’ mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und,Landwirtschaftliche Berlage."
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Die „Gbertzesftschr JHhntg“ «ffcheint täglich mitAurnahm^^^ Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel- I jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei I unfern ZeitungSstellen und der Expedition Markt 21, 2 Mk. I
Marburg
Mittwoch. 19. Mai 1909.
Die InsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UnioersttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. <5. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
fortgtuoiMKBr i lFortjetzung folgt.) ! ■MMML ■ -- - i j
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3iur dicht am Eingänge bes Waldes hatte P'v ein Stück Kultur und verfeinerter Schönheit 'N die altftänkische Bäuerllchkeit de» Ortes L"^"8eschoben, und wenn die zierliche Villa, nch dort vom Landwege vornehm durch eine ziem-ich hohe Mauer abschloß, auch ganz im ^chweizerstil gehalten war, und ihre graziösen allons und Berandas ebenso wie die Hütten mit einem Glutregen brennender Nel- ttu9 doch so offenkundig den stempel der Vornehmheit und Verfeinerung,
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 38.
Politische Umschau.
Die Sommerdisposttionen des Kaisers.
Nach der Rückkehr von Wien begibt sich nach den bisher angesetzten Dispositionen der Kaffer nach Karlsruhe i. B. und von dort zur Beiwohnung der Festspiele nach Wiesbaden. Von hier fährt der Kaiser an einigen Tagen nach Frankfurt a. M., um dem Sängerwettstreit bei- zuwohnen. Nach der Rückkehr nach Potsdam findet am 28. die Frühjahrsparade in Potsdam, am 29. Mai in Berlin statt. Die Junitage wird der Kaiser zu kurzen Jagdausflügen benutzen und die Kavallerieregimenter auf dem Döberitzer Truppenübungsplatz besichtigen, wo am 17. Juni die gesamte Gardekavalleriedivision zur Uevung zusammenqezogen werden wird. Es folgt dann Ende Juni die Kieler Woche und hieran an- schliesiend die Nordlandsreise. Nach Rückkunft von der Nordlandsreise wird Aufenthalt auf Wilbelmshöke genommen. Von hier aus wird der Kaiser eine bezw. zwei Kavalleriedivistonen besichtigen, bei der Einweihung des Offizier-
Deutfches Reich.
— Der Kaiser und die Kaiserin sind gestern in Wiesbaden eingetroffen. Der Reichskanzler ist gestern abend 10 Uhr von Berlin nach dem allerhöchsten Hoflager in Wiesbaden zum Bortrag ab- geretst.
— Besuch des Prinzen Ludwig von Bayern in Karlsruhe. Karlsruhe, 17. Mai. Prinz Lud. wrg von Bayern traf heute nachmittag 2.40 Uhr Mm Gegenbesuche bei den Großherzoqlichen Herrschaften hier ein. Zum Empfange auf dem Bahnhofe waren erschienen der Großherzog, Prinz Max, die Generalität, sowie die Spitzen der Zivil- und städtischen Behörden, ferner der bayerische Gesandte Ritter von Erünstein. Bei der Einfahrt des Zuges intonierte die Musikkapelle die bayerische Hymne und die Ebrenkom- pagnie des Leibgrenadierregiments präsentierte. Nach der herzlichen Begrünung der Herrschaften und der Vorstellung der Gefolge, schritten Prinz Ludwig und der Erotzherzog die Front der Ehrenkompagnie ab und nahmen deren Vorbeimarsch entgegen. Sodann erfolgte in vierspännigen Wagen die Fahrt durch'die festlich geschmückten Straßen zum Schlöffe unter der Eskorte einer Schwadron Leibdraqoner. Im Schloß fand die Begrüßung der fürstlichen Damen statt. Um 6 Uhr besichtigte Prinz Ludwig das fliiß- bautechnrsche Laboratorium des Profeffors Rehbock. Um 8 Uhr findet Galatafel statt.
„„ — Graf Zeppelin. Berlin, 17. Mai. Bei Eröffnung der heutigen Sitzung des Reichstages verlas der Präsident. Graf Stolberg, ein Telegramm des Grafen Zeppelin, in dem dieser den Reichstag zu einer Besichtigung seines Luftschiffes und zur Teilnahme an einer Fahrt in Friedrichshafen am 5. Juni, vormittags 11 Uhr einladet. Diese Mitteilung wurde auf allen Seiten mit lebhaftem Bravo ausgenommen.
— Ein Zwischenfall im Reichstage. Berlin, 17. Mai. Während der heutigen Sitzung be» Reichstags wurden bedruckte Zettel von der Bübne in den Saal geworfen. In denselben wird von einer Heistwafferkur gesprochen, die Kaiser Wilhelm 1903 von dem Zettelwerfer empfoblen worden sei. Die Flugschrift deutet an, daß der Kaiser hierdurch von seinem Kehl- kopfleiden geheilt worden sei. Der betreffende Mann, der die Zettel geworfen batte, wurde auf Anordnung des Präsidenten entfernt.
— Die Pstngftferie« des Reichstags. Der Seniorenkonvent des Reichstages hielt gestern nochmals eine Sitzung ab und einigte sich dabin, vom Dienstag ab die Verhandlungen im Plenum auszusetzen und die nächste Plenarsitzung
Im Abgeordneteuhause
erklärte gestern vor Eintritt in die Tagesordnung der Abg. Malkewitz (kons.) die Behauptung de« Abg. Hoffman« (koz.), daß er — der Redner — früher bei den Sozialdemokraten der .rote Gustav" genannt worden sei für unwahr. Er habe schon ftüher diese Behauptung al« perfid« Verleumdung gekennzeichnet und wiederhole, daß er niemals der Sozialdemokratte angehort und nie Beziehungen zu ihr gehabt habe. — Es wurde die zwette Lesung der Gesetzentwurf« über den Bergwerksbetrieb ausländischer juristischer Personen und den Geschäftsbetrieb nichtpreußischer Genossenschaften fortgesetzt. Die Vorlage wurde nach kurzen zustimmenden Bemerkungen seitens der Frak- twnSredner angenommen. ES folgte die zweite Lesung der Berggesetznovelle in Verbindung mit verschiedenen Anträgen, deren Ablehnung die Kommission beantragte, da sie durch die Vorlage erledigt waren. Abg. Beuchelt (kons.) erkannt« an, daß jetzt ein Gesetzentwurf geschaffen worden sei, der allen Be- terttgten nach Möglichkeit gerecht zu werden suche. Deshalb würden auch seine politischen Freunde an dieser Vorlage festhalten. Hoffentlich werde das Gesetz seinen Hauptzweck, Leben und Gesundheit der Arbeiter zu schützen, in vollstem Maße erfüllen. Er bitte, die Vorlage unverändert anzunehmen. Abg. Goebel (Ztr.) erklärte, daß auch seine Parteifreunde der Vorlage zustimmen würden; eine gleiche Erklärung gab auch der Abg. Krause (freikons.) für seine Fraktion ab. Abg. Wolff-Liffa (frs. Vg.) hielt eine reichsgesetzliche Regelung der ganzen Frage für geboten, während Abg. Dr. RSchling (natl.) namens seiner Fraktion eine reichsgesetzlich« Regelung entschieden ablebnte. Abg. Dr. Flesch (frs. Vv.) meinte, daß die Veränderungen, welche daS Gesetz in der Kommission erfahren hätte, nicht immer Verbesserungen bedeuteten. Abg. Seiner! (So,.) behauptete, die Bergwerksbesitzer hätten zuungunsten der Arbeiter in der Vorlage zu viel Berücksichtigung gefunden. Abg. v. Gescher (kons.) bemerkte, daß merkwürdigerweise das Gesetz sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Arbeitnehmern auf Widerspruch stoße. Eigentlich müßte man deshalb das Gesetz ablehnen, würde damit aber den Interessen sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer einen schlechten Dienst erweisen. Während in der Kommission alle Mitglieder bestrebt waren,^ Garantien dafür zu schaffen, daß zu Sicher- heitSmännern nur bewährte und erfahrene Arbeiter gewählt werden könnten, sei das Bestreben der Sozialdemokraten seltsamerweise immer auf das Gegen- ! teil gerichtet gewesen. (BeifallZ
Aus dem Reichstage.
Die gestrige 259. Sitzung begann mit der Verlesung eines Einladungsschreibens des Grafen Zep- velin an den Reichstag zur Besichtigung des Lust- fth.ffes m Friedrichshafen am 6. Juni. (Bravo l) Sodann wurde die am Sonnabend ausgesetzte Beratung des § 67 d des Viehseuchengesetzes bett. Anbringung von Beschwerden gegen Anordnungen bet der Bekämpfung von Viehseuchen im Jnlande fortgesetzt. Der Paragraph wurde angenommen. Ebenso der Rest des Gesetzes und die Resolutton Siebenbürger (kons.) über d,e baldmögliche Vorlegung eines Gesetzentwurfs behufs reichsgesetzlicher Regelung des Abdecke rclwesens. In der nun folgenden ersten Beratung des Entwurfes eines Schutzgebietsetatsentwurf», der nach Angabe des Staatssekretärs Dernbnrg ledig- lrch «ne Zusammenfassung bereits gültiger Vorschriften ist und an die Budgetkommiffion verwiesen w/rd, kommt es zu einem kleinen Zwischenfall. Ein alter Mann, Josef Appell aus Böhmen, wirft von der Tribüne Flugblätter in den Saal, in denen er sich darüber beschwert, daß er auf Anpreisung seiner „Heißwafferkur" an den Kaiser keine Antwort erhalten habe. Gleich in erster und zweiter Lesung wurde (odann der Gesetzentwurf erledigt, der die selbständige Verwaltung des Reichsinvalidenfond« und Relrftenfonds aufhebt und dem Reichskanzler, d. h. dem Reichsschatzamt überträgt. Bei der zweiten Beratung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb sprechen die Redner aller Parteien ihre Be- ftiedlgung darüber aus, daß die Kommission die Generalklausel, von dem VerstH gegen die guten Sitten, aufgenommen habe. 8Q& Graf Germer- Zieserwltz (kons.) hob noch hervor, daß die betreffende Klausel des Bürgerlichen Gesetzbuches, auf die die Regierung verwiesen habe, nicht genüge. 88 1 und 2 wurden angenommen. Bei 8 3, der u. a. in Reklamen "Er'Uhre und zur Irreführung geeignete Angaben taftachlicher Art" für strafbar erklärt, forderte Abg.
St"'Huna der Worte .tatsächlicher Art . Abg. Arnold (kons.) schloß sich ihm an. Der Antrag wurde von der Rechten, dem Zenttum und «nein Teil der Nationalliberalen angenommen. Der Koukursmassen-Paragraph, § 5 und 8 «, der die Offenlegung der Warenverzeichnisse bei Ausverkäufen borichrcibt, wurden angenommen. Dem 8 10 a, dem fog. L-chnnergclderparagraphen, widersprach der Abg Frank-Mannheim (Soz.) sehr energisch. Abg. Graf v. llnrmer-Zieierwih (kons.) wies ihm gegenüber darauf hm, daß es sich nicht um die Bestrafung der passiven, sondern auch vor allem aktiven Bestechung handele. Nicht weniger als 46 Handelskammern hät- ^nen foMjen Schmiergelderparagraphen en- ber IO weniger gegen die Angestellten, »tt Sefcn, als gegen die Bestechenden richte. Auch die übrigen Handelskammern hätten da» Schniiergelderunivesen zugegeben und um Abhilfe ge. beten. Der Weg der Selbsthilfe nutze nichts, weil er
UnÄet!!at3 gegenüber dem Bestechenden ber« l“?e- Zerfall.) Abg. Mugdan (frf. Bp.) glaubte, V26 bürgerlichen Gesetzbuchs genüge. Die ?bg- L.nz (Rp.) Bitter (Ztr.), llarftenS (frf. Vp.) (natlib.) stimmten dem Paragraphen zu, wahrend Abg P-tth-ff (frf. Vg.) und nochmals Ä »XL™ w'dersprachen. Staatssekretär von 6at- den § 10 a anzunehmen. Da» norf,8™6^106 entsprechend. Es wurden sodann SeMmmen”6 Paragraphen nach kurzer Debatte an-
. ■ :-v------er neben
dem gelbmahntgen, grimmigen Hundekapf eine P11«1 blonde Frauengestalt von so überaschender Schönheit vor sich auftauchen, daß er geblendet, Hut und Stock in der einen und den Fächer in der anderen Hand, wort« und bewegungslos auf die Erscheinung starrte. Die junge Dame sah I ÄV-tÄÄ 3 J^te .sich die vom (Sange heiße I Bewunderung zeigte, die sich so deutlich und 3 schrE- J*n $ut ber Hand be- | sprechend auf seinen Zügen ausprägte, sondern daß allmählich ein leises, halb schelmisches, halb wottisches Lächeln auf ihren Lippen erschien und sie, eine weiße, schlanke Hand über die Brüstung streckend, gleichmütig sagte:
A? Ä'ÄS® I l-ää
«m €trtem .übermütigen Lächeln Eie mir jetzt vielleicht meinen Fächer geben?
dunklen tXttÄ Vi8en Still, Troll, der Herr tut mir niK» - Enkel-
dunklen Schnurrbart beschatteten Lippen, I Damit, neigte^ tze. noch immer mit dem
mann, die Sense über den Rücken gehängt und
den brettrandigen Strohhut tief in den Nacken I Und als der Jüngling zum zweiten Male geschoben, schritt mit einem Gelobt sei Jesus erschreckt, sich schnell aufrtchtet^ ff
r£n r!m kvI611 Wanderer vorbei. Die. j dem gelbmähnigen, arimmiaen Hunt ser grüßte freundlich und rief: Freund, wo komme ich hier zum Schiffli?"
„Immer grad aus und rechts um, Sie können'» nit verfehlen!" war die Antwort des Weiterschreitenden, und befriedigt mit dem Kopfe nickend, lockerte der junge Mann den Riemen seines auf * Ränzchens, wis' hohe Stirn und ,_,«t ... w
haltend und eine lustige, moderne Walzermelodie pfeifend, den langsam abfallenden, zum Dorfe führenden Landweg herab.
Vor der Villa blieb der junge Mann, seine Blicke an der roten Relkenpracht und der Zier-
1 t* (Nachdruck verboten.) Wanderer, ber soeben beim
E- * . ' I Strahle der sinkenden Sonne aus dem Walde
U5ttt ?outmertraum, I heraustrat und, den leichten Strohhut auf-
Roman von K. van Beet« I otm?nb dunklen, lockigen Haar neh-
«r-,,, ‘ I wend, entzückt das vor ihm liegenbe friedliche
bas^Ieine 9BttQ> etngeschloffen lag Bild musterte, mit verwundertem Blick an dem
bin den irettn^NlÄ£Ut elnet Seite so wenig in dasselbe hineingchörende Stückchen nffpn ®Iut rayf bas blaue Gottesauge I moderner Romantik hängen blieb. Doch bald
e5Jr n^<.9Tamen^"Seebergen" I schweiften seine Augen wieder davon und flogen ber ornän ^^nbahn verband es mit! mit Befriedigung und Entzücken über das ganze, kClt draußen, und unberührt I wonnig schöne Fleckchen Erde, das in abgeschlos- fich tä ki'nj’r5 sener Keuschheit und unberührtem Frieän vor
'®in,er landschaftlichen Schönheit, der I ihm lag.
man van 1er vielen Ausflüge, die Ein kleine, etwas mattönige Glocke rief zur
Kehie8 bewahrt, lleberall standen
ten 4 se $.sufer mit braunen, geschnih- ten §0{iialtanen, über deren Ränder glutrote Nelken und Reseda nickten, und in den^schlecht unMunrcn, dürftigen Gärtchen blühten dick- kopftge Rosen und schmiegsame, zartfarbige Klüden,, spargelkrauter schossen neben Sa lat« buscheln und Radteschen und protzige Blumen- kohlkops» blähten sich neben bet schlanken Petersilie.
genesungsheim» in Königstein int Taunus an- I Zur Landung deutscher Ballons in Frankreich. bet Um den Unannehmlichkeiten aus dem Wege
bw Grafschaft Mark zu.Preußen auf der Hohen- zu gehen, welche die Landung deutscher Ballot
syburg in der ersten Hälfte des August beiwoh- Frankreich veranlassen, hat der „Nieder- "?n. eine Parade auf dem Sande bei Mainz rheinische Verein für Lustschiffahrt« seinen FÜH-
abhalten und am 1. September die Herbstparabe rem berartige Landungen verboten Zuwider-
des Eardekorps abnehmen Dieser Herbstparabe handelnde trifft die strengste Strafe, die Führer
folgen die Paraden des 14. und 13. Armeeko^s, treffen kann, nämlich die Entziehung der Füh-
die großen Manöver dieser und der bayerrschen rerqualifikation b is auf Weiteres, wenigsten»
nSnT Monate; sodann hat der brttef.
n5t>er der beiden sächsischen Korps. 1 sende Führer die dadurch entstehenden Kosten
Der Reichskanzler und die Rachlaßfteuer. | silbst zu tragen.
Die „Norbd. Allg. Ztg.« schreibt: „In . einem Teil der Preffe wird noch immer die Legende weitergesponnen, der Reichskanzler habe sich bei den Steuerdebatten des Jahres 1906 gegen eine Deszendentenbesteuerung ausgesprochen und festgelegt. So vertritt auch eine von einem Landtagsabgeordneten gemachte Veröffentlichung die irrige Meinung, Fürst Bülow habe damals die Nachlaßsteuer für verderblich, für eine sozialistische Maßregel erklärt. Demgegenüber stellen wir fest, daß der Reichskanzler in jenen Verhandlungen mtt keinem Worte von der Nachlaß- oder Deszendentensteuer gesprochen, geschweige denn diese Steuer als sozialistische Maßregel bezeichnet hat."
Einschränkung der Offizierdienstreise«.
Nachdem der Minister des Innern kürzlich angeordnet hat, daß die Dienstteisen der Beamten möglichst einzuschränken sind, um an den Kosten zu sparen, ist auch die Militärbehörde mit einer gleichartigen Maßnahme gefolgt. Es wird darauf hingewiesen, daß die Fords durch die Offizier- dienstteisen außerordentlich geschwächt sind, und daß es dringend erforderlich ist, die Dienstreisen auf das allernotwendigste Maß zu beschränken. Namentlich soll an den Tagegeldern gespart werden, weshalb der unbedingt erforderliche Aufenthalt in fremben Garnisonen nicht zu überschreiten ist. Der Zweck der Dienstteisen soll indessen durch dieses Sparsystem keine Beeinttächttgung erfahren.
Freie Erfindung.
Die steikonservattve ,Post« beschäftigt sich mit der Meldung, die durch die Blätter ging, daß am letzten Sonnabend Verhandlungen in Sachen der Reichsfinanzreform zwischen Vertretern der Reichspartei, Nattonalliberalen und der liberalen Vereinigung stattgefunden hätten. Das Blatt schreibt: „Wenn dabei gemeldet wird, daß die Verhandlungen den Zweck verfolgten, den Konser- vattven den Vorwand zu nehmen, als ob mit den Liberalen keine Reichsfinanzreform zustande zu bringen sei, so handelt es sich dabei um keinerlei Indiskretion, sondern um freie Erfindung, denn es ist selbstverständlich, daß Vertreter der Reichspartei an Verhandlungen über die ReichS- finanzreform nur zu dem Zwecke teilnehmen können, eine Verständigung zwischen den Konser- vattven und Liberalen anzubahnen und so einen gangbaren Ausweg aus der jetzigen verworrenen Lage der Dinge zu finden.« — Wieviel an den jetzt auftauchenden mancherlei Meldungen zur ReichS- sinanzreform wohl überhaupt freie Erfindung ist!
klopfte er mit feinem derben Knotenstock kräftig I Lächeln um den Mund, den blonden Kopf und an einen wemumkranzten Vorsprung bei hohen, bas mächtige Tier am Halsband fassend, tauchte bas ErunbstLck umgebenden Mauer und rief die leichte Gestalt hinter der hohen, grauen mtt voller Stimme: „Sesam, öffne dich!« Im I Mauer unter.
jelben Augenblick schlug mit tiefem, kräftigem Der junge Wanderer stand noch immer wie Stte RA Ä^m"Ä^^^»- E^ervorsprung gelähmt, alles Leben konzentrierte^sich bei ihm retfte sich der mächtige Oberkörper eines Herr- I in den Augen, die mit einem Ausdruck oren« feruna I 8®nt°fcn Staunens und Entzückens wi? ge-
sprung von bem Sims geschleuderter großer, bannt an der Stelle hingen auf ber ihm bo- roter Facher fiel bem erschreckt zurückspringenden wunderbare Bild so Überraschend erschienen
D°L die Füße. Indern dieser sich war. Endlich atmete er «es und schwer 5,
"1 c t€-1n£en’ auseinan- I sah sich wie aus einem Traume erwachend ring»
bet geschlagenen Facher bückte, rief eine weiche I um und stampfte bann ärgerlich mit bem Fuße.
Frauenstimme: Wie ein Verrückter ober wie ein Schuljunge
— ”Ml8 machst Du denn für I habe ich mich benommen! Das köstlichste Aden- Dummheiten? I teuer ber Welt wird mir auf einem Rosenblatt
entgegen gebracht, und anstatt den Mund auf. zumachen und die Zauberformel be» Verständnisse» zu murmeln stehe ich wie ein Oelgötze da und lasse die Marchenprtnzessin wieder verschwinden! Solche Dummheit soll noch gesucht werben! Beinahe ist ste tröstlich, denn b« Sprichwort: Den Dummen gibt» der liebe Gott im Schlafe! findet vielleicht nochmal» auf mich Anwenbung, unb bann wollen wir e» besser machen! Hollah — bas find ja unerwartete Reize diese» ibyllischen Aufenthalte»! Ich firchte nur mein guter Junge, diese königlich» Rose wird sich nicht »lebet zu Dir herab neigen! Himmel, ift sie schön! Was will ich eigentlich noch mehr? — Es ist undenkbar, daß die Ra. tut etwas Vollkommenes schafft, daß in solchk