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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: .Flach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche tveuage."

Man abanniert auf die täglich erscheinend«Oberhessische _ Zeitung" bet allen Postämter« und unser« Zeitungsstellen in J!» »irchhatn und Wetter sowie bei unserer Erpeditio« Markt 31.

Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2^25 3RL (ohne Bestellgeld), bei unser« Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Menstag 23. Februar 1909.

Die JusertionSgebühr beträgt füt btt 7 gespaltene Zeil« oder bereu Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Bug. Koch, llnwersttätsbu hdruckerei Inhaber Dr. C. Httzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 56.

44 Iahrg.

Bestellungen

KZ fit den Monat «Sr, auf die

^vberhefsifch« Zeitung" nebst ihren Beilagen werden noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain. Reustadt und Wetter, sowie von allen Postanftaiten und LandbriestrLgern ent- : gegengenommen.

Die Orientfraqe.

Einer offiziösen Mitteilung zufolge hatte der Minister Pichon mit den Botschaftern Englands, Italiens, Deutschlands und Ruhland» längere Unterredungen über die Orientfrag«. Der Temps" meldet, dah in diesen Unterredungen ?die Möglichkeit erörtert wurde, gemeinschaftliche Ratschläge zur Beilegung des gefahrdrohenden ^österreichisch-serbischen Konflitts zu erteilen. Angesichts des Ganges der Ereignisie sei es denk­bar, dah eine solche gemeinsame Attion, falls sie tunlich erschiene, einen allgemeinen Charakter erhielte. DerTemps" tritt eindringlich für eine freundschaftliche, versöhnliche Intervention der Mächte ein. Dieser Schritt, den Frankreich, England und Deutschland unternehmen sollten, wäre jetzt leichter als man je zu hoffen gewagt habe. Da« deutschfranzösische Marokkoabkommen einerseits, der Besuch des Königs Eduard an­dererseits hätte eine fteundlichere Atmosphäre geschaffen. Da man so weise gewesen sei, eine Annäherung herbeizuführen, möge man sich be­streben, dieselbe fruchtbar zu gestalten. Es wäre speziell für eine Politik der Korrektheit und Courtoifie ein trefflicher Beginn, wenn man durch die Erhaltung des Friedens auf dem Bal­kan ihr« Wirksamkeit bekräftigen würde. Mi­nister Pichon, Sir Edward Erey und Fürst Bü­low hätten da Gelegenheit zu einem Erfolge, den sie sich ohne besondere Mühe sichern könnten.

Die Anerkennung Bulgariens bereitet noch weiter grobe Schwierigkeiten. Der Temps" will wissen, dah die Regierungen Eng­lands und Frankreichs die bulgarische Rote in freundschaftlichster Weise dahin beantwortet haben, sie seien nach wie vor der Ansicht, dah die Anerkennung und Unabhängigkeit Bulgariens, gegen welche sie keinen Einwand erhöben, auf Grund eines gemeinsamen und einmütigen Attes der Berliner Signatarmächte erfolgen müsse. Der Beschluh der russischen Regierung, Ferdinand von Bulgarien in Petersburg mit königlichen Ehren zu empfangen, habe in Kon­stantinopel offenkundige Verstimmung hervor­gerufen. Die Türkei sei der Ansicht, dah selbst eine indirette Anerkennung der Unabhängigkeit Bulgariens erst nach dem endgültigen Abschluh des von Ruhland vorgeschlagenen finanziellen Abkommens erfolgen dürfe. Ein« weitere Meldung aus Konstantinopel besagt: Von wohl­unterrichteter Seite verlautet, die russische Re­gierung habe der türkischen Regierung mitge- teklt, Fürst Ferdinand von Bulgarien werde an

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Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

l Fortsetzung, f

Wollen Sie meine Schwester noch Wieder­sehen?"

.Mehr al« je!" rief Waldemar,ich bitte, ich beschwöre Sie, lassen Sie mich zu iyr. zu der Armen, die ich trotz allem mit glühender Zärt­lichkeit liebe. Vielleicht wird mein Erscheinen auf sie einen günstigen Eindruck machen, viel­leicht erkennt sie mich!"

Erwarten Sie das nicht. Sie ist unheilbar rrsinnig. Ich habe einen berühmten Arzt be- ragt, Dr. Faideau aus Luxemburg, den ich elbst herüberholte."

Und der Befund lautete?"

Gehirnschwund. Sobald ich nur irgend kann, werde ich meine arme Schwester in da» Irrenhaus nach Reims bringen."

Führen Sie mich zu ihr, es gilt ja nur einen Versuch. Und wenn bei meinem Anblick auch nur ein Schimmer der Erinnerung ihre Geisteskraft erhellt, so ist das vielleicht der An­fang einer Heilung. Lassen Sie mich Desiree sehen, um Ihrer selbst willen; nicht meinet­wegen, da Sie mich ja hassen."

Rein, ich hasse Sie nicht mehr, Herr Ty- rolt," sagte Olivier, bemüht, seiner Stimme einen weichen Klang zu geben,im Gegenteil, ich möchte Sie meine Feindschaft vergessen machen. Ich will Sie daher nicht abweisen.

dem Leichenbegängnis des Grohfärsten Wladi­mir teilnehmen und aus Gründen der Courtoifie mit königlichen Ehren empfangen werden. Diese Maßnahme richt« sich jedoch nicht gegen die Interessen der Türkei, da Rußland damit nicht der Unabhängigkeitserklärung Bulgariens vor­greifen wolle. Mit Bezug auf die Haltung der türkischen Regierung verlautet, die Türkei werde nicht protestieren, obgleich fie sich wohl bewußt sei, daß da» Vorgehen Rußlands einen halben Schritt zur llnabhangigkeitserklärung Bulga­riens bedeute.

Von der Reichsfinlwzreform.

llober den Weg, auf welchem teilweise Ver­ständigung über die Reichsfinanzreform am Freitag in der Submission erzielt worden sein soll die Beratungen waren vertraulich teilt das führende Zentrumsblatt, dieGerma­nia", u. a. mit, daß man fich auf der Grundlage der Anträge des reichsparteilichen Abg. Frhrn. v. Eamp-Massaunen geeinigt habe, zu welchen der Zentrumsabgeordnete Herold Verbssserungs- anträge gestellt hatte, die vom Reichsfchatzamt als die Vorbedingung für eine Verstöichigung akzeptiert seien, dahin, die Nachlaßsteuer ebenso wie die Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Kinder und Ehegatten und den Ausbau des Erb­rechts des Staates fallen zu lassen und dafür eine Besitzsteuer in Höhe von 150 Millionen Mk., welche von den Einzelstaaten durch Steuern vom Besitz und Einkommen, einstweilen nach der Kopfzahl der Bevölkerung aufzubringen ist, an Stelle der Matrikularbeittäge gelten zu lassen, so daß die Matrikularbeittäge der Einzelstaaten, welche die Regierungsvorlage selbst auf 50 Mill. Mark erhöhen wollte, um weitere 100 Mill. Mk. erhöht werden. Es seien darüber eine Reihe programmatischer Punkte festgestellt, die vom Abg. Weber redigiert und mit einem schriftlichen Bericht der Finanz- und Steuerkommission des Reichstags, die am Donnerstag wieder zu einer Sitzung zusammentritt, unterbreitet werden sollen.

Entgegen der Zuverficht des Blattes auf An­nahme dieser Vorschläge verhält fich die natio- nalliberale Presse zu diesen Vorschlägen vor­läufig ablehnend, die fteisinnige abwartend. Auch die Blätter der Rechten verhalten sich zu dieser Mitteilung reserviert oder b^eichnen sie als nur teilweise richtig. Und die offiziöse Rordd. Allgem. Ztg." schreibt an erster Stelle darüber:Insbesondere ist es nicht richttg, daß die Beschlüsse das Ergebnis einer Verständigung mit der Reichsfinanzverwaltung bilden. Die bei der Beratung anwesenden Vertteter des Reichs­schatzamts haben selbstverständlich keine zustim­mende Erklärung abgegeben, da fie damit von der vom Bundesrat bisher eingenommenen Stellung abgewichen wären."

Politische Umschau.

Petitionen fit da» Abgeord-.^tenhaus.

Das dritte Verzeichnis der bei dem Hause der Abgeordneten eingegangenen Petitionen weist zusammen 860 Nummern auf. Die weit

Aber nicht jetzt, ein andermal sollen Sie fie sehen. Kommen Sie später wieder. Sie sollen mir willkommen sein und die Unglückliche we- nMrns in menschenwürdiger Verfassung fin­den. ^tzt, bei hellem Sonnenlichte ist «in Oeffnen ihrer Zelle unmöglich."

So will ich heute abend wiederkommen. Darf ich?"

Ein anderer Tag wäre mir lieber, die Zeit ist so kurz, ich muß Vorkehrungen tteffen," sagte Olivier nachdenklich,indessen es ist, um Ihnen mein Entgegenkommen zu zeigen. Stel­len Sie fich um zehn Uhr ein. Wir werden Defiree aus dem Schlafe wecken. Vielleicht wirtt die Ueberraschung Wunder."

Ich danke Ihnen, Herr Bourlier," sagte Waldemar ganz glücklich, die Hand de» Andern ergreifend, welche dieser ihm mit einem eigen­tümlich stechenden Blicke willig überließ,ich danke Ihnen von ganzem Herzen. Diese Güte tilgt mit einem Schlage alles Unrecht, das Sie mir -»gefügt haben. Leben Sie wohl bis heute abend. Gott g«be, daß unser Wiedersehen einen Erfolg bringen wird."

Die heilige Jungfrau gebe unserem Werke Gedeihen," sprach der Andere mit gefalteten Händen und zum Himmel gewandten Augen, indessen sein Gesicht eine Grimasse zeigte. Ver­zeihen Sie, daß ich Ihnen nicht das Geleit geben kann. Meine gelähmten Beine erlauben Ie» nicht. Heute abend werde ich nicht ohne Unerstützung fein. Aber kommen Eie ohne Auf­sehen. su Fuß, ohne Begleitung. Schonen 6t«

überwiegende Mehrzahl davon bezieht fich auf die Gesetzentwürfe, die fich mit der Regelung von Beamtenverhältnissen beschäftigen. So find zu der Vorlage betreffend die Heranziehung der Beamten zur Eemeindeeinkommensteuer 158 Bittschriften eingegangen, von denen nur zwei um Nichtaufhebung de» Privilegs, und zwar für die Geistlichen bittet, während der Rest von Vorständen der Städtetage, Magistraten, Ee- meindevorständen. Bürgermeistern und Stadt- verordnetenkollegien herrührt und die vollstän­dige Aufhebung de» Beamtenprivilegs zum Zweck hat. An die verstärkte Budgetkommission, der die Beamtenbesoldungsvorlagen, die Wohn­ungsgeldzuschußnovelle und die Steuervorlage zur Vorberatung übergeben find, wurden 270 Bittschriften gerichtet. Insgesamt hat diese Kom­mission fast 2000 Petitionen erhalten. Sehr zahlreich sind auch die Petitionen, die bei der Lehrerbeioldungskommission eingegai.gen sind. Sie beziffern sich auf über 200 in dem vorlie­genden Verzeichnis und auf zusammen über 750. Der Kommission für das Untrrrichtswesen liegen insgesamt 80, noch dem vorliegenden Verzeichnis 50, Petitionen vor, die meist per­sönliche Anliegen aussprechen. Aber auch Wünsche nach Gleichstellung der geprüften Zei­chenlehrerinnen -mit den ordentlichen Lehrerin­nen, nach Gleichstellung der höheren Mädchen­schule mit der Realschule, nach Zulassung von Mädchen zum Unterricht in den oberen Klassen der höheren Knabenschulen. Regelung des Pri­vatschulwesens auf gesetzlicher Grundlage u. a. m. werden kundgetan.

Zum Streit um Marokko.

Paris, 21. Febr. Der Berliner Korrespon­dent desPetit Parifien" ist ermächtigt, bezüg­lich der Behauptung einzelner Pariser Blätter über das Verhalten des Reichskanzlers und des Kaisers in der Casablanea-Anaelegenheit fol­gende Erklärung des Fürsten Bülow zu veröf­fentlichen: Das ist leeres Geschwätz, welches jetzt, nach dem Abschluß des französisch-deutschen Marokko-Abkommens, besonders bedauerlich ist. Dieses Abkommen ist befriedigend und verlvricht gleich günstige Ergebnisse für beide Nationen, die nunmehr, was seit langem dem Wunsche des Kaisers entspricht, mit guter Hoffnung eine bessere Zukunft ins Auge fassen können.

Zur Wohnungsfürsorge für Arbeitet und Be­amte in Reichsverwaltungen.

Für Zwecke der Wohnungsfürsorge für Ar­beiter und gering besoldete Beamte in den Be­trieben und Verwaltungen des Rei hes find bis­her in den Reickshaushaltsetat seit dem Jahre 1901 insgesamt 33 Millionen <M. bereit gestellt worden Davon im Etat für 1908 die Summe von 4 Millionen. Aus der Uebersicht über die Verwendung dieses Fonds, die soeben dem Reichstage zuging, ist zu entnehmen, daß von der Gesamtsumme bis jetzt über 24y2 Millionen als Darlehen gegen Hypothekenbestellung, an gemeinnützige Unternehmungen und beinah« 5y2 Millionen zum Erwerbe von Baugelände zwecks Begebung in Erbbaurecht an Bauge­nossenschaften ausgegeben worden sind. Im ein­zelnen wird mitgeteilt, daß das Reich 82 ver­schiedene gemeinnützige Bauunternehmer durch Darlehnsgewährunq unterstützt hat, davon waren 78 Genossenschaften mit beschränkter Haftung, zwei eingetragene Bereine, eine

Destrees Namen. Man soll nicht wissen, daß fie wahnsinnig ist."

Waldemar versprach, fich pünttlich und allein einzuffnden.

Wieder huschle der hämische Ausdruck über Oliviers Gesicht. Aber Waldemar beachtete es nicht. Er verabschiedete sich und ging, ohne daß er unterwegs den Bedienten oder sonst je­mand traf, nach seinem Wagen, der noch am Tore wattete.

Na. bald wäre ich nach Hause gefahren," sagte der Kutscher, als Waldemar einstieg, ,,Si« find fast dreiviertel Stunden ausgeblieben."

Das hätte mir leid getan," entgegnete die­ser.Sc wäre ich gezwungen gewesen, bis zum Abend die Gastfreundschaft des Schloßherrn in Anspruch zu nehmen. Denn abends muß ich wieder hier fein. Richten Si« fich darnach ein."

Schon recht," versetzte der Rosselenker, oder jetzt fahren wir los, es weht heute bar­barisch kalt, und die Landstraße ist auch nicht besonders stcher. Ich habe hinter der Schloß- mauet drei bewaffnet« Kerle gesehen."

Eespensterfurcht am hellichten Tage," schott der Offizier.Fahren Sie zu! Nach dem Dragon d'Or. Ich fühle den Wunsch, allein zu sein."

Es war ihm unmöglich, nach dem, was et erfahren, tm Kasino unter den Kameraden zu speisen. Er wollte seinen Schmerz austoben lassen, er mußte ungestört klagen können, wenn er nicht selbst den Verstand verlieren wollte.

Desire«, feine geliebte, kluge Desire« wahn-

Aktiengesellschast und eine Stiftung. Bon bee 78 Baugenossenschaften waren 42 Beamten-Ban- genossenschasten. In der Bautätigkeit dieser Vereinigungen überwiegt die Herstellung größe­rer Mietshäuser, doch sind auch Ein- oder Zwei, familienbäuser erbaut worden. An Bau- und Bodenkosten haben die vom Reiche unterstützten Genossenschaften usw. insgesamt über 114-% Mil­lionen M. aufgewendet; darunter vom Beamten- Wohnungsverein Berlin allein 25,4 Millionen. Von diesen gemeinnützigen Unternehmungen find tis jetzt 1619 Wohngebäude mit 7856 Wohnungen errichtet; im Bau begriffen find 164 Häuser mit 917 Wohnungen. An gering besoldete Beamte, Handwerker und Arbeiter in den Betrieben und Verwaltungen des Reiche» wurden insgesamt 4481 Wohnungen vermietet. Nach den Darlehns- und Erbauverträgen waren für Reichsbedienstete nur 3545 Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Im ^baeorbnetennairte

wurde am Sonnabend die zweite Beratung der Deckungsvorlage fortgesetzt. Abg. Herold (Z.) wünschte, daß ein angemessenes Arbeitseinkommen der Bewirtschafters land- und forstwirtschaftlicher Grund­stücke bei der Steuerveranlagcküg in Abzug gebracht werden dürfe. Minister v. Rheinbabrn trat einem solchen Abzug mit aller Entschiedenheit entgegen. Ein Antrag Borgman« (Soz.), wonach das Kinde» Privileg keine Minderung des Wahlrechts zur Folge haben dürfe, wurde angenommen. Die Artikel II und III wurden in der Kommissionsfastung angenommen, desgleichen der Rest der Kommissionsbeschlüsse zum Einkommensteuergesetz. Der Gesetzentwurf betr. die Gesellschaftsstcuer wurde gemäß den Kommissions- bcschlüsien abgclchnt. Es folgte die Beraiung des Mantelgesetzes. Ein Antrag v. Hennigs-Tech- lin (fonf.) verlangte, daß auch für das Jahr 1908 Steuerzuschläge auf Einkommen über 1200 Mk. er­forderlich würden . Die Abg. Dr. Friedberg ?natl.), v. Dewiv-Oldenburq (freik.) und Gpstling (frs. Bp.) bekämpften den Antrag als gegen bas Kompromiß verstoßend. Abg. Dr. Röchling tnatl.) warf den So­zialdemokraten vor, daß sie erst für große Beamten­gehälter eingetreten wären, jetzt aber die Gelder da­für nicht bewilligen wollten. Abg. Hirsch (Soz.) er- widerte, daß seine Partei solange die Steuern ab­lehnen würde, solange nicht das allgemeine Wablrecht eingeführt sei. Abg. v. HennigS-Tech!in (kons.) be­tonte, daß zwischen der Regelung der Finanwerhält- nisse der Jahre 1908 und 1909 kein Zusammenhang bestehe. Bezüglich des Jahres 1908 bestehe kein Kom­promiß, deshalb seien er und seine politischen Freunde sehr wohl berechtigt, den vorliegenden An­trag einzubriiigen. Darauf wurden dieser Antrag sowie alle anderen Abänderunasanträge abaelebnt. mit Ausnahme eines anderen Antrages Hennigs- Techlin, wonach die Gesellschaften mit beschränkter Haft niedriger besteuert werden sollen als die Aktien­gesellschaften. Dieser Antrag wurde angenommen, ebenso das ganze Mantelgesetz in der KommissionS- fassung. Bei der folgenden zweiten Beratung deS Landwirtschaftsetats wurden die Einnah­men debattelos genehmigt. Bei den dauernden Aus­gaben betonte Abg. Kessel (kons.), daß die Landwirt­schaft durch die Hochwasserschäden und den Arbeite^ mangel schweren Zeiten entgeaengcbe. Der Etat sei leider knapp dotiert. Namentlich inüßten mehr Mit- tel für landwirtschaftliche Versuche ausgesetzt werden. ES wäre zu begrüßen, daß die ländlichen Fortb'ldunaS- schulcn in Schlesien obligatorisch gemacht werden soll- ten und die Elektrizität mehr als bisher in den Dienst der Landwirtschaft gestellt -erden soll. Dre Sperr­maßregeln gegen Einschlciung der Maul- und Klauenseuche halte er nicht für^genügend. Im letzt-m Etat wären namentlich beim TitelGeschastsbcdnrf- niffe" starke Ueberschreitungen dorgekommen. Ma« solle den Etat nicht zu knavv bemessen und sparsamer Wirtschaften. (Beifall.) Abg. Erüger-Hagen (frs.

finnig, unheilbar geistesgestört dem Tiere gleich? Es war entsetzlich, unfaßbar, fast schwe« rer zu ertragen als die Todesnachricht.

Gegen Abend hielt es ihn im Zimmer nicht mehr. Ec schlenderte achtlos durch die Straßen und begegnete auf der Esplanade dem Leut­nant Baldreich.

Run Freundchen, steht man Sie denn gar nicht meta?" rief ihm dieser schon von Weitem zu.Wir ermatteten Sie mit Sicherheit zum Slittag ff^at in gesellschaftlicher Laune, entschuldigen Sie," sagte Waldemar trübe

Ab Sie haben Sie also nicht gefunden?" "Gefunden schon, aber nicht gesehen und ge­sprochen. Ich muß nochmals hinaus."

Zu dem unheimlichen Gesellen? Ich wußte mir" einen besseren Gasffreund."

Er empfing mich liebenswürdig und ver­söhnlich und versprach mir, mich abends zehn Uhr mit seiner Schwesttr, meiner Braut, zn- sammenzuführen." . .

Warum nicht gleich, wenn fie anwesend

Dar - kann ich Ihnen nicht sagen," antwortete Waldemar schmerzlich bewegt.

Hm, hm," brummte der Bayer,warum aber bei Nacht und Dunkelheit? Weshalb schenk der Bursche das Tageslicht?"

Auch hierauf muß idj Ihnen die Antwort schuldig bleiben," versetzte Waldemar mürrisch. < (Soriicgung folg!.;

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