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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage."

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Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberbessische

.q Zeitung" bei alle« Postämtern und mtietn Zeitungsstellen in J15 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Erpeditian Markt 21.

Der Bezugspreis beträgt durch die Port 2,25 Mk. (ahn«

Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Freitag 26. Februar 1909.

Die JnsertionSgebübr beträgt für die 7gespaltene Zeil« ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Foh. Aug. Koch, llnioersttätSbuchdruckeret Inhaber Dr. T. H itzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

44. Jahrg.

Bestellungen s - fit -en Menat Mär, auf die (jD6eelelltf.Se Zeitung" nebst ihren Beilagen werden noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Reustadt und Wetter, sowie von allen Postanftatten und Landbriesträgern ent« gegengenommen.

Tie landwirtschaftliche Woche

in Berlin zieht wie gewöhnlich die allgemeine Aufmerksamkeit von Freund und Feind der Landwirtschaft aus sich. Auch der Gegner wird anerfeunen, daß von dieser Zusammenkunft und den Verhandlungen der Vertreter der verschie­densten landwirtschaftlichen Fachvereine weit- aehende Anregungen auf das gesamte landwirt­schaftliche Gewerbe im Reich ausgegangen sind und ausgehen. Es ist natürlich, daß diese Er­folge. die mehr im Stillen, aber um so kräftiger und nachhaltiger wirken, weniger hervortreten, als die politischen Erörterungen, mit denen die Organisation des Bundes der Landwirte die Woche eröffnet. Während man früher mit allerhand Mätzchen über die Sekt trinken­denAgrarier", die allfährlich nach Berlin ka­men, um sich einmal zu amüsieren, über die poli­tische Bedeutung der Bundesversammlung hin- weagehen zu können glaubte, ist diese Art bis auf vereinzeltebesonders veranlagte" Politiker verstummt. Mit der wachsenden Anerkennung und Beachtung auf allen Seiten ist dagegen der unerbittliche Hast der Feinde von Jahr zu Jahr gestiegen. Der Bund ist aber aus solchem Holze geschnitzt, dast er diesen Hast wohl vertragen rann. Die ihm nahestehenden Kreise erleben viel­mehr aus dieser blinden Wut der Feinde der Landwirtschaft die Notwendigkeit des engeren Zusammenschlusses.

Die diesjährige politische Erörterung stand unter dem Zeichen der Nachlaststeuer. Gerade der Bund hit ja die heftigste Agitation gegen die Nacklaststeuer entfaltet und wie mitgeteilt werden konnte mit Erfolg. Dennoch war es nicht gleichgiltig. dast auch in der Generalver­sammlung der Gegensatz des Bundes zu dieser bereits als gefallen zu betrachtenden Steuer zunr Ausdruck kam. Auch die Gesellschaft der Steuer- und Wirtschaftsreformer verwarf ge­stern noch einmal diese Steuer nachdrücklich, ob- woul sich Prof. Adolf Wagner in einem Referat dafür aussprach. Aus den Verhandlungen, über deren Gang wir bereits kurz berichteten, ist noch hervorzuheben, dast man für ein starkes Königtum eintrat und von einer Verstärkung des parlamentarischen Regimes nichts erwar­tete. Dast gegen die Einführung des Reichs- tagswablrecht in Preuhen protestiert wurde, ist selbstverständlich. Das Verhältnis gum Block wurde gestreift. Der Bund hat die Blockpolitik mitaemacht. er warnt aber davor, die Rechte durch den Druck dieser Politik zu Schleppträgern der Linken und zu Helfers­helfern einer linksliberalen Politik zu machen. Dies Experiment würde mißlingen. Gegenüber

den mancherlei Behauptungen über die Absicht, den Fürsten Bülow zu stürzen, betonte Dr. Oertel, daß der Bund der Landwirte dem Reichskanzler keineswegs feindlich gegenüber­stehe, wenn er auch sich speziell in der Frage der Nachlaststeuer seine Stellungnahme wahrt. Dast hin und wieder die Erregung über die Nach- laßstruer auch in Bezug auf den Fürsten Bülow zu Worte kam, kann an der Bülow-freundlichen Haltung des Bundes nichts ändern.

Auch den Gegnern imponiert die Geschlossen­heit, mit der hier politische Anschauungen vor- getraqen werden, und der selbstbewußte Wille, ihnen zum Siege zu verhelfen. Das kommt auch in den Stimmen der Presse bereits zum Ausdruck, aber freilich hat auch Dr. Oertel recht, wenn ex lagt, dast für manche Leutein der Presse und in der Politik der Koller be­ginnt. wenn sie die grüne Farbe des Agrarier- tums sehen". Und wenn wir sehen, dast manche Forderungen des Bundes über das Ziel hinaus- fchiesten, so dürfen wir dafür wohl gerade darin den G^nnd suchen, daß der Bund für die Landwirtschaft im Deutschen Reiche erst die politische Anerkennung schaffen mußte und noch immer schaffen must. Das kann man aber nicht, wenn man fein still und säuberlich in Filzpan­toffeln einberaebt. Dast es dem Bunde gelun­gen ist. die deutsche Landwirtschaft, große und kleine Besitzer. politisch zu einmütigem und zu geschlossenem Vorgehen zu veranlassen, ist ein Verdienst, das den Neid anderer Parteien er­weckt. Die Geaner würden aber besser tun, wenn sie die Erfolge anerkennten, als dast sie immer wieder zu grimmigen aber zwecklosen Ausfällen ihre Zuflucht nehmen. Der Ge­schäftsbericht des Abgeordneten Dr. Hahn gab ein Bild von dem Wirken des Bundes im ver­gangenen Jahr. Mit 309 000 Mitgliedern, 8915 Versammlungen und den Erfolgen bei den Landtagswahlen nicht nur in Preußen kann sich der Bund wohl sehen lassen.

Ans dem ReicMaae.

AschermitttoockS-Sffmmung zeigte ftcb nicht im Hause. Aach kurzer Besprechung genehmigt man in zweiter Lesung den Etat des Rechnungshofes und die Rcsolution der Budgetkommission dazu, die Maß­regeln fordert, wodurch die gesamte Rechnungslegung vereinfacht werden soll. Ohne Besprechung erledigt man endgültig die Novelle zu den Subventions- gcfetzen für die Postdamvfschiffsverbindungen mit überseeischen Ländern, desgleichen das Gesetz, welches die Einwirkung von Armenunterstützung auf öffent­liche Rechte erheblich mildert, indem es eine Reihe- Zuwendungen und Unterstützungen bei Krankheit An­gehöriger ufw. des Odiums der reinen Armenpflege entkleidet.

Und nun folgen Rechnungssachen. Keinen Anstoß finden die Rechnung über den Reichshaushalt für 1903 und 1904 sowie die Ueberstcht der Einnahmen und Ausgaben der afrikanischen Schutzgebiete und der Südsceinseln für 1904.

Die zweite Lesung der Ueberstcht der Einnahmen und Ausgaben des Schutzgebietes Kiautschou htr 1906 endigt entgegen dem Anträge der Rechnungskommis­sion (auf Erledigung durch Kenntnisnahme) durch Genehmigung eines Antrages Abg. Erzberger (Ztr.), die Entlastung vorbehaltlich der bei der Prü­fung der Rechnung sich etwa ergebenden Erinnerungen auszusprechen. Der Abg. Görcke (nl.) und Korvetten­kapitän Drenkman« waren für den KommissionS- beschluß eingetreten.

Die dritte Beratung der Ueberstcht der Einnahmen

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Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

«Forttehung >

Vor allem hieß es, die Wahrheit der Meld­ung Pumarquets festzustellen. Tyrolt ließ sich die Gefangenenlisten vorlegen und fand nach kurzem Suchen den Namen Jean Bourlier, aber ohne Charge. Der Feldwebel, welcher die Auf­sicht tr dem betreffenden Stockwerk hatte, mel­dete:

Bourlier ist ein stiller, wie es scheint, ge» bildeter Mann. Vergrämt, durch eine Wunde belästigt, verkehrt er mit niemandem, hockt zu­meist tiefsinnig in einer Ecke der mit zehn Mann belegten Stube, w-lche er faßt nie ver­läßt, auch .richt, wenn alle seine Kameraden auf den Korridor oder in den Hof gehen, um sich Bewegung zu machen und zu plaudern."

Waldemar nickte befriedigt. Das kam seiner Absicht zu statten.

Lassen Sie die Leute von Nr. 15 heraus­treten. stören Sie aber den Bourlier nicht, wenn er Zurückbleiben will. Ich wünsche den Mann ohne Zeugen zu sprechen," sagte er.

Der Befehl wurde ausgeührt. Pumarquet machte ein sehr verschmitztes Gesicht, als der Kommandeur des Arresthauses bei der im Kor­ridor versammelten Belegschaft von Nr. 15 vorbeischritt. Aber er verriet nichts. Er wünschte, daß sein ehemaliger das Zimmer ver­lassen solle, denn wie leicht konnte der verraten, - Pumarqeut gar nicht Soldat gewesen sei.

Als Waldemar in die Stube eintrat, be­nahm ihm die übelriechende Lust fast den Atem.

Zuvörderst öffnete er ein Fenster, daß die frische Winterluft Eingang erhielt. Bourlier, welcher in der Ecke neben dem Ofen saß, schien weder den Temperaturwechsel noch die Anwesenheit des Offiziers zu spüren.

Dieser betrachtete ihn mit mitleidigen Blicken. Wie elend, wie gebrochen sah der Aermste aus? Die Haare waren dünn und weiß geworden, der Bart wirr und grau, die Stirne voller Falten.

Herr Bourlier," sprach Tyrolt, auf ihn zu­tretend, mit weicher Stimme,lieber Herr Bour­lier kennen Sie mich nicht mehr?"

Der Angeredete zuckte zusammen. Langsam erhob er sein gramdurchfurchtes Gesicht, das einen ftnsteren. menschenfeindlichen Ausdruck zeigte. Die linke Hand legte er grüßend an das Käppi, die Rechte hing in einer Binde.

Zu Befehl. Herr Leutnant Tyrolt. Sie find der Kommandeur dieses französischen Massengrabes. Ich habe die Ehre, Ihnen mein pflichtschuldiges Honneur zu machen. So hat Pumarquet asso doch geplaudert? Und ich ver­bot es ihm ausdrücklich. Entschuldigen Sie. daß ich Sie sitzend empfange. Seit den Kämpfen von Orleans plagt mich ein Rheumatismus."

Sie wußten, daß ich hier kommandiere, und vermieden es, mich zu treffen?" sagte der Offi­zier mit leichtem Vorwurf.

Glauben Sie. daß mir Ihr Anblick Freude bereitet?" fragte der Alte sarkastisch dagegen. Was hätte unsere Begegnung wohl für einen Zweck gehabt?"

Ich bin bemüht, einem Jeden fein Recht zu verschaffen. Um wie viel mehr meinem früheren Freunde und Vater i"

und Ausgaben der afrikanischen Schutzgebiete, van Neuguinea, der Südseeinseln und Samoa für 1904 wurde rasch beendet.

Nach kurzer Erörterung ist ebenso die zweite Le­sung der Rechnung über den Haushalt der afrikani­schen Schutzgebiete für 1896/97 erledigt.

Am Donnerstag 2 Uhr werden Petitionen und Initiativanträge (Freiheit im Grunderwerb) be­raten. Schluß gegen 5 Uhr.

Ans dem Abqeorimetenhause.

Bei dem Fonds von 2 Millionen zur Förderung der inneren Kolonisation im Extraordinarium des Etats der Landwirtschaft wurde die Frage der Be­siedelung des flachen Landes, insbesondere mit Ar­beitern eingehend erörtert. Nachdem Abg. v. Arnim (kons.) über die bezüglichen Verhandlungen der Budgetkommission berichtet hatte, nahm Graf von der Gröben (kons.) Stellung zu den in Ostpreußen schwe­benden Streitfragen in dem Sinne, daß die Mitwir­kung der Landwirtschaft bei der inneren Kolonisation unentbehrlich sei. Ferner begründete er den von ihm zusammen mit Mitgliedern der verschiedenen Par­teien eingebrachten Antrag, eine Konferenz zur gründlichsten Erörterung des Problems der inneren Kolonisation einzuberufen.

Abg. Glatzel (natl.) erörterte das ganze Gebiet der inneren Kolonisation und sprach sich dabei insbe­sondere für deren Durchführung durch öffentlich- rechtliche Organe und staatliche Behörden au8. Abg. Graw (Ztr.l sprach sich im Gegenteil für die Heran­ziehung privatwirtschaftlicher Organisationen na­mentlich bebufs Mitwirkung der Genossenschaften au». Abg. Dr. Rewoldt (freit) trat für energische innere Kolonisation ein, empfahl Ansiedlung von Arbeitern in und um Landgemeinden, nicht aber zu Eigentum im Großgrundbesitz. Der einzuberufenden Konferenz steht er etwas skeptisch gegenüber.

Abg. Dr. Ertiger (frs. Vp.) erklärte die Besitz« und Agrarverhältnisse Ostelbiens für sehr mangelhaft und verbesserungsbedürftig. Die Landwirtschaft sei trotz der zunehmenden Industrialisierung eine der Hauptstützen unserer Wirtschafts- und Staatsord­nung. Es sei daher dringend zu wünschen, daß chr durch erfolgreiche innere Kolonisaffon geholfen werde. Wie dabei vorzugehen fei, bedürfe aber sorgsamster Erwägung. Abg. v. «ockelber, (kons.) beglück­wünschte den Vorredner in Bezug seiner Wandlung auf die Bewertung der Landwirtschaft, erklärte sich für eine innere Kolonisation auf privatrechtlichem Wege und gab weitere Anregungen für deren zweck­mäßige Durchführung.

Der Landwirtschaftsminister teilte mit, daß in Uebereinftimmung mit seiner vorjährigen Zusage und mit der Auffassung des Hauses inzwischen mit der Reorganisation der ostpreußifchen Landgesellschast borgegangen sei. Ihr seien die Landwirtschafts- kammer, die meisten Kreise, Genossenschaften, ins­besondere Interessenten der Provinz mit einer Ge­samteinlage von 3% Millionen Mark beigetreten. Der Beitritt der Landschaft werde erhofft. Die Or- ganifation, die er im einzelnen darlegte, sei zweck­mäßig und von ihr gute Leistungen zu erhoffen. Die Gegenbewegung unter der Flagge öffentlich rechtlicher Organisation sei unbegründet. Die öffentliche Form der Kolonisaffon sei noch nicht erprobt, während für die private Form bereits gute Erfahrungen vorliegen; auch finden sich bei dieser leichter die geeigneten Kräfte, deren Gewinnung für das Gelingen der inneren Kolonisation so wichffg ist. Auch private Ge­sellschaften genießen, wenn sie nur gemeinnützig sind, fr gutes volles Vertrauen, tote öffentlich-rechtliche Einrichtungen. Wenn die Geschäftsführung bet bet alten Landwirtschaftsgesellschast nicht eintoandsfrei war, so ist durch die Reorganisation gründlich Wan­del geschaffen. Die Regierung werde dem Fortgang der inneren Kolonisaffon ihre wirksame Fürsorge widmen. Abg. Dr. Pachnicke (frs. Vg.) tritt für in­nere Kolonisaffon ein.

Welches Recht?" meinte Boulier, ohne auf den Schlußsatz einzugehen.

Sie sind Offizier, Sie haben ein besseres Unterfommen zu beanspruchen."

Man hat es mir verweigert, als ich meine Ansprüche geltend machte, jetzt habe ich mich eingewöbnt. Es ist ohnehin gleichgültig, ob es hier oder anderweitig zu Ende geht."

Sie find krank? Sie tragen den Arm in der Binde?"

Nicht der Rede wert. Eine Wunde, die nicht heilen will. Ich mochte nicht länger im Laza­rett bieiben, und als mein Kopfhieb sich einiger­maßen geschlossen hatte, meldete ich mich ge­sund."

Man durste Sie nicht fortlassen, bevor Sie vollkommen genesen waren."

Das werde ich überhaupt nicht mehr. Doch weshalb darüber sprechen? Ich beklage mich nicht, und täte ich es, wer kümmert sich darum?" darum?"

..Ich, Herr Boulier. ich, der ich Sie noch im­mer liebe und verehre!" rief Waldemar mit WärmeIch halte es für meine Pflicht, nun, da ich Sie gefunden, alles für Sie zu tun, um Ihnen eine angenehme Existenz auch im Feindeslande zu verschaffen, und ich preise den Zufall daß ich dazu im Stande bin."

Aber ich nehme es nicht von Ihnen an, mein Herr," sagte Boulier. sich trotzig erhebend. Sie vergessen, daß wir geschiedene Leute sind, geschieden für immer. Der Mörder meines Soh­nes kann nie mein Wohltäter fein.

Halten Sie ein, Herr sprechen Sie nicht «eiter! Wie töricht Ihre Worte sind, mögen

Der Vorschlag des Präsidenten, jetzt abzubrechen und die Verhandlung am Abend fortzusehen, fand Widerspruch, wurde aber vom Hause genehmigt. Ebenso, daß die Jnterpellatton über die Hochwasser­schäden vorweg genommen wird.

Deutsches Reich.

100. Geburtstag des Generalfelbwet« schall» v. Manteuffel. Döpper, 24. Febr. An­läßlich des hundertsten Geburtstages des Ge­neralfeldmarschalls Fretherrn v. Manteuffel fand hier eine Feier statt, der von der Familie Major Freiherr Ernst v. Manteuffel und der Landrat von Luckau, Freiherr Kurt v. Man­teuffel, sowie Major Graf Rochus zu Lynar, ferner Deputationen des 1. Eardedragoner- und des 5. Dragonerregiments, Kriegervereine, der Gesangverein und Schulen beiwohnten. Rach bet kirchlichen Feier wurden Ansprachen am Grabe gehalten von dem Ortsgeistlicher. Pfarrer Jumtow und dem Schloßhauptmann Grafen v. Hutten-Csapski, dem ehemaligen Adjutanten des Feldmarschalls. Am Grabe wurden Kränze niedergelegt.

Ausland.

** Die Türkei und Deutschland. Konstanti­nopel, 24. Febr. Die Kammer verhandelte heute über die Reform des Unterrichtswesens. Mehrere °iebnet wiesen auf das Vorbild Deutsch auds hin. das feine Machtstellung den Schulen oenanfe. Das Haus erledigte sodann eine große Anzahl von Anträgen.

** Frankreich. Paris, 24. Febr. Der Mi­nister des Aeußem Pichon empfing heute vor­mittag den neuernannten türkischen Minister des Aeußem Rifaat Pascha. Der türkische Mi­nister wird heute nachmittag dem Ministerprä­sidenten Clemenceau einen Besuch abstattenj et verläßt Paris morgen Abend.

** Diebstahl aus einem englischen Kriegs­schiff. London, 24. Febr. Nach einet Meldung aus Sheerneso zufolge, ist die Kasse des Pan­zerkreuzersJndomitable". die 500 Pfund Ster­ling in Banknoten und 2000 Pfund in Gold enthielt, ausgeraubt worden.

** Eine Regelung der iürkifch-bulgarifcheu Frage. Konstantinopel. 24. Febr. Wie die Jeni Eazetta" erfährt, schlug Staatssekretär Grey bezüglich der bulgarischen Entschädigung der Pforte einen Modus vor, bet ben Vorschlag Rußlands und den Gegenvorschlag bet Türkei mit einander in Einklang bringen soll. Es sollen 74 Annuitäten der türkischen Kriegsent­schädigung kapitalisiert, die buloarssche Ent­schädigung im Betrage von 125 Millionen Francs in Abzug gebracht und der Rest an Ruß­land ausgefolgt werden. Der Zinsfuß soll auf 5 Prozent festgesetzt werden. Die Kapitalisier­ung würde 6 200 000 Pfund ergeben. Ruß­land hätte 700 000 zu erhalten. Der Minister des Aeußeren Rifaat Pascha soll sich nach Pe­tersburg begeben, um mit dem Minister des Aeußern Iswolski hierüber zu konferieren. Dir Jent Eazetta" hofft, daß die freundschaftliche Vermittelung Englands die Lösung der Frage der bulgarischen Entschädigung herbeiführen werde und glaubt, daß die Pforte den Vorschlag freundschaftlich aufnehmen werde.

Sie aus der Mitteilung ersehen, die ich Ihnen vor allem zu machen gekommen mar. eine Mit­teilung, die mich glänzend rechffertigt. Ihr Sohn Olivier lebt. Ich selbst habe ihn vor we­nigen Tagen gesprochen. Ich wollte, es wäre nicht geschehen," setzte er seufzend hinzu.

Bourlier prallte zurück und sah den Sprecher mit weit aufgerissenen Augen an. Dann schüttelte er ungläubig den Kopf.

Diese Lüge sieht Ihnen ähnlich," sagte et hart.

Cie beleidigen mich ohne Grund," antwor­tete Waldemar, dem es schwer wurde, seine Em­pörung niederzukämpfen. .Halten Sie mich für einen Barbaren, der im Stande ist, mit dem Vaterherzen ein frevles Spiel zu treiben?"

Olivier lebt wirklich?" fragte der Alte ganz verwirrt. Nein, das ist ja ganz unmöglich. Ich habe ihn selbst im Fabrikhof aufgefunden, habe ihn einqesargt und begraben."

Haben Sie das Antlitz des Toten genau gesehen, können Sie die Identität der Leiche beschwören?"

Das Gesicht war entstellt, aber die Gestalt, die Uniform, die Mütze, der Degen." ,

Eine. absichtliche Täuschung, um den Feind irre zu führen. Fragen Sie Ihren Sohn selbst, er wird Ihnen bas Rätsel aufklären. So viel steht fest, er lebt, rote ich mich leibet zu spät überzeugte, ein sehr bewegtes Leben, bas et mit Madelon teilt.

Madelon Pumarauet?"

Ganz recht. Doch ich glaube, Sie werde« gut tun. wenn Sie diesen Umstand vot Ihre» Stubennachbat geheim hatten.

lFortsetzung folgt.)