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Erftes Blatt

Block und Reicksfilitmzreform.

Die Nachrichten von der sog.Sprengung des Blocks" werden in der gesamten Presse sehr skep­tisch ausgenommen, sie geben aber Gelegenheit, über Ziel und Zweck desBlocks" wieder einmal Betrachtungen anzustellen, wobei man auf allen Seiten zu der Ueberzeugung kommt, daß der Alarm" völlig unnötig war, daß von einer Kün­digung nicht die Rede sein kann, weil der Block lediglich eine Parteigruppierung zum Zwecke der Mehrheilsbildung bei bestimmten Gesetzentwürfen ist. Freilich darf nicht verkannt werden, daß die Reichsfinanzreform" hauptsächlich zu diesen Ge­setzentwürfen gehörte, die als Aufgabe des Blocks bezeichnet werden mußten. Ihre Annahme durch den Block mußte man vor allen Dingen erwarten. Daß für die eine oder andere Steuer sich jeweilg auch eine andere Mehrheit bilden würde, War da­bei Vorauszusehen und kann nicht weiter über­raschen.

Die innere Lage ist daher zur Zeit äußerst kritisch. Was die Nachlaßsteuer anbetrifst, so mehren sich in der konservativen Partei die Stim­men, die für eine Erbanfallstener mit der Rücksicht­nahme auf den festgelegten Besitz in Fabrik, Land­wirtschaft rc. eintreten. Niemand vermag aber zur Zeit zu sagen, wie das wichtige Werk der Reichs­finanzreform zustande kommen soll. Daß in diesen schwierigen Zeilen sogleich wieder vom Sturze des Fürsten Bülow gesprochen wird, ist selbswer- ständlich. Dieser Ausgang wird aber dadurch, daß er öfter prophezeit wird, nicht wahrschein­licher. Noch erfreut sich Fürst Bülow des Ver­trauens des Kaisers im hohen Maße, zudem würde es in kritischen Zeiten völlig unmöglich sein, auf seine geschickte Hand zu verzichten.

gestalten wußte, daß Seilbahnen und ihre Ab­arten zu einem wesentlichen Faktor im Wirt­schaftsleben unserer ganzen Industrie geworden find. Denn wo jede Transpottmöglichkeit aus- geschlosien erscheint, wo die Wege unwegsam oder unbrauchbar find, wo Schiene und Zahn­rad versagen, da ist mit leichtester Anpassungs- fähigkeit die Luftbahn das einzige brauchbare Hilfsmittel: mit einer Bariante auf die alte Medizinerweisheitwas das Feuer nicht heilt, heilt das Meffer", könnte man sagen,was der Weg zu Lande nicht bietet, bietet die Lustbahn". Ein trestendes Beispiel hierzu ist die kühne, 34 Kilometer lange Seilbahn in den argentini­schen Kordilleren, die von A. Bleichert u. Ko. über die unwegsamen Höhen und Schluchten er­richtet wurde. Nicht minder kühn ist die An­lage einer Drahtseilbahn, die die Baustelle des mitten im Meere gelegenen Leuchtturmes von Beachy Hoad an der Südküst« von England mit dem Festlande verband. Nur mittels Seilbahn konnte auch hier die Frage der Herbeischaffung von Baumaterialien und der Beförderung der Arbeiter gelöst werden.

Zn dieser in Tausenden von Anlagen er­probten Wirtschaftlichkeit der Drahtseilbahnen wurde ein neues Anwendungsgebiet erschloßen, nachdem da» Problem der selbsttätigen Kurven­durchführung hauptsächlich durch den Bleichett- schen Kuppelapparat mit Oberseil «nd überhöh­

zen, da dessen ganzer Charakter ihn zum Tra­gen der Krone untauglich mache.

Belgrad, 26. März. Von der auswärts verbreiteten Meldung betreffend die Entdeckung einer Militärverschwörung unter Führung bei Kronprinzen gegen den König ist hier nichts bekannt.

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

warfte» im Gegenteil, denn die Ersparnis an Arbeitskrast in der einen Richtung gibt die Möglichkeit der neuen Verwendung an anderer Stelle, ja sie zwingt stetig zu rationeller Be­triebserweiterung. um das höhere Anlagekapi­tal besser zu verzinsen.

Vor allem find es Gewinnung, Bewegung und Verarbeitung von Rohprodukten, die in technisch vervollkommneter und zugleich wirt­schaftlicher Transportweise die wesentlichste Herabsetzung aller Produktionskosten ermög­lichen. Es ist in der Tat interessant, festzu­stellen, wie in einem Kreislauf der Kultur­geschichte die Treuesten Errungenschaften der Technik immer wieder ihren Anknüpfungspunkt in der Rentabilität der Beschaffung des För­dergutes haben, wie bereits Chinesen und in­dianische Völker sich bemühten, auf billigstem mechanischem Wege an Stelle der Verwendung von Menschen ihre Rohprodutte zu fördern und an den Platz ihrer Verarbeitung zu schaffen. Sett Jahrtausenden hat man hierzu Seilbahnen benutzt. Aber die primitiven, aus Hanf herge- ftellten Leitungen konnten größeren Anforder­ungen nicht genügen und erst die Technik der Neuzeit verstand es, dem so außerordentlich praktischen System der Luftbahnen gerecht zu werden. Das war erst mit der Erfindung des Drahtseiles der Fall, die der Leipziger Znge- nitit Adolf Bleichert derartig betriebsfähig zu

Politische Umschau.

Der österreichisch-serbische Konflikt. Die Verhandlungen.

Petersburg, 26. März. Jnbetreff der Mit­teilungen ausländischer Zeitungen Über die neueste Phase der bosnisch-herzegowinischen Frage erfährt die Petersburger Telegraphen- Agentur von kompetenter Stelle folgendes: Im Zusamenhange mit den in Wien vor sich gehen- den Unterhandlungen Über die Formel einer serbischen Erklärung war der Gedanke ausge­taucht, das Wiener Kabinett konnte an di« Mächte eine Note richten, in der es, auf die Mitteilung des österreichisch-ungerisch-türttschen Protokolls hinweisend, um die formelle Zu­stimmung der Mächte zur Aufhebung des Ar­tikels 25 des Berliner Vertrages ersuchen würde, und diese Zustimmung könnten die Mächte in Form von Antwortnoten ausdrücken. Um einerseits alles zu tun, was von ihm ab» hängt, um die äußerste Spannung der Lage b'« zu einem bewaffneten Konflikt Oesterreich-Un­garns mit Serbien und Montenegro zu führen droht, abzuschwächen, und den Mächten em Uebereintommen mft dem Wiener Kabinett über die Form ! der serbischen Erklärung zu er­leichtern, erklärte das Petersburger Kabinett, es sei seinerseits mit obigem Verfahren etnoet« standen.

Budapest, 26. März. Nach einet Wiener Meldung werden die Verhandlungen der Mächte über einen Kollektivschritt der Mächte in Belgrad fortgesetzt; sie bieten allerdings noch beträchtliä-e Schwierigkeiten, doch ist die Hoff­nung vorhanden, daß die Mächte den Stand­punkt Oesterreich-Ungarns, der auf Herstellung eines dauernden Friedenszusiandes mit Serbien abzielt, schließlich annehmen.

Englische Arbeiterführer über deutsche Arbeiterzuftände.

Die englischen Parlamentsmitglieder Batnes unb Henderson waren von der dortigenArbeiter­pattei" nach Deuffchland entsandt worden, um hier die Arbeitslosigkeit, ihre Folgen und die Mft- tel zu ihrer Abhilfe zu erforschen. Das Ergebnis dieser Studienreise liegt nun in einem von den beiden Parlamentattern erstatteten Bettchte vor. DasKorrespondenzblatt der Generalkommission der Gewerkschaften" gibt hieraus einige Auszüge, die wiedenlm bestätigen, daß in der Tat die deut­schen Arbeiter eine wesentlich bessere Fürsorge ge­nießen als die englischen. So wird sestgestellt, daß die Zahl der Arbeitslosen und der Grad der Armut in den von der Deputation untersuchten deutschen Städten (Berlin, Düsseldorf, Frankfutt, Köln und Sttaßburg) nicht eine derart akute Stufe erreicht hat, wie das in England der Fall ist.

Sehr lobend sprachen sich die englischen Ar­beiterführer übtr die öffentlichen Arbeitsnachweis­bureaus aus. Ebenso günstig äußern sie sich über die deuffchen Städteverwaltungen, die ein wirk- kiches Selbstverwaltungsrecht besäßen, nach eigenem Ennessen Arbeiten von öffentlicher und hygienischer Nützlichkeit in Anspruch nähmen und Geldmittel zur Unterstützung der Arbeitslosen ver­ausgaben könnten, lauter Dinge, diebekannttich" ftn demokratischen England noch fromme Wünsche seien. Der Gesamteindruck, den man beim Lesen des Berichtes erhält, ist, wie dasKorrespondenz­blatt" schreibt, etwa folgender:Die Arbeitslosig­keit und deren Folgen sind in Deutschland geringer als in England, da in Deutschland die Munizi­palitäten und die Unternehmer harmonisch mit den Organisationen der Arbeiter Zusammengehen, um dem sozialen Uebel nach Möglichkeit zu steuern."

Wenn auch das gewerkschaftliche Organ die absolute Richtigkeit dieser Anschauungen bestreitet, so muß es doch zugeben,daß in den Behauptun­gen derGenossen" Barnes und Henderson eine große Wahrheit liegt". Es sei den englischen Ar- beiterführeni nicht eingefallen zu behaupten, daß die deuffchen Arbeiter in jeder Beziehung ein meiischenwürdiges Dasein frifteten. Aber es habe auch keinen Sinn, wenn man nicht zugebe« wollte, daß die sozialen Verhältnisse sich zwar langsam, aber sicher bessern.Die im Bettchte nieder­gelegten Ansichten sind ein Beweis dafür, daß in Deutschland die Entwicklung sich auf richtiger Bahn bewegt, was man von England heute durch­aus nicht sagen kann."

Dieses Zugeständnis ist ohne Zweifel wett­voll. Roch in diesen Tagen hat die sozialdemo­kratische Reichstagsiraktion ein höhnisches Geläch­ter angeschlagen, als der Kttegsmiuister bemerkte, nirgends werde für die Arbeiterschaft so gut ge-

Marburg

Sonntaa. 28. März 1909.

lieber wirtschaftliche Transpottaulagen.

Eine technische Plauderei.

Seitdem in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts die technische Epoche einzusetzen begann, offenbart sich der Geist der Zeit nicht so sehr in dem Ringen um politische Macht­stellung als in Kulturfortschritten und Zeit­strömungen, die sich aus der Entwicklung der Technik ergeben. Und wie man früher im Buche der Geschichte zu blättern suchte, wie man aus den Kämpfen der Germanen gegen das römische Reich, aus dem Aufbau deutscher Kul­tur auf römischen Trümmern, aus Reforma­tionskämpfen und politischen Streiten die geistigen Strömungen erkannte, so sind es setzt die Fortschritte der Technik, die mit epochaler Bedeutung unserer Gegenwart ihr Gepräge geben. Besonders in ihren Wirkungen zeigt die technische Epoche mehr materielle Umwälz­ungen als die früheren Strömungen: die An­wendung technischer Erfindungen hat die Be­völkerung der Kulturstaaten berartig anregend beeinflußt, daß ihre industrielle Leistungs- fähiakeit fortwährend wie im Sturmschritt im Steigen ist. Die Quintessenz aller Jngeuieur- wissenschaft, teuere Händearbeit durch technische Vervollkommnung zu ersetzen, steht dabei nicht im Widerspruch zu den Interessen des Arbeit»«

Zur Abdankung des serbischen Kronv inzen.

Belgrad, 26. März. Morgen wird der folgende offizielle Bericht über den Krankheits­fall des Kolakowitsch veröffentlicht werden: An­läßlich der Gerüchte über die Ursache des Todes des ehemaligen Dieners des Kronprinzen, Ko­lakowitsch, welche in einem Teile unserer Presse auftauchten, betrachtet es das Ministerium des Innern als notwendig, auf Grund amtlicher Daten folgendes zu veröffentlichen:

sorgt wie in Deuffchland. In dem GewerkschaftS- organ ist aber die Wahrheit dieses Ausspruches aufs neue Nipp und klar festgestellt. Zwar rechntt es daS Blatt der Arbeiterbewegung und ihren Kämpfen auf wirtschaftlichem wie auf politischem Gebiete allein als Verdienst an, daß so günstige Zustände für die Arbeiterschaft In Deuffchland vor­handen sind und schreibt:Die deuffche Arbeiter­klasse hat alle Ursache, stolz zu sein, wenn aus­ländische Arbeiterführer Über gewisse Zustände ihre Anerkennung missprechen." Aber diese Be­hauptung läßt sich durchaus nicht auftecht erhalten, auch, wenn man nur den Umstand in Betracht zieht, daß die Sozialdemottatie die Anfänge der Sozialreform auf das erbittertste bekämpft hat, so daß die Arbeiter alle die segensreichen sozial­politischen Einttchtungen lediglich den bürger­lichen Parteien verdanken.

Die Jnkertionsgebühr beträgt für die 7gefpaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. n Druck und Bering: Joh. Auq. Koch, UniversttätSbuchdruckerei x) M Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Martt 21. Telephon 55.

ten Klemmbacken gelöst war. Gerade im In» nern bet Werke hat sich hierdurch bte Draht, seilbahn den manchmal sehr verzwickten bau­lichen Verhältnissen älterer unb «euerer Fabri­ken anzupassen gewußt. In Ziegeleien, Hütten- Elettrizitäts- unb anderen Werken ließen und kleinen Umfanges beginnt die Drahtseilbahn und mit ihr im Bunde die Elektrohängebahn ebenso wie" bisher i« größeren Betrieben wir Gasanstalten unb Kohlenzechen, alle sonstigen Beförderungsmittel zu verdrängen. Tatsachlch liegen die Vorteile der modernen Systeme der Seil- und Hängebahnen auf der Hand: Eine Hängebahn braucht tm Fabrikwesen keinen Platz auf bem ohnehin für bie Produktion zu teueren Boden. Die Anlage kann dabeiber- artig erfolgen, daß sie nirgends den übrigen Verkehr stört. Vorteilhaft ist ferner die lei^e Beweglichkeit der Wagen, die ihr Fördergut vom Anfang bi» zum Ende der Strecke ohne Umladung unb ohne Beschädigung, rD. ^ mehrfachem Umfdjütten iZ

tiften können Der geringe Verschleiß, veion» des^r -mpfindttchen Teile die alle in sicherer Höhe anzubtingen sind, spielt ferner zusammen mit der Einfachheit der Bedienung keine fi* ringe Rolle im Haushalt bei Fabrik.

H. «e

1. In der Nacht bom 12. auf den 13. März wurde aus dem Palais des Kronprinzen dessen Diener Kola­kowitsch in schwer verletztem Zustande nach der chirur­gischen Abteilung des staatlichen allgemeinen Kran­kenhauses gebracht und von dem diensthabenden Arzt übernommen. Der Kranke ettlärtr, daß er sich ver­letzt habe. Auf Grund dieser seiner Erklärung wurde der folgende ärztliche Tatbestand festgestellt: In der Nacht vom 12. auf den 13. März ist Kolakowitsch nach seiner Aussage auf der Treppe im Palais des Kron­prinzen gestürzt und hat sich am Bauche verletzt. Er empfand sofort große Schmerzen und wurde sofott ins Spital übergeführt. Dies geht aus den Krank« heitsprvtokollen und aus dem folgenden Verlauf der Krankheit hervor.

2. Am 16. März teilte der Belgrader Stadtpräfett beim Rappott dem Minister des Innern mit. daß Nachrichten von einer gewaltsamen Verletzung de? Kolakowitsch verbreitet feien. Im Auftrage des Mi­nisters begab sich der Präfekt nach dem Spital und nahm mit Kolakowitsch ein Protokoll auf. Hiermit ist im Sinne der 4 und 9 de? Strafgesetzes der erste und formelle Schritt für die Untersuchung eingeleitet, die im stalle fremden Verschuldens batte geführt wer­den müssen. Bei diesem Verhör gab Kolakowitsch fol­gende Erklärung ab: Ich bin gestern abend um 11 Uhr im Palais des Kronprinzen unglücklich auSge- rutscht, stürzte die Treppe hinab und verletzte mich am Bauch. Das Unglück ereignete stch dadurch, daß ich mich, obwohl die Treppe nicht beleuchtet war. be­eilte, dem Kronprinzen einen Brief zu überbringen. Da ich schon vorher mit einem Leistenbruch behaftet war, so befürchtete ich, daß die Schmerzen stärker wer­den würden. Deshalb bat ick meine Kameraden, mich sofort in das Svital zu überführen, was auch geschah; so hat sich dieser Vorfall zugetragen. Dieses Proto­koll, das Kolakowitsch eigenhändig unterzeichnet hat, haben der Stadtvräsett und verschiedene Aerzte unter­zeichnet, welche bestätigen, daß Kolakowitsch diese Er­klärung bei vollem Bewußtsein abgegeben hat.

3. Der Diener Kolakowitsch starb im Spital am 17. um Mitternacht und wurde am 18. um 11 Uhr vormittags seziert. Dr. Michael, welcher die Obduk­tion der Leiche vornahm, stellte fest: Kolakowitsch starb infolge akuter eiteriger diffuser Entzündung des Bauchfelles, welche als unmittelbare stolge einer Per­foration des Dünndarmes eintrat. Da weder in den Gedärmen, noch am Brustfell Veränderungen borge« fun,den wurden, welche in irgend einer Weise ange­zeigt hätten, daß die Darmwände von innen herauS- gesprengt worden seien, so drängt sich die stolgerung auf, daß die Darmwand an einer gefährlichen Stelle infolge der Wirkung einer stumpfen Kraft gesprengt worden ist, welche von außen auf den Bauch einge­wirkt hat. Die Möglichkeit einer Wirkung dieser stumpfen Kraft steht nicht im geringsten in Wider­spruch mit der Tatfache, daß sich auch keine äußer­lichen Spuren von Gewalt gesunden haben. Aus den bisher amtlich festgestellten Tatsachen geht hervor, daß der Verstorbene das Opfer eines unglücklichen Zu­falles war und daß demnach zu einer Aktion der Be­hörden, die in der Richtung der Untersuchung de» Erfolgten und Feststellung des Schuldigen unternom­men werden sollte, gegenwärtig die gesetzliche Grund­lage fehlt.

Belgrab, 26. März. Auf eine Anfrage des J'ngrabtkalen Markowitsch, ob bie Meld­ung der Presse über ein Verschulden des Kron­prinzen an bem Tobe Kolakowitschs ben Tat­sachen entsprächen, verwies bet Minftrerpräsi- bent auf bie im Amtsblatt veröffentlichte Dar­stellung. Auf eine weitere Anfrage Marko- witschs, ob bie Nachrichten über bie Verzicht- leistuua des Kronprinzen auf bie Thronfolge richtig feien, erwiderte Nowakowitich, bet Kron- ptinz habe in einem Schreiben an ben Minister­präsidenten seinen Verzicht auf die Thronfolge- rechte ausgesprochen. Der Ministertat habe sich selbst für inkompetent e-Härt, da bet König allein kompetent sei, weshalb er bas Schreiben an ben König weitergeleitet habe. Der Inter­pellant erklärte sich von den beiben Antworten befriedigt. Die ZeitungenDnevni List" unb ..Trgowinski Glasenick" billigen in ihren Mor­genausgaben die Verzichtleistung Les Kronpttn-

Aus dem Reichstage.

Bei sehr schwacher Besetzung des Hauses wurden heute zunächst einige an die Kommisson zuruckgetme- sene Etatstitel erledigt.

Zu einem Titel des Reichsamts des Innern wurde eine Resolution ohne Debatte angenommen, m bet Anordnungen verlangt werden, durch dte einhenUche Bestimmungen für sämtliche Reichsressorts festgesetzt werden: 1. über die Pauschalvergutungen an Be­amte für Schreibgerätschaften und 2. über die Be­schäftigung der Bureaubeamten.

Dann wurde ein Titel des Postetats bete, den Garantiefonds für die deuffch-südamerrkamsche Tele­graphenlinie (rund eine Million Mark) ohne ~ebatit 0Cn§OTtntnaIjm das Haus die zweite Lesung des Etats über den Allgemeinen Pensionsfonds und des Reichs« invalidenfonds vor.

Aus bem Zentrum wurde eine Nutzbarmachung der Arbeitskraft pensionierter Offiziere zur Erzielung von Ersparnissen verlangt. Abg. Gothern (frs. Vg.) empfahl die Einführung vonFeldwebelleutnants . General v. Ballet des BarreS bat brmgenb um Auf­rechterhaltung ber Invalidenhäuser unb legte da, Steigen des Pensionsfonds ziffernmäßig dar Viele Leutnants würden ohne Pension verabredet.

Nach einigen Bemerkungen des Abg. ~r. Gwente (natl.) wurden die Etats bewilligt.

ES folgte der Kommissionsbericht über die neue Fassung' der Grundsätze für die Besetzung der m,tt-

Man abonniert auf die täglich erscheinendeObethessische _ _ w . Bettung" bei allen Postämtern und unfein ZeitungSstellen in

-IlfO 74 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Martt 21.

- Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bet unfern ZeitungSstellen und der Expedition 2 Mk.

" mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und,Landwirtschaftliche Benage.