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44. Jahrg.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Berlage.

Druck und Verlag: Iah. Aug. Koch, UnwersitätSbuchdruckeret Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 65.

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Das deutsch - französische Marokko- Abkommen.

Da» deutsch-französische Marokkoabkommen wird in der deutschen Presse im allgemeinen günstig, wenn auch mit einer gewissen Zu­rückhaltung beurteilt. So meint dieNational- Zeitung":Erst die Zukunst wird lehren, ob es bei diesem Vertrag zwei Gewinnende gibt oder ob der eine der unterlegene Sieger sein wird. Das erste und zweite Schachspiel um Ma­rokko endete remis, das dritte Spiel beginnt i'-iit." Die freisinnigeVoffische Ztg." schreibt: ^Es ist natürlich mit großer Genugtuung zu be­grüben, daß Deutschland und Frankreich ein Ab­kommen über Marokko getroffen haben, doch möchten wir die Bedeutung dieser Vereinbarung nicht überschätzen." DiePost" schreibt in einem Artikel:Sicherlich ist König Eduard einer der ersten gewesen, der mit herzlicher Teil­nahme und aufrichtiger Genugtuung seinerseits den Kaiser und das deutsche Volk zu diesem Frie- densabschlutz beglückwünscht«.Weder Sieger noch Besiegte", lautete einst die amtliche Erklärung zu dem Ergebnis der Konferenz in Algeciras."

"ur die.Rheinifch-Westfäl. Ztg.« ist mit

Abkommen als einem neuen Mißgriff des Fürsten Bülow sehr unzufrieden. Wir sind der Ansicht, dasi man den Willen beider Völker, ge­genseitig ohne Voreingenommenheit an einem gen:einsamen Ziele arbeiten zu wollen, nur be­glückwünschen kann. Etwas besonders Neues sagt der Vertrag nicht, aber die Tatsache er­scheint uns schon wichtig genug: abwarten mutz man freilich, was die Praxis bringt.

Die ausländische Presse urteilt über das Ab­kommen günstig. So meint der römischePopolo Romano":Der 9. Februar bedeutet ein wich­tiges Datum für die europäische Diplomatie. Denn die beiden Ereignisie dieses Tages tragen unzweifelhaft zur Befestigung des europäischen Friedens bei. Der Besuch des Königs und der Königin von England in Berlin und der Ab­schluß des deutsch-französischen Abkommens find mehr als ein Wunsch, sie sind ein Unterpfand für den europäischen Frieden. Man begreift voll- kommen> daß die Mächte, denen das Abkommen mitgeteilt wurde, wie der französische Minister Pichon sagte, darüber einig sind, daß nichts dem allgemeinen Frieden dienlicher sein konnte." Die englischeMorning Post" verweist heute auf die englischen Abkommen mit Japan, Frankreich und Rußland und sagt, das Ziel der britischen Politik werde erst dann vollständig erreicht sein, wenn die Beziehungen zu Deutschland ebenfalls auf eine freundschaftliche Grundlage gebracht wären. Das französisch-deutsche Marokko-Ab­kommen möge dazu beitragen. Auf deutscher wie auf englischer Seite sei ein Stein des An­stoßes verschwunden.Daily Chronicle" er­klärt, der Abschluß des deutschfranzösischen Ab­kommens sei ein glückliches Zusammentreffen mit dem Besuche in Berlin und das Abkommen

52 rliscf verboten.)

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

tFortsetzung.)

Ich liebe Sie trotzdem noch immer, Fräu­lein Bourlier, und Sie werden sich das wohl gefallen lasien müffen, obwohl ich die Verlobte eines Ehrenmannes zu respektieren weiß. Welch' Glück, daß mich eine gewisse Eifersucht so schnell und frühe auf die Beine brachte. So leicht wäre mir im anderen Falle Ihre Be­freiung nicht geworden.'

Einen besseren Bürgen konnte ich wohl nicht finden. Was haben Sie alles zu meiner Ent­lastung gesagt!"

Das Blaue vom Himmel herunter habe ich gelogen scherzte d'Alincourt ohne die gering­sten Gewissensbisse. ..Der Herr Eeneralkom- missar muß denken, daß ich mit Ihrem Vater und Herrn Tyrolt mehrere Scheffel Salz ge­gessen habe. Indessen, ohne schweres Geschütz ging es einmal nicht. Nun wollen wir Ihren Koffer aus dem Klatschnest Minerva holen. Sie finden in meinem Hotel Unterkunft. Ich denke, 6;? fürchten sich jetzt nicht mehr vor mir?"

Nein, Herr Graf. Ich vertraue Ihnen un­bedenklich."

Sie verließen das Stadthaus. Es fand sich auch ein Wagen, der sie nach dem Hotel Bourbon brachte.

Eigentlich ist es doch schade, daß Sie mich nicht lieben können," sagte unterwegs der Kraf Ist teinem schweren Seufzer.Ich hatte Sie fest in mein Herz geschlossen und träumte von Hochzeit und nod, schöneren Dingen. Das ist

werde nirgends herzlicher ausgenommen werden als in England.

Der deutsche Gesandt« und der französische Eesandtschastssekretär in Tanger machten vor­gestern dem Vertreter des Sultans, Gebbas, von dem deutsch-französischen Abkommen vertrauliche Mitteilung. Alle drei beglückwünschten sich ge­genseitig dazu.

Zum Besuch des englischen Königs­paares in Berlin.

Bei der Ealatafel im Kgl. Schlosse am vori­gen Dienstag brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus: Es bereitet der Kai­serin, mir und meinem ganzen Hause aufrichtige Freude und Genugtuung, Eure Majestät und Ihr« Majestät die Königin in meiner Haupt- und Residenzstadt herzlich Willkommen zu hei­ßen. Alte Traditionen und enge Bande der Verwandtschaft verknüpfen uns miteinander und unser« mannigfachen Begegnungen sind mir stet» «ine Quelle besonderer Genugtuung ge­wesen. Noch vor wenig mehr als einem Jahre war es der Kaiserin und mit vergönnt, unver­geßliche Tage als Eurer Majestät Gäste in dem altehrwürdigen Schlosse von Windsor zu ver­bringen. Wir hoffen, daß es Euren Majestäten auch bei uns gefallen möge und daß der leider nur kurze Aufenthalt nur angenehme Erinner­ungen hinterlassen wird. Es gereicht der Kai­ser '.n und mir zu ganz besonderer Freude, daß Ihre Majestät die Königin, unsere geliebte Tante, den Glanz dieser festlichen Tage durch den Zauber ihrer gewinnenden und liebenswür­digen Anwesenheit erhöht. Wir find ihr beson­ders dankbar, daß sie die Reise in dem nordischen Winter nicht gescheut hat, um uns durch ihr Er­scheinen in Berlin den Beweis ihrer verwandt­schaftlichen Gesinnung zu geben. Eure Majestät können versichert sein, daß zugleich auch mit mir meine Haupt- und Residenzstadt und das gesamte Deutsche Reich in Eurer Majestät Anwesenheit ein Zeichen der freundschaftlichen Gesinnung er­blicken, welche Eure Majestät zu diesem Besuche bewoge-i hat. Das deutsche Volk begrüßt den Beherrscher des mächtigen britischen Weltreiches mit der ihm gebührenden Achtung und sieht in dem Besuch eine neue Bürgschaft für die fernere friedliche und freundschafliche Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Ich weiß, wie sehr unsere Wünsche nach Erhal­tung und Befestigung des Friedens überein­stimmen, und ich kann ,Eurer Majestät kein schö­neres Willkommen bieten, als mit dem Ausdruck der zuversichtlichen Ueberzeugung, daß Eurer Majestät Besuch zur Verwirklichung jener un­serer Wünsche beitragen wird. Indem ich noch der Hoffnung Ausdruck verleih«, daß das weite Reih, über welches Eure Majestät herrschen, auch fernerbin gedeihen und blühen möge, weihe ich mein Glas Eurer Majestät und Ihrer Maje­stät der Königin Wohl! Auf den Trinkspruch des Kaisers erwiderte der König von Eng­land: Im Namen der Königin, wie für mich selbst sage ich Eurer Majestät unseren wärmsten Dank für die Worte des Willkommens, mit denen Eure Majestät uns soeben begrüßt haben,

nun alles vorbei. Sie werden einen Prufsten nehmen. Das mag Ihren patriotischen Papa arg in den Harnisch bringen.

Desiree beichtete nun dem Freunde ihre ganze leidvolle Vergangenheit. Er hörte ausmerffam zu und sagte nur zuweilenSckade, schade!"

Desiree sand endlich Gelegenheit, zu Malve- zin zu gehen. Man wußte aber gar nichts von dem Geschäftsfreund, der dort sein Geld nieder- geleat hatte und nicht mehr zum Vorschein ge­kommen war.

Zwei Tage später ging ein Militärzug nach Orleans ab. Jede andere Eisenbahnverbind­ung nach dem Norden hatte aufgehört. Nicht einmal Personenwagen standen den Reffenden zur Verfügung; die Offiziere wie die Mann­schaften mußten mit Vieh- und Trinsportwagen ohne Verdeck vorlieb nehmen. Bei der kalten, schneenassen Witterung war das eine schwere Aufgabe. Desiree fügte sich in alles. In Ge­sellschaft von Offizieren, meist zweifelhafter Qualität, reiste sic, frierend in einer Ecke des Wagens kauernd. Der Graf tröstete sie und wich nicht von ihrer Seite, aber er konnte feinen Kameraden nicht die gemeinen Worte, die schreck­lichen Flüche wehren, ebensowenig wie die be­schimpfenden Ausfälle gegen die deutschen Offi­ziere, die Desiree verletzen mußten.

Indessen d'Alincourts Ruhe und Sicherheit gaben ihr den Halt, den sie mitten in den Stra­pazen und Gefahren nicht entbehren konnte. Trotzdem fühlte sie sich überaus elend. Immer mehr sah sie ein. daß ihre Widerstandskraft er­schöpft war. Mit letzter Kraft klammert« fi« sich nur noch an die Hoffnung, den Vater wieder­zusehen. Wenn diese fehlschlug

Wie war« es möglich," sagt» ste halblaut

und nicht weniger für den ebenso freundlichen wie glänzenden Empfang, welchen Eure Maje­stät und Ihre Majestät die Kaiserin, sowie Euer Majestät ganzes Haus und Ihre Haupt- und Residenzstadt uns heute bereitet haben. Ob­gleich ich meine wiederholten Besuche in Kiel, Wilhelmshöhe oder Kronberg in angenehmer Erinnerung behalten habe, so gereicht es mit doch zu besonderer Genugtuung, daß es der Kö­nigin möglich war, mich beim gegenwärtigen Besuch zu begleiten und daß wir ihn in diesem alten Schloß Eurer Majedät Vorfahren in der Mitte Ihrer Haupt- und Residenzstadt Berlin abstatten konnten. Es bedarf wohl nicht der Versicherung, daß wir beide den lieben Besuch Ihrer Majestät und Ihrer Majestät der Kai­serin in Windsor nicht vergessen haben. Eure Majestät haben inbetreff des Zweckes und des gewünschten Resultates unseres Besuches meinen eigenen Gefühlen beredten Ausdruck gegeben, und ich kann daher nur wiederholen' daß unser Kommen nicht allein die engen Bande der Ver­wandtschaft zwischen unseren Häusern vor der Welt in Erinnerung zu bringen beabsichtigt, sondern auch die Befestigung der freundsckaft- lichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und durch die Erhaltung des allge­meinen Friedens, auf welchen mein ganzes Streben gerichtet ist, erzielt. Mit dem Wuniche, daß die gedeihliche Entwicklung Eurer Majestät ganzen Reiches auch in Zukunft andauern möge, erhebe ich mein Glas auf das Wohl Eurer Majestät, Ihrer Majestät der Kaiserin und Ihres Hauses.

Mit besonderer Befriedigung darf es begrüßt werden, daß sich der König der deutschen Snracbe bediente. Obwohl die Trinkiprüche freundschaft­lich gehalten sind, zeigen sie doch eine gewisse Zurückhaltung und ein wohltuendes Verhalten jeder Ileberschwenglichkeit, die dem jetzigen Ver­hältnis der beiden Länder auch nicht entsprochen hätte. Das deutsche Volk wird dieser Form der gegenseitigen Begrüßung sehr sympathisch gegen« überstehen. Bemerkt muß auch werden, daß König Eduard nicht allein den freundschaftlichen Zweck seiner Reise, sondern auch den politischen hervorhob.

Berlin, 10. Febr. Heute mittag besuchte König Eduard das Berliner Rathaus. Der Oberbürgermeister Kirschner hielt eine kleine Begrüßungsansprache, worauf der hohe East in deutscher Sprache antwortete. Die Tochter des Oberbürgermeisters überreichte dem König den Ehrentrunk. Anwesend waren bei diesem Be­such des Rathauses der Reichskanzler, Staats­sekretär v. Beethmann-Hollweg, Staatssekretär Freiherr v. Schoen, die Minister v. Moltke und Freiherr v. Rheinbaben, Unterstaatssekretär Stemmrich, Oberpräsident Trott zu Solz, Poli­zeipräsident v. Stubenrauch, die Rektoren der Universität und der Hochschulen, die Präsidenten der Akademie der Wissenschaften und der Akade­mie der Künste, der englische Botschafter nebst den Herren der Botschaft, Botschafter Graf Wolff-Metternich, die Herren des Gefolges und des Ehrendienstes, Generalkonsul Schwabach und andere.

Berlin, 10. Febr. Gegen 12% Uhr bega­ben sich der König und die Königin zur groß-

zu sich,er muß leben und sich versöhnen lassen. Was ich getan, kann nicht vergeblich gewe­sen fein."

In tiefem Weh schlug sie die Händchen vor die Augen und schluchzte leise vor sich hin.

Grübeln Sie nicht, Fräulein Desiree," bat der Graf, der sie wohl beobachtet hatte,meinen Sie nicht. Es nützt nichts und nimmt Ihnen die Kraft, so tapfer zu fein, wie bisher. Neh­men Sie lieber ein Schlückchen von diesem vor­trefflichen ßafitte. Auch Sie ziehen in den Kampf, kleine Desire«, stärken Sie sich."

Desiree schüttelte den Kopf. Der Graf sah sie von der Seite an. Er war mit ihrem Kräfteverfall sehr unzufrieden.

Wie wird sie es ertragen!" dachte er mit innigem Mitgefühl.

Nach drei schrecklich langen Tagen und Näch­ten lief der Zug endlich in Orleans ein. Steif und zerquetscht, wie zerschlagen von dem unauf­hörlichen Rütteln und Schütteln entstiegen die Insassen dem Militärzüge. dÄlincourt beeilte sich, feinen Schützling unter Dach zu bringen.

Aber die Hotels waren überfüllt, die Bür- gerguartiere voll Soldaten. Nach der Schlacht von Coulmiers hatten die Bayern die Stadt geräumt und waren nach Nordwesten abgezogen. Infolgedessen hatten sich sämtliche französische Armeekorps, das fünfzehnte, sechzehnte und ein Teil des fiebzenhnten um Orleans zusammenge­zogen. In diesem Kriegslager war es ein Wunder, ein Plätzchen^gu finden, wo Desiree ausruhen konnte; aber der Graf vollbrachte es.

Von einem Sanitätsoffizier geführt, gelang­ten die Obdachsuchenden in ein Quartier in bet Rahe der Place de la Dieta«. Es war dort soeben eie verwundeter Offizier verschieden; die

britannischen Botschaft, wo ein Frühstück statt» fand. Sir Edward Goschen und Lady Goschen empfingen die Majestäten.

In Beantwortung der ihm von der englische» Kolonie auf der englischen Botschaft überreichte» Adresse erwiderte König Eduard ungefähr fol­gendes: Mit großer Freude nahm ich die Adresse meiner treuen Untertanen in Berlin entgegen. Ich weiß die guten Wünsche für die Königi» und mich, die darin ausgesprochen worden find, wohl zu fchätzen. Ich habe die Gelegenheit, wo­rauf in der Adresse hingewiesen wird, nicht ver­gessen. Als ich vor 25 Jahren hier war, freute ich mich des Gedankens, daß ich bei dieser Ge­legenheit mit Hilfe meiner Schwester, der Kai­serin Friedrich, dazu beitragen konnte, den Bau der englischen Kirche, die Sie jetzt in Berlin be­sitzen, und für die ein dringendes Bedürfnis be­stand. zu fördern. Der herzliche enthusiastische Empfang, den die Königin und ich in Berlin gefunden haben, werden sicher bei meinem Volke auf der anderen Seite der Nordsee dankbare» Echo finden und zur Konsolidierung der freund­schaftlichen Gefühle zwischen ihnen und dem deutschen Volke beitragen, für dessen Kultur und Fortschritt im Bereiche bet Kunst, Musik und Literatur wir alle aufrichtige warme Bewunder­ung hegen.

Sie, die Sie in dieser schönen Hauptstadt Ihren Wohnsitz haben, können viel dazu beitra­gen, um die Deutschen, unter denen Sie leben, von der Aufrichtigkeit unserer Freundschaft für sie zu überzeugen und ich weiß, daß ich darauf rechnen kann, daß Sie in diesem Sinne Ihr Allerbestes tun werden. Es war mir ein große, Vergnügen, Sie heute hier zu sehens und noch einmal danke ich Ihnen für Ihre loyale Adresse.

Berlin, 10. Febr. König Eduard hielt nach dem Frühstück auf der Botschaft Ketel«, ebenso die Königin; bald nach 3 Uhr begab sich das KLnigspaar, das Andenken der Kaiserin Friedrich ehrend, zum Kaiserin Friedrich-Haus. Das Königspaar machte einen Rundgang durch das Haus und besichtigte hierbei die Daueraus­stellung der ärztlich-technischen Industrie, die Lehrmittelsammlung, die Krankenpflegeabteil­ung usw. Im großen Hörsaal gab Professor Kuttner Erläuterungen über die technischen Ein­richtungen des Saales; er hielt einen kurzen Lichtbiidervortrag. Das Königspaar zeigte da, größte Interesse für die Einrichtungen und Sammlungen des Hauses. Die Königin kehrt« bireft nach dem Schlosse zurück, der König auf einem Umwege. Der König hat zu seiner Um­gebung übet den Empfang im Rathause sich Über­aus befriedigend ausgesprochen; die Ausschmück­ung ber Hauses, sowie das ganze Arrangement des Empfanges hätten ihn sehr sympathisch be­rührt.

London, 10. Febr.Westminster Gazette" schreibt: Für niemand wird die Zusammenkunft Köffg Eduards mit Kaiser Wilhelm eine Quelle größerer Genugtuung sein als für den deutschen Botschafter, Graf Wolff-Metternich, der während seines Aufenthaltes hier ruhig und aufrichtig für ein besseres Verständnis zwischen den bei­den Ländern gearbeitet hat. Während seine, Hierseins hat Graf Wolff-Metternich durch feine Üeberlegenheit und den Takt, den er häufig

Mannschaften hatten den toten Krieget kaum binausgetragen, als jene anlangten. Sie san- den ein kleines, freundliches Stübchen bei einer Madame Josnes, einet gefällig-m, alten Witwe, die sich der Dame sofort annahm und sie mit allem versorgte, was sie selbst aufzutreiben im Stande roa».

d'Alincourt verabschiedete sich von Desiree. Ich suche das Regiment 204 auf, wo es auch stehen mag, und bringe Ihnen Nachricht," ver­sprach er.Bleiben Sie ruhig hier. Ich be­nachrichtige Ihren Vater und bringe ihn hier­her mit Gewalt, wenn es sein muß."

Das Mädchen dankte dem Manne mit nasse« Augen. Wie groß, wie edelmütig handelte et an ihr! Als er das Haus verlassen hatte, kam die Wirtin zu d-r Einsamen und fing an zu er­zählen, was sie bewegte, vom Kriege und von Kriegsnöten und von der dauernden Einquar­tierung.

Ausgeruht, liebes Fräulein?" fragte Frau Josnes freundlich.Ja, so ein ungestörter Schlaf ist oft besser als Essen und Trinken, wo­für ich übrigens auch gleich sorgen werde. Da hatte ich einen Kapitän im Quartier, so eine« traurigen, lieben Herrn, der vor Kummer ge­beugt und von Märschen und Kämpfen ganz zerschlagen hier bei Nacht ankam. Der warf sich mit St es In und Sporen Ins Bett, und ich ließ ihn schlafen, obwohl er meine Kissen arg beschmutzte. Al, er endlich erwachte, war et ein ganz anderer Mensch. Freilich lustiger wurde et niqt. Et wünschte immer zu sterben. Armer Mann! Sein Wunsch ist erfüllt roorben; drüben an der Ecke haben sie ihn niedergestoche». Nun liegt er in der kühlen Erde."

i (Fortsetzung folgt.)