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Besonnenen der Sozialdemokratie gelangen.
Aus den vorläufigen Ergebnissen Zahlung vom 1. Dez. 1908 für
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nähme segelt zwar unter der Flagge, daß geplante Institution von der Belegschaft wähltet Sicherheitsmänner nicht ausreich« Sicherung der Bergleute gegen Gefährdung Leben und Gesundheit, daß dazu vielmehr
Bevölkerung zeigte, hat starken Eindruck auf mich gemacht und mich mit hoher Genugtuung 'erfüllt. Es hat der Königin ebenso wie mir grohe Freude bereitet, mit Kaiser Wilhelm und der Kaiserin wieder zusammen zu kommen. Ich bin der Ueberzeugung, daß der Ausdruck herzlichen Willkommens, das uns in Berlin geboten wurde, dazu beitragen wird, diese freundschaftlichen Gefühle zwischen den beiden Nationen, die für ihre gegenseitige Wohlfahrt und für die Erhaltung des Friedens so wesentlich sind, zu stärken. Die Beziehungen zu den fremden Mächten find nach wie vor freundschaftlich.
Die Vereinigung zur Förderung der Finanz- Reform
hat soeben den ersten Band eines Führers in der Finanzreform erscheinen lasten. Der zweite Band wird in wenigen Tagen nachfolgen. Die Arbeit ist als eine solche des Blocks anzusehen; als Mitarbeiter find genannt: Generalleutnant z. D. von Alten, Dr. Otto Arendt, M. d. R., Profestor Ballod, Dr. Böhme, M. d. R., A. Dix, Professor Eickhoff, M. d. R., Profestor Eörcke, M. d. R., Profestor von Heckel, Dr. Hoeffel, M. d. R., A. Krüger, Profestor Lamprecht, Dr. Liß- ner, Profestor Dr. v. Mayr, Dr. Naumann- Hofer, M. d. R., Landesdirektor v. Rasp, Landrat z. D. von Rodll, Graf von Schwerin-Löwitz, M. d. R., Geheimer Regierungsrat a. D. Dr. Seiddl, Dr. Sevin, Dr. Weber, M. d. R., Freiherr von Zedlitz-Neukirch, M. d. R., Dr. W. Zimmermann.
Schweinehirt und Dr. ing.
In der „Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure" war letzthin folgendes Inserat zu lesen:
„Physikal. elektrotechn. Institut der Handelshochschule Köln. D r. - I n g. als A s s i st e n t zur Unterstützung des Professors in Vorlesungen und Laboratoriumsübungen. Reflektant muß im phys. und elektrotechnischen Laboratorium einer technischen Hochschule gearbeitet haben und allgem. technologische Kennt- niste besitzen. Spätere Habilitation nicht aus- geschlosten. Gehalt: 1. Jahr 1200 <M._ 2. Jahr 1500 M, 3. Jahr 1800 -Ä. Eintritt 1. April." Diese Ännonce wird von dem „Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer" gerügt und als Pendant eine andere Anzeige angeführt, in welcher ein Schweinehirt für Kaiserslautern gesucht wird, der neben 1200 bis 1300 cK Gehalt ein Stück Land und jede Woche einen freien Tag erhält, an dem er sich noch anderweit verdienen kann. Zu dieser Gegenüberstellung sagt der „Korrespondent":
„Selbstverständlich betrachten wir die Bezahlung des Schweinehirten nur als billigen Ausgleich für seine schwierige Tätigkeit; datz aber «in Diplomingenieur, der bereits prattisch tätig war und den Doktorgrad sich erworben hat, nur ein Anfangsgehalt von 1200 <•*. erhalten soll, das dürste selbst dem Schweinehirten in Kaiserslautern nicht in den Kram pasten."
Es ist von besonderem Interesse datz diese Ausführungen sich gerade in einem ver Sozial- demoftatie nahestehenden Blatte finden.
Politische Umschau.
Die englische Thronrede über den Besuch in Berlin.
London, 16. Febr. Das Parlament wurde heute mit einer Thronrede eröffnet, in der es heißt: Die Wärme des Empfanges, di« sich bei unserem Besuch in Berlin bei allen Klassen der
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
«Fortsetzung.!
Wilde Freude leuchtete in seinen grausamen Augen, seine Stimme knurrte und krächzte mehr als je und seine Hände ftallten sich zusammen.
Der Advokat sah ihn mit Grausen von der Seite an
„Demgemäß haben Sie von feiner Seite nichts mehr zu befürchten, leider auch nichts von Seiten Ihrer armen Schwester."
„Allerdings, allerdings," gab Olivier nach einigem Sinnen zurück. „Dann wär« ich also der Alleinerbe meines Vaters und unumschränkter Herr seines Grund- und Barvermögens?"
„Sobald der Tod amtlich festgeftellt ist, ganz gewiß."
„Nun. so beschleunigen Sie güttgst die Todeserklärung. Herr Notar."
.Zch will es versuchen, denn ich glaube selbst an Bovrliers Tod."
„Dao ist gut," sagte der liebevolle Sohn zynisch. „£)6 Desiree lebt oder nicht, ist von keiner Bedeutung. Auch ohne ihren Totenschein verfüge ich frei, und zwar so, datz Sie, Herr Advokat, die Fabrik verkaufen, die Villa aber zu meinem Einzuge Herrichten lasten. Es ist doch nach Deinem Wunsch, Madelon?" wandte er sich an die Frau, welche der ganzen Unterhandlung stumm gelauscht hatte.
„Ich bin dabei, wenn nur nicht Pumar- guet —"
„Ah bah, Pumarquet ist tot, alles ist tot, nur wir leben," lachte Olivier. „Auch Deinen
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Berlage.-
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war J>ie Entwickelung der Rinder. Zwar hat abgesehen von 1900
Mann werden wir in d«n Zeitungen aufbieten lasten, und da er sich natürlich nicht melden kann, ins Abgangsregister eintragen. Dann heiraten mir uns, Madelon, ich habe es Dir versprochen."
„Aber die Prussiens," mahnte Madelon.
„Ach. die bekümmern sich um uns nicht mehr, wenn wir auch in die Villa ziehen. Im Eegen- teil, ich habe die Absicht, ihnen von dort äus manch' luftigen Streich zu spielen . Wollen Sie meine Dispostttonen erfüllen?" wandte er sich an Devereux. „Wollen Sie das Landhaus Herrichten lasten? Ich kann mich ja nicht bewegen."
„Wie Sie wünschen," entgegnete der Notar geschmeidig. „Sie werden zufrieden sein, und auch Geld steht Ihnen zur Verfügung. Ich habe Vollmacht, es auf der Dank zu erheben und ich glaube es verantworten zu können, selbst wenn Herr Bourlier wieder erscheinen sollte."
„Das wäre — des Teufels," rooHte Olivier sagen, aber er verschluckte das Wort, das nicht kindlich geklungen hätte. „Also abgemacht. In acht Tagen denk« ich transportfähig zu sein, dann fiüieln wir nach Bazailles über. Wissen Sie, mit den Beinen geht es schon. Hätte ich mir nur den schiefen Knochen ein zweites Mal gebrochen, er wäre vielleicht gerade geworden, aber bet gesunde mutzt« daran glauben und der rechte Arm. Ich kann noch heute nicht die Feder halten. Madelon ist mein Schreiber und mein Wärter. Machen Sie nur Anstalten, den Pumarquet tot zu erklären, datz unsere Hochzeit vor sich gehen kann."
„Allez nach Ihrem Wunsch," nickte Devereux, indem er sich mit einem bewundernden Blick auf
teilt die „Statistische Korrespondenz" die Hauprzifsern mit. Danach hat die Zählung einen Bestand von 3 062 895 Pferden, 12 075 406 Rindern, 5 252 256 Schafen und 13 400 506 Schweinen ergeben. Der Pferdebestand hat sich in dem letzten Jahrzehnt stetig erhöht. Jede Zählperiode hat einen Zuwachs gebracht, der aber niemals bedeutend gewesen ist. Unruhiger
Million eingetreten war
Zählperiode zugenommen; aber diese Zunahme erfolgte mitunter sprungweise und verlangsamte sich in den letzten Jahren. Die Schafe haben sich seit 1873 unausgesetzt vermindert.
auf 1902, wo ein Rückgang von fast einer halben ~ ebenfalls in der
man sich nur freuen, datz endlich wenigstens die gut Einsicht
Während in der letzten Zählung nur noch rund 514 Millionen Schafe nachgewiesen werde« konnten, waren 1873 deren über 19y2 Millionen und im Jahre 1900 noch über 7 Millionen vorhanden. Das Haupttnteresse nimmt bei der letzten Viehzählung die Entwicklung be» Schweinebestandes in Anspruch. Vis zum Jahre 1902 zeigt« sich nämlich eine andauernde, allmählich immer rascher werdende Zunahme (1873 : 4 294 926, 1902: 12749 998). Don 1902 auf 1904 sank die Zahl schon wieder, allerding» um ein geringes, hob sich dann aber bis 1906 so außerordentlich stark wie nie zuvor (nämlich um fast 3 Millionen), um 1906 auf 1907 wieder um einige Hunderttausend zurückzugehen. Von 1907 auf 1908 fiel der Schweinebestand weiter (um über iy2 Millionen), so daß er den von 1902 nur um rund 700 000 Stück übertraf. Es liegt also die Tatsache einer stark»n Abnahme des Schweinebestandes vor. Daraus schließen zu wollen, die preußische Schweinezucht werde überhaupt rückläufige Bahnen einschlagen, wäre verfehlt. Die Ursachen des Rückgangs dürften auf die niedrigen Schweinepreise, verbunden mit hohen Futterpreisen, zurückzuführen sein. Ein dauernder Rückgang "bei Schweinehaltung dürfte also aus dieser Erscheinung nicht hergeleitet werden können.
Madelcn erhob. „Ich werde die Handwerker senden, das Geld erheben und die Aufrufe erlassen. Die Vermögensformalitäten erledigen wir wohl auf der Villa, denn ich nehme an, datz Sie sich nicht in Sedan sehen lasten wollen." „Gewiß nicht. Ich mag das zerschossene Nest nicht vor Augen haben, so lange noch die baju- vattsche Besatzung darin liegt. Hier draußen merkt man die Einnahme nicht so. Sapristi, datz ich nichts dazu tun kann, die Kerle aus dem Lande zu jagen."
„Nun, das wird auch ohne Ihr Zutun geschehen." sagte der alte Chauvinist. „Bei Orleans bereiten sich grotze Dinge vor. Die Armee von Paris macht einen Ausfall. Bourbaft mit seinem Korps bringt von Süden vor und die Unseren zerquetschen die Prusfiens wie einen Wurm, der zwischen Walzen gerät, zu Brei, zu einem Nichts."
„Ja, das muß gehen," lachte Olivier, die Hände reibend. „Und was nach Deutschland will, schneiden wir ab und schlagen tot, was wir erreichen können."
„Rege Dich nicht auf," bat Madelon den Pattenten. dessen Augen wie die eines Wahnsinnigen leuchteten. „Du darfst ja doch nicht dabei sein. Ich leide es nicht, und der Doktor hat» verboten."
„Und mein lahkne» Sein," lachte der ehemalige Franktireur in dem sich wieder die Kriegslust regte. „Aber ich weiß schon, was ich tue, sobald da» Geld flüssig wird."
Devereux verabschiedete sich und kehrte nach bet Stadt zurück, wo et alle Aufträge mit Vorficht und Verschwiegenheit ausführt«. Galt e»
Zn den Mißständen im Theaterwesen schreibt die „Kreuzzeitung": „Wir wollen uns nicht darauf berufen, daß sie in anderen Ländern ebenso groß, vielleicht noch größer find. Deutschland ist nicht nur in der sozialen Für- sorge für die ärmeren Klassen vorangegangen, die deutschen Theater sind auch ein wichtiger Kulturfaktor, als die Theater irgend eines anderen Volkes, und die Wertschätzung des Schauspielerstandes ist daher bei uns im Wachsen. Da ist es wirklich zu verwundern, daß sich die soziale Gesetzgebung, die sonst in jeden Winkel hineinleuchtet, der hilfsbedürftigen Schauspieler noch nicht angenommen hat. Erst die sensa- ttonellen Kämpfe zwischen der Genossenschaft der Bülmenangehörigen und der Vereinigung der Bühnenleiter um ein neues Kontraktfor- mular haben die öffentliche Meinung wachae- rtittelt, und wir wollen hoffen, daß nun endlich was geschieht, um den Künstlern zu einem der Würde ihrer Kunst en^^vrechenden sozialen Niveau zu verhelfen. . . Man wird sich wohl nach dem Vorschläge des Abg. Dr. Pfeifftr darauf beschränken müssen, die besonderen rechtlichen Verhältnisse der Schauspieler gegenüber den Direktoren und Aaenten unter den Schutz eines wohlwollenden Gesetzes zu stellen, die Sklavenkontrakte verbieten und Aehnliches. Das alles muß nun aber mit Ernst in Angriff genommen werden. Der Notschrei der Schausvieler darf nickt ungebört verballen. Sie selbst rufen nach einem Tbegteroelehe. die Direktoren bekämpfen es, die Theaterfreunde aber werden es durchleben und nur auf der Hut sein müssen, daß es nicht die Kunst der Bureaukratie ausliefere."
Keine sozialdemokrattscken Demonstrattonen mehr?
Eine Berliner Korrespondenz verbreitet die Nachricht, daß ähnliche Demonstrationen der Sozialdemokraten, wie die beim Einzug König Eduards in Berlin zukünftig nicht wieder statt- fänden. So falle in Zukunft der Umzug für die Märzgefallenen weg, nur Kränze würden an den Gräbern niedergelegt. Auch von dem Maifestzug würde abgesehen werden, jedoch soll die alljährliche Ianuardemonstration nach österreichischem Muster abaehalten werden. Wenn diese Nachricht auf Wahrheit beruht, so kann
doch, die Behörden nicht auf eine landbekannte Persönlichkeit aufmerksam zu machen.
Der alte Laurence, der Hüter der Villa, war außer sich vor Freude, als die Handwerker kamen und er hörte, Herr Bourlier kehre wieder zurück. Daß dieser Bourlier der totgeglaubte Olivier war, stimmte sein Entzücken ein wenig herab. Aber immerhin fing das neue Jahr gut an, denn gerade am Sylvestertage trug man den Exleutnant in das Haus seines Vaters.
Ein wenig kam der Alte von seiner guten Meinung zurück, als um Mitternacht die Gläser Madelons und Oliviers, der Vater und Schwester verloren hatte, im hellerleuchteten Salon fröhlich aneinander (langen.
„Es ist nicht so, wie es sein soll," meinte et kopfschüttelnd. „Sei Herzlosigkeit kommt bald das Unglück hinterdrein. Der junge Herr hätte in Sobelincourt bleiben sollen."
Er hatte Recht. Die beiden Schlotzbewohner blieben nicht lange allein. Said stellten sich Eäste aller Art ein. Zuerst kamen dem Anscheine nach ehrsame Bürger, die sich aber nicht scheuten, einzelne Prusfiens aus dem Hinterhalte zu überfallen und ihnen den Garaus z« machen, dann lichtscheues Volk, da» unter der Maske der Frankttreurs die Landstratze unsicher machte, und alle fanden Unterschlupf und Unterstützung bei dem ehemaligen Lancierleutnant, der sich so an die Spitze der aufrührerischen Bewegung stellte, ohne selbst bas Haus zu verlassen. Der Umstanb, datz in bet Villa früher ein segensreiches Lazareth gewesen war, schützt» Olivier vor Nachforschungen.
(Fortsetzung folgt.)
Der Einbringung der Novelle zum Berggesetze,
find Verhandlungen mit ben berufensten Der- tretet« des Privatbergbaues aus ben sämtlichen Montonrevieten Preußens vorhergegangen. Bei bet w« dem Handelsminister persönlich geleiteten fair eingehenden Besprechung des gesetzgeberischen Plans hat die von der Regierung beabsichtigt« Einführung von durch die Belegschaft gewählten Sicherheitsmünner nut bei bet Minderheit Zustimmung gefunden. Die große Mehrheit der Beteiligten sprach sich ebenso dagegen aus, rote jüngst die Delegiertenversammlung des Zentralverbandes Deutscher Industrieller. Man befürchtete davon namentlich eine Verschärfung des Gegensatzes zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sowie ein« Verstärkung des Einflusses und der Macht der Sozialdemokratie. Auf der anderen Seite wird bet Vorschlag der Regierung nicht minder stark von der Sozialdemokratie bekämpft und ihm die Forderung der Anstellung von mit Auf- stchtsbefugnissen ausgestatteten Arbeiterkontrolleuren entgegengestellt. Diese Stellung»
Aus dem Reichstage.
Auch heute hat der Präsident des Reichseisenbahnamtes Dr. Schulz es nötig, die Existenzberechtigung feines Amtes zu verteidigen — gegen den Abg. Erzberger, während die Abgg. Schrader (ft. Vgg.), Eans Edler Herr zu Puttlitz (k.) Carstens (ft. Vp.). Storz (D. Vp.) das Amt nicht nut daseinsberechtigt erklären, sondern seine Kompetenzen noch erweitern wollen. Im übrigen muß der Präsident Dr. Schulz gegen allerlei Behauptungen fechten, die Redner wie Abg. Stolle (Soz.) in irgend einer Zeitung gelesen und nun als schweren Mißstand bewiese« hinuehmen: Schroffheit der Beamten im Verkehr mit dem Publikum, angebliche überlang« Arbeitszeit, Bahnhofszensur,, Zunahme der Unfälle (relattv haben sie abgenommen), ungünstiges Verhältnis zu den bundesstaatlichen, insbesondere preußischen Verwaltungen usw„ Umgehung Württembergs im Verkehr mit Bayern. In die Maßnahmen der einzelnen Verwaltungen kann das Amt nur bei Gefährdung der Be- ttiebssicherheit eingreifen. Abg. Pichlet (Z.) springt seinem Fraktionsgenossen und dessen „unschuldigem" Verlangen natürlich bei, den bayerischen Parttkularisten gegen eine etwaige Reichseisenbahngemeinschast mobil machend. Der bekannte hessische „Hofgänger" Ulrich gibt dem Wunsch Ausdruck, daß es bald zu einer allgemeinen Eisenbahngemeinschaft für das Reich kommen möge. Er warnt aber vor Abschluß von Verträgen, wie der Mischen Preußen und Hessen. Er verwert sich in seiner Stunden red« derart in Einzelheiten, daß er wiederholt vom Präsidenten Grafen zu Stolberg gemahnt wer- den muß, bei bet Sache zu bleiben. Nach einer kurzen Abwehr gegen die Vorwürfe des Abg. Pichler seitens der württembergifchen Vundes- bevollmächtigten Schlcehauf ergreift bet Na- tionalliberaie Frhr. Heyl zu Herrnsheim bas Wort, um die hessischen Klagelieder Ulrichs
Einrichtung von Arbeitskonttolleuren notwendig sei. Wer aber die Sozialdemokratte kennt, wird darüber nicht im Zweifel sein, daß jene Flagge bestimmt ist, den wirklichen Grund des Widerspruchs zu verdecken, daß- dieser vielmehr in der Hauptsache von Parieiinteressen dittieri ist. Man befürchtet offenbar, daß die von der Regierung beabsichttgte Einrichtung nicht so seht zur Berschäriung des Klassengegensatzes und zur Stärkung bet sozialdemokratischen Organisation beitragen werde, wie dies von der Bestellung von Arbeiterkontrolleuren erhofft wird. Diese Lage der Dinge redjtferiigt die Annahme, daß, wenn eine Beteiligung bet Arbeiter an dem Sicherheitsdienste im Bergbau nicht mehr zu umgehen ist, dir Sicherheitsmänner der Berg« verwaitvng weitaus das kleinere Uebel sind. Dazu kommt, daß die mehrjährigen Erfahrungen mit einer ähnlichen Einrichtung int fiskalischen Bergbau die Befürchtungen des sozialen Friedens und der Förderuung bet Sozialdemokratie nicht nur nicht bestätigen, sondern nach bridenRichtunaen als günstig zu bezeichnen sind. Hieraus resulttert, daß die von der Mehrzahl der Vertreter des privaten Bergbaues in jener Besprechung geäußerten Befürchtungen vermutlich an Uebertreibung leiben und daher nicht ohne weiteres für die Beurteilung des Regierungsplanes als durchschlagend angesehen werde« können.
Ran abonniert auf die täglich erscheinende „Oberbessische Die Jnserti onsgebüdr beträgt für ine 7gespaltene Zeile
.4 Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen m MUlVUlU oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — AA
41 Kirch ha'N und We tter sowie bei uns-rn Erpedttron -Markt 21 ~ -innn Druck und Verlag: Joh. Auq. Koch, llniuersttätsbuchdruckeret 44. Iahrg.
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