Einzelbild herunterladen
 

M 79

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschastlrche Beuage.

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Zeitung* bei allen Postämter» und unser» ZeitungSstelle» in Kirchhain and Wetter sowie bei unserer Erpedltion Markt 2t. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern ZeitungSstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Sonnabend 3. April 1909.

Die JnsertionSgebüdr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Mennig, für Rrvainen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Foh. Auq. Koch, UniversttätSbuchdruckere» Inhaber Dr. T. H itzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg«

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 26.

V ............ -=

Roch ist es Zeit für das 2. Quartal auf die

Oberheififche Zeitung

fit abonnieren.

Der Bezugspreis für dieOberhessische Zei­tung" betrügt vierteljährlich bei allen Postämter« 8 Mark 25 Pf., bet der Expedition (Marburg, Markt 21) 2 Mark.

Neu hinzutretende Abonnenten erhalten de« Begin« der Erzählung von Heinrich Naumann mif Wunsch nachgeliefert.

LI_____________ . = .*= = = =

Gegen die Verdäbligungen Dentiilands

als habe es in Rußland einen ungehörigen Druck auf dessen Entschließung in dem serbisch- österreichischen Konflikt ausgeübt, wendet sich seht die offiziöseNordd. Allg. Ztg.", indem ste schreibt:

Die russische Regierung hat sich bekanntlich von der jüngsten Demarche der Mächte in Bel­grad bereit erklärt, aufgrund der türkischen Ver­einbarung mit Oesterreich-Ungarn über die An­nexion Bosniens und der Herzegowina der da­durch bedingten Abänderung des Artikels 25 »om Berliner Vertrag ihre Zustimmung zu geben. Trotz wiederholter gegenteiliger Fest­stellung in deutschen Blättern wird in einem großen Teil der ausländischen Presse die Fabel aufrechterhalten, der Entschluß der russischen Regierung sei das Ergebnis einerPression" Deutschlands gewesen. Es wurde sogar die groteske Behauptung aufgestellt, Deutschland habe mit einer Mobilmachung gedroht. Dem­gegenüber find wir ermächtigt, den Hergang authentisch und endgültig folgendermaßen fest­zustellen:

Auf verschiedene Demarchen, die Serbien zum Aufgeben seiner unberechtigten Ansprüche anläßlich der Annexion der beiden Provinzen durch Oesterreich-Ungarn veranlassen sollten, hatte Serbien, wie von allen Mächten aner­kannt wurde, in unbefriedigender Weise ge­antwortet. Hierfür liegt der Beweis schon darin, daß sich die Mächte in den letzten Tagen zu einer erneuten Demarche in Belgrad entschlossen haben. Serbien wich einer befriedigenden Ant­wort stets dadurch aus, daß es auf seine ver­meintlichen Rechte nicht verzichten könne, weil die Mächte selbst der Annexion ihre Zustimm­ung nicht gegeben hätten. Da sich Rußland an die Spitze einer friedlichen Einwirkung auf die erbische Regierung gestellt hatte, trat die kai- erliche Regierung in einer den traditionellen reundschaftlichen Beziehungen zu Rußland ent- prechenden Weise an letzteres mit dem Gedan­ken heran, einer weiteren Aktion in Belgrad da­durch eine festere Basis zu geben, daß die Mächte

einzeln durch Roten auf den ihnen von Oester­reich-Ungarn zu erkennen zu gebenden Wunsch ihr« Sanktion zur Abänderung des Artikels 25 des Berliner Vertrages aussprechen sollten. Es sollt: damit lediglich Serbien der Vorwand ent­zogen werden, seine Unnachgiebigkeit mit dem Hinweis auf die Haltung der Mächte gegenüber der Annexion zu begründen. Die Folge des Ge­dankenaustausches über die deutsche Anregung zwischen Berlin und Petersburg war die Zu­stimmung der russischen Regierung zu Deutsch­lands wohlgemeintem Vorschlag, dessen durch­aus freundschaftlichen Charakter und rein fried­liche Tendenz richtig erkannt und bewertet zu haben. Ein unbestreitbares Verdienst des rus­sischen Ministers des Auswärtigen ist, daß dieser mit seiner Auffassung recht hatte. Dafür spricht, daß nach einigem Zögern auch die anderen Re­gierungen sich dem deutschen Gedanken ange­schlossen haben.

Ein Grund zu Verdächtigungen Deutschlands oder Rußlands kann in dem ganzen Vorgang also absolut nicht gefunden werden. Es hat, wie wir bereits früher festgestellt haben, keine Spur vonDrohungen" stattgefunden, und es konnte also auch keinen Drohungen nachgegeben wer­den. Wir hoffen, daß die Polemiken anläßlich dieses Vorganges, der sich in Form einer freund­schaftlichen Aussprache abgespielt hat, aufhören. Wer darin fortfährt, setzt sich dem Perd acht der unlauteren Verhetzung aus.

Politische Umschau.

Zur Reichsfinanzresorm.

DieFreikons. Korresp." schreibt: Der Ab­geordnete Fürst Hatzfeldt hat als Redner der Deutschen Reichspartei in der Sitzung vom 30. März die prinzipielle Zustimmung der großen Mehrheit seiner Partei zur AuÄehnung der Erbschaftssteuer auf Deszendenten und kinder­lose Ehegatten erklärt. Fürst Hatzfeldt hat mit Recht Garantien verlangt dafür, daß die Steuer­sätze in Zukunft nicht ins Ungemessene gesteigert werden. Es ist dies eine Forderung, die im Interesse des Grundbesitzes gestellt werden muß, weil für diesen ohnehin die Steuer eine höhere Belastung darstellt, als für das mobile Kapital. Für den Grundbesitz werden sichere Garantien geschaffen werden müssen. Hier ist zunächst dar­auf Bedacht zu nehmen, daß die, der preußischen Ergänzungssteuer nicht unterworfenen Objekte außer Ansatz bleiben. Vor allem aber ist der Grundbesitz nach dem durchschnittlichen Ertrags­wert einzuschätzen, zugleich dabei aber die Aner­kennung einer durch die öffentlichen Kredit- Institute in Preußen die Landschaften aufgestellten Taxe zur Bedingung zu machen. Es miti) ferner ein angemessenes Arbeitseinkom­men des Wirtschafters, namentlich bei kleineren Betrieben, vor der Kapitalisierung des Rein­ertrages von diesem in Abzug gebracht werden müssen.

Serbien und Oesterreich.

Belgrad, 1. April. Der österreichisch-unga­rische Gesandte in Belgrad, Graf Forgach, über­mittelte heute Mittag dem Minister des Aeußeren Dr. Milowanowttfck die Antwort der österreichisch- ungarischen Regierung; diese nimmt darin die ser-

18 (Nachdruck verboten.)

Enterbt.

Original-Roman von Freifrau Gabriele v. Schlippenbach.

iForttttzung.»

Da bin ich wieder, Adam, sagt sie," und legte den A^m um seinen Nacken.

Und hinter Frau von Rothenfeld steht eine lichte Erscheinung, sie ist schneeweiß gekleidet und hält ein brennendes Tannenbäumchen in den Händen. Auch sie ist jetzt näher getreten, sie stellt ihre strahlende Bürde auf die Erde und schwebt ant den Baron zu.

Gro»papa, .habe mich lieb ich liebe Dich auch," sagte sie leise.

Dietrich Schöningk, der alte Hausfreund, der Veranstalter der ganzen Ueberraschung, aber schließt vorsichtig die Tür, seine Augen find feucht.

Das hast Du gut gemacht, alter Knabe," lobt er sich selbst,nun wird der Trotzkopf be­siegt sein."

Auf den Zehenspitzen schleicht er die Treppe hinunter, läßt | ) von Janze den.großen, schwarze« Schafspelz reichen und fährt durch die frostklar« Christnacht heim nach Groß-Troska.

5. Kapitel.

Guten Abend, alter Junge, wo kommst Du her?"

Direkt aus Livland von meinen Verwand­ten, bei denen ich einige Wochen war. Und Du? Wie ich sehe, bist Du irgend wo auf der Jagd gewese«, bei wem?" *

Bei Olsberg in Althof, ich sage Dir, famose Jagd, Elchwild, Rehe, Füchse, sogar ein Wolf,

das ist doch eine Seltenheit in Kurland. Wie Du weißt, liegt Althof an der livländischen Grenze."

Und Du fährst nach Mitau?"

,Lawohl, und Du?"

,^Jch ebenfalls, der Landtag ist eröffnet und die Saison beginnt, ich will sie mitmachen."

Ganz mein Fall. Weißt Du, sie verspricht interessant zu werden es treten mehrere jungen Damen in die Gesellschaft ein, darunter die Baronesse Rothenfeld, die Enkelin Eures Nach­bars in Hollen."

Wie Dir auch ? Ist sie denn in Kurland?"

Seit einigen Wochen, aber hat Dein Vater es nicht gewußt?"

Nein, sonst hätte er es mir gesagt."

Ich wundere mich nur, daß der Großvater ste erkennt."

Er soll ganz vernarrt in sie sein. In kurzer Zeit hat ste es zustande gebracht, festen Fuß in f "Gen zu fassen, die altenLeute wissen gar nicht, was sie dem jungen Mädchen zu Liebe tun sollen."

Sie wird gewiß unausstehlich sein, wenn sie so verwöhnt wird."

Sie ist bildschön, wahre Dein Herz, Hans Leopold," neckt der Jäger, der auf halbem Wege zwischen Riga und Milanen in ein Koupe erster Klasse eingestiegen war.

Pah! mein Lieber," ist die schroffe Erwi­derung,die ist für mich nicht gefährlich, ich bitte Dich, sie ist für mich nur Halbblut, vergiß es nicht, ihre Mutter ist gar keineGeborene".

Wie meinst Du das>" fragt Baron Retter, der, welcher zuletzt mit der Flinte eingestiegen war,ach so," fügte er lachend hinzu,gebo«n

bische Rote vom 30. März zur Kenntnis, spricht den Wunsch nach nachbarlichen Beziehungen aus und erklärt, daß die neuen Handelsvertragsver- handlungon sofort ausgenommen werden können. Mit dem heutigen Tage ist zwischen Oester- reich-llngarn und Serbien der vertragslos« han­delspolitische Zustand eingetreten. Das serbische Preßbureau ist ermächtigt, die von einigen aus­ländischen Blättern verbreitete Nachricht, daß der Minister des Aeußeren, Dr. Milowanowitsch im Radikalen Klub erllärt habe, Rußland hätte ihm versprochen, die Verteidigung der Sache Serbiens in die Hand zu nehmen, sobald sich eine günstige Gelegenheit bieten werde, in aller Form für unbe­gründet zu erklären. Ebenso unrichtig ist die Nachricht eines Blattes, Dr. Milowanowitsch habe diese Erklärung am Mittwoch in der geheimen Sitzung der Skupschtina wiederholt.

Aus dem Reichstage.

Bereits gestern Vormittag um 10 Uhr fand man sich wieder zusammen, um zunächst in die zweite Le­sung des Etats der Reichseisenbaqnen enyuitcten. £n der Debatte wurden von verichiedencu Ncone-n Wünsche teilweise lokaler Natur vorgetragen. Andere Wünichc und Beschwerden bezogen pch auf die Be­wahrung größerer Bewegung relyeu an tue Arbeiter, auf Xioynsragen, den Abfchtutz der lirefetuugsoerlruge und Bahnhofszensur. Bon eljafiischen Avgevrdiiereit sprach Dr. Wilt-Straßburg (Zrr.j, Boote (Soz.,. Wctterle und Emmel (Soz.), welch' letzterer sich zwei Ordnungsrufe wegen gteuer Ausfälle gegen üen tiyef der Reichseisenbahnvcrwaliung, den preuzl>chen Essen- bahnminister v. Breitenbach, zuzog. Den genannten Redner wie dem Abg. Werner (ö. Rsp.) Lr. Heascher (sr. Bgg.), Etorz (sudd. Bp.), Schirmer (Ztr.), Behrens (w. Bgg.) und Göring (Ztr.) erwiderte na» nistet 0. Breileiwach in Wiederhot.en Ausfuhrmtgeii. Er bekundete insbesondere unter Beifall der bürger­lichen Parteien seine unveränderte tyefligteit gegenuoer den sozialdemokratischen Bejtrebuiigen, in den Stressen der Eiienbahnarbeirer Fuß zu faßen, wahrend er im Übrigen das Wohlwollen der Verwaltung gegen die Arbeiter hervorhob und dessen pralniche Be-augung durch statistlsche Ziffern über den vtuagang der Ar­beitszeiten, Steigen der Löhne usw. nachwies. lieber die Lieserungsvertrage tverde er gern Austunft ertei­len, freilich sei ihr Abschluß Sache der ELeiutive. Für den Ausbau der Verbindungen von den Reichslanoen nach Baden und Württemberg werde er gern sorgen.

Der Etat wurde bewilligt; es folgte der für das Reichsschatzamt. Hierbei regte Abg. Kämpf (fr. Vp.) eine zollpolitische Debatte an, wobei er sich für die Richtigkeit seiner Anschauung über die Schuh­zöllnerei auf die Erklärung des Fürsten Hatzfeld (Rp.) aus Anlaß der Debatte Über die Relchsflnanz- reform bezog. Namens des abwesenden Fürsten wies Abg. Dr. Arendt (Rp.) sogleich nach, daß dies in der Erklärung nicht gesagt toar. Abg. Dr. Weber sprach für die Nationalliberalen die Bereitwilligkeit aus, die Landwirtschaft weiter zu schützen. (Beifall.) Abg. Graf Kanitz (dkons.) wies darauf hin, daß auch in den Zeiten der Eaprivischen Handelsverträge Zoller- hühungen vom Auslande vorgenommen sind. Bei den Einnahmen aus dem Münzgeioinn (22,3 Mill.) legte Abg. Dr. Arendt dar, daß es für die Zukunft nicht mehr notwendig sei, die gesamten Summen die sich bis auf 200 Millionen steigern werden, zur Auf­frischung des Betriebsfonds der Reichshauptkaffe zu verwenden, da die Durchführung der Finanzreform die Gründe hierzu (Defizite, Stundung der Matri- kularbeiträge usw.) beseitigen würde. Er regte da­her an, eine Trennung vorzunehmen: Man solle den Prägungsgewinn, der aus der natürlichen Steigerung

ist sie nun allerdings wie wir, aber ste hat keine sechszehn Ahnen, das ist wahr und darunter tun wir es nicht bei der Wehl einer Frau."

Die Sprecher tragen beide den kurzen grauen Pelzrock, hohe Galoschen und die blaue Mütze der kurischen Edelleute, ste stehen in dem langen, schmalen Gange des Waggons erster Klasse und beachten es nicht, daß hinter ihnen eine Koupetür halb offen ist. Jetzt wird sie von einer Frauenhand energisch zugezogen und beide junge Männer drehen sich um.

Ich glaube, wir find belauscht worden," sagt Schöningk lachend zu seinem Freunde, dann treten sie in ihre Abteilung zurück und rauchen eine Zigarette nach der anderen, aber während Baron Retter lebhaft spricht, ist Han» Leopold recht schweigsam geworden.

Wahre Dein Herz," hatte der Freund ge- Pflt.

Gottlob, ich bin keine verliebte Natur," denkt Schöningk,eigentlich habe ich mich seit der Priruanerzeit nicht mehr verschossen." Wie er das feststelli. taucht blitzschnell eine nicht all­zu ferne Erinnerung in ihm auf, eigentlich ist sie zu flüchtig, um noch jetzt daran zu denken. Und doch drängt sie sich ihm lebhaft auf und er sieht jenes süße Mädchengesicht wieder, das er nur wenige Minuten mit allzu offenkundiger Bewunderung angestarrt, das er seitdem nicht vergessen kann. In Wien war es gewesen, am Tage vcr seiner Abreise, er war in einen der Pferdebahnwagen gestiegen, die um diese Tages, zeit überfüllt sind. An einer Haltestelle wollt« eine elegant geklett t: Dame den Tramm be­nutzen, ste glitt auf dem Tritt aus und wäre ge­fallen, wen» nicht Hans Leopold ihren Arm st*

des Münzbcdarfs infolge Zunahme der Bevölkerung erzielt werbe, für anderweite Bedürfnisse im Stock verwenden und nur den aus der Zunahme des An- kaufs auf Grund besonderer Gesetze erzielten Münz- gcwinn dem Betriebsfonds zuführen. Staatssekre­tär Sydow machte Bedenken geltend und empfahl Vor­sicht hinsichtlich einer Aenderung des bestehenden Prinzips. Ohne erhebliche Debatte wurden hierauf noch die Etats der Reichsschuld, Zölle, Verbrauchs­steuern, Gebühren usw. und endlich auch daS EtatS- geieh genehmigt. Dann vertagte man sich auf IW Stunde, um in einer neuen Sitzung den Etat in drit­ter Lesung endgiltig zu verabschieden und in di« Osterferien zu gehen.

Aus dem Ablfeordnetenhause.

Noch immer stehen 60 Redner auf der Liste, als der Präsident um 11% Uhr die Sitzung eröffnet und das Haus in die Besprechung der Nebenbahnvorlage eintritt. In bunter Weise wechseln die Wünsche und die verschiedenen Provinzen. Schluß der Sitzung um 4 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. Es sind noch 24 Redner gemeldet.

Deutsches Reich.

Eine Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm tmb Präsident Fallitzres? London, 31. März. Englischen Blättermeldungen aus Paris zufolge ist die Abreise des Präsidenten Fallwres nach ?iizza nicht, wie es offiziell heißt, wegen des Gesund­heitszustandes des Premierministers auf den 24. April verschoben worden, sondern weil der Fürst von Monako sich bemüht, um diese Zeit eine Be­gegnung zwischen dem Präsidenten Fallidres, dem Könige von Italien und dem deutschen Kaiser her- beizufüh.en.

Pttnz August Wilhelm. Wie dieIns." aus Hofkreisen erfähtt, bereitet sich Prinz August Wilhelm von Preußen, der bei der Potsdamer Re­gierung beschäftigt wird, zum Reserendarexanren vor. Der zum Zweck eingehender Vorbereitung für die Prüfung aus Greifswald herbeigenifene Professor Stampe gibt hierfür den nötigen Unter­richt und die Anleitung. Die Prüfung selbst soll im Herbst nächsten Jahres beim Berliner Kam­mergericht stattfinden. Bis zu dieser Zeit verbleibt der Pttnz bei der Regierung in Potsdam.

Besetzung des Fürsten von Schwarzburg- Sondershausen. Sondershausen, 1. April. Tie feierliche Beisetzung des verstorbenen Fürsten Karl Gün.ther fand heute Nachmittag um ein Uhr statt, der eine Trauerandacht im Vestibül des Schlosses vorausging. Spalier bildete das erst« Bataillon des 71. Infanterie-Regiments, sowie Krieger- und Militärvereine, die Feuerivehr und die Belegschaft der GewerkschaftGlückauf", sowi« die Schulen. Im Trauerzuge hinter dem Sarge befand sich die Fürstin-Wttwe, Prinz August Wil­helm, als Vertretet des Kaisers, Prinz Johann Georg in Vettretung des Könm- von Sachsen, der Fürst und die Fürstin von Schwarzburg Rudol­stadt usw.

Beisetzung des Generaldirektors Wiegand. . Bremen, 1. April. Heute Vormittag erfolgte« unter großer Beteiligung die m.-ngsfeierlich- ketten für den verstorbenen ldirektor des

patt und sie gestützt hätte, woran- eine sehr wohlaute Stimme ein:Ich danke Ihnen, meii Herr," sagte.

Ich fürchte, ich habe etwas derb zuaegrif- fen," erwiderte der junge Kurländer höflich, bitte es gütigst zu entschuldigen."

Drs tut nichts," war die ruhige Entgeg­nung der Fremden, die während der ziemlich langen Fahrt neben Hans Leopold stehen blieb. Sein entzückter Blick ruhte auf dem liebliche» Gestcht und er sah, daß sie errötete und da, goldlockige Köpfchen zur Seite wandte. Wer war sie? Entschieden eine Dame vornehmer Herkunft, die den Stempel ihrer Geburt nicht verleugnen konnte lag doch ein unverkenn­bares Etwas auf der Erscheinung, das den stille» Beoba.'er vertraulich berührte. Sie sprachen nichts mehr, die Fremde verließ die Pferdebahn auf dem Stefansplatz und tat, als sähe sie die Hand nicht, die er ihr zum Ausstieg bot. Kaum merklich neigte sich der kleine, stolz getragen« Koos, dann verschwand die biegsame Gestalt im Menschengewoge. Schöningk strich schnell über Stirn und Augen. Ja, wenn er solch ein Gesicht unter den jungen Damen in Mitau fände, wahrhaftig er zögerte nicht länger und erfüllte des Vaters Wunsch, ihm bald eine Schwieger­tochter zuzuführen. Zu Georgi sollte er i» Klein-Troska antreten und das hübsche Land­haus bedurfte einer Hausfrau. Nun sollte er die Saison in Mitau mitmachen und sich, wie e, in Kurland Sitte, die Auserwählte auf den Ra* stnobällen, Schlittenpartien usw. erkiese».

< tFortlegung folgt.)