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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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öDnniu(|,. April HfW. Inhaber Dr. L. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Erstes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt . 3 Blätter.

Umjdimi im Auslande.

Die kurze Osterruhe in der auswärtigen Politik, die nach der friedlichen Beilegung des österreichisch-serbischen Konfliktes ganz Europa tief aufatmen lieh, hat wieder eine unerfreu­liche und jähe Unterbrechung erlitten. Ueber Nacht ist die überraschend schnell entstandene iungtürkische Herrlichkeit schmählich in die »räche gegangen. Der Revolution der jung­türkischen Offiziere ist die Meuterei der am Alten Hangenden Sergeanten gefolgt. Als in­neren Grund für den plötzlichen Umschwung in der Stimmung des Heeres betrachtet man die von den Jungtürken den nichtmohammedani­schen Elementen in Aussicht gestellte Aufhebung des altislamitischen Scheriatrechts, nach wel­chem nur Mohammedaner der Ehre teilhaftig sein dürfen, dem osmanischen Heere anzuge­hören. Hierdurch fühlen sich gerade die besten Elemente des auf eine stolze Vergangenheit zu- rückblickenden Heeres gekränkt, ferner kam noch hinzu, daß die vom besten Willen beseelten jungturkischen Führer ihre Versprechungen nicht so schnell erfüllen konnten, als es, vor allem in ihrem eigenen Interesse, wünschenswert gewesen wäre. Die vollständig zerrütteten Finanzen ließen auch unter dem jungtürkischen Komitee eine regelmäßige Besoldung der Truppen nicht zu und die nur notdürftig durchgeführte Reform der Verwaltung des weiten Reiches öffnete nach wie vor unlauteren Elementen Tür und Tor. Dazu kam der offenbare Mißerfolg der Jung- türken in der auswärtigen Politik, die Unab- hängigkeitserkkärung des mit der bisher noch türkischen Provinz Ost-Rumelien fest ver­einten Bulgarien, das den Sultan nicht länger als Suzerän anerkennt, und die end­gültige Annexion Bosniens und der Her­zegowina durch Oesterreich, die, bislang wenigstens, doch dem Namen nach noch dem padischah als ihren Landesherrn anerkannt hat­ten. Wie der Zwist verlaufen wird, ist bei den verwickelte,. Verhältnissen in der Türkei vor­läufig noch gar nicht abzusehen. Ob es den Jungtürken gelingen wird, ihre Vorherrschaft wiederzugewinnen oder ob die alttürkische oder gar die liberale Partei ans Rllder gelangen wird, darüber herrscht noch die größte Ungewiß­heit. Unzweifelhaft dagegen ist es, daß der Sultan Abdul Hamid sich wieder einmal als der erste und beste Diplomat am Goldenen Horn erwiesen hat, der tatsächlich über den um die Herrschaft ringenden Parteien steht. Für die internationale politische Lage wird die Haltung der anderen Balkanstaaten zu den in­neren türkischen Zwistigkeiten, die zum Bürger­kriege zu führen drcchen, von ausschlaggebender Bedeutung sein. Wie werden sich Bul­garien, besten Zar vom Sultan noch nicht anerkannt ist ,wie Griechenland, für das die Kreter erst wieder ihren Treuschwur er­neuert haben, und wie vor allem das Oesterreich gegenüber ohnmächtige Serbien und das am gleichen Strange ziehende Montenegro, diese nach Ruhm und Land dürstenden alten Erbfeinde des Halbmonds, verhalten? Werden sie die Zeit seiner größten Schwäche, seiner in­neren Zerfahrenheit, ungenützt verstreichen lasten?

Inwieweit der russische Rubel oder der eng­lische Sovereign bei den letzten Vorgängen am Goldenen Horn eine Rolle gespielt haben, läßt sich vorläufig noch nicht nachweisen. Soviel ist allerdings gewiß, daß Rußland aus Rücksich­ten auf die ganze verfahrene innere und äußere Politik der letzten Jahre zu seiner alten anti- tirrk. chen Politik zurückgekehrt ist, während die englische Politik, aus Angst vor den Moham­medanern in den englischen Kolonien, besonders In Indien, jetzt jeden Konflikt mit der Türkei ängstlich vermeidet. Die Haltung des Deutschen Reiches, Oesterreich-Ungarns und Frankreichs ist von vornherein gegeben und erfreulicherweise übereinstimmend. Das Deutsche Reich als der alte und früher einzige freund des Padischah, die habsburgische Monarchie, um ein starkes Gegengewicht gegen die südslawischen Balkan­staaten zu Hüben, und Frankreich, um seine fünf Milliarden, die in der Türkei angelegt sein sollen, zu schützen, sie alle wünschen eine starke, einige, nach innen und nach außen angesehene Türkei. Aus diesem Grunde hoffen war, daß sie »uch aus diesen neuesten Wirren stark und un- geschwächt hervorgehen wird. Welche Regierung setzt auch immer dort ans Ruder kommen möge, wir «erden mit jeder einverstanden fein, die «uch unsere finanziellen Interessen wahrt.

Im übrigen ist wenig Erwähnenswertes in der Osterzeit vorgefallen. In Persien dringen die Russen mit ihren Schutzwachen von Norden her immer weiter vor, während die Engländer jetzt im Süden zur Wahrung ihrer Interessen gegen die inneren Parteikämpfe des Landes ebenfalls Truppen gelandet haben. Die von derWiener Allgemeinen Zeitung" verbrei­tete Nachricht von der Kündigung des eng­lisch-japanischen Bündnisses durch den ostasiatischen Inselstaat entpuppt sich mehr und mehr als eine fette Ente, auf die die deutsche Presse viel zu sehr hineingefallen ist, während sie derFigaro" eiligst in deutschfeind­lichem Sinne ausgeschlachtet hat.

Der Besuch des deutschen Kaiser­paares in Venedig, von wo aus es feine Fahrt nach Korfu antritt, war der Anlaß einer freudigen Huldigung der Italiener. Schon die vorangegangene Zusammenkunft des Fürsten Bülow mit dem italienischen Minister des Auswärtigen Tittoni war zur gegenseitigen Befriedigung ausgefallen und hatte insofern politische Bedeutung, als die Eintracht der Dreibundmächte öffentlich zum Ausdruck kam und Italien sich mehr als seit langem des Wertes des Dreibundes bewußt wurde. Ueber die angeblichen Monarchenbegegnun­gen im Mittelmeer ist nur soviel zu sagen, daß der Kaiser in Korfu den Monarchen, der zu ihm kommt, gut aufnehmen wird. König Georg von Griechenland befindet sich bereits auf dem Wege nach Korfu. Dagegen wird der Kai­ser Malta nicht besuchen. Eine Begegnung mit dem König von Italien ist wahrschein­lich: an ihr dürfte auch Königin Helena tetlneh- men, falls sie inzwischen von der Erkrankung, die sie sich bei ihrem Liebeswerk auf Sizilien geholt hat, hergestellt ist.

Die Militär-Revolution in der Türkei.

Die Lage in Konstantinopel.

Konstantinopel, 16. April. Die Stadt ist äußerlich ruhig. Die politische Lage jedoch ist ncch ungeklärt. Es herrscht die Anschauung vor, daß der neue Eroßwesier nicht lange im Amte bleiben werde. Die Abneigung gegen die aus den Offiziersschulen hervorgegangenen Of­fiziere ist im Wachsen begriffen. Charakteristisch fiu diese Strömung ist der gestern in der Kam­mer verlesene Protest von etwa 6000 Unter­offizieren aller Heeresteile, der sich gegen den Au--sryluß ungebildeter Personen von der Beför­derung zu Unteroffizieren wendet. In der Hauptstadt sucht der Kriegsminister zwischen Offizieren und Mannschaften zu vermitteln: die Mehrzahl der Offiziere sind wieder in ihren Truppenteil eingetreten; einige sollen nach Mazedonien abgereist sein.

Konstantinopel, 16. April. Soeben ist int belebtesten Stadtteile von Pera eine neue Panik entstanden. Eine Gruppe umherziehen­der Marinetruppen, die Passanten Wertsachen entrissen, wurde von einem Trupp Saloniker Jäger verfolgt. Da die Marinesoldaten die Flucht ergriffen, gaben die Jäger Feuer und töteten dadurch einen unbeteiligten Passanten. Alle Zeichen deuten darauf hin, daß trotz der gegenteiligen Versicherung des Kriegsministers die Vorgesetzten den Truppen gegenüber immer noch machtlos sind und daß die Bevölkerung von neuem lebhaft erregt ist. Entgegen an­deren Meldungen verlautet aus bester Quelle, daß in der Tat mehrere Truppentransporte aus der Provinz nach Konstantinopel unterwegs sind.

Konstantinopel, 16. April. Der Sultan spendete für die Geistlichen derSeminar- schulen 10 000 Pfund.

Konstantinopel, 16. April. Der Kriegsminister versammelte gestern zahlreiche Unteroffiziere und Soldaten verschiedener Re­gimenter und empfahl ihnen, keinen Unterschied zwischen den aus Mannschaften und aus Schu­len hervorgegangenen Offiziere zu machen. Er fordert zur Einhaltung der Disziplin auf und versprach, daß alle Offiziere mit schlechter Führung entlassen würden. Der bisherige Militärattache in Berlin, Enver Bey, soll an der Grenze verhaftet werden. Im Laufe des gestriaen Tages wurden in den Straßen drei Offiziere erschossen. Gerüchten zufolge sollen sich die Batterien der Dardanellen in den Hän­den der Jungtürken befinden.

Konstantinopel, 16. April. Muktar Pascha, der frühere Kommandant der Kaiser­lichen Garde, dessen Haus von meuternden Trup­pen besetzt gehalten wird, ist an Bord des DampfersBayern" vom Norddeutschen Lloyd, der gestern Nachmittag nach Athen abgefahren ist, aus der Hauptstadt geflüchtet.

Eine KundgebunD der llle««».

Konstantinopel, 16. April. Die Ber­einigung der lllemas erließ an die Kammer und die Nation eine Proklamation, besagend:

Angesichts der Furcht einiger Deputierten für ihr Leben nnd angesichts ihrer Demiffionsab- sicht, sowie der Furcht der Bevölkerung vor einer Rückkehr zum Absolutismus wird erklärt, daß das Verfassungsregime nicht gegen das Scheriatgesetz verstößt. Die Ulemavereinigung hat nicht vergessen, daß unter dem Absolutismus die islamitischen Bücher verbrannt wurden und will daher vereint mit der Kammer, welche das Scheriatgesetz beobachtet, die Verfassung be­wahren und erklärt, daß die Ulemas und die Nation zu den mohammedanischen und christ­lichen Deputierten, außer den geflüchteten, die ihres Mandats verlustig erklärt werden, volles Vertrauen habe. Diejenigen Deputierten, welche künftig flüchten, würden sie als Landes­verräter betrachten. Die lllemas bitten die gloreichen Truppen, Ruhe und Gehorsam zu be­obachten und nach dem Rate der lllemas zu handeln.

Au« der Provinz.

Konstantinopel, 16. April. Die Meldungen über die Haltung der mazedonischen Truppen widersprechen sich. Es verlautet, daß Enver Bey . auf der Reise nach Konstantinopel die Regimenter in Mazedonien aufsuchen wird.

Salonik, 16. April. Aus allen großen Provinzstädten wird gemeldet, daß man das neue Kabinett nicht anerkennt, bereit sei, die stärksten Maßregeln zu ergreifen und sich dem Marsch nach Konstantinopel anzuschlietzen. Ober- Albanien stellt 20 000 Mann zur Verfügung. Ziazim Bey ist von Monastir bereits mit einem Bataillon hier eingetroffen. Der Zentralsitz des Komitees für Einheit und Fortschritt ist wieder nach Salonik verlegt. Die Anwerbung von Freiwilligen und deren Bewaffnung wird eiftigft fortgesetzt.

London, 16. April. Wie dem Reuterschen Bureau aus Salonik gemeldet wird, ist ein Bataillon gestern Abend mit der Bahn nach Konstantinopel abgefahren, ein zweites heute. Weitere Bataillone bereiten sich zur Abfahrt vor.

Konstantinopel, 16. April. Das Amtsblatt stellt in Abrede, daß Truppen an­derer Korpsbereiche herbeigerufen werden.

Mordtaten in Adaua.

Paris, 16. April. Rach einer Meldung derAgence Havas" aus Konstantinopel wur­den in Adaua 60 Armenier getötet, sowie zahl­reiche Häuser geplündert. Ein Deutscher, sowie der Dragoman des englischen Konsulats wurden verwundet.

Berlin, 16. April. Die Deutsche Kabel- gramm-Gesellschaft meldet aus Mersina vom 16. April, daß die Stadt Adaua in Cilicien seit vor­gestern abend in Flammen steht. In den Straßen findet ein entsetzliches Gemetzel statt. Ein Eisenbahnzug der Linie Adaua-Merfina rourte angeschossen. Die deutsche Kolonie, die Ingenieure der Bagdadbahn und eine Baum- wollgesellschaft telegraphierten an den deutschen Botschafter um Schutz. Soeben wird weiter ge­meldet, der Großwester habe auf die Demarche des deutschen Botschafters hin telegraphische Schutzmaßregeln angeordnet.

Die Türkei und die Mächte.

London, 16. April. Wie das Reutersche Bureau erfährt, hat die britische Regierung von der Türkei die Versicherung erhalten, daß die türkische Regierung dieselbe Politik fortzu- setzen beabsichtige, die sie seit Juli vorigen Jah­res in bezug auf die auswärtigen Beziehungen verfolgt habe. Das Reutersche Bureau erfährt aus amtlicher Quelle, daß die Blättermeldung von einer beabsichtigten gemeinsamen Flotten­demonstration vor Konstantinovel absolut jeder Grundlage entbehre.

Weitere Meldungen.

Konstantinopel, 16. April. Mele Blättermeldungen über die letzten Ereignisse erweisen sich als unrichtig oder übertrieben, so die Nachricht von der Zerstörung des Lokals des Frauenklubs. Gestern begann wieder das Freudenschießen vor dem Jildis, das auf ein «mergisihes Dazwischentreten des Kriegsmini­sters und des neuen Korpskommandanten ein­gestellt wurde. Die Soldaten, die das Haus des Korpskommandanten Mahmud Muhtar um­zingelt hatten, zogen sich erst zurück, nachdem ihnen dies vom Sultan befohlen wurde und nachdem et ihnen einen Gruß gesandt hatte Heute beginnen wieder die türkisch-bulgarischen Verhandlungen. Der neue Präsident Zkkne nahm aus Gesundheitsrücksichten und der in­terimistische Marineminister Emin infolge der gemeldeten Demonstrattonen der Matrosen die Entlassung. Polizeiminister Sami hat seine Entlassung gegeben. An seine Stelle soll der Koi.andant des Bosporus, Ismat Haft, zum Polizeiminister ernannt werden. Wie die jungtürkischen Offiziere sind auch zahlreiche jungtürktsche Beamte «am Dienste ferngeblieben.

Die Jungtürken.

Salonik, 15. April. Die Stadt ist ruhig, aber das Komitee der Jungtürken weigert stL die neue Regierung anzuerkennen und organi- siett erbitterten Widerstand. Es wurde eine große öffentliche Versammlung abgehalten, in welcher die Haltung des Komitees gebilligt wurde.

Politische Umschau.

Eine Kundgebung des Evangelische» Bundes.

Der Gesamtverband des Evangelischen Bun­des, zu dessen alljährlicher Frühjahrsversamm­lung stch mehr als hundett Vertreter der 38 Haupwereine aus allen Teilen des Deutschen Reiches zusammengefunden haben, hat am 14. April in Halle (Saale) im Ramen seiner 400 000 Mitglieder folgende Kundgebung beschlossen:

Der Evangelische Bund zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen ist sich bewußt, daß die Ausgleichung der finanztechnischen, toi* schasts- und patteipolitischen Gegensätze, die bis­her im Reichstage das Zustandekommen der Finanzreform verhindert haben, nicht zu seinem AufgabenkreLe gehört Er hält sich aber für be­rechtigt, in dieser hervorragend nationalen Frage, von der das -cknsehen des Deutschen Reiches nach außen und die Gestaltung der politischen Verhält­nisse im Innern abhängt, mit ungeMlten deut­schen Patrioten einen Appell an den Deutschen Reichstag zu ttchten, daß er die trennenden mate­riellen Standes- und Sonderinteressen in vater­ländischer Pflichterfüllung überwindet.

Insbesondere aber erwattet der Evangelische Bund, dem Mitglieder aus allen Blockpatteien angehören, von der Reichsregierung und den Mehrheitspatteien des Reichstags, daß sie den offenkundigen Bestrebungen der Zentrumspattei, die Vorherrschaft btt Lösung der Reichsfinanz- refonn wieder zu gewinnen, tatkräftig und ein­mütig entgegentreten. Der Evangelische Bund ist auf Grund bitterer Erfahrungen mit der großen Mehrheit des deutschen Volkes der unerschütter­lichen Ueberzeugung, daß eine erneute Vorherr­schaft der ultramontanen Macht unvereinbar ist mit den höchsten Interessen des Reiches, und mit dem Frieden unter den Konfessionen und mit den unveräußerlichen Grundlagen der deutschen Kultur.

Deutsches Reich.

Sraf Kuno Moltte. Berlin, 16. April. Einer Blättermeldung zufolge begab stch Graf Kuno Moltke zur Wiederherstellung seines erkrank­ten Nervensystems nach Meran in ein Sanato­rium. Es wird an die Möglichkeit geglaubt, daß infolgedessen eine nochmalige Vertagung des Pro­zesses clnritt.

Der Nachlaß des Fürsten Katt Günther von Sondershausen. Ueber den Nachlaß des verstör- denen Fürsten Karl Günther von Sondershausen wird bekannt, daß das nachgelassene Barvermögen von mnd 5 Millionen Mark, dessen Universalerbe die Füffttn-Witwe ist, den Besttmungen des ver­ewigten Fürsten gemäß nach dem Tod« der Für­stin-Witwe eiazeluen Gemeinden und (Stiftungen im Lande zugewendtt wird, damit hierdurch ein dankbares Andenken an das Fürstenpaar, das letzte der Sondershäuser Linie, für alle Zeit ge- sichett bleibt.

Die fteikonservative Frattion des «bgeord. netenhauses. Durch den Wahlsieg der Freikonser­vativen Partei im Wahlkreise 4 Hildesheim (Zel­lerfeld-Ilfeld), wo an Stelle des bisherigen Ab­geordneten Kölle der Berginspektor a. D. Spinzlg gewählt ist, erhöht sich die Zahl der Mitglieder der freikonservativen Fraktion des Abgeordneten­hauses auf 60. Im Wahlkreise 2 Gumbinnen hat für den verstorbenen fteikonservativen Abgeord­neten Braemer-Ernstberg die Ersatzwahl noch nicht stattgefunden. Abgeordntter Braemer, der sein Mandat fett 1879 inne hatte, war in der letz­ten Hauptwahl mit 348 von 350 Stimmen ge­wählt; zwei Stimmen waren zersplittett. Bo» den 60 Fraktionsmitgliedern sind 7 zugleich Mit­glieder des Reichstages.

Anrechnung von Kttegsjahren. Eine Kai­serliche Kabinetts-Order enchält Bestimmungen über Anrechnung von kolonialen Kttegsjahren. In Deutsch-Südwestafttka werden- im Sinne de» Offiziers-Penstons-Gesetze- und de» Mannschafts- Versorgungs - Gesetzes die Kalahatt - Expedition 1908 und die entsprechenden Vorbereitungen, so­weit sie zu Zusammenstößen mtt dem Feinde go« fühtt haben, in Kamerun: die Allafom-Mmttscht«