44. Jahrg.
Aus dem Ablieordnetenhause.
Geldnöten eröffnet gleichzeitig das „Kamenzer Tagebl." eine Annahmestelle für derartige freiwillige Beiträge. — Nun find wir ja au» alle» Schwierigkeiten heraus.
Et ihren sechzehn Ahnen, so faßt er wiebet «Este Fuß in der Heimat. Lin RothenfeL hält fern Wort, Baron Adam hat stch verschworen, Friedrich Johann unter keiner Bedingung ^ vererben, aber warum sollte einer standesge- Mßen Verbindung nicht ein Sohn entsprießen, ^künftige Besitzer Hallens?
' «'S®, ja," flüstert der Baron Adam seinem
Politische Umschau.
Eine neu« Mahnung.
Berlin, 8. Mai. Die „Nordeutsche All- gemeine Zeitung" bespricht in ihrem Wochenrückblick die von der Budgetkommifston beschlossene Erhöhung der Beamtengehälter und sagt: Die verbündeten Regierungen werden, daran ist kein Zweifel, an dem Grundsatz: „Keine Ausgaben ohne Einnahme n", als einem Fundamentalsatz einer geordneten Finanzwkrtschaft unter allen Umständen festhalten. Sie geben die Hoffnung noch nicht auf, daß die Erkenntnis der Staatsnotwendigkeit und das politische Verantwortlichkeitsgefühl den Reichstag zu dem Entschluß nötigen werden, dem bisherigen Zustande ein Ende zu machen und trotz aller Schwierigkeiten noch in diesem Sommer die volle Deckung des Reichsbedarfs zu beschaffen. Gerade durch den Beschluß der Budgetkommission ist die Notwendigkeit der Reform unserer Finanzgebarung erneut in das rechte Licht gerückt worden.
Wieder eine Verleumdung gegen die deutsch« Diplomatie.
Köln, 8. Mai. Ein Berliner Telegramm der ..Köln. Ztg." besagt: Französische Blätter bringen folgende aus Petersburg datierte Depesche: In diplomatischen Kreisen versichert man. daß der von der reaktionären Bureaukratie gegen den Ministerpräsidenten Stolypin geführte Feldzung von der deutschen Diplomatie veranlaßt worden ist. die Stolypin als den Förderer der deutsch-feindlichen Politik anfieht und die Befürchtung hegt, daß sein Verbleiben in Rußland endgiltig aus der deutschen Jnteresien- phäre entfernen wird. Bisher hat dieser Feldzug keinen Erfolg gehabt, da die Mehrheit der Duma Stolypin ausdrücklich unterstützt. Rach Angabe unterrichteter Kreise suchen die Leiter dieses Feldzuges Kaiser Wilhelm zu bewegen, vor der Abreise des Zaren nach dem Mittelmeer sich nach Petersberg zu begeben, um die Wiederherstellung des früheren deutschen Uebergewichts hcrbeizuführen. Daß dieses Geschwätz nicht aus wirklichen diplomatischen Kreisen stammen kann, liegt auf der Hand, denn in diesen ist sehr wohl bekannt, daß Deutschland gar keinen Anlaß hat, sich zu dem angedichteten Ränkespiel gegen Stolypin herzugeben. Nach Mitteilung von maßgebender Seite kommt eine Reise des Kaisers nach Petersburg zur Zeit nicht in Betracht. Dem ganzen Gerede wäre überhaupt gar keine Bedeutung beizulegen, wenn nicht auffiele, dast die „Agence Havas", die halbamtliche französische Depeschenagentur, die Verbreiterin derartiger Nachrichten ist.
Deutsches Reich.
— Des Kaisers Abschied von Äorfit. Korf«. 8. Mat. Das Kaiserpaar machte heute Vormittag einen größeren Spaziergang. Zum Tee Im Achilleion war die Kronprinzessin von Griechenland geladen. Um 6 Uhr traf das Kaiserpaar mti der griechischen Kronprinzessin in Automobilen tu der Stadt Korfu ein. Am Landungsplatz hatte« sich eingeftrnden: Ministerpräsident TheotokiS, die Spitzen der Behörden, die Offiziere der Gamison und der griechischen Kriegsschiffe. Eine Ehrenwache erwies die Honneurs. Das Kaiserpaar be- griißte die Anwesenden; der Kaiser zog Theotoll» ins Gespräch. Nach herzlicher Verabschiedung vo» der Kronprinzessin von Griechenland begab stch das Kaiserpaar an Bord der Hohenzollern. Unter dem Salut der Kriegsschiffe und der Forts, sowie ' unter Hurrahrufen der Bevölkerung begaben stch die Majestäten an Bord. Die Abfahrt erfolgt morgen früh.
— Herr v. Hollstein f. Berlin, 8. Mak. Der ehemalige langjährige Vortragende Rat im Auswärtigen Amt v. Holstein ist heute gestorben, v. H. hatte, wie bekannt, die einflußreichste nach außen aber am wenigsten hervortretende Stellung im ailswä rtigen Amt ein. Er stammte aus der bismarckischen Zeit. Bismarck haßte ihn, wett er glaubte, daß v. H. an seinem Swrze beteiligt gewesen sek. Später wurde kaum eine wichtige Entscheidung ohne ihn getroffen. Sein Werk war vor allen die scharfe Haltung gegen Frankreich in der Marokkofrage. Rach „Algeciras' ging er. — DU Pariser Blätter widmen dem verstorbenen Geheimrat von Holstein eingehende Artikel, in welchen sie ihn zwar in scharfen Worten als einen starken Gegner Frankreichs bezeichnen und namentlich seine Haltung in der Marokkofrage tadeln, jedoch seinem Patriottsmus und seinen hervorragenden geistigen Eigenschaften Gerechtigkeit widerfahren lassen. — Der „Temps' schreibt: ES gibt wenige Menschen, die unterrichteter, arbetts- samer m-s ^d-nstbastlicher bte Größe ihreS Baterlandes bedacht gewesen wäre, als der verstorbene Diplomat.
— Titelverleihung. Berlin, 8. Mai. Der „Reichsanzeiger' meldet: Der Kaiser verlieh dem Un^rstaatssekretär des Reichsschatzamts Twel« den Charakter als Wirllicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz.
Marburg
Dienstag 11. Mai 1909.
Konstantinopel, 8. Mai. Der Sultan empfing eine Deputation aus B r u s s a und versprach ihr. das Protektorat über die im Sommer in Brust-- stattfindende Ausstellung zu übernehmen, sowie die dortigen Gräber seiner Vorfahren, der Eroberer Rumeliens, sowie auch das Grab von Ehazi Suleiman Pascha in Gallipoli zu besuchen. — Die Notlage im Wilajet Adana ist groß. Man fürchtet den Ausbruch von Krankheiten und Hungersnot. Die moha- medanische Geistlichkeit und die Sofias, die sich hier in verschiedenen Verstecken verborgen gehalten haben, sind verhaftet worden. — In einer offiziellen Bekanntmachung verlängert der Generalissimus Mahmud Schefket Pascha den Termin für die Ablieferung der Waffen seitens der Bevölkerung um weitere fünf Tage; gleichzeitig droht er für den Fall der Nichtablkeferuna mit strengen Strafen.
Konstantinopel, 8. Mai. Rach dem Berichte der Kommission der Kammer die der Inventaraufnahme im Jildiz beiwohnte, führten die am Dienstag. Mittwoch und Donnerstag angestellten Nachforschungen im
klärte während der Verhandlung, daß er gern bereit wäre, aus der Steuer einen Beitrag zur Unterstützung der W'r.zer bereitzustellen. Dann wurde folgender aus der Kommission beantragter Gesetzentwurf zur Abänderung des SchaumweingeseheS vom 9. Mai 1902 in erster Lesung einstimmig angenommen: I. § 2b erhält folgende Fassung: „für anderen Schaumwein und schaumweinähnliche Getränke beträgt die Steuer bei einem Preise der Flasche bis 2 X 0,75 X. bis 4 -ck 1 X, bis 6 X 1,50, fciä 8 X 2 X für jede Flasche von mehr als 8 X 2,50 X. II. @8 wird folgender § 3a eingefügt: „Für die Höhe der Steuer (§ 2) maßgebend ist der Preis, zu dem der «chaumwein nach Einrichtung der Steuer vom Hersteller abgegeben wird. Wird der Schaumwein unentgeltlich abgegeben, so beträgt die Steuer 1 X für jede Swfdje." III. Der Eingangszoll für Schaumwein betragt 200 X für einen Doppelzentner. Als Termin für das Inkrafttreten wurde auf Antrag der Reichs- Partei der 8. Mai 1909 eingesetzt. — Am nächsten Dienstag soll die Tabaksteuer beraten werden.
Die Automatensteuer und eine Fahrradsteuer sind von der Kommission des Abgeordnetenhauses für die Stempelsteuernovelle, die die dritte Lesung beendet hat, beschlossen worden. Für jeden Automaten, welcher Art er sei — Musikautomaten, nutomattsche Wagen, Verkaufsautomaten für Waren und Fahrkarten usw. — soll eine Jahreskarte für 10 Mark zu lösen sein, für wertvollere Apparate eine solche für 20 Mark. Fahrradkarten sollen einem Stempel von 50 Pfg. für das Jahr unterliegen. Die Stempelsätze für Testamente wurden nach dem frei- konservativen Anträge festaeietzt. Der Jagdstempel wurde wieder ank 22,50 Mark bemessen (15 Mark für die Kommune, 7,50 Mark für den Staat.)
Die Agrarkommtssion des Abgeordnetenhauses hat den freikonservativen Antrag Engelbrecht, betreffend Eintragung der Acker-Bonitätsklaffen in Mcßttschblätter einstimmig angenommen.
Mr Auffindung von 122 000 Pfund Ster. I Auch eine Lösung der Fkn«n,frage, würbe«bl * ^egsnttnisterium gebracht Der Oberlehrer Dr. Reichel in Kamerun et»
Konstantinopel. 8. Mai. Der Groß. LT bk fST
wepet ermächtigte den Vertreter des Wolffschen I M
Bureaus, die Nachricht auswärtiger Blätter, daß Ä
Sultan vora-kund-n v" n entsprechend scheinenden Betrag von 5 M fit
Heren. Der Eroßwesier erklärte, alle über I ^>er^tz?aus^"die!t?Äift8"?u folJn“ den angeblichen Inhalt des Briefwechsels ver- I breiteten Meldungen für erfunden. I tau^ Anregung zur tragen»
a 1 I blicklichen Befreiung des Reiches aus feinen
Iattm»«" erscheint täglich mit Ausnahme der Der Bez u g s preis betrügt viertel» . . ost bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei
unfern ZeitungSstrllen und bet Ervedition Markt 21, 2 Mk.
munden: die Unterhaltung ist munter und leb- I rückhaltung fallen, die er beobachtet, er beugt Ix un« feurigen Weine funkeln in den I sich dem gewinnenden Zauber, der das Wesen
seinen Kelchgläsern. I des „Enterbten" unwiderstehlich umgibt und sagt
Cchomngk sen. klopft mit dem Mesierrücken begeistert zu seinem Batet' ' 8 W
w AÄ;Unb «bri9t in wrm*n Sorten das „Ein famo,et Kerl. Papachen, Du hast nicht Wohl des Hetmgekehrten aus: et spricht von der I zu viel erzählt"
S ?ie heimatliche „Nicht wahr?" nickt bet alte Baron Schö-
^"^ und ^nupft den Wunsch daran, daß Fried- I ningk, „ich wußte es, daß er Dir gefallen wird." Johann sich bald ernlebe um, dauernd im I Auch auf Fees Gesundheit wird selbstver» Vaterland bletbe. I stündlich gettunfen, die Minchens und die des
-ö« schlechten, warmen Worten dantt Rothen- I liebenswürdigen Wirtes kommen ebenfalls an feld iun. dem alten Freund der Familie und I die Reihe.
^heÄLf -a •* a - n .. . . _ , „Auch auf unsere ferne Jugendzeit," sagte
.. "h erst kurze Zett in der Heimat I Friedrich Johann leise zu Franziska und hielt
bin, >oubt sie schon ihren Zauber auf mich aus. ihr sein Glas hin. Sie ließ das ihre dagegen
Ihr alle, ich bitte Euch darum, helft mir dazu, anklingen, ihre Wangen blühen, der ernste
daß ich wieder ein rechter Sohn unseres Gottes- M . .d lächelt und er dentt, daß sie noch immer
landchens werde, die Verhaltniffe sind mit in I hübsch ist. llnd wie viel Liebes hat Felicie ihm der langen Zeit meiner Abwesenheit fremd ge- von öet älteren Freundin erzählt, wie gut ver«
wort^n es hat sich vieles geändert, aber ich habe stehen stch die beiden Frauen. Immer wärmer
ben besten Willen, mich heimisch zu machen und wird ihm ums Herz: er bittet die Baronesse,
das a-e kurische Blut Hilst mir lmzu. Ich bald nach Hollen zu kommen. Fee sehne sich sö
, ,, , . , . habe die Welt durchstreift und habe stets das I sehr nach ihrer Gesellschaft
^esühl des Fremdseins gehabt, hier verliere ich Und sie kam, fie blieb viele Tage da. wo ihr nnt jedem Tage mehr.« Herz sie jetzt doppelt hinzog: fie hatte lange
„Prosit, mein Junge! ruft Baron Adam, den I Unterhaltungen mit Friedrich Johann, der offen
Sohn unterbrechend und er laßt sein Glas an I mit ihr über sein buntes Leben, seine Ehe, den das Friedrich Johanns klingen. Wie ausge- I tiefen Schmerz beim Tode Stefanies sprach. Wie wechselt ist der alte Herr, — ja et hat königlich I zwei teure reunde standen sie sich gegenüber verziehen, kein Wort soll an die Vergangenheit ! und Herr und Frau von Rothenfeld steckten die rühren, „alles, oder nichts , das ist fein Grund- I Köpfe zusammen und flüsterten miteinander ge» Sawes Lau^. Das hat er heimnisvoll« Dinge, bet denen ihr Gesicht bewiesen, als er der Enkelin die Arme öffn^- 1 n—
AuS den ftemmtlfleue«.
Ablehnung der Weinsteuer. Erhöh- Ung der Schaumweinsteuer. Die Finanz- toniunssion des Reichstages bat die Weinsteuer abge- tehnt. Der Vorschlag der Subkommission: „von der Einführung einer Weinsteuer überhaupt abzusehen, msbesondere einer allgemeinen Faßweinsteuer nicht zuzustimmen" wurde mit 14 gegen 10 Stimmen angenommen. Für eine Weinsteuer stimmten die Kon» servattven, mit Ausnahme der «bg. Dr. Roestcke, ein Raiixnmlliberaler, ein Freisinniger, die Reichspartei Und die Poleri. — Der Vertreter der Reichspartei er
Die Jnsertionsgebühr beträgt für btt 7gespaltene Zelle oder bereu Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. «ug. Koch, UnwersttätSbuchbruckeret Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55
GßechM Bettung
- mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Benage
lFottfetzung folgt.) r-
iNachdruck verboten.) I treuen Freunde zu, „das ist wirklich wieder eine
fönt erbt I Deiner feinen Ideen, Ditschchen, Du bist und
’’ ’1’ ! ble "st ein schlauer Fuchs."
Original-Roman von Freifrau Gabriele I Hans Leopold war zu weit hinter dem alten v. Schlippenbach. I Herrn, um das Gespräch zu hören, et sprach mit
„,zz ~ «Forttetzung.» I Martin wegen der Reihenfolge der Weine.
„Bitte, zu Tisch," sagt der lettische Diener I Seltsam, et hatte sich „den Kunstteiter" ganz Martin und Schöningk ruft, sich an den „Ent» I anders vorgestellt. Wie tief mußte sein vor- erbteu" wendend: I schnelles Urteil bet Tochter wehe getan haben
„Du führst die stellvertretende Hausfrau, I o, et hatte ihr vieles abzubitten und sehnte sich Han-- Leopold, Rothenfeld senior und ich folgen I nach der Stunde, in der er es endlich tun konnte und Friedrich Johann. Hoffentlich I in der er Fee wiedersah. —
verschmäht unse» Heimgekehrter die kurische I „Sie finden mich wohl sehr verändert?" Küche nicht I ftagte Friedrich Johann auf dem Wege zum
o6e."l »ft Detmiftt," entgegnet Fried- I Speisezimmer in Eroß-Troska.
D^i< 6iSte,t *** Baronesse I „Ja und nein,“ lautete Franziskas Antwort,
&e ^iben ^ohen, vor- I „wenn Sie ernst sind, fällt es mir schwer, den nehmen ©eftalkn schreiten nebeneinander her. I lebensfrohen Studenten mit der grün, blau, ftatttiches Paar, raunt Schöningk sei- I weißen Mütze in des reifen Mannes Zügen zu nem alten Freunde zu, „was meinst Du, wenn I erkennen, aber vorhin, als Sie lachten, da stch die beiden heirateten? Wir wollen das I schwanden die langen Jahre." Sie spricht nicht «i, tge dazu tun, — das andete, — he. Du weißt weiter, fürchtet sie doch, ihre Erregung zu ver- K 'N, was ich meine, das wird sich von selbst I raten.
I »Und Sie Franziska, Sie gleichen noch sehr Rothenfeld nickt lächelnd, hat et doch den- dem sechzehnjährigen Mädchen von einst, Sie ieiben Wunsch. Wenn bet Sohn eine Kutlän- I sehen fast ebenso aus, wie an jenem Tage im oenn in zweit Ehe heiratet, eine „Gebotene", Mai, als bet Flieder blühte, als ich Sie zum
~ ‘ ' letzten Male sah."
„Mit grauen Haaren! Haben Sie es nicht
demettt?" Sie fragt es scherzend, aber da, Geständnis wird ihr nicht leicht.
i .'.Nein, wirklich nicht," gibt Friedrich Johann fotz, — nut nichts Halbes, Laues. Das hat et
jutuc. | bewiesen, al» er bet Enkelin bie Anne öffnete, I strahlt«.
L bfe stßen um ben nnü>en Tisch uttb bet „ver- I das beweist et jetzt dem Sohn gegenüber. Auch I
lorene Sohn» läßt fich die kurische Kost trefflich I Han, Leopold läßt tu* u* nach die kühle Zu- |
. 2" der fortgesetzten allgemeinen Besprechung über das Mäbchenschulwesen sprachen bie Abg. Hackender, Inatlib.). Cassel (freis. Bp.). Ernst (ftreis. Bgg.), Dr. Hetz (Ztr.). Stresser (kons.), Dr. Kaufmann lZtr.). ES wurde habet das ganze Gebiet des Mäd- chcnschulwesens, der Privaffchulen, der Koedukatton und anderes mehr eingehend erörtert. Nach dem Abg. Ernst sprach der Ministerialdirektor Schwartzkepff. Er betont die Notwendigkeit, die körperliche Ausbildung stets zu berücksichtigen. Die Verleihung von Berech- ttguligen, bie den anderen Refforts zustehe, sei für da« Gedeihen der Schulen hinderlich; die formelle Gleich- Mung mit den Realschulen sei wegen der Berech- tigung der Realschulabiturienten sich an den Hoch- schusen immatrikulieren zu taffen, für die höheren R^dc:,enschulen bedenklich, doch werde die Gleichwer- tigleit aiicrkannt nud die Verleihung von Berechtig« ungen gefordert werden. Die Privatmädchenschulen fticn durch die Zulassung der Kombinierung von Klaßen ausreichend geschont worden, doch würbe ihnen auch werter der Uebergang möglichst erweitert werden. Dre Koedukatton sei grundsätzlich abzulehnen, wicwett Ausnahmen zulässig seien, werde noch geprüft. Nach dem Abg Dr Friedberg (natlib.), der sich für einen Beriuch der Koedukation aussprach, nahm der Mini- sterialschuldirektor nochmals das Wort. Es werde erwogen werden, wie Koedukation ohne Gefahr der Berufung ausnahmsweise zugelaffen werden könne. Die Zahl der Ordcnsschulen sei nicht klein, auf sie finden die Bestimmungen über die Verwendung männlicher Lehrkräfte gleichfalls Anwendung. Für die Zulassung von privaten höheren Mädchenschulen sei nach wie vor das Bedürfnis enffcheidend. Sodann wurde die DiS- geschloffen, der Titel bewilligt. Der Antrag Elckhoff-Dr. Friedberg auf Ueberweisung der Koeduka- tioiispettttonen zur Erwägung wurde abelehnt, hier wie überall der Vorschlag der llnterrichtskommission migenommen. Dann nahm Abg. Marx (Ztr.) Anlaß, noch einmal Beschwerde zu führen über angeblich un
zulängliche Berücksichtigung der Geistlichen im Vorsitz I . rts.» r
zusammengesetzter Schulverbände, der Ministerial- | - "llük llt D6T XÜTl’ t.
direktor ^0^1 ferHgte die getroffenen Anordnungen. I Konftantinonel 8 Mai Tiac ÄKS? XS’tt; k*2? !°E- S&fie”" S°m wurden die Anträge Dr. Jderhaff (freifonf.) und I O0”e "<rs ^ustizportefeuilles angenommen, Eickhaff (freis. Vp.) auf Erhöhung des Unterstützungs- I wirb von bet Pforte dementiert Dos ormenisch- sonds aus Anlaß des Lehrerbefoldungsgrsehes ange- I gregorisch* 1 * * * * * * Patriarchat erhielt bie Nachricht daß ffXTIh- tfreis Vgg.) und Abg. I in dem Bezirk Hunun Reanchut im Wilajet
un§ des indischen Religionsunterrichtes durch die Ge- I « "E" "Nb «l ulu ^wchla, WilaM Koma, fünf memden, Abg. Marx (Ztr.) hielt diese Ausführung I Armenier getötet unb Plünderungen vorge- ffit gesetzgemäß, aber eine Aenderung des Gesetzes für I kommen find, erwägenswert. Abg. von Saviguy (Ztr.) begründete den Antrag auf gesetzliche Regelung der Erziehung der Taubstummen. Auf entgegenkommender Erklärung der Regierung wurde der Antrag einsttmmig angenommen. Nach einigen Bemerkungen der Abg. Haar- mann und Dr. Friedberg (beide natlib.) zum Ertra- ordinarium, an die sich eine Diskussion über die^ Behandlung der Vereine für Volksbildung zwischen dem Munstcrraldircktor Schwardkopff unb einem liberalen «ebner knüpft, wurde auch dieses angenommen unb bamtt die Beratung des KiiltusetatS beendigt. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr. Rest bet zweiten Etatsbe- ratung. Hannoversches Höfegesetz. Dritte Lesung be» ötate.