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mit dem Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhaiu

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Benage.

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Jt® 85 Kirch Hain und Wetter sowie bei unserer Expedition - Markt 21. 1AAA Druck und Berlaa: Joh. Au,. Koch, Unwersttättbuchdrnckerei

Der Bezugspreis beträgt durch dir Post 2,25 Mk. (o!^e DÜUUt(l!z, 11. SlpTtl 1909. Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55. Bestellgeld), bet unser» Zeitungsstellen und der Ervedition 2 Mk.

Der heutigen Auflage für den Kreis Kirchhain liegt Kreisblatt Nr. 28» bei.

Osterwünfcke!

Es liegt an der hochgespannten Atmosphäre der innernolitrschen Lage, daß die Feststimmung des Osterfestes diesmal den Sturm des politi- scheu Kampfes nicht zur Ruhe kommen läßt. Fürst Bülow, der Optimist und glückhafte Kanz­ler, erfreut sich zwar seiner Ferien in Italien, nllwo er diesmal, was bemerkt zu werden ver­dient, auch von franzosenfreundlichen Blättern unserestreuen" Bundesgenossen wohl im Hin­blick auf die letzten diplomatischen Siege sym­pathisch begrüßt wurde. Bet uns aber ist der Kampf um die Reichsfinanzreform jetzt währe d der Parlamentsferien in der Presse und in den p litischen lokalenBereinigungen erst recht mit Macht entbrannt. Das Gerede von K ü n - d igung und Adscheid" n des Blocks ist ver- stummt, und selbst der phantasiebegabte Abg. Naumann erklärt jetzt in derHilfe", daß sein Hymnus auf die neue Linke von Baksermann bis Bebel verfrüht war. daßdiese Parteigruppier- L.ig heute noch nicht herzustellen ist". Wann eigentlich? wollen wir jetzt nicht weiter fragen. Im Gegenteil ist die Hoffnung und der Wunsch, daß die Finanzreform unter der heutigen Par- teikonstellation zustande kommt, wieder beson­ders rege. Dabei erscheint uns der Unwille über die Arbeiten der Finanz-Kommisfion, der sich selbst von nationalliberaler Seite besonders auch ge en die Tätigkeit des Vorsitzenden Dr. Paasch« richtet, durchaus nicht berechtigt. Die Dinge selbst sind doch zu schwierig, als daß sie in über­mäßiger Eile zu einem definitiven Abschluß ge­bracht werden könnten. Oft fördern lange und eingehende Behandlungen der Frage einen besseren, mehr zufriedenstellenderen, ja auch schnelleren Abschluß zu Tage als ein eili­ges Kompromiß, das vielleicht gar im Plenum sofort a^gelehnt wird.

Zedenfalls wird zur Zeit noch tüchtig hinter den Kulisien an einer Verständigung gearbeitet.

Merkwürdig still ist es über die von der Re­gierung vorgeschlagenen indirekten Steu- ern geworden, nachdem der Ansturm der Fn- teresienten fürs erst« sich gelegt hat. Die Ruh« dürfte täuschen, das Interesse an der Finanzre- fo-ni hat sich nur augenblicklich auf einen an­deren Punkt konzentriert die Frag« bet direkten Steuern. Drei Steuervorschlage der Regierung nun, die Gas-, Elektri^täts- um> Anzeigensteuer, die auf den gewerblichen Mittel­stand schwer gedrückt hätten, sind bereits ge­fallen, hoffentlich verschwinden sie nnn ganz aus dem Steuerbukett.

Der heftigste Kampf tobt heute um die frei­lich auch bereits totgesagte Erbschaftsbesteuerung.

Richt bloß bte Konservativen, wie es Ij te gern dargestellt wird, sondern auch sehr viele Rationalliberale, ja sogar Frei- sinnige waren Gegner der Rach laß - st e e r. Heute wendet sich unter dem Druck der

(Nachdruck verboten.)

Ihr Ofterfld»ent

Von Else Retz.

Das weite Bozener Tal «in Blütenmeer l Und darüber webt warmer, leuchtender Früh­lingssonnenschein einen flimmernden Dutt und Überstrahlt die zackigen Zinnen de, Rosengar- t- s mit goldigem Glanz. .

Die Kirch - ist aus. Unter dem Klange der Osterglocken ergeht sich auf derWasiermauer, dem breit' . zum Schutz gegen di« brausende Talfer errichtenden, jetzt mit Gitter, Anlagen und Bänken zur reizenden Promena^ nmge- r^ffenen Damm, eine angeregt schwatzende Menge von Kurgästen und Bozenern in helles leichten Gewändern.Der Herr ist erstand«!! Die eben gehörte Ofterbotschaft und dazu da» wunderbare Wetter das muß ja Festesstimm­ung machen?

Auf einer Bank der Promenade sitzt lässig die verwitwete Majorin v. Wolff, eine hochge­wachsene, blonde Frau. Auch sie hat die frohe Batschast vernommen, auch ihr ist ein teure» Mesen, ihr Töchterchen, von den Toten erstan- den und in der reinen, sonnigen Luft der Süd­tiroler Berge gesundet. Und dennoch- wieviel mehr sollte ihr gerade btejes Osterfest bringen! Als sie damals im Herbst, nach jahrelanger Witwenschaft, ihren Jugendfreund, dellen Be- rufung als Professor an ihre heimisch« Universi­tät e bereits gelesen hatte, bet ihrer Eoufin« wiedergefunden hatte, da war ihr ein neues Lc n aufgegangen. Die jahrelange Selbstver- lcugnung am Siechbett des Gatten, die ein­tönig«, nur die Erziehung ihrer zarten Ilse ge» widmete Witwenzeit alles war vergessen! Gr warb um st« genau rote einst! Aber jetzt war Jt iu* unk tat<6 unh tu i» Wurf 111A Wüthf».

Verhältnisse allmählich die Situation. Wenn En zugibt, daß ein wesentlicher Teil der neuen Steuern durch direkte Besteuerung gedeckt wer­den muß, und dagegen läßt sich, selbst wenn man die Teilung von Reich und Einzelstaaten in indirette und dirette Steuern wünschen möckte, unter den heutigen durch mancherlei Sünden verfahrenen Finanzverhättnisien des Reiches nichts einwenden so wird man trotz aller Bedenken eine Erbschaftsbesteuerung an­nehmen müssen. Gegen eine Rachlaßsteuer muß freilich namentlich deshalb Front gemacht wer­den, weil sie zu einer ganz verschiedenattigen und darum ungerechten Besteuerung der Erb­teile führt. Eine Ausdehnung der jetzt bestehen­den Erbschaftssteuer auf Kinder und Ehegatten würde vorzuzi^en sein. Eine Erhöhung des Prozentsatzes der Steuer für entfernte Ver­wandte (nach unserer heuttgen Erbschaftsbe­steuerung) würde dann nötig. Besondere Be­stimmungen müßten der Besteuerung, die haupt­sächlich darüber kommt man nicht hinweg den festgelegten Besitz treffen wird, diese Härte nehmen. Vor allem wird man, wenn man zu ausreichendem Resultat« kommen und den berechtioten Vorwurf, daß die Steuer den festge- legten Besttz zu stark treffe, vermeiden will, Mittel rr.b Wege finden müssen, die Vererbung des mobilen Kapitals genügend heranzuziehen und hier verschiedene Möglichkeiten der Umgehung der Besteuerung zu verschließen. , ' ,

Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß neben Landwirtschaft auch der städtischeB«- sitz in Fabrik, Handwerk und Han­del gleicherweise Erleichterungen nötig hat. Auf dieser Grundlage würde man, scheint es uns, zu greifbaren Resultaten kommen können. In konservativen Kreisen ist man einem solchen Plane, rote die Erklärung der sächs. Konserva­tiven (vergl. an anderer Stell« des Blattes) zeigt, nicht abgeneigt. Die Freikonservativen tre­ten dafür ein und auf der Linken dürften sich hier keine Schwierigkeiten finden. Der Bund der Landwirte tritt auch gegen diese Form der Be­steuerung auf. Die westpreußisch« Landwtrt- schaftskammer faßte unter dem Widerspruche des Oberpräfidenten von Jagow eine Resolution gegen jede Besteuerung der Erbschaften von Ehe­gatten und Deszendenten. Di« Resolution wurde von dem Abg. v. Oldenburg-Januschau be­gründet. Der engere Vorstand des Bundes der Landwirte veröffentlicht eine neue Erklärung gegen dieRachlatzsteuern, er fordert seineFreunde auf, in diesem Sinne gegen die Steuer in der Osterpause tätig zu sein. Die Verdächtigung, als ob die Regierung di« Presi« zum Kampfe gegen den Bund ermuntere, scheint uns durch­aus unangebracht und steht dem «und«, der sich seinerseits mit Recht gegen die Verdächtig­ung verwahtt, als ob sein Widerstand gegen bte Nachlaßsteuer auf ein schlechtes Gewissen m bet Sache bet Steuerdeklarationen zutückzuführen fei, schlecht zu Gesicht.

Daß die rechtsstehenden Parteien in der Be­steuerung des Gatten- und Kindererbes das Ideal einer Besteuerung sehen, wird auch der

(Et r fast täglich ihr Gast in ihrem Glück b Me sie bet fast leidenschaftlichen Abneigung ihres Kindes gegenüberOnkel Ernst" nicht ge­nügend Aufmerksamkeit gesthenkt bis zu jenem schrecklichen Abend.

rnst Feldern hatte formell um ihre Hand gebeten sie hatte sie ihm ebenso formell zu »sagt. Und als ob damit ihr Glücksempfinden die letzte hemmende Schranke überwunden hätte, so eifrig, begierig fast schmiedete sie ihre Plane für die nächste Zukunft. Kurz vor der Karwoche zu Beginn bet llniversitätsferien wollten sie Hochzeit feiern, In aller Stille, bte Hochzeits­reise sollte sie zum Osterfeste nach Rom führen. Freilich, bl« dreizehnjährige Jls« konnten sie nicht gut mitnehmen; die würde sich wohl aus eintae Zett in einer Pension aufhalten müssen. Bi» hierher waren sie mit ihren Planen und Besprechungen gerade gekommen, da horten sie hinter sich einen markerschütternden Schrei Ilse war unbemerkt «ingetreten und lag nun ohnmächtig ar.: Boden.

Es folgten schwere Wochen. Ein Rervenfieber hatte das Kind gepackt, und immer rotebet kehrte in den Phantasien der Verzweiflungskampf wie­der:«leib' bei mir, Mama! Was soll Dir bet F**Mtt Aufopferung hatte sie ihr Kind gepflegt, nur verstohlene Minuten bem im Salon harren­den Verlobten widmen können. Und endlich mußte sie einsehen, daß die Eifersucht den zarten Körper zu verzehren drohte, wenn st« nicht dem Manne ihrer Liebe entsagte. Die Mutterliebe hatte gesiegt alles Auflehnen des nm sein Glück kämpfenden Mannes half nicht». Sie sahen sich seitdem nie wieder.

Und dann hatte bet Arzt sie mit der Rekon­valeszentin hierher gesandt, in dieses Paradies, und der Kreis hochgebildeter, herzenswatmer Menschen, bet sie hier umgab, hatte ihr bte Ruhe

Bund bet Landwirte nicht glauben. Es heißt eben hier auf allen Seiten Opfer bringen, um das Ganze nicht zu gefährden. Eine Regelung unseres Finanzwesens ist aber unbedingt not­wendig und zwar so schnell als möglich. Ostern, das Fest der Hoffnung, soll uns neuen Mut geben, daß eine Verständigung in dieser Frage bald zwischen Regierung und Parteien zustande kommt.

Ein anderer Osterrounsch dürfte zur Zeit ebenso angebracht sein, daß nämlich die Be­amtenbesoldungsgesetze vom Herren- hause bald im Sinne der vom Abgeordneten­hause gefaßten Beschlüße verabschiedet werden, damit endlich dem Hangen und Bangen in den Beamtenkreisen ein Ende bereitet wird. Jns- befonbere auf die Frage der Nachzahlung für 1908 jetzt schnellstens geregelt werden. Die Be­amten haben ein Recht daraus!

Politische Umschau.

Der Landesverein bet sächsischen Konservativen faßte zur Erbschaftssteuer folgende Resolution: Die sogen. Veredelung der Matrikularbetträge wi­derstreitet den Grundbedingungen, unter denen sich die deutschen Staaten zum Reiche zusammenge- schlosien haben. Eine Erhöhung des Kopfbetta­ges der Mattikularbeittäge darf die finanzielle Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit bet Bun­desstaaten in keiner Weise gefährden oder beein- trä tigen. Soweit der Mehrbedarf des Reiches nach dem Finanzplan der Verbündeten Regie­rungen vorzugsweise von den Besitzenden getragen werden so«, ist er, insoweit eine Einigung über andere Besitzsteuern nicht erfolgt, am letzten Ende durch Erstreckung der Reichserbschastssteuer auf die Anfälle an Abkömmlinge und kinderlose Ehe­gatten des Erblassers aufzubringen. Hierbei ist unbedingt dafür Sorge zu tragen, daß das mobile Vermögen ebensowenig die Steuer hinterziehe« kann, wie da« vor aller Augen liegend«, und damtt leicht konttollierbare immobil« Vermögen. Bezüg­lich der Bewertung des Immobilen Vermögens sind die Grundsätze aufrecht zu erhalten, die in dem die Rachlaßsteuer betreffenden Gesetzentwurf ent­halten sind. Es müffen außerdem Kanteten ge­schaffen werden, daß das Reich nicht ohne Zustim­mung der hmchtsächlichsten Einzelstaaten und der verfasiungSmäßigen Berttetungen derselben die Erbanfallsteuet beliebig erhöhen kann. Der Aus­dehnung der Erbanfallsteuet auf die Abkömmlinge und finderlose Ehegatten ist nut zuzustimmen, wenn der übrige Teil des Mehrbedarfs durch in­dirette Abgaben, und zwar vorzugsweise durch Steuern auf entbehrliche Gegenstände des Masien- verbtauchs gedeckt wird. Hierzu bieten die Vor­schläge der Reichsregiemng eine geeignete Grund­lage.

Zum Fall Kuhlenbeck.

Privatdozent Dr. Sternberg, der Gegner bet Professoren Kuhlenbeck und van Bleuten in

Lausanne hat seine Enttasiung gegeben, nachdem ihn der Letter des dortigen Kultusdepartements dazu hatte auffordern laffen. Dr. Sternberg ist nach demB. T." in Berlin eingetrofien, um zur Wahrung seiner Interessen im Auswärtigen Amt« und im preußischen Kultusministeriumdie nöti­gen Schritte zu tun. Worin diese bestehen sollen, ist unerfindlich, da das preußische Kultusministe­rium mit Herrn Dr. Sternberg nichts zu hin hat.

Eine Neuregelung der Diplomprüfung auf towb* landwirtschaftlichen Hochschulen

steht bevor. Es handelt sich, wie «ine Berliner Korrespondenz erfährt, um bte bisherige Abgangs­prüfung, die nach Absolvierung von vier Seme­stern abgelegt wird. Es ist jedoch für sämtlich« Hochschulen eine gemeinsame Prüfungsordnung ' eingefühtt, um einen Ausgleich der Anforderungen an den verschiedenen Anstalten herbeizuführen. Di« mit der früheren Abgangsprüfung nach vier Se- meftem verbundene Berechtigung zur Nebernahm« eines Lehramtes an einer Landwlrtschastsschule ist aufgehoben und einem besonderen Examen Vorbe­halten worden, das erst nach dreijährigem Besuch der Hochschule abgelegt werden kann. ES ist nicht ausgeschlossen, daß d,trch die Neuregelung bet Diplomprüfung auch die Frage der land- wirtschaftlichen Doktorwürde Gegen stand der Erwägungen werden wird, wobei natur­gemäß das Recht zum Promovr-ren nur solchen Studierenden erteilt würde, welche durch Ablegung der Abitnrientenprüsung die Berechtigung, zrnn Besuch einer Universität erlangt haben.

Die englische Flottenagitation.

London, 9. April. Heute wird der Bries veröffentlicht, den dreizehn Mttglieder des Ober- unb Unterhauses am 15. März d. I. an den Pre­mierminister Asquith gerichtet haben, in dem ein« Untersuchung über die in den letzten vierzehn Jah­ren voraenommenen Aendernngen in der Verwal­tung und in der Ausbildung der Flotte verlangt wird. I« seiner Antwott versprach Asquith die sorgfältige Prüfung dieser Angelegenheit. Ein Aufruf des Reichsftottenbunbes weist auf die Ge­fahr hin, die sich daraus ergebe, daß die Aufmerk­samkeit der OeEentlickikett auf die Dreadnoughts konzentriert werbe. In diesem ^"kruf wird eine Untersuchung über die Mängel in der Flotte gefor- bert und erklärt, das Heil Großbritanniens lieg« einzig und allein darin, daß das Budget vom Oberhaus abgelehnt und dadurch die Auflösung des Parlaments erzwungen, somit der unionisti- scheu Regierung ermöglicht werde, ans Ruder zu kommen.

Deutsches Reich.

Deutschland und der Artikel 25. Wien, 9. April. DieReue Freie Presse' meldet: Wie wir aus diplomatischen Kreisen erfahren, ist die Rote,

roiebergegeben. Nur manchmal wallt« bas alte Weh rotebet in ihr empor.---

Aber bt kam ja ihre Ilse von bet Talfet- brücke her. Aufleuchtend hastete Ihr Blick an bem schlanken, noch ein wenig eckigen Backfiich- chen mit ben Pfirsichblütenwangen. Was hatten die kurzen zwei Monate hier in Eries aus bem schwer zu bändigenden, egoistischen Trotzkopfe ge­macht! Aber freilich, der gütige Pastor drüben in der neuen Kirche, bet die Seelen seiner Schü­lerinnen formte, wie welches Wachs, et hatte das Hauptverdienst an dieser Veränderung! Roch leuchtete die gleiche leidenschaftliche Ver­ehrung für die Mutter aus den blauen Augen­sternen Ilses, aber nicht mehr verlangte sie her­risch der Mutter Liebe als den ihr gebührenden Tribut: sie bemühte sich, diese durch zarte Auf­merksamkeit, durch Hingebung zu verdienen.

Schon von weitem roinfte bas Mädchen.

Zu schön war's, Muttchen! Eine ganz« Meng« Ostereier habe ich in den Büschen des Pfarrgattens gefunden. Die Kleinen haben aber noch mehr, denn denen haben wir Großen suchen helfen."

Wo hech Du denn Deine Schätze?"

Die habe ich gleich in unser« Pension ge­bracht. Ich sollte da noch was bestellen. Du weißt, mit dem Elfuhrzuge find neue Gäste an­gekommen!" Ilse wurde plötzlich rot und gab sich einen Klaps auf den Mund.

Die Mutter lächelte.So, so! Also wieder eine kleine Heimlichkeit! Ra, ich will nicht forschen!"

O, Mama!" erklärte würdig die Kleineich habe nämlich auch ein Ostetgeschenk für Dich, da muß ich doch Heimlichkeiten haben!"

Frau v. Wolff erhob sich . Ilse hängt« sich schmeichelnd an ihren Atm.Bitte, Muttchen, nicht übet bte große Brücke! Latz uns ben ein­

samen Weg am Gescheibten Turm entlang gehen.

Ich möchte Dich so gern etwas fragen

Da bin ich doch wirklich neugierig," scherzte die blonde Frau,was Du mich so dringend unter vier Augen zu fragen hast! Hat bas Taschengeld nicht gereicht?"

Nein, Mama, es ich etwas viel Schlim­

Sie schritten nun am Zollhkuschen vorbei und über ben Steg nach bem weinbewachsenen Abhang« bes Kuntschna hinüber. Oben von stei­ler Höhe grüßte aus Obst- und Weingärten bas Kirchlein von St. George», unten dräute der eigenartige, mittelalterliche Rundbau des Ge- schelbten Turmes. , ,

Der Weg bog zwischen hohen Weinbergs­mauern ein. Ilse blieb stehen und blickte ihrer Mutier forschet» ins Auge.

Mama!" nun schluckte sie doch vor Auf­regung ein Bißchenhast Du nie wieder et­was von Onkel Ernst gebärt?

Aber Kind? "fuhr Frau v. Wolff auf, ..wie kommst Du zu dieser Frage?" Peinlich bey 1 wendete sie sich ab. £

Da fühlte sie einen heißen Kuß <u; "

Hand.Meine geliebte Mama, verzeche mit doch?" schluchzte das Mädchen,ich roctfi i- jetzt, wie schlecht ich war, daß ich Dich so ganz allein für mich haben wollte, und niemand aud) nut ein Teilchen Deiner Liebe gönnte. Ich« will mich ja auch bessern, will ja versuchen, meinen Egois­mus abzulegen. Rur sage mir, daß Du mir ver­zeihst!"

Vergeben habe ich Dir längst," gerührt blickte die Mutter in da» träncnüberftrömte Gesichtchen der Tochter,mache Dir nur feine Vorwürfe mehr. Du warst damals krank, unb Geschehenes läßt sich nicht mehr ändern.

vielleicht doch! Ilse» Stimme klang plätz-