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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und de« Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Beilage."
Jg 114
Die „vberhesftfche Zrttrmg ' erscheint täglich mit Aufnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 'IM. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Erpedition Markt 21, 2 Mk
Marburg
Sonnten. 16. Mai 1909.
Die InlertionSgebüür beträgt für die 7gefpolttne Zeile "der deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Unioerfttätsbuchdruckerel Jnbaber Dr. E. Hitzerotb. Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
Drittes Blatt.
Aus dem Reichstage.
Da- Haus war gestern auffallend stark besucht. Der Grund für den Eifer vieler sich sonst durch Abwesenheit auszeichnender Mitglieder war. daß zu Beginn zwei namentliche Abstimmungen borgenommen werden sollten über den Antrag Raab zum Reichsbankgesetz. Er fiel in seinen beide Teilen (anderweite Verteilung des Reingewinnes und Begrenzung der Dividende für die Anteilseigner auf 6 pCt.) im ersten mit 177 gegen 14'-.- ,m zweiten mit 246 gegen 74 Stimmen. Der Artikel 1 wurde unverändert angenommen. Art. 2 sieht eine 5proz. Notensteuer und eine Erhöhung des steuerfreien Notenkontingents vor. Am Ouartalsende soll sich nach Abs. 2 der steuerfreie Notenbetrag um 800 Millionen erhöhen können. Abg. Dr. Arendt (Reichsp.) batte, da er die Notensteuer für eine un- «ütze Beschränkung der Reichsbank hält, gegen die Erweiterung der steuerfreien Notenreserve nichts einzu- wendcn. Der Abs. 2 bedeute jedoch einen einfachen Steuererlaß, solchen zu gewähren sei das Reich in seiner jetzigen Finanznot nicht in der Lage. Der Abg. Raab (wirtsch. Vgg.j schloß sich ihm an. Abg. Dr. Weber (natlib.) und der Reichsbankprästdent widersprachen. Darauf wurden beide Teile des Artikels 2 angenommen, ebenso Art. 3 der die Reichsbanknoten als gesetzliche Zahlungsmittel anerkennt und der Rest des Gesetzes. Eine von der Kommission beantragte Resolution in der ein Gesetz gegen die zur Anlage von Depositen oder Spargeldern durch schriftliche oder öffentliche Aufforderring oder durch Agenten anreizen- ben Banken und Bankiers gefordert wird, fand gleichfalls Annahme.
Es folgte die zweite Lesung des ViebseucheugeseßeS. Der Entwurf ist schon vor 1% Jahr der Kommission aberwiesen, die ihn eingehend beraten hat. Der erste Redner, Abg. Lebmann-Jena (natlib.) wandte auf das nun vorliegende Ergebnis der Kommissionsver- handlunge« das Wort an: Was lange währt, wird gut, bemängelte es trotzdem aber in Einzelheiten. Ihm erwiderte Staatssekretär von Betbmann-Hollweg. Abg. Gchcidemann (Soz.) sprach besonders dagegen, daß die AussHbrungsbestimmirngen und die Regelung der Kostenfrage den Cinzelstaaten überlasten ser. Freiherr von Pfette« (Ztr.) kennzeichnete seine Ausführungen als Ucbertreibungen. Dann sprach Abg. Dr. Hahn (kons.). Er befürwortete die intensivere Seuchen- bekämvtung namentlich vom Standpunkte der kleine» Bieb-üchter und im Interests der Volksernäbrung. LaudwirtschaftSminister von Arnim ging die einzelnen, zum Teil beseitigten Differenzpunkte zwischen Regierung und Kommission noch einmal durch, bezeichnete O die von den Sozialdemokraten beantragte Streichung des § 7 als eine Oeffnung unserer Grenzen für alle ausländischen Viehseuchen und gab namxns der Ver- bn> >"en Regierungen die Erklärung ab, daß die Bun- dessiaaten ihre landesrechtlichen Grundsätze für die AiEbriiwung der Kosten unter dem neuen Reichs- seuch-gesetz nicht zu Nngunsten der Jnterssenten andern würden.
dem Abaeordnetenbanse.
_?(6g. Leiner! (Soz.) verlangte Lohnerhöhung der Arbeiter der Eisenbahnverwaltung und drohte mit Passiver Resistenz der Arbeiter. Minister von Breite«-
Rite Erinnerung.
_ Jetzt, wo die Bürgerschaft sich rüstet, die Feier ors 2000. Studenten würdig zu begehen ~~ so munkelt man wenigstens — ist es vielleicht^ angebracht, die Feier des 1006. Studenten im Jahre 1887 wieder einmal in das Eedücht- ms zurückzurufen. Unsere Buchdruckerei veröffentlichte damals eine Beschreibung der Fest- lichkeitea von I. A. Koch, die gekürzt hier nochmals eine Stelle finden möge, zumal die Schrift doch noch wenig bekannt sein dürfte.
Nachdem es bekannt geworden, daß im gegenwärtigen Semester der Tausendste Student auf unserer llnivcrfität immatrikuliert sei, faßten die städtischen Behörden den Beschluß, dieses Ereignis durch ein gemeinsames F^t für die Universität und die Bürgerschaft zu begehen.
Es "intbe hierzu ein Festausschuß gewähtt und der Dammelsberg als Festplatz bestimmt.
In wiederholten Beratungen mit dem Herrn .Universität, Herren Vertretern der Studentenschaft und dem Vorsitzenden des Festausschusses, Herrn Vizebürgermeister Siebert. war die Festottmung geprüft und fest- gestellt.
Es wurde bestimmt, daß der große Platz des Dammelsbergs den Zentralpuntt des Festes mit etwa 600 Sitz-lätzen bilde zum zwanglosen Verkehr für alle Festteilnehm«. Diesen Haupt- Platz umgehend wurden dann Gruppen gebildet und Plätze reserviert für die Untversttät, den Festausschuß, das Offizierkrps und die studentischen Korporationen.
Alle Vorbereitungen waren sonach glücklich lbe:munhen, die Gunst des Wetters zeigte sich »".denkbar bester Laune, die Stadt prangte im reichsten Flaggenschmuck und die Stunde war Er?’ttnteE> wo der Studio fich anschickt«, im
>Een Wichs zur Ketzerbach zu wandern, um •m Pünktlichkeit die Aufstellung de» Zuge» zu
hoch trat den Behauptungen des sozialdemokratische« Redners, unter Beifall des Hauses, mit Erfolg ent- gegen. Wegen der Beschwerde des Abgeordneten Röch- I,ng über die Mangelhaftigkeit der ausländischen Personenwagen bemerkte der Minister, daß bei der nächsten internationalen Konferenz auf Abhülfe hingewirtt A?g. Lippman» (frets. Bp.) bespricht die Verhältnisse der von Privatbahnen übernommenen und pensionierten Beamten.
Zum Bauetat kamen zunächst lokale Wünsche zum Ausdruck. Abg. v»n Camp (natlib.) erntete da die Bedingungen der Submissionen und die Teilnahme von Handwerksmeistern an den Verdingungsanschlä- gen. Justizverwaltung: Abg. Krause-Waldenburg (freikons.): Die Beschäftigung von Strafgefangenen ni der Landwirtschaft liege ebenso im Interesse der Landwirtschaft wie der Gefangenen. Redner spricht weiter gegen Schädigung der Handwerker und Gewerbetreibenden durch Gefangenenarbeit und bringt einen Spezialfall aus dem Kreise Reichenbach vor uiid Ichlicßt mit der Bitte an den Minister die Ucberlassung von Strafgefangenen zu landwirtschaftlichen Arbeiten zuzulassen. Abg. Schepp (freis. Vp.) wünscht Heran- ziehung der Lehrer und Geistlichen bei Vernehmung von Schulkindern vor Gericht, Abg. »eil (natlib.) ;.Lrw6L <!e^cn Einführung der selbständigen Notariate. ’ ®*’ner* (®oü-) bemängelt die Rechtsprechung der
ordentlichen Gerichte. Der Justizminister will die Be- ichaftigung der Gefangenen in der Landwirtschaft ge- Die selbständigen Notariate seien tn größeren Städten im Interesse des Publikums erwünscht. Der Jilstizmlmster lehnte ab sich zu schwebenden Strafprozessen zu äußern. Bezüglich der Vorgänge auf dem dUmnasiiim zu Essen bemerkte der Unterstaatssekretär cl .Kultusministeriums, daß schon das Provinzial- m * 1 2 * * 5' £anuor d. Js. Remedur geschaf-
linma r f ? « Anordnung des Provmzialschulkolle- glums fei «eit Beginn des laufenden Schuljahres (22 burchgefÜHR: und ein angemessenes Verfahren ®hm^tnr*UriI"gj£r ®*örcr gewährleistet. Das ^uus'um «n Essen sei eine Doppelanstalt mit Pa- Elklassen für alle Klassen. Die Verteilung der Schuler führe manchmal zu Schwierigkeiten. Es sei Aufgabe des Direktors zwischen dem Wunsch der El- .""b bem Zweck der Schule zu vermitteln. De« Direktor treffe der schwere Borwurf, daß er in zu weit- b°be ^v7^?'n^!nzelnen Wünscht nochgegebeu b°be.. Dadurch fei eine soziale Scheidung der Schüler
Ehrend Gemeinsinn und Kamerad- !"uftllchkert, bei der nur Tüchtigkeit bewertet werde, das Z,el fern muffe Die Unterrichtsverwaltung werde dafür sorgen, baß Fehler, wie sie in Essen vorgekom- ^eu seien, sich nicht wiederholen. Abg. Schröder (nat.- beschwert sich darüber, daß zwei Volksschullehrer wegen ihres Verhaltens gegenüber der Sozialdemo- lrulie gemaßregelt seien. Der Ministerialdirektor Schwartzkopff klart die Vorgänge auf und vertritt die Berechtigung der Disziplinarenffcheidung. Speziell über bett Lehrer Kimpel bemerkt er, daß derselbe in Wiesbaden an einer Versammlung teilgenommen höbe, tn welcher neben ihm der bekannte Sozialdemokrat Dr Ouarck in Frankfurt als Referent fungierte und bekannt gemacht war. In dieser Versammlung sei die Regierungsvorlage bett, das Volksschulunter- haltungsgesetz bekämpft worden. Nachdem Abg. Eickhoff (frers. «£.) dies «erfahren als Keherrichterei angegriffen hatte, erklärte der Aba. Brüt! unter Lär- men der Linken und lebhaftem Beifall der Rechten, daß er, wenn auch nicht im Namen seiner Partei, die Ausführungen billige, welche der Ministerialdirektor bezüglich des Falles Kimpel entwickelt habe. Nächste Sitzung Sonnabend 11 Uhr.
Politische Umschau.
Au» der Finanzkommisfio«.
Berlin, 14. Mai. In der Finnnz- kommisston des Reichstages eröffnete der stellvertretende Vorsitzende Abgeodneter Dr. Spahn die Sitzung mit der Verlesung des Schreibens, in dem Dr. Paasche di« Niederlegung des Vorsitzes in der Kommission mitteilt. Spahn schlug vor, die Neuwahl eines Vorsitzenden auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen. Hierauf erklärte Paasche, seine politischen Freunde seien bei der gegenwärtigen Situation nicht mehr in der Lag«, aus ihren Reihen einen Vorsitzenden zu stellen. Abg. Freiherr v. Richthofen (kons.) erkannte die Tatsache an, daß Pansche tn der Geschäftsordnungsfrage von der Majorität im Stiche gelassen worben sei, für ihn und sein« Freunde würde es aber eine Freud« sein, wenn der bisherige Vorsitzende den Vorsitz wieder übernehmen würde. Abg. von Gamp sprach stch namens der Reichspartei, Abg. Raab namens der Wirtschaftlichen Vereinigung tn ähnlichem Sinne aus. Tester« betonte, daß Paasche nach wie vor das Vertrauen der Mehrheit der Kommission genieße und bedauerte, daß bet Konflikt entstanden sei. Die Wahl des neuen Vorsitzenden wurde alsdann auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt. Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten, jedoch konnte die Beratung der Neuregelung bet Fahrkartensteuer noch nicht in Angriff genommen werben, b« bas einschlägige Druckmaterial nach nicht vollstänbkg vorliegt. Am Schluffe bet Sitzung entspann sich eine längere Eeschäftsorbnungsbebatte, in bet sich bie Rechte unb bas Zentrum bereit erklärten, im Interesse bes Fortganges bet Verhandlungen ihren Beschluß auf Weiterberatung der Banderole rückgängig zu machen. Auf bet Tages- orbnung ber nächsten Sitzung am Dienstag würbe bähet außer ber Wahl bes Vorsitzenden der Artikel 4 des Tabakfteuerentwurfs ber Subkommission gesetzt, außerdem die Fahr- kartensteuer.
Auszug aus den Standesbüchern des Königlichen Preußischen StandesamtsbezirkS Marburg.
Standesamt Werktäglich geöffnet von 10—12 Uhr.
Vom 8. dis 15. Mcii 1969.
verehelichte.
1. Kommunalständ Straßenmeister Adam Bätzing, Wohnh. hier, mit Wilhelmine Meier, wohnh. in Cassel.
2. Königl. Eisenbahngehülfe Joh. Heinrich Kißling mit Anna Martha Katharine Winterstein, beide wohnh. hier.
Geborene.
1. Anna Katharina Elisabeth, T. d. Schreiners Konrad Schäfer. 2. Ottonie Anna Luise, T. d. Bauführers Otto Fiege. 3. Hedwig, T. d. Kandidaten der Philosophie Titus Zais. 4. Heinrich Wilhelm, S. d. Steinhauers Friedrich Gimbel. 5. Johannes Georg,
S. d. Mechanikers Ludwig Clement. 6. Lotte Marie
ermöglichen, der sich aus folgenden studentischen Korporationen*) zusammensetzte:
Dem S. C. bestehend aus den Korps Teu- tonia (41) Haffo-Raffovia (44), Euest- pbaHa (18); dem D. C. bestehend aus den Burschenschaften: Arminia (24), Alemannia (34)- den Verbindungen: Wingolf (53), Pharmacia (46), Germania (49), A. T.-V. Philippina (29), Haffo-Guestpbalia (17 unb 24 A. H), Rbenania (30), Thuringia (30); Verband Wissenschaft!. Vereine: a) naturw.-med. (26), b) roiffenschaftl.-thol. (41), c) phil.-histor. (21), d) neuphilologischer (35), e) mathematisch- physikalischer (16): Verein deutscher Studenten (33); Richard Wagner-Verein (14); Pharma- 3eutem>«eiit (20); Richtverbindungs-Studenten
Sämtliche Korps, Verbindungen und Vereine hatten sich mit ihren Fahnen eingefunden, die Thargietten prangten in Touleur und Wichs.
Den Vortritt bei dem diesmaligen Zuge hatte nach bet hierin stets wechselnden Zugordnung die BerbiiUmng „Wingolf", die dann auch zur Eröffnuvz des Zuges drei Vorreiter im Kostüm altdeutscher Herolde stellte. Diesen folgte ein Teil der Jägerkapelle, ein weiterer Teil derselben und die städttsche Kapelle waren ebenwohl im Zug. Derselbe begab stch von der Ketzerbach über den Steinweg, Wettergaffe, Reitgaffe, llntergaffe, Barfüßersttaße, Markt, Ritterstraße, Schloßberg zum Dammelsberg.
Gegen 5 Uhr traf der Zug auf dem zum Festplatz eingerichteten Dammelsberg ein. Ist doch unser Dammelsberg ohne jeden Schmuck schon «in Festplatz, wie ihn keine Kunst zu schaffen vermag, ein steiler Bergkegel, mit den schattigsten und bequemsten Wegen durchschnitten, abgeplattete größere Plätze, malerische Bergabhänge, unb bas alles bewachsen unb beschattet mit frischen, grünen, alten Eichen. Zu
*) Die eingeklammerten Zahlen geben bit ungefähre Mitglieder zahl an.
diesem natürlicher Schmucke aber hatte heute der Dammelsberg noch ein Extrafestgewanb angelegt, reich mit Wimpeln, Fahnen, Lampions unb Transparenten hatten stch bie alten Eichen, »dauernbe Zeugen einet viel hunbert Jahre 1 r alten Vergangenheit, aufputzen kaffen.
In mustevhast-r Otbnung eiltz nun alles feinen angewiesenen Plätzen zu, wo für {eben Teilnehmer ein Lieberheft unb ein belegtes BrKichen auf einem niedlichen Papierteller bereit stand, bald füllten sich auch aus den schön ausgestatteten Buffets der Brauereien Misso- rnelius, Lederer, Höfner und Bopp die Gläser, die Mufikkvrps ließen ihre Weisen erschallen und das Fest war im schönsten Gang. Doch bedurfte es noch der Weihe.
Oberbürgermeister Schüler eröffnete bie Feier mit einer Rede, ihm folgte der damalige Rektor Prof, von Liszt. Als Vertreter der Studentenschaft sprach stud. theol. Endemann aus Melsungen.
Rach einer weiteten Pause gab Herr Vizebürgermeister Siebert den Wortlaut dreier Depeschen kund, welche fofort an Se. Majestät den Kaiser, Se. kaiserl. Hoheit den Kronprinzen unb Ce. königl. Hoheit ben Prinzen Wilhelm abge- fanbt würben unb brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf bas Haus Hohenzollern aus. Der Wottlaut ber Depeschen ist folgender:
Sr. Majestät dem deutschen Kaiser und König von Preußen. Ew. Majestät senden ehrfurchtsvoll die zur Feier der Immatrikulation des lOOOften Studenten versammelten Bürger der Universität und Stadt Marburg in dankbarem Gedenken der unausgesetzten Fürsorge für bie Hochschule ein begeistertes Hoch bem Hohenzosternhaus.
Im Auftrag: Schüler, Oberbürgermeister.
Sr. Kaiserlichen Königlichen Hoheit bem Kronprinzen bis beutschen Reiches. Schloß Winbsor. Die zur Feier ber Jmmatrikulatton des 1000sten Studenten in froher Feststimmung »«sammelte» Bürg« Net Universität unb
Johanna, T. d. Kgl. Steuersekretärs Rudolf Sippel. 7. Elisabeth, X. d. KusscherS Peter Veite. 8. Emili, Elisabeth, T. d. Kaufmanns Christian Schaaf. 9. Berta Margarete Auguste, T. d. Heizers Friedrich Henning. 10. Elisabeth, T. d. Schlossers Heinrich Mengel in Wehrda. 11. Heinrich. S. d. Gastwirt« Konrad Carle in Cappel.
verstorbene.
1. Käthe, T. d. Professors Dr. phil.' Franz Josef Mathias Richarz, 8 Fahre. 2. Totgeburt, S. d. Maurers Bonosus Fink. 3. Domänenpächter Oskar Mlh. Wackcrmann aus Pyrmont, 46 Jahre. 4. Maurer August Michels aus Volkmarsen, 75 Jahre. 5. Mari« Mai geb. Thome aus Kirchhain, 67 Jahre. 6. Invalide Johann Jost Geisel aus Rollshausen, 49 Jahre. 7. Karl, S. d. Karusselbesihers Lorenz Eckel aus Jesberg, 4 Jahre.
Bücherschau..
— Der Kampf um die Bluse. Das Bestreben vieler Modellhäuser, die leicht und mtt geringen Mittel» herzustellende Bluse durch das technisch viel schwieriger zu arbeitende Prinzeßkleid zu verdrängen, hat eine neue Mode gezeitigt, die beiden Richtungen gerecht wird. Man macht sogenannte Prinzeßröcke, mit oder ohne Träger, und gesellt ihnen leichte Blusen oder Blusentaillen, die graziös und kleidsam sind, und bit sowohl starke als schlanke Gestalten vorteilhaft kleide«. Eine große Auswahl derartiger Toilette» veranschaulicht das eben erschienene Heft 16 der „Wiener Mode", dessen reichhaltiger Handarbeitsteil überdie» daS Preisausschreiben für Handarbeiten enthält dessen Konkurrenz in fünf Gruppen eingeteilt, für all» Fach- und Nichffachleute auf dem Gebiete der Handarbeit von größtem Interesse sein dürfte.
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’ VerantwortlirtTjür die^kedakttoiü
Dr. phil. Tarl Hitzeroth in Marburg.
Stabt Marburg fenben Euer Kaiserliche» Hs» beit bte innigsten Wünsche zur glückliche» Genesung.
Im Auftrag: Schüler, Oberbürgermeister.
Sr. Königlichen Hoheit bem Prinzen Wilhelm vo» Praßen, bem treuen Bürg« bet deutschen Hochschule bringen bie zur Feier bet Immatrikulation bes lOOOften Studenten versammelten Bürger der Universität und Stabt Marburg ein vivat floreat crescat
Im Auftrag: Schüler, Oberbürgermeistet.
Aus bem Geheimen Zivil-Kabinet Sr. Majestät des Kaisers traf an den Herrn Rett« Professor Dr. von Liszt folgendes Antwortschreiben ein:
Bad Gastein, den 22. Juli 1887.
Seine Majestät de: Kaiser und König habe« aus dem kürzlich eingegangenen Telegramm, welches die Aufnahme des tausendsten Studenten bei der Preußischen Universität zu Marburg meldet, zu Allerhöchst Ihrer große» Freude ersehen, welchen Aufschwung diese Universität in den letzten Jahren genommen hat. Seine Majestät wünschen der Hochschule Glück zu einet: solchen Erfolge und hegen die Hoffnung, daß sie auch fernerhin auf dem Wege der Entwickelung und des Gedeihens fortschreitend, stets gleich ihren Schwesteranstalten fich als eine Pflanzstätte deutschen Geistes auf dem Gebiet« der Wissens^ aft bewähren werde.
Im Allerhöchsten Auftrage beehre ich micli Ew. Magnifizenz diese durch die Unruhe bei Reise leibet etwas verspätete Mitteilung zu machen. v. Wilmowski.
Auf bie Depesche an Se. Königl. Hoheit den Prinzen Wilhelm traf folgende Antwort ein:
Potsdam, 16. Juli, 5 Uhr nachmittags. Ich danke Ihnen unb den übrigen Absendern für bas freunbliche Telegramm, gratuliere zum Tausenbsten unb wünsche Universität unb Stabt bestes Gebeihen.
Wilhelm, Prinz von Preußen.