Einzelbild herunterladen
 

klärt der Sultan in einem an den Kaiser aerich- teten Schreiben, daß er die deutschen Kaufleute in der Angelegenheit der Errichtung je eines Kais in Tanger und Larrasch berücksichtigen wolle. Am 26. Februar fordert der marokka­nische Minister des Aeutzeren Renschhausen auf, dem Machsen im Detail ausgearbettete Pläne für den Tangerer Molenbau vorzulegen. Am 19. Mai legte Herr Renschhausen der marokkanischen Regierung das Molenbauprojett nebst Kosten­anschlag vor. Ende Juil erfolgt Abschluß des Vertrages. Im Herbst 1905 begann die Aus­führung des Baues, die Volleitt>ung erfolgte Frühjahr 1908.

Die Marineskandale in Frankreich.

Paris, 27. April. Der Justizministet hat die vom Marineministerium gegen die Gesell­schaft von Creusot und zwei anderen Lieferan­ten erstatteten Strafanzeigen der Abteilung für Kriminalangelegenheiten übermittelt,, welche die Klage prüfen und eventuell sie den zustän­digen Untersuchungsrichtern in Paris, Autun und Bordeaux überweisen wird. Bon der Ge­sellschaft Creusot wurde einem Mitarbeiter des Journal des Debats" erklärt, daß fie bisher keinerlei direkte Bestätigung der den Blättern zufolge gegen fie geplanten Verfolgung erhalten habe. Bisher habe lediglich zwischen der Kon­trollabteilung des Marineministeriums und der Gesellschaft ein Briefwechsel über beanstandete Lieferungen stattgefunden. Es handelt fich um mehrere, mittels Lötung vorgenommene Aus­besserungen von Eußstahlarbeiten. Die Festig­keit dieser ursprünglich zurückgewiesenen und so­dann ausgebesserten Stücke scheine unbestreitbar. Jedenfalls liege keinerlei, die Interessen der Marine schädigender Betrug vor. Das Finanz­blatt „Code de la Bourse et de la Banque" schreibt: Die ftanzöfische Regierung haben den ausländischen Konkurrenten der Gesellschaft Creusot furchtbare Waffen gegen dieselben in die Hand gegeben. Fall« de< franzöfische Finanz­minister der argentinischen oder einer anderen ftemden Regierung anläßlich eines Anleihepro­jektes heute vorwerfen würde, daß fie keine Be­stellungen bei der französischen Industrie gemacht habe, so laufe er Gefahr, daß man ihm ant- wotten werde: „Fragen Sie doch Ihren Kol­legen von der Marine, ob wir daran so schlecht getan habens"

Aus dem Reichstage.

In der bisher so objektiv und leidenschaftslos ver­laufenden Besprechung der Zivilprozeßordnungs- uovelle kam heute ein etwas wärmerer, lebhafterer Ton, als es sich um die Aenderung der Eidesformel handelte. Von den Freisinnigen und den Sozialdemo­kraten wurde der schon bei früheren Gelegenheiten ergebnislos gebliebene Versuch wiederholt im Sinne des deutschen Monistenbundes und der Freidenker aus dem Eide das religiöse Moment, die Anrufung des Namens Gottes zu entfernen und eine einfache Be- teuerungsformel an ihre Stelle zu setzen.

Der Staatssekretär erklärte namnes der verbün­deten Regierungen unter lebhafter Zustimmung der Mehrheit einen solchen Anttag für unannehmbar. Die Mehrheit des deutschen Volkes hänge noch immer an dem alten Gott und dem alten Glauben und da­rauf müsse die. Gesetzgebung sich gründen. Ihm se­kundierte u. a. in sehr wirkungsvoller Weis« und wie­derholt von Zustimmungsäuherungen und Beifall be­lohnt, der Abg. Schultz von der Reichspartei. Der fich dabei auf eine 25jährige Erfahrung als Richter be­rufen konnte.

Der Antrag wurde, ebenso wie feine Verweisung «n die Justizkommisfion abgelehnt. Beschlossen wurde, ain Zukunft in der Eidesformel die Worte »und 8 hinzugesetzt habe" fortfallen sollen, auch die sonstigen Bestimmungen, die eine Vereinfachung der Eidesabnahme bezwecken, und die Einführung der Eidesabnahme nach der Vernehmung fanden ebenfalls Zustimmung. Die ZivUprozetznovelle wurde erledigt, darauf das Gerichtskostengesetz.

F----------------! . ' ! ----

Aus dem Abgeordnetenhause.

Gegen die vorgeschlagene Erweiterung de» Stadt­kreises Düsseldorf wurden betrefts der Einverleibung Von Himmelgeist seitens der Konservativen durch den Abg. v. Brandenstein Bedenken erhoben. Abg. Linz (8tr.) erklärte, datz seine Partei als solche auf Wider- feruch verzichte, jedem Mitglied vielmehr die Abstim­mung fteigebe. Abg. Beumer (natlib.) empfahl in launiger Weise die unverändette Annahme der Vor­lage. Auf Anfrage des Abg. Marx (Ztr.) erklärt« der Unterstaatssekretär Holtz, dass diStaatsregierung den Wünschen von Neuß wohlwollend gegenüberstche. Die Vorlage möge unverändert angenommen werden. Sodann wurde diese in allen ihre Teilen und betreffs Himmelgeists gegen die Stimmen der Konservativen angenommen.

In der nunmehr fortgesetzten Generaldebatte zum Kultusetat behandelte Abg. Hoff (fress. Vgg.) eine Reihe von Volksschulfragen, insbesondere im einzel­nen die Einrichtung des Lehrerbildungswesens. Dann bemängelte er das Vorgehen der Unterrichtsverwal­tung in dem Falle Mahling. Ministerialrat Schwartz- kvpff erklärte, daß die Schuldepntation SchulanffichtS- funktmnen auSüben, daher Sozialdemokraten für fie nicht zugelaffen werden können. Die Regierungen haben nach den vom Minister ergangenen allgemeinen Weisungen neue Instruktionen für die Rektoren aus­zuarbeiten. Im Interesse der fluktuierenden Bevölke­rung ist eine zu große Zahl von verschiedenen Lehr­büchern zu vermeiden. Ein Fürsorgezögling kann aus­nahmsweise auch für den Lehrerberuf zugelassen wer­de«. Das LehrerbildungSweseu befindet sich in einem Uebergangsstadium, nach einiger Zeit werden die neuen Lehrpläne ganz durchgeführt werden können. Die Volksschule müsse im Rahmen der tatsächlichen Verhältnisse stetig forffchreiten. Abg. Hoffmann (Soz.) erging sich in Gemeinplätzen und in breiter Behandlung des Religionsunterrichts der Disfidenten- kinder. Eine Beschimpfung der Bibel zog ihm einen Ordnungsruf zu. Sehr eingehend beschwert er fich über die Ausschließung der Sozialdemakraten aus den Schuldeputationen. Rach der mehr als zweistündigen Rede dieses Abgeordneten, die mehr und mehr in den Vollsversammlungston verftel und einer kurzen Er­klärung des Ministerialdirektor Schwartzkopff, der wegen des Tones der Rede auf eine sachliche Erklä- trnig verzichtete (allgemeiner Beifall) vertagte fich da» Haus bis Mittwoch 11 llhr.

Herrenhaus.

Das Herrenhaus nahm gestern daS Besoldungs­gesetz für die evangelischen Geistlichen ohne Debatte, bas für die katholischen Geistlichen nach einigen Dan- goffen des Fürstbischof Dr. Kopp an. Bei dem Be- mgSgeseh für die unbemittelten Staatsbeamten der Finanzminister Freiherr von Rheinbaben Beifall des Hauses, als er die Agitation gewisser .Beamtenkreise als durchaus ungehöffg und als Den Versuch einer Untergrabung der staatlichen Autorität

«rückwie». Der Minister betonte, daß e» pchbei sol­cher Agitation nicht um da» Gros der Beamten handele.

■ Aus den Kommissionen.

Der dem Reichstag vorgelegte Gesetzentwurf über die Haftung des Reichs für seine Beamten beschränkt fich darauf die Haftung des Reichs für die Reichs­beamten und die ihnen gleichzustellenden Personen de» Soldatenstandes zu regeln. Er sieht eine unmittel­bare, nicht bloß eine subsidäre Haftung des Reich» vor; dem geschädigten Dritten soll em Ersatzanspruch nicht gegen den Beamten, sondern nur gegenüber dem Resthe zustehen, wogegen letzterem der Rückgriff gegen den schuldigen Beamten gewühff wird. Die Haftung des Reichs tritt ohne weiteres ein, wenn und soweit die Schadenersatzpflicht eines Beamten einem dritten gegenüber nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch« begrün­det ist. Darüber, ob fich der Beamte einer Veffetzung seiner Amtspflichten schuldig gemacht hat, sollen die Geffchte selbständig entscheiden. @8 soll nicht die Ent­scheidung oder eine Vorentscheidung von der vorgesetz­ten oder einer besonderen Behörde getroffen werden. Die Kommission schlägt verschiedene Aenderungen der Abgeordnetenhausbeschlüsse vor, deren materieller Be­ratung fich das Haus sodann zuwandte.

In der «udgettommssfion des Abgeordnetenhaus«» «fflärte der Vertreter des Kultusministers, daß die Stenographie nicht obligatorischer Unterrichtsgegen­stand werden könnte.

Deutsches Reich.

— D<r Kaiser auf Korf«. Achilleion, 27. April. Zur heutigen Frühftückstafel bei dem Kaiserpaar waren geladen der König und di« Königin der Hellenen, die gestern in Korfu ein- getroffen find, der Kronprinz und die Kron­prinzessin von Griechenland, Prinz und Prin­zessin Andreas von Griechenland und Prinz Christof von Griechenland.

— Vermählungsfeierlichkeiten in Glücksburg. Glücksburg. 27. April. Zu den Bermählungs- feierlichkeiten des Prinzen Harald von Däne­mark mit der Prinzessin Helene zu Schleswig- Holstein-Sonderburg-Glücksburg, find Prinz und Prinzessin August Wilhelm, sowie Prinz und Prinzessin Heinrich hier eingetroffen.

— Aus dem Reichsanzeiger. Berlin, 27. Aprtt. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz zur Ausführung des Abkommens über den Zivilprozeß vom 17. Juli 1905. Das Gesetz tritt gleichzeittg mit dem Abkommen über den ZivU- prozeß in Kraft.

— Sie deutsche Hilfsaktion für SSditalie«. Rom. 26. April. „Tribuns" teilt mit, datz der Minister des Aeußeren die letzte Spende des deutschen Hilfskomitees für di« Opfer der Erd­bebenkatastrophe in Süditalien in Höhe von 500 000 =M. erhalten habe und bemertt, daß Deutschland unter den zivilisierten Nationen, die Italien zu Hülfe geeilt find, unzweifelhaft einen hervorragenden Platz einnehme und daß der Botschafter Panea, als er seiner Dankbar­keit Ausdruck gab, fich wahrhaft zum Dolmetscher Italiens machte.

Ausland.

* * Italien. Neapel, 27. April. Nach den letzten Feststellungen find bei der Explosion -ns dem Unterseeboot „Fora" elf Personen getötet und zwölf verletzt worden. Eine Person wird vermißt.

* * Frankreich. Paris, 27. April. Die fieben Postangestellten, di« wegen ihrer jüngst gemel­deten Reise zur Verantwortung gezogen werden sollen, wurden heute von einem Dttfftot des Unterstaatssekretariats vernommen »nd beanl- wotteten schriftlich di« an fie gerichteten Fragen. Auf die Frage, ob fie di« Abstcht hätten «ine Maikundgebung zu veranstalten, verweigerten fie die Anttoott, da die Angelegenheit feine dienstliche sei. Einer der Postangestellten er­klärte einem Berichterstatter, daß, falls die Re­gierung einen von ihnen bestrafen sollte, unver­züglich der Gesamtausstand beschlossen werden würde. — Nizza, 27. April. Präsident Fallit-res hielt heute hier eine Parade über die Garnison und begab sich sodann nach Monaco. Bei dem ihm zu Ehren vom Fürsten gegebenen Frühstück wurden herzliche Trinksprüche gewechselt, wobei Präsident Fallitzres seiner Freude darüber Aus­druck gab, im dorttgen Schloß ein wirkliches Asyl für die Wissenschaft gefunden zu haben. Der Fürst verlieh dem Präsidenten Fallitzres, so­wie den Ministern Picqnart und Ruau den Or­den des heiligen Karl.

* * England, ßottbon, 27. April. Heute fand die erste Sitzung der vom Premierminister Asquith eingesetzten Anterkommisfion des Reichsverteidigungsausschusses zur Prüfung bet Kriegsbereitschaft der Flotte statt. Der erste Lord der Admiralität, Mc. Kenn«, und Admrral Fisher wohnten den Verhandlungen bei.

* * Rußland. Petersburg, 27. April. Der Posten eines Generalgouverneurs für die bal- tischen Provinzen wurde durch einen kaiserlichen llkas aufgehoben. ______

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalarttkel ist. gemäß » 1« fe» Urheberrechts nur mit der deutlichen Ouellenangad«

„Oberhess. Ztg." gestattet.)

Marburg, 28. Apttl.

)( Akademischer Gottesdienst findff am nächsten Sonntag, den 2. Mai, vormittags 91/o Uhr, in der reformicffen Stadt- und Universitätskirche statt. Die Predigt hält Geheimer Konsistorialrat Prof. D. Achelis.

)( Studentisches . Die Verteilung der Turn- und Spielftunden für das Sommersemester findff Donnerstag, den 29. April, nachmittags 6 Uhr, auf dem Rektorat, Plan 8 ll, statt. Die «orpora- ttonen und sonstigen Interessenten werden hierzu einoeladen. Bemerkt wttd, daß Studierende, welche weder einer Korporatton noch der Frffen Berffngung angehören, in Gruppen von minde­stens 12 Mitgliedern, deren Namen von ihrem Vertteter schriftlich einzureichen ist, an der Vertff- lung tcilnchmen können.

• Studentische Unterrichtskurs«. Mr di« Anmeldungen zu den Studentischen Unterrichts- turfen, die auch im Sommer in Deutsch, Rech­nen, Geographie, Stenographie. Mathematik,

Rundschrift und Buchführung stattfinden wer­den, find die Abendstunden von 8—9 llhr am Donnerstag, Freitag und Samstag dieser Woche angesetzt. Di« Mellmngen werden in der Süd­schule (Eingang Echulstratze) entgegenge- nommen.

* Der Marburger akademische Kalender der Elwertschen Univerfitätsbuchhandluag, der sich im Laufe der Jahre ju einem geradezu unentbehr­lichen Begleiter für alle hiesigen Studierenden und diejenigen, wffche mit der Universität in Verbin- düng stehen, entwickeft hat, gelangt auch diesmal wieder pünküich zum Semesteranfang Mr Aus­gabe. Diesmal schmückt ihn ein Bild v. Savignys mit einer Biographie des berühmten Rechtslehrers. Er enthüll alles das, was für die Studierenden wissenswett ist; besonders hertlorzuheben find die amtlichen Bestimmungen bezüglich der Prüfungen, Stipendienordnung, die Preisaufgabeu der ver­schiedenen Fakultätn. Außerdem enthält der Ka­lender ein genaues Programm der in der Zeit vom 4.-28. Juni stattfindenden akademischen Fest- spiele, für die ganz bedeutende künstlettsche Kräfte, wie Jr-ene Triesch, Josephine Rott­mann u. a. gewonnen werden. Wetter ersahren wir aus dem Kalender Einiges über die Intern. Luftfchiffahff-Ausstellung in Frankfuff a. M. und über Extta-Ausstellungszüge, die zu billigeren Fahrpreisen dahin geplant find. Wir können da­her allen hiesigen Studierenden nur raten, sich in der Elwettschen Universitätsbuchhandlung ein Exemplar des Kalenders, der gratts ausgegeben wird und bald vergriffen sein dürste, aushändigen zu lassen und denselben zu beachten, da sich auch manche Vorzugs-Offerte für Studenten dattn be- stndff.

)( Einquartierung. Zur Unterbringung von 270 Angehörigen des Jägerbataillons in Bürger- quattieren auf 14 Tage vom 5. Mai an werden noch Anmeldungen im Rathaus — Zimmer 10 — von 10—1 Uhr angenommen.

* Ortskrankenkasse. Die diesjährige Früh­jahrs-Generalversammlung der OttSkrankenkaffe fand gestern Abend in der Aula der alten Real­schule statt. Es waren erschienen 6 Arbeitgeber und 54 Arbeitnehmer. Nachdem das Protokoll der letzten Generalversammlung verlesen und geneh­migt war, erstattffe in Abwesenheit des erkrankten Rendanten, der Kassenbeamte Clobus den Kassen­bericht. Dieser stellt fich wie folgt:

Einnahmen.

Saflenbestand am Ansang des

nungsjahres 1151.56

Zinsen von Kapitalien 8405.03

Eintrittsgelder 1363 —

Gesanttbeiträge 7136475

Ersatzleistungen für gewährte Kranken­

unterstützung 1275L1

Ersatzleistungen v. Berufsgenoflenschasten 77M

Aus verkauften Wertpapieren «Nd M-

rückgezogenen Kapitalien 4264.10

Sonstige Einnahmen 94.95

Summe de r Einnahmen 83691.81

Ausgaben.

Für ärztliche Behandlung 15477.35

Für Arznei und sonstige Hfflmtttel 10454.12

Krankengelder an Mitglieder 23504.01

Unterstützung an Wöchnerinnen 257.58

Sterbegelder 847.—

Kur- u. Berpslegungskosten an Kranken­anstalten 5413.15

Ersatzleistungen für gewährt« Krauken- untefftützung 991.02

Für Kapitalanlage« 19122.51

Verwaltungsausgaben: a) persönliche 5213.18

h) sächliche 1038.07

Sonstige Ausgaben 755.06

Summe der Ausgaben 83073.05

Abschluß.

Summe der Einnahmen 83691.81

Summe der Ausgaben 83073.05

Ergibt für den Schluß des Rechnungs- ______ jahrrs einen Kaflenbestand von 618.76

Vermögensausweis

für den Schluß des Rechnungsjahres 1908.

Das Gesamwermögen der Kaffe setzt sich M- sammen:

a) der Bestand für den Schluß des Rech­

nungsjahres 1908 618.76

b) in Hypotheken, Wertpapieren, Spar-

kaffenbüchern 97309.96

Summe 97928.72

Rach dem vorjährigen Abschlüsse betrug der Ueberschuß 83440.61

Ergibt gegen das Vorjahr an Ueber- schntz mehr 14488.11

Zum Reservefonds gehören 88309.96

Rach dem vorjährigen Abschluß betrug der Reservefonds 77273.36

Ergibt gegen daS Vorjahr an Reserve­fonds mehr 11036.60

Ws Betriebsfonds verbleiben der Kaff«:

a) bar 618.76

b) in Spattaffenbüchern 9000.—

Ergibt einen Betriebsfonds von 9618.76

Im Namen der Revisoren beanttagte Re­staurateur Bttel, da alles in bester Ordnung besun- ben sei, dem Rendanten Entlastung zu erteilen. Der Vorsitzende machte dann aus de« gedruckt vor­liegenden Geschäftsbericht aufmerksam und emp­fahl denselben einer genauen Beachtung. Sämtliche ebensalls gedruckt vorliegenden Abänderungsan- ttäge zum Statut wurden ffnstimmig genehmigt. Es wird dadiftch das Krankengeld auf 60 % des durchschnittlichen Tagelohns erhöht (seither 55%) und ferner der 3. Karenzlag in Wegfall gebracht. Wffter soll das Sterbegeld aus den 24- fachen Bettag des durchschnittlichen Tagelohnes gebracht werden. Da fett Bestehen der Kasse (25 Jahre) «och feine Aenderung im durchschnittlichen

Tagelohn vorgenommen ist, wird derselbe ben fetzt bestehenden Verhältnissen entsprechend festgesetzt und zwei wettere Klassen nach oben eingeschoben, sodaß jetzt 7 Klassen bestehen. Desgleichen werden die Quittungskatten abgeschafft und soll von jetzt ab der Bettrag gegen Quittung bezahlt werden. Da die hiesige Dienstbotenkrankenkasse ffnen viel niedrigeren Bffttag erhebt als die Ortskranken­kasse, wurde seitens eines Arbeitgebers die Anreg­ung gegeben, die Dienstboten in einer niedrigeren Klaffe zu führen, «m für die Ortskrankenkasse mehr Mitglieder zu gewinnen. Von anderer Seite wurde jedoch entgegengehalten, daß die Leistungen der Dienstbotenkrankenkasse in gar keinem Verhält­nis zu denen der Ortskrankenkasse stehe; wer für seine Dienstboten etwas übffg habe, werde diese auch zur Ortskrankenkasse anmelden, um ihnen im Falle einer Krankheit den Segen einer besseren Unterstützung zuteil werden zu lassen. Zu dem vom 16.-18. Mai in Berlin stattftndenden Kranken­kassenkongreß wurde der Vorstand becmftragt, die Kasse dort zu vertrffen.

• Stadtsäle. Am Donnerstag findet ein Gast­spiel des beliebten Schmitz-Prechtel Ensembles statt. Freunde eines gesunden rheinischen Humors sollen nicht versäumen, fich dieses lustige Kölner Völkchen anzusehen. Zur Aufführung gelangen die tollen Burlesken: Sein dunkler Punkt und Leh­mann. Die Direftion hat keine Mühen und Kosten gescheut, den Abend zu einem genußreichen zu ma­chen und daher auch noch das ganze Künstlerper­sonal sowie die Gießener Kolosseumkapelle ver­pflichtff.

• Turnerisches. In der Königlichen Landes- turnaustalt zu Berlin wird zu Anfang Januar 1910 wiederum ein sechsmonatiger Kursus zur Ausbildung von Turnlehrern eröffnff werden. Es wird beabsichttgt, auch diesmal 20 Bewerber mehr als in den früheren Jahren einzuberufen.

♦ Die Besteuerung der Ueberstunde« veran­laßte die Steuerbehörde in Hagen i. W., eine An­frage an den preußischen Finanzminister zn richten. Darauf ist ihr, wie der »Voss. Zig." gemeldff wird, folgende Antwort zuteil geworden: Der preußische Finanzminifier antwortete, datz die Grundsätze, die für die Nichtbesteuerung des Einkommens aus Ueberstunden bei den Zollbeamten matzgebend' seien, aus die Lohnarbeiter nicht angewendet wer­den dürsen. Die Besteuerung deS Lohnes an Ueberstunden müsse bei den Arbeitern aufrecht er­halten bleiben. Gegen Arbeitgeber, die die An-' gäbe des Ueberstundeneinkommens verweigerten, werde mit der größten Schärfe vorgeaangen. In i einem Falle sei bereits eine Ahndung mit 3000 .M, ( Geldstrafe erfolgt. i

)( Bestätigt wurde vom Sttafsenat in Berlin; in Erledigung eines Einzelfalls die vom Schössen- i gericht und der Sttafkammer für ungültig erklärte Polizeivcrordnung betreffend das fahrplanmäßige Abfahren der Pferdebahn.

)( Jahrmarkt. Am nächsten Montag wird hier Jahrmarkt, der fog. Walpuraismarft, abgehalten.

Kirchhain, 26. April. Im neuesten Kreir- blatt wird der Jmpfplan für die Jmpfbezirfe Kirchhain, Amöneburg, Neustadt und Rauschen­berg veröffentlicht. Es ergeht an die Eltern, Vormünder der impfpslichttgen Kinder die Auf­forderung. die betreffenden Kinder an ben Impf- und Nachschauterminen dem Jmpfarzt« pünttlich zuzuführen, und insoweit die Kinder wegen Krankheit nicht geimpft werben können, dem Jmpfarzt« darüber eine ärztliche Be­scheinigung im Termin vorzulegen. Die; ihnen zugefandten Verhaltungsvorschriften find genau zu beachten.

-r- entöntburg, 27. April. Bei der am 22. d. M. vorgenommenen Wahl von zwei Ersatz-Stadwerord» neten in der 1. und 2. Klaffe wurden gewählt in der . 1. Klaffe Bäcker Heinrich Grefs und in der 2. Klaffe; Landwirt Richard Weber. — Wie in diesem Blatt > schon mitgeteilt wurde, war eine Aenderung der. Botenpost für Amöneburg geplant. Diese Aenderung tritt nun mtt dem 1. Mai d. I. in Kraft und wird ' die Post von der Ohmtalbahn aus bestellt.

Schweinsberg, 27. April. Die hiesige Jungviehweibe würbe gestern wieder eröffnet. Es wurden 32 Stück Rindvieh und 3 Fohlen auf- gffrieben. Bekanntlich bleibt das Jungvieh Tag und Rächt bis Ende Ottober daselbst im Freien. Die Weid« hat sich seit Jahren schon gut bewährt. — Hier stürzte gestern ein junge» Mädchen beim Heuholen in der Scheune und zog sich mehrere Verletzungen zu.

Gladenbach, 28. April. Seit dem 18. b. M. wird her 68jährige Grubenarbeiter Ernst Nord von hier vermißt.

Gladenbach, 27. April. Hilfspfarrer H. Waller aus Frankfurt ist zum 1. Mai zum Pfar- rer der lutherischen Kirchengemeinde Hartenrod ernannt worden. — Pfarrer K. Kranz aus Homburg v. b. H. ist zum 1. Mai zum Pfarrer bet lutherischen Kirchengemeinde Lixfelb er­nannt worben.

Hessen-Nassau und Nachbargediete.

§§ Gaffel, 27. April. Der Vorstand der Hand­wertskammer ftir den Regierungsbezirk Cassel und das Fürstentum Waldeck beschloß in seiner Sitzung, Herrn Zimmermffster Wilhelm Zimmermann, der in der letzten Vollversammlung der Handwerkskammer als Kammermitglied zugcwählt worden war, zum stellvertretenden Vorsitzenden zu erwählen.

Lich, 27. April. Einen Beweis dafür, daß bet Andrang zum Lehtetberuf immer stärket wirb, gibt die heute und morgen in Abweren- heit von Seminarbirektor Dr. Schäfer-Friedberg erfolgende Aufnahmeprüfung in die Ptäparan- denanstalt. Gegen 80 Schüler unterziehen sich bet Prüfung. Es wird allerdings wohl nicht jedem glücken können, auch ausgenommen zu werden.

Frankfurt a. M., 27. April. Die Nichibe- stätigung der Wahl des sozialdemokratischen Stadtverordneten Dr. Quarck zum Mitglied der städtischen Schuldeputation seitens der Koingl. Regierung tief in der heurigen Cladtverord- netensitzung eine lange Erörterung hervor und wurde nicht nur von sozialdemokratischer und nattonalliberaler Seite mißbilligt. Schließlich