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Marburg
Sonnlaa. 2 Mai 1909.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (rvöchenüiche Unterhaltungsbeilage) und »Landwirtschaftliche Benage
Die „Gderhesstsiche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2,25 Ml. (ohne Bestellgeld), bet unfern Zeitungsstellen und der Expedition Markt 21, 2 Mk.
Die Jniertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile I
oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. - I AaRm Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwerfitätsbuchdruckerer I »4. xZUlftge
Jndaber Dr. L. Siheroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55. I
Zweites Blatt.
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für die Monate Mai und Juni "" auf die «Dberhessifche Zeitung- nebst ihren Beilagen Werber, noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von «llen Postanstarten und Landbriefträgern entgegengenommen.
Die Gefahren des amerikanischen Zolltarifs.
Bereits bei den Etatsberatungen nahm der konservative Abg. Graf Kanitz Gelegenheit, auf die Gefahren des neuen amerikanischen Zolltarifs hinzuweisen, und durch die beabsichtigten Erhöhungen der französischen Zollsätze und den immer mehr drohenden zollpolitischen Zusammenschluß Großbritanniens und seiner Kolonien noch an Schärfe gewinnen. Der neue Tarif enthält wie der alte Minimal- und Maximalzölle. Diese sind um 20 o. H. höher als jene und sind automatisch gegen alle Länder anzuwenden, die den Vereinigten Staaten nicht die Meistbegünstigung gewähren. Ist beim Minimaltarif zollfreie Einfuhr vorgesehen, so tritt teim Maximaltarif ein Wertzoll von 20 v. H. hinzu. Daraus folgt, daß wir mit den Vereinigten Staaten einen Handelsvertrag auf Grund von Vereinbarungen und gegenseitigen Zugeständnissen, also einen Kompromißvertrag, nicht abschließen können. Entweder wir bewilligen die Meistbegünstigung und erhalten dafür den Minimaltarif, oder wir bewilligen sie nicht vnd müssen mit dem Maximaltarif vorlieb nehmen.
Dis Bestimmung, daß der amerikanische Tarif am Tage der Unterzeichnung in Kraft tritt, der Maximaltarif erst 60 Tage später, hat, wie Graf Kanitz ebenfalls schon nachwies, zur Folge, daß damit das jetzt bestehende Proviso- riun: faktisch beseitigt ist. Anscheinend ist dieser Bestimmung nicht die Deutung unterzulegen, daß die bisher übliche Berechnung des Weri- ze^.s nach dem Marktpreise des Exportlandes anstatt der künftigen Berechnung nach dem ar erikanischen Marktpreise noch sechs Monate bestehen bleibt. Diese Feststellung des Zolles nach dem amerikanischen Marktpreise ist aber für die deutsche Exportindustrie von den verderblichsten Folgen, und besonders empfindlich werden davon die deutschen Baumwollfabrikan- ten betroffen.
Der Tarif, der bereits am 1. Juni 1909 in Kraft treten soll, sieht, entgegen dem bisher gültigen Dingley-Taris, bedeutende Zoll
et (Nachdruck verboten.)
Enterbt.
Original-Roman von Freifrau Gabriele v. Schlippenbach.
fftortlrfcun«.)
Rothenfeld ist früh am Morgen auf ein entferntes Bcigut gefahren, wo er eine Ziegelbrennerei anlegt; er kommt müde und durchgefroren spät am Abend nach Hollen zurück und läßt sich von seinen beiden Damen pflegen. Besonders Fee ist erfinderisch darin, sie stopft seine Lieblingspfeife, rückt den bequemen Lehnstuhl vor beit Kamin im Erkerzimmer, schenkt den darnp- fenoen Kaffee in die große Tasse mit dem Rothenfeldschen Wappen und plaudert fröhlich mit bent alten Herrn. Sie ist scheinbar ruhig aber ihr Herz klopft stürmisch, bis in die Ftnger- fpitzen fühlt sie es.
„Was bist Du so «nstät, Minchen?- fragt der Baron, „Du trippelst umher unb störst die Gemütlichkeit^ so setze Dich doch zu uns, Alte."
Sie gehorcht und ergreift ihr Strickzeug, die Kabeln fliegen mit nervöser Schnelligkeit.
Behaglich behnt der Freiherr die mächtigen Glieder vor dem Feuer: er ist bei bet zweiten Tasse, schiebt den Teller mit ben frischen Kümmel- ftinb Speckkuchen, denen er tüchtig zugesprochen hat, fort und sagt:
„Kinder, so zwischen Euch zweien ist es doch urgemütlich."
.Jetzt," denkt Fee, „jetzt muß es geschehen." „Es wird nicht mehr lange Jo fern, Großvater," sagt sie, „vielleicht nur noch einige Tage."
„Wie? Was meinst Du, was soll das Meißen!" ruft Rothenfeld.
„Das soll heißen, daß mein Vater mich zu- chckverlangt."
Der Baron starrt seine Enkelin an, et ist ßßrachlos und Fee fährt fort:
»Ich habe gestern Nachrichten von Pap« be-
ermäßigungen vor, die angeblich zum Schutze der Verbraucher gegen die Willkür des Trusts vorgenommen werden sollen. Die vorgesehene Zollfreiheit für Eisenerze und Zollermäßigung auf Roheisen, Stahlwaren und Maschinen werden jedoch dem Stahltrust nichts anhaben können, da europäischer Stahl dem amerikanischen nicht Konkurrenz machen kann. Wenn sich die Meldung bewahrheiten sollte, daß der Zoll auf Töpferwaren herabgesetzt wird, so wird davon die deutsche Porzellanindustrie einen großen Vorteil haben, die schon jetzt ein großes Absatzgebiet in Nordamerika besitzt. Besonders schädlich dagegen für unsere Industrie ist die Zollerhöhung auf Kohlen- und Teerfarben, eines der wichtigsten deutschen Ausfuhrprodukte nach den Vereinigten Staaten.
Angesichts der rigorosen Bestimmungen des neuen amerikanischen Zolltarifs und der zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada herrschenden handelspolitischen Eifersucht ist jetzt wohl der gegebene Augenblick, einen für uns günstigen Handelsvertrag mit der großen englischen Siedelungskolonie abzuschließen, deren weitere Erschließung und Besiedelung jetzt erst einen großen Aufschwung zu nehmen beginnt. Allerdings darf es nicht auf Kosten unserer Landwirtschaft geschehen, wie viele frei- händlerische Blätter jetzt schon mit Nachdruck fordern.
Die Neuordnung des höheren Mädchewchulwesens.
Die am 1. April 1909 in Kraft getretenen Bestimmungen über die Neuordnung des höheren Mädchenschulwesens vom 18. August 1908 macken abgesehen von den Mehrausgaben, welche durch Stellenumwandlungen entstehen, Mehraufwendungen zum Zwecke der Errichtung staatlicher Frauenschulen und Studienanstalten erforderlich. Mit Rücksicht auf die erhöhten Anforderungen, welche die neuen Bestimmungen an die Unterhaltungspflichtigen stellen, soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, zum Zwecke der Unterhaltung nichtstaatlicher höherer Mädchenschulen und Lehrerinnenbildungsanstalten Beihilfen im weitgehenden Maaße zu gewähren, als dies bisher geschehen ist. Es sind daher zur Verstärkung des Fonds im Kultusetat 329 100 ■M. mehr eingestellt.
Bei dieser Summe kommen die Mehrkosten für 5 staatliche Anstalten in Betracht und Vei- hrlfen für die anderen Anstalten. Die Schulen, die nicht höhere Lehranstalten werden, bleiben, was sie sind, nur dürfen sie sich nicht mehr Dotiere Mädchenschulen nennen, können aber sonst einen Namen wählen, den sie wollen. Die Differenzierung in der Aufsichtsführung zwischen Provinzialschulkollegium und der Schulabteilung der Regierungen bestand teilweise schon jetzt und wird auch in der Zukunft keine Schmier' *'iten machen. Die Regierung ist sich voll bewußt, daß sie nichts Dauerndes schafft, sie will aber einige Jahre Zeit haben, damit sie sieht,
kommen: er hat seine Geschäfte früher beendet und verläßt Rußland, um sich in das Privat-
I leben zurückzuziehen: er will sich in Süddeutschland ankaufen."
„Und Du willst v« Hollen fort! Ich dachte, daß Du Kurland liebgewonnen hast, Großmama und mich. Sind wir nicht gut zu Dir gewesen, undankbares Geschöpf?"
„Großvater," — Fe« kniet neben ihm nieder — „schilt nicht, Ihr habt mich verwöhnt und mit Liebe überschüttet und ich bin sehr, sehr glücklich in Hollen gewesen, Du fragst, ob ich Kurland liebe? O, lieber Großvater, ich fühle, daß hier allein meine Heimat ist, daß ich krank vor Heimweh sein ©erbe, wenn mein Fuß nicht mehr die geliebte kurische Erbe unter sich fühlen wirb. Und bennoch m u ß ich dies alles verlassen. Du selbst willst es so."
„Ich will es nicht, ich will, baß Du hier- bleibst," wetterte der Baron, „glaubst Du, daß ich Dich fortlasse?"
„Du wirst es wohl müssen, niemand hat das Recht, das Kind vom Vater zu trennen, es ist ein zu festes, heiliges Band. Ach, Großvater, schlinge auch Du es wieder um Dich und Deinen Sohn, er sehnt sich nach Dir, er bittet durch meinen Mund um Deine Vergebung, zum letztenmal sucht er Deine Hand, stoße ihn nicht zurück."
Fee hat die Arme um des Greises Gestalt geschlungen und blickt ihn flehend an; ihre Worte klangen ergreifend, handelte es sich doch um mehr als des, was sie erbat, handelte es sich doch um ihr eigenes Glück! Sie kämpfte für ihre Liebe, für die Erfüllung ihres Traumes, das Weib Hans Leopolds zu werden. Auch Frau von RoHenfeld ist hinzugetreten unb vereint ihre Bitten mit denen der Enkelin. Aber an dem unerbittlichen „Rein" des Barons zerschellten die Worte der Stauen, wie an einem Felsen.
„Schreibe Deinem Hern Papa, daß ich mei-
wie die Sache sich nun gestalten wird. Die frühere Oberlehrerinnenprüfung findet nicht mehr statt. Wer das Lehrerinnenexamen jetzt gemacht hat unb zwei Jahre praktisch tätig ist, wirb zur Universität zugelassen und zum Oberlehrerexamen.
Es wird eine volle Trennung bet Volksschul- lehrerinnenvorbilbung von der höheren Mäd- chenuhulvorbilbung durchgeführt und die Tatsache, daß früher diejenigen, welche in den Sprachen nicht bestanden, Volksschullehrerinnen wurden, wird in Zukunft hinfällig. Die Studienanstalten sind nur ein Notbehelf. Die Städte, die nicht höhere Mädchenschulen einführen wollen, können laut Ministerialerlaß doch den Lehrplan derselben verfolgen.
Die Privatmädchenschulen, welche nicht zu höheren Lehranstalten sich entwickeln, werden Gegenstand der Fürsorge der Regierung fein. Wenn drei Lehrkräfte vorhanden sind mit einer Oberlehrerin, so werden sie als höhere Lehranstalt anerkannt.
Politische Umschau.
Die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft über die Bedeutung des Brennereigewerbes.
Der Jahresbericht der Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin für das Jahr 188 enthält das Nachstehende:
„Den Hauptanteil an dem Niedergang des hiesigen wie überhaupt des Spritexportes des deutschen Steuervereins hat a.e Konkurrenz des russischen Spiritus verschuldet. Der russische Spiritus, der einige Zeit durch schlechte Ernten den deutschen Markt nicht belästigte, strömt wieder in großen Massen dem Hamburger Platze zu und zu Preisen, die jede Konkurrenz des deutschen Sprit und Spiritus überhaupt ausschließen. So kommt es. daß wir auch des überaus regen Spritexportes nach Spanien verlustig gehen, welchen die Hamburger Spritfabriken eben nur durch den russischen Spiritus vollständig beherrschen. Leider tritt bei Spanien für uns der Umstand hinzu, daß bei den immensen Quantitäten Sprit, die dieses Land bezieht, die Qualität eine ganz untergeordnete Nolle spielt und einzig und allein der billigte Preis den Ausschlag gibt; nur der Cherrydistrikt bezieht feine Qualitäten, aber in einer Ziffer, die nur einen verschwindend kleinen Bruchteil ausmacht. — Unsere Spiritusindustrie geht unter den gegebenen Umständen einer mißlichen Lage entgegen. Das wird auch unsere Regierung nicht verkennen. Diese Industrie ist aber eine der wertvollsten für unsere Landwirtschaft, ja für die Eesamtwirtschast der Nation. Die Kartoffel läßt sich auf allen Bodenarten, ganz besonders auf leichtem Boden, gewinnen. Sie hat außerdem einen unermeßlichen Wert als Vorfrucht für die Futterwirtschaft, hat allein die vermehrte Fleischproduktion für inländischen Konsum und für Export ermöglicht. Der Ertrag der Brennereien ist der Hebel für die wichtigsten Meliorationen geworden, hat dem Landwirt Mittel und Ermutigung gebracht, solche
neu Sinn nicht wie eine Windfahne ändere. Es müßte mit ganz anderen Dingen zugehen wenn ich das verzeihe, was feit so vielen Jahren mein Leben getrübt hat. Wunder geschehen heutzutage nicht mehr, deshalb kann sich nichts ereignen, was Friedrich Leopold die Tür des Hauses öffne* 1; dessen Ahnen er beleidigt hat."
Fee ist aufgesprungen. Sie steht vor dem Großvater da, den Kopf stolz zurückgeworfen, die zierliche Gestalt hockaufgerichtet, und auf bet jungen glatten Stirn tritt dieselbe tiefe Falte hervor, die man aus den alten Bildern der geharnischten Ritter bemerkt: der eigensinnige Fimilienzug derer von Rothenfeld; sie verleugnet in dieser Krisis ihres Lebens ihre Abstammung nicht und der Freiherr sagt es sich mit Stolz: „Sie hat Rasse und ist eine echte Tochter meiner Vorväter."
„Lebewohl, Großvater," sagt Fee, „je eher, je besser, heißt es jetzt für mich, deshalb nehme ich schon heute von Dir Abschied. Ich danke Dir noch für alles, für Deine Liebe in diesem Jahr. Du schilst mich undankbar, ich bin es nicht," hier zittert Fees Stimme ein wenig. Dann fügt sie schnell hinzu: „Gott segne Dich, — Hollen — Kurland."
Sie ergreift feine Hand unb küßt sie, ihre Tränen fallen warm darauf, dann ist sie hinaus- gegangen, die Tür wird geschlossen, die beiden Alten bleiben allein.
Lange ist es still, nur das Feuer knistert leise im Kamin und Rothenfeld fitzt und schaut finster in die Flammen. Run scheibet die Sonne wieder aus dem Hause, nun wird es etnfam werden, der Winte: naht und auf des Barons Leben fällt ein eisiger Frost. Er soll ohne seine fröhliche Wachtel die Tage kommen und scheiden sehen, ohne die holde Menschenblume, an der er j seine einzige Freude gehabt.
Ein Stöhnen entringt sich der breiten Brust de- Greise».
Meliorationen zu unternehmen. Es wird ass« eine dringende Ausgabe sein, den Spiritus- und Spritexport möglichst auf gleicher Höhe wie bis* her zu erhalten."
Leider hat die Gesetzgebung des Jahres 188? durch ihre sehr hohe Besteuerung des Branntweins die Bedeutung dieses landschaftlichen Ne- bengewerbes bedeutend herabgedrückt. — Heute drohen diesem Gewerbe und damit einem sehr großen Teil der ostdeutschen Landwirtschaft, noch viel schwerere Gefahren.
Die Verdingung von Staatsbauten.
Die von dem Allgemeinen Deutschen In- nungs- und Handwerkertag einstimmig g faßte Resolution über die Verdingung von Staats« bauten wurde im Dezember 1907 vom Zentral« ausschuß bet vereinigten Jnnungsverbände Deutschlands als Petition an den Reichstag gerichtet. Jetzt liegt der Bericht der Petitions- kowmrssion vor, be.it mir folgende interessante Stellen entnehmen: Einem Teile der in der Petition angeführten Wünsche war inzwischen bereits entsprochen worden, als für ben Per« waltungsbereick des Reichsamts des Innern jül die Reichs-, Poft, und Telegraphenverwaltung für die Heeresverwaltung unb bie Marineoer- waltung Bestimmung»-, über bas Verdingungs» wesen erlassen morb«* sinb. In bet am 11. Februar d. I. #• folgten Beratung dieser Petition rouue, wie der jetzt vorliegende Bericht *rgibt, nitgeteilt, daß auch in den übrigen Reichsoer« waltungen die B» Kimmungen des Reichsamts des Innern Anwendung fänden.
Uebei Punkt 2 der Petition des Zentralaus- schusses, die sogenannten „Sammelposttionen" bei Vergebung von Bauten (z. B. übet „Au» führung bei Maurerarbeiten für die Hochbauten") in der Regel in Einzelpositionen auszu- r::fen, entspann sich zw scheu dem Regierungsvertreter und dem Reser- »ten und ander»n Mitgliedern der Kommission eine längere Debatte. Dr: Referent wies auf die schlimmen Erfahrungen hin, welche He Handwerksmeister füher gemacht hätten. Es !mme eben auf die nasführenden Behörden unb auf klarere Fnss-np bet Vorschriften an. Aus ben Aussüßruuzen Des Negierungsvertreters fei hervorgegangen, daß sich über ben Begriff ,S- rnrnelpositto-" Behörden und Hanbwerker n.cht ^nig feier, denn der Negierungsverlreter bezeichnete diese Arbenen als Nebenleistungen, für wehte gewöhnt»« eint besondere V-rg f uerschlossen fj’. D-r Referent betonte, tri der von ben Ha.-dw rl^ meistern geäußerte Wunsch, solcke Sa:-n^«t>oR< tLnen ober Nebenleistungen mögl Hst g-uar zs bezeichnen, sehr beredjiigt sei, weil sonst di« Bewerber bie Kalkulation zu schw C' tg werde. Ungenaue Unterlagen und Angab-n übet ein Bauprojekt s ien litt ff» b’e Haut-tui sack» ft: den großen Unterschied in den Treis« i.gtb*«en.
Die Petition wurde, bis auf bet. litzr«-, Punkt bett Uebcrnahme des neuer rar^L-n Verdingungswesens durch die Pr vinz'albedör» ben, dem Reichskanzler zur Cn-ag:-«g überwiesen. £____ _____!____
„Ja, einsam, ^nfam,“ denk' er. .waren mußte Fee kommen warum hat sie sich mir tut Herz gestohlen?“
„Sie ist das Kind Deines GoEnes, D-irer Einzigen," antm rtet es, denn er hat t*a letten r<dj laut l ffprochen. Sein- ftra * steh' vor ihm, ste sieht -» Jahre gealtert mV tu ihren stillen Augen liegt ein schmerzlicher Vorwurf.
„Minden," sagt er, „Du wirst mich jetzt wohl hassen?"
Die stillen Augen mit dem ank'-»a-ndea Ausdruck begegnen ihm groß und traurig.
„Das kann ich nicht, Atam," ,ogt die Baronin langsam.
„Du wirst wohl mit Fee fortg-hen, ich weiß, wie Deine ganze Seele an dem Kinde hängt?
„Ich bleibe bei Dir, jetzt hat Fee ihren Älter und kann den Schuh des großelterlichen Hauses entbehren."
Sie spricht in ihrer sanften Ar» mit der Stimme, die so oft den Hitzkopf g-bäidrgt.
„Es — es scheint — Dir nicht so schwer zu fallen, als ich gefürchtet habe," bringt Rothen- feG) stockend hervor.
„Nicht so schwer!"
Sie ruft es mit der Pein ihres nebenbei Herzens.
„Nicht so schwer! Ach Adam!"
Sie finkt auf einen Stuhl und ein schweres Schluchzen hebt ihre Brust, während fie den Kopf in ihren Händen birgt Wie alt unb gebrochei fi" t sie aus! Eine furchtbare, herzbeklemmende Angst schlägt die Krallen in des Barons Hi«. Wie, wenn er ihr durch feine Strenge das Herz gebrochen, dieses treue Herz, das ihn geliebt, das oft unter feiner Härte gelitten, das ihn in G» duld und Treue ertragen! Er möchte ihr etil gutes Wort sagen und findet es nicht
(Fortsetzung folgt)
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