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Nummer und

Nach einer Entscheidung

>( Turnerisches. Das 56jährige Bestehen des Mittelrheinkreises wurde am Sonnabend in der Stadtballe in Mainz in festlicher Weise begangen. In allen Orten, in denen zum Mittekrheinkreis gehörige Turnvereine bestehen, fanden vorgestern und gestern entsprechende Feiern statt. So ver­anstaltete der Turnverein am Sonnabend Abend eine Mufiklneipe, der Männertnrnverein zu der­selben Zett einen Umzug durch die Stadt nach der Bismarckfäule und anschließend einen Kommers und die Turngemeinde gestern einen Festakt mit nachfolgender Abendimterhaktung. Ähnliche Feiern veranstalteten auch die Turnvereine der umliegen­den Orte. — Aus der Tagung des Mittelrhein- krerfes, die gestern ebenfalls in Mainz stattfand. ist zu berichten, daß 460 Abgeordnete, darunter auch Vertreter des Turnvereins und der Turnge-

ist der Hauswirt nicht befugt, einen Mieter, der mit der Zahlung der Miet« im Rückstand« ist, durch gewaltsames Oeffnen und Ausheben der Wohnungsttir zum Verlassen der von ihm innege­habten Räume z» zwingen. Die gegen die Ent scheidung des Vorderrichters, der eine Verurtei­lung wegen Hausfriedensbruchs ausgesprochen hatte, eingelegte Revision wurde verworfen.

)( Gestürzt. Am Grün kam heute früh ein Radfahrer zu Fall und zog sich folche Verletzungen zu, dgtz er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mutzte.

)( Exotische Früchte, genannt Mangostin, von der Insel Sumatra stammend, find im Schau­fenster der Matthäischen Zigarrenhandlung, Bar- füßerstraße 12, ausgestellt. Die Früchte, welche der Angestellte des Norddeutschen Lloyd, Herr Wilhelm Metzler von hier, von seinen Reisen mit­gebracht hat, haben die Form eines Apfels, jedoch eine harte Schale und inwendig einen süßlichen Kern, der ein Nahrungsmittel der asiatischen Völ­ker bildet.

glichet.

♦ Falsche Fünfzigmarkscheine. Hier und in Elberfeld wurden falsche Fünfziqmarkscheine lit. A 740.611 angehalten, die von einem Mann, der 28—30 Jahre alt, 1,60 bis 1,65 Meter groß ist und rötlichblondes Haar hat, verausgabt wurden. Der kürzlich in Frankfurt angehaltene falsche

Unpolitische Tagesnachrichten.

Mühlheim a. d. R., 27. März. Drei Wege­lagerer lauerten im benachbarten Heißen dem Milchhändler Hch. Hackert aus Haarzopf auf, um sich der bedeutenden Geldsumme zu bemäch­tigen, die Hackert bei sich trug. Einer fiel dem Pferde m die Zügel, während ein anderer mit einer Eisenstange auf das Halboerdeck des Wa-

Fünfzigmarkschein trug eine andere stammt aus Brüssel.

• Das Hausrecht des Mieters, jüngst ergangenen höchstgerichtlichen

das Kruppsche Laza- 19 Jahre alte Fabtik- der im Lazarett auch nannte.

I hegen aber auf rein journalistisch«'", Gebiet. I Angeblich sollen die Kritiken jener Redaktion I „über Gebühr schroff und persönlich versehend* I gewesen sein. Wie dem auch sei: Jedenfalls eirt- I zog Direktor Hartmann der Redakiton ihre | Kritikerplähe, weshalb der Pertretcr des Blatt I tes sich zu der gestrigen Vorstellung ein Billet | kaufte. Gestern nun, nachdem der Beginn der | Vorstellung schon über eine Viertelstunde ver­zögert worden war, erschien plötzlich ein Logen­schließer und forderte die Kritiker auf, das The» I ater zu verlassen. Da sich der Herr zunächst weigerte, erschien zwischen dem ersten und zwei- I ten Akt ein Beamter der Polizei und wieder­holte unter Vorzeigung seiner Legitimation das I Legehren. Unter diesen Umständen war der [ Herr natürlich gezwungen, seinen Platz zu ver­losten. (Man wird sehen, wie sich die Leivziger Prelle dem Theaterdirektor gegenüber verhält.)' Ättiferslaaietn, 27. März. Großer Aerger und Eelchäftsschädiguna wurde einem Kolonial­warenhändler hier durch das Gerücht zuaefügt, in dem Geschäft sei ein Kind in einem Faß voll Sauerkraut gesunden worden. Der Geschäfts­inhaber hat 100 Belohnung auf Ermittelung des Urhebers dieses Gerüchtes gesetzt.

gleiste, zwei Wagen wurden erheblich beschädigt. Auch die Lokomotive erlitt Beschädigungen. Bi» vier Uhr früh war alles roieber «mfgegleist und weggeräumt.

Frankfurt a. SSL. 27. März. Im Haufe Neue Taubenstraße 14 stürzte heute Nachmittag das 15jährige Dienstmädchen Tlm^a Därr beim Zumachen der Läden aus dem dritten Stock­werk auf die Straße herab; die lebensgefährlich Lerletzte wurde nach dem Bürgerhospital ver­bracht.

SBies6e6en, 27. Mörz. Die Stadt Eckern» fSrbe beabsichtigt, die 60jährige Wiederkehr des 5. April 1849, des Tages, an welchem das ruhm­reiche Gefecht der nassauischen und holsteinischen Artillerie mit den dänischen Kriegsschiffen statt­fand, durch einen Festakt am Denkmal, Festessen und Kommers zu begehen. Sämtliche Teilneh- mer an dem Gefecht bei Eckernförde werden da­bei Gäste der Stadt sein.

Wiesbaden, 2S. März. Zn der Nacht vom Samstag auf Sonntag gab ein 23jähriger In­stallateur auf feine 19 Jahre alte Geliebte aus Eifersucht auf offener Straße zwei Schüße ab, die das Mädchen lebensgefährlich verletzten.' Der Täter, welcher sich in selbstmörderischer Ab-, ficht vier Schüsse beibrachte, welche jedoch nicht; lebensgefährlich sind, wurde später in seiner ; Wohnung verhaftet.

— Frankreich m» Mulm, Hafid. Paris, 28. März. Dem „Temps" zufolge glaubt man, daß der Gesandte Regnault am 25. März von Fez abgereist sei, um sich nach Larasch uni) von dort an Bord eines französischen Kriegsschiffes nach Tanger zu begeben, lieber alle Fragen, welche Regnault mit dem Sultan erörtert habe, sei eine allgemeine Vereinbarung unterzeichnet warben. Sobald Regnault in Paris eiugetrof­fen fein werde, würden die genauen Einzelhei­ten und Durchführungs-Bestimmungen dies« Vereinbarung im Einvernehmen mit der hi« erwarteten marokkanischen Mission festegestellt werden. Namentlich die Fragen bezüglich d« algerisch-marokkanischen Grenze sei Gegenstand eine* vollständigen und genauen Vereinbarung. Muley Hafid habe nach mühseligen VerhaiK)- lungen die Ausführung aller aus dem Abkom­men von 1901 und 1902 hervorgehenden Ver­pflichtungen übernommen. Dieses Ergebnis der Sendung Regn-nitts fei — wenngleich es unter Schwierigkeiten erzielt wurde — immer­hin «zielt worden.

** Mar okto. Paris, 27. März. Im heutigen Rinisterrat erklärte ber Minister des Aeußern, Picho«, daß die Verhandlungen Reznanlts mit Muley Hafid in Fez einen befriedigenden Ver- lauf nehmen. In gleicher Weise sprach sich d« Minister über die auswärtige Lage aus. — Nach ein« Meldung aus Fez vom 22. März haben die De- lm'ter el Kittani gefangen ge­nommen. Wenn diese Nachricht auch von vielen als ein vom Machten verbreitetes Gerücht ange­sehen wird, so scheint sie doch wirklich zutreffend zu sein, da der Wachsen die Benim'ter mit Geld versehen hat, damit diese Kittani auslieferten.

• etabttijeafcr. Für das Gastspiel bei ,«is. fenfchaftlichen Theaters für Meereskunde' am Mittwoch, den 31. März, gibt sich lebhaftes Inter­esse kund. Aus dem reichhaltigen Programm feien hervvrgehoden: Stapellauf eines englischeu Li- nieafchiffes des 18. Jahrhunderts — Stapeklauf eines modernen Panzerschiffes — Querschnitt eines großen Ozeandampfers — Die erste Aus­reise etmel großen Schnelldampfers — Eine Ra- növerslotte — Ein Torpedoschuß wb feine Wir­kungen — Eine «inenexploston — Das Untersee­boot — Im Sturm bei Kay Harn — Strandung ber Gneisenau — Beschießung eines Panzerschif­fes — Episode aus dem Seekampf der Spanier und Nordamerikaner bei Santiago de Cuba — Die Reste der russischen Flotte bei Port Arthur

Deutsches Reich.

— Tod des Fürsten von Schwarzburg-Son- bersbaufen. Sondershausen, 28. Marz. Fürst von Schwarzburo-Sondersbaulen ist im Sanato­rium Weister Hirsch bei Dresden erkrankt. Er ist dort bonfe mittag 12 Uhr 50 Min. gestorben.

— Geschiiftsdispofitionen des Reichstages bis vor den Osterferien. Am Montag und Diens­tag )tC der Etat des Reichskanzlers beraten werden, und zwar am Montag die äußere, am Dienstag die innere Politik. Am Mittwoch wird man die zweite Lesung der noch ausstehen­den Etats erledigen und am Donnerstag, nach dem Wunsche aller Parteien, die dritte Etats- fefung zum Abschluß bringen, sodaß der Etat rechtzeitig verabschiedet ist. Auf die Tagesord­nung der ersten Sitzung nach den Osterferien am 20. Avril werden Petitionen gesetzt.

— 25jähriaes Jubiläum des Lufffchiffer- hataillons. Berlin 27. März. Zu der heute aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums des Luft- schiffer-Bataillons stattgefundenen Parade war auch der kommandierende Gen«al des Earde- korxs, General der Infanterie v. Kessel, «fchie- nen welcher nach ein« kurzen Ansprache das Hoch aus den Kaiser ausbrachte. Heute abend wirb Major Groß vor den Gästen und Mann- ichonen des Bataillons in ber großen Dallon- halle einen Vortrag halten.

— Von der Eilenbahn. Der dem Landtage ^gegangene Gesetzentwurf ermächtigt die Re­gierung zu verwenden: Zur Herstellung von Eisenbahnen und der dadurch bedingten Ver­größerung des Fuhrparks 79 836 000 M, zur He.stellung von zweiten Gleisen 40 540 000 Ji, zu besonderen Bauausführungen 9 947 000 =M, zur Einrichtung elektrischer Zugförderung auf b-r Strecke Dessau-Bitterfeld 2 000 000 =M und zur Beschaffung von Fahrzeugen für die be­stehenden Staatsbahnen 92 000 000 <M.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Romberg, 26. März. Gestern gegen 4 Uhr zog, von Westen kommend, ein schweres Gewit­ter über uns«e Gegend, welches sich in heftigen Blitzen und starken Donnerschlägen entlud. Abend gegen 6 Uhr war ein abermaliges starkes Gewitter, ebenfalls aus westlicher Richtung kommend. Es war mit Hagel und sehr heftigem Regen verbunden, so daß bald alle Gräben und Konäle überflutet und die Abzüge nicht im­stande waren, das viele Wasser abzuführen.

gftffebberg, 27. März. In der vergangenen Rocht zwischen zwei und drei Uhr fuhr auf dem Lahnhofe eine Lokomotive einer Rangierabtei- lang in die Flanke. Der Führ« Wepler von i Lokomotive wurde eettefct Ein Wagen ent»

Vermischtes.

König Wilhelm satz ganz heiter. Dem Dichter des bekannten Soldaten- und Volks­liedes „König Wilhelm faß ganz heiter", Wott rab Kreusler, einem geborenen Waldecker, der in Sachseuhrnien lange Jahre als Arzt gewirkt hat soll ein Denkstein errichtet werden.

Die Marchesa und ihr Chauffeur, lieb« ein viel Aussehen eregendes Vorkommnis in den ersten Tunner' Gesellschaftskreisen wird berichtet. In Turm ist bas Ereignis des Tages ein großer Skandal in der dortigen Aristokratie. Die Namen ber Helden gehen von Mund zu Mund, können ober auch nicht genannt werden. Ein sehr bekann­ter Marchese mit einem historischen Namen hei­ratete vor einigen Jahren ein sehr schönes Mäd­chen aus einfachen Verhältnissen. Die Familie fand sich mit der Heirat ab, und das Paar lebte herrlich und in Freuden, bis der Marchese auf den Gedanken verfiel, einen sehr hübschen Chauffeur in seine Dienste zu nehmen. Seitdem fand die junge Marchesa an einsamen Automobilfahrten ein besonderes Interesse, und noch mehr an dem Chauffeur. Jetzt sind Chauffeur und Marchesa seit einigen Tagen verschwunden, und mit ihnen alle Juwelen der Frau. Der Ehegatte efftattete Anzeige.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalarttkel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg." gestattet.)

Marburg, 29. März.

* Bv» der Post. Die Versendung mehrerer Pakete mit e t n e r Postpaketabreffe ist für die Zett vom 4. bis einsch. 11. April weder im inneren deutschen Verkehr noch int Verkehr mit dem Aus­land — ausgenommen Argentinien — gestattet. Rach Argentinien können auch in dies« Zeit meh­rere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Postpaketadrefle versandt werden.

* Sonder-Personenzüge. Anläßlich des Ofi«- festes werden in den Tagen vom 8. bis zum 14. Apttl Sonderpersonenzüge gefahren. Es kommen dabei u. a. die Strecken Cassel—Elze, Cassel— Marburg, Cassel—Bestwig, Caffel—Bebra und Caffel—Sangerhausen in Bettacht. Das nähere ist aus den in den Bahnhöfen ausgehängten roten Plakaten zu ersehen. Bemertt sei noch, daß die Vorzüge auf denselben Stationen wie die Haupt­züge halten und auch in Bezug auf Fahrkarten wie die Hauptzüge behandelt werden. Seftens d« Kgl. Eisenbahndirektton werden die Reisenden dringend ersucht, möglichst die Vorzüge zu be= nutzen, da diese Züge die Anschlüsse aus den Ueber- gangsstattonen sich«« erreichen, als die nachsol- genden Hauptzüge.

* Effenbahnanleihen zur Ausführung ber Eisenbahn von Treffurt nach Hörschel werden vom Laniüage 90 000 M und zu derjenigen von Usingen nach Weilmünster 328 000 jK gefordert.

)( Militärisches. Dem Oberleutnant d« Land- wehr Jnfanterie 2. Aufgebots Knauff wnrde d« Abschied bewilligt.

)( Kreiskriegerverband. Im Hotel Freidhof fand gestern die 23. Verttetetversammlung der »riegerbereine des Kreises Marburg statt. Ein aussührlicher Bericht folgt.

• Oberhessischer Lehrerbund. Am Sonnabend fand im Freidhosschen Saale eine Versammlung des Oberhessischen Lehrerbnndes statt. Im Mittel­punkt der Tagesordnung stand ein Borttag des Herrn Professors Rade üb« die Frage .Ist Reli­gion lehrbar? Mtt besonder« Berücksichttgung d« Zwickau« Thesen.* Von 8 Uhr ab fand eine Schlußfeier zum 7. Borlesungskursus statt.

* Schulferien. Die Ferien für die höheren Schulen im Schuljahr 1909 find wie folgt festge­setzt worden: Osterferien vom 3. bis 19. April, Pfmgstferien vom 28. Mai bis 2. Juni, Somm«- feriett vom 2. Juli bis 2. August, Herbstferien vom 25. September bis 11. Oktober. Weihnachts­ferien vom 23. Dezemb« bis 6. Januar 1910, Osterferien 1910 vorn 19. März bis 4. April.

* Haushaltungsunterricht in den preußischen Volksschulen. Ein Erlaß des Kultusministers ordnet an, daß die Regierungen und Prooin- ziaffchulkollegien es sich abgelegen fein lassen, den Haushaltungsunterricht für schulpflichtige Mädchen in Volksschulen nach Möglichkeit wei­ter zu fördern. Wo der Haushaltungsunterricht eingeführt ist, soll et den Charakter eines für die Kinder allgemein verbindlichen llnterrichts- gegenstandes erhalten und nach Möglichkeit an alle Mädchen erteilt tr erben, die am Schlüsse des Schuljahres zur Entlassung kommen sollen.

)( Ein Luftballon. Gestern Mittag gegen 1 Uhr zog wieder ein Luftballon, aus westlicher Richtung kommend, über unsere Gegend.

)( Kanfinmmsgericht. Eine früh« hi« be­schäftigte Berkänserin hatte gegen ihren damaligen Prinzipal eine Klage wegen nnb«echttgt« Ent­lassung angestrengt. Die Klägerin wurde abge­wiesen, weil sie abends läng«, als ihr zustand, ausgeblieben war.

)( Gewerbegericht. Ein hiesiger Handwerks­meister soll einen bei ihm früher beschäftigt ge­wesenen Gehllsen 50 Psg. schuldig geblieben sein. ®8 stellte sich heraus, daß d« Abzug nicht vom Wochenlohn, sondern für eine nach Beendigung des Arbeitsverhälwifles geleistete Arbett deS Ge- selten, als Entgelt für einen von ihm zerbrochenen Glühstrumpf erfolgt war. Da» Gewerbegerictz tu Bärte deshalb in dies« Sache feint Unzuständig­keit um» stellte dem Kläg« anheim, die Angelegen- httt anderweitig wett« zn verfolge». 5

gens schlug und den Hackert verletzte. Als der Angreifer zum zweiten Schlage ansholte, schoß in bi« Brust. D«

• Kinematographeu- Lichtbilder-Theater. Das dieswöchemlichr Programm ist an interessanten und humoristischen Stücken sehr reichhaltig. Ge­nannt feien besonders: .Weihnachten einst und je-*, „Die Verlorene", „Besten Dauk auf Wieder­sehen" usw.

Ausland.

** Korn nationalen Kriegsschauplatz in Prag. Prag, 28. März. Auch heute wurden die deutschen Studenten wahrend des Bummels auf dem Wenzelsplatze von zahlreichen tfchechi- fchen Demonstranten belästigt, ohne baß es je- boch zu ernsten Tätlichkeiten kam. Als Rufe „nach Serbien" laut wurden, räumten Gendar­men mit gefälltem Bajonett den Platz, wobei sieben Verhaftungen vorgenommen wurden. Am nachmittag wurden in Seitenstraßen zwei Stu­denten, die Kouleur trugen, mißhandelt.

** Born Vatikan. Rom, 28. März. Heute «folgte die feierliche Einweihung bet neuen Pinakothek im Vatikan durch den Papst in Ge­genwart des Kardinal-Kollegiums, des beim heiligen Stuhle beglaubigten biplomatischen Kcrps unb bet Würdenträger bes päpstlichen Hofes.

♦♦ Born Streik btt französischen Postbeamten. Paris, 27. März. Die Delegierten bet Postbe­amten erklärten bem Minister Barthou, bet ihnen zum Vorwürfe gemachte Anschlag sei be­schlossen und in großen Zügen festgelegt worden von ber Versammlung, die bet Wiederaufnahme ber Arbeit »orangegangen fei. Die Postbeam­ten hätten bie Arbeit wieder ausgenommen in bet Absicht, die Disziplin zu beobachten unb allen ihren Berufspslichten nachzukommen. — Infolge ber Unterredung bes Ministers Sat« Hon mit ben Delegierten bet Postbeamten sprachen sich Minister 'räfident Clemenceau unb Minister Barthou dahin aus, daß die geplante Untersuchung bezüglich des den Untetstaatsfek- retär Simyon betreffenden Anschlages keine Folge zu geben sei. Infolgedessen sieht inan ber endgültigen Beilegung bes Postbeantten- ftreikes entaegen.

♦* Schlafkrankheit in Paris. Paris, 28. März. Der vor einiger Zeit aus bem Ubangi- Gebiet zutuckgekehtte Missionar bes Heiligen Geiftotdens, Pater Beauchene, würbe von b« Schlafkrankheit befallen unb nach bem Ktan- knhcmse des Pasteutfchen Institut» gebracht.

bewilligt, ohne Debatte darauf derjenige für die «j* yeditton nach Ost-Afttka.

Es folgte dann die dritte Lesung deS Automobil» arsetzes, das nach Reden deS Abg. von Oertzen (Rp.) des Abg. Stadthagen (Soz.) und des Staatssekretär» •en Bethmann-Heltweg en Hoc und definitiv ange­nommen wurde.

Aus dem Abaeordnekenbmije.

Bei der dritten Lesung de» Gesetzentwurfes betref­fend Haftung des Staates für die Verfehlungen seiner Beamten, wurde aus antrag des Abg. Viereck (fions.) gegen die Stimmen der JSxmfertotiben, Freisinnigen unb Sozialdemokraten das Inkrafttreten bis zum 1. Oktober verschoben, damit Einrichtungen getroffen werden können durch welche Kommunalverbänden und Beamten die Versicherung gegen Haftpflicht er­leichtert wird. Im übrigen wurde das Gesetz, sowie die anderen zur dritten Lesung stehenden Gesetze un­verändert angenommen.

Wie alljährlich, so gestaltete sich auch diesmal die bezügliche Debatte über die Erhöhung des Kapitels der Zentralgenoffenschastskaffe zu Erörterungen über das gesamte Genossenschaftswesen und dessen Förde­rung durch die genannte Zentralkaff«, an der auch wiederum dieselben Abgeordneten sich beteiligten. Als Gegner der Abg. Dr. Crüger-Hagen (freif. Vp.), auf der anderen Seite in erster Linie die Abg. Meven- sibein (kons.), Dr. Faßbender (Ztr.), Glaset (not.» 1:6.) und Seeth (kons.). Als neue Momente traten hervor, die Beteiligung der Genossenschaften an der Entschuldung und der Errichtung von elekttischen lieberlandzentralen. Dr. Criigee verwarf beides, weil mit der Natur der Genoffenschaften unvereinbar; die anderen Redner neigten, wenn auch mit größten kinschränkunaen und Voraussekungen zu der entge­gengesetzten Ansicht. Der Präsident der Zetralge- noffenschaftskasie ttat in ausführlicher, mit reichem Zahlenmaterial ausgestakteter Rede dem Angriff des Abg. Dr. Crüger auf seine Verwaltung entaegen und legte die Solidität und Liquidität seines Instituts und die Vorteile dar, welche den Genoffenschaften durch Gewährung von Kredit zu mäßigem Zinsfuß selbst bei dem höchsten Stande des Reichsbankkreditdiskonts er­wachsen sind. Inbesondere behandelte er eingehend die Förderung der Handwerkergenossenschaften durch die ZentrakgenostenschaftSkasie. Nachdem noch Abg. vnsch (Ztr.) gesprochen hatte, wurde bie Debatte ge­schlossen unb ber Gesetzentwurf unverändert gegen bie Stimmen bei Freisinnigen angenommen. Dann würbe auch ber Etat ber Zentralgenoffenschastskaffe nach kurzer Debatte erlebigt.

X Echönftabt, 27. März. Dem Bürgermeister a. D. Pitz würbe bie Wetterführung bei Ge­schäfte für ben hiesigen Standesamtsbezirk über­tragen.

=X= Gönnern (Sr. Biedenkopf), 28. März. Un­ter Bezugnahme auf die in Nr 69 unserer Zeitung enthaltene Nottz betreffs der Kürzung der Los­holzberechtigung von 5 auf 3 Raummeter wird uns mitgeteilt, daß die toemeinbebertreier dabei das Juteresse ber Steuerzahler im Auge haben. Die ©emeinbe muß schon jahrelang 250 pCt. Kommunalsteuern erheben. Jetzt kommen noch neue Lasten hiupi, z. B. 10 000 M Grunberwerbs- kosten zum Bahnbau Oberscheld-Wallau, bie An­lage eines Bahnhofswegs, Wieberherst ' des durch das Hochwasser zerstötten Bachb. unb des Mühlenbammes, was einen Kostenaufwand von 25—30 000 M veranlaßt. Weit« kommt noch hinzu die Anlage einer Wasserleitung, die sich mit Rücksicht auf die Wünsche der B-ttmverwalwnq und unter Hinweis auf den vorjährigen Wasser­mangel nicht mehr hinausschieben läßt. Dann sind auch wied« 60 000 M fällig. Es kommen jetzt insgefamt noch 930 im Buchenscheit und 930 rm Buchenreifer zur Verteilung, was bei einem etwaigen Verkauf für eine derartig belastete Ge­meinde eine bedeutende Einnahme wäre, in die- fem Falle jedoch ein Vorteil ber kleinen unb eine Mehrbelastung bet größeren Steuerzahl« bedeutet.

Letzte Nachrichten.

Die Abdankung des ferbifchen Kronprinzen.

Belgrad, 28. März. Eine heute Nachmittag erschienene Sonderausgabe des Amtsblattes veröffentlicht folgende Proklamation des Königs Peter: An bas serbische Volk! Mein Sohn, Prinz Georg, ber bisherige Kronprinz, fand sich veranlaßt, auf bie Rechte und Prärogativ« eines Kronprinzen, welche et nach der Landes­verfassung als mein ältester Sohn hatte, zu ver- । zichten und « hat dies als feinen unetfchüttet- ! lichen Willen bezeichnet. Deshalb habe ich nach! Anhörung unseres Mini^errates in Gegenwart . bes Präsidenten bet Skupschtina, sowie des Prä- frbenten des Staatsrates unb bes Kassation» f Hofes beschlossen, bie Vetzichtleistung des Kron- •' vrinzen Georg anzunehmen und die Rechte und Prärogative eines Kronprinzen gemeinsam mit bem Rechte ber Erstgeburt rn Ueberernstimmung mit ber Landesverfassung auf meinen jüngeren Sohn, ben Prinzen Alexanber, übertragen, in, dem ich ihn zu meinem Thronfolger proklamier«, * Indem ich dies dem serbischen Volke tunb|eb«,_j

Hackert ihm ein« Kugel Schwerverletzte wurde in , , , rett gebracht. Es ist ber

meinbe von hier vertreten waren. Im letzten I arbeitet Speck aus Essen, Jahre sind 65 neue Vereine mtt 7484 Mitgliedern I feine beiden Helfershelfer eingetreten. Der Kreis zählt jetzt 108 994 Mit- | Leipzig, 27. Marz. Di« „Leipz. Abenbzig.* teilt foktzenben Vorfall mit: Seit einer Zeit steht ber Direkvor Hartmann bes hiesigen Sck)au- spielhaufes mit bet Redaktion einer hiesigen Halbmonatsschrift auf sehr gespanntem Fuße. Die näheren Gtünbe sind «ns unbekannt, ft«