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GßkchM Aeilmg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: »Flach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und »Landwirtschaftliche Berlage."

ert auf die täglich erscheinendeOberhessische allen Postämtern und unsern Zeitung-Kellen in

Man abonni

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Zeitung" bet allen Postämtern und unsern Zeitung-Kellen in -HA Kz Kirchhain undWetter sowie bei unserer Expedition Markt 31. Der Bezugspreis betragt durch die"Poft 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unsern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Mittwoch, 7. April 1909.

Dir JasertionSgebühr beträgt für die 7a«spaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklame» 30 Pfennig. Druck und Berlaa: Joh. Aug. Koch, UnioersttätSbuchdruckeret Inhaber Dr. ®. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44 Jahrg.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 27.

Rach ist eS Zeit für das 2. Quartal auf die

Oberhefiifche Zeitung

IN abonniere«.

Der Bezugspreis für dieOberhessische Zei- trnifl" beträgt vierteljährlich bei allen Postämtern t Mark 28 Pf., bei der Expedition (Marburg, «ar« 21) 2 Mark.

Heu hinzutretende Abonnenten erhalten de« Beginn der Erzählung va« Heinrich Nauman« aus Wunsch nachgeliefert.

Politische Umschau.

Bon der Zivilprozetzordnungsnovele.

Zu dem Entwurf eines Gesetzes betreffend Aenderungen des Gerichtsverfaffungsgesetzes, der Zivilprozeßordnung, des Gerichtskostengesetzes und der Gebührenordnung für Rechtsanwälte liegt jetzt der ausführliche Kommisstonsbericht vor. Er enthält eine interessante Darstellung der Ein- nahmeoerschiebunaen, welche der Entwurf für die Rechtsanwätze an den Sitzen der Landgerichte zur Folge haben''würde. Danach ist die Einnahme­verschiebung, welche der Entwurf für die Gesamt­heit der landgerichtlichen Rechtsanwälte bringen würde, keine nennenstverte; es würde sich um ein Sinken der Einnahmen von jetzt 27 149 709 M auf 26 957 390 M handeln. Die Zahl der Landge­richte, bei denen eine Verminderung der Ein­nahmen eintritt, ist 85 gegen nur 11, bei denen sich eine Einnahmenvermehrung zeigt. Dagegen würden sich von insgesamt 3312 Rechtsanwälten 1659 verbesiern und 1653 verschlechtern. Diese Verschlechterung würde sich in sehr mäßigen Gren­zen halten und am stärksten in Arnsberg mit 12.32 v. H. bei 7 Rechtsanwälten hervortreten. Bei der jährlichen Zunahme der Prozeste bei den Land­gerichten um 8,25 v. H. ivürde der Einnahmeaus­fall also in ganz kurzer Zeit wieder wettgemacht sein, so daß wohl kaum ein einziger Anwalt durch die Wirkung des Entwurfs gezwungen sein würde, seinen Wohnsitz zu verlegen. Im übrigen würde sich eine Abwanderung einzelner Landgerichts- '-"'väftc auch nach kleineren Amtsaericktt?,orten wohl ermöglichen lassen, da schon der Zu­wachs von 20 ehemals landgerichtlichen Sachen eine Vermehr>'ng der Einnahmen um etwa 1200 'M bebe-<*#. Dazu kommt noch, baß die Justizver­waltung die Niederlassung von Anwälten bei klei­neren Amts"eri<bten tunlichst durch Verleihung des Notariats fördert.

Lustschiffhallen.

Loudon, 5. April. (Unterhaus.) In Beant- worwng verschiederler Anfragen über die lenk

90 lRachdruck verboten.)

(Bttferbt.

Original-Roman von Freifrau Gabriele v. Schlippenbach.

tttorUetzung.i

Also heute abend geht Deine kleine Fee in die Schlacht, d. h. auf ihren ersten, wirklichen Ball im kurischen Ritterhause. Mir ist wie dem Rekruten zumute, der in den Krieg zieht, halb bange, halb glücklich. D! sie sollen nicht sehen, daß ich zittere, ich will den Schlag meines er­regten Herzens nicht verraten und ruhig schei­nen, wenn ich es auch nicht bin. Ich tanze so gern und hoffe mich zu amüsieren, die Jugend- lust prickelt mir in den Adern. 0! wie ernst kann das Leben sein und wie schon ist es! Ich habe beides erfahren. Wenn mein heißer Wunsch sich erfüllt, wenn alles mir glückt, die heilige Mission zu Ende zu führen, mit der Du mich be- ti. it, dann bleibt mir nichts zu wünschen übrig, ich möchte dann sterben!--

Verzeih, mein goldenes Väterchen, da sind zwei dumme Tropfen aus meinen Äugen nieder- gefallen und haben die Schrift verlöscht, sei des-, halb nicht böse. Schreibe mir bald, schreibe mir einen langen, langen Brief, sonst vergehe ich vor Sehnsucht. Eroßing sendet Dir einen Gruß und Kuß. Könnte ich Dir dasselbe von ihm, vom Großpapa bestellen. Aber es wird kommen, verlaß Dich auf Deinen kleinen Kameraden, wie Du mich oft nanntest, der steht zu Dir im dichte­sten Kugelregen. Und nun, lebe tausendmal j wohl, mein einziger, herziger Papa, e» küßt Dich Hpnig Dein treues Kind, Deine Fee.

NB. Ich ziehe heute zu« «all da, weiß-

baren Luftschiffe erklärte Kriegsminister Haldane, soweit er unterrichtet sei, beabsichtige Frankreich fünf Schutzhallen für lenkbare Luftschiffe zu bauen; in Deutschland sollten sechs Luftschiffe gebaut worden sein und sechs weitere gebaut werden. Der Kriegsminister fügte diesen Mitteilungen hin­zu, daß die englische Regierung den Bau einer zweiten Schutzhülle in Aldershot außer der bereits vorhandenen erwäge.

Bom Spleen.

Konstantinopel, 5. April. Aus Hodeida wird derFranks. Ztg." gemeldet: Ein englisches Kriegsschiff lief die Insel Kamah (tot Arabischen Meerbusen) an und landete drei Offiziere und zehn Mann. Sie nahmen die Gastfteundschaft der Lokalbehörden in Anspruch. Rach den Gründen ihrer Ankunft befragt, erklärten sie, die auf der Insel errichteten Baulicbkeiten bemertt zu haben, worauf sie feststellen wollten, ob ein Deutscher auf der Insel sich befände und ob die Kohlen­depots auf Kamah der Türkei oder den Deutschen gehören. Der Kaimakan der Insel beschied die Fragesteller dahin, daß auf der Insel sich kein Deutscher befände und daß die Kohlendepots Eigentum der Türkei wären.

Ein neuer Aufstieg des Z, I,

Friedrichshafen, 5. April. Das Reichsluftfchiff ist heute vormittag 9 Uhr 18 Min. zu einer 24ftündigen Dauerfahrt angetre­ten. Es ist dies die programmäßige letzte Uebungsfahrt des Reichsluftschiffes, nach welcher es aller Wahrscheinlichkeit nach nach Metz statio­niert wird, damit die Reichsluftschiffhalle in Manzell für weitere Neubauten frei werde. Das Luftschiff hat die heutige Fahrt um 8 Uhr 45 Min. bei immer noch windigem Wetter mit einer militärischen Bemannung angetreten. Es handelt sich, wie Berliner Blättern berichtet wird, um eine 24stündige Dauerfahrt. Der Ballon flog mit unbekanntem Ziele zunächst in der Richtung nach Ulm. Der Kommandeur der 27. Division in Ulm, Generalleutnant von Lin- singen, der am Sonnabend in Friedrichshafen eingetroffen ist. befindet sich im Luftschiff. Die Bemannung besteht nur aus Militärluftschtffern. Das Wetter war heute vormittag klar. Es weht ein Nordost von 78 Sekundenmetern. Graf Zeppelin fährt nicht mit.

An der heutigen Fahrt, für die das preußische Kriegsministerium die Aufgabe gestellt hatte, nahmen al*- Fahrgäste vier Offiziere des Mün­chener Luftschifferbataillons unter Führung von Major Sperli..g teil.

Das Reichslustschiff Z I befand sich zeitweilig über Meersburg und steuerte um 6 Uhr wieder über den See nach dem gegenüberliegenden S.weizer Ufer.

. Das Reichsluftschiff Z I ist nach elfstündiger Fahr um 7 Uhr 55 Min. glatt und sicher vor der Halle gelandet. Das Luftschiff hatte in den Abendstunden gegen einen ziemlich starken Ost­wind zu kämpfen. Die Uebungen mußten in der Hauptsache zwischen Rorschach und Friedrichs-

feiiene Kleid an und will die Perlen tragen, die Du mir zu meinem Geburtstag schenktest."

Das junge Mädchen ist eben im Begriff, den Brief zu schließen, als es klopft und der Kellner m ldet:

Baroneffe von Drachenstätt wünscht den Damen ihre Aufwartung zu machen."

Bitten Sie sie .einzutreten," erwidert die junge Stimme und gleich darauf stehen sich die beiden gegenüber, die denEnterbten" lieben in grundverschiedener Att.

Franziska ist so mächttg bewegt, daß sie an­fänglich keine Worte findet, sie hat die beiden Hände des jungen Mädchen« erfaßt und ihre Augen schimmerten feucht.

Ich war eine alte Bekannte Ihres Vaters," sagt sie leise, ,Damals, als wir jung waren."

Eine feine Röte stieg in ihr Gesicht und die schlichten Worte klingen wärmer, als sie es selbst ahnt. Sie berühren das Herz der Tochter wie eine reiche Liebkosung und in ihrer spontanen Art sagt Fee:O! wie mich das freut, ist es mir doch, als rücke er mir dadurch näher, wir können von ihm sprechen, das fft herrlich? Sie müssen mir viel von ihm erzählen. Aber ich wundere mich, daß er Ihren Ramen nie er- wäbnt hat."

Wahrscheinlich erinnert er sich nicht mehr meiner," versetzt sie und der Stolz des ver­schmähten Weibes läßt den Satz sehr kalt klin­gen. Sie sucht in den jungen Zügen des Kindes nach einer Aehnlichkeit mit dem Vater und ob­gleich Fee eine andere Augen- und Haarfarbe hat, gibt es doch rin gewisses Etwas, das an Friedrich Johann erinnert, die Rassenähnlich- keit, die sich von Geschlecht zu Geschlecht weiter- erbt. Besonder» wen» ein Lächeln di« frischen

Hafen in einer Höhe von etwa 150 Metern vor­genommen werden.

*

Wie au» Innsbruck gemeldet wird, wstd da» Komitee für die Jahrhunderffeier in Boralberg den Grafen Zeppelin einladen, bei der Anwe­senheit des Kaisers Franz Josef in Bregenz mit seinem Luftschiff dorthin zu kommen.

Deutsches Reich.

Konfirmation im Kaiserhause. Potsdam, 5. April. In Gegenwart des Kaiserpaares, des hohen Elternpäares Prinz und Prinzessin Fried­rich Leopold von Preußen, des Kronprinzen und der Kronprinzessin, sowie der übrigen füfftlichen Verwandten und geladenen Gäste fand heute Vor­mittag 11 Uhr in der Peter-Paulskirche die feier­liche Konfirmation der Prinzen Friedrich Siegis- mund und Friedrich Karl von Preußen statt. Rach einem P'ilmgesang des Potsdamer Erlöserkir- chenchors hielt Pfarrer Bassenge eine Ansprache und vollzog die Einsegnung. Im Anschluß an die Feier fand im Jagdschlösse Kleinglienicke Fami- lientafel statt.

Hundertjahrfeier der ArtillerieprüftingS- kommisston. Berlin, 5. April. Die9lotbb. Allg. Ztg." schreibt: Bei bet Hundertjahrfeier der Ar- tillerieprüfungskommission am 3. April würbe folgende Kabinettsorber bekannt gegeben: »Ich entbiete der ArtillerieprüfnngSkommission zu ihrem Jubeltage meinen Gliiwunsch und nehme gern Veranlassung, ihr für die ausgezeichneten Dienste, die sie wahrend ihres einhundertjährigen Be- stehens mir und meinen erhabenen Vorgängern auf dem Thron und dem Vaterlande geleistet hat, meinen königlichen Dank Mlsznsprechen. Ich freue mich, heute vor meinem Heere bezeugen zu können, daß die Artillerieprüfungskornmission ihren hohen verantwortungsreichen Aufgaben stets in vorbild­licher Weise gerecht geworden ist und gebe dem zu- vcrsichttichen Vertrauen Ausdruck, daß sie bis in die fernste Zufiinst fortfahren wird, in gleicher Freude und Hingebung dem Könige und dem Va- terlande ihre Dienste zu weihen. Neues Palais, den 3. April 1909. Wilhelm. I. B." Anläßlich dieser Feier hat der Kaiser eine große Anzahl von Auszeichnungen verliehen.

Auflösung des wütttembetgischen Ehten- lnvalidenkorps. Stuttgart, 5. April. DemSchw. Merkur" zufolge ist das württemberaischen Ehren­invalidenkorps, das auf vier Invaliden zusam- mengeschinolzen wat, nach 102jährigem Bestehen aufgelöst worben.

Au« Venedig. Venedig, 5. April. Fürst und Fürstin Bülow sind hier eingetroffen. Die deutsche KaiserjachtHohenzoüern" ist Hirt cingc- trosfen.

Zur Lage auf Samoa Ivirb amtlich gemel­det: Die vom Chef des Kreuzerqeschwaders ge- metofani mit Gouverneur Dr. Sols eingelciteten Maßnahmen haben nach heute aus Apia einge­troffenen Telegrammen zu dem Erfolge geführt, daß die Rädelsführer der unruhigen Samoaner

Lippen Fees teilt, ist es Franziska, als sähe sie den Jugendfreund vor sich. Ebenso sonnig war fein Gesicht: ob es jetzt noch so fröhlich drein- zufchaucn vermag, nach den Lebenskämpfen, die er durchgemackt hat?

Sehen Sie, hier habe ich Papas Bild, es ist sehr gut." sagt Fee und zieht die flache, gol­dene Kapsel hervor, die sie an feiner, goldener Kette um den Hals trögt. Sie drückt auf die Feder und der Deckel springt auf, Franziska schaut auf den schönen Männerkops nieder, das Bild ist in Farben künstlerisch auf Elfenbein ge­malt, das dunkle Eelock des Haares sticht grell gegen den weißen Streifen in der Mitte ab.

Erkennen Sie ihn?" fragt das junge Mäd­chen neugierig.

Ja nein, ich weiß nicht recht," erwidert Franziska, er ist es und doch ist ers wieder nicht. Es sind achtzehn Jahre, seit wir uns zuletzt sahen, da wird man alt."

Frau von Rothenfeld hat ihr Schläfchen be­endet und tritt in das Zimmer: sie umarmt die Baroneffe Drachenstätt herzlich und sagt:

Ihr scheint schon Bekanntschaft gemacht zu haben, wie ich sehe." Und sich zu Fee wendend, fügt sie hinzu:Diese hier ist oft mein Trost gewesen in den Jahren der Einsamkeit." Sie deutet auf Franziska, die neben ihr steht und die mütterliche Hand küßt.

Die Damen trinken zusammen den Kaffee, auch Baron Adam kommt um sieben zurück. Nun wird es Zeit, Toilette zu machen, um acht be­ginnt der Ball: Franziska ist eine vortreffliche Kammerjungfer, ihre Dienste find unschätzbar, zuletzt schlüpft Fee in den weichen, warmen Mantel aus weißem, flockigen Stoff, der mit weißem kostbaren Pelz verbrämt, mit dem gto«

ohne Anwendung von Gewaltmaßregeln gefangen genommen worden find. Das gesamte Geschwader wird nunmehr eine Rundfahrt um die Insel vor­nehmen, von welcher der Gouverneur und der Ches deS Kreuzergeschwaders eine Sicherung bei wiederhergestellten Friedens erwarten.

Ausland.

Präsident Roosevelts Reise. Neapel, 5. April. Der DampferHamburg" mit dem früh* reu Präsidenten Roosevelt an Bord ist heute Nach­mittag 1 Uhr 10 Min. hier eingetroffen. Der DampferAdmiral", welcher Roosevelt nach Aftika bringen soll, ist gleichfalls hier eingetroffen.

* China. Peking, 5. April. Mit dem heufi- gen Tage ist ein neues Naturalisationsgesetz ver­öffentlicht worden, in dem bestimmt wird, daß Angehörige des chinesischen Reiches nicht mehr das Bürgerrecht eines ausländischen Staates anneh­men dürfen. Das Gesetz trifft ferner die Bestim­mung, daß Chinesen, die bisher Bürger und Un­tertanen eines fremden Staats gewesen sind, den­noch chinesische Untertanen bleiben. Viele Chine­sen, namentlich solche, die in Hongkong als bri­tische Untertanen eingeschrieben sind, werden von dieser Maßregel hart betroffen, unter Andere« auch eine Anzahl höherer Beamter im In- und Auslände.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Criginalartitel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Lberhess. Ztg." gestattet.)

Marburg, 6. April.

* Ostern steht vor der Tür. Für den Haus­herrn sind die bösen Stunden des Reinemachens, wo er durch eine Sintflut aus feinem Lehnstuhle und aus feiner gewohnten Beguemlichkeil getrie­ben wurde, bald glücklich vorüber und auch für die Hausfrau kommt die Rübe nach der Anstrengung des Scheuerns, des Waschens und des Kuchen- backens. Auch der Festbraten ist bestellt und alle» für die Küche vorbereitet nun k-'nn die Haus­frau ihr Werk anschauen. und siehe da, es ist sehr gut. Ja, wie draußen in der Statur trotz des noch kalten Windes alles dem Auferstehen en-gegengeht, so erneut sich auch in der Familie zu Ostern viele-, was bisher ein staubbedecktes Dasein führte. Ostern ist das Fest der Reinigung vom Winter­staube. Wie wird doch die Gesundheit des Be- wolmers in solch einem gründlich reingemadhteit Raum, der noch dazu täglich voll Tabak gequalmt wird, befestiat: wie belebt sich seine Arbeitskraft, wie ändert sich auch vorteilhaft die Stimmung, ohne daß er es selber weiß.

)( Vom Kal. zahnärztlichen Universitäts-In­stitut. Die Bemühungen, das Kal. zahnärztliche Universitäts Institut. dessen Eristenz bekanntlich in Frage gestellt war, unserer Stadt und Univerlltät zu erhalten, haben einen guten Erfolg gehabt. Wie man uns mitteilt, ist jetzt der Bescheid eingetroffen, daß das Institut hier weitergeführt wird. Das- ----- n , b=9

ßen bis auf die Schultern niederfallenden Kra­gen, ihr zartes Gesichtchen noch reizender er­scheinen läßt. Ein goldgestickter, mit rosa Seide gefütterter Baschlick schützt den Kopf.

Vorwärts," sagt der Großvater.

Nun geht es in die Schlacht," dentt bas junge Mädchen, als die Räder des Landauers sich in Bewegung setzen.--

Das Ritterhaus strahlt heute förmlich und die Elite des kurifihen Adels ist in feinen Räu­men versammelt. Schon frühzeitig schlüpften vermummte Gestalten die breite Treppe hinaus, die (Barber'ben füllen sich und als die Hollen- sck:n ankommen, ist fast die ganze Kafinogesell- sch^ft bereits versammelt. Ein unruhiges Flü­stern und Raunen geht durch die Anwesenden, die Herren stehen in einer dichten Gruppe zu­sammen und alle Blicke richten auf die Ein- gangstfir. Baron Schöningk der Aeltere über­reicht den Rothenfeldschen Damen wundervolle Blumensträuße, für Frau Wilhelmine köstlich duftende Veilchen und Orchideen, für ihre En­kelin halberschlossene, blaßrofa gefärbte Teerosen und Maiglöckchen. Hans Leopolds hohe Gestalt überragt die anderen Tänzer, mit ziemlich gleichgülttgem Ausdruck mustert fein Auge die gecenüberfitzenden Damen und et überlegt, mit wem er tanzen wird. Die kleine Komtesse Helm ist ganz allerliebst, mit der muß er den erste« Walzer und Kotillon tanzen, zwei Fran^aife« find für Hildegard und Luise v. Mandan, dann blecot noch das Souper übrig, da wird er seine Kusine von Banner wählen. Ach so, er wird wohl auch einmal mit bet Baroneffe Rothen­feld antreten müssen, sein Batet hat es ihm an» Herz gelegt,

i ____________(Fortsetzung folgt.) j