mit dem KreisblaLt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: ,Mch Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeil und Landwirtschaftliche Benage.
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<N2. 09 Kirchhasn und Wetter s°w,e bei - Martt SU ~ 11 M)» innn Druck und Verlag: Iah. Ang. Koch. Unmersttäfbuchdmckerei »4. Jayrg.
Bestellgeld)/de? unser« ZeitungSstellen und der Expedition 2 Mk. —11. 1909. Inhaber Dr. L. H, tzeroth. Marburg, Markt SU — Telephon 55.
Eine neue Reichstagsersatzwahl har. rote das seit Siegen und Bingen-Alzey an der Tagesordnung ist, ein unerwartetes Ergebnis gqeitigt. Wie wir bereits gestern mitteilten, hat die Wahl Syke-Hoya-Werden mit dem Siege des roelsischen Kandidaten v. Dannenberg geendet, v. Dannenberg erhielt 13 575, Dr. Heiligenstadt (natlib.) 10116 Stimmen. Bei der Hauptwahl, die am 26. Februar stattfand, erhielten v. Dannenberg 6315, Dr. Heiligenstadt 5881, Harries (B. d. L.) 3441, Lewin (freis.) 3162 und Henke (Soz.) 3909 Stimmen.
Neben den sozialdemokratischen Ettmmen müssen also dem Welfen noch die Stimmen einer anderen bürgerlichen Partei zugefallen sein, und es kommt in der Presse unzweideutig zum Ausdruck, daß es Freifinnige gewesen sind, die hier für Lingen-Alzey Rache genommen haben.
Zwar soll nicht verschwiegen werden, daß auch die freisinnige Parteileitung — wie die nationalliberale in Bingen-Alzey für den Freisinnigen — aufforderte, den nationallib. Kandidaten zu unterstützen. Aber es scheint, als ob die Patteileitung auch hier keinen Einfluß auf ihre Wähler hatte. Im Interesse einer einheitlichen Politik ist es wohl zu bedauern, wenn offenbar der Einfluß der Zentraltnstanzen sehr stark im Schwinden ist. Bei der Agitationsmethode aber, die sich für die Wahlen so allmählich herausgebildet hat, und die im wesentlichen in nichts anderem besteht, als in gröblicher Verhetzung der verschiedenen Patteten und Volksschichten, kann man eigentlich nicht erwarten, daß schließlich die Stimme der Vernunft einer ruhig denkenden Parteileitung noch gehört wird.
Wenn man letzten Ende« also die Ueber- raschungen dieser Wahlen aus unsere immer roher werdenden Wahlsitten zurückführen darf, so muß doch betont roerden, daß eine kleinliche Politik der Rache nach Bingen-Alzey nicht am Platze roar, zumal Personenfragen in Verden keine Rolle spielten, wie sie in Bingen-Alzey entscheidend waren.
Daß die „Franks. Ztg." behauptet, der Sieg des Welfen sei der Unterstützung des Bundes der Landwirte zuzuschreiben, geschieht wohl bloß, um die Blößen freisinniger Rachepolitft zu decken, deren Vorhandensein sie selbst zugesteht. Das nationalliberale Provinzialblatt, der „Hann. Courier", hat die Bemühungen des Bundes der Landwirte für die Wahl des Dr. Heiligenftadt noch in seiner Conntagsnummer besonders anerkannt.
Es wird also wohl dabet bleiben, daß die freisinnigen Treibereien wegen Bingen-Alzey die Rattonalliberalen das Mandat gekostet hat. Wie diese Wahl, so dürfte auch Verden zunächst noch eiuige Zeit Erörterungen in der Presse Hervorrufe».
Die Wirtschaftslage im Jahre 1908. Berits erstattet in der erste« Gesamtfitzung der Handelskammer zu Cassel am 10. Februar, von deren Vorsitzenden, Geh. Kom.-Rat Pfeiffer.
IstorNetzung.»
Soeben ist dem Reichstag die erwartete Novelle zum Bankgesetz zugegangen. Als eine der erfreulichsten Bestimmungen des Entwurfs ist die Vorschrift anzusehen, daß die Roten gesetzliches Zahlungsmittel sein sollen, rote sie es in England schon längst find; für Zeiten einer schwere« Erschütterung, namentlich eines Krie- (ies. wird das von wettttagender Bedeutung ttn. Wetter soll die Berechtigung der Reichs- bank zur steuerfreien Notenausgabe erheblich erroeitert roerden, was allerdings einen Ausfall an Reichseinnahmen zur Folg« haben, für den Verkehr, namentlich für die Ermäßigung des Diskont, aber von wesentlicher Bedeutung fein wird. I« übrigen ist zu begrüßen, doch der Entwurf an der bewährten Grundlage der Reichsbank festhält, das ist wohl al» ein wichtiger Erfolg der Bank-Enquete im vorigen Jahre, an der von der Kammer Herr Kommerzienrat Plaut teilgenommen hat, anzusehen. Damit kann der Beweis als erbracht gelten daß der neue Präsident des Reichsbank-Direktoriums i» de« Bahnen seines Vorgängers weiter zu schreiten entschlossen ist.
Ebenso wie im Geldwert roar im Vorjahre bei de« Preisen vieler Rohprodutte ein Rückgang zu beobachten. Diese rückläufige Beweg- »ng hat da« Geschäft vielfach äußerst erschwert, •Km hat schließlich nur von Hand zu Mund g<-
PoMsche Umschau.
Die Tabaksteuer i« der Finanzkommisfio«.
In der gestrigen Sitzung der Finanzkommission de« Reichstage» wurde in der Beratung des Tabakverbrauchssteuergesetzes fortgefahren.
Ein Mitglied der Reichspartei befürchtete einen Konsumrückgang in noch höherem Maße als nach der Tabakssteuererhöhung des Jahres 1879. So wie die Regierung sie vorschlage, wirke die Steuer wie eine Belastung der Arbeit. Er schlage einen Ausbau auf Grund der Vorlage von 1905 vor.
Ein R egierungskommissar suchte besonders durch statistisches Material nachzuweisen, daß Arbeiterentlassungen und Konsumrückgang seit 1879, wenn sie erfolgt seien, nicht auf der Steuer von 1879 beruhten. Was die vermeintliche Gefährdung der Anonymität betreffe, so sei eine erhebliche technische Vervollkommnung der Banderole zu erwarten.
Das Zentrum präzisierte seine Stellung dahin, daß es tiefgehende Bedenken gerade gegen diese Vorlage habe. In der Zuckersteuer sei Ersatz für den Ausfall an Tabaksteuern zu suchen.
Staatssekretär Sydow verteidigte nochmals die Regierungsvorschläge. Die Zuckersteuerherabsetzung sei eine Bedingung für das Zustandekommen der Zuckerkonvention gewesen und könne nicht wieder aufgehoben werden. Die Verbündeten Regierungen beständen unbedingt auf der Gewinnung eines Mehrertrages in der von ihnen vorgeschlagenen Höhe aus dem Tabak.
Der Reichsschatzsekretär stellte fest, daß die Tabaksteuer den Besitzenden treffe. An der Finanznot des Reiches seien zum Teil gerade die Ausgaben für die Sozialpolitik schuld. Eine dauernde Schädigung der Industrie sei keinesfalls zu erwarten.
Zersplitterung der ordentliche« Gerichtsbarkeit.
Die Petitionskommission des Reichstages hatte sich kürzlich mit verschiedenen Eingaben von Gewerbegerichten u tb Privatbeamtenverbänden .zu beschäftigen, in denen die Ausdehnung dieser Sondergerichtsbarkeit auf weitere Versonenkreise und weitere Rechtssachen erbeten wird. Hauptsächlich richten sich diese Petitionen auf die Unterstellung der Betriebsbeamten, Werkmeister und technischen Beamten mit einem Gehalt bis zu 5000 M unter die Rechtsprechung der Eewerbegerichte. Dann wird verlangt, daß in jedem Amtsgerichtssprengel ein Gewerbegericht geschaffen werden soll, daß für die Streitigkeiten der technischen Beamten besondere Beisitzer zu wählen sein sollen, und schließlich ist eine ganze Reihe von Wünschen auf Abänderung des bestehenden Wahlrechts für das Eewerbegericht eingebracht. Der Vertreter de» Reichsamts des Innern sprach sich in der Kommission gegen diese Wünsche aus. Er bekämpfte insbesondere das Verlangen, weitere Personenkreise und Rechtssachen den bestehenden Sondergerichten zu unterwerfen, denn eine weitere Zersplitterung der ordentlichen Gerichtsbarkeit müsse verhindert werden. Ferner erklärte er die Forderung, in jedem Amtsgerichtsbezirke ein Eewerbegericht zu errichten, für undurchführbar, da schon jetzt manches Gewerbegericht nur ungenügende Beschäftigung habe. Auch die Kommission kam zu dem
teuft, immer in der Annahme, daß das Ende de» Rückganges nicht abzusehen sei. So sehen wir Baumwolle von 60 Pfennig auf 50 im Mai zurückgehen, dann wieder im Juni auf 60 steigen und im Dezember auf 45 fallen; also Preisunterschiede von 25 Prozent. Dabei will ich bemerken, daß der höchste Preis im Jahre 1907 69 Pfennig gewesen ist, also diesem gegen- übrr Rückgänge von 35 Prozent. La Plata- Wolle setzte mit 4.70 Francs das Kilo in Antwerpen ein, um im Februar auf 5.40 zu steigen, ging dann im April auf 4.10 herunter, schloß aber wieder mit 5.30—5.40. Auch hier ist der Preis im September und Oktober 1907 mit 6.20 interessant zum Vergleich, wir beobachten Unterschiede vo 50 Prozent. Jute setzte mit 16 £ ein, ging auf 13 zurück, um auf 19% im Juni zu steigen und im November mit 147% zu schließen. Auch bei den Metallen trat ein ungeheurer Preisabschlag ein. Kupfer notierte 1907 im März 110% £ für die englische Tonne, im Juli 1908 56%. Silber ist noch zu keiner Zeit so billig gewesen, 22 Pence die Unze, während wir noch 1906 einen Preis von 33'/' hatten. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei Zink, Zinn und Blei. Auch was Cerealien an- bettifst, so habe« sich die hohen Preise von Anfang des Jahres nicht zu halten vermocht. Rogge« begann mit 217, ging aber nach und nach auf 169 zurück. Weizen sehen wir mit 230 für die Tonne beginnen, um dann bis 194 im Juli zu fallen, während er im November 209 notierte. In Mais beobachten wir enorme Schwankungen die zwischen 68 und 90 Cents pro Dushel vari- teun. Diese Schwankungen in den Preisen habe« da» ganze Geschäft unsicher gestaltet und
Schluß, daß ein BÄÜrfni» für die Ausdehnung der Befugnisse der Gewerbegerichte nicht vorliege und beschloß, dem Reichstage vorzuschlagen, daß dem Reichskanzler die Petitionen zur Kenntnis unterbreitet werden.
Einführung vo« Handelsinspektore«.
In der gestrigen Sitzung der Kommission de« Reichstags für die große Eeroerbenovelle begann die Beratung der Anträge betreffend Handlungsgehilfenschutz, und zwar zuerst derjenigen betreffend die Einführung von Handelsinspektoren. In der Debatte tritt der Vertreter der preußischen Regierung scharf der Forderung nach besonderen Handelsinspekioren entgegen. Es liege dazu ein Bedürfnis nicht vor. Die Eewerbeinspettion sei heute schon überlastet und könne neue Aufgaben nicht übernehmen. Die Polizei könne den besonderen Bedürfnissen, die sich herausstellten, dadurch Rechnung tragen, daß sie Spezialbeamte, sogenannte Gewerbeschutzmänner, anstelle. Gegen die Anträge spricht sich aruh der Vertreter der Rationalliberalen aus. Es fand schließlich ein Antrag Annahme dahingehend, daß die Bestimmungen der §§ 139b, 139g und 139k E.-O. auf das Handelsgewerbe mit der Maßgabe Anwendung finden sollten, daß tunlichst mit den besonderen Verhältnissen be» Handels- gewerbes vertraute Beamte zu bet Aufsicht verwenbet werben.
von der preußischen Eisenbahnverroaltung.
Für da» Jahr 1909 sind im Bereich der preußischen Eisenbahnverwaltung für Wohl» fchrtszwecke erforderlich an Kosten für den bahnärztlichen Dienst, sowie für sonstige ärztliche Untersuchung und Behandlung von Beamten und Arbeitern und für Heilmittel 2 618 000 'M, an Pensionen usw. für Beamte uni deren Hinterbliebenen rund 61,8 Millionen, an Zuschüssen zu Krankenkassen 4093 000 Mark, an Zuschüssen zu Penstonskassen für die Arbeiter 7 940 000 'M, für Unfallrenten und Krankengeldbeträge 6 800 000 M, für Kosten des Heilverfahrens und für Sterbegelder 389 000JC — 100 000 M werden gezahlt als Beiträge zu Einrichtungen der Kranken- und Kleinfinderfürsorge an kleinen Orten mit zahlreichem Eisenbahnpersonal, Unterstützung von Vereinen usw., 50 000 M als Beihilfen zur Herstellung und Unterstützung von Genesungsheimen, die von Beamten« und Arbeitervereinen der Staatseisenbahnen errichtet werden.
Für Löhne der Bauunterhattungsarbeiter sind 66 Millionen eingestellt. Zur Unterhaltung, Erneuerung und Ergänzung bet baulichen Anlagen eine Summe von 252 813 000 «M. Die Löhne der Werkstättenarbeiter betragen 85 851 000 'M. Für Lokomotiven sind 38 800 000 Mark erforderlich, für Personenwagen 16 200 000 =M, für Gepäck- und Güterwagen 25 Millionen, mithin für die Unterhaltung, Erneuerung und Ergänzung bet Fahrzeuge und maschinellen Anlagen 230107 000 <M. Der Bedarf an Kohlen, Koks und Brikett» erfordert 129 288 000 cM,
Nach der Berechnung bet Anteile Preußen» und Hessens an den Ergebnissen aus bet gemeinschaftlichen Verwaltung des beibetfettigen Eisenbahnbesitzes stellen sich die für bas Etatsjahr 1909 ermittelten Teilungsziffern für Preu.
Einschränkungen haben sich auf allen Gebieten fühlbar gemacht.
Rückgänge zeigen sich natürlich auch bei den Einnahmen der deutschen Eisenbahnen, unter denen die preußisch-hessische Bettiebsgemeinschast bas größte wirtschaftliche Unternehmen darstellt, das es auf der Erde gibt. Die Eisenbahnbetriebsergebnisse sinb daher ein sehr guter Gradmesser für die Abschätzung der Wirtschaftslage. Der Güterverkehr zeigte vom März 1908 an, abgesehen von einer geringfügigen Zunahme im September, durchweg einen verhältnismäßigen Ausfall gegen das Vorjahr, bet im November mit —6,2 Prozent und im August mit —6,7 Prozent am größten roar. Die Ziffern des Vorjahres liefern gewiß den Beweis des Rückgang«, es ist aber dabei in Betracht zu ziehen, daß wir in den beiden Vorjahren mit ungeheuren Mehreinnahmen rechnen konnten und daß asso tm Vergleich hiermit der Rückgang keineswegs al» besorg niserregend anzusehen ist, umsomehr, al« bet Personenverkehr keine Abnahme aufzuweisen hatte.
Die Roheisengewinnung tm deutschen Zollgebiete belief sich im Jahre 1908 tm ganzen auf 11813 511 Tonnen gegen 13 045 760 tm Vorjahre, bet Rückgang also auf etwa 9 Prozent. Der Ausfall war am größten in Rheinland- Westfalen mit einer Million Tonnen, bann fol- gen Lothringen-Luxemburg mit einem Ausfall von einer halben Million und bas Steg- unb Lahngebtet mit 282 000 Tonnen. Demgegenüber hatte bas Saargebiet sogar eine Zunahme vo« 75 000 Tonnen. Es ist besonders zu bemerken, daß da» Roheisensyndikat nicht erneuert und dadurch eine ungemessene Schleuder konkur-
ßen auf 491736014, für Hessen auf 10 694339 Mark. Danach berechnet sich der Anteil am Ueberschuß für Preußen auf 533 299 403 *, für Hessen auf 11598 000 JH.
Die österreichisch-serbische Krisis.
Belgrad, 8. März. Es verlautet, Rußland habe die serbische Regierung um erläuternde Aufklärungen übet einige Stellen der serbischen Antwort ersucht. Die Veröffentlichung der Antwort werde erfolgen, sobald aus Petersburg die zweite und endgültige Zustimmuna hierzu eingetroffen sei. Die Mitteilung, daß die österreichisch-ungarifche Regierung beschlossen habe, den Handelsvertrag mit Serbien nicht den Parlamenten zu unterbreiten, tief in bet serbischen Handelswelt einen ungünstigen Ein- druck hervor, weil hierdurch der Wiederherstellung normaler Handelsbeziehungen mit der benachbarten Monarchie neue große Hindernisse in den Weg gelegt werden.
Schutz DeutschsÜbroestafrika« gegen schlechte« Eefindel.
Während der letzten Reichstagsdebatten zum Etat des südwestafrikanischen Schutzgebietes wurde aus den Kreisen der Abgeordneten die Befürchtung laut daß infolge der Diaman- tenfunbe sich viel Gesindel in Lüderitzbucht ein« finden möchte. Dabei wurde dann die Forderung rechtzeitiger Abwehrmaßnahmen erhoben. — Der Gouverneur ist nunmehr vom Reichs- kolonialamt angewiesen wo"den, gegen Individuen, welche sich Bestrafungen wegen Diebstahl» und Hinterziehung von Diamanten usw. zu- ziehen oder welche die Ruhe des Schutzgebietes gefährden, mit Landesverweisung vorzugehen.
Heber die fleftriae Fahrt des ,Z. 1/
liegen folgende Meldungen vor:
Friedrichshafen, 9. März. Beim zweiten Aufstieg fuhr das Luftschiff bis nach Hemtshofen und von da in gleichem Tempo mit dem unten vorüberfahrenden Zuge zurück nach Friedrichshafen, wo es sich um 12 Uhr 50 Min. in die Halle niederließ.
Friedrichshafen. 9. März. Das Luftschiff hat soeben, 2 Uhr 20 Min. die Halle verlassen. Die Fahrt dauert voraussichtlich bis 4 Uhr. An dem Aufftteg nimmt Graf Zeppelin nicht teil; er will zum ersten Mal fein Luftschiff von unten fliegen sehen.
Friedrichshafen, 9. März. Nachdem das Luftschiff um 2 Uhr 20 Min. zum dritten Male heute aufgestiegen roar nahm es seinen Weg nach Konstanz und von ba dem Schweizer Ufer entlang zurück nach Friedrichshafen, wo es um 4 Uhr eintraf, ohne jedoch zu landen. Darauf flog es nach Langenargen und manö- verierte sodann um 4 Uhr 20 Min. über Lindau. Graf Zeppelin verfolgte eine Zeitlang das Luftschiff mit seinem Motorboot Württemberg.
Friedrichshafen, 9. März. Um 5 Uhr 10 Min. landete bas Luftschiff wohlbehalten in Manzell. Um %5 Uhr hatte es, von Rohrschach kommenb, in 50 Meter Höhe Friedrichs- Hafen passiert.
Aus dem Reiibstaae.
Nach de« trockenen und fachlichen Etatsdebatten der letzten Tage ziehen heute freundlichere und fort»
renz entstanden ist, weshalb an Verdienst kaum mehr gedacht werden kann. Gerade an diesem Beispiel ist zu ersehen, von welcher große« Bedeutung für unser ganzes Wirtschaftsleben die Verbände geworden sind, freilich ist dabei die Erwartung auszusprechen, daß sie in ihrem gemeinsamen Vorgehen auch Maß zu halte« wissen.
Die Steinkohlenförderung belief sich im deutschen Reich im Jahre 1908 auf 148 621 201 Tonnen gegenüber 143 222 886 Tonnen im Vor- jah e. sie brachte also ein Mehrerträgnis vo« 5 398 000 Tonnen. Bei der Braunkohlenförderung ergaben sich folgende Ziffern: 1908 66 450 144 Tonnen, 1907 62 319 802 Tonnen, also 1908 4 130 000 Tonnen mehr. Brikettfabri- kation: 1908 18 222 667 Tonnen, 1907 16 414 478 Tonnen, also 1908 1 808 000 Tonnen mehr. Hier zeigt sich also überall eine Steigerung, nur die Kokserzeuqung ist mit 21 174 956 Tonnen im Jahre 1908 gegen diejenige des Jahres 1907 mit 21 938 0.38 Tonnen um 763 000 Tonne« zuriickacbttekmn
Die beulifc 'hleneinfuhr ist um etwa 2,4 Millionen Tonnen gegen da» Vorjahr zurück- gegangen, während die Ausfuhr um rund ein« Million zugenommen hat. Dadurch ermäßigt sich der Eesamtverbrauch gegenüber dem des Vorjahres entsprechend und es ist weiter noch zu berücksichtigen, daß bedeutende Menge« vo« Kohlen und Koks auf Stapel genommen wurden, also noch nicht in den Verbrauch übetge» gangen find. Zur Schätzung dieser SotxatN mengen fehlt ein sicherer Anhalt.
iForrietzuna folgt)