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'* mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain W
und den Beilagen: .Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „LandwirlschaftUche Benage."
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Die „Gbertzesftsche Zettumg" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertag«. — Der Bezugspreis beträgt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern ZeitungSstellen und der Erpedition Markt 21, 2 Mk.
Marburg
Sonntaa 9. Mai 1909.
Die JnsertionSgebitdr beträgt für bte 7gespaltene Zelte oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 90 Pfennig. — Druck und Vertag r Joh. Ang. Koch, Universttättbuchdruckerel Jnbaber Dr. T. HItzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
Zweites Blatt.
Rede des Landtagsabgeordneten Herrn Geh. Reg - Rais v. Negelem prm Knllnsetal (Universität Marburg).
Meins Herren, in den letzten Jahren hatte Ich mehrfach Veranlassung, als Vertreter des Wahlkreises Marburg Angelegenheiten unserer Universität von dieser Stelle aus zur Sprache zu bringen; auch das Physikalische Institut habe ich tm vorigen Jahre erwähnt, wie mein verehrter Herr Vorredner, der Abgeordnete Lohmann soeben hervorgeboben hat. Ich habe ebenfalls wie der verehrte Herr Vorredner darum gebeten, daß ein Neubau für dieses Physikalische Institut bewilligt werde. Ich schließe mich auch heute seinen Ausführungen vollinhaltlich an und bitte di« Unterrichtsverwaltung - ebenfalls, dem Neubau des Physikalischen Instituts in Marburg erneut volle Aufmerksamkeit zuwenden zu wollen.
Abgesehen von dem Physikalischen Institut waren es hauptsächlich zwei Einrichtungen der Universität, die ich früher hier hervorgehoben habe, um zu ihrem weiteren Ausbau anzuregen.
Zunächst kam das Zahnärztliche Institut in Betracht, das nur in geringem Maße den Anforderungen entsprach, die gestellt werden müssen. Wir haben es auch aus dem Munde der Herren Vertreter der Königlichen Staatsregierung gehört, daß dieses Institut lediglich ein privates gewesen ist, ein Privatunternehmen des Leiters des Instituts, und nur mäßige Zuschüsie aus der Staatskasse zu erwarten hatte. Auf dieser Grundlage konnte das Institut nicht gedeihen. Nun ist es jetzt nach langjährigen Verhandlungen anders geworden. Durch Mitwirkung der Stadtbehörden von Marburg, welche ein geeignetes Gebäude bergaben, wurde es möglich, nunmehr ein staatliches Institut einzurichten. Dem Leiter ist ein Assistent beigegeben, für eine möglichst vollständige Ausstattung wird Sorge getragen- ein Zweifel darf jetzt nicht mehr bestehen: das Institut wird einer weiteren günstigen Entwicklung entgegengehen. Dieser Fortschritt, wie ich ihn soeben dargelegt, entspricht durchaus der Bedeutung, welche die Universität Marburg allmählich gewonnen hat. Sie ist nicht mehr die kleine Universität wie früher, sie ist unter die größeren Hochschulen aufgerückt, denn die Zahl van 2000 ist nahezu erreicht, vielleicht kn diesem Augenblicke schon überschritten. Auch die medizinische Fakultät ist gut besucht: da ist es wohl zu rechtfertigen, wenn den Instituten dieser Fakultät eine besondere Berücksichtigung von der Unterrichtsverwaltung zuteil wird. Das Zahnärztliche Institut ist jetzt in gute Bahnen gelenkt: aber eine andere Einrichtung derselben Fakultät, über welche ich ebenfalls schon mehrfach vor dem Hoben Hause mich zu äußern veranlaßt sah, ist noch bis heute einigermaßen stiefmütterlich behandelt worden, das ist der ps-chiatrische Unterricht. Ich habe schon, früher ausgefübrt, daß der Unterricht in
47 (Nachdruck verboten.)
G « t e r b t.
Original-Roman von Freifrau Gabriele v. Schlippenbach.
«Forvktznna.»
„Fährst Du mit, Fränzchen und Du, Hans Leopold?" fragte Schöningk, nadfbem er den Brief vorgelese.:, ich hab« anspannen lassen."
„Rein, Vater, heute nicht," sagte Hans Leopold, „fahre zuerst allein hin und sage, wie Dir der Sohn Deines Freundes gefällt."
Noch ein letzter Rest seines Vorurteils regte sich in des jungen Mannes Brust: er wollte seines Vaters Meinung hören, ehe er selbst Fees nächten Verwandten kennen lernte. Da auch Baronesse von Drachenstätt zu Haufe zu bleiben wünschte, machte sich der alte Herr allein auf den 2,"eg.
Der „Enterbte machte auf ihn den angenehmsten Eindruck, nichts an ihm verriet den Zirkusdirektor, jeder Zoll an ihm war der Mann aus guter Familie, tadellos waren Manieren und Ausdrucksweise. Schöningk fühlte dem Heimgekehrten auf den Zahn, wie er es nannte und das Resultat war ein so befriedigendes, daß er Friedrich Johann beim Abschied beide Hände hinhielt und ihn herzlich in der alten Heimat willkommen hieß.
Ein köstlicher Blumenstrauß aus dem Eroß- Troskaschen Treibhause wanderte in das Zimmer der Genesenden mit einem ergebensten Gruß von Baron Schöningk jun., der an dieser Aufmerksamkeit völlig unschuldig war.
„Aber ich muß doch den Kuppelpelz verdienen," sagte Dietrich zu seiner treuen Freundin, indem et schlau lächelte. Die Beiden hatten sich viel anzuvertauen und führten ein langes, eifriges Gespräch im Erkerzimmer.
Fee lag In ihrem Bette und ‘ die schmalen
der Psychiatrie an der Universität Marburg durch die in der Nähe der Stadt befindliche Landesheilanstalt vermittelt wird, welche der kommunalständische Bezirksverband zu unterhalten hat. Der Direktor der Anstalt ist zugleich Professor an der Universität: der Unterricht wird lediglich in den Räumen der Landesheil- anstalt erteilt; die Studierenden müssen dorthin bei der großen Entfernung von den Kliniken und den Städten, wo der medizinische Unterricht im übrigen erteilt wird, in einem Omnibus, den ebenfalls die Landesheilanstalt stellt, gefahren werden. Di« entfeinte Lage allein ist schon hinderlich für einen in jeder Hinsicht erfolgreichen Unterricht ; denn der Zeitverlust, der jedesmal mit dem Besuch der Landesheilanstalt verbunden ist, hindert die Studierenden, die vorgeführten Kranken weiter zu beobachten, den Verlauf der Krankheit zu verfolgen. Dann aber sind auch die Räume der Landesheilanstalt zu beschränkt, um den Unterricht genügend zu för-. dern, auch sind sie nicht erweiterungsfähig: es müßte denn zu einem Neubau geschritten werden. Dazu aber wird sich der Bezirksverband nicht entschließen. Seine Aufgabe liegt wesent- lick auf einem anderen Gebiete: er bat für die Aufnahme und Behandlung der Geisteskranken zu sorgen, deren Unterbringung ihm nach dem Gesetze zufällt. Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Bezirksverwaltung beruht in der Pflege der Geisteskranken, für den Unterricht in der Mvlhiatrie hat sie nicht einzutreten. Es war selbstverständlich, daß sie der Unterrichtsverwaltung Entgegenkommen gezeigt und ihr die Erteilung des Unterrichts überhaupt ermöglicht hat. Aber dieses Entgegenkommen kann feine Grenze finden und muß sie finden unter veränderten Verhältnissen. Die Wissenschaft der Psychiatrie ist in neuerer Zeit außerordentlich fortgeschritten, die Anforderungen an den Unterricht sind erheblich gewachsen. Die gegenwärtige Gestaltung des psychiatrischen Unterrichts in Marburg genügt nickt mehr. Die Landesheilanstalt kann den erhöhten Ansprü- cken, wie sie auch in Marburg der Direktor der Anstalt als Lehrer der Psychiatrie zu stellen genötigt ist, nicht mehr auf die Dauer nachkommen. Es i,t notwendig, in Marburg eine andere Elnrichtung zu schaffen.
Nun hat die Unterrichtsverwaltung zwar erklärt, daß sie in der Stadt eine Aufnahmestation mit etwa 20 Betten einzurickten gewillt sei. So dankenswert dies auch an sich wäre, so ist "S doch nicht zweifelhaft, daß eine solche Einrichtung auf die Dauer nicht genügen würde. Die Bezirksverwaltunq muß darauf Wert legen, daß der psychiatrische Unterricht mit der Zeit im wesentlichen von der Landesheilanstalt getrennt wird. Das würde aber, wenn nur eine Aufnahmestation in dem, ich möchte sagen, bescheidenen Umfange, wie di« Unterricktsver- waltung sie plant, eingerichtet wird, nicht vollkommen zu erreichen fein. Die Aufnahmestation müßte jedenfalls so eingerichtet werden, daß sie erweiterungsfähig ist und später zu einer vollständigen psvckiatrischen Klinik erweitert werden kann. Seit Fahren ist bereits ein bestimmtes Grundstück in Vorschlag gebracht, welches nicht
Wangen waren leicht gerötet; sie f J) sehr zart, aber febr reizend aus, mit den von der Krankheit größer gewordenen Augen, in denen neu erwachende Lebenslust schimmerte. Ja, das Glück ist der beste Arzt, nun mußte sie ja wieder erblühen, ihr Vater war in Kurland und die Aussöhnung war eine vollständige, das sagte ihr: scharfe Beobachtungsgabe ihr, wenn Re Rothenfeld und Friedrich Johann zusammensah. Run konnten sie alle im „Eottesländchen" bleiben, nun r ärde alles gut werden und errötend drückte sie das Gesicht in di« duftenden Blumen und lächelte selig.
„Hött einmal, Kinder," sagte Schöningk am Abend nach seinem Besuch in Hollen, „ich kann Euch Wunder berichten: Minchen ist überhaupt nicht wieder zu erkennen, sie geht wie auf Sprungfedern, der Adam sieht seinen Jungen verliebt an und Friedrich Johann ist voll ehrerbietiger Aufmerksamkeit gegen den Alten. Ich muß wohl Jagen, daß der Herr Zirkusdirettor ein Edelmann vom Scheitel bis zur Sohle geblieben ist: wer so seiner Herkunft in mittigen Lebensvethältnissen treu bleibt, der hat Schneid in sich, Hut ab vot ihm."
„Und wie geht es Fee?" fragte Franziska nach einer Paule, ein glückliches Lächeln um den sonst ernsten Mund.
„Es geht täglich besser, sie erholt sich schnell Dank der Jugendktast und der inneren Befriedigung. Ich habe ihr übrigens in Deinem Namen, mein ungalanter Sohn, einen Strauß aus unteren! Tteibhause nebst gehorsamster Ernp- fei,.ung von Dir gebracht."
Hans Leopold schwieg, jedoch schien er mit jdieser zarten Aufmerksamkeit nicht allzu unzu- jftieben zu jein.
I „Ach ja, Fränzchen, daß ich es nicht vergesse," 'sagte Schöningk, „richte Dich morgen mit einem guten Mittagessen «in; ich habe beide Rothen
weit entfernt von den übrigen Kliniken liegt und als vollkommen geeignet zur Bebauung mit einer psychiatrischen Klinik gelten darf. Leider st es aber noch immer nicht dazu gekommen, die- es Grundstück zu erwerben. Es ist Überhaupt >is jetzt kein Versuch unternommen, ernstlich an Jen Ankauf dieses oder eines anderen Grund- tücks heranzutreten. Im Interesse der llniver. ität, deren Gedeihen durch verbesserte Dar« iietung des psychiatrischen Unterrichts gefördert werden sollte, aber auch im Interesse des Bezirksverbandes möchte ich den Herren Vertretern der Königlichen Staatsregierung nochmals ans Herz legen, hier Wandel zu schaffen. Der Bezirksverband wird nicht in der Lage fein, noch auf längere Zeit hinaus seine Räume für die Unterricktserteilung in der Psychiatrie zur Verfügung zu stellen; er wird schließlich zum Mittel der Kündigung des Vertrages mit der Universität schreiten müssen, da er durch die Wahrnehmung der ihm obliegenden Aufgaben dazu genötigt fein wird.
Ich schließe mit der Bitte an die Herren Vertreter der Unterrichts- und der Finanzverwaltung, nun endlich der anderweitigen Gestaltung des psychiatrischen Unterrichts in Marburg näher treten zu wollen, und zwar zunäckst d—ch die Besckaffung eines geeigneten Grundstücks. (Bravo!)
Hilwidechnndlimflen qeqen dos Einkoinmeust'ner- imb ErqiiiiMstS-
SttNtrqesetz
In dem Jahre vom 1. Oktober 1907 bis Ende September 1908 sind in Preußen im ganzen 1195 Untersuchungen wegen Zuwiderhandlungen gegen das Einkommensteuer- und das Ergänzungssteuergesetz anhängig gewesen (gegen 1471 im Vorjahre). In 1048 von diesen 1495 Fällen handelte es sich um Zuwiderhandlungen gegen das Einkommensteuergesetz: 46 dieser Fälle enthielten zugleich Zuwiderhandlungen gegen das Ergänzungssteuergesetz. Le> igttch auf Grund des letzteren sind in 6 Fällen Untersuchungen anhängig gewesen.
Was die Höhe der Strafen betrifft, so betrug in den in Wege de vorläufigen Straffestsetzungen durch die Regierung anhängig gewordenen Untersuchungen (1241) die insgesamt festgesetzte Straf summ« 258 472 -4t (im Vorjahr« 1225 Fälle mit 295 401 -4t) der Durchscknittsbe- trag für den einzelnen Fall also rund 208 -4t.
Bei den sogleich zur gerichtlichen Entsckeid- ung abgegebenen und in dem angegebenen Zeitraum zur rechtskräftigen Entscheidung gelangten Fällen (81) bet-ug die Summe der erkannten Geldstrafen 64 480 -4t, also rund 796 -4t für den einzelnen Fall.
Im Anschluß an das Strafverfahren sind an Nachsteuern festgesetzt worden (in runden Ziffern):
zur Einkommensteuer 232, zur Ergänzungssteuer 41.
Die Gesamtsumme der festgesetzten (bezw. rechtskräftig erkannte. Strafen) und der km An
felds eingeladen. Ich wünsche lautet kurische Sp» >n, Speckkuchen, graue Erbsen, Wild, wie man es d ch einzig hier schmackhaft bratet und i.„:nd etwas Süßes zum Schluß. Wir haben kein gemästetes Kalb zu schlachten für den verlorenen Sohn, deshalb wird das Aufgezählte ge- nüo"n. Und Du, mein Junge, komm in den Weinkeller und hilf mir die Wahl treffen; der beste Tropfen edlen Rebensaftes soll morgen aus den Tisch!"
Es war gut, daß die junge, stellvertretende Hausfrau viel anzuvrdnen hatte umd sich um alles selbst kümmerte; der zu erwartende Besuch versetzte sie in begreifliche Aufregung, sie wunderte sich, wie schnell ihr Herz pachte, ganz so, wie einst unter dem Fliederstrauch und inzwischen waren doch neunzehn Jahre vergangen; die Jugend war lange dahin und einige Silberfäden schimmerten in dem vollen, blonden Haar.
„Ich bin fünfunddreißig," das wiederholt« sie sich fortwährend, „und ich bin recht töricht, recht töricht."
Wie sie so dasteht und mit den beiden Schöningk die Gäste aus Hollen erwartet, färbt ein leises Rot ihr liebliches Oval und zaubett die vergangenen Jahre hinweg. In dem dunkelgrünen. vottrefflich sitzenden Tuchkleide mit der schmalen Goldlitze am Kragen und auf den Aer- mel l sieht sie wie fünfundzwanzig aus; die Gestalt ist hoch und schlank, von stattlichem Ebenmaß und in den freundlichen, blauen Augen liegt eine gespannte Erwartung. Jetzt hört man das Rollen eines Wagens und die beiden Herren gehen ihren Gästen entgegen; Franziska bleibt allein und glaubt das schnelle Pochen ihres Herzens zu vernehmen.
„Lieber Friedrich Johann," sagt Schöningk sen., „dies ist mein Junge, er war erst sieben Jahre alt,' als Du Kurland verließest."
Die beiden Männer stehen sich gegenüber und
schluß an das Strafverfahren festgesetzten Äaifr steuern beläuft sich auf 559 100 -4t (tm Vorjahr« 545 300 -4t).
Ergibt sich, daß ein Verstorbener Steuer« pflichtiger Steuern vorenthalten hatte, so find die Erben innerhalb gewisser Zeit, auf Höh« ihres Erbteils, zur Nachzahlung der Steuer verpflichtet. Auf Grund dieser Bestimmung find in 444 Fallen Nachsteuern im Gesamtbeträge von 226600 -4t (im Vorjahre 500 Fälle mit 271 480 -4t) festgesetzt worden.
Die oben genannte Gesamtsumme der Strafen uti) Nachsteuern erhöht sich unter Hinzu« rechnung der gegen Erben festgesetzten Nach« steuern auf rund 785 700 -4t (im Vorjahr« 816 800 -4t).
Politische Umschau.
Der Achtuhr-Ladenschluß in Deutschland war am 1. Januar 1909 in 501 Gemeinden «in» geführt. Wie das vom Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband herausgegebene „Archiv für kaufmännische Sozialpolitik", das wir bet bie'em Anlaß allen unseren Lesern warm ernp- ^ar-n, mitteilt, befinden sich darunter 34 Großstädte mit über 100 000 Einwohnern, 36 Städte mit 50—100 000, HO mit 20—50 000, 194 Städte mit 5—20 000 und 127 Orte mit weniger als 5000 . inwohnern. Die Bewegung, die anfangs nur zirnernd vorwärts kam (im Jahre 1900 be- rmnn sie mit 15 Gemeinden, 1904 wies sie Er« fol - in 32 Orten auf), ist in den letzten Jahren rasch fortoelchritten: 1905 führten 60, 1906 74, 1907 93 den Achtuhr-Ladenschluß neu ein und 1008 stieg die Zahl auf 153.
Die Entwicklung der gewerblichen Löhn« feit Wt Begründung des Deutschen Reiches.
Ein über diese Frage von dem Direktor des Sta^stiscken Amis der Stadt Schönrberg Dr. Kuczynski auf Veranlassung des Volkswirtschaft- l'ch-'n. Bureaus des Reichsschatzamtes erstattet« Gutachten ist kürzlich der Oeffentlichkeit über- geben worden. In dem 112 Quartseiten enthal- lenden Werke wird zunächst die allgemeine Entwicklung des Lohnes und zwar tunlichst von 1S71—1908 gezeigt. Dann wird die Entwicklung im - nzelnen tabellarisch in absoluten und reta> tiwn Zahlen wiedergegeben. Zum Schluß wird get heutige Lohn mit dem in früheren Zeiten verglichen: dabei werden, wo Lohnsteigerungen vorlieaen, nur die Jabr« herangezogen, in denen der Lohn um mindestens 20 v. H. von dem aeaenwärtigen Stand« abwich. Soweit di« linier lagen di« Möglichkeit dazu bieten, wird nickt der Durchscknittslohn wiedergegeben, sondern der Lohn, welcher der Mehrheit der Arbeiter gezahlt wurde: waren die Löhne so stark zersplittert daß kein Lohnsatz di« Mehrheit der Arbeiter auf sich vereinigte, so wurde der mittler« Lohn gewählt, d. h. der Lohnsatz, hinter dem ebensoviel« Arbeiter zurückblieben, wie andererseits Arbeiter darüber hinauskamen.
Im ersten Abichnitt wird der Bergbau behandelt, und von diesem besonders der Stein- Wenb.r bau, der Braunkohlenbergbau, der Salzbergbau und der Erzbergbau.
ernst und üfenb ruhen ihre Augen ineinander. , _
„Das ist also Fees Vater," den« Hans Leopold. .
„Das ist also der Mn.n, der mein Kind F ibt," denkt F.iedrich Johann, dem die Mutttr alles enthüllt hatte. ,,
Und dann wechselten sie einige verbinblia e Redensarten, während ihre Hände sich in festem '-ruck suchen ' d finden. Man sagt, daß sich oft bei solchem Berühren die Menschen, die zueinander Sympathie haben, darüber klar werden. Auch hier ging es so, doch beschlossen beide Männer, sich heimlich und scharf zu beobachten und tnrnn erst ein Urteil zu faßen.
Lurch die lange Zimmerflucht bört Fran- zi-k-, die Schritte der Männer, unwillkürlich faltet sie die Hände, sie ist sehr bleich geworden und f-.ylt wie ihre Knie schwanken.
Jetzt steht Hans Leopold neben der Baroness«; sie haben sich wie alte Freunde begrüßt und plaudern über gleichgültige Dinge, nachdem das Thema über Fe- erschöpft ist.
„Sie sieht noch merkwürdig jung aus." Dies« Bemerkung macht der Heimgekehrte für sich, „und sie hat noch ganz denselben lieben, guten Ausdruck wie früher," denkt er weiter.
Und Fränzchen dentt, daß ihr Jugendfreund alt geworden, daß man ihm die Stürme des Lebens ansieht, obgleich er wenig über vierzig Jahre zählt. Durch wie viel Sorge mag der schneeweiße Streifen in den dunkeln Haaren entstanden sein? Und jene Falte in der Stirne, sie svricht von Kamps und schweren Stunden. Unwillkü.ich wird die sanfte Frauenstimme weicher, wenn sie mit Hans Leopold spricht; die klugen Augen feuchten sich und begegnen teilnehmend dem Blick ter ernsten Männerauge«.
, t Fortlegung loigi.)