und ist wie geschaffen für unsere Waldidylle!"

Die aber doch nun bald in das Zeichen der Auslösung treten wird, denn wenn ich nicht irre, steht die Sonne im Zenith, und es wird nicht lange dauern, dann klingt die Mittagsglocke aus dem Tal empor und mahnt an den Auf­bruch."

Aber doch nur heute in das Zeichen der Auflösung? Ich muß Sie doch Wiedersehen!"

Aber natürlich! Denken Sie denn, daß ich meinen mühsam erworbenen Knappen so ohne weiteres wieder in die Welt ziehen ließe? O nein, Heinz, Sie liegen jetzt in Ketten und Banden, die nur mein guter Wille lösen kann!"

O, dann wünschte ich, daß dieser Wille nie in Kraft träte. Sie wissen ja, daß für die Ee-

solche Zinsbürgschaften usw. übernommen find, beziffert sich auf 7,4 Millionen Mark.

Der im Etatsjahr 1907 den Kreisen für nebenbahnähnliche Kleinbahnen erwachsene Auf­wand an gezahlten oder, soweit die Verwendung eigener Geldmittel in Frage kommt, an ent­gangenen Zinsen, an Tilgungsbeträgen, Zins- zuschüssen usw. beläuft sich auf 7,2 Millionen. Verschiedene Kreise haben ihren Aufwand ganz oder teilweise aus den ihnen zugeflossenen Ein­nahmen decken können, einzelne sogar Ueber- schüsse erzielt. Der Gesamtbetrag der lieber« schösse tritt indessen hinter den der Zuschüsse sehr erheblich zurück, er beziffert fich nur auf 29 420 Mark, während die geleisteten Zuschüsse 4,4 Mil­lionen betragen. Es ergibt sich ein wirklicher Zuschuß von 4 386 371 Mark obet 2.50 v. H. (2,28 v. H.) der gesamten Kapitalbelastung. Der Betrag der letzteren hat fich demnach im Etats­jahre 1907 bei Annahme von 4 v. H. Selbstkosten mit 1,50 v. H. verzinst. Fesfftellungen Über die mittelbaren Vorteile der Kreise sollen in Zwi­schenräumen, etwa von fünf u fünf Jahren, ge­troffen werden.

Staatsbeihilfen werden in der Regel in der­selben Höhe und tunlichst auch in derselben Form gewährt, wie die Unterstützungen der Provinzen; in Ostpreußen, Westpreußen und Posen werden die Staatsbeihilfen unter Berücksichtigung der geringeren Lefftungsfähigkeit dieser Landes­teile bis zur doppelten Höhe der Provinzialbei­hilfen bemessen. Zins^ oder Ertragsgarantie als staatliche Unterstützung ist ausgeschlossen, verlorene Zuschüsse können nur in ganz beson­deren Fällen und dann nur in mäßigem Be­trage in Frage kommen.

Da der Kleinbahnunterstützungsfonds zur Zeit 99 Millionen Mark beträgt, so bietet er für die Bewilligung der in Aussicht gestellten oder in zahlenmäßig bestimmter Höhe beantragten Beihilfen die erforderlichen Mittel. In 26 wei­teren Fällen stehen Anträge auf Bewilligung von Staatsbeihilfen zu erwarten.

Unter der Annahme, daß fich die Selbstkosten des Staates für das eigene Geld auf etwa 4 v. H. stellen, ist der Jahresaufwand des Staa­tes für die bis zum Schluß des Etatsjahres 1907 gezahlten Staatsbeihilfen auf rund 3 094 000 Mark zu beziffern. Unter Abzug der Rückeinnahmen, der Zinsen und Anteilen am Reingewinn (Dividenden) etgibt sich für den Staat ein Jahreszuschuß von 2125 292 Mark oder 2,75 v. H. der bis zum Schluß des Etats­jahres 1907 insgesamt gezahlten Summe (im Vorjahre 2 002 911 Mark öder 2,83 v. H.). Die Verzinsung des verausgabten Kapitalsbetrages stellt fich demnach für das Etatsjahr 1907 auf 1,25 v. H.

Politische Umschau.

Die Deutschenfurcht im englischen Unterhause.

London 24. Mai. Im llnterhause stellte heute L a n s d a le (tonf.) die Frage, ob die Regierung entschlossen sei, im lausenden Finanzjahre acht Schlachtschiffe ersten Ranges auf Stapel zu legen. Premierminister A s -

sangenschaft mir kein Menschenleben lang ge­nug ist.«

Schwärmer, lassen Sie die Phrasen, die zwi­schen guten Kameraden gar nicht angebracht find. Bleiben wir momentan mal hübsch auf dem Boden bet Wirklichkeit!"

Wohin gehen Sie llnglückswurm denn jetzt, wem fällt die Pflege und Erhaltung Ihres ir­dischen Menschen zu?"

Heinz zog ein klägliches Gesicht.Woran mahnen Sie mich, Lori? Dirett aus dem Para­diese werde ich nun in die Arme der alten, dicken Schtffliwirttn gestoßen. Wissen Sie, was das heißt?"

Die Geftagte lachte hell und lustig auf. Und ob ich das weiß! O, meine gute, alte Mutter Zeller, die sich in edler Erkenntnis der Tatsachen immer selbst einenalten, dreckigen faulen Kerl" nennt, wobei man ihr von Rechts­wegen nur in Betreff des Geschlechtes wider­sprechen kann. Die gute Frau ist ein köstliches Original, und ich habe schon manchmal im Vor­beigehen oder -Fahren bei ihr vorgesprochen, um mich an ihrer ursprünglichen, frischen Art zu ergötzen. Aber all das in Ehren, ihr Tischgast möchte ich nicht gerade sein. Armer, verwöhnter Prinz! Für heute kann ich Ihnen nicht Hessen, denn ohne Vorbereitung wage ich meinem häuslichen Drachen keinen Tischgast mitzubrin- gen, aber von morgen an gehören Sie in meine Haushaltung und brauchen fich Mit den Erzeug­nissen der SchifflikoMunst nicht mehr abquälen!"

Aber, gnädiges Fräulein, das geht doch nicht

Stein, gnädiges Fräulein, geht wirklich nicht, mein pflichtvergessener Herr! Ich denke, die Redewendungen der Wett da draußen haben wir für ein- und allemal hinter uns gelassen. Sonst aber gilt alles, was ich sage merken

Äuith antwortete, er habe den früheren Er- ärungen zur Zeit nichts hinzuzufügen. Auf eine weitete Frage Über denselben Gegenstand erklärte Asquith, daß alle ZeituLgsmeldungen in dieser Angelegenheit auf Vermutungen be­ruhen. Vor einigen Tagen haben Sir John Barlow (liberal) an den Kriegsminister eine Anftage gerichtet über die von Provinz­blättern gebrachte Nachricht, daß fich 66 000 ausgebildete deutsche Soldaten in England be­fänden und daß in einem Keller unweit des Eharing Eroß Bahnhofes Mausergewehre und 7% Millionen dazugehörige Patronen lagern. In einer schriftlichen Antwort hatte der Kriegs­minister diese Nachricht als eine außerordentlich törichte gekennzeichnet. Nun stellte Barlow in der heuigen Sitzung dieselbe Frage, die Hal- dane folgendermaßen beantwortete: Sir John Barlow hat Recht daran getan, dieses Beispiel einer Sorte von Alarm-Nachrichten, denen von gedankenlosen Personen allzuhäufig Glauben geschenkt wird, dem Hause zu unterbreiten. Für Jedweden der nur auch eine blasse Ahnung von den Erfordernissen einer Mobilmachung hat, ist diese Unterstellung lächerlich. (Beifall und Heiterkeit.) Derartige Nachrichten find dazu angetan, den Ruf unseres gesunden Meischen- verstandes int Auslande zu schädigen. Barlow hat sich daher ein Verdienst erworben, da er die Unterstellung der gebührenden Lächerlichkeit preisgibt.

Preußischer Landtag.

Im Abgeordnetenhause

lag am Montag, 24. Mai, zunächst der Gesetzentwurf betr. die Landwege im Regierungsbezirk Cassel zur Beratung vor. Abg. v. Pappenheim (kons.) erklärte, daß einige Punkte im sorgfältig vorbereiteten Gesetz­entwurf noch eingehenderer Prüfung bedürften und beantragte deshalb, den Entwurf an eine Kommission von 14 Mitgliedern zu verweisen. Der Antrag wurde angenommen. Es folgte die erste und zweite Be­ratung des Gesetzentwurfes betr. die Bewilligung von 15 Millionen Mark zur Verbesserung der Wohnungs- Verhältnisse staatlicher Arbeiter und gering besoldeter Staatsbeamten. Nach kurzer Befürwortung durch die Abg. Dr. Grunenberg (Ztr.) und Gyßling (freis. Vp.) wurde die Vorlage angenommen. Die Vorlage betr. Umzugskosten der evangelischen Geistlichen in den älteren Provinzen wurde vom Abg. Grafen War- tensleben-Rogäsen (kons.) namens seiner politischen Freunde als den tatsächlichen Bedürfnissen ent­sprechend begrüßt und zur Annahme empfohlen. Auf Ersuchen des Abg. Dippe (natlib.) wurde jedoch die vorgesehene sofortige zweite Beratung des Gesetzent­wurfs von der Tagesordnung abgesetzt. Es folgte die debattelose Annahme einer Reihe von Gesetzentwür­fen, welche die Aenderung bezw. Neueinrichtung von Amtsgerichten bezwecken. Hierauf wurde die zweite Beratung der Stempelsteuergesetznovelle fortgesetzt. Zur Automatensteuer lag ein Kompromißantrag Fleu- fter u. Gen. vor, der vom Abg. v. Tillv (kons.) ein­gehend begründet wurde. Danach soll die Automaten­steuer, je nach dem Ertrage von 1 bis 20 M jährlich steigend, abgestuft werden. Von der Steuer befreit bleiben sollen alle Automaten, die von öffentlichen Be­hörden zu Betriebszwecken aufgestellt werden, ferner solche, die zum Betriebe von automatischen Restaura­tionen und zur Hergabe von Gas und Elektrizität für hauswirtschaftliche Zwecke dienen. Abg. Waldstei» (freis. Vgg.) befürwortete einen fteisinnigen Antrag,

Sie sich bas, Vasall! Sie stehen nun einmal in meinen Diensten, da ist es doch auch selbstver­ständlich, daß ich für Ihres Leibes Nahrung unb Notdurft Sorge trage. Sie können übrigens gleich heute nach Tisch Ihren Dienst bei mir an­treten. Um vier Uhr erwarte ich Sie zum Kaffee, bann, wenn die Sonne nicht mehr so entsetzlich heiß brennt, machen wir einen kleinen Ausflug. Sie essen heirnkehtend bei mir zu Abend unb gehen nur in Ihr Schiffli zurück, um nachts neue Kräfte für den anstrengenden Dienst des kommenden Tages zu sammeln. Ist es so recht, Heinz?"

Recht? Ach, es ist himmlisch! Es ist ein Bild von so verlockender Schönheit, daß ich mir nichts Herrlicheres auszumalen wüßte, aber

Bitte, klappen Sie da den Sttchl zusammen und geben Sie ihn Troll zu tragen!"

Während Heinz dem kurzen Befehl gehorsam folgte, war seine treue Freundin leicht und ge­wandt aus der Hängematte geschlüpft und stand nun im lang herabfallenden, schlanken Morgen- fleide vor ihm. Ihre Gestalt war nicht viel über Mittelgröße, aber trotz aller Leichtigkeit unb Schmiegsamkeit der Bewegungen doch so hoch und stolz getragen, daß sie einen bedeutend größeren und königlicheren Einbruch machte, als es die Wirklichkeit bedingte. Die schlanke feste Hand jetzt leicht auf seinen Arm legend, sah sie Ü)n lächelnd an unb sagte ruhig:Lieber Freund, stellen wir ein- für allemal die Sache klar! Können Sie sich in meine eigenartige Auf­fassung der Verhältnisse und meine Wunderlich­keiten nicht finden, wollen Sie Immer wieder die Welt, deren Anschauungen unb Verlangen tn unseren Verkehr bineinbtingen, bann adieu! Unsere Wege scheiden fich, und Sie Einen schon in wenigen Minuten denkest, baß Sie an einem heißen Vormittag im Walde eingeschlummert

welcher Streichung sämtlicher Automatensteueru wünscht. Der Kompromißantrag Fleuster u. Gem. wurve angenommen. Abg. Frhr. v. Richthofen (kons.) trat einem anderen freisinnigen Antrag entgegen, welcher den Errichtungsstempel für Fideikommisse von 8 v. H. auf 5 v. H. erhöht wissen will. Im Rahmen des Stempelsteuergesetzes könne die Fideikommißfrage nicht gelöst werden; dazu werde Gelegenheit fein, wenn die Regierung den versprochenen Gesetzentwurf . zur Regelung des Fideikommißwesens vorlegen werde. . Nachdem auch die Abg. Lüdicke (freit). Dippe (nah« 1 lib.) und Dr. KSnig-Krefeld (Ztr.) ebenfalls gegen den fteisinnigen Antrag gesprochen hatten, wurde er abgelehnt. Durch Annahme eines KompromißanttageS werden von allen Mietsverträgen von mehr als 22 000 -K 2 v. H. Steuern erhoben tverden. Für alle beruflich benutzten Räume soll durchweg eine Ermäßi gung der Steuer von 50 v. H. eintreten. Die Ver­günstigung, daß bei Pachtung einer Gemeindejagd nur - ein Zehntel v. H. der Pachtsumme zu zahlen ist, sofern der Pächter zu den Jagdgenossen des Gemeindebezirk» gehört, soll erst eintreten, wenn der Pachtzins nicht mehr als 1500 * beträgt. Zur Fahrradsteuer, die in Höhe von 50 Pf. pro Rad erhoben werden soll, lagen verschiedene Ablehnungsanträge vor. Abg. Dr. v. KrieS (kons.) befürwortete die Annahme der Steuer unter dem Hinweis, daß auch der kleine Mann sein Scherflein auf den Altar des Vaterlandes nieder­zulegen habe, wenn das Vaterland in Finanznot sei. Die Steuer wurde unter Ablehnung aller entgegen« stehenden Anträge angenommen

Im Herrenhause

wurde am Montag mit der Beratung des Etats für das Jahr 1909 begonnen. Graf v. Keyserling! (Neu­stadt) bezeichnete in seinem Generalreferat den Etat als das Spiegelbild unserer ungünstigen loirtschaft- lichen Lage. Auffallend hoch sei das Extraordinarium. In der Generaldiskussion schilderte zunächst Oberbür­germeister a. D. Becker die wirtschaftliche Lage in ebenso grauen Farben wie sein Vorredner. Der ein­zige Lichtblick sei der günstige Stand der Landwirt­schaft. Die Versuche des Herrenhauses, Sparsamkeit zu üben, seien gescheitert an dem Widerstände des Ab­geordnetenhauses, das über die von der Regierung ge­forderten Mittel noch hinausgegangen sei. Herr p. Buch (Stolpe) erklärte, die Schuldenwirtschaft müsse aufhören, wenn Preußen seine Selbständigkert bewahren wolle. Das Parlament müsse fich darauf besinnen, daß es nicht nur Rechte sondern auch Pflich­ten habe. Das Abgeordnetenhaus habe sich bei der Besoldungsordnung mit Dingen beschäftigt, die Sache der Regierung seien. Dabei könne nichts Vernünf­tiges herauskommen. Die altpreußische Sparsamkeit sei zur Redensart geworden und die Schulden wür­den überhaupt nicht amortisiert. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben nahm das Abgeordnetenhaus ge­gen diese Vorwürfe in Schutz; die verspätete Fertig­stellung des Etats sei aus die besonderen Schwierig­keiten mit der Besoldungsreform zurückzuführen und die Sparsamkeit sei im Etat Wohl zum Ausdruck ge­bracht worden. Die finanzielle Lage Preußens sei allerdings durchaus ernst. Der Etat werde un­günstig beeinflußt durch den ständigen Rückgang der Eisenbahneinnahmen, die Steigerung der Kosten für die Aufbesserung der Gehälter und das äußerst leb­hafte JnvestationsbedürfniS bei der Eisenbahnverwal­tung. Di? Aussichten auf eine baldige Besserung der wirtschaftlichen Lage seien sehr gering. Herrn v. Buch müsse et erwidern, daß die Schulden doch getilgt wer­den, und zwar mit 3% v. H. Zugeben müsse er, daß dies noch nicht genüge. WaS die Besoldungsreform der Bevölkerung für Lasten auferlege, das werde man erst merken, wenn die Steuerzettel mit 25 v. H. Zu­schlägen in die Hände der Zensitcn gelangen. Immer- hin habe man sich von den Grundsätzen einer soliden Finanzpolitik nicht entfernt. In der Spezialdebatte

waren und einen tollen, buntverwirrten Traum träumten. Still, lassen Sie mich ausreben.

Wollen Sie aber frei von allem Forn zwang unb frei von febet Konsequenz eine kurze Spanne Zeit sorgenlos mit mir auf biescr klei- neu, weltverlorenen Walbinsel leben, all mei­nen Anforberungen, auch ber Lohengrinschen Nie sollst Du mich befragen" zweifellos folgen unb mit ein ebenso guter Kamerad sein, wie Sie ihn an mir finden sollen, bann reichen Sie mit Ihren Arm unb führen mich jetzt aus dem schwülen Walbesbtckicht heraus, meiner Wohn­ung zu? Doch, wie ich Ihnen schon beim ersten Kredenzen des Weines sagte, überlegen Sie wohl, baß Ihre unsterbliche Seele nicht Schaben nehme und Sie nicht einst meinen, einem bösen Waldspuk in die Hände gefallen zu feil."

Lächelnd, liebevoll lockend unb doch so feit« am zurückweifend, schauten die graugrün chillernden Augen zu ihm auf. Als wenn einer >er golbgrünen Sonnenfunken darin zurückge- »lieben wäre,. huschte es Heinz Werner flüchtig durch den Sinn. Aber er dachte nicht weiter an diese Augen, er dachte nur an die ganze, lieb­reizende Person, die wartend vor ihm stand und von der zu scheiden ihm plötzlich die Erde in Finsternis hüllen hieß.Auf Tod und Leben, Lori, alles, was Sie wollen, ohne Kritik, ohne Widerlegung, Frage und Widerspruch. Ihr ge­treuer Sklave, solange Sie wollen!"

Fehlt nur noch die Hahnenfeder und bet ganz besondere Saft, um die Teuselsverschteibung vollständig zu machen," lachte Loti leise auf. Und nun flink, Heinz, hören Sie die Glocke« unten im Tale läuten? Helfen Sie mit di« Hängematte lösen! Komm, Troll, laß sie btr umbinben! Haben Sie die Flasche geleert? Bravo! Der Zug kann sich in Bewegung setzen." i (Fortfetzung tolgtj