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und den Beilagen: »Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Benage."

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Jti 64 »irchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Marit 21.

*',=1 Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne

Bestellgeld), bet unfern ZeitungSstellen und der Expedition 2 Mr.

Marburg

Mittwoch. 17. MSr, 1909.

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. 6. Hitzeroth, Marburg, Markt 2t. Telephon 58.

44. Jahrg.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 21.

Die serbische Antwort

auf di« Mitteilung der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft in Belgrad wurde gestern über« nrittett. Et« hat folgenden Wortlaut:In der serbische» Zirkulardepesche vom 10. d. Mts., welche auch der Kaiserlichen und Königlichen Regierung, wie den Regierungen aller übrigen Eignatarmächte des Berliner Vertrages über­reicht wurde, hat die serbische Regierung ihren Standpunkt in der bosnisch-herzegowinischen Frage dargelegt und dabei festgestellt, daß Ser­bien »an der Anschauung ausgche, daß die recht­lichen Beziehungen zwischen Serbien und Oester- reich-llngarn unverändert geblieben sind, sowie, daß sie die Ausübung der nachbarlichen Pflich­ten Mttb die Pflege der Beziehungen, welche den beiderseitigen materiellen Interessen entsprin­gen, auf Grund der Gegenseitigkeit mit der Rachbarmonarchie fortzusetzen wünscht. Auf Grund dessen ist die Königliche Regierung der Ansicht, daß sowohl den materiellen Interessen beiderseits als auch der Frage, welche durch den im Vorjahre abgeschlossenen Vertrag, der in Serbien bereits Gesetzeskraft erlangt hat, ge­schaffen wurde, am besten entsprechen würde, wenn die Regierung Oesterreich und Ungarn den Parlamenten in Wien und Budapest dielen Handelsvertrag zur Annahme unterbreiten wür­den, obgleich der vorgesehene Termin für dessen Ratifikation abgelaufen ist. Durch die Annahme dieses Vertrages in den Parlamenten würde auch eine Unterbrechung in den Vertragsbezieh­ungen am sichersten vermieden werden. Durch die Verwerfung dieses Vertrages würde entwe­der «in verläßlicher Ausgangspuntt der even- tuelle« neuen Bertragsverhandlunqen erlangt werden, obet man würde sich im Gegenteil auf Grund der Disposition der Parlamente und de­ren agitatorischen Strömungen überzeugen, daß man die Idee des Abschlusses eines Tarifvertra­ges zwischen Serbien und Oesterreikb-Ungarn llberhaupt aufgeben müsse. Für den Fall, daß Oesterreich-Ungarn wegen der Kürze der Zeit oder wegen seiner parlamentarischen Verhält­nisse den abgeschlossenen Handelsvertrag in den Parlamenten bis zum 31. März nicht erledigen könne, ist die Königliche Regierung bereit, dem Anträge zuzustimmen, daß die Gültigkeit dieses Vertrage« provisorisch bis zum 31. Dezember des laufenden Jahres verlängert werde."

Das ungarische Korr.-Burea« äußert sich über die serbische Rot« folgendermaßen: Die Rot« ist in ihrem politischen Teile unbefriedi- gend. Die serbische Berufung auf die Zirkular. Note wird unsererseits nicht angenommen, weil deren Inhalt unzureichend ist. Die serbische Rote beweist, daß man sich in Belgrad alle erdenkliche Mühe gibt, unsere Bestrebungen zu vereiteln- die darauf gerichtet sind, zwischen der Monarchie

8 (Nachdruck verboten.)

Grrterdt.

Ort^nal-Noman von Freifrau Gabriele v. Schlippenbach.

(Fortsetzung.)

Aber ich bitte Dich, Vater, die Nachkom- me» einer Zirkusreiterin und einer Balleteuse, die können doch unmöglich das alte feudale Familiengut bekommen, besser, es geht auf die enffernten Verwandten des Barons über, den Rothenfelds, die im kuttschen Oberlande lebe» und verarmt find."

^Ich glaube nicht, daß Adam an sie denkt, viel eher gründet er eine Stiftung zum Besten bedürftiger Standesgenossen und übergibt der Ritterschaft die Verwaltung de, großen Ver­mögens, das durch den Verkauf Hallens erzielt würde; mein alter Freund sprach sich mit mir schon in diesem Sinne aus."

Das leise geführte Gespräch stockte, denn man näherte sich dem Hause; die schön« Kasta­nienallee führte in gerader Linie dotthin und bald hielte» die Wagen vor der Haustür, zu der sechs breit« Granitstufen führten. Heber diese Stufen waren seit über 100 Jahren die kleinen und großen Füße in verschiedenarttgster Be- kleidung geschritten, zierliche Frauenfüße in hohen Stöckelschulen des achtzehnten Jahrhun­derts, ttippelnde Kinderfüßchen und festen, markigen Schrittes waren die Freiherren von Rothenfeld täglich die Stufen zu ihrem statt­lichen Heim emporgegangen, bis sie Greise wurde« und bis man sie im eichenen Sarge zur Familienkapelle, dem sog. Schlummerhügel,

und Serbien eine klare Situation zu schaffen und den fortgesetzten Rüstungen ein Ende zu be­reiten. '

In Berlin ist man über das wenige Ent­gegenkommen Serbiens überrascht, wie ein Tele­gramm derKölnischen Zeitung" von dort be­richtet: Man geht nicht zu weit, wenn man die serbische Antwort auf die Eröffnungen des Ge­sandten Grafen Forgach als eine große Ueber- raschung betrachtet, auf die man umso weniger vorbereitet war, als die mündlichen Erklärun­gen Serbiens ein« ganz anderes geartete, ent­gegenkommendere Antwort hatten erwarten lassen. Das Entgegenkommen Österreich-Ungarns ist somit nicht erwidert worden. Die ablehnende Haltung Serbiens erfährt dadurch noch eine Ver­schärfung, daß die serbischen Rüstungen allem Anschein nach mit verdoppeltem Eifer fortgesetzt werden.

(Sitte (SrhnttfaHsfteiter.

Bemerkenswerte Ausführungen über eine event. Regelung der Vesitzsteuerfrage entnehmen wir derKreuzztg.":

Nachdem die Linke unter dem Einflüsse einiger einzelstaatlicher Regierungen das von ihr zunächst gut geheißene Kompromiß vollkom­men preisgibt, um sich wieder ganz auf die Nach­laßsteuer zu versteifen, spricht sich fetzt ein Kon­servativer in derSchlesischen Zeitung" für eine Erbanfallssteuer aus, wonach also nicht der Nachlaß, sondern das einzelne Erbteil besteuert werden soll, eine Steuerform, die an sich schon würdiger und anständiger aussieht. Als ver­bessernde Ergänzung hierzu erscheint uns die von einem sächsischen Konservative» imDresd. Anzeiger" vorgeschlageneBesitzveränderungs­abgabe". Ob diese Steuer Aussicht hat, bei den süddeutschen Regierungen und ihrer demokrati­schen Kerntruppe Gnade zu finden, wissen wir nicht. Vom konservativen Standpunkt könnte sie, nachdem man einmal dem Blockkompromiß­antrage zugestimmt hat, wohl diskutabel erschei­nen. Der Verfasser, der offenbar dem Agrarier- tume ebenso fern steht, wie der sächsischen Re­gierung, nimmt mit uns an, daß die Nachlaß­steuer in der vorgelegten Form keine Aussicht auf Annahme habe. De» Ersah dieser Steuer durch Erhöhung der Matrikularbeiträge und der direkten Steuern in den Einzelstaaten be­zeichnet er als nicht glücklich: das Reich müsse finanziell selbständig gestellt werden. So wünscht er, den kleinen und mittleren ländlichen Grundbesitz (bis zu 60 000 und 100 000 Mark Wett) von der Erbschaftssteuer ausgenommen zu sehen. Der Landwirtschaft ebenso wie dem städtischen Grundbesitz solle unbedingt auch ein angemessener Beitrag zurEesundung der Reichs- ftnanzen angesonnen werden, aber nur ein sol­cher. der sich mit der dem mobilen Kapital nun eben nicht adäquaten Natur des Grundbesitzes vertrage. Eine solche Abgabe sei eine Besitz­veränderungsabgabe für das Reich, die in Form einer Stempelsteuer bei der Auflassung zu er­heben sei. Sie könne sehr niedrig sein und werde dann auch von ländlich und gewerblich benutz­tem kleineren Grundbesitz getragen werden kön­nen. Sie werde einen Teil des Ausfalls decken,

hinaustrug. Derselbe lag auf einer Anhöhe jenseits der großen Landstraße, welche den Park in zwei Hälften teilte. Dort schliefen die Be­sitzer Hallens den letzten, langen Schlaf und ihre Namen prangten in goldenen Letter« auf den Eisenplatten, die ihre Leiber deckten.

Von jeher war das Herrenhaus hellrot ge­tüncht gewesen, die weißen Säulen Hobe« sich grell von der lebhaften Farbe ab. An der Vorderseite waren rechts und links vom Ein­gang Nischen in der Mauer angebracht, in denen verwitterte Sandsteinstatuen standen, wieAmor mit Pfeil und Bogen, ein« Ceres, ein Apollo und eine Minerva. Diesen Göttern fehlte bald eine Hand, bald eine Nase, aber aus Pietät ließ man sie stehen, knüpften sich doch viele Ju- gendettnnerungen an sie. Trutzig und stark gefügt stand das zweistöckige Gebäude da, un­schön und ohne Sttl, aber wetter- und sturmfest, mit Balkons und Erkern und einem grünen Metalldach noch für mehr als eine Genera­tion sicheren Schutz bietend.

Aus den Schornsteinen Hallens stieg der Rauch, der Atem des Hauses, wie ein Dichter gesagt.

Die hungrigen Jager traten unter Führung ihres Wirtes in die Halle, von der eine breite Familientreppe mit schön geschnitztem Geländer in den oberen Stock hinaufführte.

Auf Wiedersehen in einer halben Stunde, ich hoffe, Ihr habt einen Wolfshunger mitge­bracht, liebe Freunde und getreue Nachbarn," rief Baron Adam von Rothenfeld seinen Gästen zu, die im Begriff standen, sich in den unten gelegenen Logierzimmern zu verziehen.

Fast eiMimmig verfichetten di« Jäger, daß

der durch Freilassung des Grundbesitzes von der Erbschaftssteuer his zu den oben angegebenen Wertheträgen entstehe. Das Prinzip der Fi­nanzhoheit der Einzefftaaten werde dadurch ge­wahrt, da diese bisher eine solche Steuer nicht erhoben haben; der einzelstaatliche Urkunden­stempel trage einen anderen Charakter. Der Erbschaftssteuer auf das mobile Vermögen und de« größeren Grundbesitz wünscht auch dieser Konservativer nicht die Form der Nachlaßsteuer, sondern die der Ansallssteuer gegeben zu sehen:Denn der Fall der zahlreichen Kinder gegenüber dem Einkindsfall reicht allein schon hin, um zu beweisen, daß man nicht den Nachlaß schlechthin, sondern dasjenige zur Steuer heran- ziehen sollte, was der Zahlungspflichtige, also der Erbe, erhält."

Politische Umschau.

Zur Reichsfinanzreform.

Berlin, 15. März. Auf Veranlassung des Nationalliberalen Vereins Ost-Charlottenburg fand heute eine glänzend besuchte Versammlung in den Auguste Viktoria-Sälen statt, in der Prof. Dr. Adolf Wagner, der Rektor der Universität Prof. D. Dr. Kahl und Vertreter der national- liberalen Reichstagsfraktion unter stürmischem Beifall über die Reichsfinanzreform sprachen. Zum Schluß wurde einstimig folgende Resolu­tion angenommen:Die Beratungen über die durchgreifende Reform unserer Reichsfinanzen haben bis jetzt einen Verlauf genommen, der den politisch denkfähigen Deutschen mit Scham er­füllt und das Reich vor dem Auslande kompro­mittiert. 800 deutsche Männer, darunter in er­ster Linie Vertreter aller akademischen Berufe, die heute zu einem Vortrage Adolf Wagners auf Einladung des Nationalliberal«» Vereins Ost- Charlotenburg versammelt sind, erheben deshalb laut ihre warnende Stimme und geben der be­stimmten Erwartung Ausdruck, daß der Reichs­tag endlich sich über die Niederungen der Inter- essenten-Agitation erheben u. sich wieder einmal der großen parlamentarischen Traditionen aus dem ersten Jahrzehnt unseres jungen Reiches würdig erweisen; daß andererseits aber auch die Regierung ihre finanzpolitischen Vorlagen end­lich mit fester Zügelführung vertreten werde. Nur hinter einer in sich geschlossenen und nach außen entschlossenen Regierung wird das Volk auch in Steuerfragen stehen!" In der Versamm­lung waren außer dem Redner u. a. die Professo­ren Robert Koch, Heinrich Brunner, Wilhelm Waldeyer, zahlreiche Vertreter des Reirbstages und des Abgeordnetenhauses, u. a. die Abgeord­neten Dr. Friedberg, Schiffer, Woelzl, Fuhr­mann, v. Campe und die beiden Abgeordneten Haarmann anwesend. Da viele hunderte von Besuchern in dem Versammlungslokal infolge polizeilicher Absperrung keine Unterkunft finden konnten, wurde in einem anderen großen Saale eine zweite Versammlung abgehalten.

Der Streik der Telegraphenbeamten in Patt».

Paris, 15. März. Bei Gelegenheit des Schichtwechsels im Haupttelegraphenamt ver»

sie den Magen knurren hötten. dann verfchwan- den sie in dem langen Korridor; links und rechts lagen die Gaststuben, während der Haus­herr und seine Frau im zweiten Stock wohnten. Der alte Diener, Janze, war dem Baron Adam entgegengeeilt, so schnell es seine Füße ver­mochten und nahm ihm die Flinte und Jagd- lasche ab. Mit der Vertraulichkeit des treuen Dieners, der im Dienst der Rothenfelds g-au geworden, beantwortete et die Frage feines Brotherrn nach der gnädigen Frau, dann folgte et dem Baton in sein Schteibzimmet und &og dem Müden die schweren Stiefel, leichte ihm den bequemen Hausanzug und stopfte die lange Pfeife mit dem gelben Knaster. Frisch gewa­schen und nachdem Rothenfeld energisch seinen Vollbatt mit den Bürsten bearbeitet und das spärliche Haar in Ordnung gebracht schritt er durch die lange Zimmerflucht, um seine Frau zu begrüßen. Oft hatte man ihm gesagt, daß die Einrichtung Hallens altmodisch sei, daß die riesigen Kachelöfen häßlich wären und die Ge­mächer mit de» allegorischen Wandmalereien für den Geschmack des 19. Jahrhunderts nicht als hübsch galten, immer wieder wurde das Schadhaft trnjgr|TTinjt, vrc Möbel mit de» vergoldeten Löwenklauen wieder bezogen und das von den Eltern Ererbte in ihrem Sinne weiter gepflegt. Es gab ein egyptisches Zim­mer, auf dessen rotgrunbierten Wänden sich Sphinxe, Pyramiden und Jbysse in grotesker Verzerrung breit machten, ein Blumenzimmer mit brennend roten und gelben Rosen und spinatgrünen Epheuranken, ein Kartenzimmer mit seinen Attributen, ein Rokokoerker mit tanzenden und kokettierende» Dame» im Reif­

weigerte die antretende Schicht die Arbeit und warf der abgehenden Schicht lebhaft vor, daß sie im Laufe der Nacht alle Depeschen erledigt hatte. Cs fand hierauf eine lärmende Kundgebung statt. Unterstaatssekretär Simayn begab sich in den betreffenden Saal, begleitet vom Polizei- präfetten, und forderte die Telegraphisten auf, den Saal zu verlassen oder sich an die Arbeit zu begeben. Nur zwölf bis fünfzehn Beamte ver­ließen garauf den Saal, alle anderen nahmen die Arbeit in normaler Weise wieder auf. Die Schutzleute verließen hierauf den Saal. Nur in einem Saale wurde wegen Kurzschlusses nicht gearbeitet. Die Beamten, welche die Aufnahme der Arbeit verweigert hatten, wurden suspen­diert. Das Polizeigericht verurteilte sieben Postbeamte, die bei den Kundgebungen am Freitag beleidigende Rufe gegen den Unter­staatssekretär Simyan ausgestoßen haben sollen, zu je sechs Tagen Gefängnis. Von der Polizei wird behauptet, daß von ausständigen Telegra- phenbedienfteten mehrere Telegraphendrähte in den Kellerräumen des Haupttelegi aphenbureaus durchschnitten worden seien, wodurch für einige Zeit gewisse Linien unbenutzbar sein werden. Es heißt auch, daß zahlreiche Telegraphenbeamte ihren Dienst absichtlich sehr lässig versehen und dadurch in der Uebermittelung der Depeschen eine starke Verzögerung eintrete. Heute Nach­mittag scheint in den Bureaus des Haupttele­graphenamtes die Ruhe wieder eingekehrt zu sein, aber infolge der Störungen, die durch die Witterungseinflüsse hervorgerufen sind, war di« telegraphische Verbindung besonders mitDeutsch- land» Dänemark und England schwierig. Alle von den ausständigen Beamten verursachten Zerstörungen der Telegraphen-Apparate wurden wiederhergestellt. Heute Nachmittag veran­stalteten Angestellte der Hauptpost, als sie von der Verurteilung mehrerer Postbeamten erfuh­ren, neuerdings Kundgebungen gegen die Ver­waltung. Um 4y2 Uhr erschienen Unterstaats­sekretär Simyan und Polizeipräfekt Lepine mit 50 Gardisten, die die Kundgebungen vor dem Hauptpostamt unterdrückten und vier Beamte verhafteten. Nachher begab sich Lepine zum Ministerpräsidenten Clemenceau zu einer Kon­ferenz._______________________________________

Deutsches Reich.

Die Budgetkoinmisfion des preußischen Ab­geordnetenhauses hat den Gesetzentwurf betreff send die Erhöhung des Grundkapitals der Preu­ßischen Zentralgenossenschaftskasse von 50 auf 75 Millionen M. gegen eine Stimme angenommen.

Das Parseval-Luftschiff der Motorlust- schiffstudiengesellschaft unternahm gestern von Bitterfeld aus zwei kürzere Uebungsfahrten. Beide sind glatt und in jeder Beziehung befrie­digend verlaufen. Die Fahrten haben zur Zeit nur den Zweck, weiterer Personal in der Bedie­nung des Luftschiffes auszubilden. Sie fanden beide unter Führung d-s Oberleutnants Selling und Ingenieurs Kiese- statt.

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rock die sich von gepuderten Herren im alt- französischen Frack, Kniehosen, Schuhen und Strümpfen den Hof machen ließen. Es würde zu weit führen, wollte man jede» einzelne» Raum des stattliche» Herrenhauses auf Holle» näher beschreiben. Der Fußboden bestand au- kunstvoll zusammengefügtem Parkett aus viel­farbigem Holz, das aber hin und wieder schad­haft war. Wunderschön war der große Saal, der von den kleine» Stuben umgeben, in der Mitte des Hauses lag und sein Licht von oben erhielt, den» dieser Saal ging bis unter da» hohe Dach und ihm zu Liebe waren manche der anderen Zimmer zu klein geraten. Eine höl­zerne Galerie führte oben rund um diesen wirk­lich imposanten Raum, in dem es immer kühl war, auch mitten im heißesten Sommer. I» den beiden Nischen rechts und links von der Eingangstür standen auf Mahagonisockeln große schöne Alabastervasen, an den Wänden tiefen steiflehnige Divans entlang, die mit einem verblicheNesi, kilÄSZttben Brokatstoff be­zogen waren. .

Rothenfeld schritt rauchend bis ins Eß­zimmer, das vier Stufe» tiefer als die andere» Gemächer lag.

Eliten Abend. Minchen!" rief er der alte« Dame zu, die mit den letzten Anordnungen für die Tafel beschäftigt war. Die Tafel funkelte im Schmuck des alten Familiensilbers unb -Kristalles und wurde von zahllosen Kerzen i» hohen Armleuchtern erhellt, denn der Baro» war ein Feind der Petroleumlampen.

. idviiieguiig folgt.)