Einzelbild herunterladen
 

GßechsW Idfung mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage.''

M 119

DieGbrrhrsftsche Zrttmrg" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Poft bezogen 3,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei nnscrn Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Sonntag, 23. Mai 1909.

Die JnsertionSgebühr beträgt für bte 7gespaltene Zeile oder deren Staun 15 Pfennig, für Reklame« 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UntversttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. L. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrge

Zweites Blatt

3

S

Die

Politische Umschau.

Saatenstand in Preußen.

Berlin, 19. Mai. Saatenstand in Preußen per Mitte Mai, wenn 2 gut, 3 mittel und 4 gering be­deutet. Winterweizen 3,3 (im Mat 1908 2,5), Sommerweizen 2.7 (2,7), Winterspelz "2,7 (2,3),

(Nachdruck verboten.)

Gin Sommertraum.

Roman von K. van Beeker.

< Fortsetzung.)

Bestellungen

fit den Monat Zunt

aus die

berh «ssische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstaiten und Landbriesträgern ent» gegengenommen.

Gewiß! Fahrende Gesellen und reisende Prinzen haben immer ihre besonderen Schutz­götter, und warum soll das nun nicht auch ein­mal eine rosenfarbene Fee sein? Die gläubigen Herzen erleben noch alle Tage Wunder. Ünd was Sitz und Trank anbetrifft ei, haben Sie nie etwas vonahnenden Frauen" gehört? Die wissen sich bestaubte Schuhe, erhitzte Gesichter mit müden Beinen und durstig« Kehlen ganz logisch zusammen zu reimen."

Ja, aber woher kommen Stuhl und Wein?" Ach, Sie lebendiges Fragezeichen!

kommen beide aus der bekannten $i

junge Dame lehnte sich, wie ermüdet von dieser Staatsaktion, wieder nachlässig in dre Hängematte zurück, aus der ste sich nur wenig emporgerichtet hatte, und aus großen, in der Waldesbeleuchtung wie Smaragden schimmernden Augen den vor ihr Stehenden musternd, fuhr sie lächelnd fort:

Und nun kommt die Belohnung für die Artigkeit und Willfährigkeit, mit der Seine Hoheit sich so blind und stumm in die Macht der Waldeskönigin begeben hat. Dort, mein Herr Wanderbursch mit dem Stab in der Hand", steht, wie Sie sehen, ein allerliebster klelner Feldstuhl! Wenn Sie sich den hübsch praktisch gegen den Stamm der dicken Tanne schieben, werden sie einen wundervoll bequemen ,bie ihn aber einnehmen, rate ich Ihnen, dre wenigen Schritte bis zu dem hier dicht vorüberfließenden Bächlein zu gehen und sich dort unter den Steinen am Uferrand nach einer rotschimmernden Weinflasche umzusehen! Haben Sie dieselbe? Sehr gut! Ich hätte »war meine kleinen Waldkobolde und die nied­lichen Elfenkammerkätzchen zu Ihrer Bedienung herbeirufen könen, aber die einen scheuen das Tageslicht, und bei den anderen möchte ich Ihr Herz nicht zu großen Versuchungen aussetzen, also müssen Sie sich schon selbst helfen! Hier sm Grase, dicht neben mir, liegt ein kleiner, silberner Becher hier! Bon, nun füllen Sie wn. setzen sich auf den Schemel, stillen Ihren Durst, und wenn Sie das alles getan haben, dann sollen Sie auch einmal zu Worte kommen And mir eine Rede halten dürfen."

Heinrich Werter hatte all de« Anweisungen

seiner neuen Gebieterin schweigend Folge ge- | Durst löscht, aber in der Seele viel heißeren, leistet. Jetzt hielt er den kleinen Becher mit I tödlichen Durst erweckt! Gießt ihn ins Wald- dem verlockend schimmernden, ersehnten Trank I grün, opfert ihn den lichten Göttern, ehe Eure nachdenklich in der Hand und sagte köpf- I unsterbliche Seele von ihm vergiftet wird!" schüttelnd: I Der junge Mann riß den Becher mit einer so

Bitte, wollen Sie mich nicht erst einmal I leidenschaftlichen Bewegung an sich, daß ein kneifen, damit ich fühle, daß es Wirklichkeit ist?" I paar Tropfen, wie Blut in der Sonne schim-

Ja, aber was denn? Es geht doch alles I mernd, über seine Hand hinspritzten.

so natürlich wie möglich zu!" IUnd wäre es der Zaubertrank, mit dem

So? Finden Sie das etwa natürlich, wenn I Frau Venus den fahrenden Gesellen für ewig auf einmal mitten im Walde rosenfarbige Feen I in den Hörselberg bannt ich tränke ihn schweben und den müden Wanderer, beinahe als I wenn diese Lippen ihn kredenzten!" rief er mit hätten sie ihn erwartet und könnten in seiner I einem feurigen Blick auf die zu ihm Empor- dursttgen, müden Seele lesen, mit Sitz und I schauende, die sich wieder in ihre Hängematte Trank erquicken?" | zurücklehnte und jetzt in ganz salonmaßig küh­

lem, abweisendem Alltagtone sagte:

Run, Sie können ruhig sein, so schlimm machen wir es nicht! Himmel, immer dieselbe Gesellschaft, eine Ewigkeit hindurch. Das wäre ja zum Totlangweilen! Ueberhaupt, was ist ewig?"

Und dabei schweiften ihre Augen mit einem weltverlorenen, träumerisch fragenden Blick zu dem grünen, sonnengolddurchwirkten Dom, zu dem die Bäume über ihr sich wölbten.

,Ewig ist alles Schöne, alles, woran wir , - - . ! Die I glauben, die Welt, Die Hoffnung, die Sehnsucht, kannten Villa am I die Liebe!"

Berge und find sonst zu meiner Erholung da. IDie Liebe?" Sie faßte nur dieses letzt« Sind Sie nun rn Ihrem Gewissen beruhigt, Wort auf, es wie in schwermütig fragendem

dann reichen Sie mir den Becher, auf daß ich Zweifel wiederholend, und ohne ihrem Partner

ihn Euch, wr« es Sitte ist, kredenze, mein hoher Zeit zu einer weiteren Ausführung seiner Ideen

Hbrr! . I 5« lassen, setzte ste mit einem kleinen, spötttschen

, Sich halb emporrichtend, streckte sie mit Lächeln hinzu:Wie alt find Sie eigentlich,

hohei^voller, edler Bewegung die Hand nach I meine großes, schwärmerisches Kind?" dem Becher aus, und nachdem sie denselben I Der Gefragte errötete und strich unmutig leicht an di« Lippen geführt hatte, reichte sie eine fett in die Stirn fallende Locke zurück. ,hn mit einem rätselhaften, halb ernsten, halbO, so schrecklich jung bin ich garnicht mehr, schelmischen Blick dem stumm Dastehenden. ich zähle zweiundzwanzig Jahre."

Doch gebet acht vielleicht, mein Prinz,, ist IZweiundzwanzig Jahre? Ja, fteilich, da es ein Hexentrank, der zwar i» der Äetfc den | hängt der Himmel noch voll« Ideale und man

eine Takttk, es hat sich dabei nur um die Spreng- I zr-s

ung des Blocks gehandelt!« Es löstet Nichts!

-. 3« derselben Versammlung wurde auch die Zur Zett befinden sich einige »erfrier Stadt- I verordnete auf einer Besuchsreise nach London aus bi.iSG-I-dun, M -°,bm°Iorr »hL

die Polen bedrückten, nämlich Rußland und r,nb nber ""'ge, die nach unferm Gefühl besser zu Deutschland, ständen vor dem finanziellen Ruin. Hause geblieben wären und auch in England nicht Dann stellte derselbe Redner folgendeBerech- I allzu freundlich empfangen werden. Aber wenn- nung" auf. Rach der Statistik würden vro Kopf I nichts kostet?! Von einem gewissen radikal-frei- der Bevölkerung 26 di direkte und 22 M in- I sinnigen Königshasser Marggraff schreibt der direkte Steuern aufgebracht. Hiernach brachten IStandard":Unter den Stadtverordneten, die die 4 Millionen in Preußen lebenden Polen mit Herrn Kirschner nach London al« Gäste des ^iiUonen Mark Steuern aus Rechne man I Lordmajors kommen, befindet sich ein gewisser den Ausfall an Verdienst während der Militär- I r;*

dienstzeit hinzu, dem die jungen Polen ihre Fl" f,$ *u

beste Zeit widmeten, so käme man mit den I dadurch unliebsam bemerkbar machte, daß er ÄS Steuern au feine Summe von 300 Millionen einziges bürgerliches Mitglied der Stadwerord- Mark, welche die Polen der preußischen Regier- I netenverfammlung gegen die Bewilligung der ge-

Die SRnlrtl lltlh dit» I un0 leisteten. forderten Gelder zur Ausschmückung der Sttaßen

Soweit ist es also bereits gekommen, daß in und zum Empfang des Königs int Hathause ge- Kürzlich hat eine im katholischen Vereins- aller Oeffentlichkeit von dem bevorstehenden I stimmt hat. Herr Marggraff hat Herrn Kirschner hause zu Enesen abgehaltene Versammlung von I finanziellen Ruin des Deutschen Reiches ge- I und seine Kollegen dadurch, daß er trotz alledem Wayler aus Stadt und Kreis Enesen einstim- I sprachen werden darf! Glücklicherweise ist diese I als Gast des Lordmajors nach London gehen will,

»SÄÄÄ-Ä KÄMM« Krt? bürens- da?ga!?/ §§7-^ DE^ittssatz" von d-rsmi ,s°f°tt an "

wertes Vorspiel gehabt. Hauptgegenstand der der polnischen Bevölkerung erreicht würde Das Erpreß" spricht sogar davon, daß man

Verhandlungen war die parlamentarische Hal- ist aber, da diese überwiegend den minderbemit- bem Lordmajor nicht zumuten dürfe, einen Herrn rung der polnischen Fraktionen im Reichstage I teilen Klassen angehört, durchaus nickt oer Fall. I als Gast zu begrüßen, der tatt- und respettlos ge- und im Landtage. Aus der Versammlung wur- I Und wenn derselü polnische Redner sich auf den I gen den König von England gehandelt habe.

n wC Fraktion des Abgeord- I Standpunkt stellt, daß jeder im deutschen Heere I DieFreisinnige Zeitung" aber hängt die Vorsitzende iT ®w tl,,cnen£e ?oIc- n?enn ei nicht zu dienen vrauchte, ganze Angelegenheit noch wesentlich niedttger, sie

»Ä ÄS S M-*

ttetung im Abgeordnetenhause als elend und an die pteu^itoe ^eaieruna Iei^te ^o fünn mnn ^i'aldemokraüsche Stadtverordnete an dieser

rückständig, beschuldigte den Vorsitzenden der I nur bedauern daß ein Mann von der Bildung I na<$ England teilnehmen. Dieselben So-

Fraktion, den Abgeordneten Prälat Dr. von und gesellschaftlichen Stellimg b?e ein Reckts^ zialdcmokraten, deren Versammlungen gelegenüich

^^ewskr, tnvölliger politischer Blindheit« I anwalt haben sollte, sich nicht schämt mit solchen I be§ Besuches des Königs Eduard in Berlin zu

rt* as uni> °'e Bedeutung der national- I Mätzchen und Flunkereien zu apifieren Als ehr- I Demonstrationen durch Herabreißen deutscher und

WXH. e T«9 verkannt zu haben, und er- licher Mann hätte der Rechtsanwalt Karpinski englischer Fahnen Anlaß gaben! Dieselben So- r«C polnischen Abgeord- I anerkenen müssen, daß das. was etwa dem deut- I zialdemokraien, die nicht nur die Mittel zur AuS-

fie kontrolliert^mürden ^"Soldaten polnischer Zunge während seiner schmückung der Sttaßen von Berlin aus Anlaß

teidiaunu d/. V fÜAtie ®er" Milttärzeit an eigenem Verdienst entgeht, durch des Besuches des Königs Eduard verweigerten,

L'W «tt'-m-ch« wirb. bi. |0b lwr bei ten WH.8 »S b

M b-i ber Abftimmn», über bl. mSntetiiMik I mühi.m. SiHungs, unb"Er°i-hmü»«b«i?l-!li"s d-st« b-z Sorbmaiorä in Solin, tem I-tzl bet antrage zum preußischen Wahlrecht 8 polnische und in den meisten Fällen aus diesen Leuten erst Gegenbesuch gilt, feinerzett eine Beteiligung ab- «bgeordnete gefehlt hatten, und verriet dabei, I brauchbare Glieder der menschlichen Gesellschaft | geleimt haben! Diese selben Sozialdemokraten da,; unter den Mitgliedern der polnischen I macht. Und es würde leicht fein, den Nachweis I sehen jetzt als Gäste des Lordmajors nach Lon- Fra.tion manche gewählt seien, damit sie nur I zu erbringen, daß gerade die preußischen Polen I bon, dem sie in Berlin die Begrüßung verweigett M angesichts der Wohltaten, die sie seit ihrer Zuge- haben!"

fanb im SU I ^rigkert zum preußischen Staate ununterbrochen Es geht doch nichts über die Gemütlichkett und

Billigung der Ver- genossen haben, angesichts der Vorteile, die auch ein dickes Fell!!

sammlung. In der Diskussion machte der Re- ihnen die fortschreitende Entwickelung Preußens dakteur Kucik vonLech den ölitaltoern der I und Deutschland gebracht hat, alle Ursache hät- FraNron zum Vorwurf daß sie für\n6 Erwei- I ten, sich mit ihren Leistungen für den Staat x5 Spirttuskontingents gestimmt hätten. nicht zu brüsten. Diese Leistungen werden sicher- ^E^'vmlung anwesende Reichstags- I lich reichlich ausgewogen durch die ebenso viel-

Äa» Erabskl, Fabrik- und Gutsbesitzer I seifigen wie kostspieligen Fürsorgemaßnahmen, mir in der Kommis- I die der preußische Staat gerade im Interesse der

Gnüih^fmtni"nO0nJ<-ernar1l;0en $te ^r<tfle bes I gemischtsprachigen ostmärkischen Provinzen ge- Spirrtuskontlngents gestimmt haben, war nur I troffen hat.

Winterroggen 8,1 (2,7), Sommerroggen 3,0 (2,7), Sommergerste 2,8 (2,5), Hafer 2,8 (2,6), Erbsen 2,9 (2,7), Ackerbohnen 2,7 (2,6), Wicken 2,9 (2,7), Kartoffeln 2,9 (2,8), Zuckerrüben 2,9 (2,6), Winter­raps und Rübsen 8,6 (2,7), Flachs 2,9 (2,8), Klee 3,0 (2,5), Luzerne 2,9 (2,4), Rieselwiesen 3,0 (2,4), andere Wiesen 8,4 (2,8). Wegen Auswinterung, Mäusesckaden, Schneckenfraß u. dgl. umgepflügt« Flächen: Winterweizen Hefiar 134 054, Hindert- teile 13,85, (im Mai 1908 Hektar 29 136, Hundert- teile 3,01, Winterspel Hefiar 39 (69), Hundertteile 0,24 (0,43), Winterroggen (Hefiar 91202 (50148), Hundertteile 2,01 (1,11), Winterraps und Rübsen Hefiar 8455 (1145). Huudertteile 18,20 (2,42), Klee Hefiar 18 442 (16 662), Hundertteile 1,50 (1,37), Luzerne Hektar 898 (217), Hundertteile 1,03 (0,25). In den Bemerkungen derStattsttschen Korrespon­denz- heißt es: Die Wirkung der schönen Tag« des letzten Dttttels deS Vormonats konnte nicht besonders hervortteten, weil die Witterung um bte Monatswende im ganzen Staatsgebiete sich stark abkühlte. Auch blieben die an und für sich schon nicht ausreichenden Niederschläge unwirksam, da die anhaltenden Nord- und Ostwinde die Befruch- Mng bald wieder sottnahmen. Die gennügend« Winterentwickelung der ohnehin schwachen Winier- saaten ließ sich nur vereinzelt festhalten. Die Früh­jahrsbestellung hat sich infolge des spät eintreten- den Frühlingswetters sehr verzögett. Da man sich in der vorgerückten Jahreszeit hauptsächlich mit Sommersaaten beschäftigt«, mußten di« Um- pflügungen zurückgestellt werden. Es werden noch viele Aecker, mtt deren Umpflanzung man bisher noch toartete, mit der Sommerung bestellt werde» müssen. Ueber Schädlinge kommt nur aus einige» Berichtsbezirken des Regierungsbezirks Aufich bte Nachricht, daß Winterweizen, außer von Winter- weizen auch von dem Drahtwurm geschädigt wurde; die Mäuse sollen überall so gut verschwun­den sein.

Deutsches Reich.

Das Testament bes Fürsten Karl Günther von Schwarzburg-Sondershaufen. Der kürzlich verstorbene Fürst Karl Günther hat außer de» bereits bekannt gegebenen Legaten, wie die Blätter melden, u. a. noch folgende Stiftung«» hinterlassen: 300 000 als Wohnungsbaufonds zur Förderung des Baues kleiner Wohnungen, der in erster Linie für Holzhauer und Domänen, arbeiter bestimmt sein soll. 200090 z. r Er- Haltung der Loh-Konzerte in Sondershausen. 200 000M zur Hebung der Viehzucht im Fürsten- tum besonders zur Prämiierunq und für An­kauf und Haltung guten Zuchtviehes. In Iah-, ten, in denen Futtermangel herrscht, dürfen bte Zinsen zum Ankauf von Futter verwend.- wer­den. 150 000 c« zur Pflege unbemittelter, ins-' besondere kranker Einwohner des Bezirkes Gehren durch evangelische Diakonie. 100 000 Jt für Zwecke des Landessiechenhauses in Sonders-

patscht selig mit beiden Füßen in einem rosen­roten Jllusionsmeere herum. Aber wenn man erst so alt ist wie ich, dann werden die Wasser schon grau, die Winde wehen kalt, und man holt sich oft den Schnupfen, daß man lernt, vorsorg­lich die dicken Wollstrümpfe der Ernüchterung anzuziehen, die weiße Nachtmütze der Prosa über das gar zu heiße Haupt zu stülpen und an kein« Ewigkeit mehr zu glauben.

Heinrich Werner schaute ungläubig in dar zwar blasse, aber jugendlich frische Gesicht seiner wunderlichen Bekannten, das in seiner zarten, tadellosen Schönheit und mit der darüber lie­genden entzückenden Schelmerei eine wenig passende Jllustrafion der eben gehötten Wort« gab.

Damen darf man zwar nicht nach ihrem Alter fragen, da aber Feen auf einem Aus- nahmepunkte stehen, so ist doch wohl die be­scheidene Frage erlaubt, wie viele Jahrtausend« schon über dem Haupt meiner rosafarbenen Waldesfee hinzogen?"

Ach, eigentlich auch noch nicht nennenswert viele! So kaum zweiundeinhalb Jahrtausend! Aber, Sie müssen wissen, Kleiner, daß die Er- fahrungen von der Intelligenz der Individuen abhängen und ich war immer so schrecklich intelligent?"

Sie machte dazu, das lustige, weiße Retz fest um sich zusammenziehend, ein rehend ehr­bares Gesicht und blinzelte schelmisch ihrem Gegenüber zu, der, dem gegebenen Ratschlag« folgend, auf dem an die Tanne gerückten Schemel einen behaglichen Sitz einnahm und nun lachend erwiderte:

Das glaube ich gern, Frau Feenphilosophte, aber bei Menschenfindern soll das auch manch­mal vorkommen, und vielleicht kann ich auch sagen: ^Jch «ar immer so schrecklich tntettifleetr t (Fortjetzung folgt.)