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Letzte Nachrichten.

Berlin, 26. Aprll. In der Nacht gn Sonntag wurde hier wiederum eine Falschmünzerbande, binnen kurzer Zeit die dritte, unschädlich gemacht. Bei der Verausgabung von falschen Zweimark­stücken wurden drei Leute betroffen und sestgenom- mtn.

Kattowitz, 25. April. Aus eine» Automobil, Ader das der Chauffeur die Führung verloren Ktte, wurde Graf Franz Balleftrein, t dritte Sohn des früheren Reichstagspräfi- deuten, herausgeschleudert und starb im Kran- kenhause, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben. Auch der Chauffeur wurde lebenrge- Mrlich verletzt.

L-tania, 25. April. Die JachtViktoria and Albert" mit dem König von England und der Königen, sowie der Kaiserin-Witwe von Rußland an Bord, ist abends hier eingetroffen

Lisiabon, 25. April. Der Ministerrat be­schloß, für die Opfer der Erdbebenkatastrophe Hilfsdienst ins Leben zu rufen. In Benavente und Samora und Torr eia wurden neue Erdstöße verspürt.

Billa Franca, 25. April. Das italienische Ge­schwader mit dem Herzog von Genua an Bord, ist hier eingetroffen und von den ans de, Reede liegenden französischen Schiffen und dem spani­schen KreuzerTemerares* mit Salut empfangen worden. Der Herzog von Genua traf um sy2 Uhr nachmittags in Nizza ein und stattete dem Präsidenten Fälliges einen Besuch, bei welchem er dem Präsidenten tot Namen des Köngs den Annunziatenorden überreichte. Der Präsident dankte zunächst dem Herzog und sprach später dem Könige telegraphisch seinen Dank für die Ordens­auszeichnung aus. Der Besuch, der nur kurze Zett dauerte, wurde bald darauf vom Präsidenten in Billa Franca erwidert.

Bukarest, 25. April. Die Nachricht einiger Blät­ter über einen Ausflug des deutschen Kronprinzen nach Constanza und über den Zwischenfall, der sich während der Fahrt des Kronprinzen ereignet ha­ben soll, entbehrt der Begründung. Der deuffche Kronprinz hat sich überhaupt nicht nach Constanza begeben.

Die Kümpfe in Konstantinopel.

Konstantinopel, 25. April. Es verlautet, die Besatzung des Jildiz habe bis auf einen ge­ringen Rest die Jildiüaserne geräumt und sei entwaffnet worden. Einer großen Anzahl der Mannschaften ist es jedoch gelungen, bewaffnet

z» fliehen. Daher soll heut» Abend der Bela- gerungszustand über die Stadt und die llm- gebung verhängt werden. Di« Nationalver­sammlung in San Stefano genehmigt« nach Mrmischer Debatte den hierauf bezüglichen An- trvi des Generals Schefket Pascha. Die in den Hotels wohnenden Fremden haben von mehreren Konsulaten Warnungen erhalten, nach 8 Uhr abends die Straßen zu betreten. Der Sultan befindet sich noch in seinem Palaste. Gr ließ am Nachmittag« den Scheich ül Js. lam rufen, der sich um 4 Uhr nach dem Jildiz begab. Es verlautet, die Mannschaften der Selanlikaserne hüten di« Waffen abgeliefert.

Konstantinopel, 25. April. Die Mitglied« der Ratnonalversammlung, die heute den Bela­gerungszustand über die Stadt verhängte, haben fast einstimmig erklärt, daß die Absetzung de» Sultan» «»«läßltch sei.

Konstantinopel, 25. April. Die Pforte ist völlig ausgeschaltet. Mahmud Schefket Pascha Mrt die unbeschränkte Militärdikta­tur. Der Sultan befindet sich noch im Jildiz. Di« diplomatischen Missionen würben benach­richtigt, daß der Belagerungszustand über die Sticht verhängt sei, Präsident de» Kriegsge­richtes ist der Artillerieminister Hufchid Pascha.

Rom, 25. April. Ra cheiner Meldung des Kommandanten des italienischen Kriegsschiffes .Herrauccio" aius Alexandrette herrscht dort zurzeit Ruhe, wohl auch infolge d« Aus­schiffung von Matrosen der fremden Kriegs­schiffe. Jedoch dauert das Morden in der Um­gegend noch fort. In dem Orte D o r t o y l, 15 Kilometer von Alexandrette, werden die Arme­nier von den Auftührern belagert, sollen aber jetzt auf Veranlassung der Kommandanten der ftemden Kriegsschiffe durch ottomanische Trup­pen, die zur Verstäkung in Alexandrette einge- trofen find, entsetzt werben. Diese Truppen sollen auch dazu benutzt werden, durch Streifen in her Umgebung dort das Rauben und Mor­den zu verhindern. Bon Tarent find noch zwei Torpedobootszerstörer nach Alexan­drette abgegangen.

Eigene Drahtmeldung der Oberheff. Zeitung Mittag» 1 Uhr.

W. Frankfurt, 26. April. In der letzten Zeit »«schwanden aus den Bahnpostwagen Frank- fnrt-Würzburg-München verschiedene Wertbriefe. Jetzt wurde in München d« Briesträg« Gustav Hoffmann als mutmaßlich« Tät« »«hastet.

W. Darmstadt, 26. April. Gestern wurde hier die Fra« de8 Aivil-JngenieurS Schnell «-

hängt aufgefundeu. Heute früh nah« die Polizei die Verhaftung ihre« Manne« vor, da dies« die Frau kürzlich «U 90 vvv Jt ta die LebeuSverstch«. rung tat und du Verdacht steht, deshalb die Frau beiseite geschafft zu habe«.

W. Münster, 26. April. Geh. Kto Prof. Dr. Niehues, Mttglied deS Herrenhauses, ist gestorben.

W. Pari», 26. April. Bi« französische Postbeamte, die in Brüssel bei eine» Postbeantten- Kongretz sprechen wollten, wurden dort von d« Polizei verhaftet und erhielten den Ausweisungs­befehl.

W. Konstantinopel, 26. April. Wie aus Beirut gemeldet wird, ist di« armenische Ortschaft Lataftsch und viele andere Orffchaften abgebrannt. Die Etnwohn« wurden massakriert. Französische und englische Dampf« sind nach Beirut beordert.

Viehpreise deS heiMen Frankfurter Viehmarktes.

Eigen« Drahtbericht d« ^«hessischen Zeitung".

Auftrieb: 692 Ochsen, 986 Kalben Minder) und Kübe, 39 Bullen, 805 Kälber 198 Schafe, 1794 Schweine 1 Ziege, 8 Schaflämmer, 8 Ziegrnlämm«. Aus Oesterreich: 40 Ochsen, Bulle, Rinder.

' Lebend­gewicht Mk.

gewicht

Bezahlt wurde für 100 Pfund: Mk.

Ochsen: 1. Qualität 74-76

2. , 68-72

3 . 60-66

Kalben <Rinder» und Kühe«

Kalben 1. Qualität: 7178

Kühe: 1. . 6860

Kühe u. Kalben 2. Qual. 48-60

66-68

60-62

! Vsg. 96-100 73-76

7072 64-66

66-67 65 60-64

Ueberfiandr

, . , 3. ,

Bullen: 1. Qualität: 2. 8. 4.

Bezahlt wurde für 1 Pfund: Kälber: 1. Qualität 2. 3. ,

Schafe: 1. Qualität 2. 8.

Schweine: 1. Qualität 2. 8.

Hornvieh: Geschäft: mittel. 1 Kleinvieh:

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Frankfurt, den 26. April 1909. Tendenz:

Wetzen, hiesig« und Wetterau« Mk. 24.80-25,00

, kvrbefsisch« Mk. 24,8025 00

Mk. 24,80-25,00

Mk. 18.0018 60

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Wetterkarte des öffentlichen Wetterdienstes. Rebendienststelle Gießen.

Wettervoraussage für Dienstag, den 27. April 1909: Meist trüb, vereinzelt Regeusälle, Tempera­tur wenig verändert, südliche Winde.

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