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Die Aufführung vertief mit sehr erfreulicher Anteilnahme aller Spieler und stand stellenweise auf einem über das gewohnt« weit hinaus gehenden Niveau. Die Roll« des Leopold Bröse- wann, des Mitinhabers der Firma Hoyer und Wenderath und der Gatt« der älteren Tochter
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Oberbürgermeister Troj« im Namen der Stadt «in Blumenarrangement überbracht.
• Boni alte« Kilian. Wir erfahren folgendes: Der alte „Kilian" am Schuhmarkt, welcher im
Ordnung. Und doch wußte der Junge, hast w ein Fremdwort schrieb; das ergibt sich daraus, daß er das Wort nicht so schreibt, wie er es aus-
.Oberheff. Mg." peftnttrt.)
Marburg, 16. März.
)( Verleihung. Herrn Kahlmann vom botanischen Garten wurde- aus Anlaß seiner Penstonie- rang das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens Verliehen.
)( Seine« 70. Geburtstag beging gestern das Ilteste Mitglied unseres Magistrats, Herr Rentier Philipp Matthäi. Ihm wurde außer sonstigen zahlreichen Ehrungen durch Herrn
Stadttbeater.
Herr Bakof hatte sich Sudermanns „Blumen- toot" als Benefizvorstellung gewählt, und wenn das Haus nicht so voll war, wie wir es für den Künstler gewünscht hätten, so lag das wohl an dieser Wahl.
Da« Stück leuchtet mit grellen Farben hinein tu di« Verlogenheit und Unmoral einer Familie der haute finance au« dem modernen Berti« W. Die Handlung, in deren Verlauf fich das junge Ehepaar Hoyer zur Ernfihafttgkeit »nd hindurchringt, ist außer-
«rdentttch bühnenwirksam zurechtgemacht, wenn auch eine ernsthafte Analyse zeigt, daß Handlung und Charattere der Entwickelung von ferne« heraus entbehren und hier und da ein all- «uftarker Effekt über di« Schwächen Hinweghel.
— Der Ertrag der preußische« Einkommen, steuer. Berlin, 15. März. In der Budgetkom- misflon des Abgeordnetenhauses teilte bei der Beratung des Etats der Verwaltung der direkten Steuern Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben mit, daß die Einkommensteuer für 1908 voraus- stchtlich 265 Millionen ergeben würde, also nur um fünf Millionen zurückbleiben werde hinter dem Voranschlag, der für den diesjährigen Etat gemacht worden ist.
— Bayerisches Eisenbahn-Defizit. Wie die fränkische Tagespost" zuverlässig erfährt, beziffert sich der Fehlbetrag der bayerischen Eisenbahnen für das Jahr 1908 auf rund 8 Millionen JA. Bessern fich die Einnahmen der Eisenbahnen nicht, so ist auch für das Jahr 1909 mit einer Mindereinnahme von 8 Mill. JA zu rechnen. Dazu ko-mt noch «in Mehraufwand für Beam- tengehälter von rund 4 Millionen «M. Das ergibt also für die laufende Finanzperiode ein Defizit von 20 Millionen JA.
(Rachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 Urheberrechts nur mit der deutliche« Quellenangabe
entlasten. Zu diesem Zweck wird er im Innern instand gesetzt, ohne daß jedoch an der Substanz des Hauses irgend welche Aenderuugen vorgenommen werden, sodaß et seinen jetzigen Charakter vollständig behält. Rur die Dachbedeck- ung bedarf, da fie sehr schadhaft ist, der völligen Erneuerung. Am nun nicht hiermit die Frag« der zukünfttgen Ausgestaltung de« Kilians zu verzwicken und den Kampf ob Wiederherstellung al« Kapelle, oder Ausbau in seiner jetzigen Ee- statt, welche er feit 1584 aufweist, jetzt schon wieder aufleben zu lassen, ist die Dachdeckung als Provisorium gedacht und wird mittels Falzziegel hergestellt. Man hat letzteres Material deshalb gewählt weil sich die Falzziegel leicht entfernen und anderweit gut verwenden lasten, wenn der endgültigen Ausgestaltung des Kilian in späteren Jahren näher getreten «erden soll. Durch diese Art der Dachdeckung find die Kosten auf das geringste Maß befchräntt und der erforderlich'' Wetterschutz ist gewährleistet.
* Di« mittlere Postlanfbahn. Man schreibt uns: Die unter dieser Ueberschrist in Nr. 55 erschienene Notiz verdient es. nach verschiedenen Seiten betrachtet zu werden, im besonderen im Intereste junger Leute, die vor der Berufswahl stehen. Zunächst wird in der Notiz die Behauptung, das Angebot von Bewerbern decke den Bedarf nicht, dahin berichtigt, daß dies „feit einige« Jahren" nicht mehr der Fall sei. Das Vertrauen in die Werbekraft der Dienst- und Beförderungsverhältniste der Post- laufbahn scheint jedoch kein allzugroßes zu fein, da andernfalls die Leiter der höheren Lehranstalten wohl nicht zu Werbezwecken für die Post- verwaltung in Anspruch genommen werden würden. Es ist vorauszusehen, daß die Beleb- ung des Geschäftsganges den Ersatz wieder in Frage stellen wird. Die Zahl der Ende 1908 vorhandenen seit 1900 als Post, oder Tele- graphengehilfen «{«getretenen Beamte« wird mit 18 286 angegeben. Es würde die Beurteilung der Frage wesentlich erleichtert haben, wenn die Gesamtzahl der angenommenen Bewerber angeoeben und die Abgänge nach ihren Ursachen erklärt worden wären. Die folgende Berechnung soll dies teilweise nachholen. Da eine vierjährige Dorbereftungszeit gefordert wird und erfahrungsgemäß das Ausscheiden in de« ersten Dienstjahren selten ist. wird die Zahl der Ausgelchiedepen fich, wie folgt, berechnen: 1900 —. 1901 —, 1902 200, 190.3 300, 1904 bis 1908 je 400 (nach dem Durchschnitt der letzten Jahre) gleich 2500. Die Gesamtzahl der Angenommenen beträgt demnach unter Hinzurech- nung der als Assistenten Ausgeschiedenen und der Verstorbenen rund 21 000. Es schieden also vom Hundert Dienstanfänger 12, da, ist etwa jeder achte, aus. Diese Zahl ist so hoch, daß fi« zum mindesten al» auffällig bezeichnet werden muß. And die Gründe? Erschöpfende Auskunft könnte da nur die Postverwaltung geben. Die Beförderungsansfichten beleuchten die folgenden Zahlen: auf eine Beförderungsstelle kommen mehr als 5 Anfangsstellen. Am das Bild zu vervollständigen, fei noch erwähnt, daß die Ausbildung dem Dienstanfänger fast vollständig überlasten bleibt.
"HaadmerkersachoerstSndige für staatliche Arbeiten. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat einen Erlaß bekanntgegebe«, nach dem in Verfolg eines Deschlustes de, Abgeordnetenhauses vom 6. Avril 1908 in diesem Jahre zum ersten Male die staatlichen Behörden beauftragt werden, vor Beginn der jährlichen Bauarbeiten die zuständige Handwerkskammer aufzufordern, Zusammenstellungen von Arbeitslöhnen und Materialienpreisen anzufertigen. Die Zusammenstellungen sollen de« Behörden bei der Vergebung der laufenden Unterhaltungsarbeiten für Hochbauten, die fich zur handwerksmäßigen Ausübung eignen, als Anhalt dienen soweit nicht die Verhältnisse Abweichungen bedingen. Der Minister weist ferner auf eine Vorschrift hin, die eine Mitwirkung von Sachverständigen bei der Aufftellung von Derdingungsanschlägen für staatlich« Leistungen und Lieferungen vor- fieht. Bon dieser Bestimmung ist nach Anficht des Ministers anscheinend bisher nur wenig Gebrauch gemacht. Da fie aber bei zweckmäßiger Anwendung geeignet fei, den Wünschen der Handwerker entgegenzukommen, wie den Inter- elfen der Bauverwaltung zu dienen, so erwarte et, daß die Behörden künftighin prüfen werden, ob fich ein« Zuziehung von Sachverständigen empfiehlt. Die Handwerkskammer zu Caffel ist
Ausland.
•* Zum Haager Schiedsgericht über die Lasa- blanca-Angelegenheit. Paris, 15. März. Der Professor des Völkerrechts an der hiefigen Uni- verfiät, welcher neben Profesior Renault zweiter Rechtskonsulent des Ministeriums des Aeu- ßern ist, wurde damit betraut, vor dem Haager Schi-dsoericht in der Eafahlanca-Anoelegenbeit die ftanzöflsche Auffasiung zu vertteten. Profesior Weiß stammt aus Mülhausen im Elsaß.
— Die Lag« in Serbien. Belgrad, 15. März. Wie amtlich gemeldet wird, hat der Minister des Aeußetn den serbischen Gesandten in Konstantt- nopel beauftragt, aufs Allerentschiedenste bei der Pforte das dort verbreitete Gerücht, Serbien beabstchttge den Sandschack zu besetzen, zu widerlegen, denn Serbien denke garnicht an ein derartiges Abenteuer. — Wien, 15. März. Das „Neue Wiener Tagblatt" veröffentlicht ein Interview mit dem hiesigen serbischen Gesandten, welcher erklärt haben soll, er glaube, daß es «ichr zum Kriege kommen werde. Er kenn« die Intenttonen der serbischen Regierung wie bet leitenden östereichifchen Kreise; weder dort «och hier wolle man den Krieg. Daher werde es möglich sein, die strittigen Fragen, wie immer ge- ertet sie auch seien, auszugleichen und ftiedlich zu lösen.
•* Russisches. Petersburg, 15. März. Die Polizei hat gestern ein geheimes Waffenlager der 5R evolutionäre entdeckt. 40 Revolver und 8000 Patronen wurden beschlagnahmt. Zwei Personen wurden verhaftet. Außerdem wurde gestern durch 50 Geheimpolizisten im hiesigen psvcho-nevrologffchen Institut eine Hansunter- fuchung vorgenommen, wobei mehrere Personen verhaftet wurden.
** Russisch-türkisch« Einigung über die bulgarische Frag«. Sofia, 15. März. Die bulgarische Regierung erhielt aus Petersburg die offizielle Verständigung, daß mit Rifaat Pascha «ine volle Einionng über die bulgarische Frage fei folgendem Sinne erzielt worden sei: 1. Die Türkei akzeptiert 125 Millionen Francs als Entschädigung von Bulgarien; 2. Don dieser Summe wird vor allem die Orientbahn für die ostrume- kische Strecke entschädigt auf der zwischen Liap- tschew und der Pforte vereinbarten Basis; 8. Rußland streicht so viele Annuitäten der türkischen Kriegsschuld, als nötig find, um, mit fünf Prozent kapitalisiert, die Summe von 125 Millionen zu erhalten. Wettere Details sind noch ausständig.
*• Marokko. Fez, 15. März. Die verstärkte Maballa Muley Hafids schlug die Truppen des Xkätenbenten bei der Kasbah der Aid Iussi und brachte viele Gefangene nach der Stadt. Die Nachricht vom Siege erregte im Maghsen große Beftiedigung.
»'Biedenkopf, 13. März. Der Volksbildungsverein für die Kreise Siegen-Wittgen- stein-Biedenkopf veranstaltete heute Abend im Saalbau Magnus «in Konzert. Mitwirkende waren die Kgl. Oprensängerin Frl. kuis« Kaiser, Herr Hofmufikdirektor Dr. Fritz Kaiser und Herr Heinrich Stein, sämtlich aus Cassel 5)et einleitende Vortrag Dr. Kaisers, „Musiftubi- läen des Jahres 1909", galt dem Andenken Haydns, Mendelssohns, Chopins und Spohrs. Mit des letztgenannten Meisters „Adagio aus dem 9. Violinkonzert" eröffnete Herr Stet« den Reigen der musikalischen Darbietungen Hier wie auch besonders in dem „Hexentanz von Drdla, sowie in dem selbstkomponierten „Me, nuett in 0-dur" zeigte er ein eminente« technisches Können. Frl: Kaiser gewann mit ihrem glänzenden Sopran im Fluge die Herzen der Zuhörer und mußte fich am Schluß zu einer Zugabe verstehen . Im allgemeinen zeigte fich die Zuhörerschaft für die einfacheren, musikalisch leichter verständlicher Stücke weit dankbarer als gegenüber den schwierigeren Kompofitionen. Vielleicht läßt fich der Volksbildungsverein durch diese Wahrnehmung dazu bestimmen, für di« Zukunft mehr der Pflege volkstümlicher Musik sein Interesse zuzuwenden. Die Klavierbegleitung wurde von Herrn Dr. Kaiser verständnisvoll und diskret ausgeführt. Der geräumige Saal war bis auf den letzten Platz besetzt.
«nmnehr vom Regierungspräsidenten bereit« ersucht worden, solche Zusammenstellungen von Arbeitslöhne« und Materialienpreisen anzu- fertigen.
* O. H. T. v. Wenn auch zwei in der Rechtspflege und dem Sicherheitsdienst hervorragende Leuchten uns an der für Sonntag den 14. März angefetzten 2. Wanderung zurückhalten wollten, durch ihre kritischen Prophezeihungen 1. Ordnung, so ließen fich 15 wetterharte Wanderer doch nicht abhatten, den Zug um 1.11 zu besteigen. Von Münchhausen aus durch das schöne Thalhaufen mit seine« gefrorenen und zugeschneiten Weihern und der, dem Hessischen Fischerei-Verein gehörigen Fischbrutanstalt, wo jetzt schon % Million Forellen und Saibling- Eier am ausbrüten sind, vorbei, erreichten wir um 3% Ahr die gastlichen Räum« des Küsters auf dem Christenberg. Frau Wiegand hatte einen guten Kaffee gebraut, welcher mit frischer Butter, und Hausmacher Brod und Wurst vor- ttefflich mundete. Sonnenschein abwechselnd mit Schneegestöber begleitete den Weitermarsch durch 25 Zentimeter hohen Schnee auf dem Rücken des Burgwaldes hin bis zum Sattelkopf, von wo der Abstieg in das Thal der Rosphe erfolgte. Bald erreichten wir Oberrosphe, dann Anterosphe und nach vierstündiger Wanderung den Bahnhof Sarnau, von wo aus uns das Züg- lein um 7.47 nach Marburg brachte. Bei einem gemütlichen Abendfchovpen wurde der herrlichen Winterwanderung gedacht mit einem kräftigen „Frisch auf?" Nächste Wanderung am 4. April.
* Sanitäts-Kolonne. Man schreibt uns: Am 13. März fand die diesjährige General-Versammlung bei Kamerad Blencke statt. Die Mitglieder waren recht zahlreich erschienen. Auch wurde der Abend noch durch Anwesenheit des 1. Vorsitzenden, Herrn Professor Hildebrand verschönt. Nachdem Herr Kamerad Blencke Rechenschaftsbericht abgelegt hatte, erteilte ihm Herr Professor Hildebrand in einer kernigen Rede Entlastung. Herr Kamerad Becker dankte in be- wegtenWorten und führte aus. daß es nicht fein Verdienst allein fei, sondern die Mitwirkung des Herrn Kolonnenführers Reidt und die Bereitwilligkeit der Mitglieder hätten die Kolonne auf ihren jetzigen Stand gebracht. Ebenso wurde unseres Kolonnenarztes Herrn Dr. Dose gedacht, welcher z. Zt. in Berlin zum Studium der Cholera weilt. Nicht unerwähnt blieb die zähe Ausdauer in den Hebungen unseres ältesten Mitgliedes, Herrn Stadtrat Döring, «in «chtes Vorbild unserer Saniätssach«. Nach den geführten Aufzeichnungen hat di« Kolonne bis jetzt 20 Transporte, darunter 3 mit ansteckenden Krankheiten gehabt, und sind 252 Einzelleistun- gen der Mitglieder bei plötzlichen kleineren Anfällen zu verzeichnen. Diese Leistungen wurden von Herrn Professor Hildebrand rfihmcnb anerkannt, und er wünschte daß sich die Sanitäts- Kolonne noch mehr in hiesiger Stadt einführen möge, zum Wohle unserer leidenden Mitbürger. Nachdem Herr Professor Hildebrand noch mitge= teilt hatte, daß er demnächst einen Vortrag über Desinfettümen bei ansteckenden Krankheiten halten werde, wurde die Versammlung geschlossen und soll weiterer Anterricht an jedem Dienstag in der uns zur Verfügung gestellten Turnhalle der höheren Mädchenschule statffinden.
• Im verein zur Hebung bee Fremdenverkehrs findet heute Abend 9 Ahr (Freidhof) eine Generalversammluug statt. (Tagesordnung f. Inserat.)
* Stadttheater. Als nächste «olksvorstellnug ist für kommenden Donnerstag „Wallensteins Tod" angesetzt worden. Die Aufführung, die hier starken Beifall gefunden und in der bas gesamte Herrenpersonal beschäftigt ist, dürfte starke Anziehungskraft ausüben. Für bi« letzte Abonnementsvorstellung am Donnerstag, den 25. März ist Grillparzers „Jüdin von Toledo" vorgesehen.
)( Eingestellte« Verfahren. Wie uns mitgeteilt wird, ist das Verfahren gegen den Eifen- bahnarbeiter Schütz aus Betziesdorf, der anfangs Januar den beklagenswerten Zusammenstoß mit dem inzwischen verstorbenen Holzhauer Fuckis hatte, eingestellt worden. Es hat fich jedenfalls jetzt heransgestellt, daß Schütz dem Fuchs gegenüber in Notwehr war.
)( Die drei Schüsse. Zu der diesbezüglichen gestrigen Notiz wftd uns mitgeteitt, daß der be- treffenbe jung« Mann, als er plötzlich über einen Zaun sprang, von dem Hnnbe eines bes Wegs kommenden Herrn verfolgt wurde. Anstatt daß der junge Mann nun feines Wegs ging, schlug er auf den Hund ein und warf schließlich mit einem Backstein. Der Besitzer des Hundes verbat fich dieses und schlug über den Zaun hi« nach dem jungen Mann. Diefer warf nun dem Herrn einen Backstein in den Rücken, worauf der Getroffene in der Meinung, es kämen noch mehr solcher Stein«, die Schüsse abfeuerte. Die Angelegenheit wird für beide Teil« ein gerichtliches Nachspiel haben.
* O diese böse« Fremdwörter! Ein Freund unsere« Blatte» schreibt uns: Vor einigen Tagen kam ein Schuljunge aus unserer Gemeinde zu mir, um für irgend einen guten Zweck Gelder zu sammeln. Er führte eine Liste, in welche er die Namen der Geber eintrag. Unter diesen befand fich auch der Nam« Brezebter, Vorname fehlte. Eine Familie, welche diesen Namen führte, war mir in unserem Orte unbekannt; die Sache mußte also einen Haken haben. And richtig, nach kurzem Besinnen wurde mir der Sinn des Wortes Hat. Der Junge meinte mit dem Brezebter seinen Lehrer, welcher in hiesiger Gemeinde mit »Herr Perzepter" augeredet wird. Da der Junge nun nicht in die Geheimnisse bet Frenünvörter eingeweiht war und et nicht wußte, daß er seine« Herrn Perzepter eigentlich Präzeptor schreiben mußte, so erfand et rasch bas Wort Brezebter — und die Sache war in
Bürcserverein.
( Marburg, 15. März.
Rach längerer Pause hielt heute Abend der Bürgerverein im Freidhofschen Saal« eine öffentliche Versammlung ab, die leidet nut schwach besucht war. Der Vorsitzende, Universitätsmechaniker Engel, mies auf die Wichtigkeit der Tagesordnung hin und bedauerte, daß ttotzdem der Besuch zu wünschen Übrig lasse. Es sei ja bekannt, daß bet neue Etat btesmal bedeutend erhöht werden solle u. zwar würden di« Gewerbetreibenden wieder am höchste« belastet. Man befürchte, daß der Zuzug leiben würbe, wen« man bie Einkommensteuersätze höher nehmen würbe. Der Vorschlag, bag Schulgelb bet Oberrealschule zu erhöhen, würde die« wohl noch eher herbeiführen. Blicke man in de« Etat, so seh« man, daß die Schule« nach den neue« gesetzlichen Bestimmungen ganz bedeutende Zuschüsse verlangten. Im ganzen müsse die Stadt 205 000 JA hierfür aufroenben, bas sei eine hohe Summe. Es sei wohl berechtigt, zu sagen, daß, wer sich für feine Kinder eine höhere Schule leiste, etwas mehr aufbringen müsse. Andererseits aber hätte die Stadt die Pflicht, ihre Brl- dungsanstatten so gut wie möglich auszugestalten. Es wies dann auf den Umstand hi«, daß bie Oberealschule seit einem Iahte eine andere Einrichtung habe; bet Erfolg sei ber, baß die Anstalt immer mehr wachse. Die Frage hege nun nahe, ob bas erhöhte Schulgeld nicht dazu betrage, die Echülerzahl zu vermindern. Die Einnahmen würden dann geringer und die Ausgaben blieben dieselben. Aus diesem Grunde sei es für die Stadtverordneten sehr schwer, eine richtige Entscheidung zu treffen. Gerade schon deshalb sei es richtig gewesen, wenn eine vollzählig besuchte Versammlung ihre Meinung darüber zum Ausdruck gebracht hätte. Nachher, wenn die Entscheidung gefallen, würde getadelt, aus diesem Grunde fei die Versammlung ein- berufen worden. , , l ,
In bet Diskussion rotes ein Redner daraus hin, daß in der Stadt Krefeld das Schulgeld nach dem Einkommen der Eltern festgesett würde; diese Einrichtung habe sich bewahrh (Kann schon sein, eg ist aber auch moftich, dass bann noch weniger herauskommt.i Ein weiterer Redner brachte eine Statisttk über die iw den einzelnen Staaten zur Erhebung gelangenden Schulgeldsätze zur Verlesung. Aus derselben war zu ersetzen, daß in Süddeutschland bie Schulgeldssätze bedeutend niedriger find, wie iW Norddeutschland. Ein Schulmann sagt dazu, daß in Süddeutschland die höheren Schul« bet»
II Reddehausen, 15. März. Im Gegensatz zu einer uns vor einigen Tagen aus Reddehausen zugegangenen Meldung, daß unter den Schafen dort die Fäule ausgebroche« fei, wird uns heute vom Bürgermeisteramt geschrieben, daß diese Nachricht auf Unwahrheit beruht. Die Untersuchung bet Schafe durch den Kgl. Kreis- tterarzt habe ergeben, daß sämtliche Schafe gesund seien. /
() Kirchhain, 15. März. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. u. a. auf verschiedenen Neben- dahnstreckei, „Triebwagen" laufen zu lassen. Es find dies einzelne Wagen, sehr nett eingerichtet, mit eigenem Antrieb, entweder mit elektrischer Kraft oder mit Dampf. Auf der Lahnbahn sollen solche Triebwagen schon eingeführt sein, ebenso auch in der Umgebung von Mainz. Durch diese Triebwagen kann ein« erhebliche vereinfachte, dabei aber wesentlich vermehrte Personenbeförderung auf den Nebenbahnen erzielt werde«, welche letztere« für die Nebenbahnlinien von ganz besonderer Bedeutung wäre, da hier die Zwischenpausen oft mehrere Stunden nach dem jetzigen Fahrplan betragen. Seht erwünscht wäre es wenn unser« Ohmtalbahn mit einem solchen Triebwagen bedacht würde. Dann wär« endlich bie Frage bet besseren Verbindung ht Kirchhai« sowohl wie in Rieder-Gemünden gelöst, eine Frage, die für viele Bewohnet unserer Gegend von besonderer Bedeutung ist. Eg wär« dann «in Leichtes, mindestens die doppelte Zahl von Petsonenzugverbindungen herzustellen, gegenüber der jetzigen, und bei erheblich geringeren Kosten. — Vielleicht bemüht sich unsere Kreis- »erroaltung, als Eigentümer der Ohmtal»
stricht. An anderen Fremdwörtern hatte ihm ein Lehrer jedenfalls schon gezeigt, daß fie nicht o geschrieben wie fi« ausgesprochen werden, deshalb schreibt et nicht Perzepter, wie ei spricht, sondern er macht bas Wort Brezebter.
bes Hauses, bietet an und für fich keine Gelegenheit zur (Entfaltung großer Mittel, obwohl Brösemann, die einzige moralisch ehrbare Per- so« der ganzen Gesellschaft, die endgültige Lösung herbeiführt. Mit der Auffassung ber Rolle, wie sie Herr Bakof gab, kann man sich vollkommen einverstanden erklären. Ausgezeichnete Leistungen boten bie drei Damen Röber, Albrecht und Höcker, während Herr Ziegler (Baron Erfflingen) und Herr Goll (Graf Speraer) nicht auf der Höhe standen. Durchaus am besten gelang bas Zwischenspiel im „fibelen Meerschwein- chen", in dem Herr Völker mit ber Darstellung bes Dr. Bollman« ein Kabinettstückchen bot, in dem auch all bie anbe-ev, Artistentypen von den Herr«, Lraveft, Se" und den Se
men Jo Hoven und Scholz charatteristert wurden. Für das erfranftc Frl. Achter berg hatte Frl. Waldsassen die Rollo ber Sonja Gribojess Übernommen und fand sich mit ihr befriedigend ab. Herr Bakof wurde durch zwei Lorbeerkränze ausgezeichnet. Wir müssen ihm am Schlüsse der Theatersaison als Regisseur und Schauspieler zu vollem Dank verpflichtet fei«. 8.
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