J mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg mrd Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Verlage.^
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Die „Gdevhesstfche Zettmtg" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt Dienet» jährlich durch die Post bezogen 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern ZeitungSstellen und der Expedition Markt 21, 2 Mk.
Marburg
Sonntag. 2. Mai 1909,
Die Insertionsgebühr beträgt für die 7g«spalte« Zette oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Vertag: Joh. Aug. Koch, UniversttätSbuchdruckere» Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg«
neue Sultan, ebenfalls ein schon bejahrter Herr, soll geäußert haben, sein Wunsch sei es, gemäß dem Scheriatgesetz und der Verfassung zu regieren. Er sei stolz darauf, der erste wirkliche Freiheits
deutschen Erziehung alle Ehre macht, haben ste ihr schwieriges Werk vollzogen. Abdul Hamid hat
hervorragende oder gar ausschlaggebende Rolle wie sein begabter Bruder spielen, steht er doch nicht nur unter der Botmäßigkeit, sondern auch unter der Beaufsichtigung seiner jungtürkischcn „Wähler". Wir Deutsche haben ein Interesse daran, daß die Türkei sich möglichst ruhig entwickele, und darum hoffen wir, daß es den Jungtürken, denen von Frhm. v. d. Goltz-Pascha ja das beste Zeugnis ausgestellt wird, gelingen möge, diese Entwicklung herbeiznführen. Freilich wird auch der oberflächliche Kenner der Türkei und vor allem des Islam sich nicht verhehlen, daß in dem jung- türkischen Programm der Versöhnung der islamitischen Welt mtt europäischer Kultur noch recht viel Schwierigkeiten liegen, die zu Katastrophen führen können.
In R u ß l a n d hat in der vergangenen Woche der panslawistische Kongreß stattgefunden, auf dein der gemeinsame Deutschenhaß der radikalen Elemente aller slawischen Nationen wieder einmal beredten Ausdnrck gefunden hat. Allein die konservative Partei Rußlands hat sich diesen von keiner politischen Reife zeugenden Bestrebungen fern gehalten, einmal weil sie grundsätzlich für freundschaftliche Beziehungen zum Deutschen Reiche eintritt, dann aber auch, weil sie klar erkannt hat, daß die Panflawisten die stärkste Stütze für die Bemühungen des englischen Botschafters Sir Nicol- son sind, die russische Politik immer mehr in das englische Fahrwasser zu drängen. Während de^ Zar selbst allen diesen Bestrebungen sehr abweisend gegenübersteht und sich bisher stets als unser loyaler Nachbar erwiesen hat, sollen die Zarin- Mutter und die Zarin, aus Abneigung gegen alles Deutsche und aus Vorliebe für alles Englische im Sinne des sehr Rügen Engländers tätig sein.
Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.
Vor hundert Iabren. Unter französischer Herrschaft.
Von L. Müller.
«Fortsetzung.)
In Felsberg hatte der Kandidat Böttcher und der Cornet Louis Scheffer, unterstützt von den Oamberger Kürassieren, den Aufstand in Szene -gesetzt. Das Erkennungszeichen der Aufständischen war ein rotes Band. Gegen Abend verlas Böttcher die Proklamatton und um 8 Uhr brach die 800 Mann starke Kolonne nach Cassel auf. Unterhalb Gudensberg stießen sie <u n Hornbergern und übernahmen den Vor- .trab des Zuges. In der Morgendämmerung, in dichten Nebel gehüllt, kamen die Insurgenten bis in die Nähe der sogen. Knallhütte, eines .Gehöfts und Wirtshauses, 1 y2 Stunden von Cassel entfernt, ohne von einem'Feind belästigt zu werden, aber auch Dörnberg war bis jetzt ohne jede Nachricht von Cassel geblieben. — Nach der Flucht Dörnbergs wurden alle Wirtshäuser in Cassel geschlossen, die Tore stark besetzt uno die Strassen der Stadt von Kavallerie- Patrouillen durchstreift. Die Königin reiste in der Nacht von Cassel nach Strassburg, wie der Moniteur am 25. April 1809 berichtet: ,zum Besuch der Kaiserin". Gegen 3 Uhr nachts brach der General Reubel mit den wenigen in Cassel disponiblen Truppen auf, um dem Feinde entgegen zu gehen. Die Cheveauxleger-Garde kam zuerst auf der Höhe der Knallhütte an und es gelang der Truppe, einige Insurgenten gefangen zu nehmen, von denen sie erfuhren, dass die Hauptmasse unter Dörnberg im Anzuge sei. Reubel liess sofort einige Kompagnien der Garde-Jäger und 2 Geschütze nachrücken, während er '-ch selbst in abwartender Stellung neben der Knallhütte verhielt. Als der Vortrab der Aufständischen herankam, rief eine Stimme die Anrückenden an: „Halt? Werda?" Niemand antwortete. „Im Namen des Königs! Gebt Antwort!" Tiefe Stille. „Gebt Feuer!" erscholl das <x>muuuü>*Mah das Kracken der Musketensalse
Die Wertzuwachssteuer.
Berlin, 30. April. In der Finanzkommission des Reichstages wurde bei r fortgesetzten Besprechung des konservativen Anttages betr. die Reichswertzuwachssteuer ein sozialdemokratischer Antrag eingebracht, wo- r-'* der Wertzuwachs bei Grundstücken und Wertpapieren versteuert, ferner eine guotifier« bare progressive Reichseinkommen- und Ver- me zensfteuer eingeführt wird und endlich die Nachlasssteuer und das Erbrecht des Staates zu
I erzitterte die Lust. Die Laternen der Aufständischen erloschen und schauerlich tönte das Gewimmer der Verwundeten durch die Nacht. Der Vortrab zerstob nach allen Himmelsrichtungen. „Vorwärts! Vorwärts!" ruft der Cornet Scheffer, aber niemand achtet mehr auf sein Kommando. Die westfälischen Soldaten rücken die Anboye hinauf und fassen Posto zwischen dem Dorfe Brenna und der Knallhütte. Die Geschütze werden fertig gemacht, weit hin leuchten die Lunten der Kanoniere und die Kartätschen schlagen prasselnd in die andrängende Menge. „Sie schiessen blind," rief Dörnberg, „die Kanone müssen genommen werden? Die Soldaten schiessen nicht auf Landsleute". Die Trommeln wirbelten und im Sturmschritt drangen die Insurgenten vor, aber wieder kamen die Kartätschen geflogen. Dörnberg sprengte voran, doch seine Untergebenen folgten ihm nicht. Jetzt rückte auch Oberst von Marschall mit seinen Melfunger Kürassieren zur Verstärkung heran. Durch die Geschosse der Arttllerie und dem Musketenfeuer der Linie entstand unter den Insurgenten grosse Verwirrung, sie verloren den Mut gegenüber dem bewaffneten Korps, das noch eine günstige Stellung voraus hatte. Die Aufständischen stoben auseinander, obgleich nur noch ein kleines Häuflein Entschlossener noch Widerstand leistete. Als Dörnberg sah, dass alles vergeblich und verloren war, mutzte er auf seine eigene Rettung bedacht sein und kehrte mit dem Forstmeister von Buttlar nach Homberg zurück und entkam, bekleidet mit einem alten Ueberrock und ausgestattet mit 20 Louisdor, welche die Aeb- tissin des Stifts Wallenstein, Fräulein von Gilsa, ihm gegeben hatte, nach Böhmen. Ebenso erfolglos wie der Aufstand in Homberg, war der in Wolfhagen. Hier hatte der Souisinspettor Berner, von Wrede u. a. ein Korps von 1200 Ms.nn zusammengebracht, von denen nur 50 mit Flinten bewaffnet waren, sie wurden verstärkt durch die Homberger Kürassiere unter Leutnant Eiesewald. Doch auch sie unterlagen infolge der fckftßten Bewaffnung den Angriffen der Che« veauxleger» unter General d'Albisnac. Gar-
Rückblick.
Noch streiten sich — das erscheint zur Zeit noch immer das Wichtigste — die Patteien des Reichstages um das Zustandekommen der Reichs- f i n a n z r e f o r m. Was hilft es, daß man heute feststellt, hätten wir nach Bismarcks RatReichs - eiseubahnen und Tabakmonopol ein- gefühtt, wir brauchten jetzt nicht mehr für die sinauziellen Grundlagen des Reiches zu sorgen. Gs ist nicht geschehen und kann jetzt nicht kommen, entt stehen andere Fragen zur Diskussion. Und zu welchem Ergebnis man gelangen tvird, läßt sich noch gar nicht sagen, wie man aus den Berichten über die Kommissionssitzungen steht. Der konservative Gegenvorschlag der Wettzuwachssteuer auf Immobilien und Wertpapiere mag im Prinzip lvohl berechtigt sein, ob er jetzt einen Ersatz für die Steuersumme bringt, die durch die Erbanfallsteuer aufgebracht werden sollte, muß sehr zweifelhaft erscheinen. Die Verhandlungen zeigen, daß die Zustimmung zu einer eng begrenzten Erbanfallsteuer am ehesten jetzt aus der Verwirrung herausfiihtt. Die innerpolittsche Situation befindet sich z. Z. in einem höchst kritischen Stadium, das wieder einmal geeignet ist, Gerüchte über Kanzlerwechsel, Reichstagsauslöftmg usw. empottchießen lassen. Man wird aber gut tun, ihnen keine allzu große Bedeutung beizulegcn, sondern ruhig Blut zu bewahren.
Die langersehnte Geburt eines Sprossen aus dem Oranierhause hat in Holland Hellen Jubel und die freubigfte innigste Teilnahme des ganzen Volkes hervorgerufen. Die Begeisterung, die sich schon vorher unzeitgemäß hie und da Luft machte, hat jedenfalls wieder einmal gezeigt, wie eng das Haus Oranten mia dem niederländischen Volke verbunden ist. Weit über die Grenzen des Landes hinaus aber hat die Freudenbotschaft herzliche Anteilnahme erweckt, und allen voran bringt Deutschland dem stummes- und sinnesberwandten Volke der Niederländer, der jungen Köniain und Mutter und dem Prinz-Gemahl, dem Sproß eines deutschen Fürstengeschlechts, feine" Segensvünsche dar.
Der Erfolg der Jungtürken in den Wir- i ren ist entschieden. Mit bewunderunaswürdiger Energie und militärischer Schneidigkeit, die der
nächst beraten werden sollen. Ferner ging ein Antrag Müller-Meiningen ein, die Wertzuwachssteuer abzulehnen, dagegen eine Besteuerung der Erbanfälle an Deszenten und Ehegatten und eine progressive Besteuerung des Vermögens in Verbindung der mit zur Kon« ttolle der Veranlagung heranzuziehenden Erbschaftsbesteuerung vorzunehmen. Die Wirtschaftliche Vereinigung brachte einen Antrag ein, für den Fall einer Ablehnung des Antrages Dietrich eine Besteuerung des Wertzuwachses von Immobilien zu Veranlassen und zu erwägen, wie zum Ausgleich der Jmmobilien- wertzuwachssteuer eine entsprechende Besteuerung des Wertzuwachses an Kapitalvermögen erfolgen könne.
Reichsschatzsekretär S y d o w erklärte sich mit dem nationalliberalen Erbschaft s- steuerantrag einverstanden: nur bedürfe es dazu keiner besonderen Vorlage. Hinsichtlich der Jrnmobilienwertzuwachssteuer könne er zwar nicht namens der Verbündeten Regierungen, wohl aber namens der Reichsfinanzverwaltung zustimmen. Gegen den Antrag der Freisinnigen, soweit er die Vermögenssteuer betreffe, müsse et sich mit aller Entschiedenheit aussprechen. Der sozialdemokratische Antrag erschüttere die Grundlagen der Finanzreform und sei natürlich unannehmbar. In Erwägungen über die Zuwachssteuer der Wertpapiere gemäß dem Anträge der Wirtschaftlichen Vereinigung einzutreten, sei aussichtslos. Nachdem Spahn-Zentrum erklärt hatte, seine Partei würde für den Antrag Rösicke eintreten, betonte der Schatzsekretär, nach Ansicht der Negierung gäbe es eine allgemeine Reichsstener auf den Besitz nur in der Form einer Erbschaftssteuer. Die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten müßten jeden von der Undurchführbarkeit des Antrages Rösicke überzeugen. Die Immobilienzuwachssteuer müßte durchaus nicht gerechterweise einer solchen auf Wertpapiere entsprechen. Die Wertfteigerungen beruhten dort auf ganz anderen Ursachen. Ueberdies sei der Vermögenszuwachs durch die Einkommen- und Vermögenssteuer auf Effekten auch durch die Börsenumsatzsteuer betroffen. Mommsen (FrstVgg.j wendet sich gegen den Antrag Rösicke.
Es folgten längere Ausführungen der Abgeordneten Grafen Vestarp und Müller-Fulda Zentr.). Der Reichschatzsekretär erwiderte, Müller-Fulda hätte keine anderen Unterlagen für eine hohe Ertragssumme der Wertzuwachs- fteuer auf Immobilien als lediglich seine Ueber- zeugung gemacht. Mehr als 25 Millionen könnten kaum einkommen und auch dieser Betrag sei noch schwankend. Darauf könne er keine dauernden Ausgaben gründen. Die bisherigen geringen Erträge der Erbschaftssteuer beruhten dar- rauf, dass man 1906 den Anteil der Anfälle an Seitenverwandte zu hoch eingeichätzt habe. Das sei jetzt ausgeschlossen. Die Wertzuwachssteuer
nicht zum Kampfe gelangte Gottlob von der Molsdurg, weil er zu lange mit dem Angriff gezögett hatte. Er hat in Meimbressen 4000 Ba rn zusammen gebracht und in Kompagnien eingeteilt in der Absicht, sich mit Dörnberg und Berner zu vereinigen. Als Malsfeld in Erfahrung brachte, dass der Dörnbergsche Aufstand mißglückt, er selbst entflohen, die Erhebung in Wolfhagen unterdrückt und die Verschworenen zum Teil verhaftet seien, entschloß er sich, seine Leute mit herzlichem Danke für ihre pattiotische Bereitwilligkeit zu entlassen, weil er einsah, daß durch ein weiteres Vo. zehen sie dem gleichen Schicksal wie Dörnberg geweiht seien. Es gelang ihm, über die Grenze zu enttommen. Auch der Versuch, die Werra-Gegend in Aufstand zu bringen, misslang gänzlich, denn Leutnant von Hassenrodt und Karl von Eschwege fanden keinen Anhang. Als auf diese Weise der Aufstand in allen seinen Teilen niedergedrückt war, wagte es der Hof in Cassel wieder aufzuatmen.
Verhaftungen wurden nun massenhaft vorgenommen. Am 26. April erschien ein Polizeibeamter mit starker Militärbedeckung in Homberg. In das Kastell nach Cassel wurden abgeführt der Metropolitan Martin, dessen Tochter, die Stiftsdamen von Gilsa, von Stein und von Metsch, die Gattin des Eskadron-Chefs Wolff von Gudensberg, Sophie v. Baumbach und ihre Nichte Karoline, welche den Aufständischen das gestickte Banner angefertigt hatte, der Provisor Rommel, der Postmeister Homburg und viele andere. Von Felsberg der Pfarrer v. Gehren, Rentmeister Cornelius und Landbereiter Kellner. Im Kastell befanden sich bereits als Ge- angene Leutnant v. Hasserodt, Karl v. Eschwege, Karl v. Baumbach, der Garde-Major v. Münchhausen, Referendar von Schmerfeld, Oberst Engelhardt, Pfarrer Koch von Immenbausen, Pfarrer Werner von Wabern, Schuller "ose von Dörnberg, etwa 20 Kürassiere des 1. Kur. Reg., sowie viele Bürger und Bauern aus der Gegend von Homberg, Felsberg und Wolfhagen. Wegen der vielen Gefangenen hatte die llnter-
trafe nicht den Grundbesitz, sondern den Spekulationsgewinn. Von einer doppelten Belastung des Grundbesitzes könne daher keine Rede sein. Der Reichsbankpräfident erklärt nochmals, die Ertragsberechnung der Wertzuwachssteuer schwebe noch in der Lust. Nachdem dann noch der Abgeordnete Wiemer (Frs. Vp.) sich gegen den konservativen Antrag ausgesprochen hatte, wurde die Sitzung, wie bereits gemeldet, auf Sonnabend vormittag vertagt.
Tie Laae in onftanttnopd.
Konstantinopel, 30. April. Das „Amtsblatt" veröffentlicht Depeschen aus bet Wilajets Smyrna, Adrianopel, Damuskus, Alevpo und Adana, sowie eine Depesche d s interimistischen Emirs von Mekko, in welchen die günstige Aufnahme gemeldet wird, welche der Thronwechsel gefunden habe. — Den türkischen Blattern zufolge wohnt der Sultan morgen in der Kammer der Verlesung des Haiti- humajuns bei, durch welches die Thronbesteig- Ui;j angezeigt wird. — Die „Turguie" erfährt aus autoritativer Queffe, Abdul Hamid werde nur einige Tage in Saloniki bleiben und dann r ui Monastir geschickt werden. Die ,;T?irqute“ veröffentlicht nach den Angaben der General- st--b-wflft'ere folgende Verlustliste: Mazedonische Armee 97 Tote und 160 Verwundete: dir Widerstand leistenden Truppen 297 Tote und 585 Verwundete. — Der „Jkdam" meldet: Hilni Pascha lehnte die Uebernahme des Ministeriums des Innern ab. — Die „Saboh" veröffentlicht Briefe des ernannt gewesenen Finanzministers Djavid und des Iustizministers Hairi, welche das Portefeuille ablehnen uni ausführen, daß kein Mitglied der jungtürkischer Partei ohne Majoritätsbeschluß der Partei Mini ier werden könne. — Der „Osmanische Llyod* meldet: Das Kriegsgericht beauftragte das Polizeiministerium, Eurhan-Edoin zn verhaften.
Konstantinopek, 30. Aprik. In bet Hagia Sofia fand heute das Selawlik statt: es war ein Spalier von mazedonischen Truppen- gebildet. Alle Höfe der Moschee waren von t",. ; großen Menschenmenge besetzt. Sultan Mehmed wurde auf der Hin- und Rückfahrt stürmisch begrüßt. Zwischenfälle kamen nicht T Konstantinopel, 30. April. Der Sultn empfing den Prinzen Salah Ed- bin in Audienz.
Saloniki, 30. April. Bei einet tn Ba- fo n« vorgenommenene Revision des Waf» fenmagazins durch drei Offiziere ergaben sich Anregelmäß'okeiten. Als die Offiziere die M^oanne verließen, schoß der auf Posten siebende albanestsche Soldat auf sie und t b t e t e einen Major und einen Hauptmann. --------- —~— -----_ suchung einen langsamen Fortgang. Am 29, April erschien ein interestantes Dokument für die Geschickte des Aufstandes, es la-tet:
„Wir Hieronymus rc. ic. Mit tiefem Schmerz haben wir gesehen, daß eine Anzahl unserer Untertanen in den Departements der Fulda und Werra zum A'flstand verleftet und durch Mißhandlung und Bedrohung mit Tod und Brandstiftung sich an Verrätst an zu- schließen, welche durch fremden Einfttm. oen heiligsten Verträgen und dem Völkerrechte zuwider gewonnen waren, daß sie Theilne -mer selbst in einigen öffentlichen Beamten geznnden haben welche bann durch ihre Mitwirkung bie $er nenbung der wenig unterrichteten und irregeleiteten Landleute vermehrt und sie endlich der Ahndung der Waffen und Gesetze ausgesetzt haben. Da wir nun die Forderungen der Gerechtigkeit, welche die schnelle Bestrafung bet Verbrechen des Hochveraths, der Desertation lind des Aufruhrs verlangt, mit denen verbinden wollen welche das Mitleiden für solche Menschen macht, welche mehr unglücklich und schwach als schuldig sind, so haben wir verord net und verordnen:
Art. 1. Für Venäther gegen ihr Vaterland und Uns werden hiermit erklärt: von Dörnberg, vormal. Oberst von den Jagern unserer Garde, Gottlob von Malsburg, vormal. Hess. Officier, v. Buttlar. Jnspector der Forsten, Georg v. Dall« wig der Sohn, sie sollen gefänglich eingezoge« vor das erichtete Kriegsgericht gestellt und er- schossen werden. Auch soll ihr bewegliches und unbewegliches Vermögen, welches sich int Königreiche oder den Staaten des Rheinbundes befindet, in Beschlag genommen werden und zu den Entschädigungen verwandt werden, welche ihr Verrath und Aufruhr nöthig gemacht haben.
ftrt. 2. Völlige und gänzliche Straflosigkeit ist denen zugesichert, welche an dem in bet NaM des 22. April ausgebrochenen Aufstande TheN genommen haben, insofern sie sich in ihre Wohnungen zurückbegeben haben «der in 8 Tagen bet hin begeben werben. j
- . .. (Fortsetzung folgt.) ’