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und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage

MH

' mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

M 119

SieÄverheffifche Settwng erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. ' Der Bezugspreis beträgt viertel» jährlich durch die Bost bez»gen 2,25 Ml. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21,) 2 Mk.

Marburg

Somita-i. 23. Mai 1909.

«. Jahrg

Die JnsertionSgebllhr beträgt für die 7gehaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Job. Aug. Koch, UnioersttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. T. H itzeroth, Marburg, Markt 2t. Telephon 55.

EMes Blatt

Der heutigen Auflage für den Kreis Kirchhain liegt Kreisdlatt Nr. 39a bei.

Die heurige Nummer umfaßt 3 Blätter.

Der Jiwasionsspleen.

Im englischen Unterhause hat der Abg. Sir George Doughte die Anfrage an die Admiralität gerichtet, ob ihr bekannt sei, dass vor kurzem swei mit Soldaten bemannte deutsche Schiffe in die Mündung des Humber eingelaufen seien. Sie seien schnell wieder zurückgefahren und kein Wachtschiff habe sie bemerkt. Man traut seinen Augen kaum, wenn man liest, dass der Herr Ab- jgeordnete seht nicht etwa bei Julihitze fest- gestellt haben will, daß ähnliche Hebungen, die dazu dienen sollen, die berühmteInvasion" vor­zubereiten, jährlich stattfinden und daß die Ad­miralität darum wisse. Der Herr will die Ad­miralität wegen ihrer Pflichtvergessinheit an­reden! Weiss man schon nicht, was man zu diesem Unsinn sagen solle, der übrig-ns von Blättern wieDaily Erpress" undMorning Post" ernsthaft kolportiert wird, so ist n-ch v:r- rückter, was in England in der ernsthaften Presse über eingeheimnisvolles Luftfchisf" pro­duziert wird. Das Luftschiff selbstverständlich ein deutsches Militärluftschiff zu Erkundigungs­zwecken!! will man nachts über vielen Orten gesehen haben. Im Dunkel der Nacht ist es plötzlich wieder verschwunden. Das geheimnis­volle Luftschiff hat sich auch dem Kommandanten des norwegischen SchiffesOlaf" über der Nord­see gezeigt. Man sieht, derSpleen" steckt an.

Zu allem Glück stellt sich jetzt heraus, dass es sich bei dem ganzen geheimnisvollen Treiben um Schiffsmodelle handelt, die verschiedene Firmen zu Reklamezwecken und als Spielzeug anfertigen lassen und verkaufen. Die Lufffchiff- firma Gebrüder Spencer hat, wie deren Chef gestern einem Pressevertreter mitteilte, eine große Menge derartiger Lufffchiffchen vor einiger Zeit nach einer an der Ostküste Englands gele­gene» Stadt verkauft. Die von den Zeitungen gebrachten Beschreibungen stimmen genau mit Viesen Modellen überein, welche die Form einer Zigarre haben, Lichter tragen usw.

Ein Abgeordneter hat ferner eine neue In­terpellation an den Kriegsminister gerichtet, ob er wisse, daß in England über 66 000 militärisch vollkommen ausgebil­dete und zum weitaus grössten Teile dem Re- ferveftand der deutschen Armee ange­hörige Deutsche wohnen, und dass in Charing Croß sich ein Lager von 50000 Mausergewehren und 7V2 Millionen Patronen für diese heimliche deuffche Armee auf britischem Boden befindet. Außerdem wird an den ersten Lord der Admiralität die Anfrage gestellt werden, ob es ihm bekannt sei, dass die deutschen Handelsschiffe sämtlich kleine Kanonen an Bord führen, und daß die Kapitäne dieser schiffe stets ihre Kriegsmarineuniform bei sich haben, um sie im gegebenen Falle sofort anziehen zu können.

Zudem ist soeben ein neuer deutschfeindlicher HetzromanSpies of the Kaiser" (bte Spione des Kaisers) erschienen, dessen Verfasser William le Oueux auch die bekannteInvasion of 1910 verbrachen hat. Im Vorworte schreibt der Autor:Keine vernünftige Person kann es leugnen, daß sich England in der ernsten Gefahr einer deuffchen Invasion fcefinbet. Was ich in diesem Buche in Form eines Romans geschrieben habe, beruht auf schwerwiegenden Tatsachen, die mir persönlich bekannt worden find. Dass deutsche Spione tatkräftig in Großbritannien an der Arbeit find, ist den Behörden wohlbekannt. Di» Zahl der Agenten der deuffchen Geheimpolizei, die augenblicklich für das Jntelligenzdeparte- ment in Berlin in unserer Mitte arbeiten, soll über fünftausend betragen. Während ich schreibe, liegen erstaunenerregende Dokumente vor mir, die deutlich die Fieberhaft zeigen, mit der diese Vorhut unseres Feindes arbeitet, um ihrem Brotherrn die genauesten Details zu- komnren zu lassen."

Wenn man die obigenJnvasionsgeisterge- schichten" geleien bat. wird man es nicht für un» möglich halten, daß dies Buch in England r wi­ssend Absatz findet, wie behauptet wird. Ver­nünftige Menschen lachen natürlich über diese kindischen Einfälle einer überhitzten Phantasie, wie sie in England zur Zeit sich breit macht.

sind nur geeignet, das Wort vom spleenigen .Engländer wieder zu einer stehenden Rede­wendung in der ganzen Welt zu machen und mterejsieren mehr den Karrikaturisten und merven», am nicht zu sagen Irrenarzt, als de»

Politiker. Aber die Sache hat doch auch eine ernste Seite. Diese ganzen Geschichten, die nur den Zweck haben, im Volke den Boden für neue Rüftungsforderungen zu ebnen, find dazu ange­tan, das Verhältnis der beiden Völker allmäh­lich trotz allerFriedens"besuche immer ge­spannter zu gestalten. Oder sollte die englische Regierung ein Interesse daran haben, das Auf­kommen einer dem Präventivkrieg gegen Deutschland günstige Stimmung zu wünschen? Dann wäre sie freilich jetzt auf dem rechten Wege, doch läßt sich kaum annehmen, dass eine Regierung so verbrecherische Pläne hege.

' Allmählich beginnt man freilich auch in England das Unsinnige der ganzen Invasions­furcht einzusehen. Manche Zeitungen warnen bereits vor den Alarmnachrichten und Lord Nortzhclife, der Herausgeber derDaily Mail", schreibt seinem Blatte aus Berlin, dass sich England auf diese Weise fürchter­lich lächerlich mache. Er bemerkt, man möge lieber nicht die wirkliche Gefahr aus dem Auge verlieren, die darin bestehe, daß die deutsche Flotte im Verein mit der österreichischen und italienischen immer mehr anwachse, und dass man sich in Deutschland so angelegentlich be­mühe, mit den Vereinigten Staaten zu aller­bester Freundschaft zu gelangen. Aber durch Kindereien, wie die Geschichte mit dem geheim­nisvollen Luftschiffe, müsse man in Deutschland von England den Eindruck bekommen, dass dieses Land nur noch von degenerierten Feigling;» bewohnt werde.

Deutschland wird alle englischen Exaltatio­nen mit überlegener Ruhe verfolgen können und sich durch nichts in seiner Sorge auch für die Si­cherheit zur See beeinflussen lassen.

Politische Umschau.

Der.Zentralvorstand der Rationalliberalen Partei

hielt am Hammelfahrtstage eine sehr zahlreich besuchte Sitzung ab. Am Schluß der Sitzung wurde, wie dieNationalliberale Korresp." mit- teitt, mit 71 gegen 2 Stimmen folgende Reso­lution angenommen:

Der Zentralvorstand der Nationalliberalen Partei, überzeugt von der Notwendigkeit einer ungesäumten und gründlichen Reform der Fi­nanzen des Reiches und durchdrungen von tiefer Sorge um das Zustandekommen des groß;» Werkes, spricht der nationalliberalen Fraktion des Reichstages den Dank und die Anerkennung der Partei aus für die entschlossene Haltung, die die Fraktion in der gegenwärtigen Lage ein­genommen hat. Der Zentralvorstand steht ein­mütig auf dem Boden der Anschauung der Frak­tion, daß angesichts der die Machtstellung und das Ansehen des Reiches schwer schädigenden, nicht länger ertragbaren Finanznot eine Mehr­belastung der Massengenuss- und Verbrauchs- artikel um annähernd 400 Millionen Mark un­umgänglich und auch erträglich ist, unter d:r Voraussetzung, dass weitere 100 Millionen Mark auf den Besitz gelegt werden. Er hält hierbei in llebereinstimmung mit der Reichstagsfraktion eine allgemeine Besitzsteuer für die notwendige Vorbedingung des Zustandekommens der Reform und betrachtet nach Ablehnung der Reichsver­mögenssteuer die erweiterte Erbschaftssteuer unter Heranziehung der Kinder und Ehegatte» in kinderloser Ehe als die z. Z. allein mögliche und am wenigsten drückende, die Finanzboheit und das Finanzgebahren der einzelnen Bundes­staaten am meisten schonende Form einer solchen allgemeinen Besteuerung des Besitzes. Der Zentraloorstand spricht sein Vertrauen aus, daß die Reichstagsfraktion auf diesem ihrem wohl erwogenen uird von der Partei im Lande, wie auch sonst von den weitesten Kreisen unseres Volkes gebilligten und mit Freude begrüßten festen Standpunkte beharren wird."

Ms wenn es unsere eigne Sache wäre."

Die Berliner Sozialdemokraten sind sehr er­bost, dass ihnen die vier Mandate vom Abge­ordnetenhaufe abgeknöpft wurden. Sie haben am Himmelfahrtstage Mauern, Zäune und Rolljaloufien in ollen Stadtteilen in früher Morgenstunde massenhaft mit weißen Zetteln beklebt, die in roter Schrift folgende Inschrift trugen:Pfui Ihr freisinnig-konservative (sic) Mandatsräuber, Ihr Wegelagerer und Strolche!"

Ferner haben sie in Versammlungen sich tüchtig ausgetobt und natürlich die vi-r Märtyrer" Borgmann, Heimann, Hiffch und Hoffmann der nicht mehr Zehn-Eebote-Hoff- mrnn heissen will wieder aufgestellt. Das war alles so vorauszusehen; interessanter ist, daß da« neue demokratische Grüpplein der Her­ren Barth »von Gerlach dabei wieder ein­mal von sich reden macht. Die Herren Breit- fcheid und Mose« find nach Berliner Berichten in den Versammlungen erschienen und haben erklärt, ihrePartei" werde mit allen Mitteln für die Wiederwahl derMärtyrer" etntteten,

als wenn es unsere eigene Sache wäre". Dazu meint diePost" sehr richtig: Eigene Sache? Als wenn es einen praktischen Unterschied Wi­schen diesem Anhängsel der Sozialdemokratie and dieser selbst gäbe?

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Zum Berggesetze wurde zunächst die Frage der Arbeiterausschüffe allgemein erörtert. Die Kommis- fionsbeschlüffe wurden von den Abg. Schulze-Pelkum (tonf.) und Dr. Röchling (natl.j verteidigt, während die Abg. Wvlff-Lifla (frf. Bg.), Serfaetl) (Pole), Seiner! lSoz.) und Gronowssi (Zentr.) die Ab» änderunqsanträge ihrer Parteien begründeten. Bet der Abstimmung wurden alle Abänderungsanträge abgelehnt, die Kommiffionsbeschlüffe angenommen. Die Minderheit bestand namentlich aus Zentrum und Sozialdemokraten.

Derselbe Vorgang wiederholte sich bei den folgen­den Paragraphen.

Ebenso ein Antrag von dem Abg. Brust (Zentr.), welcher durch einige Zusahparagraphen die Arbeiter­schutzbestimmungen des Gesetzes von 1906 auf alle Bergwerke ausgedehnt haben wollte.

Dann begründete Abg. Freiherr v. Zedlitz den frei» konservativen Antrag, die Alterszulagekassen den mitt­leren Schulen zugänglich zu machen. Die Abg. Meyer- Diepholz (natL), DinSlage (Ztr.), v. Pappenhei« (Tonf.) und Eickhoff (fff. Bp.) sprachen sich gründ» sätzlich für den Antrag aus, ebenso der Ministerial­direktor Schwartzkopff. Auf Antrag des Abg. Schiffer (natL) wird die zweite Lesung abgeseht.

Der Gesetzentwurf betr. Aenderung der Land­gerichte in Cleve, Krefeld und München-Gladbach wurde nach kurzer Diskussion an die um 7 Mitglieder verstärkte Fustizkommission verwiesen.

Der Antrag auf gesetzliche Regelung des Privat­schulwesens wurde vom Abg. Gytzlin« (frf. Bp.) ein­gehend begründet. Abg. v. Pappenheim (tonf.) sprach sich anerkennend über Privatschulen aus, in noch höherem Maße Dr. Kauffmann (Ztr.), der nament­lich die Kloster- und Ordensschulen lobte und ihre freie Entwicklung forderte.

Llbg. Friedberg (nall.) hielt eine eingehende kom- niiffarische Beratung der schwierigen Materie für un­erläßlich. Abg. Dr. Lippmann (fff. Vg.> schloß sich ihm an und behandelte besonders ausführlich die Ge» hälterfrage. Der Antrag ging an die Unterrichts­kommission.

Herrenhaus.

Aus der Tagesordnung stand die vom Abgeord­netenhaus bereits genehmigte Vorlage über die Heranziehung der Beamten, Elementarlehrer und unteren Kirchendiener zur Gemeinde-Einkommen­steuer. Die Herrenhauskommiffion empfahl die un­veränderte Annahme des Gesetzes, daneben aber noch eine Resolution, die von der Regierung statistische Nachweise über die Einbuße an Steuereinnahmen, die den Kommunen durch das Kommunalsteuerprivileg der Beamten usw. entsteht. Die Oberbürgermeister Bosberg Körte und Ehlers forderten die Ablehnung der Vorlage, die ein völlig unzureichender Notbehelf sei. Geheimrat Freund verteidigte baS Gesetz. Die Debatte endete mit der Annahme der Vorlage. Nach kurzer Debatte wurden auch die Gesetzentwürfe über die Umzugskosten der evangelischen Geistlichen der älteren Provinzen und über die Gebühren der Medi­zinalbeamten in der Fassung deS Abgeordnetenhauses gutgcheißen. Eine Reihe Petitionen zur Frage deS höheren Mädchenschulwesens beschäftigten oas HauS noch einige Zeit; diejenigen unter ihnen, die' die Kocdikation forderte, wurden durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt, nachdem u. a. auch der frühere Kultusminister Studt auf die Ungeklärtheit dieser Frage hingewiesen hatte.

Deutsches Reich.

Bom Besuch de« Kaisers in Wien. Buda­pest, 21. Mai. Gegenüber dem Bericht der Reuen Freien Presse" über ein Gespräch, das der deutsche Kaiser bei seinem letzten Besuch mit dem nngarffchen Minister, Grafen Andrassy ge­habt habe, erfährt derMagyar Hirlap" aus massgebender Quelle, das Gespräch habe keines­wegs Fragen der aktuellen ungarischen inneren Politik gegolten. Der Kaiser habe mit warmen Worten des früheren Ministers des Aeußern, Grafen Julius Andrassy gedacht, des hervor­ragenden Mitarbeiters an dem Dreibund- Werke, das sich kürzlich so glänzeich lewährt habe, sodann seien die Ereignisse in der äußeren Politik in der jüngsten Vergangenheit besprochen worden.

Bo« Bundesrat. Berlin, 21. Mai. Der Bundesrat hat heute dem Entwuffe des Gesetzes bett, die Aenderungen des Gerichtsverfassungs­gesetzes, der Zivilprozeßordnung usw. in der vom Reichstage beschlossene Fassung seine Zustim­mung zu erteilen.

Zur prattischen Lösung der Finanzreform­frage. Wir berichteten kürzlich, daß ein Ka­menzer Lehrer 5 M an den Reichsschatzsekretär sandte, um damit den Anfang mit der Losung der Frage zu machen. Der Reichsschatzsekretär hat das Geld jetzt mit folgendem Begleitschrei­ben zurückgesandt:Euer Hochwohlgeboren haben durch Einsendung eines Geldbetrages, den Sie als Ihren Anteil an den neu aufzubringen­den Reichsfteuern berechnet haben, zu erkennen gegeben, wie sehr Ihnen die Beiseitigung der Mängel unsere» Xeichsfinanzwesen» am Herze«

liegt. Eine solche Gesinnung verdient in hohe« Matze Anerkennung, und ich spreche Ihnen für Ihre Absicht meinen verbindlichsten Dank au». Wenn ich trotzdem geglaubt habe, von der Heber- Weisung des Bettages an die Reichshauptkaffe Abstand nehmen zu sollen, und ihn demzufolge wieder zurückgehen lasse, so geschieht es aus der staatsrechtlichen Erwägung, daß die Reichsein­nahmen von der Allgemeiicheit auf Grund einer durch Gesetz zu begründenden Verpflichtung auf­gebracht werden sollen."

Zu den Schiffahrtsabgaben. Berlin, 21. Mai. Heute traten in den Räumen der Ber­liner Handelskammer die Schiffahrtsinteressen­ten aus Mitteldeutschland zum Ersten Deutschen Binnen-Schiffahrtstag zusammen. Es wurde ein Beschlußantrag einstimmig angenommen, der sich gegen die Einführung von Schiffahrtsabga­ben aus den natürlichen Wasserstraßen aus­spricht, da darin eine schwere Schädigung der Schiffahrt und auch der Seeschiffahrt, sowie eine unberechenbare Belastung von Handel und Ver­kehr zu erblicken sei.

Besserung der Lag«. Hamburg, 21. Mai. Durch Anschlag gibt die Hamburg-Amerika-Linie bekannt: Die Direktion beschloß, die Löhn« sämtlicher in unfern Werfftätten und Maga­zinen im Taglohn beschäftigten Handwerker und Arbeiter von der nächsten Lohnwoche an um zwanzig Pfennig für den zehnstündigen Arbeits­tag zu erhöhen. _ , v ,

Verkauf des Korfuer Hernedenknals. Hamburg, 21. Mai. Das Heinedenkmal im Achilleion zu Korfu ist für 10000 <M. an den Verlagsbuchhändler Campe in Hamburg ver­kauft worden. Campe wird das Denkmal roraus- sichtlich der Sticht überlassen.

Ausland.

** Englands Flottenrüstung. London, 2L Mai. WiePall Mall Gazette" erfährt, haben die Mitglieder des Kabinetts, welche die von dem ersten Lord der Admiralität Mc. Kenn« vorgesehene Beschränkung des Flottenbaupro­gramms auf vier Dreadnoughts befürworteten, mit Rücksicht auf die vom Volke geforderte Er­weiterung des Programms ihre Anschauungen geändett. Es fei demzufolge ein Einvernehmen dahingehend erzielt worden, vier weitere Dread­noughts vor Ablauf des gegenwärtigen Amts- jähres auf Stapel zu legen.

Expräsident Castro. Willemstad, 1 Mat. Castros Bruder Celestino ist aus Caracas aus- gewiesen worden.

Türkei. Konstantinopel, 21. Mai. Mor­gen wird der Sultan die Glückwünsche der hohen Staatswürdenträger, der Deputierten und die von Vertretern der Eroßkaufleute sowie der türkischen Presse entgegennehmen. Der bah" zufolge wird die erste Mission zur Notifi­zierung der Thronbesteigung unter dem früheren Voffchafter in Wien Zia Pascha nach Wien, Berlin Petersburg, Stockholm, Kopenhagen, dem Haag, Belgrad, Bukarest, Zettinje und Athen, die zweite unter dem Voffchafter in Lon­don Tewfik Pascha nach den übrigen europäischen Haupfftädten abgehen. Die Blätter melden, daß für den ersten Obereunuchen des Sultans der Rang und TitelHoheit, den er gleich dem Erotzwefier fiihtte, abgeschafst worden ist. DemIonin zufolge ergaben die Recherchen im Jildis, daß Abdul Hamid 1100 000 Pfund in Banken deponiert habe.Sabah" will von authentischer Quelle aus Saloniki erfahren haben, daß Abdul Hamch bereits als erste An­zahlung an den Staat einen Scheck in Höhe von 1 Million Pfund auf eine fremde Bank gegeben habe.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 be8 Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

Oberhefs. Zig.' gestattet.) >

Marburg, 22. Mai. /

)( Universität. Dem Privadozenten der medi­zinischen Fakultät, Herrn Dr. Lohmann, wurde der Professortttel verliehen.

* ParolemusU findet morgen Sonntag, den 23. Mai, bei günstiger Wkterung von 12y21% Uhr vor der lutherischen Kirche statt. Programm: 1. Festmarsch von O. Schonett; 2. Ouvertüre zur OperZampa" von Herold; 3. Fantasie au- Lohengrin" von R. Wagner; 4. Cavatine von I. Raff; 5. »Siesta am Gardasee", Walzer von C. Morena; 6.Im Feldlager", Maffch von Mertens.

)( Für Militärpflichtige. Die diesjähttge Ge­neralmusterung findet vom 14. biS 16. Juli tu» Schloßgatten hier statt.

)( Pferdemusterung. In der Zett vom 4. bi­einschließlich 18. Juni d. IS. findet im Kreis« ; Marburg eine Vormusterung der Pserde statt nnd verweisen wir aus di« nächsten DienStag tWi Kreisblatt erscheinende Bekanntmachung. ;