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* mit dem Kreisblatt für -re Krerse Marburg und Kirchhain -

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Leuage."

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DieGbeehesstscho Jettmrg" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel­jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern ZeitungSstellen und der Expedition Markt 21, 2 Mk.

Marburg

Dlenstaa. 4. Mai 1909.

44. Jahrg<

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7g«spalte« Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 90 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätSbuchdruckere« Inhaber Dr. L. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Erzerum berufung staltung Lei der wurden.

des Generals Jussu wegen Beran- der letzten dortigen Soldatenrevolte, 52 jungtürkische Offiziere verjagt

Konstantinopel, 1. Mai. In den Provinzen, wo die Herrschaft des jetzigen Regi­mes befestigt ist, dauern die Verhaftungen und Nachforschungen nach reattionären Geistlichen und Sendlingen sowie sonstigen gefährlichen Elementen fort. In den anderen Provinzen, wo die Lage noch ungeklärt ist, beschränkt man sich auf die Ueberwachung solcher Elemente. Mah- - mud Chefket Pascha erklärt die Nachricht, daß Abdul Hamid 24 Stunden gehungert habe, für unrichtig. Zn einer Bekanntmachung dankt Mahmud Ehefket Pascha im Namen der Armee d:n Ulemas für die Beruhigung der Gemüter, wodurch die Operation der Armee und die Kon­solidierung der Verfasiung erleichtert werde.

Saloniki, 1. Mai. Da AWul Hamid ohne Mittel angekommen ist und nicht Zett halt-, sich das Notwendigste mitzunehmen, wurde ihm auf Veranlassung des Oberstkommandieren- den ein Kredit von 1000 Pfund zur Bestreitung der Auslagen für feine Bedürfnisse eröffnet. Der nach der Hauptstadt zurückgesandte Fethy Bey, bc. mit der Bewachung des Sultans betraut ist, soll den Schlüssel zur Privatkasse Abdul Hamids hakw.t, um dessen Geld und Wertpapiere hierher zu bringen. Um jede Möglichkeit der Verbind­ung Mit Abdul Hamid zu vereiteln, ist ein

Bon wohlunterrichteter Seite werden die Gerüchte bestätigt, daß Abdul Hamid die Ab- K gehabt habe, am vergangenen Sonnabend h Kurden und aufständische Soldaten Metze­leien unter den Griechen und Armeniern herbei- führen zu lassen, um eine Intervention unb eine Besetzung Konstantinopels zu veranlassen, weil er hoffte, unter dem Schutze der Mächte auf dem Throne bleiben zu können. Das sei die Ursache gewesen, daß der Einmarsch der Belagerungs- trupven bereits am Sonnabend erfolgte.

Konstantinopel, 1. Mai. Wie die Blätter melden, verurteilt« das Kriegsgericht bisher neun Personen zum Tode, unter ihnen den Mörder des Justizministers Nazim Pascha. Etwa 200 Angeklagte wurde freigesprochen. Zas Kriegsgericht dürfte in einer Woche seine Tätig­keit beenden. Der Kaimakan von Novibazar, welcher beschuldigt wird, mit der reaktionären Bewegung in seinem Bezirk sympathisiert zu Haven, wurde abgesetzt und mutzte nach Saloniki reisen. Eine gestern in Stambul aus eingegangene Depesche meldet die Ab-

Die Lage in Konstantinopel.

P Konstantinopel, 1. Mai. Die kriegs­gerichtliche Untersuchung gegen viele im Jildiz- giTttjt angestellte Personen, gegen Geistliche und oioaten soll sehr belastendes Material gegen Abdul Hamid zutage fördern. Die Leitung der mazedonischen Truppen, sowie andere matz- aebende Faktoren beschäftigten sich jetzt mit der Beschlagnahme des größtem Teils des Vermö­gens von Abdul Hamid, welches zweifellos den Staatsgütern entnommen ist. Bemerkenswert für die hiesige Stimmung ist das Auftauchen von Vermutungen und Befürchtungen, der Thron­wechsel sei nur provisorisch und ein weiterer Wechsel fei zu erwarten.

42 (Nachdruck verboten.)

Enterbt.

Original-Roman von Freiftau Gabriel« o. Schlippenbach.

< Fortt eyung.l

Leise gleitet die Baronin Rothenfeld zum Zimmer hinaus und er bleibt allein vor dem verglimmenden Feuer.

Fee schreibt noch am selben Abend nach Pe­tersburg: sie teilt ihrem Vater mit, datz sie bereit ist und datz ihr letzter Versuch zur Aus­söhnung fruchtlos blieb.

Das waren trübe Tage, die nun folgten. Ba­ron Adam rührte sich nicht aus seinerLöwen­höhle", leise bewegten sich die Frauen, als läge etwas Liebes, Totes im Hause. Viele Stunden saßen Großmutter und Enkelin Hand in Hand, zu unglücklich, um viel zu sprechen, dennoch glück­lich, noch vereint zu sein.

Da Fee nicht allein reisen soll, hat sich Fran­ziska von Drachenstätt erboten, sie bis Memel zu bringen. Diesen Freundschaftsdienst ist sie Fried- rich Johann schuldig, seiner Tochter, die sie innig ins Herz geschlossen, von der auch ihr der Abschied bitter fällt. Und doch mrscht sich eine große Freude in diesen schmerz: sie soll den wiedersehen, den sie noch immer hebt, den Ju- genogespielen.

Baron Schöningk der Aeltere ist eines Tages nach Hollen hinübergekommen und har eine lange Unterredung mit Frau v. Rothenfeld.

Hans Leopold hat sich dem Vater anvertraut und Schöningks r ->rz blutet für seinen Zungen.

Und ich hatte gehofft, datz 5« seine ~tebe erwidert," sagt der alte Herr betrübt,sie haben sich ja ost gezankt, aber trotzdem schien es nur

eigener Verwaltungsdienst eingerichtet worden. Ein Torpedoboot liegt fortdauernd zur Bewach­ung in der Bucht vor der Villa. Da hier Platzmangel herrscht, ist ersucht worden, die Transporte von Gefangenen nach Saloniki, Mo- nastir und Uesküb einzustellen.

Konstantinopel, 1. Mai. Die Kammer verhandelte heute in stürmischer Debatte über die Unruhen in Adana. Mehrere armenische Abgeodnete griffen auf das heftigste die Regier­ung als Anstifterin der Niedermetzelungen an. Zuhrab (Armenier) führte aus, die Mörder hätten ihre Verbrechen unter den Rufen: Hoch Abdul Hamid begangen. Der Unterstaatssekre­tär des Innern verteidigte die Regierung und verlas Briefe der Behörden aus Adana, worin die Armenier als angreifender Teil bezeichnet werden. Das Haus beschloß, die Regierung auf­zufordern, einen Kredit von 20 000 türkischen Pfund zur Unterstützung der Hinterbliebenen der Opfer in Adana zu bewilligen und unver­züglich ein Kriegsgericht nach Adana und Aleppo zu senden, um die Schuldigen zu bestrafen.

Latakia, 1. Mai. Der italienische Kreu­zerPiemonte" nahm mehrere hundert arme- ziische Fküibtlinge an Bord und verpflegte sie, da sie vollständig entkräftet waren. Die Ar­menier, die i:.i Einverständnis der türkischen und Konsularbehörden ausgenommen wurden, werden nacb Rasil Bazit gebracht.Piemonte" wttd dann nach Beirut gehen.

S a l o n i k i, 2. Mai. Drei-türkische Damp­fer haben mehrere Tausend Freiwillige aus Konstantinopel zurückgebracht, darunter die Scharen Panitzas und Sandanskys. Die Be­völkerung bereitete ihnen einen begeisterten Empfang. Gleichzeitig trafen 70 Mann Gefan­gene und vier Waggons mit dem Harem und den Effekten Abdul Hamids ein.

Konstantinopel, 2. Mai. Heute nacht meuterten in Pera einige hundert Marinesolda­ten, deren Dienstzeit zu Ende ist. Sie forder­ten ihre Entlassung unter Hinweis auf die ihnen zuaeqanqenen Briefe, die die kritische Lage ii er Heimat schildern. Das Marineministerium wurde darauf von Artillerie, Infanterie und Kavallerie umzingelt. Auf Zurä>en Niazi Beys ergaben sich schließlich die Meuterer. Sie wur­den unter einer Eskorte nach Stambul abge­führt.

Politische Umschau.

Zur Frage der ReichSsinanzreform schreibt dieNordd. Allg. Ztg." in ihrem Wochen­rückblick: Die Lage ist bitter ernst. Die Finanz­reform, die eine vom deutschen Volke mit größter Entschiedenheit geforderte ' unaufschiebbare Not­wendigkeit bedeutet, ist trotz immer wiederholter Anläufe und Versuche während der letzten sechs Monate im Parlament nicht weiter gekommen. Im ganzen genommen sind wir nicht wesentlich weiter als Anfang November. Der Sommer steht vor der Tür. Die Reform muß jetzt erledigt wer­den. Das Volk verlangt es vom Reichstag, das Ausland blickt mit Svannung auf uns. Die als­baldige Erledigung ist zur nationalen Ehrensache

zuweilen, als müßten die beiden ein Paar werden."

Auch ich habe es gehofft," seufzt die Baro­nin,aber auch wenn Fee Deinen Sohn liebt, so opfert fie sich auf und entsagt ihrem persönlichen Glück, um den Vater nicht einsam zu lassen."

Da schlag doch gleich das Wetter drein!" rief Schöning heftig und schlug mit der Faust auf den Tisch,soll ich zu dem Dickkopf, Deinem Mann gehen und ihm die Wahrheit sagen, frisch von der Leber weg? Bin gerade in der rechten Stimmung dazu."

Es würde doch nichts helfen," lautete die mutlose Entgegnung,glaube mir, Ditschchen, er leidet selbst mehr, als wir wissen, denn er hat sein Herz an das Kind gehängt."

während die beiden alten Freunde kummer­voll bersammensatzen, streifte Felicie abschied- nehmend durch Park und Garten. Die Bäume hatten in den letzten Frostnächten alles Laub verloren, kahl und beraubt ragten sie gen Him­mel, die dürren Blätter raickelten unter den kleinen Füßen des jungen Mädchens. Sie fühlte seit einigen Tagen ein dumpfes Weh in der Brust, seit jenem Tage in Muigezeem, als sie mit Hans Leopold unter der Eiche gestanden.

$Ieiben Sie hier, bleiben Sie in Kurland, denn ich habe Sie lieb - grenzenlos - über alles."

Diese Worte verfolgen fie, fie stehlen sich schmeichelnd in ihr Ohr, tönen in ihren Träu­men wieder und grüßen fie am Morgen beim Erwachen: diese Worte werden ihr Glück und ibr Elend werden, wenn fie die kurisch« Grenze überschreitet und das grün-blau-weiße Banner der baltiscken Heimat nicht mehr über ihrem Haupte weht. Es ist ja kein fichtbares Banner, es besteht in der Fantaste und sie hat die Farben

geworden. Entzieht sich die Mehrheit des Reichs­tages dieser Aufgabe, so find die Folgen un­berechenbar.

Da» Casablanca Schiedsgericht.

Haag, 1. Mai. In Gegenwart des Mnister» des Auswärtigen fand heute nachmittag die Er­öffnungssitzung des Schiedsgerichts für den Casa- blanca-Zivischenfall statt. Oberschiedsrichter Ham- merskjöld, Gouverneur von Upsala, hielt eine Rede, in der er hervorhob, daß die Zahl der Rechtsfälle, die den Schiedsgerichten unterworfen würden, immer mehr anwachse und umfasse nicht nur wirtschaftliche und technische Fragen, sondern auch Streitfälle, welche Interessen höherer Art be­rührten, die die Aufgabe der Schiedsrichter schwierig und verantwortlich machten. Der Ge­richtshof sandte sodann an die Königin ein Hul- digungstelegramm, worin er fie zu dem Ereignis beglückwünscht, durch welches die Hoffnung des ganzen Landes verwirklicht wurde. Alsdann wurde ein Telegramm des Internationalen Frie­densbureaus in Bern verlesen, welches die besten Wünsche für den Erfolg des Schiedsgerichts aus­spricht. Von den Sitzungen wird nur die Schluß­sitzung zur Verlesung der Entscheidung öffentlich sein.

Berlin, 1. Mai. DieNordd. Allgem. Ztd." schreibt: Der Reichskanzler empfing beute nach­mittag den Wirkt. Geh. Legationsrat Kriege, der sich als Schiedsrichter in der Casablanca-Angele­genheit nach dem Haag begibt.

Rational Bismarck Denkmal.

Köln, 2. Mai. Gestern fand hier unter dem Vorsitz des Geheimrats Emil Kirdorf eine Sitzung der Vertreter des Ausschusses für die ErrichNmg eines Bismarck-Rationaldeukmals auf der Elisen- höhe bei Bingerbrück statt, in der weitere Maß­nahmen besprochen wurden. Es wurde dabei da­rauf hingewiesen, daß die Bestrebungen, andere Höhen am Rhein für das Denkmal z« bestnmnen, vielfach Verwirrung angerichtet haben. Dem­gegenüber wurde folgendes festgestellt: Rach ein­gehenden Verhandlungen über die verschiedenen Gegenden Deuffchlands, namentlich des Rhein­landes, wurde seinerzeit nach örtlicher Prüfung des Platzes bei Bingerbrück, die durch einen aus den namhaftesten Künstlern und Kunstgelehrten Deutschlands gebildeten Ausschuß vorgenommen wurde, die Elisenhöhe unter einmütiger Zustim­mung dieses Kunstausschusses als der hervor­ragend geeignete Platz für das Denkmal be­zeichnet. Auf Grund dieses Gutachtens hat sich dann der jetzt aus über 1500 Mitgliedern be­stehende Ausschuß aus allen Kreisen des deutschen Volkes gebildet, und die Organisatton für das Denkmal auf der genannten Höhe getroffen. Ein anderer Platz kann somit nicht mehr in Frage kommen.

Englisch-deutsche Friedensklänge.

London, 2. Mai. Gestern abend veranstaltete die internationale Schiedsgerichtsliga zu Ehren der zur Zeit in England wellenden deutschen Ar-

fc:r lieb gewonnen, nur ist das leuchtende Grün, Sinnbild der Hoffnung, mitten durchgerissen und r<T~ ahlich wandelt es sich in ein düsteres Grau. Desto Heller ist das Blau, die Treue, die fie hoch halten will, treu ihrem Vater als sein Ki ib, treu in dem, was fie für Recht erachtet, treu der kurischen Heimat in dankbarer Erinnerung und noch eine andere Treue will fie halten, dem Manne, den fie liebt und dem fie doch nie angehöron darf.

Weiß und fleckenlos wird die Erinnerung bleuen, Fee will durch das Leid nicht bitter werden, fie will darnach streben, immer besser zu werden, dem Ideal nach, das ihr vorschwebt. O, vielleicht, vielleicht lernt das junge, wunde Herz wieder still zu werden, vielleicht ist die ernst erfüllte Pflicht genug, um den Schrei des Herzens nach einem persönlichen Glück zu über- täuben.

Fee ist in Gedanken versunken zum Cchlurn- merhügel gegangen: fie steht am Hügel, der ihren I - .ie;t trägt und blickt auf das weiße Marmor­kreuz nieder, das fie so oft mit liebenden Hän­den geschmückt. Auch heute legt fie einige Blu­men auf das Grab nieder, ein Monatsröslein, einige Myrthenzweige und eine frühe Hyazinthe, d e fie in ihrem Zimmer gezogen. Sie nimmt Abschied von der Toten und geht durch die lange Reibe der Hügel, die den Namen ihres Geschlech­tes tragen. Aber nicht allein von den stillen Schläfern und Schläferinnen scheidet sie, von k.-r kann man durch die entlaubten Bäume das weiße Herrenhaus von Klein-Troska sehen, seine Heimat, die er mit ihr teilen wollte und die fie nie betreten wird. Sie winkt ein Lebewohl hinüber, leise bewegen sich Fees Lippen wie im Gebet. Eine halbe Stunde später fitzt sie auf

beiterführer ein Diner. Lord Weardale führte in seiner Begrüßungsrede aus: Die große Masse der Bevölkerung Englands halte an der Meinung fest, daß zwischen Deuffchland und England kein Grund zum Strette bestände und wünsche mit Deutschland in Freundschaft zu leben. Arbeitsminister Burns trank auf die englisch deutsche Freundschaft mW griff die chauvinistische Presse scharf an, die den deutsch-englischen Kriegsgedanken provoziert habe. Wenn alles Geld, das von den europäischen Na­tionen für Kriegszwecke verschwendet werde, für das Volkswohl verwandt würde, wäre bald der letzte Argwohn zwischen den Nationen verschivun- den. (Stürm. Beifall.) Burns schloß, daß der ernste, aufrichtige Friedensappell der deutschen Arbeiter vom englischen Volke aufrichtig erwidert werde. Man werde nicht erleben, daß Frankreich, Deutschland, Rußland und England einen verderb­lichen Streit anfangen würden, der ihnen die Er­füllung ihrer höchsten Bestimmungen erschweren würde. Wenn die Nationen miteinander rivali­sieren wollten, dann sollten sie einen Wetteifer in der Veredelung des Lehens und in der Bekäm­pfung der Armut zeigen. Ein Wettkampf um edle Ziele, ein Streit um hohe Gedanken habe größeren Wert als das Bemühen, alle Ideale zu stürzen, die das Leben in sich schließt.

Sozialdemokraten in der städtischen Verwaltung.

Die sozialdemokratischeEssener Arbeiter­zeitung" hatte mitgeteilt, daß am 1. Mai in di« Redaktion des Blattes ein bisheriger Stadt­kassenrendant aus Essen eintreten werde. Der Oberbürgermeister veranlaßte eine Untersuch- uno und entsetzte den Beamten seines Amtes, als sich die Wahrheit der Meldung herausstellte. Ta; sozialdemokratische Blatt weist darauf hin, daß die städtische Verwaltung auch jetzt noch keineswegs sozialistenrein sei, wie man anzu­nehmen scheine.

Aus dem AlWordnctenlftmse.

In der Samstag-Sitzung des Abgeordnetenhauses begründete der Abg. Haarmann (nl.) den Antrag, die von der Wahlprüfungskommission für ungültig er­klärte Wahl des Abg. Wrndtlandt (Eschwege) an diese Kommission zurückzuverweisen. Die Abstimmung mußte wegen Zweifelhaftigkeit durch Zäblung vor­genommen werden, sie ergab Beschlußunfähigkeit.

In der bald anberaumten neuen Sitzung wurde Zurückverweisung an die Kommission beschlossen. Nachdem ohne Diskussion die übrigen Wahlprüfungen erledigt waren, wurve die Beratung des Kultus« tatS bei KapitelUniversitäten" fortgesetzt.

Geh. Regierungsrat Dr. Elster erklärte, die Unter­richtsverwaltung trage die volle Verantwortung für die Ernennung der Professoren, lege aber cntschei dendes Gewicht auf die Gutachten der gatultähr Unter Minister Holle seien von 162 Berufungen vo,. Professoren nur drei gegen das Votum der Fakultäten, eine ohne Anhörung derselben ^erfolgt. Extraordi­narien wirkten bei den Fakultätsgeschästen schon in Münster und Göttingen. Der starke Zudrang von Privatdozenten der Medizin nach Berlin sei un­erwünscht, aber schwer abzustellen. In Bezug auf de» Fall Kuhlenbeck könne er nur wiederholen, waS del Staatssekretär des Auswärtigen Amtes im Reichstage gesagt habe. Was die Frage anbelangt, ob mit Rücksicht auf die große Anzahl russischer Anarchisten unter den Lausanner Studenten den Preußen der Besuch der

A:ras Rücken und trabt durch die Kastanien- all-:, zum letzten Mal will fie den Wald durch, streifen, den sie so oft allein, oder mit dem Großvater, zuweilen mit Hans Leopold besucht. Heute scheint die Sonne freundlich hernieder, aber ein kalter Hauch ist in der Lust und bie Natur scheint in Erwartung der rauhen Winter- herrschaft zu frieren. Auch Fee friert in dem dünnen Reitkleide, sie galoppiert über die feuch­ten Waldwege und verlangsamt den Schritt de» Goldfuchses: seinen schlanken Hals klopfend, fällt ihr doch auch dieser Abschied schwer.

Der kurze Herbsttag neigt sich dem Ende ge, ein kalter Wind hat sich erhoben und plötzlich tritt ein Wechsel in der Witterung ein, es fängt an zu regnen. Da wendet Fee das Pferd und beeiü sich, nach Hollen zu kommen, ehe es ganz dunkel wird. Arras, der die schlechte Eigenschaft hat, zu scheuen, macht einen Seitensprung, als ein harmloser Hase über den Weg setzt, dann rast das feurige Tier wie toll davon.

Um Gottes willen Fee," ruft eine Männer­stimme und ein Reiter biegt aus einem Neben­wege: es ist Hans Leopold, er hat im Nu die Situation erfaßt und jagt hinter Arras her, der aber dadurch nur noch wilder wird. Auch Fee hat die Stimme, die geliebte, erkannt, sie zittert heftig und trotzdem sie eine vortreffliche Reiterin ist, fühlt fie, daß fie die Herrschaft über den ' -uchs verloren hat. Jetzt bäumt sich das unbän­dige Tier, bann stolpert es über einen quetlie» genben Baumstamm und überschlägt sich. Gleich darauf springt Arras auf und schüttelt sich, er ist unversehrt, aber neben ihm liegt eine reg. ungslose Gestalt, der Hut ist von den blonde» Haaren gefallen und das Gesicht ist totenbleiche > (jjortiegung folgt.;