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Ausland.

** Krankheitsgerüchte über König Eduard. Biarritz, 2. April. Das von auswärtigen Blät­tern gemeldete Gerücht, daß der König von Engl nd einen Schlaaanfall erlitten habe, ist unbegründet. Der König, der sich der besten Gesundheit erfreut, unternahm heute einen Svaziergang am Strand. Hierauf unternahm der König eine Automobilfahrt.

** Russisches. Warschau, 1. April. Als gestern Rachmittag der Intendant des jüdischen Kran­kenhauses 5000 Rubel Spitalgelder zur Auszah­lung brachte, wurde er von vier Terroristen durch Revolverschüsie verwundet und beraubt. Zwei der Verbrecher entkamen. Einer vwde verhaftet. Der vierte ergab sich, nachdem er seine Patrone« verschossen hatte.In der Fabrikstadt Tomaschow in Gouvernement Petrikan wurde die ganze Fa­milie des Bierhändlers Sibermann ermordet. Sibermann selbst, seine Frau, drei Töchterchen und ein Knabe wurden mit einer Axt niederge- metzelt

** Schweden. Stockholm, 2. April. Svens?« Telearamm-Byran teilt mit: Der König Hot den schwedischen Gesandten in Deutschland Grafen Taube aufgefordert, das Ministerium zu über­nehmen, worauf Graf Taube im zustimmenden Sinne geantwortet hat. Die Ernennung erfolgt erst bann, wenn Graf Taube sein Abberufungs- sck iben überreicht bat. Gleichzeitig bat der König de . Grafen Taube von dem Posten als ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtig­ten Ministers am deutschen, bäuerischen, säch­sischen und badischen Hof enthoben.

* Ei« Nachklang. Belgrad. 2. April. Ge­stern wurden die eingerückten Reservisten ent­lassen.

** Serbien wünscht ein« andere Residenz. Belgrad, 2. April. (Skupschtina.) Der Vor- sit-ende teilte mit, dass vom Präsidenten eine von 72 Abgeordneten unterzeichnete Petition betref­fend die Berlegung der Residenz von Belgrad nach dem Innern des Sandes der Regierung überreicht wurde. Rach Erledigung des Ein- l-"'fs vertagte sich die Skupschtina wegen Ostern bis zum 15. Juni. Dem Vernehmen nach ist Riich als neue Residenzstadt in Aussicht ge­nommen. ,

* Wasfenschmuaael nach Montenegro. Kon­stantinopel. 2. April. Die Pforte wies das I --neministerium an. zwei Kriegsiahrzeuge nach Skutari zu entsenden, um den über de« Doianfluh und denSkutarisee gehenden Waffen­schmugel nach Montenegro zu verhindern.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Criginalartifcl ist gemäss 8 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Qberhess. Ztg." gestattet.)

Marburg, 3. April.

* Universität. Wie wir hören, hat der ordent­liche Professor für Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft Dr. Phil. Karl Geldner hier einen Ruf in gleicher Eigenschaft an die Universi- tät Kiel als Nachfolger von Prof. H. Lüders er­halten. Der ordentliche Professor der romani­schen Philologie an der Universität Marburg Dr. Phil. Alfons Kissner begeht am 3. April seinen 65. Geburtstag.

* Der Jahresbericht der Oberrealschule 1908 9 ist in der üblichen Form erschienen. UnterrichtS- plöne, eine Zusammenstellung der Lehraufgaben, von Verfügungen der Behörden und eine Schulge­schichte berichten über das innere geben der An­stalt. Das Neformrealghmnastum hat im abge- lausenen Schuljahre aus Unterteria und Ober- tertia bestanden. Aus der Quarta werden z» Ostern 29 Schüler in das Reformrealgymnastum übertreten. Der Direftor macht femet darauf aufmerksam, daß fortan Im Sommer keine voll-

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftilche Berlage.'

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Zeitung" bei allen Postämtern und unsern Zeitungsstellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die"Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unsern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Sonnfaa. 4 April 1909.

Di« Jnsertionsgebühr beträgt für die kgefpaltene Zelle oder deren Raum 15 Pfennig, für Bekamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llnwersitätsbuchdruckerel Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrge

Erstes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 3 '.Blätter.

Rückblick.

D er R e i ch s t a g ist in die Osterferien ge­gangen. Seitdem er am 4. November 1908 seine Beratungen wiederaufnahm, hat er eine größere Anzahl von Gesetzentwürfen verabschiedet, die auch in der vom Reichstage genehmigten Gestalt znm allergrößten Teile bereits vom Bundesrate gutgeheißen und publiziert sind. Dazu sind zu zäh­len der Teil der Gewerbeordnungsnovelle, der sich auf den Frauenschuh bezieht, das Weingesetz, die Novelle zum Doppelbesteuerungsgesetz, das Gesetz über die Postdampfschiffahrtsverbindungen mit überseeischen Ländern, das Gesetz betreffend die Einwirkung von Armenunterstnhung auf öffent­liche Rechte, die Novelle zum Wechselstempelsteuer­gesetz, das Gesetz über die Preisfeststellung beim Markthandel mit Schlachtvieh sowie das Gesetz über die Kraftfahrzeuge. Der Reichshaushaltsetat für 1909 ist genehmigt. Von den weiter demReichs- tage in den laufenden Tagnngsabschnitten vorge­legten Entwürfen hat er in erster Lesung erledigt: die Novelle zur Zivilprozeßordnung, die Reichs­finanzreformvorlage, das Arbeitskammerqeseh, den Gesetzentwurf gegen den unlauteren Wettbe­werb, das Bankgeseh und die Fernsprechgebühren- vrduung. Auch von ihnen sind einige bereits in den Kommissionen vollständig vorberaten. Außer­dem hat der Reichstag im Plenum auf eigene Initiative die verschiedensten Interpellationen und Anträge behandelt, so die Veröffentlichung im Daily Telegraph, die Maßnahmen gegen Arbeits­losigkeit, das Grubenunglück in Radbod, die Hand­habung des Vereinsgesetzes, die Verantwortlich­keit des Reichskanzlers u. a. m. Eine reiche Mu­sterkarte und doch fehlt ihr sozusagen die Haupt­sache die Erledigung oder dn-h wenigstens die Verständigung in der Reichsfinanzre- formfrage. Auch hier liegt zwar, wie über­haupt in der heutigen parlamentarischen Arbeit, der Schwerpuntt in der Kommission, was diese über in der Besihstenerfrage beschlossen hat. dürste heute nicht mehr diskutabel sein. Man hat das Kompromiß damals auch nur begrüßt, weil es zu­nächst eine Bahn schuf, auf der man erst einmal die Vorschläge der Finan-resorm durchberaten konnte. Nachdem dies nun geschehen, hat man eingesehen, daß das Kompromiß faum eine brauchbare Grund­lage für eine Be'-hsteuer abgebe, zumal der Wi­derstand der Einzelstaaten es zu Fall bringen würde. Aber auch die meisten indirekten Steuern haben eine glatte Ablehnung erfahren.

In der Besitz st euersrage scheint eine Einigung bevorzustehen. Die Nachlaßsteuer darf freilich als erledigt gelten, mit Fug und Recht, denn sie enthielt zu große Härten. Aber man ver­sucht jetzt für eine Erbanfallsteuer oder Erweiterung der Erbschaftssteuer Stimmung zu machen. Die Deutsche Tageszeitung" berichtet darüber: Die Erbschaftssteuer soll ausgedehnt werden aus Erb­schaften, die auf Kinder oder kinderlose Ehe­gatten übergehen. Rur die Erbschaften ^sollen grundsätzlich frei bleiben, die an solche Ehegatten fallen, welche Kinder haben. Richt der gesamte Nachlaß soll besteuert werden, sondern der ein­zelne Erbau fall. Kleine Erbschaften sollen frei bleiben. Es soll weiter dafür gesorgt werden, daß dasselbe Erbe bei sich wiederholenden Todes­fällen nicht zu ost und nicht zu stark besteuert wird. Man will eine etwaige Erhöhung der Steuer von der Zustimmung verein- zelstaatlichen Volksvertretungen abhängig machen.

Das Blatt erklärt diese Steuer zwar für un­annehmbar, in ihr wird man aber unter einigen Modifikationen die Reichsbesitzsteuer der Z u k u ns t zu erblicken haben. Es läßt sich schließ­lich gegen alle Steuern etwas einwenden, wir haben aber bereits früher betont, daß man dieser Steuer wohl zustimmen kann, auch vom Stand- puntte der Rechtsparteien aus. Die freikonser­vative Partei hat sich schon offiziell für eine solche Steuer ausgesprochen.

Das wankelmütige Verhalten Ruß­lands hat sich besonders für das kleine Ser­bien verhängnisvoll erwiesen, das erst in der falschen Hoffnung auf die Hilfe des großen Bru­ders zu seiner Renitenz gegen den großen Nach­barn gereizt wurde. Heute hat es ave seine Hoff­

nungen zu Grabe getragen, der serbische Kron­prinz hat seiner Erbfolge entsagt und das Land steht wieder einmal am Vorabend dynastischer Unruhen. Durch sie kann die ganze serbische Frage es handelt sich um 9 Millionen Seelen erst recht ins Rollen kommen, da das Keine, aber staatlich fest gefügte Monte­negro, das noch dazu durch seine Lage am Meere den Kontaft des Serbentums mit der gro ßen Welt herstellt, dann wohl die entscheidende Rolle spielen dürste.

In England läuft die Opposition mit einer Heftigkeit und geradezu unerhörten inter­nationalen Rücksichtslosigkeit Sturm gegen -- die deutsche Flotte. Trotzdem brauchen wir uns darüber nicht beson­ders aufzuregen, denn dieses Vorgehen bedeutet doch nur, daß man jetzt auch vor unsrer Seemacht im Auslande einen ganz heillosen Respekt zu be­kommen anfängt. Denn schließlich kommt es ja nicht allein auf die technische Ueberlegenheit eini­ger Schiffstypen, sondern vielmehr auf die ganze seemännische und militärische Tüchtigkeit der Schiffsbesatzungen an. und in dieser Hinsicht braucht unsre Marine den Vergleich mit keiner andern der West, auch der enalischen, nicht zu scheuen. Da liegt der Hase im Pfeffer.

Die ganze Jämmerlichkeit eines rein parlamentarischen Regimes mit dem Schattenoberhaupt eines republikanischen Präsi­denten offenbart jetzt der Streik der fran- zöfischen Po st- und Telegraphen­beamten. Die Regierung hat sich unfähig er­wiesen, ihre Beamten in der Hand zu halten, und erst durch ein mühsam zustande gekommenes parla­mentarisches Vertrauensvotum ist der Streik be­endet worden. Die wohl berechttgten Forde­rungen der Staatsangestellten, die geradezu schlecht in sozialer und pekuniärer Hinsicht dastehen, sind erst auf diese gewaltsame Weise befriedigt worden. Aber was heitte bei den Postbeamten geschehen ist, kann morgen bei den Lehrern, Steuerbeamten, Marinebeamten usw. eintreten. Die Beamten er­klären es glatt heraus, daß sie von der parlamen­tarischen G'wMngswirtschaft abhängig sind und lediglich, um sich von ihr zu befreien, das Streik- recht in Anspruch nehmen müssen.

Politische Umschau.

Deutsche und ausländis^e Versicherungslasten.

Auf dem Internationalen Kongreß für Ar­beiterversicherungen, der tot Herbst vorigen Jah­res zu Rom abgehalten worden ist, sind wie mir derDeutschen Volkswirtschaftlichen Korre­spondenz" entnehmen folgende vergleichende Ziffern über unsere Krankenversicherung zur An- schammg gebracht worden:

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Versicherungszwang besteht bisher nur in den vier erstausgeführien Ländern. Es ist bedauerlich, daß über die anderen Zweige der Arbeiterver­sicherung vergleichende Zahlen nicht vorhanden sind; denn, wenn solche vorlägen, könnte man erst erkennen, wie starke Versicherungslasten Deutschland im Vergleich mit dem Auslande zu tragen hat.

Prof. Delbrücks Rückzug.

In dem Aprilhest der ..Preuss. Jahrb." bringt Professor Hans Delbrück nunmehr nähere Dar­legungen übet die von ihm in die öffentliche Debatte geworfene Frag« der Unteroekla-

rationen. DieTSgl. Rundschau" schreibt dazu, dass der Aufsatz den erwarteten Nachweis, dass die ländlichen Verhältnisse die Unterdekla­rationen besonders begünstigen, nicht bringe. Prof. D. erkläre, es sei streitig, welche Berufsgruppen, ob Stadt, ob Land, die größeren Sünder bergen, und et folgere lediglich aus dem Umstand, dass die agrarffchen Jnteressenkreife sich weit stärker gegen die Nachlatzsteuer wehren als die städti­schen r.nb industriellen, auf die größere Sünd­haftigkeit des Landes. Nachdem Professor 7elbrück so schwere Beschuldigungen gegen die Landwirtschaft treibende Bevölkerung geschleu­dert hat, um damit eine wahre Hetze linksradi­kaler Blätter hervorzurufen, hätte man einen wirklichen Beweis erwarten dürfen. Behaupt­ungen einzelner Unterdeklarationen berechtigen nicht zu dem Vorwurf, der Widerstand Iäni> lieber Kreise gegen die Nachlahsteuer rühre von einem schlechten Gewissen her wegen begangener Steuersünden.

Deutsches Reich.

Der Kaiser beim Fürsten Bülow. Berlin, 2. April. DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Der Kaiser hat sich für heute abend beim Reichskanz­ler und der Fürstin von Bülow zum Diner an­gesagt. Einladungen sind ergangen an den Kommandanten des kaiserlichen Hauptquartiers, v. Plessen, den Chef des Generalstabes v. Moltte, den Staatsminister v. Moltke, den Chef des Zivilkabinettes, v. Balentini, den Cehf des Militärkabinettes, Frhr. v. Lyncker, den Chef des Marinekabinettes. v. Mueller, den Gesand­ten v. Kiderlen-Waechter, die Professoren Schmollet und Schiemann, sowie an Professor Dr. Erich Sckmidt, den Bankdirettor Dr. Ewin- ner und den Bankdirettor Karl Fürstenberg.

Fürst Bülows Ferienreise. Berlin, 2. April. DemBerliner Tageblatt" zufolge wird der Reichskanzler seine Osterreise nach Norditalien sck r am Sonntag früh antreten.

Eine Rundreise be» Zaren. Paris, 2. April. Der Petersburger Korrespondent desTemps" bestätigt, datz der Zar im Mai, falls nicht un­vorhergesehen Verhältnisse dazwischen treten, eine lange Kreuzfahrt unternehmen werde, deren Hauptzweck es sei, den Besuch des Königs von Italien zu erwidern. Der Zar werde in Stockholm. Kopenhagen, Christiania, Ports­mouth und Cherborug oder Brest anlaufen und Begegnungen mit den Königen von Schweden, Dänemark, Norwegen, England, sowie dem Prä- [enten der französischen Republik haben. Es sei auch möglich, daß der Zar nach Lissabon und Batzelona kommen werde. Man glaubt, datz der Zar mit König Viktor Emanuel in Neapel zusammetreffen werde, falls ihm nicht ausdrück­lich der Wun,cy ausgesprochen werde, nach Rom zu koi.cmen. Sodann dürste der Zar auch Athen und Konstantinopel besuchen und durch die Dar­danellen nach Rutzland zurückkehren, um der 200 Zahtfeier der Schlacht von Poltawa beizu­wohnen.

Budgetbewilligungen. Frankfurt a. M., 1. Tpril. Bei der endgültigen Verabschiedung des Etats der Stadt Frankfurt ist, so schreibt dieKöln. Ztg.", namentlich abgestimmt wor­den. Die anwesenden Sozialdemokraten stimm­ten g schlossen für den (Etat, daß die Zustimm­ung kein Vertrauensvotum für den Magistrat bedeute. Vier sozialdemokratische Abgeordnete, darunter Dr. Quarck, fehlten in der Sitzung. Die sozialdemokratischeVolksstimme" bringt nun eine Darstellung des Vorfalles, worin zu fc-weifen versucht wird, datz es sich hei der Sie willigung des Budgets keineswegs um einen Perstotz gegen die Nürnberger Beschlüsse handle. Der Artikel ist von dem Redakteur und Stadt- verodneten Zielowski gezeichnet. Darunter er= klären jedoch vier andere Redakteure, darunter Dr. Quarck, datzdie unterzeichneten Mitglieder der Redaktion nach Lage der Dinge in Frank­furt a. M. die Ablehnung des städtischen Etats für geboten gehalten" hätten und daher mit der Haltung der Stadtverordnetenfraktion nicht übereinftimmten.

- Wahlrecht in Sachsen-Weimar. Weimar, 2 April. In der heutigen Landtagsfitzung wurde 8 2 des neuen Landtagswahlgesetzes in der Fassung der Regierungsvorlage angenom- tr.-n. Der Paragraph behandelt die privilegier­te i Wahlen und sieht als neues Privilegium die Wahl ^on 5 Abgeordneten aus Berufsständen vor: nämlich einen Vertreter der Universität Jena, sowie je einen der Handwerkskammer, Handelskammer, Landwirtschaftskammer und Arbeiterkammer.

Prinz Akwa. Hamburg, 2. April. Wie bekannt, strengte derrühmlichst bekannte" Prinz" Akwa seinerzeit Beleidigungsklage gegen b-n Kapitänleutnant a. D. Lierfemann an, weil Lierfemann die Eigentümlichkeiten des Negerprinzen wahrheitsgetreu geschildert hatte. Das Schöffengericht verurteilte damals Lierfe- mann wegen der etwas starken Ausdrücke, die in

der Charakteristik des Negerprinzen enthalte» waren, zu 30 <M Geldstrafe. Lierfemann (egte gegen das Urteil Berufung ein. Gestern hat sich nun das Hamburger Landgericht mit dem Falle beschäftigt. Das Landgericht hob das Urteil des Schöffengerichts auf und sprach Lierfemann frei, da ihm der Wahrheitsbeweis völlig gelungen sei und er In Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe.

Gambettas Uebertefte. Nizza, 2. April. Die Uebertefte Gambettas wurden heute feier­lich in der definitiven Gruft beigesetzt.

Beleidigung der Offfiziere. Dortmund.

2. A^ril. Wegen Beleidigung der Offiziere und Unteroffiziere des deutschen Heeres wurde heute von bet hiesigen Strafkammer der Redakteur N ttebohm von derDortmunder Arbeiter- Zeitung" zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Beleidigung wurde in einem in jenem Blatte enthaltenen ArtikelSchinderknechte" gefunden.