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MchM ZckMg mit -em Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Benage."

JVs. 86

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Zeitung" bei alle«Postämtern und unser« ZeitnngSstelle« in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die" Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mt.

Marburg

Mittwoch, 14 April 1909.

Die JnsertionSgebithr beträgt für die 7gespattene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UniversttätSbuchdruckere« Inhaber Dr. C. Hitzero th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

Die Reichsverstcherungsordnung.

Son Geh. Regiemngsrat Dr. Seidel-Berlin.

Der soeben veröffentlichte Entwurf der Reichs- versicherungsordnung beabsichtigt, die heute viel­fach unvermittelt nebeneinander bestehenden Ver- sicherungsbesttmmungen zu vereinheitlichen. Dem- ^ntsprechend behandelt das erste Buch die für all« Bersicherungsarten gültigen gemeinsamen Vor­schriften (Umfang der Reichsverstcherung, Träger der Reichsversicherung, Versicherungsbehörden, sonstige gemeinsamen Bestimmungen), das zweite Buch die Krankenversichentng, das dritte die Un- fallversichemng, das vierte die Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung, das fünfte die Be­ziehungen der Versicherungsträger zueinander und zu anderen Verpflichteten und das sechste Buch das Verfahren.

Wenn es auch nicht möglich gewesen ist, di« «inzelnen Bersicherungsarten miteinander zu ver­schmelzen, weil hierdurch die Selbständigkeit der Versicherungsttäger (Versicherungsanstalten, Be- rufsgenoffenschaften, Krankenkassen) berührt wor­den wäre und die Verschiedenarttgkeit ihrer Risi­ken, Leistungen und Beiträge hierbei hindernd im Wege stand, so sind doch durch die neue Kodifizie- mng die verschiedenen Verstcherungszweige we­sentlich näher gebracht worden. Dies gilt nament­lich im Hinblick auf die Reorganisation des Be­hördenapparates und des Jnstanzenzuges; an die Stellen der zahlreichen verschiedenen Behörden, welche bisher neben den Schiedsgerichten und dem Reichsve 'icherungsamt zuständig waren, treten für alle Verstcherungszweige einheitliche Verstche- rungsbehörden mit Verwaltungs- und Entschei­dungsbefugnissen, nämlich das Versicherungsamt, Obcrversicherungsamt (bisheriges Schiedsgericht) und Reick>sversicherungsamt (Landesverstcherungs- amt). Diese drei Instanzen, von denen die beiden unteren i« nach der Behördenvrganisatton der Bundesstaaten entweder vorhandenen Behörden angegliedert oder als besondere Behörden errichtet werden können, sind paritätisch aus Arbeitgebern und Versicherten als Beisitzern und einem Be­amten als Vorsitzenden zusammengesetzt.

Im übrigen ist unter Beobachtung deS Gmnd- satzes, daß die höchste Instanz von ihrer eigent­lichen Aufgabe, der Schafftmg und Erhaltung der Reck rsgleichheit und einheit, nicht abgezogen wird, durch Aenderung prozessualer Bestimmungen und den Ausbau der zweiten Instanz darauf Bedacht genommen, daß das Reicksverstchenmasamt von unnöüger Arbeitslast befreit wird. Di« Einheit der Rechtsprechung wird dadurch gewahrt, daß die Ober-Bersicheruugsämter in gewissen Grenzen an die grundsätzliche Entscheidung des Reichsversiche- ruftg amteS gebunden oder bet abweichender Auf­fassung zur Abgabe der Sache an dieses verpflich­tet werden sollen. Zur Verhütung abweichender Entscheidungen der Landesversicherunqsämter oder innerhalb der einzelnen Senate deS Reichs­versicherungsamts selbst wird bet diesem ein be­sonderer Senat (Großer Senat) gebiwet.

Im einzelnen hat von den bestehenden Ver- stcherungsatten die Krankenversicherung die we-

24 (Nachdruck verboten.)

Grrterbt.

Original-Roman von Freifrau Gabriele v. Schlippenbach.

(Fortt «hung.l

Sechstes Kapitel.

Hollen im April.

Nun find wir schon seit bald sechs Wochen wieder daheim. Wie lieb das klingt, dieses Wort:daheim?"

Ich habe kein Heim gehabt und erst hier in Kurl rnd lernte ich verstehen, w a s es heißt, sich irgendwo zuhause zu fühlen. Ich fühle den Zauber der Heimat, wenn ich in das große, rote Haus trete, das einen eigentümlichen, undefi­nierbaren Duft hat. Run bin ich schon über ein Vierteljahr hier. Es war in Mitau recht lustig und ich habe mich herrlich amüsiert, aber ich sehnte mich doch schon hierher und jubelte laut, al» der Wagen in die Kastanienallee einbog und Janze den Schlag losriß. Alle die Hofes- und Hausleute empfingen uns und Kalleing, die Tochter des alten Dieners weinte sogar vor Freude.

Ra, Kinder," sagte Großpapa am Abend, Gott Lob, da sind wir endlich in Hollen, ich für meinen Teil verlasse es nicht mehr."

..Ich auch nicht?" rief ich voreilig und dann fiel mir ein, daß ich später zwischen meinem Vater und den Großeltern wählen sollte. Schwer wird mir das Herz bei dem Gedanken. Achl warum kann mein lieber, einziger Papa nicht auch nach Kurland zurückkommen, warum können wir vier nicht in Zukunst alle zusammen hier

sentlichste Umgestaltung erfahren. Sie wird aus die land- und forstwittschaftlichen Arbeiter, die Dienstboten, die Hausgewerbetreibenden u. a. ausgedehnt. Die Gemeindekrankenversicheningen sind aufgehoben, sodaß sich die Krankenversicher­ung für die Folge durchweg in organisierten Kas­sen vollziehen wird. Als Mittel zur Sicherung und Hebung der Leistungssähigkett der Kranken­kassen ist die Zentralisierung derselben zu größeren Gebilden vorgesehen. Wesentlich ist auch die Be­stimmung, daß wie bei der Invalidenversicherung künftig auch bei der Krankenversicherung Arbeit­geber und Verstchette gleiche Beiträge bezahlen sollen, wogegen das von den Versicherten allein zu wagende Eintrittsgeld wegfällt. Dementspre­chend wird auch das Stimmrecht im Vorstand und Ausschuß der Kaffen zwischen Arbeitgebern und Versicherten gleichmäßig geteilt.

Reu eingefühtt wird durch die Vorlage die Hinterbliebenenversicherung, die bereits im Zoll- tattfgesetz vom 25. Dezember 1902 vorbereitet worden ist und am 1. Januar 1910 in Kraft tre­ten soll. Diese Versicherung soll durch die im § 15 dieses Gesetzes bezeichneten Mehreinnahmen erleichtett werden. Wie hoch sich dieselben stellen werden, kann mit einiger Sicherheit nicht ange­geben werden. Da die Hinterbliebenenverstcher- ung aber von so schwankenden, vielleicht sogar ausbleibenden Einnahmen nicht abhängig ge­macht werden darf, sind an Stelle deS § 15 des Zolltarifgesetzes gesetzliche Vorschriften vorgesehen, die ebenso wie bei der Invalidenversicherung einen bestimmten jährlichen Zuschuß des Reiches festlegen. Zu diesen Kosten für eine einigermaßen auskömmliche Versicherung sind dann aber weiter noch die Versichetten und die Arbeitgeber mit Bei- ttägen heranzuziehen. Letztere werden in der Weise erhoben, daß die btshettgen Beittags- »narken um durchschnittlich ein Viettel erhöht wer­den, nämlich in Lohnklaffe I um 2 Pf , in II um 4 Pf., in III um 6 Pf., in IV um 8 Pf. und V um 10 Pf., so daß sie im ganzen bettagen 16, 24, 30, 38, 46 Pf. Die Invalidenrenten blei­ben unverändett.

Im Interesse des Mittelstandes ist die freiwil­lige Zusatzversicherung zugelaflen, welche dem selb­ständigen Handwerker, Werkmeister, kleinen Land- toitt usw. die Möglichkeit gibt, von der Verstcher- ungseinrichtttng Gebrauch zu machen und sich eine erhöhte Versorgung aus der Invalidenver­sicherung zu schaffen.

Politische Umschau.

Fürst Bülow und Atznister Tittoni.

Venedig, 11. April. Der italienische Mi­nister der auswärtigen Angelegenheiten Tittoni traf heut« vormittag, begleitet von seinem Se­kretär Don Livio Caetani, "zum Besuch des Reichskanzlers Fürsten von Bülow hier ein. Um 1 Uhr fand bei dem Reichskanzler im Hotel Britannia zu Ehren des Herrn Tittoni ein Ffhstück statt. Außer dem Fürsten und der Fürstin von Bülow nahmen daran teil: die t-utter der Fürstin Donna Laura Minghstti, Herr Tittoni, Don Livio Caetani, Senator Bla­

leben? Ich bin der Aufgabe, die er mir gestellt, nicht näher gekommen und verzage oft daran, sie zu erfüllen, denn sobald ich von meinem armen Papa spreche, verderbe ich die Laune des­sen, der ihm zürnt. Gestern war es auch der Fall, da faßte ich mir ein Herz und kniete neben dem großen Lederstuhl in der .Löwenhöhle" so nennt Großvater scherzend sein Schreibzimmer nieder.Kannst Du ihm nicht vergessend flehte ich,wirst Du ihm ewig zürnen? Rein, laß mir Deine Hand, ziehe sie nicht fort, wenn ich Dich immer und immer in seinem Namen bitte, mußt Du zuletzt hören."

Ihm kann nichts daran liegen," entgenete Großpapa dumpf.

Glaube das nicht!" rief ich außer mir,soll ich Dir seine Briefe vorlesen, au» denen die heiße Sehnsucht spricht. Dich, Hollen, Kurland wieder- zusehen."

Rein, geh', Kind, laß mich," war di« rauhe Erwiderung.

Und trotz des Verbotes will ich nicht mutlos werden, ich will mit allen Kräften darnach stre­ben, da» Herz zu erweichen, das Vaterherz, das ja den Sohn nicht vergessen haben kann.

Mit Eroßing spreche ich viel von Papa st« schreibt ihm auch, das ist ihr, wenn auch wider­willig, eingeräumt worden. Ich will hier meinen Tag beschreiben, der mir viel Freud« bringt, der immer zu kurz ist für alles das, was ich vorhabe. Vorher aber will ick sagen, daß ich da» Zimmer neben Eroßings Arveitsstub« be­wohne, er ist das Kinderzimmer in Hollen; hier haben «inst Tante Felicitas und ihr Bruder geschlafen und gespiett, hier ist fie gestorben.

serna, der Präfekt von Venedig Graf Rasalli Rocca, der Bürgermeister von Venedig Graf Erimani, der deutsche Konsul Rechsteiner mit Gemahlin und Tochter, Admiral Viottt, Gesand­ter von Flotow und Hauptmann von Schwartz- kopven. Der Reichskanzler und Herr Tittoni hatten vor und nach der Frühstückstafel längere Besprechungen. Heute Abend gibt Herr Tittoni zu Ehren des Fürsten und der Fürstin von Bülow ein Diner. Zu dem Besuche des 9Jii= n "tc:s Tittoni beim deutschen Reichskanzler Fürsten von Bülow in Venedig schreibt die Tribuna": Wie leicht vorauszusehen war, hat Minister Tittoni eine angenehme Pflicht erfüllt und sich nach Venedig begeben, um den Fürsten Bülow zu begrüßen, der seiner sympathischen Gewohnheit gemäß auch in diesem Jahre sein« kurzen Ferien in Italien verbringt. Die Zu­sammenkunft der beiden Staatsmänner ist durchaus intimer Natur. Sie ist gewiß ein Be­weis der zwischen ihnen bestehenden herzlichen «--'önlichen Beziehungen uns der sehr herzlichen Beziehungen, die Italien und Deutschland ver­binden, sie ist aber nicht durch politische Grunde veranlaßt und deshalb nicht bestimmt, politische Folgen zu zeitigen. Das schließt von vornherein die von gewissen Blättern veröffentlichten Phantastereien hinsichtlich einer Verstärkung oder einer vorzeitigen Erneuerung des Drei­bundes aus. Der Dreibund hat nicht nötig, ver- stärlt zu werden und niemand hat jemals daran gebaut, ihn außer der Zeit zu erneuern.

Ein Genosse als Soldatenschinder.

Wie wir bereits meldeten, wurde der Redak­teur der sozialdemokrat. DortmunderArbeiter­zeitung", Genosse Rottebohm, vor kurzem wegen Belei igung des gesamten Offizierkorps zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Die Beleidigung war in einemSchinderknechte" überschriebenen Artikel der genannten Zeitung enthalten. Der Prozeß gegen Rottebohm hat nun eine erbau­liche Tatsawe an das Tageslicht gefördert. Es hat sich nämlich ergeben, daß der brave Genosse in feiner Militärzeit selbst wegen Miß- Ha n d l u ng eines Soldaten in seiner Eigen­schaft als Stubenältester eine Arrest­strafe verbüßt hat. Die Sozialdemo­kratie wird trotzdem nicht aufhören, über die Heuchelei derherrschenden bürgerlichen Kaste" zu zetern.

Zeichen der Zett.

Sydney, 12. April. Das bekannte Du Mau- riersche JnvastonsdrarnaEines Engländers Heim" erregte bei seiner hiesigen Festaufführung tosenden Beifall. Bet Fallen des Vorhanges fang das ganze Auditorium die Nationalhymne.

ExprLfident Castro.

R e w y o r k, 10. April. Aus Fort de France wird gemeldet, daß Castro amtlich von dem Aus­weisungsbeschluß der französischen Regterung un­terrichtet wurde. Er erklärte auf diese Mitteilung dem dorttgen Polizeichef, sein Zustand mache es unmöglich, das Bett zu verlaffen. Die Regierung forderte infolgedessen einen ärztlichen Bericht über sein Befinden ein. Castto ist durch amtlichen Ausweisungsbefehl aufgefordett worden, Matti- nique binnen neun Stunden zu verlaffen. Einer Meldung aus Fort de France zufolge wurde ärzt-

Die alten Möbel aus Mahagoniholz stehen noch ebenso wie früher, fie find urgemütlich, in den tiefen Fensternischen find erhöhte Tritte mit wundervollen Stühlen, die zierlich vergoldete Lehnen haben. Hier fitze ich gerne und lese oder träume, der Blick auf den Park ist köstlich. Ein riesiges Himmelbett nimmt meine kleine Person auf; es hat tote Damastgardinen und vergoldete Franzen sind daran als Schmuck an­gebracht. Lebet hundert Iahte soll dieses Prachtstück alt sein, das sagte mir Grieting, mit bet ich gerne plaudere. Sie weiß viel lustige kurische Schnurren und kennt die Sagen ihrer Heimat. Durch Etiettng hab« ich das Lettische schnell erlernt und hoffe es bald ziemlich gut zu sprechen. Also nun zur Taegeseinteiluno:

Um 7 Uhr stehe ich auf und mau den Kaffee, damit das lieb« Eroßing etwas lunger als früher ruhen kann. Sie hat mich in bet Wirtschaft unterwiesen und ich fange an, mich dafür zu begeistern. In dem tiefer gelegenen Speisezimmer ist es so früh am Tage noch halb­dunkel, desto gemütlicher ist das Knacken bet großen Birkenholzscheiter im grünen Kachelofen. Um acht kommt Großvater mit der langen Pfeife, seiner steten Begleiterin zu Hause.

Guten Morgen, Schmaltierchen!" tust et, denn als leidenschaftlicher Jäger gibt er mit oft ähnliche Namen, ich heiße abwechselnd Häs­chen, Reh, Wachtel oder Eichhörnchen.Hast Du gut geschlafen?" ist die nächste Frage, bi« jeben Morgen mit größter Pünktlichkeit wiedetkebtt und die ich stet» mit derselben Versicherung be­antworte:

herrlich, Großpapa, -an- herrlich."

ltcherseits festgestellt, daß Castros Gesundheitszu­stand so beschaffen ist, daß er mit dem heute in See abgehenden DampfetVersailles' abreisen kann.

Pott of Spät« 10. April Der amerika­nische KreuzerRorth Carolina' ist von hier ab­gegangen; wahrscheinlich ist sein Besttmmungsort Fott de France. Der KreuzerMontana' liegt unter Dampf und toattet auf Befehle.

Rewyork, 10 April. Wie aus Fott be France gemeldet wird, ist Castro angewiesen wor­den, heute mit dem DampferVersailles' abzn- retsen.

Fort be France, 12. April. Castros Weigerung, abzureisen, weil er dazu unfähig sei, war so hattnäckig, daß der Gouverneur Foureau gestern wieder eine Untersuchung durch drei Aerzte anordnete. Die Untersuchung ergab, daß die Reis« das Leben Castros nicht gefährden würde. Als Castro seinen Widerstand trotzdem fottsetzte, wurde die Anwendung von Gewalt befohlen. Das Er­scheinen von Gendarmen im Hotel lockte eine to­bende Menge an. Da Castro sich weigette, sich an­zukleiden, wurde et auf seiner Matratze in die Tragbahre gelegt und eine Meile weit nach dem Dampfer gebracht. Der Transpott schien ihm Schmerzen zu verursachen.

Rewyork, 11. April. Aus Fort de France wird gemeldet, daß Castro gestern an Bord des Dampfers Versailles gebracht wurde, der um 9 Uhr abends nach St. Razaire in See ging.

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Deutsches Reich.

Aus Sachsen. Dresden, 12. April. Der König bewilligte den vom Staatsminister Dr. Grafen von Hohenthal und Bergen für den ersten Juli erbetenen Auschied.

Vorn Rücktritt des deuffchen Botschafters in Rom. Rom, 10. April. Der demnächst von hier scheidende denffche Botschafter Graf Monts emp­fing heute den Vorstand des deutschen Künstler­vereins, der ihm die Ernennung zum Ehrenmit­glied des Vereins bekanntgab. Graf Monts über­wies dem Verein einen namhaften Bettag als Grundstock zu einer Stiftung für arme Künstler.

Eine Erklärung Graf Zeppelins. (Stuttgart, 10. April. Graf Zeppelin veröffentlicht imSchw. Merkur' eine Erklärung, in der es heißt, daß er den verschiedenen falschen Nachrichten über Fem- fahtten des LuftschiffesZ I' vollkommen fern­stehe, und daß er selbst es am unangenehmsten empfinde, wenn durch derattige frei erfundene MeEungen getäuschte Erwartungen und grundlose Auftegungen verursacht werde. Graf Zeppelin wäre dankbar, wenn sich die Presse bei der Auf­nahme solcher Meldungen ihrer Verantwortung mehr bewußt zeigen würde.

Ausland.

** Die österretchifchtürkische Verständigung. Konstanttnopel, 10. April. Der Senat hat daS österreichisch-ungattsch-türkische Entente - Protokoll

Nun kommt Eroßing im weißen Häubchen, Schürze und Schlüsselkörbchen, in dem auch der getreue Strickstrumpf liegt. Abermalige herzlich« Begrüßung, dann wird Kaffee getrunken. Zu. erst braute ich ein schreckliches Zeug zusammen, worüber ich von Eroßväterchen manch neckendes Wort zu hören bekam.

Schilt mich lieber," sagte ich ruhig.

Das kann ich ja gar nicht, Du kleines, furchtsames Häschen, Du wickelst den alten Brummbär um die Finger."

Eroßing lächelt dazu und ich versprech« Besserung in Bezug auf den Kaffee. Das kräf­tige kurische Schwarzbrot, die frische Butter und bet goldgelbe Honig schmecken mir besonders gut, ich lasse gewöhnlich die Zwiebacke stehen und halte mich an die erstgenannte Kost. Während der Mahlzeit bringt Janze die große Ledertasche, in bet die Post steckt, die nut zweimal wöchent­lich au» (Soßungen abgeholt wird. Ich bekomm« viel Briefe von Schulfreundinnen, wenn aber ein dicke» Kouvert mit Papas liebet Handschrift ankommt, bann fühle ich mein Hetz stürmisch klopfen.

Zuerst brummte Großvater jedesmal uni schleuderte mir den Brief über den Tisch zu, bir ich sagte:

Bitte, tu' da» nicht. Du nimmst mir bh ganze Freude."

,Du willst mich wohl erziehen, albern« Gans," schnaufte er.

Rein, bas paßt sich nicht, aber Du liebst doch Dein Echmaltterchen und willst tf nicht verletzen," entgegnete ich furchtlos.

(Fortsetzung folgt.)