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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: »Flach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage."

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z» DA Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Rettungsstellen in IO Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21.

Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Sonnta, 4 April 1909.

Die JniertionSgeblldr beträgt für die 7gespaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennig, für Metta men 30 Pfennig. Druck und Verlag: Foh. Äug. Koch, UnioersttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. E. H itzero th, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

Drittes Blatt.

Der ländliche Fortbildungsschulunlerricht in Preußen.

ist zum ersten Male im Jahre 1876 durch einen gemeinsamen Erlaß des Ministers des Innern, Kultus und der Landwirtschaft einheitlich geregelt Worden. Durch Allerhöchste Verordnung wurden die ländlichen Fortbildungsschulen, die früher dem Kultus-, dann dem Handelministerium unter­standen, im Jahre 1895 dem Landwirtschaftsmini­sterium unterstellt. Ein gemeinsamer Erlaß dieses und des -'Ministeriums setzte damals zugleich die Zahl der Schulen fest, ohne im wesentlichen von den Gnindzügen des Jahres 1876 abzu­weichen. Danach sollte die Fortbildungsschule nicht den Charakter einer Fachschule annehmen, sondern die Befestigung. Ergänzung und Erwei­terung der Volksschulbrldung und die Befestigung der siflichen Tüchtigkeit als ihre Aufgabe zu er­achten haben. Den seither wiederholt laut gewor­denen wünschen nach einer stärkeren Betonung der fachlichen Richtung, die den Schülern im praf^'i-ben Berufsleben zugute käme, ist dadurch Berücksichtigung zuteil geworden, daß der fachliche Unterricht ir einte n Anstalten zur Einführung gelanale. A^er die Zahl dieser Schulen ist außerordew'm, klein geblieben und beträgt fetz« nicht mehr als acht. Die Entwicklung der länd lichen Fortbildnnasschnlen ist seit den Anfangs- sahren stark fortgeschritten. 1882 bestanden 559 Schulen mit 9988 Schülern, 1900 bereits 1139 Schulen mit 16 225 Schülern, im Jahre 1907 aber nicht weniger als 3477 Anstalten mit 50858 Schü­lern. In noch stärkerem Maße hat der Aufwand fitr d'- l"üblichen Fortbildnnasschulen zugenom­men. Nämlich von 144 777 Jl im Jabre 1900 auf 53° agz Jl im Jahre 1907. Die meisten Schulen ha^-n b;» ^"^>vinzen Hellen Nassau (657 mit 18867 Schülern), Ostpreußen (474 Schulen mit 4366 Schülern) und Hannover (452 Schulen mit 6375 Schülern), die wenigsten West'-reußen (98 Schulen mit 954 Schülern). Pommern (102 Schu­len mit 990 Schülern) und Sachsen (113 Schulen mit 1'11 Schülern) aufzuweisen. Die Frage des Zwangsunterrichts ist bisher im a* *v gemeinen ab­lehnend beantwortet worden. Die Unterhaltungs­kosten werden zum überwieaenden Teile durch Staatszuschüsse gedeckt. Von den gesamten Bar au- - ,i; für das Jahr 1907 entfielen aus:

Schulgeld

28 647

Jl

Private, C'iftungen, Legate, andere

als landwirtschaftliche Vereine

31441

w

Landwirtschaftliche Vereine

3141

w

Gew»'' sen

66 542

ff

Strafe

54 767

ff

Provinzen

7 787

ff

Staat

340 604

ff

ch 532 932 Jl.

Hierzu kommen die Aufwendungen für die acht Fortbildungsschulen mit 1800 Jl, die ganz lieh vom Staate getragen worden sind. Diese Foribsist'-^ssch!,len zählten 1907 nur 161 Schü­

ler, während in den Jahren 1898 : 38 Schulen mit 606 Schülern, 1899 : 33 Schulen mit 469 Schülern und 1900 : 22 Schulen mit 332 Schülern bestan­den. Jrn Jahre 1901 war die Zahl der Schulen wie der Schüler rapid gesunken, nämlich auf sechs mit 112 Schülern, und seitdem hat sich ein wesentliches Steigen dieser Ziffern nicht bemerk­bar gemacht.

Neue Gesetze.

Mit dem 1. April tritt das neue Unterstiitz- ungswohnfitzgesetz in Kraft, durch das das Le« bensttlL. für den Erwerb des neuen Unterstütz­ungswohnsitzes vom 18. auf das 16. Lebensjahr heruntergesetzt wird und die Zeitdauer des Er­werbes von zwei Jahren aus ein Jahr. Ferner ist für vorübergehend erkrankte Personen, die der öffentlichen Armenpflege anheimfallen, eine Re­gelung zwischen Wohnsitz- und Arbeitsgemeinde vorgesehen, insofern, daß bei einer derartigen Jnanfpruchnahme nicht wie bisher die Wohn­sitzgemeinde aufzukommen hat, sondern die Ar­beitsgemeinde, wenn die betreffende Person bereits eine Woche lang gegen Lohn oder Gehalt do^'ttbst tätig gewesen ist oder wenn die Krank­heit innerhalb einer Woche nach Berlasien des Dienstes in der Arbeitsgemeinde entstanden ist.

Da die Abwanderung sich vom Lande, den Tonern und den Kleinstädten nach den Groß­städten vollzieht, so steht zu hoffen, daß die zum Teil sehr hohen Armenlasten besonders der öst- liche Landgemeinden sich etwas vermindern werden. Durch die Regelung der Lastenverteil­ung bei verschiedener Wohnsitz- und Arbeitsge­meinde werden besonders die Bororte und um­liegenden Dörfer von Industriestädten in gerech­ter Weise von Armenlasten entlastet, da in die­sen Orten zahlreiche in der Stadt arbeitende Arbeiterfamilien wohnen, wodurch ohnehin fu,on erhebliche Schullasten usw. für die Kom­munen erwachsen. Desgleichen tritt am 1. April die Neuregelung der staatlichen Besteuerung der Offiziere, Beamten usw. in Kraft, die bisher bei einem in einem anderen Bundesstaat ihres Eehaltsbezugs liegenden Wohnsitz an denjeni­gen Bundesstaat ihre Staatssteuern zu zahlen hatten, von dem sie ihr Gehalt bezogen, in Zu­kunft jedoch an den Bundesstaat ihres Wohn­sitzes zu zahlen haben.

Es bedeutet dieses auf Grund eines Antra­ges seitens der thüringischen Kleinstaaten ge­schaffene Gesetz ein großes Entgegenkommen Preußens gegenüber den kleineren Bundesstaa­ten, denen nun die Staatssteuern der dort woh- u nden aktiven und pensionierten Offiziere und Beamten (besonders von Eisenbahnbeamten), die ihr Gehalt von Preußen beziehen, zufallen.

Politische Umschau.

Der Deutsche Stipendien-Berein zu Ostrowo hat soeben seinen zweiten Jahresbericht heraus­gegeben. Er hat sein Vermögen auf 5556,48 Jl erhöht und wie im Vorjahre 8 Stipendien be­willigen können. Um seinem Zweck zu genügen, den seßhaften gebildeten Mittelstand der Ost- M'rJ»eutschen zu stärken und die immer noch viel zu geringe Zahl der geistigen Führer für sie zu vermehren, hat der Verein wie bisher jedes Stipendium von der schriftlichen Verpflichtung abhängig gemacht, daß der Stipendiat später sich

Aus der Blütezeit des HaudweiksdurjLenlebens und des Zunftwesens.

Von L. Müller.

i Sortierung.)

1733 den 28. Mai schreibt Friedrich Landbeck eut> Frankfurt:

Wenn die Arbeit wär so süß, H* Als wenn ich ei le Jungfer küß, ||j So wollt' ich arbeiten wie ein Pferd, Und wenn ein Tag vier Wochen währt, fj? Ich binde dero Bücher ein, kstz Französisch Griechisch und Latein, ijT Durch Wasser, Wind und Wellen, fS Wagen sich brave Buchbindergesellen."

1735, den 6. Januar, wird bescheinigt, daß sämtliche neun Buchöindergesellen auf der Her­berge alles bezahlt haben.

Ein anderer stattet feinen Dank in folgen­den Reimen ab:

Gleich wie mit vollem Grimm, ein Schiff auf wildem Meer,

So treibt der Unbestand die Buchbinder- ! gesellen umher. Rach Marburg leitet mich wohl des Geschickes

Hand, Nachdem Göttingen ich den Rücken gewandt. Aus wohlgemeintem Sinne und gutem Vorbe- badit

Wird mir ein Tisch gedeckt und srey Plesier gemacht.

So hab ich meines Theils gcthan wie ich gesollt, Und bei Herrn Matthäus Sones mir auch Bericht geholt.

Er als Herr Vatter hat viel Gutes mir erzeugt, Wofür sich meiner Pflicht an Dank und Demuth neigt.

Ich suchte Condition, fand keine Arbeit hier. Zur Pflicht und steten Dank setzt ich diese Zeilen für."

Christoph Bernhard Krieg aus Frankfurt a. Main. 1736.

1738 schrieb Siegfried Zaun aus Berlin: Die Klugheit gilt viel auf Erden, Die List muß doch zu Schanden werden. Wer fleißig ist und ohn Verdruß, Dem folgt die Ehre auf dem Fuß."

Ein anderer macht folgenden Eintrag in das Eesellenbuch:

,Zhr Brüder hört mich an, Was ich euch sagen kann, Trotz meiner jungen Jahren Hab ich schon viel erfahren, Viel Hunger und auch Durst, Viel Hitze und viel Frost. In Marburg kam ich an Alr armer Wandersmann, Die Thorwacht thät mich fragen. Ich müßte nun gleich sagen:

Wo kommt die Reise der, _

dauernd in der Ostmark niederläßt, nach Mög­lichkeit Rückzahlung leistet und selbst dem Ver­ein beitritt.

Demgegenüber haben dir polnischen Stipen­dienvereine, die das gleiche für das Eroßpolen- tum erstreben und gleiche Bedingungen nach ihren Berichten stellen sehr bedeutend größere Erfolge erzielt. So hat derPosener Verein zur Unterstützung lernender Mädchen", der allein über einen Legatenfond von 70 754,10 Jl verfügt, in einem Jahre 22 533,38 Jl eingenom­men und davon 12 481,60 Jl für bas Studium von 115 Stipendiatinnen auf höheren Anstalten, Fachschulen usw. ausgegeben. Der oberschlesische Verein der Lnrerrichtshiffe", der erst 1906 ge­gründet ist, hat nur 2260 Jl Stipendien be­willigt. Er hat aber infolgedessen seinen eiser­nen Fond auf 24 536,09 Jl erhöhen können. Weit mehr hat b-r seit fast mehr als 70 Jahren be­stehendeMarzinkowski-Berein" in Posen ge­leistet ,der älteste und gefährlichste Feind des Deutschtums. Seine eisernen Fonds sind bereits auf 1 485 733,78 Jl gestiegen! Ihren Grund­stock bilden zahlreiche Geschenke, Legate und Sc nmlungen; darunter befinden sich aus dem Ber%stsjahre solche von 12 000, 15 000, 30 000, 32 000 und 67 000 Jl. Die Einnahmen dieses Vereins betrugen in diesem Jahre bereits 96 517,92 Jl. Mit 85 720,75 Jl hiervon hat er in diesem einen Jahre nicht weniger als 547 Stipendiaten unterstützt, und zwar Juristen, Mediziner, Philologen, Zahnärzte, Apotheker, Ingenieure, Tierärzte, Schüler höherer Schulen usw. Bei solchen Leistungen darf es nicht Wun­der nehmen, daß seine Zöglinge immer mehr die Reihen der großpolnischen Führer verstärken und den polnischen Boykott gegen die Deutschen, denen solche national brauchbare Führer fehlen, zu immer größerem Erfolge verhelfen.

Deshalb erfordert es das Interesse der Ost­mark gebieterisch, daß endlich genügend deutsche Stipendiaten otefen polnischen emtgegengestellt w-rden. Die Ostmarkdeutschen haben denDeut- sc' n Stipendienverein zu Ostrowo" (Vorsitzen- d-> Superintendent Horhausen) allein gegrün­det und ihn bisher fast allein unterhalten muffen. Nachdem er sich aber als lebensfähig u.ü für das gesamte Deutschtum notwendig er­wiesen hat, müsien sie erwarten dürfen, daß ihnen aus dem ganzen Reiche Mitgliedszahlun- Bv.. und Spenden zufließen.

Aus dem Meichstaae.

Sitzung vom 2. April 1909.

Die dritte Lesung des Etats wird beim Militär­etat fortgesetzt. Nach kurzer Debatte wird der Titel Gehalt des Kriegsministers, bewilligt. Der Titel Artillerie und Waffenwesen" wird gleichfalls geneh­migt. Der Marineetat wird bewilligt. Beim Etat des Kolonialamtes fragt Abg. Erzberger (Ztr.), ob auf Samoa, wo die Eingeborenen eine bedrohliche Haltung angenommen haben, für genügenden Schutz des Lebens der Ansiedler gesorgt worden sei. Abg. Arning (natlib.): Der beste Schutz gegen aufständische Eingeborene ist der moralische Schutz der Ansiedler, lleber den Eingeborenen muß eine starke Hand wal­ten, sonst find sie sehr leicht zu Aufständen geneigt. Staatssekretär Dernburg: Es handelt sich um einen Zusammenstoß zwischen zweiFraktionen" der Einge­borenen und nicht um einen Vorstoß gegen Weiße. In Ermangelung einer Kabclvcrbindung bat Gouverneur Sols, der sicherlich der Bewegung bald Herr werden wird, auf dem Schisfswegc um Entsendung eines Ge­schwaders, das dann dorthin abging. Ein Jäger­bataillon dorthin zu entsenden hätte keinen Zweck,

Mit meinem Bündel schwer?" Zeig er mal seinen Paß! Den muß ich unterschreiben." Nach der Herberg fragt ich dann Ich armer Wandersmann. Auf der Herberg war ich schon, Auf dem Marktplatz in derSonn". Guten Tag. Frau Herbergsmutter, Bring sie mir Brod und Butter Dazu auch ein Glas Vier." Ich möcht gern bleiben hier. Arbeit ich nicht bekam, Drum nehmt meinen Dank an. Ich thu nun weiter reifen Nach Braunschweig und nach Preußen. Für die 9 Kreuzer Geschenk, die ich bekommen und verzehrt habe, thut sich bei dem Eesellenvat- ter bestens bedanken

Heinrich Morgenhut aus Oberstein. Georg Obitz spricht seinen Dank in folgenden Versen aus:

Als man schrieb 1739 an der Zahl Und 12. Januar allzumal. Bin ich Joh. Georg Opitz genannt, Cannstadt ist mein Vaterland, Von wo ich bin hierher gereist. Mit Schnee, Wind, Regen oft gespeist. Bin rrtt Gießen nach Marburg kommen, Vom Vater Bories gut ausgenommen, Von Handwerks wegen liebs und gute er­fahren, wofür ich schönstens danken thu.

Will auch kein Fleiß und Mühe sparen, weil ich Arbeit bekam dazu. 1739, den 30. März,

denn es würde erst nach a. 414 Monaten dort eintref­fen. Die Samoaner fühlen sich sehr wohl bei uns. nachdem sie unter englischer und amerikanischer Herr­schaft schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wir ha­ben ihnen gewiffe Rechte eingeräumt. In Neu­guinea ist inzwischen eine Aenderung in der Situation eingetreten und eine Ermäßigung des Zolles ist ver­anlaßt worden. Die Eingeborenen müssen nicht nur mit Güte, sondern auch mit der nötigen Strenge und Energie, aber immer mit Gerechtigkeit behandelt wer­den. Rach weiteren Bemerkungen der Abg. Erzberger und Arning drückt Arendt (Refp.) sein Befremden darüber aus, daß man es nicht einmal wage, den An­siedlern in Samoa Feuerwaffen auszulicfern. Staats­sekretär Dernburg: Was würden die Herren sagen, wenn ich hier eine Versinkung der Sckntstruppen und die Schaffung einer Schutztruppe für Säiüöa verlan­gen würde. Wenn es notwendig gewesen wäre, den Ansiedlern G--w?bre auszuhändigen, würde das der Gouverneur getan haben. Der Etat des Kolonialamtk mird bewilligt. In ber GWamtabftimmung wird so­dann der Etat gegen die Stimmen der Sozialdemo­kraten und Polen definitiv angenommen. i Bravo Bei der Abstimmung über die fRcfoTuHon Homve'b auf Beseitigung der Abonnentenversicherung bleibt die Abstimmung zweifelbaft und es wird daber Ab- kstmmung durch Hammelsprung notwendig. Für die Resolution stimmen 112, geaen bHelie 73 Ab»»wb- nete. Das Haus ist somit nicht beschlußfäbig. Präsi­dent Graf Stolberg beraumt die nächste Sitzung auf 12% Nhr an. Die Zentrumsresolution auf Beseitig­ung der Abonnenkenverstchernna w>^ onoenommen, die Resolution betreffend Fefbwebelleutnauts wird abgelehnt, die Resolution gegen Gebeimhcstwna der ^osisifr;,m-!okken wird anoenomwen. Es folgen Petitionen zum Etat des R-i-kisomts des atrnirrn. Diese werden nach den Beschlüssen der Kommission erlediok, ebenso die Petitionen zum Militäretat. Da­mit ist die Tagesordnung erschöpft. Präsident Graf Stolberg: Meine Herrenk Wir stehen am Schluffe eines arbeitsreichen Abschnittes. Ich hasse und wünsche daß Sie alle in den Osterferien neue frische Kraft und Gesundheit schöpfen mögen für die Zeit, die wir nach Ostern unterer Arbeit widmen möchten. Man soll nicht über die Zukunft weisfaaen (Heiterkeit), er habe aber doch das Empfinden, daß es dem nächsten Ab­schnitt auch nicht an Arbeit fehlen wird. lHeiterkeit und Bravo.) Ich schließe die Sibnna. Böchste Sitzung Dienstag den 20. Avril 2 Uhr. Petitionen.

dem yibdcorbnetnihaifje

Die erste Lesung der Sekundarbahnvorlage wurde fortgesetzt und von einzelnen Rednern weitere lokale ver^ebracht. U. a. wünschten Lobmann (nat.- lib.) eine Bahn zwischen dem Westerwald und dem Siegerland. Bartling (natlib.) wünscht eine bessere Verbindung von Köln nach Frankfurt n. M. Ter Unterstaatssekretär Tleck versprach, daß die zahlreichen Wünsche der Abgordneten von dem Minister ein­gehend geprüft werden. Die Vorlage wurde an die Bdaetkommission überwiesen. Nächste Sitzung am 21. Avril. Tagesordnung: Etat der Ansiedlungs- r:f;on.

Z. I. in München.

Dingolfing, 2. April. Das Luftschiff Z r. ist he"te vormittag 11% Uhr zur Fahrt nach München aufgestiegen. Der Wind hat et­was nachgelassen. Im Laufe des Vormittags ist der Dillon mit neuem Gas gefüllt worden. Bei der Abfahrt spielte die Kapelle des 1. Ba­taillons des 16. Infanterieregiments.

München, 2. April. Als um 11% Uhr be­kannt wurde, daß daß das LuftschiffZ. I. die Fahrt nach München angetreten habe, strömten sofort dickte Scharen nach dem Oberwiesenfeld. Dort fanden sich auch geaen 12% Uhr der Prinz- Regent mit mehreren Prinzen und Prinzessin­nen ein. Militär sperrte den für die Landung

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ist ein Buchbindergeselle hier gewesen, gebürtig aus Gotha, derselbe hat sich selber nicht einge­schrieben, habe also dieses unter meinem Namen gethan.

Matthias Bories,

"als Oberältester und Eesellen-Vater.

Anno 1740, den 2. Juni, schrieb Christian Chür aus Halle:

Frisch, fröhlich und wacker. Der Schlagstein ist mein Acker, Der Beschneidhobel ist mein Pflug, Damit verdien ich Geld genug."

Symbol:Niemand weiß meinen Sinn, Ob ich ein Fuchs oder Hase bin."

Anno 1740, den 24. August, bin ich, Samuel Völkert, geb. in Berlin, von Göttingen n<uy Marburg gekommen und habe von Handwerks wegen 9 Kreuzer verzehrt, wofür ich mich be­danke.

Symbol:Es gibt Gott mir Gnadenbrot, drum soll man alle Bissen mit Dankbarkeit ge- nie'en.

Am 1. Juni 1740 schrieb Gottlieb Weiranch aus Zittau:

Für Haß, Neid, Zank und Hader.

Für Apocheker, Balbier und Bader, Für Advocaten und Bettelbrod Behüt uns lieber Herrgott."

(Fortsetzung folgt.)